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Customer Review

on February 28, 2004
Nachdem ich "Middelsex" mit großer Begeisterung gelesen habe, habe ich mir die "Virgin Suicides" gekauft.
Zunächst: es ist ganz anders als "Middelsex", es ist überhaupt nicht komisch, skurril oder bunt, es ist ein düsteres, tragisches Pubertätsdrama mit einer sehr dichten, beklemmenden Atmosphäre. Als erstes wird von einer Fliegenplage berichtet, die die Gegend jeden Frühsommer heimsucht, dann wird von einer Krankheit, die die Ulmen, die Alleebäume der Straße, befällt, erzählt. Dieser Krankheit fallen nach und nach alle Bäume zum Opfer, auch die, die noch nicht krank sind, aber in denen die Krankheit schon schlummern könnte, sie werden von einer städtischen Behörde gefällt. Ein See in der Nähe ist bedeckt von schleimigen Algen- so weit zu den Bildern in der Natur, die das Geschehen unter anderem illustrieren.
Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt: die Lisbon Familie hat fünf Töchter, die an der ganz kurzen Leine gehalten werden, sie dürfen keine Rockmusik hören, nicht ausgehen, nur formlose Kleider tragen etc. Zuerst stürzt sich die Jüngste aus dem Fenster und wird von einem Zaun aufgespießt, nachdem sie sich kurze Zeit vorher die Pulsadern aufgeschnitten hat, aber gerettet wurde. Danach dürfen die Mädchen nur einmal ausgehen, was aber eine Ausnahme bleibt, weil eine der Töchter viel zu spät nach Hause kommt. Die Mädchen gehen schließlich nicht mehr in die Schule, die Mutter geht nicht mehr aus dem Haus, das Haus verkommmt, verfällt immer mehr, fängt an zu riechen, schließlich geht auch der Vater, ein Lehrer, nicht mehr zur Arbeit. Die Lisbon Familie verlottert total, es geht unaufhaltsam bergab. Die Jungs der Nachbarschaft, von denen die Geschichte erzählt wird, versuchen, telefonisch Kontakt aufzunehmen, was in einer Nacht kulminiert, in der die Jungs die Mädchen retten und mit ihnen abhauen wollen, in der die vier Mädchen aber Selbstmord begehen.
Es wird nicht erklärt, warum die Mutter ihre Töchter so restriktiv behandelt, es wird nicht erklärt, warum die Töchter sich dagegen nicht auflehnen, es wird auch nicht erklärt, warum sie sich umbringen. Das Ganze wird getragen von einer sehr dichten, beklemmenden und bedrohlichen Atmosphäre, die wohl alles erklären soll, für mich aber zu wenig an Erklärung war.
Die pubertären Wirren, um die das Buch sich vornehmlich dreht, sind sehr gut beschrieben. Wie die Jungs die Mädchen anhimmeln, vor allem, weil sie so unerreichbar sind, und sie dann, als sie mit ihnen ausgehen, feststellen, daß sie gar nicht so hübsch und vor allem alle ganz verschieden sind, wie sie schließlich verzweifelt versuchen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und sich ganz in ihre Verliebtheit reinsteigern, jedes Zeichen der Mädchen ausführlichst interpretieren, das ist toll.
Alles in allem eine sehr lesenswerte, wenn auch nicht gerade aufmunternde oder erheiternde Lektüre, die allerdings nicht die Tiefe von "Middelsex" erreicht.
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