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am 2. August 2014
Ferenc Fricsay (1914-1963) war in der Nachkriegszeit Chef des neuen RIAS-Symphonie-Orchesters in Berlin und Haupt-Dirigent der Deutschen Grammophon. Mit ihm baute sie ihren Katalog für die Langspielplatte neu auf. Doch das Glück währte nicht lang - Fricsay erkrankte mit Mitte 40 schwer und starb nach vielen vergeblichen Operationen. Die DG holte schon vor seinem Tod Karajan als Nachfolger. In den 60er-Jahren geriet Fricsay beim breiten Publikum schnell in Vergessenheit - teils, weil der Großteil seiner Aufnahmen mono ist und schnell aus dem Verkauf genommen wurde. Psychologisch mag auch eine Rolle spielen, dass kaum jemand weiß, wie sein Name korrekt ausgesprochen wird (Ferenz Fritschoi).

Dennoch hatte der große ungarische Maestro immer treue Fans, die sein Genie bewunderten. In den frühen 1950ern war Fricsay eine Art Berliner Toscanini, ein unglaublich rasanter, dabei aber auch sehr sachlicher und akribischer Dirigent. Nach der Erkrankung änderte sich sein Stil, wurde langsamer, romantischer, zum Teil exzentrisch-manieristisch. Beethovens Fünfte von 1961 ist das beste Beispiel dafür - ein hyper-langsames, gewaltiges Ringen mit dem Schicksal. Wer hier im zweiten Satz keine feuchten Augen bekommt, hat kein Herz.

Dass die DG zum 100. Geburtstag des Dirigenten wieder eine Komplett-Edition herausgibt (die letzte gab es in den 70ern auf LP), ist einfach wunderbar. Ganz eifrige Sammler, die immer mal wieder CDs aus Japan und der französischen Double-Serie bestellt haben, werden hier zwar nicht mehr so viel Neues bekommen. Dennoch konnte auch ich noch Lücken schließen: fabelhaft etwa CD 16 der Box mit französischer Moderne - Debussy "Prélude", der Pariser Studioaufnahme des "Zauberlehrings" und dem hinreißend trockenen und transparenten "Boléro", nach dem ich 20 Jahre lang gesucht habe. Toll auch die Ballettmusiken aus italienischen und französischen Opern.

Wer hingegen bisher nur in Deutschland eingekauft hat, bekommt hier CD-Premieren en masse: Beethovens Sinfonien 3, 5 und 8, eine unwiderstehlich turbulente Frühlingssinfonie von Schumann (ich kenne keine Aufnahme, die nur halb so gut ist), die herrlich zartbitteren Mozart- und Weber-Konzerte mit dem Klarinettisten Heinrich Geuser.

Fricsay war der erste Dirigent, der die Schallplatte als eigenes künstlerisches Medium begriffen hat. Sein Einfluss ist bis heute in der fantastischen Tonqualität und Räumlichkeit selbst der ältesten Mono-Aufnahmen spürbar. In der neuen Box sind sie auf 45 CDs in Papphüllen mit originalen LP-Coverbildern verteilt. Das ist sehr hübsch und nostalgisch - allerdings sind die Hüllen dermaßen "original", dass selbst die aufgeführten Stücke in den legendären Gelb-Etiketten auf der Vorderseite dem LP-Original entsprechen und oft fast nichts mit den Zusammenstellungen auf der CD zu tun haben (die wegen der 75-minütigen Laufzeit viel umfangreicher sind). Die korrekten Titel stehen auf der Rückseite der Hüllen. Ein umfangreiches Booklet mit Texten von Zeitgenossen und raren Fotos komplettiert die wunderbare Edition.
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am 5. August 2014
Die Veröffentlichung sämtlicher Orchesteraufnahmen Ferenc Fricsays ist ein überfälliger Schritt, für den man die Deutsche Grammophon nicht hoch genug loben kann. Dieser einmalige ungarische Dirigent gehört zu den ganz großen Vertretern seiner Zunft und hätte längst unter allen Musikfreunden eine Reputation verdient, die er außer unter Kennern bis heute nicht wirklich genießt. Nach dessen vorzeitigem Ableben (Fricsay starb im Februar 1963 an den Folgen einer nicht rechtzeitig erkannten Perforation der Gallenblase) verdrängte sein Nachfolger Herbert von Karajan den Ausnahmedirigenten Fricsay schnell von der Bildfläche.

Fricsays Aufnahmen sind aber größtenteils so vielfältig, schillernd und lebhaft wie man sich viele Werke nur wünschen kann. Sein Dirigat war unglaublich elegant (er verzichtete meist auf einen Taktstock), äußerst inspiriert, spontan und unberechenbar im positivsten Sinne des Wortes. Fricsay ging akribisch zu Werke, war dabei aber keineswegs unfreundlich zu den Musikern (in jenen Tagen keine Selbstverständlichkeit!) und schuf selbst unter schwierigsten Bedingungen eine Orchesterkultur im Nachkriegs-Berlin, die heute noch wie ein Wunder anmutet. Was Fricsay aus den Trümmern des 2. Weltkriegs entstehen ließ, nötigt auch heute noch allerhöchsten Respekt ab.

