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am 8. Juli 2014
Der Mann will Leid lindern nicht verhindern.
Die Bestätigung dass jemand tot ist, ist für ihn das Gleiche, wie die zur Ermordung Verurteilten.
Immer ausgeglichen sein, dadurch nicht in der Lage, sich in seine Mitmenschen hineinzuversetzen.
Er ist wankelmütig, arrogant, denkt er tut anderen gutes, aber überhebt sich dabei nur über andere.
Alles dem Guten opfern, auch Ehrfurcht vor dem Leben.
Alles Lebendige stört ihn, auch der Rummel auf dem Jahrmarkt.
Tote, ob Mensch oder Fliege, sind für ihn Gegenstand der Betrachtung, um sich im Recht zu sehen.
Es sind alles arme Menschen, und er fühlt sich als Erlöser.
Seiner Prostituierten erzählt er das Gleiche wie seiner Frau.
Er kämmt zuerst den Leichen die Haare und dann mit dem gleichen Kamm sich selbst.
Um Unrecht normal zu machen, genügt ein Vorfall. Vom Undenkbaren zum Vorkommnis. Jetzt nur die Zahl der Vorkommnisse erhöhen, und es ist normal. Ein Vorgang. Und aus den Leichen noch Asche machen. Dann sind alle gleich.
Die Schnitte sind wie ein Strudel der Ereignisse, zeigen, wie es in dem Mann aussehen muss: Alles eins.
Die Schnelligkeit ist auf modernem Naturnah Born Killers Niveau.
Der Film sollte Lehrmaterial für Studium und Ausbildung sein, was Soziologie
Psychologie angeht.
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am 5. Dezember 2014
"Ein Krematorium hilft dem Herrgott die Verwandlung des Menschen in Staub zu beschleunigen. In nur 75 Minuten ermöglicht es das ,wofür ein gewöhnlich bestattetes Lebewesen zwanzig Jahre braucht. Nämlich die vollkommene Erlösung durch den schnellen Zerfall in Asche".
Der kleine gedrungene Mann mit dem zarten begeisterten Kindergesicht, dem vor Andächtigkeit die Schweißtropfen von der Stirn perlen, steht auf einem kleinen Podest und ruft diese Worte in ein verwundertes Auditorium.
Spenden will er hier sammeln, für den Erhalt seines großen Lebenswerkes. Ein steinernes Krematorium, das er für die größte Errungenschaft der Menschen hält.
"Wir müssen so viele Seelen wie möglich erlösen. Der Himmel steht uns offen" wird er noch einmal gegen Ende einer schwarzgekleideten Trauergemeinde zurufen. Da steht er nun hochaufgerichtet, als Bestatter seiner eigenen Frau- die er ,wie wir wissen, kurz vorher eigenhändig ermordete.
Schreiend verzerren sich seine zunehmend martialischen Worte, gleichen sich immer mehr in Worten und Gestik den Hasstiraden seines neuen großen Idols an- Adolf Hitler. Und während die Trauergemeinde bestürzt den Saal verlässt, flackern Impressionen von Hieronymus Bosch's Höllenvisionen über die Leinwand.
"Der Leichenverbrenner" ist mehr als ein Kinofilm, er ist ein dämonisches und bestürzendes Kunstwerk, so nachhaltig giftig durch die Gefühle des Zuschauers kriechend, dass man sprachlos und mit zitternden Knien noch lange nach dem Abspann keine Worte findet.
Unbeschreiblich ist die Dämonie, die künstlerische Brillanz, die tief verstörende Wirkungskraft des Gezeigten. Ganz ohne direkt gezeigte Gewalt oder vordergründige Effekte packt uns Regisseur Juray Herz im Nacken und führt uns mit eisiger Präzision in das Gehirn eines Biedermannes, eines Mitläufers und das in dermaßen ambivalent hypnotischer Weise, daß dieser Film mehr über den allgegenwärtigen unscheinbaren Opportunisten erfühlen läßt, als so manche viel vordergründigere Geschichtsbewältigung Marke "Schindlers Liste "
"Der Leichenverbrenner" zieht uns in das Grauen mit seiner leisen, erstickenden, wie ein Totengewand umhüllenden Raffinesse.
Er raubt uns buchstäblich die Luft zum Atmen.
Das Entsetzen ist unglaublich durchdringend, denn so nahe sind wir unbemerkt diesem banalen Monster gekommen, so allumfassend haben wir uns von ihm einsäuseln, manipulieren, täuschen lassen.
