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am 7. Dezember 2016
Seit einigen Jahren werden wir im Kino mit Filmen zugemüllt, die sich früher sicherlich niemand angeschaut hätte. Filme, die sinnfreie, seelenlose CGI-Effekte vor jede Story stellen und nur noch im Sekundentakt durch schnelle Schnitte an uns vorbeirasen, ohne etwas zu hinterlassen. Umso erfrischender sind solche Perlen wie Mademoiselle Populaire. Der Film spielt nicht nur in den Fünfzigern, er könnte auch aus dieser Zeit stammen und hebt sich damit erfreulich positiv von all dem Popcorn-Kino für grenzdebile Teenager ab. Dabei birgt die Story weder etwas umwerfend Neues noch irgendwelche Überraschungen. Doch die Geschichte von Rose, deren Chef sie darauf trainiert, zur Schreibmaschinen–Schnellschreib-Weltmeisterin zu werden, ist einfach schön anzuschauen. Ein bisschen Witz, ein bisschen Lovestory, ein bisschen Erfolgsstory, alles vermischt mit sehr sympathischen Schauspielern, die allesamt einen hervorragenden Job machen.
Der liebenswerte Charme des ganzen Settings schwappt auf den Zuschauer über und lässt ihn erneut eintauchen in diese längst vergangene Magie des Fünfziger-Jahre-Kinos. Dabei langweilt der Film nicht eine Sekunde. Man ahnt, wie es ausgeht und fiebert dennoch die ganze Zeit mit. Klare Empfehlung für alle, die mal wieder einen Film mit Seele sehen wollen. Ich will mehr davon.
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am 2. Juli 2017
Der Inhalt ist kurz erzählt: unbedarftes Mädchen in den Fünfzigern will aus ihrem Kaff entkommen und fängt als Sekretärin bei einem Versicherungsvertreter an. Dieser erkennt ihr Talent zum Maschinschreiben und will sie zur Siegerin bei den Weltmeisterschaften machen. Natürlich kommt es zu einer Liebesbeziehung und nach einigem hin und her zu einem Happy End.
Dieser dünne Handlungsfaden wurde ohne besondere Überraschungen oder Spannungsmomente auf 140 Minuten ausgezogen, was einfach zu lange ist und zu Langeweile führt.
Die Hauptdarstellerin ist bezaubernd und trägt den Film, leider fehlt ihr ein starker, männlicher Gegenpart. Romain Duris kommt für mich nur als kleines, psychotisches Männchen rüber-überhaupt nicht als Held zum Gernhaben oder an Schulter anlehnen. Kein Vergleich mit 50er Jahre Filme, welche von spritzigen Dialogen und temporeichen Wendungen leben...gute Ausstattung ist halt nicht alles. In diesen alten Filmen, zeigen auch die schwachen Frauchen ihre Krallen und sind schlagfertig, was Rose in diesem Film leider verwehrt bleibt.
Ich fand ihn nicht besonders romantisch, auch nicht besonders witzig, halt so ein Film, den man sich anschaun kann, aber wenn nicht, hat man auch nichts versäumt.
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am 8. Januar 2017
Ich kann mich den positiven und teilweise ausführlichen Rezensionen nur anschließen! In der heutigen Zeit einen so gelungenen Rückblick zu machen, sogar den Abspann bei dem Film fand ich bis zum Ende toll, die Musik... Natürlich nur was für Menschen, die lieben können und für die, die Romantik mögen, wird es sicherlich unterhaltsam sein. Habe den Kommentar gelesen, es sei sexistisch - das IST und BLEIBT wohl immer EIN Aspekt unserer Welt! Selbstvertrauen, Selbstsabotage, Druck aus der Familie, Freunde, kleine Geheimnisse - ich hab das Gefühl, es ist alles in dem Film vorhanden. Wie ein Golfball, ein rundum gelungener Film und unerwartet großes Kino!!!
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am 18. Juni 2017
Die schauspielerischen Leistungen der Hauptakteure war wirklich gut Sie ist wirkich, was ihr Mundwerk angeht, sehr offen, für damalige Zeiten, toll!. Eine gute Idee - dieser Schreibmaschinenwettbewerb. Ich habe immer noch so eine alte Maschine - noch von meiner Mutter. Es geht eben auch um die Vorbelastungen von Menschen, wie 'sie' und 'er' dann mit dem Leben umgehen- um Angst und um Sehnsüchte. Das hat sich bis heute auch nicht groß geändert. Mir hat der Film wirklich gut gefallen. Danke.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. August 2013
Wer ist die Schnellste an der Schreibmaschine? Eine originelle Idee für einen Film. Denn MADEMOISELLE POPULAIRE erinnert an ein wichtiges Utensil im Büroalltag bis in die 1980er Jahre und vor allem an den Job der Sekretärinnen. Denn diese mussten viele Briefe am Tag nicht nur schnell, sondern auch fehlerfrei tippen.

