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am 18. April 2015
Michail Chodorkowski porträtiert Mitgefangene. Es sind kurze Fallschilderungen von meist einfachen Menschen, Dieben, Drogensüchtigen, Nazis, oftmals Unschuldigen, die korrupten Polizist/-innen, Richter/-innen, Gefängniswärter/-innen, Bürokrat/-innen ausgeliefert waren.

Da wird ein junger Mann wegen Pädophilie eingesperrt, weil er – mit Duldung der Eltern – eine minderjährige Freundin hat. Die Miliz muss Erfolge im Kampf gegen Pädophile nachweisen. Ein Ingenieur springt ein, weil seine Chefs plötzlich verreisen müssen. Sie verschwinden mit der Firmenkasse. Der Ingenieur wird wegen Unterschlagung der Firmenkasse verurteilt. So geht das immer weiter.

Die Berichte sind sachlich – aber nicht ohne Empathie – erzählt. Erzählungen wie die “Kolyma-Tagebücher” von Warlam Schalamov oder Solschenyzins “Ein Tag im Leben des Iwan Dennissowitsch” bleiben wegen ihrer eindrücklichen Schilderungen des grausamen Lagerlebens länger im Gedächtnis des Lesers. Dabei sind Chodorkowskis Porträts schlimmer: Er macht deutlich, was für ein Land seine Heimat auch 25 Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus noch immer ist: Es herrschen Willkür und Rechtlosigkeit, Korruption und Gewalt. Es kann jeden treffen, die Reichen und die Armen, die Gebildeten und die einfachen Leute. Für die meisten Russen ist das gesetzlose Treiben von Polizei, Verwaltung und Justiz der Normalzustand, den sie ergeben hinnehmen, so wie die Generationen vor ihnen die Zaren, Lenin und Stalin erduldet haben.

Die Hoffnung der Europäer, dass Russland ein “normaler” Staat werden würde, mit einer funktionierenden parlamentarischen Demokratie, ein Rechtsstaat und eine Marktwirtschaft, von der nicht nur die Reichen profitieren, hat wohl getrogen.
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Michail Chodorkowski gibt in seinem Buch „Meine Mitgefangenen“ den Gefangenen in Russlands Gefängnissen und Lagern eine lang ersehnte Stimme und schildert zutiefst verstörende Einzelschicksale voller Lügen, Gewalt, Erniedrigungen, aber auch von Standhaftigkeit und Prinzipientreue.
Chdorkowski schildert in viele kleine Kapitel unterteilt, die persönlichen Schicksale von Mithäftlingen aber auch von Wärtern und Ermittlern. Dabei kommt ein verheerendes Bild über den Zustand des russischen Strafvollzugs, aber noch viel mehr des aktuellen politischen Systems Russlands hervor. Gefälschte Beweise, Korruption, Druck, Gewaltandrohung und –anwendung, Verlogenheit sind offensichtlich keine bedauernswerten Einzelfälle, sondern fundamentale Werkzeuge zum Funktionieren eines autoritären politischen Systems, das keine Skrupel kennt. Viele der geschilderten Erfahrungen über den russischen Strafvollzug decken sich hierbei auch mit Anatoli Pristawkins Buchs „Ich flehe im Hinrichtung“.
Einige der Mitgefangenen haben tatsächlich schwere Straftaten begangen, aber dennoch ist eine derartige Behandlung von Strafgefangenen in einem Staat in aller Schärfe zu verurteilen. Die größeren Verbrecher sitzen offenbar an allen wichtigen Schaltstellen des russischen Machtapparates.
Bleibt nur zu wünschen, dass Chodorkowskis Vision für Russland einst in Erfüllung geht: „…über jenes Russland … das letztlich den Weg der europäischen Zivilisation gehen wird. Unseren gemeinsamen Weg.“ (S. 8.)
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Mancher Luxus, in dem man lebt, ist einem häufig nicht bewusst. Dazu gehört zum Beispiel ein unabhängig funktionierendes Rechtssystem, und es ist kein Fehler, wenn uns verwöhnten Mitteleuropäern das hin und wieder klar gemacht wird. Die Lektüre von Michail Chodorkowskis Büchlein ist so eine Gelegenheit.

Er hat eine absurde, für russische Verhältnisse aber nicht untypische Karriere hingelegt. Drei Jahre nach seinem Universitätsabschluss 1986 ist er bereits Chef einer der ersten Privatbanken Russlands (wie er das geschafft hat, lässt der ansonsten recht ausführliche Lebenslauf im Anhang leider offen), wird, noch nicht einmal dreißig Jahre alt, Berater Jelzins, und nach einigen raffinierten Deals in kurzer Zeit einer der reichsten Männer Russlands.

