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VINE-PRODUKTTESTERam 27. Oktober 2009
Die Lügen von Locke Lamorra sind lange Zeit in meinem Stapel der ungelesenen Bücher auf und ab gewandert und ich hatte immer wieder ausreden das Buch NICHT anzufangen. Mal gab es ein Buch auf das ich nahezu versessen war es zu lesen, wie DER NAME DES WINDES oder der neue Steven Erikson schneite unverhofft ins Haus. Wie die Katze schlich ich um den heißen Brei und wagte mich nicht wirklich motiviert an DIE LÜGEN DES LOCKE LAMORRA, das ja viele gute Kritiken bekommen hatte. Diese waren auch der ausschlaggebende Grund für meinen Kauf.
Zu meinem persönlichen Leid standen in diesen Kritiken und Berichten oft der Vergleich von Carmorr mit VENEDIG, KÄNÄLEN, italienischen FLAIR usw. Und wenn es etwas gibt,das ich mir NICHT als Rahmen für einen Fantasyroman wünsche, ist es diese mit Klischees überladene Hafenstadt an der italienischen Adria. Mich schüttelt es ja schon wenn ich den unsäglichen Commisario Brunetti im Fernsehen über die Kanäle schippern sehe. Und dann noch dieser komische Name für den Titelhelden: Locke Lamorra! Das schrie für meinen Geschmack förmlich nach Humbug serviert zwischen zwei grottenschlechten Coverblättern (ich beziehe mich da auf das Cover der Ersterscheinung). Also, alles im Allen die schlechtesten Voraussetzungen für eine gelungene Freundschaft. Aber selbst die dicksten Vorurteile lassen sich kippen und manchmal ist bin ich doch darüber überrascht was für ein Blödmann ich manchmal bin. Aber, so ist das mit subjektiven Empfindungen. Sie täuschen oft. Also halte ich es wie unser Altbundeskanzler Adenauer und sage: WAS INTERESSIERT MICH MEIN GESCHWÄTZ VON GESTERN? ...und revidiere meine Meinung denn Scott Lnych hat mit DIE LÜGEN DRS LOCKE LAMORRA ein Klasse-Buch abgeliefert.

Scott Lynch hat mich schnell eines Besseren belehrt und ich ziehe tief meinen Hut vor seinem Erstling. Einmal angelesen, hatte er mich am Haken. Lynch kann hervorragend schreiben, er baut sein Buch kontinuierlich auf und hält den Leser bei der Stange. Bücherschreiben scheint für ihn ein Höllenspaß zu sein, das merkt man auf jeder Seite. Nie war ich mir sicher, was bei ihm als nächstes kommt. Es gab Momente da dachte ich: Nein Lynch, dir gehe ich jetzt nicht wieder auf den Leim und ich dachte: Jaja, iss klar. Alle tot! Ich wette ALLES darauf, dass die im nächsten Kapitel wieder munter rumlaufen und weiter bescheißen und alles nur eine große Finte war. Aber so ist das bei Betrügereien - alles verwischt. Die Grenzen verfließen und ob der Trick gelingt hängt an einem seidenen Faden. Geht er schief, so hängt man im wahrsten Sinne des Wortes in Camorr. Denn die Gesetze von Camorr sind klar. Lynch spielt mit seinen Lesern Katz und Maus. Er täuscht an, startet ein Ablenkungsmanöver und lässt dich unversehens ins kalte Messer laufen wenn du nicht aufpasst. Es gibt einige derbe und gewalttätige Szenen, kurz danach muss man wieder schmunzeln und ein paar mal habe ich meiner Freundin ein paar Passagen aus dem Buch vorgelesen und lauthals gelacht. Und das ist etwas was mir bei Fantasy-Romanen eigentlich recht selten passiert (... geschweige, dass ich es je zugegeben hätte). Aber, Locke ist einfach cool - dies muss man ihm lassen. Er fängt sich ständig welche, aber er steht auch immer wieder auf. Er lebt ein bisschen das Indiana Jones-Prinzip. Je mehr er auf der Schnauze bekommt, desto beharrlicher verfolgt er seine Pläne. Er bleibt in seinen Handlungen sympathisch, obwohl er ja keiner von den wirklich Guten ist. Er klaut, betrügt, hat eine große Klappe und schreckt auch nicht vor einem Mord zurück - trotzdem drückt man ihm die Daumen das er seine Gaunereien umsetzten kann. Irgendwie wachsen er und seine Gentleman-Ganoven einem ans Herz. Man erfährt aus ihrer Jugend und wie Locke zu dem geworden ist, der er heute ist. Ein Vollblutgauner.

