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Kundenrezension

am 22. März 2014
Habe lange Zeit nach einer neuen NAS Ausschau gehalten; Wenn man Kollegen oder Fachforen befragt werden oft (oder fast immer) zwei Namen genannt: Synology und QNAP.

Ich wollte mich damit nicht zufrieden geben, denn es gibt immer auch andere gute Produkte, die nicht gleich ins Auge fallen. Außerdem brauche ich viel Platz und muss dementsprechend auch noch zwei (womöglich teurere Festplatten) kaufen.

EDIT: Bin jetzt doch bei QNAP gelandet (siehe unten): Es lohnt sich duchaus und ich musste erkennen, das die beiden Hersteller nicht umsonst Marktführer sind. Ich habe dazu gelernt.

Nach langer Recherche habe ich daher die NAS von Zyxel ins Auge gefasst, Hauptkriterien waren:
- günstiger Preis (sry, bei 250 Euro Leergehäuse bleibt bei mir kein Geld für eine anständige HDD)
- Pyload fähig (ohne viel Gefrickel)
- setzt HDD's in den Ruhezustand

Gerade dass letzte Feature beherrschen doch einige auf dem Markt befindliche Geräte tatsächlich nicht, was ich erstaunlich finde, denn sogar mein Raspi mit Xbian kann dies.

Lieferumfang:
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- Ein Netzwerkkabel, Stromstecker mit Trafo, USA Stecker, Schrauben für die Festplatten und den Lüfter.

Optik:
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Schlicht, schwarz und die LED's nicht zu hell = So mag ich das !
Das Obermaterial ist einfaches Plastik, allerdings solide gefertigt...kein Handschmeichler aber Rack-tauglich und hält auch einen Rempler aus.
Die Innereien bestehen z.T. aus Blech.

HDD-Käfige:
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Auch aus Plastik, aber nicht schlimm. Bei meinem Antec One hat das gute schallschluckende Eigenschaften ergeben, auch hier kann ich das bestätigen.
Die HDD-Schlitten sind desweiteren mit Gummipuffern ausgestattet = Sehr cool ! So macht man das !

Bedienelemente Frontseite:
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Radiowecker-Niveau aber mit klarem Druckpunkt. Die Front LED's sind nicht zu hell und blinken niemals nervös rum.

Lüfter / Lautstärke:
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Jaja, es gibt hier tatsächlich Rezensionen die kein einziges Wort über das Gerät selbst verlieren sondern nur über Sinn / Unsinn des verbauten Lüfters und dessen Lautstärke philosophieren.

UPDATE: Mein Lüfter ist auch deutlich lauter geworden, wahrscheinlich habe ich ein älteres Gerät bekommen. Habe den Werks-Lüfter gegen den NOISEBLOCKER BlackSilentFan XC1 getauscht. Jetzt höre ich die NAS aus meinem IKEA Expedit (unterstes Fach) nicht mehr heraus.

Den Unmut vieler Kunden kann ich verstehen, der alte Lüfter ist eine absolute Fehlkonstruktion mit einem billigen Lager. Das Lager ist gar nicht mal das Problem, es sind die andauernd wechselnden Drehzahlen die ein rhythmmisches Surren verursachen.
Wie der neue Lüfter der REV.2 ist, kann ich daher leider nicht sagen. Ein Lüftertausch ist allerdings schnell und einfach erledigt, es muss nur geschraubt und gesteckt werden. Als jemand, der oft Desktop-Rechner zusammenbaut, bin ich sowieso den Billig-Lüftern in Fertiggehäusen skeptisch gegenüber und kaufe in der Regel immer neue Marken-Lüfter dazu.

Software:
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Das Betriebssystem ist ein Linux-System und daher schon mal ziemlich robust.

Die Browser-Oberfläche ist anders: Hier wird einem kein Desktop vorgegaukelt (wie bei Syn oder QNAP), sondern es gibt große rotierbare Symbole.

