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Kundenrezension

am 20. April 2014
Beim ersten Schauen (hab's nicht im Kino gesehen) hat mich der Film noch wirklich mitgerissen. Geboten wird eine Materialschlacht auf zweifellos höchstem handwerklich-technischem Niveau. Die Schauspielerleistungen bewegen sich ebenfalls großteils auf hohem Niveau. Und nicht zuletzt würde ich Peter Jackson nie absprechen, dass er ein guter Regisseur ist: der Film "funktioniert" einfach - im Rahmen der gewählten Konzeption.
Heraus kommt dabei ein "Action-Epos" in faszinierenden Mittelerde-Fantasy-Schauplätzen - wahrlich an vielen Stellen ein Augenschmaus, für mich einer der wichtigsten Gründe, solche Filme zu sehen -, durchzogen von ausgeklügelt choreografierten Actionsequenzen.

Allerdings drängte sich mir hier, bei den furiosen Actionszenen, schon bei der ersten Begegnung mehrfach der Eindruck auf, dass die Inszenierung eine Nummer zu irrwitzig geraten ist. (Beispiel [SPOILER]: Fässer-Tanz eines altbekannten Elben[/SPOILER].) Zwar kann man zu recht darauf verweisen, dass es ähnlich Überzogenes bereits in der HDR-Verfilmung gab. Aber was beweist das? Gar nichts, denn DORT war es eben auch schon überzogen. Mit dem nicht unerheblichen Unterschied, dass der Action-Aberwitz im HDR praktisch immer eingebettet war in einen dramaturgisch sehr sorgfältig vorbereiteten, absoluten Handlungshöhepunkt. Dies trifft bei 'Smaugs Einöde' leider nicht im gleichen Maße zu.

Zur Klarstellung: Ich bin KEIN Tolkien-Purist, nicht einmal ein Tolkien-Fan. Das Hobbit-Buch habe ich vor einer Ewigkeit gelesen, ich kann mich an kaum etwas erinnern. Ich weiß nur noch, dass es mir damals eher besser gefallen hat als der HDR (Bücher), gerade weil es nicht so "episch" (langatmig..) und düster war. Es hatte Charme, was für den HDR sicher kein wirklich passendes Attribut wäre... Dessen Qualitäten liegen halt woanders.

Die Verteidiger der P.Jackson-Verfilmung argumentieren gerne, es sei nicht möglich bzw. nicht sinnvoll, die Handlung des Buchs 1:1 in Film zu übertragen. Das stimmt sicherlich, ist aber ein ziemlich oberflächliches Argument. Im Grunde ist es der klassische Debatten-Popanz, den man der Gegenseite unredlich unterschiebt: "Dein Standpunkt ist offensichtlich völlig absurd, also ist mein Standpunkt offensichtlich richtig(er)".
Dabei wird kein intelligenter Mensch fordern, Jackson hätte das Buch "1:1" umsetzen sollen. Zweifellos muss man so einen Stoff für den Film grundlegend anpassen. Darüberhinaus ist es auch nicht verboten, sich bei der Übertragung ins andere Medium alle möglichen Freiheiten zu nehmen, wenn man denn meint, damit irgendeine Verbesserung zu erreichen (was immer man darunter verstehen mag).

Anpassungen sind also nötig, Ergänzungen/Abwandlungen erlaubt. Aber selbstverständlich ist damit allenfalls SEHR grob umrissen, WIE solche Maßnahmen IM DETAIL aussehen können. Es gibt dabei immer noch eine Riesenbandbreite möglicher konkreter Umsetzungen.
Und so kann man, denke ich, P.Jackson vor allem den Vorwurf nicht ersparen, den "Wesenskern" der Buchvorlage weitgehend verfehlt zu haben. Dinge werden weggelassen oder (übermäßig) verkürzt, die diesen "Kern" hätten vermitteln können, dafür wird anderes hinzuerfunden, das die Filme von Tolkiens Schöpfung entfremdet. (Und das 'Hobbit'-Buch ist keineswegs "schlecht" oder substanzlos, wie manche meinen.)

Die Frage, warum Jackson die Filme SO und nicht anders konzipiert hat, finde ich durchaus interessant. Aus "Geldgier"? Aus kindlicher Freude am knalligen Spektakel? Hat womöglich eine gewisse Betriebsblindheit die Verantwortlichen nicht immer klar erkennen lassen, wo ein "zu viel" an hochtouriger/überdrehter Action drohte und dass manches vermeintlich "Langweilige" auch dem ungeduldigen Teil des Publikums sehr wohl hätte "zugemutet" werden können? Oder dass gewisse "Ergänzungen" eben doch nicht nötig sind, um den Film hinreichend massentauglich zu machen?