Mein Fazit: Es gab ein paar üble Kapitel-Cliffhanger und ich war schon geneigt, die Seiten weiter zu blättern bis es weitergeht. Da war ich echt sehr neugierig. Aber ich habe es nicht gemacht. Und es war auch gut so denn ich habe mich auf keiner Seite des Buches gelangweilt. Scott Lynch und Locke Lamorra und seine Gentlemann-Ganoven habe mich echt abgezogen. Das gebe ich gerne zu. Ich hätte im Traum nicht gedacht, dass mich dieses Buch so angenehm überraschen und köstlich unterhalten würde. Großes Kino, trotz Kanälen und Venedig-Feeling. Es hat mich wirklich nicht gestört. Noch nicht mal der DON und die DONNA, die Capas. Es passte einfach zur Story.

Eines möchte ich noch trotzdem noch anmerken.
Scott Lynch schreibt auf einen sehr hohen Niveau. Das Buch liest sich wie Öl. Da gibt es nichts zu meckern. Auch ein Kompliment an die dt. Übersetzung. Lynch hat eine sehr unterhaltsame Schreibe, frische Ideen und viel Humor. Und dieses hohe Level macht mir ein bisschen Sorge um Locke Lamorra. Was soll danach noch kommen? Ich glaube als Einzelbuch klappt DIE LÜGEN VON LOCKE LAMORRA ganz hervorragend. Ein zweites Locke-Buch käme mir schon vor wie ein Remake. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass dieses tolle Leseerlebnis nochmal geklont wird. Das wird nicht funktionieren wenn das Setting nicht völlig anders wird und Locke sich auf einem anderen Gebiet beweisen kann. Ich habe STURM ÜBER ROTEN WASSERN noch nicht gelesen, aber es liegt hier. Und ich bin sehr gespannt ob er den Absprung schafft. Aber erst kommt noch BEST SERVED COLD von Abercrombie dran und dabei habe ich auch schon wieder so komische Bauchschmerzen. Was ist wenn sich BEST SERVED COLD als weggelassene, dann umgeschriebene Handlungsstränge aus THE FIRST LAW entpuppt? Ja, ich leide wohl doch schon unter Paranoia... aber in einer Zeit in der jede zweite Neuveröffentlichung eine Vampir-Grütze beinhaltet muss man wohl paranoid werden. Aus Sorge die guten Bücher nicht mehr zu erkennen und zu lesen.

Ach ja, meine Überschrift: - Ich habe ihn auch ein A.....ch genannt...-(Zitat) kommt in einem völlig unerwarteten Moment und nimmt den Schrecken einer vorangegangenen Folterszene mit einem Satz. So etwas kann wirklich nicht Jeder. Da ziehe ich nochmals meinen Hut. Eine klare LESEEMPFEHLUNG!
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am 29. November 2012
„Die Lügen des Locke Lamora“ ist der erste Teil einer Fantasy Reihe und der erste Roman von Scott Lynch. Für mich hat dieses Erstlingswerk des Autors eingeschlagen wie eine Bombe. Das Buch hat mich von Anfang an nicht mehr losgelassen. Viele gute Bücher sind wie Fenster, die den Blick in eine andere Welt erlauben. Dieses Buch öffnet gleich Tür und Tor, während der Lehrherr der Diebe den Leser nach Camorr begleitet: „Meine Damen und Herren, willkommen in der Stadt des Henkerswindes. Mein Rat: Achten Sie auf Ihre Geldbörsen.“

