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Kundenrezension

am 10. März 2004
Nach Meinung vieler zählt John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) zu den kreativsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Der geborene Südafrikaner mit einem Lehrstuhl für Englisch an der britischen Eliteuniversität Oxford liebte es zeitlebens Geschichten epischer Dimension zu erfinden und diese mit fiktiven Sprachen auszuschmücken. Selbst Experte für Alt- und Mittelenglisch konstruierte Tolkien neuartige Grammatiken und Vokabeln, die er seinen zu Papier gebrachten Helden oder Schurken in den Mund legte. 1937 veröffentlichte J.R.R. "Der kleine Hobbit", 1954/55 die Trilogie "Der Herr der Ringe". Beide Werke sind in einer mythischen Welt namens Mittelerde angesiedelt, die nebst vielen anderen Wesen von Menschen, Halblingen, Zwergen, Orks, Trollen und natürlich Elben bewohnt ist. Elben haben bei Tolkien wenig mit den aus Kindermärchen bekannten, an Blütenkelchen nippenden geflügelten Däumlingen, den Elfen, zu tun. Nein, das spitzohrige Volk der Elben beschreibt J.R.R. als das edelste und vollkommenste, das je auf Mittelerde lebte. Anmutig in Gestalt und Wesen verfügten sie über Weisheit, Tapferkeit und ein inniges Verlangen nach Ästhetik, welche auch in ihren Sprachen wohlklingend Eingang fand.
Helmut W. Pesch machte sich die mühevolle Aufgabe, ein Kompendium mit dem Titel "Elbisch: Grammatik, Schrift und Wörterbuch der Elben-Sprache von J.R.R. Tolkien" zusammenzustellen. Ein nicht leichtes Unterfangen, zumal Altmeister Tolkien in all seinen literarischen Schaffensjahren recht widersprüchliche Angaben über das elbische Idiom machte, sei es was Grammatik, Aussprache oder Dialekte angeht. Pesch merkt im Vorwort ehrlicher Weise auch an, daß er keine endgültige Interpretation des Elbischen abliefern kann, sondern eben nur seine subjektive.
Alles Elbische nahm seinen Anfang irgendwo im Osten Mittelerdes am See Cuiviénen. Dort erweckte die Königin der Valar, überirdischer Wesen, 144 Elben. Beim Anblick des Sternenhimmels war "Ele!", ein Bewunderungsruf, das erste überlieferte Wort der Elben. Doch schon bald entwickelte das Volk der Sterne seine eigene Sprache; noch mit wenigen Vokabeln, aber bereits sehr wohlklingend, das Quendisch. Nach 520 Jahren an den Gestaden des Cuiviénen brach der Großteil der Elben, unterteilt in die drei Stämme der Vanyar, Noldor und Teleri gegen Westen auf, um das Land ihrer Erwecker zu suchen. Nur die Avari blieben zurück; ihre Sprache geriet in Vergessenheit. 270 Jahre dauerte die so genannte Große Wanderung der Eldar, wie sich die drei Stämme als Volk nannten. Eldarin war ihre gemeinsame Sprache. Ein Teil der Teleri blieb auf halbem Weg zurück und wurde zu den Waldelben (Nandor) des Düsterwaldes. Ein kleiner Teil ihres Stammes, die Lindar, zogen mit den Vanyar und Noldor über das Meer ins Land Aman, wo es schließlich zu einer sprachlichen Aufsplittung in Vanyarin, Noldorin und Lindarin kam. Aus dem Noldorin entwickelte sich das Quenya, eine der beiden in Peschs Buch beschriebenen elbischen Hauptsprachen. Als die Noldor unter ihrem Anführer Feanor nach 3.500 Jahren im Westen wieder nach Mittelerde zurückkehrten, brachten sie neben einer Schrift das Quenya mit. Die in Mittelerde alteingesessenen Elben sprachen mittlerweile ein dazu sehr unterschiedliches Idiom, das Sindarin, die zweite von Pesch angeführte Hauptsprache. Soweit ein kurzer Aufriß der komplexen elbischen Sprachgeschichte.
Das Quenya wird von den Elben bei Zeremonien und in Kunst und Wissenschaft verwendet. Es klingt äußerst melodisch, wie Gesang. Die poetisch verbrämten Sätze bestehen aus Wörtern, die außer auf Vokale nur auf l,n,r,s,t enden, so daß der Sprecher jedes Wort mit leicht offenem Mund beenden muss, wie bei einem Lächeln. Das r wird gerollt, das w wie im Englischen als Zwielaut gesprochen. Pluralbildungen geschehen durch Anhängen eines i, wenn die Vokabel auf einen Konsonanten endet bzw. durch r bei Vokalendungen. Als Uniartikel fungiert "i", c ist immer als k zu artikulieren. Zehn Fälle stehen für die Deklination zur Verfügung. J.R.R. Tolkien lehnte viele Elemente des Quenya dem Altfinnischen an.
Das Sindarin dient als elbische Umgangssprache und wurde auch von Königshäusern und Adel der Menschen verwendet. Im Unterschied zum Quenya kommen im Sindarin der Lispellaut "th" vor bzw. so genannte Lenierungen, Abschwächungen hart gesprochener Buchstaben, wenn sie z.B. einem Artikel nachgestellt sind. Lenierungen sind typisch für viele keltische Sprachen wie etwa das Walisische, an welches das Sindarin stellenweise stark erinnert. Ein Beispiel zur Illustration: Aus "tawar" (= Wald) wird "i dawar" (= der Wald), aus "mellon" (= Freund) "i vellon" (= der Freund). Die Mehrzahlbildung nach a und e geschieht durch Addition eines i (Edhel = Elbe; Edhil = Elben), o und u werden durch ein y ersetzt (Orch = Ork, Yrch = Orks).
Auf den ersten Blick mag das Elbische noch verwirrend klingen, bei näherem Hinsehen verläuft die Grammatik jedoch nach sehr logischen Regeln. In der über Mittelerde hinaus erfolgreichen Filmtrilogie "Der Herr der Ringe" spricht Elbenprinzessin Arwen zu ihrem Geliebten Aragorn Liebesgeflüster in Sindarin;. auf der Leinwand in der Menschensprache untertitelt. Pesch lässt die Eigennnamen der Heldinnen und Helden des Ring-Zyklus in seinem "Elbisch" natürlich nicht unerklärt. Arwen heisst "noble/hohe Frau", Aragorn steht für "königlicher Mut" bzw. Galadriel bedeutet "baumbekränzte Maid".
Zugegeben, das Elbisch-Wörterbuch hat wenig Nutzwert im Berufsleben oder während der Reise; es sei denn, man unterhält auf unerklärliche Weise enge Beziehungen zur Anderswelt. Wie dem auch sei, für Freundinnen und Freunde der Ästhetik, des Phantastischen, bleiben Quenya und Sindarin eine Fundgrube; ein Freizeitvergnügens mit Kurzweil. 2004 scheint ohnehin das Jahr der Elben zu sein, wie elf Oscars bei elf Nominierungen für "The Lord of the Rings" beweisen.
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