Ich selbst bin in einer Zeit aufgewachsen, in der es noch keine PCs gab. Briefe wurden auf der Schreibmaschine mit dem mühseligen Zwei-Finger-Suchsystem und unter Verwendung von reichlich Tipp-Ex geschrieben. Auch die Hauptdarstellerin Rose (Deborah Francois) beherrscht anfänglich nur dieses System, doch das in einem Tempo, dem ich nur meinen ganzen Respekt zollen kann. Dank dieser Fähigkeit bekommt sie auch den Job als Sekretärin beim Versicherungsvertreter Louis (Romain Duris). Von ihrer Schnelligkeit begeistert, hat er den Ehrgeiz, die schnellste Sekretärin an der Schreibmaschine zu haben. Schnell meldet er sie bei einem entsprechenden Wettbewerb an, an dem gut 100 Sekretärinnen aus der Region teilnehmen. Doch Rose scheitert mit „nur“ 358 Anschlägen in der Minute - 360 müssen es mindestens sein, um die Qualifikation für die nächste Runde zu schaffen. Daraufhin muss Rose das Zehn-Finger-System erlernen und tagtäglich trainieren. Mit Erfolg, denn den nächsten Wettbewerb gewinnt sie. Doch das reicht Louis nicht. Er möchte, dass Rose auch die französische Landesmeisterschaft gewinnt…

Was sich nach einem ernsten Film anhört, ist in Wirklichkeit eine Komödie, die gegen Ende der 1950er-Jahre in Frankreich spielt und von der ersten Sekunde an den Zuschauer unterhält. Das hauptsächlich wegen des Humors und der schauspielerischen Glanzleistung von Deborah Francois. Sie spielt die anfänglich schüchterne und tollpatschige Rose, die sich immer mehr zu einer sehr selbstbewussten Frau entwickelt, mehr als überzeugend. Hiervon lebt MADEMOSIELLE POPULAIRE in der Anfangsphase. Denn der Film baut seine Geschichte langsam auf, ehe er in einem furiosen und spannenden Finale endet, dass einen mitreißt und man sich spontan aus seinem Sessel erhebt und applaudiert.
Diese imposante Schlussphase lebt auch von einer genialen Kameraarbeit, vor allem während der Wettkämpfe um verschiedene Meisterschaften. Sie liefert vielfach Bilder ab, die einen fesseln und ein wahrer Augenschmaus sind, was genauso auch der sehr guten Bildqualität der Blu-ray zu verdanken ist.

Durchgängig überzeugen die Dialoge. Zwar meist nur kurz, doch sorgen sie immer wieder für ein Schmunzeln und Lachen beim Zuschauer. Auch sollte man sich das Gesagte gut merken, denn im Verlauf des Films gibt es immer wieder Anspielungen auf vorherige Szenen, und das reichlich, was zu manch einem Lachanfall führt.

Für den ein und anderen mag MADEMOISELLE POPULAIRE ein trivialer Film sein, da das Ende bereits nach wenigen Minuten zu erahnen ist. Doch das wird durch einen hohen Unterhaltungswert mehr als wettgemacht. Allein das Finale ist schon das „Eintrittsgeld“ wert.

Auch Nostalgiker kommen auf ihre Kosten. Denn die Kleider, Frisuren und vor allem die Brillen, die die Frauen in den 1950er Jahren trugen, waren damals im wahrsten Sinne des Wortes „der letzte Schrei“. Passend ausgewählte Musik aus dieser Zeit rundet einen mehr als gelungenen Film ab, den ich wärmstens empfehlen kann.
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am 20. September 2013
... jedenfalls 1958. Aber 2012 einen Film zu drehen, der eine einzige Hommage an die Spielfilmaera von Doris Day und Rock Hudson, in den späten 50er und frühen 60er Jahren ist, das ist alles andere als modern, sondern meiner Meinung nach schlichtweg nur mutig. Regis Roinsard hatte diesen Mut und wurde belohnt. -Mademoiselle Populaire- ist hinreißend altmodisches Kino, dass allerdings doch irgendwie zeitlos und genial gelungen ist. Wer auf Old-School in Perfektion steht, den wird der Film begeistern, wer noch zu jung ist, um sich auch nur ansatzweise vorzustellen, wie die beliebte Filmabteilung "Sie kriegen sich! Sie kriegen sich nicht!" vor 50 Jahren funktionierte, der wird staunen, wie gut dieses Konzept auch im neuen Jahrtausend klappt.