Ansonsten ist die Config und der Dateimanager sehr spartanisch und sachlich mit Zeilen und Spalten. Es gibt aber alle wichtigen Funktionen wie:
- Löschen, Entpacken, Packen, Verschieben, Kopieren, Umbennen

Man kann auch "drag and drop" mäßig Ordner oder Dateien auf der Oberfläche verschieben. Leider wird einem kein Status Balken angezeigt und es lässt sich immer nur "pro Seite" kopieren. Geht man zur nächsten Seite und kopiert, wird der alte Kopiervorgang abgebrochen => Sehr undurchsichtig gemacht.

Rechte-Management:
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Man kann Gruppen und Benutzer anlegen, die dann auf die Shares zugreifen. PROBLEM: Wenn man einmal den Twonky Mediaserver angeworfen hat, sehen selbst Besucher, die keine Schreibrechte haben, was für Filme, Musik sich auf der NAS befinden, und zwar alles !

Gerade wenn man nur mal Bilder vom letzten Geburtstag dritten Personen (Bekannte von Bekannten) zur Verfügung stellen möchte, bietet mir das persönlich zu tiefe Einblicke in meine Datenbank.

LÖSUNG: Es gibt ein Paket namens "Gallery3", dass ist eine MySQL Datenbank mit einer GUI, die über den Browser angesteuert wird. Hier kann man nach Herzenslust Bilder und Videos hochschaufeln, auch wieder Rechte vergeben und muss keine Angst haben, dass alles andere auch einsehbar ist. Es wird eine komplett neue und getrennte Datenbank angelegt.
Das ganze soziale Zeug wie Tags, Kommentare und Co. lässt sich bequem deaktivieren. Damit die liebe Bekanntschaft das ganze Album gleich herunterladen kann, empfehle ich das Paket "downloadalbum" nachzuinstallieren. Damit wird das Album automatisch gepackt und kann dann heruntergeladen werden => Sehr praktisch !

EDIT: Leider bekomme ich hier ständig HTTPS Errors (#2038)

Alternative 2: WordPress mit NextGen => Auch hier schlägt ein Upload fehl !

Hardware:
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Prozessor ist ein Single Core ARM mit 1,6 GHz (Gleitkomma-fähig) und 512MB DDR3 Ram. Das klingt wenig, allerdings braucht ein angepasstes Linux viel weniger Ressourcen als z.B. ein Windows.
Ich habe bis auf kleine Wartezeiten beim Fernzugriff bisher alles zügig erledigen können. Der Prozessor macht selbst beim Entpacken mit Pyload nicht schlapp und erledigt das so gut es geht.
Auch mehrere HD Streams im LAN sind überhaupt kein Problem!

Die beiden WD RED 3TB Festplatten wurden sofort erkannt, bespielt und werden nach 2 Stunden idle des Gerätes in den Ruhezustand versetzt und laufen nicht durchgängig.

Pakete:
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Puh, gibt ne Menge.
Vorweg: Man kann sich durch eine Modifikation namens FFP (fonz fun_plug) Root Rechte und weitere Pakete holen = braucht man allerdings nicht zwingend !

Ich habe im Paketmanager des fabrikneuen Gerätes alles gefunden, was ich brauche:
- Pyload und SMART

Pyload wurde sauber integriert, mein Account eingebunden und dann per Smartphone (Lumia) den Downloadvorgang problemlos überwacht
SMART funktioniert auch sauber und zeigt an, wie gut es der HDD geht (u.a. auf Temp).

FFP ist kompliziert und selbst Linux Kenner werden das eine oder andere graue Haar bekommen. Die Tutorials im Netz sind z.T. stark widersprüchlich und für die alte 0.5er Version geschrieben worden => Ich habe es z.B. bis heute nicht geschafft, lighttpd zu implementieren.

SSH:
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Geht nur via FFP Stick, dann aber tadellos! SSH ist via WinSCP die bessere Methode um Dateien auf die NAS zu schieben oder einen Fernzugriff durchzuführen. Der FTP Server bleibt bei mir aus (zu unsicher).
Andere können das durch einen Knopfdruck im Menü, warum unbedingt den Umweg über FFP ? Keine Ahnung.

