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Kundenrezension

am 4. August 2010
Als Ärztin beschäftige ich mich auch berufswegen viel mit Ernährung und Sport und den entsprechenden Stoffwechselvorgängen und habe dazu bereits viel Literatur gelesen. Die SiS Methode hat mich bisher nicht tatsächlich überzeugen können.

Hier soll noch einmal die Trennkostmethode (möglichst striktes Trennen von Eiweiß und Kohlehydraten), die in ihrer Wirkung nie bestätigt wurde unter neuem Namen verkauft werden.
Um dies zu vertuschen wird hier vermengt mit neuen oder teils auch nur verlorenen richtigen Erkenntnissen wie:
- mehr Muskulatur = mehr Grundumsatz, ergo sollte mehr Krafttrainung erfolgen statt nur Ausdauersport (dies ist die einzige Möglichkeit "Schlank im Schlaf" zu werden also Kalorien im Schlaf zu verbrennen, da Muskulatur, um sich selbst zu erhalten ohne dass sie bewegt wird, mehr Kalorien verbraucht)
- und dem (wieder neuentdeckten) Prinzip der großen drei Hauptmahlzeiten ohne ständiges Naschen, um dem Körper eine Insulinpause zu geben und Heißhunger zu vermeiden
- sowie der einleuchtenden Theorie, dass genügend Schlaf (= weniger Stress = weniger Cortisol) zu geringerer Hemmung des Fettabbaus führt. Hat der Mensch keinen Stress bzw. nur guten Stress ("Eustress") dann kommt er gar nicht auf die Idee Reserven für schlechte Zeiten anzulegen und der Mensch kann sein Essen genießen und wird schneller und dauerhafter satt, braucht keine Ersatzbefriedigung. Selbst die Auswahl der Speisen erfolgt eher nach dem, was der Körper gerade benötigt, da der Mensch die Muße und Ruhe hat, sich sein Essen auszuwählen und zuzubereiten.

Hier wird nun versucht das Ganze mit dem Berufsalltag in Einklang zu bringen und es werden Vorschläge gemacht, was man sich zum Frühstück oder (Kantinen-)Mittagessen aussuchen sollte, um der Trennkostidee noch zu entsprechen. Dabei sind Fertignahrungsmittel einbezogen und auch Fast Food und Kantinenessen. Soweit zwar praktisch, jedoch weit entfernt von einer ausgewogenen Mischkost und der Nährstoffmangel ist damit vorprogrammiert. Die Rezepte für den Abend sind dafür recht brauchbar und lecker. Aber ich wollte mir ja eigentlich kein Kochbuch zulegen.

Insgesamt ist die ganze SiS Theorie auf ganz grundätzlich falschen Annahmen beruhend.
Dass das Trennen von Kohlehydraten und Eiweiß Übergewicht reduziert bei gleicher Kalorienzahl würde ich gerne wissenschaftlich bewiesen sehen.
In der Praxis ist eine solche Trennung auch nicht so einfach, zumal alle Lebensmittel ein Mix aus Kohlehydraten und Eiweiß darstellen und somit manchesmal nicht einfach einzuordnen sind. Der Einfachheit halber oder um Mißverständnissen vorzubeugen haben die Autoren z.B. Milch komplett aus ihrem Programm gestrichen. Diese enthält Eiweiß, aber eigentlich sogar mehr Kohlehydrate. (Dass aber Müsli mit Fruchtsaft nicht jedermanns Sache ist wie hier in den Rezeptvorschlägen zu finden, wurde einfach übergangen.)
Die Behauptung, dass der Mensch Eiweiß von Kohlehydraten trennen sollte, da er als Steinzeitmensch diese Mischung angeblich auch nie zu sich genommen hätte, ist trotz ständiger Wiederholung einfach falsch und absurd. Der Mensch ist ein Allesesser und kann sehr wohl beides zugleich verdauen ohne Probleme. Auch der Urzeitmensch hatte viele Quellen, um sich mit Kohlehydraten zu versorgen, nicht erst seit dem Ackerbau.
Dass in unserer täglichen Kost Eiweiß eher Mangelware ist und zuviele schnelle Kohlehydrate gegessen werden, ist sicher richtig, sollte aber auch nicht dazu führen, die hier im Ratgeber empfohlenen Eiweißshakes aus fraglichen Eiweißhydrolysaten (meist Tierabfälle, widerlich) für teures Geld bei den im Buch angebenen Adressen (natürlich verlagseigene bzw. autoreneigene Vertriebe) zu kaufen. Dass dies hier im Buch so steht ist schlicht unseriös.