Inhalt
Die Stadt Camorr ist Heimat von Dieben, Räubern und Halsabschneidern. Capa Barsavi herrscht über die „Richtigen Leute“ als eine Art Pate. Von seinem schwimmenden Grab aus sorgt er dafür, dass die Banden immer ihren Anteil an ihn abtreten und vor allem, dass der Geheime Frieden eingehalten wird. Der Geheime Frieden ist ein Abkommen zwischen dem Capa und dem Adel der Stadt Camorr, der beiden Seiten eine gewisse Sicherheit verspricht. Locke Lamora und seine Gentlemen Ganoven sind nur eine der unzähligen Banden die den ehrlichen Leuten von Camorr das Leben schwer machen. Sie unterscheiden allerdings in einem ganz wesentlichen Punkt…sie nehmen den Adel nach Strich und Faden aus und treten den geheimen Frieden mit Füßen. Da sie ihr „Geschäft“ vor den Augen des Capas betreiben müssen, haben sie ein geniales Geflecht von Täuschungen und Lügen gesponnen. Ihr neuester Coup ist natürlich wieder entsprechend intelligent, kreativ und unglaublich kompliziert aufgezogen. Zunächst scheint auch alles nach Plan zu verlaufen, bis eine Gestalt auf die Bühne der Diebe und Ganoven von Camorr tritt, die auch Lockes Pläne zu vereiteln droht. Mehr werde ich hier zum Inhalt gar nicht schreiben, nur so viel: von dieser Seite an wird der Leser kaum noch zu Atem kommen. Locke Lamora und seine Leute geraten in etwas hinein, was sicherlich niemand von ihnen für möglich gehalten hätte.
In „Zwischenspielen“ erfährt man insbesondere einiges über Lockes Vergangenheit. Wie er zu Vater Chains kam und schließlich ein Priester des Dreizehnten namenlosen Gottes wurde. Wie er lernt seine Fähigkeiten als Dieb und Betrüger einzusetzen und wie die Gentlemen Ganoven schließlich zusammengefunden haben.

Meine Meinung
Für mich ist das Buch der Anfang einer großartigen Fantasy-Reihe für Erwachsene mit Tiefgang. Die Charaktere beschreibt Scott Lynch glaubwürdig und liebenswert, so dass es leicht ist zu jedem von ihnen eine Beziehung aufzubauen. Vielleicht gerade weil es sich bei Locke nicht um den typischen kitschigen Helden-Typen handelt, macht ihn das so sympathisch. Ein wenig kleiner als die anderen und immer auch ein wenig schwächer, aber sicherlich nie auf den Mund gefallen. Jeder der Gentlemen Ganoven hat seine Stärken und seine Schwächen. Aber wenn sie diese gemeinsam und klug einsetzen führt sie das zum gewünschten Erfolg.
Die Stadt Camorr, die auf die Überreste einer alten Kultur gebaut wurde, werden so dicht und atmosphärisch beschrieben, dass man das Gefühl bekommt man steht selbst im Truglicht auf einer Elderglasbrücke und blickt auf den Hafen, während einem der Henkerswind um dies Nase weht. Ich habe selten beim Lesen so sehr das Gefühl gehabt, dass der Autor selbst wahnsinnig viel Freude an seiner Geschichte gehabt haben muss.
In der ersten Hälfte des Buches lässt sich die Geschichte etwas langsamer an, ohne dabei schwerfällig zu werden. Der Leser bekommt so die Gelegenheit Camorr und seine Bewohner ein wenig kennen zu lernen, bevor die Handlung in der zweiten Hälfte richtig Fahrt auf nimmt. Spätestens jetzt hatte mich Scott Lynch am Haken. Die Handlung ist nicht vorhersehbar, überraschend, schockierend, witzig und tragisch zu gleich. Ich konnte einfach nicht anders als bis zur letzten Zeile mitzufiebern.
Kritikpunkte habe ich nur wenige. Ein einziges Mal kann ich die Handlungsweise von Locke Lamora überhaupt nicht nachvollziehen. Für einen Mann der als so intelligent beschrieben wird war das einfach nur unglaublich (und sehr offensichtlich) dumm. Was besonders schade ist, weil es eine in sich stimmige und gut entwickelte Erzählung unterbricht und mich mit einigen Fragezeichen zurückgelassen hat. Es hinterlässt bei mit den Eindruck, der Autor wusste an dieser Stelle zwar wohin er will, allerdings nicht wie er dahin kommen soll. Ich möchte hier gar nicht mehr dazu schreiben, da dies das Ende des Buches betrifft und ich die Spannung nicht verderben werde. Teilweise habe ich auch ein wenig Schwierigkeiten mit der Übersetzung, aber hierüber kann ich im Hinblick auf die dichte Story hinwegsehen.

