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am 3. Mai 2012
Eine Hommage noch zu Lebzeiten des Gewürdigten -- das Album "Kindred Spirits. A Tribute to the Songs [!] of Johnny Cash" stammt aus dem Jahre 2002, kann also als eine Art "Mutter aller 'Man in Black'-Tribute" gesehen werden. Schon die Liste der Würdiger beeindruckt: Ein Bob Dylan dürfte sich nicht für jedes Kollegenlob hergeben, und auch sonst tummeln sich illustre Namen auf der Liste: Little Richard, Keb' Mo', Bruce Springsteen, Marty Stuart; Mary Chapin Carpenter, Emmylou Harris und Sheryl Crow als Trio... und selbstverständlich ist auch Cash/Carter-Verwandtschaft mit im Spiel.
Erfreulich ist zunächst mal, dass hier waschechte Johnny-Cash-Songs geboten werden, die meisten davon aus seinen allerersten Superstar-Zeiten beim "Sun"-Label. Also keine Songs, die a u c h in seiner Version berühmt wurden, sondern solche, die g e r a d e in seiner Version berühmt wurden..

Allerdings, so ehrfurchtgebietend die Schar sich auch liest, so schleicht sich doch ein wenig Misstrauen vorab ein: Der einzige auf der Liste, den man sich nicht auf Anhieb als Johnny-Cash-Interpreten vorstellen kann, ist Keb' Mo', ein Blues-Großmeister der Gegenwart. Es könnte also sein, so argwöhnt die Rezensentin, dass die Interpretationen nicht allzu sehr aus dem Rahmen dessen fallen, was das Genre vorgibt. Und da stellt sich natürlich die Frage: "Braucht's dees?" Cashs Versionen sind legendär, schlichtes Nachahmen bringt da nicht viele Aha-Erlebnisse.
Um's mal so zu sagen: Man sollte auch vor den ganz Großen nicht in Ehrfurcht erstarren. Das gilt für die Zuhörer, es gilt aber vor allem für die Interpreten. Manches auf dieser CD hätt's wirklich "net braucht".
Gehen wir also erst einmal zum Mängelbericht: Auch ein Bob Dylan hat mal nen schlechten Tag, und irgend jemand hätte ihm sagen sollen, dass dieses belanglos runtergerasselte "Train of Love" nix taugt. Ähnliches gilt für Little Richards nach Art der Schülerband geschrammeltes "Get Rhythm". Noch zwei, drei weitere Vorstellungen gewähren vor allem die Einsicht, dass viele der hier vertretenen Songs nicht umsonst in Johnny Cashs Version unsterblich geworden sind. Hätten dieselben Songs ihre Premiere bei Travis Tritt oder Charlie Robison erlebt, dann wären das heute nämlich keine Klassiker, an denen sich die Nachwelt abmühen würde. Klingt alles ganz nett, gelegentlich auch gut. Aber mehr auch nicht. Mitleiderregend, wie Travis Tratt "I Walk the Line" knödelt. Den Kick des Originals, die unerbittlich absinkenden Tonlagen, ertränkt er in Sülze. -- "I Limp the Line" hätte er seine Version nennen sollen.
Andere machen den Fehler, einfach so klingen zu wollen wie der Gewürdigte -- und da hört man leider allzu deutlich den Unterschied: bei Charlie Robisons pittoresk schweißtriefend klingen sollendes "Don't Take Your Guns to Town" ebenso wie bei Hank Williams III. mit seinem "Big River" als x-tem Beweis, warum er nie die Klasse seines Großvaters erreichen wird.
Oder nehmen wir Dwight Yoakams "Understand Your Man", denn das leitet die CD ein. Gut gemacht, wie nicht anders zu erwarten -- aber auch keine Revolution der Musikgeschichte. Auf diese Art wurde der Song schon öfter eingespielt, perfekter als es Johnny Cash selber je eingespielt hat, aber auch viel, viel glatter poliert und eindeutig überinstrumentiert. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Damit ist das Schlimmste schon überstanden; insgesamt ist das Album gelungen und bietet viele schöne Töne.
Rosanne Cashs "I Still Miss Someone" etwa ist so ein Glanzstück. Sie macht nicht den Fehler, den Song nach Art ihres Vaters einzuspielen, sondern sie wandelt's in eine ruhige Ballade jener Art um, die sie ganz einfach kann. Das gilt auch für das Trio Emmylou Harris, Sheryl Crow und Mary Chapin Carpenter, deren "Flesh and Blood" ganz unspektakulär daherkommt -- aber da stimmt jeder Ton, und mit Akkordeon und Mandoline setzen sie zusätzliche Akzente. Ein wenig erinnert's an die Carter Family, aber ein Plagiat ist das bestimmt nicht. Oder Steve Earle, dessen ungehobeltes "Hardin Wouldn't Run" nach bester Hillbillie-Art den Nerv des Songs trifft, auch dank seiner Mundharmonika und Marty Stuarts Mandolinen-Einlagen. Was Marty Stuarts "Hey Porter" betrifft: Das spielt er à la mode Cash, aber gekonnt und mit Verve. Kein Wunder -- er hat Cashs Original-Schlagzeuger W.S. Holland zur Unterstützung.
Noch überzeugender ist Bruce Springsteens spartanisches "Give My Love to Rose"; diese behutsame Interpretation als musikgewordene Einsamkeit hätte auch wunderbar in seine besten Alben "Nebraska" oder "Ghost of Tom Joad" gepasst.
Wie Keb' Mo' jedoch konsequent den Blues aus dem "Folsom Prison Blues" herauskitzelt -- das ist ein Meisterwerk, ein Blues jener Sorte, dem aller Zeitgeist den geschundenen Buckel runterrutschen kann. Richtig zu Herzen geht einem der vorletzte Track, direkt vor einer abschließenden kurzen Luther-Perkins-Hommage. Johnny Cashs Duett mit seiner vermutlich ebenso klapprigen Schwägerin Janette Carter, ganz in der Art und Weise der Carter Family mit ... nein, nicht mit "Wildwood Flower", sondern mit "Meet Me in Heaven". Das nenne ich Würde.

"Kindred Spirits" ist ganz bestimmt kein schlechtes Album, und abgesehen von Dylans und Little Richards Ausrutschern sind auch die schlechteren Nummern immerhin solide Ware. Aber da wäre mehr drin gewesen, bei solchen Vorlagen und solchen Könnern.
Ein Mittelgebirge mit viel musikalisch-landschaftlichem Reiz, mit zweieinhalb tiefen Schluchten, in die zwei Herren gestürzt sind, und dahinter einige prächtige Gipfel, die das Ersteige... pardon, Anhören lohnen. Die Gipfel heißen: Rosanne Cash; Emmylou Harris & Sheryl Crow & Mary Chapin Carpenter; Steve Earle; Marty Stuart. Und Keb' Mo', Bruce Springsteen und Johnny Cash & Janette Carter thronen als einsame Achttausender über diesem Gebirge.
Je nun: Drei Sterne sind zwar ein wenig geizig, aber vier wären ein wenig arg viel. Wegen der Abstürze.
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am 7. Juni 2014
Ich mag Cash und wie er seine Lieder (auch zusammen mit den Highwaymen) gespielt hat - diese Versionen haben nicht viel davon. Don't take your guns to town, Hey Porter und Hardin sind recht nett, der Boss und Dylan mal anders und Meet Me in Heaven ganz ok.... einmal durchhören, auf meine Countryplaylists kommt vorerst mal keine der Nummern.
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