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17 Personen fanden diese Informationen hilfreich
3,0 von 5 SternenWischen ja. Staub und Brösel nein. Nicht für bekennende Ordnungsfanatiker mit sehr hohen Ansprüchen.
VonMajaaaam 18. Januar 2015
Ich habe den Braava 320, allerdings mit dem Wischfuß des 380, der auch über einen Wassertank verfügt.
Der Unterschied zwischen meiner Kombination und dem 380 besteht lediglich aus der schnelleren Ladezeit (der Aku des Braava 320 braucht 3-4 Stunden für eine volle Ladung), daher stelle ich meine Rezension auch für dieses Gerät mit ein.
Auch den Aku des 380 könnte man für den 320er nachkaufen, was ich jedoch bei meiner Wohnung nicht benötige.
Braava fegt Staub und kann auch nass wischen.
Fürs staubwischen wird das weiße Tuch verwendet, fürs wischen das blaue.
Beide Aufgaben kann er auch mit den trockenen bzw. feuchten Swiffertüchern erledigen.
Im Staubmodus fährt der Roboter den Raum gezielt einmal ab. Im Wischmodus fährt er vor- und zurück.
Anders als die Roombas des selben Herstellers tut er dies in Zusammenarbeit mit seinem Würfel planvoll und nicht nach dem Zufallsprinzip.Er steigt nicht auf Teppiche und fährt nicht über Türschwellen.
Schön, er ist flüsterleise und anders als beim Roomba habe ich nicht das Bedürfnis zu flüchten, wenn er seine Arbeit erledigt.
Wie schlägt er sich bei den jeweiligen Jobs?!
Staubwischen:
Ich habe den Braava für Staubwischen getestet, auchwenn das nicht seine reguläre Aufgabe bei mir ist.
Mit dem Ergebnis war ich nicht zufrieden. Wer ihn sich dafür anschafft, wird auch als nicht Ordnungsfanatiker eher enttäuscht sein.
Staub solo erwischt der Kleine gut. Beim Staubwischen zieht er zügig seinen Bahnen, Das Tuch hält Staub und Haare dabei gut fest, solange es nicht zu voll ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Swiffertücher hier besser funktionieren als das weiße eigene Tuch. Ist das Tusch aber voll, lässt die Gründlichkeit nach und er schiebt den Dreck vor sich her.
Was er leider nur bedingt einfängt sind lange Haare oder falls vorhanden Wollmäuse, die verliert er recht schnell wieder oder schiebt sie in der Ecke zusammen, was er gar nicht mitnimmt sind kleine Brösel oder soetwas wie Katzenstreu. Diese verteilt er fröhlich. Ordentliche Staubschichten, z.B. in einer Junggesellentestwohnung eines Freundes ;-) überfordern ihn ebenso. Er ist nicht für die harte gelegentliche sondern für die regelmäßige leichtere Arbeit gedacht. Wenn Sie ihn zum staubwischen einsetzen, werden sie aber immer nacharbeiten müssen. Im Vergleich zu einem aktuellen Roomba macht der Braava den Job des Staubwischens definitiv schlechter und auch für mich als nicht extrem Ordnungsfanatiker nicht gut genug.
Da ich einen Roomba habe, läuft der Braava allerdings nur als Wischroboter. Da überzeugt er deutlich mehr.
Wischen:
Für den Wischmodus verwendet man das blaue Tuch, feuchtet es an, der Roboter wird ausgesetzt und tut seinen Dienst. Wenn Sie ein Bild davon bekommen möchten, am besten mal auf Youtube ein Video davon ansehen. Erfahrungswert, man braucht mehrere blaue Tücher. Ich habe einen Dreierpack ergänzt (kann man auch hier auf Amazon günstig erwerben), damit kann ein verklebtes Tuch auch mal in die Waschmaschine und man kann trotzdem weiter putzen lassen.
Es ist zwingend erforderlich, dass der Raum vor dem Wischen gesaugt wurde. Entweder von Hand oder über den Kollegen Roomba. Sonst produziert Braava Staubröllchen, die er fröhlich am Boden festklebt (was man von Hand genauso tun würde).
Wie stellt er sich dabei an!?