Mein Fazit
Am liebsten hätte ich für dieses Buch 4,5 Sterne gegeben. Zu 95 % ist es für mich die Neuentdeckung schlechthin auf dem Gebiet der Fantasy. Da ich aber leider keine halben Sterne abziehen kann gebe ich dem Buch 5 Sterne. 4 Sterne wären für dieses grandiose Werk definitiv zu wenig. Ich freue mich auf die Forstsetzung.
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am 10. April 2014
Meine eigene Meinung, ob mir ein Buch gefallen könnte oder nicht, bilde ich mir am liebsten über Freunde mit einem ähnlichen Büchergeschmack. Hier also zuerst ein paar Punkte die ich an diesem Buch gut/schlecht fand und anschließend eine kleine Auflistung von bekannten Büchern und meiner Meinung zu diesen.

++ sehr guter Schreibstil (wenn auch bei weitem nicht auf Rothfuss-Niveau)
+ kreatives Setting
+ gut ausgearbeitete Welt (Low-Fantasy)
+ wendungsreiche und komplexe Handlung
+ Handlung abgeschlossen, kein Cliffhanger
+ guter Lesefluss

- oft nicht glaubwürdig
- überzeichnete Charaktere
- Schlüsselszene absolut unglaubhaft
- habe keinen der Charaktere "liebgewonnen"

Fazit: Gebe dem Buch 3,5 Sterne und empfehle es denjenigen weiter, die gerade nichts Besseres zur Hand haben.

Hier noch zum "Geschmacksvergleich" meine Meinung zu ein paar bekannten Buchreihen:
Patrick Rothfuss - Kingkiller Chronicles: 5 Sterne
Tad Williams - Osten Ard Saga: 5 Sterne
Tad Williams - Otherland: 5 Sterne
George R.R. Martin - Lied von Eis und Feuer (Game of Thrones): 4 Sterne
J.R.R. Tolkien - Herr der Ringe: 3,5 Sterne
Bernhard Hennen - Die Elfen: 3,5 Sterne
Harry Potter: 3 Sterne
Markus Heitz - Ulldart: 0 Sterne

Ich hoffe ich konnte bei der Kaufentscheidung helfen.
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am 18. Juli 2010
Locke Lamora ist ein Meisterdieb mit überragenden schauspielerischen Fähigkeiten und voller Phantasie.

"Eines Tages, Locke Lamora", orakelt sein alter Meister, "wirst du in deinem maßlosen Ehrgeiz einen so großen, so herrlichen, so überwältigenden Mist bauen, dass die Himmel brennen, die Monde im Kreis tanzen und die Götter höchstselbst voller Begeisterung Kometen scheißen werden. Ich hoffe nur, dass ich das noch erleben darf."

Mit seinen Freunden, den Gentleman-Ganoven, legt Locke reiche Adlige auf so vielfach verwundene und trickreiche Weise herein, dass einem beim Lesen vor Freude die Tränen in die Augen steigen. So hortet die Bande bald den Schatz eines Königs in ihren Kellern, doch sie haben nie gelernt, das Geld auszugeben. Es treibt sie die Freude an ihrem Handwerk, die Herausforderung, nicht die Gier nach Gold. Die Gentleman-Ganoven sehen sich als echte Priester des unoffiziellen 13. Gottes von Camorr, des Schutzherrn der Diebe.
Doch mitten in Lockes größten Coup platzt ein unvorhergesehenes Problem: Der geheimnisvolle graue König will die Macht in der Unterwelt von Camorr an sich reißen und dafür braucht er Locke und seine einzigartigen Fähigkeiten, sich in jeden denkbaren Charakter zu verwandeln. Locke wird erpresst, ihm bleibt keine Wahl. Doch damit fangen die Probleme erst an. Bald steht seine Welt lichterloh in Flammen und er braucht all sein Geschick und mehr als nur ein bisschen Glück, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen...