Wer beispielsweise seine Interpretation von Dvoraks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" hört, möchte angesichts der Spontaneität und Frische der Darbietung nicht glauben, wie viele um Klassen schlechtere Konkurrenzaufnahmen den Markt fluten. Die Liste der Referenzaufnahmen in dieser Box ist lang - so lang, daß ein Kauf auf keinen Fall zu einer großen Enttäuschung geraten kann. Hier daher einige besonders hervorzuhebende Kostbarkeiten:

Die drei Klavierkonzerte seines Landsmanns Béla Bartók finden in Fricsay und Geza Anda am Klavier kongeniale Interpreten - eine Aufnahme, an die bis heute allenfalls Zoltan Kocsis' Aufnahme mit Ivan Fischer heranreicht.

Beethovens 3. Klavierkonzert mit Annie Fischer ist DIE Referenzaufnahme des Werkes schlechthin - ein Juwel, das seiner Wiederentdeckung im Grunde genommen noch harrt. Das vollkommen organische Zusammenspiel und die Liebe zu Details im Orchester heben diese Interpretation weit aus der Masse heraus.

Die Beethoven-Symphonien 1,3,5 und 7-9 würden wohl kaum dem Zeitgeist heutiger Tage entsprechen - dafür sind die Tempi zu langsam und der Klang im Allgemeinen zu satt. Trotz allem gilt die Aufnahme der Neunten als eine der besten überhaupt, und auch die Fünfte wurde von einer Jury zu den acht besten Einspielungen dieses Werkes aller Zeiten gekürt.

Smetanas "Moldau" ist ein weiterer Höhepunkt: so schillernd, vielseitig, fließend und doch völlig souverän wird dieses Werk nur selten dargeboten.

Prokofieffs "Symphonie classique" ist von unglaublichem Charme, und die Kodaly-Aufnahmen gelten schon lange als Klassiker. Das slawische Kolorit Kodalys ist einfach hinreißend eingefangen.

Die Mozart-Symphonien (29, 39, 40 und 41) entfalten eine wienerische Brillanz. Sie sind nicht so zügig gespielt wie dies heute meist zu erleben ist, punkten aber mit blitzsauberer Akkuratesse und großer Transparenz. Auch eine Auswahl der Klavierkonzerte Mozarts mit Clara Haskil sollte man unbedingt gehört haben. Die Grandezza dieses Spiels haben nur wenige jemals erreicht.

Die absoluten Höhepunkte dieses Schmuckkästchens sind meines Erachtens die Tschaikowsky-Symphonien 5 und 6. Die Fünfte wurde bereits 1949 (eine der frühsten Aufnahmen Fricsays überhaupt) in mono aufgenommen, doch der Klang ist dafür erstaunlich gut. Diese Interpretation ist unbeschreiblich: das wunderbare Klarinettensolo zu Beginn ist so bezaubernd gespielt und in die Harmonien eingebettet, daß der geneigte Hörer sofort überwältigt wird und ahnt, daß noch großartige weitere 40 Minuten folgen werden. In puncto Qualität nimmt diese Aufnahme einen absoluten Spitzenrang ein. Die Pathetique stellt jedoch alles in den Schatten. Sie liegt sogar in zwei Versionen vor: die erste von den frühen 50er-Jahren ist um sieben Minuten schneller als die zweite Version, die vier Jahre vor Fricsays Tod entstand. Die erste Darbietung ist schon atemberaubend und überaus präzise gespielt, aber die zweite ist eine Sensation. Fricsay hatte die Aufnahme nie freigegeben, weil er noch an ihr arbeiten wollte - dazu kam es zwar nicht mehr, aber es bleibt ohnehin fraglich, was an dieser Aufnahme noch zu verbessern gewesen wäre. Die Aufnahme würde übrigens erstmalig in der Box "Ferenc Fricsay - a life in music" im Jahre 2003 veröffentlicht - also 40 Jahre nach dem Ableben des Maestros. Die Pathetique kann also nicht nur als Tschaikowskys geistiges Testament, sondern auch als das von Fricsay angesehen werden.
Diese Pathetique ist ohne Übertreibung eine Jahrhundert-Interpretation, die mit alten eingefleischten Hörgewohnheiten und Schlampereien gründlich aufräumt. Fricsay genehmigt sich hier beispielsweise Rubati, die anderen Dirigenten sofort aus den Händen gleiten würden - gleich das Fagottsolo zu Beginn oder das abrupte Abbremsen vor der Klimax des Kopfsatzes legt Zeugnis davon ab. So organisch, so stimmig und so warmherzig hat man die Pathetique noch nie erlebt - fernab jeder falschen Gefühlsduselei oder rührseligen Kitschs. Man könnte meinen, daß diese Aufnahme das ganze Leiden Fricsays in sich vereint - wer das nicht gehört hat, dem fehlt etwas im Leben.