All das hat vermutlich eine Rolle gespielt. Entscheidend für die grundsätzliche Ausrichtung - auf "episches" Blockbuster-Kino - dürfte aber schlicht der ökonomische Zwang sein. Solche gigantomanischen Filmprojekte MÜSSEN zwangweise daraufhin kalkuliert werden, möglichst hohe Einnahmen zu generieren. Einen Flop gilt es um jeden Preis zu vermeiden. Also meint man, sich beim jugendlichen Massenpublikum anbiedern zu müssen - dem man (zu recht?!) eine kurze Aufmerksamkeitsspanne unterstellt und die Neigung, sich zu langweilen, wenn nicht alle paar Minuten etwas supertoll Aufregendes passiert.
Meines Erachtens gilt hier allerdings wieder: Wenn es auch ökonomische Zwänge gibt, ein derartiges Projekt auf das GANZ große Massenpublikum zuzuschneiden, bedeutet das noch lange nicht, dass es nur eine einzige Version solchen Zuschnitts geben kann. Vielmehr existiert mit Sicherheit immer noch eine beträchtliche Bandbreite möglicher Realisierungen, deren kommerzieller Erfolg allemal "ausreichend" üppig ausfallen würde.

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Zum Schluss nochmal zurück zu meiner persönlichen, natürlich auch subjektiven Sicht auf 'Smaugs Einöde':
Mir ist der Film letztlich ein wenig(!) zu lärmig, einige(! - nicht alle) Actioneinlagen empfinde ich als absurd überzogen, und bestimmte erfundene Charaktere sowie daran geknüpfte Handlungsfäden (erfunden jedenfalls im Kontext des 'Hobbits') halte ich tatsächlich für überflüssig, wenn nicht sogar störend. Nicht jeder Film braucht eine Romanze, schon gar nicht braucht dies eine auf Tolkien basierende Fantasy-Geschichte. Den fraglichen Erzählstrang finde ich weder völlig miss- noch richtig gelungen. Er ist "ganz ok" - nur irgendwie unpassend unter den Umständen und im Tolkien-Setting; und wenn man denn drüber nachdenkt, bemerkt man auch sofort das dahinterstehende Kalkül. (Ja, der Verweis auf pubertierende Fanboys/-girls scheint mir da nicht abwegig...) Ähnlich unnötig finde ich diejenigen hinzugedichteten Figuren/Handlungsstränge, die unverkennbar dem Zweck dienen, das Publikum in ziemlich regelmäßigen Abständen mit geballter Action zu überwältigen (Stichwort: Orks). Dabei droht Abstumpfung, und vielleicht ist die Tendenz, bei der Inszenierung dieser Abschnitte ins cartoonesk Überdrehte abzudriften, auch als Versuch zu sehen, der Abstumpfung entgegenzuwirken.
Was andererseits zu kurz kommt, das sind ruhigere Passagen, in denen man mehr über das Leben/die Persönlichkeit der Hauptpersonen erfährt, die Länge wesentlicher Reiseetappen nachvollziehbar vorgeführt bekommt (Beispiel: Düsterwald) oder wo Spannung zur Abwechslung mal subtil - ohne Krachbumm - und über längere Zeit aufgebaut wird (Beispiel: ebenfalls Düsterwald).
Auch die Vorbereitung von HDR-Ereignissen fällt für meinen Geschmack zu explizit und umfangreich aus - weniger wäre "mehr" gewesen. Der 'Hobbit' darf nicht nur, er SOLLTE weniger "episch" sein als der HDR und nur sparsame Andeutungen des zukünftigen Weltuntergangsszenarios enthalten.

Nichtsdestotrotz finde ich den Film kurzweilig und wegen seiner fantastischen, technisch-handwerklich brillant in Szene gesetzten Schauplätze sehr sehenswert. Drehbuch und Inszenierung sind zwar nicht meisterlich, aber mindestens konventionell-solide - wie gesagt "funktioniert" der Film als vordergründiges Kinospektakel gut. Vielleicht verdient bei einem so außergewöhnlichen Stoff sogar eine "nur solide", scheinbar "mittelmäßige" Regie große Anerkennung... - hätte nicht bei vielen anderen, auch renommierten Regisseuren die Gefahr bestanden, dass sie so ein spezielles und megaaufwendiges Projekt eindeutig in den Sand setzen?

In 3D kommen natürlich die beeindruckenden Schauwerte am besten zur Geltung: Der Szenenaufbau fördert häufig einen sehr überzeugenden Tiefeneffekt, der allgemeine Raumtiefeneindruck gehört zum Besten, das ich bislang kennengelernt habe (bei Filmen; Computerspiele sind hier generell überzeugender).
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