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3,0 von 5 SternenPreiswerter, guter Saugroboter mit Qualitätsproblemen
VonChrisam 15. September 2015
VORGESCHICHTE:
Wir waren schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem günstigen Saugroboter, der zumindest den gröbsten Dreck wie Brösel und andere Essensreste unter dem Esstisch als auch Staub und Sand im Eingangsbereich aufnimmt. Unser Haus besteht aus drei Etagen, wodurch ich mich lange gegen einen solchen Saugroboter verwehrte. Ich war es gewohnt von meinem Mähroboter, dass dieser Tagein, tagaus sein Werk verrichtet, ohne jeglichen Handgriff zu leisten. Das war hier aber aufgrund der drei Etagen nicht möglich. Irgendwann ließ ich mich dann doch von meiner Frau überreden, es zumindest einmal mit einem billigeren Modell zu versuchen.
VERPACKUNG / INHALT:
Letztendlich ausschlaggebend für den Kauf war das vergünstigte Angebot auf Amazon. Die Bewertungen waren zwar nicht überragend, aber durchwegs gut und der Preis für einen Saugroboter war verlockend gering. Nach wenigen Tagen war er dann da, unser "Saugi". Saugi wurde in einer gut verpackten Schachtel angeliefert und hatte viel Zubehör dabei. Zubehör wie einen Reinigungspinsel, ein zusätzliches Borstenpaar, einen zusätzliche Filtereinlage sowie eine gut bebilderte Bedienungsanleitung. Saugi selbst war gut in einer weichen Plastikfolie eingewickelt.
AKKU / AUFLADUNG:
Der Akku und eines der beiden Borstenpaare mussten noch angesteckt werden und schon ging es mittels Stromadapter an die Steckdose. Wer hier nun glaubt, es gäbe eine Ladestation wie beim Roomba, liegt hier falsch. Saugi muss jedes Mal im ausgeschaltenen Zustand mittels Netzteil "händisch" an das Stromnetz angeschlossen werden, ergo eine automatische Aufladung erfolgt nicht. In der Bedienungsanleitung steht, dass der erste Ladevorgang nach 6,5 Stunden abgeschlossen sei. Dies erkennt man an einer grünen LED, die während des Ladevorgangs blinkt und bei vollständig aufgeladenem Akku dauerhaft leuchtet. Die erste Akkuladung dauerte bei uns erfreulicherweise aber nur zwei Stunden.
INBETRIEBNAHME:
Nach erfolgter Ladung war Saugi für seinen ersten Einsatz bereit. Man muss hierfür den On/Off Schalter am Gerät betätigen und auf den Boden stellen. Und schon fährt er los, mit einer abwechselnd blinkenden, roten und grünen LED. Er ist verglichen mit den Roomba-Modellen angenehm leise, man kann neben dem saugenden Gerät sehr gute Telefongespräche führen, Fernsehen wird allerdings etwas mühsam. Er fährt mit den beiden rotierenden, vorne seitlich angebrachten Staubborsten zuerst einmal geradeaus. Stößt er wo dagegen, dreht er sich laufend nach, bis er keinen Widerstand mehr vernimmt und fährt dann weiter. Nach kurzer Zeit wechselt er sein Programm und er fährt Kreise. Und zuguterletzt fährt er idealerweise den Rand ab, indem er ständig leicht gegen die Wand tuschiert. Stiegen erkennt er anhand seiner verbauten Sensoren - drei an der Zahl - problemlos. Die Sensoren kann oder sollte man justieren, je nachdem ob man helle oder dunkle Böden hat. In unserem Fall wollte er am Anfang nicht mehr vom dunklen Teppich auf den etwas hellen Boden runterfahren, nach der Justierung ging auch das problemlos.
WAS KANN SAUGI ALLES UND WAS NICHT:
Durch seine beiden Borsten kommt es quasi niemals vor, dass er den Dreck von der einen auf die anderen Seite wirbelt, was bei den Roombas oftmals der Fall ist. Er befördert Staub, Flusen, Brösel, Reis und Sand gut mit seinen feinen Borsten in die Mitte, wo dann der Dreck aufgesaugt wird. Gröberer Dreck wie Fliegen, erbsengroße Lebensmittel (z.B. ungekochter Mais) usw. nimmt er allerdings nicht auf und lässt diesen unverrichtet liegen und wirbelt ihn mit seinen Borsten im Raum herum. Saugi hat KEINE rotierende Bodenbürste und ist demnach nicht sonderlich gut für Teppiche, egal welcher Art, geeignet. Auch die Saugleistung mit seinen 17 Watt ist viel zu schwach, um hier etwas am Teppich zu bewirken. Dafür hat er aber wie gesagt zwei seitlich angebrachte Staubborsten, wohingegen der Roomba nur eine hat.