(Empfehlung von mir ohne, dass ich eigene Interessen damit verfolge: Sollte eine zusätzliche Eiweißeinnahme bei Krankheit, Rekonvaleszenz oder massivem Muskeltraining erforderlich sein empfehle ich "Glidine" aus der Apotheke für wenig Geld, rein pflanzlich aus Soja und Weizen, ohne (!) Konservierungsstoffe, Geschmacksstoffe, Farbstoffe, unkontrollierbaren Mengen an künstlich zugefügten Vitaminen.)

Einige explizite Kritikpunkte möchte ich exemplarisch anbringen
1) Die Punkteeinteilung der Kohlehydrate erscheint doch sehr willkürlich. Es ist nicht ersichtlich auf welche Portionen sich diese Punkte genau beziehen. Punkte für Eiweiß fehlen gänzlich.
2) Es wird hier lediglich eine Einteilung für Menschen mit einem BMI <30 und einem >30 und nach Geschlecht vorgenommen. Die Mengen, die ich essen müsste laut den angegebenen Rezepten und Fotos/Tabellen, würden bei mir unweigerlich zu einer Gewichtszunahme führen, da sie definitiv meinen Tagesumsatz trotz Sport übersteigen! (64kg bei einer Größe von 167cm, BMI 23, gewünschte Gewichtsabnahme 4-8kg, da Z.n. Schwangerschaft, Gewicht vor SS trainierte 57kg, Tagesumsatz ca. 2500kcal). Dieser Ratgeber ist scheinbar für massiv Übergewichtige, die jedoch mit einer "normalen" Kost und etwas Bewegung immer rasch abnehmen werden.
3) Ob zum Mittagessen mehr oder weniger oder gar keine Kohlehydrate gegessen werden sollen, soll jeder selbst herausfinden. Im Buch heißt es: Es gäbe eben Menschen, die mit mehr Kohlehydraten besser abnehmen. Hä?? Entweder die Theorie mit dem Trennen stimmt oder sie stimmt nicht. Was denn jetzt? Die, die dann zum Mittag Kohlehydrate kombinieren, kommen also nicht in die Insulinfalle und haben nicht schneller wieder Hunger? Dann könnten diese doch auch abends eine Mischkost essen und sich das Bomben-Kohlehydratfrühstück auch sparen und da auch die Mischkost essen, Hauptsache kalorienreduziert und Bewegung ist dabei??!! (Hier widerspricht sich das Buch)
4) Aber alle (egal welcher Kohlehydratverwertungstyp) sollen morgens die Kohlehydrate en masse reinschaufeln. Und in diesem Buch sind die Rezepte und Beispiele fast ausschließlich schnelle Kohlehydrate mit einem hohen glykämischen Index ergo hoher Insulinantwort! Der Heißhunger nach 2-3h ist vorprogrammmiert!
5) Denjenigen, die nach dem bombastischen Frühstück mit überwiegend schnellen Kohlehydraten wieder zu schnell der Heißhunger lahm legt, da das viele Insulin den Zucker gleich in die Zellen (auch Fettzellen) geschafft hat, wird empfohlen dann doch Zwischenmahlzeiten zu naschen. Vielleicht sollten diese Personen auch schon morgens mit mehr Eiweiß starten? Also gleich mit einer Mischung, die länger satt macht?
6) Die Empfehlungen für schichtarbeitende Berufstätige sind bis auf eine unverständliche Grafik schlicht nicht vorhanden.