Dieses Buch ist anders als gewohnte Fantasy. Man muss sich darauf einlassen, auf die bunte Welt, auf die ungewöhnliche Erzählweise, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt, aber damit bald eine so atemberaubende Spannung schafft, dass man sich überhaupt nicht mehr von den Seiten lösen kann und jedes Mal, wenn ein Kapitel endet, man wie wild vorblättern möchte, um zu sehen, wie dieser Handlungsstrang weitergeht.

Der hemdsärmelige Witz, die Situationskomik, die immer wieder an unerwarteter Stelle aufspringt, ist einfach köstlich und eine willkommende Abwechslung von dramatischen Momenten, an denen man so tief in der Geschichte versinkt, dass man einfach kaum ertragen kann, was den Helden nun wieder zustößt.
"Die Lügen des Locke Lamora" ist eines der Bücher, an denen man zum Ende hin so von den Helden gefangen ist, dass man gemeinsam mit ihnen um die Toten weinen möchte, dass man vor Rachsucht brennt, so wie sie auch brennen und dann, wenn sie den Bösewicht endlich in die Hände kriegen, laut schreien will - ja! Hack dem Dreckskerl die Finger ab. Einzeln! Und dann schlitz ihm die Kehle auf. Aber langsam. Lass ihn leiden! Selbst wenn man eher pazifistisch veranlagt ist ;)

Das ist großes Kino, episch und unterhaltsam und überraschend und mit einer sehr eigenen Erzählstimme, der man sich nicht mehr entziehen kann, wenn man sich anfänglich die Geduld genommen hat, ihr zuzuhören.
Ganz tolle Fantasy.
Und die Fortsetzung ist auch schon zu haben - Sturm über roten Wassern.
Ich hab sie mir sofort bestellt.
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am 9. Mai 2015
ist aber eher Ansichtssache, ob man es gut findet. Ich konnte mich nicht so recht damit anfreunden. Der Anfang war vielversprechend, man hat mit dem Kind mitgefiebert und wollte wissen, wie er sein Leben meistert. Teilweise recht langatmig, man bereitet ca 3 Leseabende eine Aktion mit vor, die danach in gefühlten 5 min vorbei ist. Außerdem konnte ich mich mit dem Bestehlen und Betrügen anderer Leute bis in den Ruin nicht so abfinden, ist vielleicht eine innere Einstellungssache!
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am 10. August 2014
Ich mochte den Titel und das Cover (was bei Fantasy-Romanen selten genug vorkommt) und ich mochte auch die ersten zwei Drittel des Buches. Wobei es mich aber auch bei denen schon gewundert hat, dass ich so schleppend woran komme. Lynch hat eine herausragende, wunderbar eigenständige Phantasie, aber leider nicht das Talent, sie einem flüssig und leicht nahezubringen (oder einen schlechten Übersetzer). Dazu kamen gegen Ende etwas zu viel Blut und Leichen (um einige war's wirklich schade) und insgesamt zu viel plattes Freundschaftsgebahren. Ebenso störten einige möchte-gern-flotte Heldensprüche, die schrecklich vorhersebar waren. Trotzdem; ich mochte Locke und vor allem Jean, es gab so viele bunte Ideen und Camorr hat mir richtig gut gefallen, auch wenn ich mit diesem Elderglas-Gedöhns nicht viel anfangen konnte. Schade, ich geb diese drei Punkte nur sehr ungern und dem zweiten Band auf jeden Fall eine Chance.
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Locke Lamora ist ein Dieb. Nein, Locke Lamora ist kein Dieb. Locke Lamora ist ein Gentleman-Ganove. Im Herzogtum Camorr muss sich kein Adeliger vor Dieben, Räubern oder Betrügern fürchten. Dafür sorgt der geheime Frieden zwischen dem Capa (eine Art oberster Maffiaboss) und der Adel. Niemand würde es wagen den geheimen Frieden zu brechen und den Zorn des Capas auf sich zu ziehen. Und jeder weis, dass niemand es wagen würde. Das wissen auch Locke Lamora und seine Freunde von den Gentlemen-Gannoven und so wagen sie es nun schon seit einigen Jahren mit großem Erfolg. Zurecht halten sie sich für unantastbar bis eines Tages ein neuer Spieler die Spielfläche betritt...