Rose Pamphyle(Deborah Francois) ist die Tochter eines kleinen Ladenbesitzers auf dem Land. Der hat eine Schreibmaschine im Fenster stehen, die Rose geradezu magisch anzieht. Und das Mädchen kann tippen! Wenn auch nur mit zwei Fingern. Als Rose sich ihren Traum verwirklichen will und sich in der Stadt um eine Stelle als Sekretärin bewirbt, muss sie erkennen, dass es reichlich Konkurrenz gibt. Der Versicherungsagent Louis(Romain Duris) entscheidet sich für Rose, obwohl er das Mädchen scheinbar nicht mag. Doch ihre schnellen Finger an der Schreibmaschine begeistern ihn. Louis meldet Rose für einen Schreibmaschinen-Schnellschreib-Wettbewerb an. Er weiß, dass Rose das Zeug hat, um ganz groß rauszukommen. Allerdings scheint er nicht zu wissen, dass das Mädchen vom Lande sich in den Chef verliebt hat. Was vom ersten kleinen Wettbewerb bis zur Weltmeisterschaft im Schnelltippen dann passiert, ist ein bisschen Himmel und Hölle zugleich für Rose...

Am Ende sagt Louis Freund Bob(Shaun Benso): "Amerika ist gut fürs Geschäft. Frankreich ist gut für die Liebe!" Das trifft den Inhalt von -Mademoiselle Populaire- ziemlich gut. Herzerfrischend lustig spielen sich Deborah Francois und Romain Duris die Bälle der Story zu. Die funktioniert von A bis Z ohne den geringsten Holperer. Schon beim Vorspann wird klar, auf was sich der Zuschauer hier einlässt. Ihn erwartet eine Zeitreise vom Allerfeinsten. Die transportiert Regis Roinsard nicht nur mit wunderbaren Bildern, sondern auch mit einer Musik, die scheinbar verloren oder verschüttet schien. Roinsard hat sie gefunden und mit den weiteren Zutaten Kulisse, Schauspieler, Plot und Kamera einen sehr unterhaltsamen Mix zusammengestellt. Allein die Szenen mit Roses bunten Fingernägeln, der Tanzeinlage zu Weihnachten oder dem Besuch auf dem Friedhof sind das Anschauen des Films wert.

Ich habe mir -Mademoiselle Populaire- angeschaut, weil ich einen Tipp auf den Film bekommen habe. Den reiche ich jetzt gern weiter: Schauen sie sich das an! Es lohnt sich!
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am 27. Dezember 2016
Déborah François habe ich bisher erst einmal gesehen, was daran liegt, dass französische Filme in unseren amerikadominiertem Land nicht zur Massenware gehören.

Zum Glück tun sie es nicht!

Während Déborah François bei "Das Mädchen, das die Seiten umblättert" noch das Biest spielt, das mit Rachegelüsten eine Frau zugrunde richtet und eine Ehe zerstört, ist sie hier ein dummes Liebchen, das sich im Laufe des Filmes zu einer coolen taffen Frau entwickelt, die nicht nur ihr Ziel erreicht, Weltmeisterin im Schreibmaschineschnellschreiben zu sein, sondern auch noch ihre große Liebe findet.

Man darf das ruhig vorher verraten, denn zu einem Film mit Happy End gehört schließlich, dass der Held / die Heldin ihr Ziel erreicht, man kann sich das schon vorher denken :-)

Wer also mal eine schöne französische Komödie sehen möchte, die den Zuschauer von Beginn bis Ende fesselt, der ist hier genau richtig!
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Ein Mann hat eine Frau fallen lassen, da er selbst Angst vor einer immensen Fallhöhe hatte und hat. Später versucht er recht druckvoll, eine andere Frau zu der Gefallenen zu machen – um vor allem sich selbst etwas zu beweisen und seinen eigenen Fehler, den er nie verwunden hat, zu kompensieren. Kulminationspunkt und Klimax: Sie, also die zweite, hat sich in einem Hotelzimmer endgültig (zumindest äußerlich) verwandelt, tritt vor ihn. Die natürlich mal wieder direkt ins Zimmer scheinende Leuchtreklame taucht die Szenerie in monochromes Licht wechselnder Primärfarben. Zarte, aber auch etwas beunruhigende hohe Streichertöne orchestrieren die Stimmung…