Die Würdigung dieses Ausnahmedirigenten ist überfällig - viele seiner Aufnahmen bleiben absolut unvergessene Meilensteine, die auch nach mehr als einem halben Jahrhundert allen Musikern heutiger Tage als Inspiration dienen sollten. Auch einem Ferenc Fricsay konnte nicht alles gelingen, aber selbst die wenigen im Vergleich etwas schwächeren Aufnahmen können sich absolut hören lassen.

Zu einem Kauf dieser Box kann ich nur uneingeschränkt raten. Auch die Klangqualität ist in vielen Fällen so erstaunlich gut, daß man der Mehrzahl der Aufnahmen ihr Alter überhaupt nicht anmerkt. Die 45 CDs helfen bei der Überbrückung bis zu der Zeit, da die zweite Box mit den Bühnenwerken herauskommen wird - auf die darf man mindestens so gespannt sein!
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am 8. November 2014
So sehr wie die Neuproduktion von 49 CDS zum 100. Geburtstag von Ferenc Fricsay zu begrüßen ist, muß sie leider als mißlungen bezeichnet werden. In völlig unmusikalischer Weise wurde die Dynamikbreite der Aufnahmen vergrößert. Als einer der wenigen noch lebenden Orchestermitglieder aus den 50er Jahren muß ich dies leider sehr bedauern. Fricsay war stets bemüht, sein Klangbild zu erreichen und hat dies immer mit den Aufnahmeleitern und -technikern besprochen.

Hört man sich diese neuen CDs über Lautsprecher an und stellt die Lautstärke so ein, daß man die pp-Stellen überhaupt hört, sind dann die ff-Stellen so laut, daß man befürchten muß, die Lautsprecher werden zerstört, ganz zu schweigen davon, daß das eigene Ohr Schaden nimmt. Es entsteht also nicht das originale Klangbild sondern ein völlig falsches vom Dirigenten Ferenc Fricsay. Das muß ich leider als sehr bedauerlich kritisieren und die Neueinspielung als nicht empfehlenswert bezeichnen.
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am 27. Juli 2015
Leider muss ich mich der Bewertung von Werner Berndsen vom 8.11.2014 anschliessen. Bei der Neuherausgabe haben die Toningenieure die Dynamik der Aufnahmen viel zu weit aufgespreizt.
Ich habe mich inzwischen durch viele Stücke der Sammlung gehört, sowohl auf meiner - gewiss nicht schlechten - Stereo-Anlage wie auf Kopfhörer.
Stelle ich die Lautstärke so ein, dass die Fortissimo-Stellen erträglich sind, sind die Piano-Stellen teilweise fast unhörbar - und die meisterlichen Ausklänge - wie z.B. im 1. Satz der 6. Symphonie von Tschaikowsky - verschwinden völlig. Erhöhe ich die Lautstärke soweit, dass die Pianissimo-Stellen noch gut zu hören sind, reisst es mir bereits bei Forte die Ohren weg.
Ich kann nur mutmassen, dass die DG damit die Aufnahmen etwas "auffrischen" wollte. Jedoch haben sie des Guten zu viel getan.
Und dass bei einer Sammlung, die viele Interpretationen enthält, die in meinen Ohren zu den Besten gehören, die jemals eingespielt wurden.

Es wäre wirklich sehr wünschenswert, dass die DG zumindest bei der Download-Version dieser meisterhaften Sammlung diesen Fehler wieder korrigiert.
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am 20. Januar 2016
Wunderbare "Zusammenfassung" seines musikalischen, orchestralen Wirkens. Die Box-Aufmachung durch die DGG mit den CD-Hüllen der früherer Langspielplatten haben einen ganz besonderen Flair.
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am 2. September 2014
keine neuerliche diskussion: fricsays berliner rias- und rso-aufnahmen
der 1950/60er jahre, die hier von der deutschen grammophon zusammen-
gefasst und neu als paket aufgelegt dargeboten werden sind allen musikfreunden-
und kennern längst bekannt und fast ausnahmslos als hoch- und höchstwertig
beurteilt worden. allesamt künstlerisch erstrangig.
dem heutigen hörgeschmack werden sie weniger genügen, weil sie z.t. mono
und weniger klangtransparent hi-fi klingen.
allerdings, wer mp3 streamings als standard nimmt, wird sich nicht limitiert fühlen.
jedoch, ein verdikt, diese dg-cd-box ist schlichtweg zu teuer-!
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