So schnell, wie es aufwärts ging, geht es aber auch wieder abwärts: Einer der sichersten Wege, in Russland ins Gefängnis zu kommen, ist, etwas zu besitzen, was jemand anderes gerne hätte, vor allem dann, wenn man sich erdreistet, einen bestimmten lupenreinen Demokraten gegen den Strich zu bürsten. Zehn Jahre, von 2003 bis 2013, verbringt er in verschiedenen Lagern.

Wie fundiert die Anklage ist, die ihn dorthin gebracht hat, sei dahingestellt - das ist auch nicht das Thema des Buches. Hier geht es um die Menschen, denen er dort begegnet ist, und um ihre Geschichten. Da, wie er sagt, in Russland jeder ins Gefängnis geraten kann (und etwa jeder 10. tut es im Laufe seines Lebens auch), hat man es hier mit einem recht repräsentativen Querschnitt durch die Gesellschaft zu tun. Es gibt den, der für ein paar Rubel oder Zigaretten seinen Kameraden ans Messer liefert, aber auch den, der der Versuchung widersteht und damit seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Kein Grund ist zu absurd, um verhaftet zu werden, und willfährige Zeugen und Richter finden sich immer. Jede Geschichte ist eine Anklage; die Frage, auf welcher Seite des Gesetzes sich die größeren Verbrecher befinden, ist mehr als berechtigt.

Und jede Geschichte schließt mit einer Botschaft. Mit der Zeit beginnen sich diese allerdings zu ähneln, und etwas weniger Breite, dafür mehr Tiefe wäre für meinen Geschmack besser gewesen. Überhaupt darf man nicht erwarten, dass hier ein neuer Solschenizyn geboren wurde, dafür sind der Stil zu hölzern und die Figuren zu blass (da hilft es auch nichts, wenn jedes Kapitel mit einem Namen überschrieben ist, zumal dieser, darauf wird man jedes Mal aufs Neue hingewiesen, ja geändert wurde). Die großkalibrigen "Wirtschaftskriminellen" mit ähnlicher Vita wie Chodorkowski treten nicht auf, sondern es sind die kleinen Rädchen und Sandkörnchen im russischen Justizgetriebe, an denen er das durch und durch verrottete System beschreibt. Ein System, das vor allem dem Zweck dient, Macht und Wohlstand einiger Weniger zu mehren. Gerade jetzt ist es Zeit, daran mal wieder zu erinnern.

- Kostenloses Rezensionsexemplar -
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am 14. August 2014
Chodorkowskis Texte über seine Mitgefangenen sind ein beindruckendes Zeugnis einer menschlichen Größe, wie sie einem nur ganz selten begegnet. Vollkommen unprätentiös, ohne jede Eitelkeit beschreibt der Autor seine Mitmenschen, ihre Situation, ihr Schicksal, ihren Mut und ihre Unbeugsamkeit - und sagt damit unendlich viel über die Mächtigen in seinem Land und ihren Stil, mit Menschen umzugehen. Ein Buch, das ich wohl noch oft in die Hand nehmen werde.
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am 19. April 2015
Michael Chodorkowski, früher Leiter der größten Ölfirma Russlands, wurde laut Amnesty International als "gewaltloser, politischer Gefangener" selbst inhaftiert.
"...nach einer gewissen Zeit stellte ich fest, dass die meisten über Menschen im Gefägnis gar nichts wissen. Dabei befindet sich hier jeder hundertste des Landes...." (S.19)
Chodorkowski bringt uns das Leben russischer Gefangener näher. Wir erfahren von der gängigen Praxis der Korruption, dass viele Insassen für Taten sitzen, die sie nicht begangen haben. Sie laden sich noch andere Straftaten auf und bekommen dafür Vergünstigungen (z.B. Besuchsrecht).
Falschaussagen, auch unter Insassen selbst, sind an der Tagesordnung.
Chodorkowski erzählt in kurzen Kapiteln von Mitgefangenen, denen er in verschiedenen Gefängnissen und Lagern begegnet ist.
Er tut dies nüchtern und sachlich, aber mit dem Verständnis eines Betroffenen. Die Berichte werden allerdings gegen Mitte des kurzen Buches
immer oberflächlicher. Sein Engagement sich für Gefangene in Russland einzusetzen verdient auf jeden Fall 5 Sterne. Als Leser des Buches
hätte ich mir jedoch wesentlich mehr Tiefe und Emotion gewünscht.
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am 26. Juli 2014
Er mußte erleben, was es bedeutet, den lupenreinen Demokraten Putin herauszufordern; seine Mitgefangenen erlebten auf niedrigerem Niveau, was es in Rußland für Folgen haben kann, irgendwem im Weg zu stehen, etwas zu besitzen, was ein anderer, Mächtigerer gerne hätte oder einfach da zu sein, wenn für irgendwas ein Sündenbock gesucht wird ... Beharrt man in Rußland in solchen Situationen auf seinem Recht, bekommt man meist »die volle Packung«, d. h. jahrelange Lagerhaft, läßt man sich korrumpieren (z. B. Bekenntnis zu einem geringen Delikt, Anschwärzen und Ans-Messer-Liefern eines anderen), kommt man billiger weg.