Das Obige kann eins zu eins für zwei Filme stehen: für Hitchcocks „Vertigo“ und für „Mademoiselle Populaire“. Und in der irren, angesichts einer scheinbar leichten Komödie geradezu überschwänglichen Szene im Hotel erweist „Mademoiselle Populaire“ dem Vorbild nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch und akustisch seine Reverenz. Mehr als nur Zitierwut eines „Ich kann Filmklassiker“-Franzmanns. Die obige Inhaltsangabe mag anzeigen, dass das Motiv auch insgesamt passt. Und der große und höchst unterhaltsame Kunstgriff ist, dass diese Verbindung von Stil und psychologischem Motiv auch in einem Stoff funktioniert, in dem man es nicht erwarten würde. Dies hebt den Film weit über die klassischen Genres des Sportfilms und der romantischen Komödie. Das ist nicht nur ein mauer „Was die Amis können, können wir auch“-Versuch!

Sportfilm? Jawohl! Es geht 1958 und 1959 um Meisterschaften im schnellen Schreibmaschinetippen, und da ist alles drin, was das Genre so braucht. Scheinbar machohafter, gleichwohl gefühlskalter und druckvoller Chef „entdeckt“ Mauerblümchen aus der Provinz (der Gegensatz Paris/Provinz ist dann wieder typisch französisch), das als seine Sekretärin nicht besonders viel leistet, aber mit zwei (!) Fingern erstaunlich schnell tippen kann. Die beiden werden Trainer und Trainierte, oder auch Schöpfer und Geschöpf, aber ist das Geschöpf ohne Schöpfer bald erschöpft oder will und darf es eigenständig sein? Nach einem gescheiterten Versuch Siege in Folge. Der Ruhm verführt zu glamourösem Werbetingeln und Vernachlässigung des Trainings (vgl. z.B. "Rocky 3", aber auch den 1930er-Myrna-Loy-Klassiker „Der Boxer und die Lady“). Zoff mit dem Trainer, Wechsel des „Rennstalls“, und der wichtigste Wettkampf steht noch bevor. Dies alles ist gute Genrekonvention, nicht mehr und nicht weniger. Genau wie bei den RomCom-Elementen: Abneigung, interessierte Kabbelei, Anziehungskraft, Bruch… und dann Wiedervereinigung und Erkenntnis der wahren Liebe? Kennen wir schon.

Aber wunderwunderschön, nicht nur wegen der Verknüpfung mit dem universellen Vertigo-Thema. Das Ganze ist auch eine Hommage an eine Zeit, in der Frauen zwar nur Tippsen sein durften (und selbstverständlich alle „Demoiselles“ sind, da man als verheiratete Frau wohl nicht arbeite – heute sind die Franzosen insoweit übrigens weiter als wir). Aber diese Zeit anzusehen und anzuhören macht Spaß, vor allem filmästhetisch. Beim Sehen der Credits (nicht ganz von Beginn, beim Zappen, sodass ich nicht wusste, was das für ein Film ist) mein Glaube, wir wären tatsächlich in einem Film aus vergangenen Zeiten, schreiend bunte Collage mit leichter Patina. Dann Nennung von Bérénice Bejo, die kannte ich aus Filmen von Michel Hazanavicus (z.B. „The Artist“), sodass ich wusste, dass das nicht sein kann. Dennoch oder deshalb drangeblieben. Überwältigt. Schlager und Musik von Leroy Anderson (komischerweise grad hier ohne sein berühmtestes Stück, „The Typewriter“). Als weibliche Hauptfigur die von Déborah Francois gespielte Sekretärin Rose, die zur Filmzeit passend eine Reverenz an Audrey Hepburn sein könnte. Sehr schlank, scheinbar zunächst das rehäugige Mauerblümchen, in dem dann aber doch viel mehr steckt. Hepburn taucht als Pinwandfoto auf, Rose hat es zusammen mit anderen Stars aufgehängt, ihr Trainer Louis (Romain Duris) soll sagen, auf welchen Typ er stehe und Rose meint, er bevorzuge wohl eher die üppigen Frauen. Da steht die rehäugige Schlanke vor ihr, aus dem eigentlich nicht besonders gewagten Ausschnitt stechen die Schlüsselbeinknochen hervor wie weiland bei Audrey, und man fühlt sich an den Satz Billy Wilders erinnert, dass die Hepburn die Brüste noch ganz aus der Mode bringen würde. Rose hat mehr zu bieten, in den 1950ern, in denen viele Damen mit engen Pullis und Wonderbras pushen wollten, was irgend geht. Das knallbunte Design, das gelegentlich in wunderbaren Montagecollagen aufblüht, erinnerte mich zudem an ganz konkret einen Audrey-Hepburn-Film, der eigentlich doof ist, aber nicht zuletzt dank ihr eine enorm gute Laune versprüht: Funny Face! Think Pink! Doch die Schreibmaschine in pink ist hier nicht positiv konnotiert und der Film wird auf die Emanzipation Roses (in dem Sinne, dass sie nicht nur zur Person wird, sondern dass Louis sie auch so betrachtet und dadurch ebenfalls von seinen Neurosen frei werden kann) Wert legen. Während in „Funny Face“ das Mauerblümchen erfolgreich und eigentlich auf etwas ärgerliche Weise zur Modebiene umge(pardon)modelt wurde, darf die Rose wirklich erblühen.