Streaming:
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Ja, kann der Zyxel und zwar über den Twonky Media Server und DLNA. Das tolle ist: Er stream auch DTS Tonspuren. So kann ich an meinem LG LM 620S problemlos meine HD Filme gucken = Da hatte ich ehrlich gesagt die größten Zweifel, ob beide Geräte sich verstehen und der Zyxel das mitmacht.

Unter Windows Phone 8 benutze ich den "Smart Player", dieser streamt z.B. von der NAS zum Raspberry Pi (der an der Anlage hängt) oder von der NAS zum TV.
Der TV selbst erkennt die NAS auch und kann die freigegebenden Ordner durchsuchen.

Leider kann ich mit dem TV nur stückweise vorspulen und nicht in Zeitraffer (2x,4x etc). Dies liegt aber an dem TV und nicht an der NAS (mit Plex dasselbe Problem).
Ein weiteres reines TV Problem: Es lassen sich keine Tonspuren auswählen. Mit dem XBIAN auf dem Raspberry geht das wunderbar. Aber auch hier kann ich LG Besitzer nur warnen: Eure TV's werden vermutlich nicht in der Lage sein, die Spur zu wechseln!

OnlineStreaming kann auch sowohl mit Bilder (Diashow), Filmen und Musik durchführen. Dann werden die Dateien im Browser abgespielt. Einen rudimentären Player mit Stop / Start etc bringt die Oberfläche gleich auch mit = gut gemacht, ich brauch's eher selten.

USB Anschlüsse:
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Vorne USB 3.0 (sehr gut) = Wird in der Preisklasse gerne weggelassen. Syn lässt sich dies Feature happige 50-60 Euro Aufpreis kosten z.B.
Hinten gibt zwei Mal USB 2.0.

Besonders nettes Features: Der Knopf an der Frontseite kann frei konfiguriert werden. Kopieren von Stick => NAS oder von NAS => Stick.
Überrascht war ich, dass der Knopf auch auf "langes Drücken" reagiert und auch dies mit einer Funktion belegt werden kann, wie z.B. Stick <=> NAS syncen.

Handy App:
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Es gibt von Zyxel eine offizielle Handyapp für iOS und Android. Für's Windows Phone nicht.

ABER: Dies ist überhaupt nicht schlimm!

Synology und QNAP's werden oft empfohlen, weil es ja die offizielle super duper iOS Applikation gibt und man dann alles "aus einer Hand hat". Ein Argument dass bei mir auch erst gezündet hat.
Allerdings ist das Augenwischerei, denn eine NAS unterstützt in erster Linie Standarts und Protokolle wie DLNA und / oder FTP und dann ist es vollkommen egal, ob die App nun direkt vom Hersteller kommt oder von einem engagierten eigenständigen Entwickler.
Ich bin z.B. mit dem SmartPlayer vollkommen zufrieden, von mir aus braucht Zyxel keine WP App herausbringen (meine Meinung).

Community:
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Es gibt eine große deutschsprachige Community, die mit Rat und Tat hilft und auch z.T. fleissig neue Pakete bastelt, um die NAS mit Funktionen zu erweitern.
Schön ist auch, dass Zyxel die Community voll eingebunden hat, sich Problemen annimmt und Pakete in die offizielle Paket-Liste aufnimmt (so z.B. den Pyload).

EDIT: Zumindest das offizielle Zyxel Forum kann ich nicht mehr uneingeschränkt empfehlen. Antworten werden nur selten beantwortet, auch einfache Fragen zu FFP oder den veralteten Modulen. Fragen zu Lüfterchargen sind den Leuten dort wichtiger...