Der Braava 380 mit dem Wasserreservoir schafft anders als der 320 auch mittelgroße und größere Räume, solange sie nur leicht verschmutzt sind. Das Wasserreservoir hält das Tuch länger feucht. Das ist das große Manko beim 320er Modell. Allerdings hilft das nur eingeschränkt weiter: Das Tuch ist gut, es nimmt Schmutz gut auf, verklebt damit aber nach einer gewissen Zeit. Die Reinigungsleistung lässt auch nach, wenn das Tuch zu arg verschmutzt ist. Braava ist selbst mit Wasser-Fuß also nur etwas für leicht verschmutzte Räume. Bei einem Hund und Schlechtwetter-Pfotendreck und Schlieren vom nassen Hundebauch wird er an seine Grenzen kommen. Ein Hauseingang bei Schneematschwetter wäre auch schon kritisch. Teeflecken z.B. nimmt er mit. Wasserflecken vom kochen. Ebenso schafft er hartnäckiges wie Keksteigkleb oder dergleichen nachvollziehbarerweise nicht. Man darf hier keine Wunder erwarten.
Wischen von Parkett und Laminat geht allerdings gut. Alle Böden trocknen schnell nach. Es quillt nichts auf. Ganz empfindliche Böden würde ich mit einem befeuteten Tuch ohne Wasser im Tank reinigen, damit stellt man sicher, dass Braava nebelfeucht wischt. Bei Holzböden muss man lediglich darauf achten, dass man den Braava einsammelt, wenn er fertig ist, sonst bleibt er mit feuchtem Tuch auf einer Stelle stehen, was dann auf Dauer doch für den Boden gefährlich werden würde. Da er nicht alleine oder programmiert läuft ist das kein Problem. Sie sollten ihn aber nicht auf Parkett aussetzen und dann einkaufen gehen.
Was ist schade bzw. könnte besser sein:
Der Braava hat eine etwas ungünstige Höhe, unter manchen meiner Heizkörper fährt er sich pro Runde mehrfach ist. Die Selbstbefreiungstaktiken sind nicht so ausgereift wie beim Roomba, das könnte besser sein. Kleinere bis mittlere Räume mit wenig Möbeln meistert er gut. Für größere Räume reicht das Tuch nicht aus und man muss tricken.
LEIDER erkennt er auch die Leuchttürme des Roomba nicht. Damit könnte man größere Räume unterteilen und ihn von bestimmten Bereichen aussperren.
Was bleibt bei mir:
Der Braava wischt ausschließlich. Nach dem Kochen wird er täglich in der Küche ausgesetzt, wenn er piept wieder eingesammelt. Gelegentlich bekommen ihn einige weitere Räume wie z.B. Bad und Flur zu sehen.
Das große Wohnzimmer schafft er mittlerweile dank des 380er Fußes auch, vorher blieb das Tuch nicht lange genug feucht.
Ich habe den Braava angeschafft, da ich ihn a) sehr günstig bekommen konnte, und bei dem Preis nicht widerstehen konnte - und b) meine Küche mit weißen Bodenfliesen quasi nach jeder Benutzung gewischt werden will, und ich das sehr nervig fand.
Für den hier aufgerufenen bzw. die UVP hätte ich aber wohl nicht zugegriffen und würde es auch nicht tun.
In Kombination mit dem Roomba und für die oben genannten Einsatzzwecke beim wischen meines Küchenbodens finde ich ihn eine hilfreiche Ergänzung.
Wenn Sie sich die Hausarbeit erleichtern wollen und noch kein solches Gerät haben - sparen Sie nicht am falschen Ende, weil das Gerät das günstigste in der Serie ist: denken Sie primär über einen Roomba nach, das ist wirklich eine substanzielle Hilfe, auchwenn er deutlich mehr kostet. Der günstigere Braava hat nicht den gleichen Nützlichkeitsgrad wie der saugende Roomba. Als Ergänzung ist er mit den genannten Einschränkungen nett, aber kein Muss.
Wenn Sie über einen Braava nachdenken, können Sie bei einer Wohnung von 70 bis 100 qm und kleinen Räumen auch den 320er nehmen bzw. dieses ggf. mit dem Fuß des 380ers nachrüsten. Bei mehr qm empfiehlt sich gleich der 380er, da er mit dem besseren Aku weiter kommt und auch schneller wieder geladen und einsatzbereit ist.