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am 1. Oktober 2014
Es war Hans Modrow, der die Parole ausgegeben haben soll, dass das Ministerium für Staatssicherheit schuld an der Misere der DDR sei. Diese Information verdankt die Welt dem ehemaligen Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer. Zeugen dafür hat er nicht: Modrow, Vorsitzender des Ältestenrates der Linkspartei, bezichtigt ihn der Lüge. Spionagechef Wolf ist tot. ZK-Mitarbeiter Pohl, später stv. Vorsitzender der PDS, habe ihm Modrows Satz am nächsten Tag zwar am Telefon bestätigt, ihn später aber nur noch gesiezt und behauptet, er kenne ihn gar nicht. Der gewitzte Dr. Gysi schließlich bestritt seine Teilnahme. Dabei machte er sich einen Terminirrtum Berghofers zunutze. Berghofer hatte fälschlich den 3.12.89 als Sitzungstermin genannt. Dr. Gysi konnte das Gericht davon überzeugen, dass er am 3.12., dem von Berghofer angegebenen Termin, an keiner solchen Sitzung teilgenommen hätte. Dieser musste viel Geld an Gysi zahlen.
Sein Insiderwissen über die Herrschaftsstrukturen ist für die DDR-Aufarbeitung von großem Wert. Er erklärt, warum es so schwer ist, die SED und nicht das MfS für die Untaten verantwortlich zu machen: Das MfS hat über alles und jeden Akten angelegt. Der SED kann kaum ein Unrecht, ein Verstoß gegen die eigenen Gesetze, nachgewiesen werden. Es gibt so gut wie keine schriftlichen Unterlagen. Am Beispiel Honeckers: Er schrieb Anweisungen auf einen Zettel. Diese Zettel durften die Adressaten lesen und quittieren, dann wurden sie wieder eingesammelt.
Ausgerechnet eine Wahlfälschung wurde zu einem Auslöser der Revolution. Dabei hatten Wahlen für die SED überhaupt keine Bedeutung. Sie waren ein pseudo-demokratisches Mäntelchen. Es wurmt Berghofer bis heute, dass er nicht konsequent geblieben ist bei seiner Ablehnung der Wahlfälschung von 1989. Er und Modrow sind die einzigen SED-Kader, die wegen Wahlfälschung angeklagt wurden. Dabei wurden in allen Bezirken von 1949 bis 1989 Wahlen gefälscht.
Man muss kein Fan von Berghofer werden, aber aufrichtiger als die Modrows, Krenz', Edgar Mosts oder gar die Gysis ist er in seinem Buch. Ob es richtig von westdeutschen SPD-Politikern war, ihn für eine Ost-SPD-Karriere anzusprechen? Wenn er und einige hunderttausend andere SED-Mitglieder in die junge Ost-SPD eingetreten wären, hätte das die Neugründung gefährdet. Ob es der SPD genützt hätte, wenn es im Osten statt einer SED/PDS/Linkspartei eine Ost-SPD mit mehrheitlich ehemaligen SED-Mitgliedern gegeben hätte? Warum Menschen wie er dem Regime bis zuletzt die Treue hielten, wird auch nach der Lektüre nicht restlos verständlich. Aber auch sein - zweites - Buch ist ein lesenswerter Beitrag zur DDR-Aufarbeitung.
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am 18. Dezember 2015
Einer aus dem Westen, der in der Nähe war : sehr sorgfältig aufgeschrieben, was in der Erinnerung bleiben soll. Ich lese auch eine verborgene Sehnsucht nach einer "Volksgemeinschaft" , einer FDJ mit
liberalen Idealen....einem dritten Weg zwischen SOZ und KAP. Ernst .
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am 22. Juli 2014
Ein wunderbareres Buch welches die Ereignisse um 1989 aus der Sicht des damaligen OB von Dresden beschreibt. Das besondere ist seine selbstkritische Sicht auf die Geschehnisse und die Lehren daraus für die heutige Zeit.

Absolut lesenswert und sollte eigentlich zur Pflichtlektüre in der Schule werden.
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am 1. September 2014
Wolfgang Berghofer liebt Akten und Gänsefüßchen. Alle Kapitelüberschriften beginnen mit: ‚Aus meiner...‘ und enden dann mit ‚...“Parteiakte“‘, ‚...“Stasi-Akte“‘, ‚...“Wahlfälscherakte“‘ und ‚...“Wirtschaftsakte“‘. Am Schluß folgt: ‚Meine „Bilanz“‘.