Wenn wir Heinrich Manns "Der Untertan" als sachliche Studie eines obrigkeitstreuen Befehlsempfängers nehmen, dann geht Juray Herz noch viel tiefer unter die Haut, legt auf surreal beklemmende Weise das Seelenleben des "braven" Durchschnittsbürgers frei.
Unser Leichenverbrenner Karl Kopfrkingl wird ihnen unvergesslich bleiben.
Die dicklich, anbiedernde, glitschig konturlose Schreckgestalt stellt eine der seltsamsten Figuren der Filmgeschichte dar.
Jedes Wort, das dieser Mann sagt ist Staffage. Wie ein Chamäleon kann er sich jeder Situation anpassen, dahinter verborgen die leere hohle Unberechenbarkeit.
Frappierend nahe in jedem kleinsten Gesichtszug, jedem Zucken der Mundwinkel kommen wir diesen Mann.
Die Kamera durchstößt fast schon in zu aufdringlicher Weise jeden noch so kleinen Abstand zu den Protagonisten.
In subjektivem Blickwinkel kreiselt die Kamera, rückt den Darstellern auf die Pelle, schafft geniale Assoziationsketten in atemberauben montierten symbolhaften Szenerien.
Verkantet sind die Bilder oft in Froschperspektive, kafkaesk ,scharfkantig, messerscharf die Kontraste.
Zu Anfang als Kopfrkingl mit seiner kleinen Familie vor dem Raubtiergehege eines Zoos steht, sehen wir stakkatohaft montiert nur Großaufnahmen von Schuppen, Mäulern, Tieraugen und immer wieder auch Kopfrkingl's eigene bildschirmfüllende Gesichtszüge. Mensch, Tier, Instinkt.- Gefahr. Die Grenzen zwischen den wilden Tieren und dem biederen Zoobesucher scheinen optisch zu verwischen.
Depersonalisierung und zerrissene Skizzen von Augenpaaren und Gesichtern auch im Vorspann.
"Der Leichenverbrenner" ist schon hier in den ersten Sekunden eine suggestiv vollkommen verunsichernde Erfahrung.
Ein Werk wie es kein weiteres in der Filmgeschichte gibt.
Kopfrkingl ( unvergesslich gespielt von dem tschechischen Mimen Rudolf Krusinsky) wird über die gesamte Laufzeit des Filmes immer wieder monologisierende Einblicke in seine Gedanken geben.
Ähnlich wie Caspar Noé Jahre später auch in "Menschenfeind " zu diesem Stilmittel griff.
Aus seine Worten und aus den phantastischen Bildfolgen wird sich mosaikartig ein nebulöser Eindruck des Charakters herauskristallisieren. Dieser ist jedoch selbst so widersprüchlich und "unscharf" ,so grauenhaft irritierend und gleichzeitig faszinierend, daß diese einzigartige Stimmung eher einem unterbewusst wirkendem Rausch gleicht.
Ist "Der Leichenverbrenner" nun scharfe Gesellschaftskritik und präzise Sezierung des gemeinen Mitläufers unter der Nazi-Diktatur oder ist er eher verwurzelt in der halluzinogen träumerischen Schauerromantik, im Expressionismus der Stummfilmzeit ? Er ist beides, vieles mehr und in keine Filmrichtung einzuordnen.
Schein und Realität des Films, Absicht und roter Faden ist vor unseren Augen ebenso wenig greifbar und konkret definierbar wie der perfide Hauptdarsteller.
Mehr noch Kopfrkingl nimmt uns mit seinen säuselnden, eindringlichen, teuflisch menschenverachtenden Theorien so gefangen, daß wir uns eher zunehmend mehr in seinem Kopf befinden, als noch distanzierter Zuschauer zu sein.
Das ist so raffiniert sogartig ungesetzt, dass der Film uns bei dieser Erkenntnis, wie ein Faustschlag trifft.
Der Horror der Banalität eines (kommenden) Massenmörders.
Die entlarvende Wahrheit: Kopfkringl ist in seiner Widersprüchlichkeit und beunruhigenden Manipulationsfähigkeit auch einer von uns.
Das einzige, was man mit Sicherheit über Kopfrkingl sagen kann ist seine ständige Nähe zum Tode. Seine fixe Idee von der Erlösung des Menschen von seinem mühsamen Dasein. Buddhistische Lehren geistern wirr durch seinen Kopf.
Sein ganzes Streben ist auf den befreienden Endpunkt des Lebens gerichtet.
Der Tod als großes Eintrittstor zum Paradies.
Jedwedes lebendiges, wirklich empathisches nicht vorgeheucheltes Gefühl scheint ihm fremd.
