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Kundenrezension

am 24. April 2009
Nachdem das letzte Album von Depeche Mode für mich einen musikalischen Offenbahrungseid für abhanden gekommene Kreativität darstellte, hoffte ich auf eine Wiedergeburt dieser einst großartigen Band, an deren Comeback 1996 nach den Eskapaden der Songs of Faith and Devotion-Tour nur die wenigsten geglaubt haben dürften.
Nun haben wir 2009, und ich hoffte auf eine neuerliche Wiedergeburt. WRONG!
Dave Gahan steht mittlerweile (anders als 1997) zwar wieder voll im Saft und hat noch immer dieses unverwechselbare Timbre, das der Band in Kombination mit Gores Kompositionskunst den Stempel aufdrückt, doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das neue Werk "Sounds of the Universe" ein ebenso rohes Ei ist wie es Corbijns Cover vermuten lässt, und hieße die Band nicht "Depeche Mode", so wäre dieses Album entweder nie in der vorliegenden Form veröffentlicht worden oder es wäre als Komet am Himmel des Universums der Belanglosigkeiten verblasst.
Ein Komet immerhin, keine Sternschnuppe, denn das Album hat durchaus kreative Momente und mitunter sogar Gänsehautpotential. In Songs wie "Peace" deutet sich zumindest an, wie brilliant dieses Spätwerk hätte werden können, wenn man sich bei der Produktion mehr Zeit gelassen und Produzenten engagiert hätte, die dieses Werk ein wenig subtiler klanglich und soundtechnisch unterfüttert hätten. Denn am Songwriting selbst hat es dieses Mal nicht so sehr gelegen, dass dieses Album irgendwie "unfertig" auf mich wirkt. Ausgerechnet "Wrong" erscheint mir noch am ehesten "right". Dieser Track zeigt auf, dass zumindest die kompositorischen Ideen Gores noch nicht vollkommen erloschen sind: Hier wurde stimmig und originell arrangiert, Sounds, Text und Arrangement ergeben eine bruchlose Synthese, und obwohl der Sound sich deutlich von den letzten Alben absetzt, klingt das Ergebnis unverkennbar nach "Depeche Mode"; hier gelingt die für den Entwicklungsprozess einer Band notwendige "re-invention".
In anderen Songs klappt das hingegen nicht: "Fragile tension" und "In sympathy" sind solche Songs. Weitere Songs wie der Instrumentaltrack "Spacewalker" klingen bemüht inspiriert, doch lässt sich einfach nicht verleugnen, dass dem Komponisten hier eiskalt die Ideen ausgehen.
Zum Sound: Willkommen zurück im analogen Zeitalter! Das ist an sich in Ordnung, auch ich hätte es nicht begrüßt, wenn Depeche Mode krampfhaft versuchen würden, sich selbst zu kopieren. Portishead haben es vor einem Jahr schließlich vorgemacht, dass man auch mit rohen, analogen Sounds einen zeitlos modernen und zum Bandkonzept (sowie zu den Texten) stimmigen Sound produzieren kann. Dann jedoch sollte man die klanglichen Experimentierphasen vor den Studioaufnahmen bitte ein wenig ausdehnen und/oder mit Leuten zusammenarbeiten, welche die alten Geräte auch so intuitiv bedienen können, dass diese die Kreativität nicht einschränken (so weit wie in der Werbung für die "gelben Seiten" will ich nicht gehen...).
Stattdessen erfolgt zu Beginn des Albums eine billige und allzu offensichtliche Kopie der einstigen deutschen Vorbilder (oder sollte das gar eine Art Referenz darstellen? Auch so kann man Ideenarmut kaschieren...).
Alles andere ist soundtechnisch gesehen weder Fisch noch Fleisch: Weder bewusst minimalistisch wie bei Portishead noch klanglich ausgewogen wie zu Ultra-Zeiten. Und die Drumprogrammierung, seit langem eine Baustelle bei Depeche Mode, ist fast schon ein schlechter Witz. Natürlich wäre es idiotisch, intime Songs mit Drumgeratter vollzudröhnen, aber mit Ausnahme des ersten und dritten Tracks fehlt nahezu sämtlichen übrigen Tracks einfach der Drive. Ich möchte mich in diesem Kontext übrigens nicht in die lange Klageliste derjenigen eintragen, die schon seit langem ein Comeback Alan Wilders fordern. Ich fände es schlichtweg gut, wenn die Band Musiker mit ins Boot nähme, die "sich damit auskennen" (und nun bin ich doch bei den gelben Seiten gelandet).
Bei den Texten des Albums scheiden sich die Geister: In einigen Rezensionen werden sie gepriesen, in anderen wird sich gar die Frage gestellt, ob es sich bei den Textern tatsächlich um "native speaker" handle. In diesem Kontext von Genie und Wahnsinn zu sprechen wäre vermessen. Vielleicht ist es einfach das graue poetische Mittelmaß (auch das deutet sich in der Covergestaltung an...). Nicht richtig banal wie Juli oder Silbermond, aber eben auch nicht wirklich subtil.

Nachdem das Album nunmehr auf dem Markt ist und die Band nicht mehr "nachsitzen" kann, um das klanglich insgesamt dürftige und kompositorisch durchschnittliche Ergebnis zu verbessern, verbleibt mir lediglich die Hoffnung, dass es der Band bei den Proben für die Tournee im Sommer gelingt, den teils guten Songideen noch ein wenig Feinschliff angedeien zu lassen, damit die neuen Songs auf den Konzerten keine absoluten Stimmungstöter werden und die Konzerte damit gar Grönemeyersche Dimensionen annehmen. Schließlich soll es zum Glück keine "Greatest Hits"-Tour geben...
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