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Kundenrezension

am 8. April 2013
"Verblendung" ist der erste Teil der zwischen 2005 und 2007 posthum (Autor Stieg Larsson starb 2004) veröffentlichten "Millenium-Trilogie". Insbesondere durch zwei Verfilmungen (2009/Skandinavien, 2011/Hollywood) nahm der Hype um die schwedische Romanreihe geradezu gigantische Ausmaße an, dementsprechend viele Rezensionen sind bereits erschienen.

Hier nun also meine Sicht der Dinge: Unabhängig vom Bestseller-Status ist "Verblendung" ein über weite Strecken spannendes, angenehm zu lesendes Werk. Um das zu entdecken gilt es allerdings, zunächst die ersten 100 bis 150 Seiten zu überstehen. Die Einführung in die Geschichte und die Vorstellung der Hauptpersonen nimmt viel Platz in Anspruch. Grundsätzlich lobenswert, allerdings liest sich das stellenweise doch sehr langatmig und holprig. Das hat auch damit zu tun, dass die Charaktere nicht so ausgefeilt sind, wie man es sich als Leser wünscht - fast alle Personen wirken wie Abziehbilder verschiedener Klischees. Die Handlung spielt in einer sehr großen und weit verzweigten Familie; entsprechend wurden alle Figuren, die man so ähnlich aus Familienromanen und/oder Seifenopern kennt, eingebaut. Auch die beiden Ermittler, also die eigentlichen Hauptpersonen der "Millenium-Trilogie", sind nicht so tiefgründig, wie gelegentlich suggeriert wird. Beide wirken stark überzeichnet. Während man das bei der wesentlich interessanteren Figur "Lisbeth Salander" noch tolerieren kann, tut die Prinzipientreue des Journalisten "Mikael Blomkvist" beinahe weh. Daran ändert sich leider bis zum Schluss nichts - Charakterentwicklung gibt es in "Verblendung" keine.

Unabhängig von den suboptimalen Figuren ist die eigentliche Handlung sehr spannend umgesetzt, sobald sie nach der Einführung an Fahrt aufnimmt. Das Buch startet als eine Geschichte über Wirtschaftskriminalität, ein Handlungsfaden, der aber relativ bald in den Hintergrund tritt und erst am Ende wieder aufgenommen wird. Den größten Teil des Romans nimmt die dazwischen liegende Detektivarbeit in einem Jahrzehnte zurückliegenden, mutmaßlichen Mordfall ein. Hier ist es so, dass die Ermittlungsarbeit und die teilweise unorthodoxen Methoden sehr detailliert und lebendig beschrieben werden. Einige Schlussfolgerungen der Helden erscheinen zwar relativ unglaubwürdig, aber auch daraus bezieht das Buch seine Spannung. Enttäuschend ist hingegen das Finale, das nach der so schön formulierten und beschriebenen Detektivarbeit ein wenig lieblos und überhastet wirkt. Dennoch - die Handlung ist im grünen Bereich. Vorwerfen muss sich der Autor lediglich lassen, dass es praktisch keine unerwarteten Wendungen gibt. Das ist schade, die Story hätte sicher einiges mehr an Überraschungen hergegeben.

Fazit: "Verblendung" ist ein gutes, spannendes Buch - nicht mehr und nicht weniger. Über die genannten Unzulänglichkeiten kann man hinwegsehen, wenn man kein allzu strenger Leser ist. Die überschwänglichsten Bewertungen sollte man allerdings ignorieren - auch wenn das Buch keineswegs schlecht ist, der beste Thriller aller Zeiten ist es mit Sicherheit nicht. Daher müssen 4 Sterne ausreichen.

Hier noch meine Bewertung der einzelnen "Millenium"-Romane:

- Verblendung: ****
- Verdammnis: ***
- Vergebung: ****

"Millenium" gesamt: ***

An dieser Stelle ist vielleicht noch ein kurzes Fazit über die "Millenium"-Trilogie als Ganzes angebracht - damit sich Neueinsteiger bereits vor dem Kauf des ersten Bandes ein Bild machen können.

Die Trilogie zu lesen benötigt im Endeffekt mehr Zeit, als man nach Band 1 annehmen möchte. Eine Vermutung ist, dass das Werk ursprünglich gar nicht als Trilogie bzw. Fortsetzungsgeschichte gedacht war - so würden sich zumindest Unterschiede im Erzähltempo zwischen den einzelnen Bänden erklären lassen. Der erste Teil ist wesentlich flüssiger und konsistenter geschrieben. Beide Nachfolger haben mit seitenlangem Füllmaterial zu kämpfen, das streckenweise völlig überflüssig, andernorts einfach schwach geschrieben ist. Das bremst den Lesefluss gehörig ein und führt dazu, dass man zwischendurch genervt Querlesen möchte.

Wer sich mit dieser Problematik arrangieren kann, sieht sich mit einem weiteren Problem konfrontiert. In Band 1 gibt es nur Andeutungen davon, in Band 2 geht es dann aber mit "Superhelden-Fähigkeiten" bei den Ermittlern, insbesondere bei Lisbeth Salander, los. Das ist teilweise ausgesprochen unglaubwürdig, speziell für eine an sich so "ernsthafte" Romanreihe. Auch muss Stieg Larsson ein wenig zu oft den Zufall bzw. eine Art "deus ex machina" bemühen, um die Protagonisten auf die richtige Spur zu lotsen oder einer scheinbar ausweglosen Situation zu befreien.

Davon abgesehen ist die "Millenium"-Trilogie eine gute, wenn auch nicht ausgezeichnete Thriller-Reihe. Mir persönlich sind die angesprochenen Mängel ein bisschen zu schwerwiegend für eine bessere Gesamtwertung. Die Filme habe ich in meiner Wertung übrigens bewusst völlig außen vor gelassen - zum Einen, weil ich nur Teile der schwedischen Verfilmung kenne, zum anderen, weil ich nicht der Ansicht bin, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat.
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