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Kundenrezension

am 12. Juli 2010
Ich bin bei der Bewertung dieses Romans ein wenig in der Zwickmühle: Wie kann ich Wilkie Collins' Monddiamant mit vier Sternen bewerten (einen phantastischen 700-Seiten-Schmöker mit überaus komplexer Figurenausgestaltung und grandiosem Handlungsaufbau), und gleichzeitig diesen spannenden, aber simplen Jugend-Grusel-Roman ebenso mit vier Sternen bedenken?
Nun: Ich gab dem ersten der in Deutsch neu aufgelegten Anfangs-Romane Zafons, Der dunkle Wächter, drei Sterne - und dieser hier ist besser. Er ist allerdings nicht halb so gut wie Collins' oben genannter Roman.
Dennoch bleibt festzuhalten: Zafons Erstling (denn das ist "Der Fürst des Nebels"; und es wäre interessant zu wissen, warum der Verlag den ersten Roman als zweiten herausbringt...) ist wirklich ganz schön:
Schön gruselig, schön spannend und schön erzählt. Allerdings ist er noch vergleichsweise schlicht in Aufbau und Erzählkunst, und daher auch nicht wirklich mit Zafons Knüllern Der Schatten des Windes oder Das Spiel des Engels zu vergleichen. Wer also nach letzterem Entzungserscheinungen hat und hofft, mit diesem hier ein ähnlich grandioses Buch zu bekommen, wird enttäuscht werden.
Wer aber weiß, dass es sich um die Anfänge Zafons, um ein Jugendbuch handelt, der kann offen an die Sache herangehen und spannende, zufrieden stellende Schnellkost erwarten.

Die Geschichte dreht sich um den 13-jährigen Max Carver, der mit seinen zwei Schwestern, Mutter und Vater aus der großen Stadt vor dem zweiten Weltkrieg flieht - in ein kleines Fischerdörfchen an der englischen Küste. Was bei der Ankunft mit dem Zug noch wie eine perfekte Idylle am blauen Meer aussieht, wird schon beim Verlassen des Bahnhofs merkwürdig: Eine eigentümliche Katze schließt sich der Familie an - und die Bahnhofsuhr scheint rückwärts zu gehen!
Doch darauf geben die Carvers erst einmal nichts. Im Gegenteil: Als der Vater im Schuppen neben dem neuen Haus zwei Fahrräder und einen Filmprojektor findet, scheint einem herrlichen Sommer voller Sonne und Gemütlichkeit nichts mehr im Wege zu stehen. Doch als sich die Filme, die sich beim Projektor fanden, als überaus merkwürdige Privataufnahmen entpuppen, Max ein Carree voller grusliger Skulpturen entdeckt und wenig später seine kleine Schwester beinahe um Leben kommt, ist es schnell vorbei mit der Gemütlichkeit. Und schon bald müssen Max und seine große Schwester Alicia, die sich inzwischen mit dem Dorfjungen Roland angefreundet haben, den Kampf mit einem schier übermächtigen Gegner aufnehmen...

Klingt spannend, ist spannend - und macht größtenteils Spaß. Warum größtenteils? Erstens, weil sich auch hier wieder - wie schon bei "Der dunkle Wächter" Anschlussfehler und schiefe Bilder eingeschlichen haben, wenn auch nur vereinzelt und nicht gar so extrem. Und zweitens, weil mir Zafon mit dem Namen des Vaters unheimlich auf den Geist ging. Gerade zu Anfang wird jedes Mal, wenn der Vater etwas sagt oder tut, sein voller Name genannt: "Maximilian Carver". Nicht zur Abwechslung mal "Maximilian" oder "Max' Vater" oder weiß der Himmel, IMMER "Maximilian Carver". Teils zählte ich ACHT Wiederholungen des Namens auf nur zwei Seiten!!! Aber glücklicherweise hat der Autor dann irgendwann ein Einsehen gehabt - und es seinem Leser doch zugetraut, sich den Familiennamen gemerkt zu haben...

Aber wie dem auch sei: In kurzer Zeit hat man die 270 extrem dicken und mit großen Buchstaben bedruckten Seiten (was soll dieses Dicke-Schinden? Die schmalsten Bücher sind manchmal die größten, siehe Der große Gatsby), nach kurzer Zeit also hat man die Seiten durchgelesen. Dabei fühlt man sich vielleicht nicht reich beschenkt, aber gut unterhalten. Und das kann im heißen Sommer schon genügen.

Allerdings hoffe ich, dass der nächste neue Zafon für Erwachsene nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt, denn erst seit "Der Schatten des Windes" weiß der Autor mich so richtig zu packen...
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