NEGATIV:
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- Bilder im RAW Format können im browser nicht angeguckt werden, sie müssen im jpg Format vorliegen. Schade, das können andere besser! (kann die Gallery auch nicht, zwar hochladen, wandelt dann aber in JPEG um...schade)

- Einen WLAN Stick unterstützt die NAS m.M.n im Moment nicht. Zumindest Synology führt eine Kompatibilitätsliste für solche Vorhaben.

- Gelegentliche "http-Errors" bei Bilder-Uploads der Gallery3 / Wordpress. Keine Ahnung ob's am browser lag. Unter der Zyxel Weboberfläche bisher null Probleme.

- Trennung von privaten und öffentlichen Dateien ab Werk unmöglich und nur über third-party apps (Gallery3) möglich. Da die NAS aber schwere Probleme mit HTTPS hat, kann man diese Workarounds vergessen. Eine richtige Photo Station wie bei QNAP oder Syn wäre angebracht ! => Daher für meine Zwecke leider unbrauchbar

- Dateibrowser sehr abgespeckt und Kopiervorgänge nicht sehr komfortabel (es gehen immer nur maximal alle Dateien pro angezeigter Seite, sonst Abbruch). Tipp der Zyxel Community => "Nimm den Midnight Commander" => Ich arbeite beruflich oft mit der Console, aber privat den Augenkrebs? Viel Spaß!

- Kopiervorgang im Web Frontend hat keinen Statusbalken oder sonstiges, also warten und Tee trinken

- Frontend der NAS lässt sich mit dem Internet Explorer 11 und dem Apple Safari nicht aufrufen.

- Lüfter immernoch laut (investiert 10 Euro mehr in den Coolink)

- Dateien lassen sich manchmal nicht auf ext. Datenträger via GUI verschieben / kopieren => Gerade beim Umzug auf die neue NAS ärgerlich, denn so musste ich den Umweg per WiFi über einen Rechner machen!

FAZIT:
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Leider sollte es nicht sein. Nach der ersten euphorischen Woche kam der Dämpfer => Bilder uploads und vorallem das Bereitstellen und Sammeln solcher ist einfach nicht möglich OHNE dass die Leute auf die Zyxel GUI geschickt werden und dort alle meine MKV's sehen können; Privatsphäre sieht anders aus !

Ich war erst echt begeistert, aber je mehr ich mich mit dem FFP und den installieren Paketen beschäftigt habe, desto mehr ist mir aufgefallen, wie veraltet die Module z.T. sind (OwnCloud, Gallery3). Die Probleme mit dem SSL habe ich nicht in den Griff bekommen können, bei meiner neuen QNAP TS212P funktioniert dies perfekt. Auch hat diese eine richtig vollständige Photo Station!

Als dann Photos der Familie verteilt und Bilder einer Hochzeit gesammelt werden sollte, kam das Aus für die NAS, denn ein Upload konnte nicht zuverlässig garantiert werden.

Wer wirklich nur selber als Profi auf die NAS zugreift, NUR die Familie darauf zugreifen lässt und ALLE Medien sharen möchte, ist mit der Zyxel weiterhin sehr gut bedient. Soll es aber ein bischen mehr sein und man auch Dritte ins Boot holen, gehen einem relativ schnell die Optionen aus. Filesharer, die eine reine Download-Maschine suchen um mit Pyload 24/7 diverse sharehoster anzuzapfen, werden ebenfalls glücklich => Günstiger kommt man an diese Hardware + Gehäuse nicht mehr heran.

Leider ist auch die ganze Bedienung nicht so wirklich komfortabel. Ich selber habe das auch erst auf die leichte Schulter genommen, aber wenn jemand aus der Familie Probleme mit der GUI hat, bringt mir auch eine NAS nix und ich muss umständlich per Ferndiagnose mitmachen => Das kostet Zeit und Nerven.

Mein neuer P/L Sieger: Wer eine NAS sucht mit der gleichen soliden Hardware => Schaut euch die QNAP 212P an, die 30 - 50 Euro mehr gebt ihr für's Betriebssystem aus, aber es lohnt sich ! Diese hat sogar 2mal USB 3.
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