Die Lügen des Locke Lamora ist ein Fantasyroman bei dem die Fantasyelemente wichtig sind aber nicht im Vordergrund stehen. Es gibt Magie aber diese ist einigen wenigen vorbehalten. Viel wichtiger ist die Alchemie, die immer neue Wunder wie Leuchtkugeln, alkoholhaltiges Obst oder Tier-Tier-Hybride hervorbringt. Das alles ergibt ein spannendes und stimmiges Bild. Auch ansonsten ist die Welt gut durchdacht und vieles, das für die Geschichte wichtig ist, wird in kleinen Zwischenspielen vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht aber der "Titelheld" Locke Lamora. Diesen lernen wir sowohl als Kind als auch als gestandenen Mann kennen. Zunächst laufen diese beiden Erzählstränge parallel. Im späteren Verlauf werden die Episoden aus seiner Kindheit/Jugend immer seltener und das Buch beschäftigt sich primär mit den "aktuellen" Ereignissen. Auch diese werden aber nicht chronologisch erzählt. Scott Lynch versteht es meisterhaft, so zwischen Zeiten und Orten zu springen, dass es der Spannung maximal dient.

Kommen wir zu meinem Urteil. Scott Lynch präsentiert eine interessante und gut durchdachte Welt. Nach einem etwas zähen Anfang von 250 Seiten, während derer man noch nicht versteht, warum das gelesene wichtig ist, nimmt die Geschichte dann mächtig Fahrt auf und versteht sehr gut zu unterhalten. Alles in allem ist das Buch mehr eine Abenteuer- als eine Fantasygeschichte; auch wenn einige der Fantasyelemente sehr wichtig für die Geschichte sind. In vielerlei Hinsicht hat das Buch volle 5 Sterne verdient, da ich aber die ersten 250 Seiten (immerhin mehr als ein Viertel des Buchs) als zäh empfunden habe, vergebe ich 4 Sterne.
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am 13. Juli 2014
Auf den Cover ist die Rede von "für alle Fans von Game of Thrones" - ich frage mich nur warum. Sehe praktisch keine Parallelen zwischen den beiden Serien.

Dennoch hatte ich viel Spaß beim Lesen. Die Charaktere sind schön gestaltet und der Erzählstil ist angenehm. Vor allem der Wechsel zwischen der aktuellen Zeit und der Vergangenheit der Protagonisten, um deren Vergangenheit zu beleuchten, ist schön gelungen und sorgt dafür das man zur passenden Zeit mit dem nötigen Wissen versorgt wird.
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am 26. Januar 2015
Ich bin nun bei ca. 1/3 des Buches angelangt und glaube schon das Buch sehr empfehlen zu können.

Abgesehen von der spannenden Handlung bin ich zu dieser Empfehlung gelangt, weil der Autor sein Handwerk einfach beherrscht. Auf mehreren Erzählebenen werden Situation aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, da macht sich der betrogene Weinhändler bei einer Gladiatorenshow über den Gladiator Lustig, der sich austricksen lässt, und merkt nicht, dass er soeben um die Hälfte seines Vermögens erleichtert wird.

Was nur halbwegs gelingt ist die Sympathie mit den Protagonisten. Zwar sind es sympathische Underdogs die gegen Gangsterbosse und Aristokraten angehen, letztlich aber keine Robin Hoods (noch nicht?).

Wer diesen Kommentar einschätzen möchte: Ich lese ganz gerne Fantasy-Literatur, aber bin durchaus auch wählerisch und viele Fantasy-Werke sind mir etwas zu flach. Insofern bin ich sehr froh auf Scott Lynch gestoßen zu sein.
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am 27. Juni 2016
Von den zahlreichen positiven Rezessionen bei amazon "angefixt" hab ich mich mit großer Freude auf dieses Buch gestürzt und wurde irgendwie doch nicht so richtig warm mit dem Schreibstil des Autors. Die Hauptfigur wirkt auf mich sehr unsympathisch. Der Ort an dem das Buch spielt erinnert zwar an ein altes Italien (zumindest mich), aber dennoch passt meiner Meinung nach die Handlung nicht dazu.

Ich hab es nicht geschafft das Buch fertig zu lesen, was eher selten vorkommt.
Vielleicht habe ich zuviel erwartet und mir ein neues "Kinder des Nebels" oder "Der Name des Windes" versprochen. Ist es aber für mich nicht.
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