Sein Akku hält knapp zwei Stunden, ehe er mir in blinkendem und piepsenden Zustand vermitteln möchte, dass der Akku leer ist. 90 Minuten sind lt. Hersteller angegeben, knapp 120 Minuten hat er bei uns geschafft und das ist mehr als ich erwartet habe. Die Akkuladung beträgt zwischen 2 1/2 und 3 Stunden, bevor Saugi wieder einsatzbereit ist und die grüne LED dauerhaft leuchtet.
Apropro LEDs: Saugi hat drei LEDs an der Oberseite, die mir folgende Zustände mitteilen: Akku leer / nachladen, Akku voll / einsatzbereit und in der Mitte eine LED für den Hinweis, den Staubbehälter zu entleeren. Das funktioniert richtig gut, denn wenn diese LED mal zu leuchten beginnt, ist der Behälter so richtig mit Staub und Flusen voll, weniger aber mit Sand und Kleindreck. Und das ist erstaunlich viel in kurzer Zeit. Wer also glaubt, dieser Saugroboter ist nur ein Spielzeug, der soll sich bitte das angehängte Foto ansehen.
MÄNGEL:
So viel dieser Saugroboter von mir nun auch gelobt wurde, umso ärgerlicher ist es zu sagen, dass ich zwei!!! Mal das Gerät retournieren musste. Der erste Saugroboter hatte einen starken Linksdrall und konnte nicht geradeaus fahren. Gerade bei engen Gängen war dies ein großer Nachteil, da er nie das Ende des Ganges erreichte, sondern immer vorher umgekehrt war. Das zweite Gerät fuhr zwar geradeaus, hatte jedoch einen laut surrenden Radmotor, der jenseits der angegebenen 65 dB(A) geräuschmäßig lag. Das dritte Gerät surrt und brummt zwar in regelmäßigen Abständen vor sich hin, aber mit diesem kleinen Mangel kann ich gut leben. Verglichen mit einem Roomba musste ich jedenfalls feststellen, dass die verbaute Qualität geringwertiger und filigraner ist. Der Saugroboter verrichtet zwar recht gut sein Werk, aber die Qualitätskontrolle ist bei der Firma Severin quasi nicht vorhanden. Wie denn auch, der Saugroboter wird billigst in China produziert und von Severin in Europa "mit Aufschlag" vertrieben. Nichts anderes macht auch Dirt Devil mit seinem M607-Spider Saugroboter, welcher nahezu baugleich ist und sich nur durch seinen billigen NiMH-Akku vom besseren Li-Ion Akku von Severin unterscheidet.
FAZIT:
Nach dreiwöchigem, täglichen Gebrauch des Severin RB7025 chill Saugroboters bin ich von der Saugleistung in Anbetracht meiner Ansprüche eigentlich sehr zufrieden. Die Akkuleistung ist mit knappen 2 Stunden sehr gut und das Preis-/Leistungsverhältnis ist einfach unschlagbar. Allerdings schlägt sich das auch auf die Qualität der verbauten Teile nieder, denn irgendwo muss diese große Kostenersparnis verglichen mit anderen Marken ja irgendwo erkennbar sein. Wer seine Ansprüche an einen Saugroboter nicht allzu hoch ansetzt bzw. wem das egal ist, wird mit diesem Modell sicherlich eine Freude haben, denn er kann vieles von dem, was ein großer auch kann - eben nur langsamer, schlechter und ein wenig unausgereifter.
Ich vergebe nach reichlicher Überlegung nur 3 Sterne, da zwar das Preis-/Leistungsverhältnis durchaus stimmt und das Gerät eigentlich für seine Größe recht gut saugt, jedoch die verbaute Qualität teilweise minderwertig und mangelhaft ist und eine Qualitätskontrolle bei Severin scheinbar nicht gemacht wird.