Das ganze Konzept würde mehr Sinn machen, wenn man die Kohlehydrate generell und vor allem die schnellen reduzieren würde. Aber dazu gibt es ja schon ein Buch "Glyx Diät" o.ä. und die Trennkostverfechter könnten Ihre Theorie einstampfen. (Was sie meines Erachtens auch machen sollten).
Eine Gewichtsreduktion ist definitiv nur machbar, wenn weniger Energie aufgenommen wird, als verbraucht.
Eine sinnvolle Ernährungs/Lebensumstellung sieht meines Erachtens so aus:
- mehr Bewegung bei jeder Gelegenheit (Treppe, zu Fuß zum Einkaufen, mit dem Hund nicht nur "um den Block", Fernbedienung wegschließen, lasst Euch was einfallen ) plus Ausdauereinheiten und Krafteinheiten ca. 2-3x pro Woche jeweils mindestens 1/2 Stunde (Bei einer Kalorienreduktion braucht der Körper den Anreiz die Muskulatur zu erhalten, deshalb ist Krafttraining so wichtig. Wenn dies nicht erfolgt, erhält er bei Kalorienreduktion nur das Notwendigste und baut alles andere ab, somit wird der Körper immer schwabbeliger trotz gelegentlicher Ausdauerbewegung wie Joggen und verliert kontinuierlich an Grundumsatz, verbrennt also weniger kalorien in Ruhe)
- moderate Kalorienreduktion, um den Stoffwechsel nicht auszubremsen. Je nach errechnetem Tagesumsatz einsparen von 300-500kcal. Keine 1000/1500kcal Diäten! Diese gaukeln dem Körper Notstand vor und er wird den Stoffwechsel reduzieren und auch Muskulatur abbauen (s.o.), so dass ihr bald nur noch ein Möhrchen und ne Gurke am Tag essen könnt und sobald etwas Anständiges gegessen wird bunkert der Körper gleich wieder, da er ja vorher Hunger gelitten hat
- ausreichenden, erholsamen Schlaf bei gutem Raumklima und der richtigen Bettwäsche (also wohltemperiert und atmungsaktiv, keine Mikrofaser = Polyester)
- ausreichende, energiespendende Sozialkontakte (bevorzugt zu Leuten, die einen Lebenstil pflegen, den ihr auch pflegen wollt. Also eher fernhalten von den Rauchern und Sportmuffeln und Naschkatzen, wenn das für Euch kein Ziel ist)
- grundsätzlich Aussparen der schnellen Kohlehydrate, aber auch kein absoluter Verzicht (natürlich darf man das STück Schokolade oder vielleicht auch zwei ? ;o)
- Verzicht auf künstliche Aromen und Süßstoffe (Süßstoffe lassen Insulin im Blut ansteigen und machen somit Hunger und sind im Verdacht Krebs zu erzeugen, in den USA ist Aspartam deswegen neulich verboten worden. Aromen wie auch Süßstoff gaukeln dem Körper vor, dass nun gewisse Nährstoffe kommen, die aber nicht im Lebensmittel enthalten sind: Erdbeeraroma etc. wie soll der Körper da dem Geschmack vertrauen. Der Geschmack ist für den Körper eigentlich DAS Instrument der natürlichen Vorselektion der Nahrung in "brauche ich jetzt" oder "mag ich grad nicht, weil ich es nicht brauche". Wenn ich den Körper also immer an der Nase herumführe, dann verkümmert das Wichtigste Instrument zu einer dem eigenen Körper gerechten Ernährung!! Und man befriedigt auch nicht den Appetit auf ein bestimmtes Lebensmittel, wenn man es dem Körper nicht zuführt, hat also etwas umsonst gegessen und fühlt sich trotzdem hungrig, unerfüllt)
- Einkaufslisten helfen ungemein nicht alles wahllos einzukaufen
- Nie hungrig einkaufen gehen (klar will ich dann den Schokoriegel, da der Körper JETZT Kohlehydrate will)
- Nie Durst mit Hunger verwechseln. Wir trinken im Allgemeinen zu wenig!
- Zum Durstlöschen mal eine Woche nur stilles Wasser trinken. Jeder wird merken, wie eklig süß und wie eklig falsch Limonaden, Säfte aus Konzentraten oder ähnliches schmecken und es sein lassen. Vor allem auch, weil es mal eben so nebenbei gleich 1000kcal einspart, wenn man diese Getränke wegläßt!
- ausreichend Vitamine und Spurenelemente (viel Frischkost, bei sehr einseitiger Kost auch mal Nahrungsergänzungsmittel, langes Lagern, auch im Supermarkt, und Einmachen tötet jedes Vitamin)
- spätes üppiges Essen vermeiden. Der Schlaf ist unruhiger, da der Körper während der Nacht verdaut und man hat morgens ein regelrechtes "Loch" im Bauch, also Heißhunger. Der Körper braucht die Essenspause während der Nacht
- zur Nacht auch Alkohol vermeiden, da er den Fettabbau hemmt anstatt zur Verdauung beizutragen, dass tut Alkohol nur kalorienmäßig und er ist leider auch appetitanregend (das gelegentliche Glas (nicht halbe Flasche!) Wein zum Ausgehdinner hat aber noch keinem geschadet)

Fazit: Keiner braucht dieses Buch "Schlank im Schlaf", ausser er ist auf der Suche nach einigen neuen kalorienreduzierten Rezepten für den Abend und dafür ist es einfach zu teuer.

P.S.: Hier sind einige Rezensionen abgedruckt. Was mir aufgefallen ist: Die schlechten Kritiken sind sehr ausführlich, die positiven machen den Eindruck als seien sie von den Autoren/dem Verlag initiierter Beifall, um das Buch gut dastehen zu lassen und den Verkauf anzukurbeln.
Alles im allem bin ich von den Ernährungsratgebern mit teils selbst erfundenen Ernährungstheorien ohne wissenschaftlichen Hintergrund sehr enttäuscht und kann sie nicht empfehlen.
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