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Kundenrezension

am 2. Mai 2008
Lady Dedlock hat ein düsteres Geheimnis. Der eiskalte Anwalt Tulkinghorn will herausfinden, was die Lady zu verbergen hat und stößt immer tiefer in ihre Vergangenheit vor. Währenddessen spielt sich der Jarndyce-Prozess ab, ein Erbstreit, der schon viele Jahre lang andauert und dessen Gewinner es zu unvorstellbarem Reichtum bringen kann - falls dieser Prozess jemals zu einem Ende kommt...
Das sind nur zwei der Handlungsebenen, auf denen sich "Bleak House" abspielt, denn der Film folgt nicht nur diesen beiden Geschichten, sondern verbindet sie mit den verschiedensten Einzelschicksalen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten. Anfangs erscheint diese Menge an Charakteren und ihren Geschichten etwas verwirrend, doch im Laufe der immerhin weit über 400 Minuten entwickelt sich eine spannende Geschichte, fügt sich ein Puzzlestück zum nächsten und präsentiert sich so eine faszinierende Sozialstudie der englischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Nicht alle Handlungsstränge vermögen es, den Zuschauer vollends zu packen und dennoch bleibt man gefesselt vor dem Fernseher sitzen, um zu sehen, wie es weitergeht. Für eine Film-Adaption hätte man sicherlich viele dieser kleineren Geschichten rausgekürzt, das Format der Serie jedoch bietet sich geradezu an, alles von allen Aspekten her zu beleuchten. Dennoch: an manchen Stellen hätte ich mir schon ein paar Kürzungen gewünscht, um andere, wichtigere Handlungsstränge evtl. etwas mehr auszubauen. Vor allem die Geschichte um Rick und Ada wirkt nach einem starken Anfang doch ein wenig verloren und geht ein wenig unter bei all den Nebenhandlungen, was schon ein wenig schade ist.
Dennoch: "Bleak House" ist ein großartiges Stück Fernsehgeschichte und mal wieder ein Beweis dafür, daß die Briten es wie kaum jemand anders verstehen, literarische Vorlagen fürs Fernsehen zu adaptieren. (Angesichts dessen sollten sich einige Verantwortliche im deutschen Fernsehen ruhig mal ein Vorbild an der BBC nehmen und nicht die x-te Pilcher-Schmonzette verfilmen, von wegen Bildungsauftrag und so...) Allein die Besetzungsliste liest sich wie ein "Who is who" englischer Bühnen- und Leinwandgrößen und das selbst in den kleinsten Nebenrollen! Hervorzuheben sind eindeutig Gillian Anderson als unterkühlte Lady Dedlock und Charles Dance als knallharter Anwalt Tulkinghorn, die beide zum Niederknien spielen, vor allem Charles Dance lässt einen eiskalte Schauer den Rücken runter laufen. In den Nebenrollen sind sicherlich Burn Groman als Guppy und Philip Davis als Smallweed ("Shake me up, Judy!") zu erwähnen, die beide grandiose Typen darstellen, aber diese Liste ließe sich durch die ganze Besetzung fortführen, "Bleak House" ist ein grandioser Ensemble-Film, in dem ein Rädchen ins andere greift und der gerade von dieser Dynamik lebt.
Romantiker mögen vielleicht bemängeln, daß die Liebe in diesem Drama ein wenig allzu kurz kommt, aber "Bleak House" ist auch keine Liebesgeschichte, wie man sie sonst von der BBC (in der Regel mit einem "&" im Titel) kennt, sondern ein Thriller, der eher in Richtung "The way we live now" angesiedelt ist, was alles noch durch entsprechende Schnitte und Kameraführung verdeutlicht wird. Es sind gerade diese Schnitte, die fürs 19.Jahrhundert irgendwie anachronistisch wirken, die Dickens' Romanvorlage so passend ins 21.Jahrhundert einführen, daß es auch für heutige Zuschauer, die vielleicht keine oder nur wenig Ahnung von den damaligen Verhältnissen haben, verständlich und interessant ist und bleibt.
Wer also mal Lust auf einen historischen Thriller hat, der sollte sich "Bleak House" nicht entgehen lassen. Wer des weiteren Lust auf ein ganz spannendes Stück Weltliteratur mit durch die Bank weg großartigen Schauspielern hat, der sollte erst recht zugreifen. Und für all die Fans der BBC period drama ist diese DVD eh Pflicht!
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