die am "massachusetts institute of technology humanities" lehrende professorin elzbieta ettinger schreibt mit psychologischem scharfblick über die beziehung hannah arendt / martin heidegger. als studentin verliebte sich die jüdin 1924 in den gerade durch "SEIN und ZEIT" berühmt gewordenen heidegger - der allerdings verheiratet war. dennoch unterhielten sie vier jahre eine heimliche liebesbeziehung, die zerbrach, weil sich heidegger enthusiastisch dem hitler-regime zuwandte und die jüdin arendt fallen ließ wie eine heiße kartoffel. um so trauriger, dass hannah arendt, tief in sich selbst zerspalten, nach dem krieg aufgrund gewisser sklavischer, masochistischer, chronischer verliebtheit heidegger wieder mehrmals kontaktierte (ausgerechnet auf ihren europa-reisen als generaldirektorin der "commission on european jewish cultural reconstruction"). die ehefrau elfride heidegger giftete, hannah arendt sei vernagelt und blödsinnig vor eifersucht, hannah arendt gab zu protokoll, frau heidegger sei so unbelehrbar, dass sie wohl immer noch bereit sei, alle juden zu ersäufen, derer sie habhaft werden könne. obwohl die philosophin hannah arendt weltweit zum symbol des aufrechten, mutigen ganges und der souveränen kritikfähigkeit wurde, war sie im schwächeren, abgespaltenen, aber öfters wieder in die handlungskompetenz geratenden regredierenden teil ihrer ICH-struktur die unterwürfige studentin geblieben, die ihren professor anhimmelt - egal, was er auf dem kerbholz hat. die amerikanische professorin elzbieta ettinger kreidet ihr zurecht etwas entnervt an, es habe doch nun nicht unbedingt nötig sein müssen, dass sie für die reputation des nationalsozialisten heidegger in den USA gekämpft habe - andererseits schildert sie die abläufe empathie-fähig genug, dass dem leser die erkenntnis zugänglich wird, dass es sich hier um das lebens-schicksal eines traumatisierten menschen handelt: hannahs vater starb, als sie 7 jahre alt war, leicht gerät ein solchermaßen verunsicherter mensch in die gefahr, scheinbar stärkere vater-ersatz-figuren bei trübung der objektiven urteilskraft zu idealisieren [so schenkte sie ihm gegen ende ihres lebens (er lebte 5 monate länger als sie) ihre englisch-sprachigen, international berühmt gewordenen veröffentlichungen - obwohl er englisch nicht verstand und auch sonst zu eitel war, sich für ihr leben statt für seines zu interessieren]. elzbieta ettinger's arbeit ermöglicht es, den GANZEN menschen hannah arendt zu verstehen, nicht nur seine erfolgs-fassade, sondern auch die nachtseite einer pathologischen unterwürfigkeit ...