Gleich zu Anfang gibt der Autor sein Wissen preis, daß dieses Buch auf Widerstand stoßen werde. Meiner Ansicht nach wird es weniger Widerstand als mehr Kritik sein. Und auch etwas weniger wegen des Inhalts als wegen des Stils.

Berghofer beschreibt, wie er die ‚“Wende“‘ (so im Untertitel) im Herbst 1989 erlebt hat. Die dabei auftretende selektive Wahrnehmung (z.B. über die Hintergrundabläufe von DDR-Wahlen oder die internen Verwaltungsstrukturen gibt er detailliertes Wissen preis, von Privilegien der SED-Oberen will er aber nichts gewußt haben) muß man ihm wohl durchgehen lassen. Da ist er ja in guter Gesellschaft mit anderen. Im übrigen ist er ein durchaus kurzweiliger Erzähler, auch wenn die Strukturiertheit der jeweiligen Kapitel deutlich verbesserungswürdig wäre (z.B. er springt unerwartet von einem zum anderen Sachverhalt oder Zeitpunkt hin und wieder zurück).

Was nun ist aus meiner Sicht kritisch zu sehen:

1.) Der Stil ist überheblich und von oben herab. Egon Krenz spricht er „eigenständiges Denken“ ab, Schabowski nennt er einen „Berliner Wichtigtuer“ (bezogen auf wann eigentlich?). Sein Verhalten gegenüber der „Gruppe der 20“ beschreibt er nach Tonbandprotkoll, und da wird deutlich, daß er schon damals gut andere von oben herab behandeln konnte. Später bekennt er auch in Bezug auf den Zentralen Runden Tisch in Berlin: „Aber im Unterschied zu Dresden saßen hier gestandene, politisch kluge Leute“.
Alles klar. Nett.

2.) Herr Berghofer kommt nicht darüber hinweg, daß die SPD (Ost) seinesgleichen nicht gleich zu Vorständen und Spitzenkandidaten gewählt hat. Daran leide die SPD noch heute in Sachsen und anderswo. Damit bestätigt er -absichtlich oder unabsichtlich- nur das Klischee vom Wendehals und Karrieristen.

3.) Dem ganzen Buch ist anzumerken, daß der Autor die westliche Betriebswirtschaftslehre (und anderes „westliches“ Gedankengut) bestens verinnerlicht hat, denn einerseits klärt er uns über seine Wirtschaftskarriere auf, andererseits bemüht er sich darzulegen, daß die DDR und die SED und der Sozialsmus überhaupt sowieso nicht refomier- und rettbar gewesen wären. Weswegen er auch -klugerweise, versteht sich- schon bei der Wahl zum stellv. SED-Vorsitzenden an Parteiaustritt gedacht habe. Wieder: Klischee vom Wendehals und Karrieristen bestätigt.

4.) Nach meinem Eindruck ist von Selbstkritik des Autors nur am Rande etwas zu spüren, bestenfalls ärgert er sich, daß er spätere Erkenntnisse nicht schon früher gehabt habe. Ingesamt ist Herr Berghofer bemüht, sich und sein Verhalten von 25 Jahren in das bestmögliche Licht zu Rücken und seine Rolle im nachhinein als bedeutender darzustellen, als andere das bisher taten oder ihm das zugestehen wollten.

Ein "Lob" noch: Berghofer kritisiert den Umgang der heute politisch Verantwortlichen mit Rußland im allgemeinen und Wladimir Putin im besonderen. Finde ich gut und richtig - nur aus dem Munde Berghofers klingt das doch etwas fragwürdig...

Fazit: Wolfgang Berghofer meint, "keine Figur im Schachspiel" zu sein oder gewesen zu sein. Welche Schachfigur weiß denn das schon? Mein Eindruck: Er war sogar eine Figur in zwei Schachspielen, in der DDR und auch danach im vereinigten Deutschland. Er war vielseitig verwendbar, nicht als Bauer, aber erst recht nicht als König. Wohl eher als Läufer. Er merkt(e) nur nicht, daß es andere waren die mit ihm ein Spiel spielten...
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am 21. August 2014
Ein total überflüssiges Buch welches verschweigt was vor den Ereignissen 1989 passierte. Dieses Buch habe ich leider gelesen! Ich habe nur nicht begriffen was der OB von Dresden in Ruhestand mit seinen Spießgesellen veranstaltet hat. Er hat das Thema verfehlt und bekommt von mir eine schlechte Beurteilung.
Auch losgelöst vom Inhalt, ist dieser Versuch des Schreibens eines Buches eine Zumutung.
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