Natürlich waren einige von Chodorkowskis Mithäftlingen auch wirklich gewisser Verbrechen schuldig; das ändert aber an dem grundsätzlich korrupten, miesen System, das es so wohl in keinem westlichen Land gibt, menschenverachtend und verrottet, nichts.

Ein Punkt Abzug wegen des hohen Preises für gerade mal knapp über 100 Seiten, und das, obwohl die einzelnen Kapitel doch wohl von einer Zeitschrift schon mal honoriert worden waren und der Herr Ch. sicher etliche Milliönchen in die Schweiiz in Sicherheit gebracht hat vor seiner Inhaftierung ... Also aufs Geldverdienen versteht er sich ;-)
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am 5. Juli 2014
Die Schilderungen der Schicksale der Mitgefangenen hat mich sehr erschüttert. Es wirft ein Licht auf die aussichtslose Situation der russischen Bevölkerung, wenn sie in die Fänge der Geheimpolizei und der Justiz geraten ohne Aussicht auf ein gerechtes Verfahren und ohne Hoffnung je wieder in Freiheit zu kommen.
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am 12. Oktober 2014
Lesenswert, politisch und unerwartet einfühlsam. Beobachtungen aus dem Leben in russischer Gefangenschaft - sehr lesenswert und anspruchsvoll. Der Autor erwartet und fordert in seinen kleinen Beobachtungen aus dem Leben unter solchen Bedingungen sehr viel.
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am 8. Februar 2015
Vorab sollte gesagt werden, dass es sich lediglich um eine Sammlung der Artikel handelt, welche bereits nach und nach in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen sind. Wem diese also bekannt sind, dem kann das Buch nichts Neues bieten.

Ansonsten handelt es sich um sehr kurze Kapitel (2-4 Seiten), die jeweils von einer Person/einem Mitgefangenen handeln. Aufgrund dieser Kürze entsteht keinerlei Tiefe und die geschilderten Inhalte werden nur oberflächlich angekratzt. Gerade deshalb kann der Auftrag, welchen Chodorkowski wohl verfolgte, über menschliche Würde in russischen Gefängnissen zu berichten, in keinster Weise erfüllt werden. Die Vorwürfe ggü. dem russischen Strafvollzug bleiben ebenso oberflächlich.
Damit soll nicht gesagt werden, dass diese nicht stimmen, oder gar falsch sind. Inhaltlich weiterführend sind sie aber eben nicht...
Über Chodorkowski selbst erfährt der Leser auch keinen Deut, wobei das Buch hierauf freilich nicht angelegt ist. Die Mitgefangenen, welche hingegen den Hauptpunkt darstellen, werden nicht in ansprechender Länge und Weise gewürdigt.

Fazit:
Daher kann es für dieses Buch maximal zwei Sterne geben, da letztlich kaum Inhalt vorhanden ist und der Hauptaspekt der menschlichen Würde kaum herausgearbeitet wird.
Der Preis spielt für mich hingegen keine Rolle: Wen ein Buch interessiert, der gibt auch für wenige Seiten verhältnismäßig mehr Geld aus...
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am 20. Juni 2014
Ich habe das Buch auf Grund des ttt- Berichts gekauft und war aufgrund der niedrigen Seitenanzahl zum ersten ernüchtert. Nach dem lesen kann es als Sammlung von kurzen Geschichten aus dem Gefängnis oder Lager zusammengefasst werden, die mit kurzen moralischen Hinweisen beendet werden.
Ob die Übersetzung oder der Autor für inhaltlich nicht klar nachzuvollziehende Passagen (rote, schwarze Zonen) verantwortlich ist mag ich nicht zu beurteilen. Das Buch hat für mich keinen Mehrwert, hinter die Kulissen zu blicken oder russische Kultur zu erfahren. Auch der wiederholte Hinweis, dass die Geschichten abgeändert wurden, ist für mich überflüssig, schlechte Bearbeitung oder schier um Seiten zu füllen.
Mir erscheint es so, dass die Popularität genutzt wird um das nächste Vermögen für Herrn Chodorkowski oder den Berliner Verleger zu verdienen.
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