Bei so viel Gutem – kann es da stören, dass die ganze Sache mit gelegentlich ziemlich unrealistischem und/oder süßlichem Kitsch daherkommt? Nein!
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(Filmbesprechung)

Nur nicht im Laden ihres Vaters versauern. Rose ist sich zu schade dazu, in ihrem kleinen Geburtsort zu bleiben und das vorbestimmte Schicksal ihrer Freundinnen zu teilen. Da bietet sich als Sprungbrett in die „weite Welt“ der Job als Sekretärin im Versicherungsbüro des gutaussehenden und charmanten Louis Richard an. Dieser stellt sie zur Probe ein. Doch Rose weiß nicht gerade durch ihre berufliche Qualifikation zu glänzen, woher auch, sondern einzig ihr bemerkenswerten Talents des Tippens ohne 10-Finger-System auf der mechanischen Schreibmaschine überzeugen Louis, sie nicht sogleich wieder vor die Tür zu setzten. Er möchte sie für den nationalen Schreibmaschinen-Schnellschreib-Wettbewerb anmelden. Um Rose vorzubereiten, verbringt er sehr viel Zeit mit ihr, nicht ganz uneigennützig....

Welche Chance hatte man schon als junge Frau in den späten 1950igern in Frankreich: Haus und Herd?! Da ist der heutzutage eher belächelte Job als Sekretärin schon wie ein 6er im Lotto gewesen.
Der Film greift das Rollenverständnis von damals als Thema auf und wandelt es in eine eher moderne Interpretation um, ohne jedoch den nostalgischen Charme zu verlieren. Interessant und ungewöhnlich ist vor allem auch das Aufgreifen des Themas mit dem Schreibmaschinen-Wettbewerb, die tatsächlich so stattgefunden haben. 1959 fand die Weltmeisterschaft übrigens in Wien statt, und eine Frau aus der Bundesrepublik Deutschland hat gewonnen mit ca. 570 Anschlägen pro Minute. Da gehen Realität und Fiktion doch ein ganzes Stück auseinander.

Der Film beweist Charme und lässt eine längst vergangene Epoche wieder auferstehen. Das wirkt nun gar nicht altbacken, sondern im Gegenteil spritzig und recht unterhaltsam. Die beiden Hauptdarsteller Domain Duris und Déborah Francois machen ihre Sache ausgesprochen gut. Die Ausstattung stimmt bis in Detail. Ein recht ungewöhnliches Unterfangen, welches ebenso eine bereits untergegangen geglaubte Filmkultur wieder auferstehen lässt.
Was mir einzig nicht so gefallen hat, war die konstruierte Konkurrenz zwischen Frankreich und den USA und das zu runde Ende.

Fazit: Trotzdem sehr gute 4 Sterne mit Tendenz zum 5.
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am 12. März 2017
Ich habe mich über die wunderbare Ausstattung des Films gefreut. Auch die Hauptdarstellerin ist sehr gut. Deshalb 2 Sterne. Schade, dass sie so eine unbeholfene, dumme Gans spielen muss.
Dann Ihr Gegenpart...der zynische und harte Zug um den Mund von Romain Duris passt gut zu seinem chauvinistischen und furchtbaren Verhalten. Ich hatte Angst, das kleine mit Komplexen behaftete Männchen würde irgendwann Déborah François verprügeln. Doch das wäre dann wohl ein anderes Genre. Insgesamt ist der Film echt frauenfeindlich. Aus dem Stoff, mit der Ausstattung...da hätte man mehr draus machen können.
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