"Einfühlsame Menschen lieben Musik. Schade ist es gestorben zu sein ohne jemals die Schönheit von Kompositionen gehört zu haben"
Seelenlose Phrasen und wir können davon ausgehen das Kopfrkingl in einer anderen Situation genau das Gegenteill sagen wird.
In einem Wachsfigurenkabinett mit makaberen Gräueltaten kann er diese Szenen mit ausschließlich distanziertem Wohlbehagen genießen, ist das Leben doch für ihn ohnehin nur ein lästiges Vorspiel.
Dieser Fremdkörper scheint jedwedem alltäglichen Dasein vollkommen enthoben. Er ist nie ganz präsent, glitscht uns als Zuschauer ebenfalls weg, sollten wir ihn einmal als Charakter eingrenzen wollen.
Ein surrender Schwarm aus Meinungen, nachpeplapperten Ideen, dozierten Phrasen, und dahinter die grosse Leere, die sich wahlweise zu jeder neuen Situation instinktiv neu in einen passenden Mummenschanz kleiden kann.
"Wie schade das Blumen nicht aus Plastik sind, dann könnten sie auch im Winter blühen".
Auch sein grosses Idol Adolf Hitler konnte lebendigen Blumen nichts abgewinnen. Eben so wenig wie jeder Form von Sinnlichkeit oder Körperlichkeit.
Der große ehrwürdige auf Heldentum aufbauende Totenkult der Nazis und das Streben nach in Stein gehauener Größe, das passt perfekt zu Kopfrkingls eigener Lebensfeindlichkeit.
Widerspruch auf Widerspruch.
Obwohl Kopfkrkingl das ganze Dasein nur als lästige Vorstufe zum Tode sieht, ist er panisch besessen von der Angst vor Krankheiten. Natürlich, wie er gebetsmühlenartig wiederholt raucht er nicht, trinkt er nicht, und läßt peinlich genau seine Blutwerte regelmäßig überprüfen. Einmal im Monat geht der Biedermann heimlich in ein Bordell um sich eine wenig befriedigenden Triebabfuhr zu gönnen.
Ordnungsliebend ist er. Als er auf Drängen der Partei sich seiner jüdischen Frau entledigt, bindet er ihr ,nach dem er sie im Badezimmer erhängte noch ordentlich die Schnürsenkel zu. Grauenhaft eindrücklich.
Seine Kinder werden ebenfalls seiner Niedertracht zum Opfer fallen.
Kopfrkingl ist in seiner jämmerlichen Biederkeit und kleinkarierten Engstirnigkeit der perfekte Befehlsempfänger jedweder Diktatur. Genau das kleine willen- und rückhaltlose Licht das zu enormer Anpassungsfähigkeit neigt.
Genau diese Mitläufer, der kleine Blockwart, Amtsschimmel, der heimliche Spitzel und Denunziant, der sich plötzlich als Teil einer großen Idee zu Höherem berufen fühlt ,sind der schwärende Nährboden für Diktaturen.
Seien es Ideologien , oder Religionen mit ihrem Versprechen von einem Paradies nach dem Tod. Sie treffen auf Opportunismus, Willensschwäche und Kleingeistigkeit des unauffälligen Bürgers und entfesseln dabei ihre dämonische Kraft.
Es ist der allgegenwärtig kriecherische Charakter eines akribischen Bürokratengehirns Marke Eichmann, Heydrich oder Himmler, der uns hier schauerlich entgegenblickt.
"Wir haben eine Möglichkeit für sie in noch viel größeren Krematorien zu arbeiten", so ein Naziführer. Und der so harmlos dickliche Mann, der eben seine Frau und Kinder tötete, fühlt endlich seine große Zeit gekommen.
Und die letzten leisen Worte, die uns wie ein Donnerschlag des Grauens treffen und uns das Ausmaß des Schreckens noch einmal entgegenschleudern:
"Ja, ich werde sie alle retten. Die ganze Welt will ich retten.
"Der Leichenverbrenner" ist so wirkungsvoll und erschütternd, wie es in der Filmgeschichte nur wenige Werke gibt.
Ohne drastische Mittel geriert er ein Mysterium des Bösen, das schwer zu beschreiben ist, und wirklich selbst erlebt werden muß.
Juray Herz schillerndes Porträt des ganz normalen unscheinbaren Monsters schleicht sich für immer in das Unterbewusstsein, und ist unvergesslich.
Dem Label "Bildstörung" ist es zu verdanken, dass dieses filmische Kleinod nun in hervorragender Qualität in tschechischer Sprache mit deutschen Untertiteln vorliegt. (keine Angst, das stört keineswegs den "Genuß".
"Der Leichenverbrenner" - ein zeitloses Kunstwerk.
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