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Kundenrezensionen

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am 28. März 2007
Zugegeben, das Album stand schon länger in unserem Regal. Getrieben von der Hektik unserer Zeit ergab sich keine Gelegenheit, sich inhaltlich genauer damit zu befassen, und so blieb "An Ancient Muse" lange Zeit das im Hintergrund laufende "neue Loreena-Album" mit typischen Klängen und netten Melodien. Im Prinzip hätte ich dem Tenor der Rezensenten zugestimmt, "nichts neues"; zumindest nichts, was einen als langjährigen Fan wirklich vom Hocker hätte hauen können... oder?

Letztes Wochenende fand ich endlich die Zeit und Muße, mich intensiver mit dem Album zu beschäftigen. Ich las in aller Ruhe vor jedem Stück die begleitenden Worte, die Lyrics, und machte mir Gedanken über Inhalt und tieferen Sinn.

Eine Stunde später war ich fertig mit den Nerven. Ernsthaft: Wer sich richtig auf dieses Album einlässt, sich bemüht, in dessen Atmosphäre einzutauchen, dem inhaltlichen Gesamtkonzept zu folgen und von der Stimmung und dem vermittelten Ambiente berieseln zu lassen, der kann nur zu dem Schluß kommen, dass "An Ancient Muse" Loreenas bislang bestes Album ist. Der Versuch, zwischen den Kulturen zu vermitteln, gemeinsame Ursprünge herauszuarbeiten, herauszufinden, was Reisen heute und in ferner Vergangenheit bedeutete, welche Schicksale damit verwoben waren und heute noch sind... jedes einzelne Stück trifft ins Mark. Die Einleitung verhilft uns in die Grundthematik: Kampf der Kulturen, mystische Vergangenheit, die uns erzählen möchte, welche Fehler gemacht wurden und werden. Dann geht es endlich los, zunächst ganz harmlos: In "Gates of Istanbul" feiern alle miteinander die ganze Nacht hindurch, alle sind vereint im Tanz, Gesang und mehr, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Gedanken und Problemen. Und am nächsten Morgen setzen sich die Reisenden in Bewegung, zur nächsten Karawanserei...

Die nächsten Schritte sind herberer Natur: Die Ballade über die englische Lady und den schottischen Ritter thematisiert sinnlosen Hass, Liebe, Konsequenzen und den Grund für eine lange Reise... Daran schließt sich eine Komposition an, die das Leben zwischen zwei Kulturen beschreibt, und dann folgt schließlich in "PenelopeŽs Song" die stille, herzergreifende Hymne für alle Daheimgebliebenen, wenn der oder die Geliebte ausziehen in die Ferne und deren Rückkehr fraglich bleibt. Krieg ist der furchtbarste Grund, zu reisen.

Ein Lied über wahre Lebenskultur bildet den Übergang zum nächsten Höhepunkt: In "Under the Phrygian Sky" kulminieren Themen und Aussagen des Albums in einem mitreißenden Aufbruchsstimmungs-Song: Lasst uns diese unsinnigen Differenzen überwinden! Lasst uns darüber nachdenken, was Gott wirklich von uns wollte. Macht ein Ende damit, seinen Namen für eigene Ziele zu missbrauchen, wir haben größere Probleme als die kleinlichen Unterschiede zwischen den Kulturen. Das Album endet schließlich in einem klaren Epilog: Wir sind alle Reisende auf der gleichen Straße. Sie führt in die Zukunft, zur Liebe - gibt es einen wichtigeren Grund, um zu reisen?

"Tell me, o Muse, from those who travelled far an wide..." - Wahrlich ein Meisterwerk, das mich tief bewegt hat und noch lange nachwirken wird.
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. Dezember 2006
Hallo!

Dies ist eine geniale CD einer begnadeten Sängerin, Komponistin, Musikerin, Geschichtenerzählerin, Weltreisenden, die ihre Kunstwerke mit kompetenten Musiker/innen auf häufig nicht alltäglichen Instrumenten darbietet.

Loreena Mckennitt schreibt und spielt auf dieser CD wunderschöne Lieder in der Tradition ihrer Vorgängeralben. Sie erfindet sich nicht neu - bei so einer tollen Musik braucht sie das nicht -, sie wandert einfach weiter auf ihren musikalischen Weltreisen durch Kulturen und Länder auf diesem Globus.

Die CD ist herrlich "Multi-Kulti" oder wie es auf Englisch besser klingt "All mixed up" und kann wahrscheinlich nur von einer Frau gemacht werden, die im kanadischen Toronto mit ihrer großen Vielfalt an Kulturen & Völkern groß geworden ist.

Wieder hat sie die Schwerpunkte im irisch/gälischen Bereich sowie in der arabisch beeinflussten Musik des Mittelmeeres.

Ich kann mich an dieser CD einfach nicht satthören.

Warum? Allein mit den 4 Liedern Caravanserei // The English Ladye ... // Kecharitomene // Beneath a Phrygian Sky hat sie 4 absolute Perlen auf dieser Platte.

Wobei für mich das 9-minütige Stück Beneath a Phrygian Sky mit das Phantastischste überhaupt ist, was ich je gehört habe, mindestens 8 Sterne verdient hat und für mich zu einem der besten Lieder in der Musikgeschichte ist.

Glückwunsch an Loreena und ihre Mitstreiter! Bitte weiter so!

Hoffentlich kommst Du mal auf Tournee nach Deutschland oder veröffentlichst zumindestens einmal eine Konzert-DVD (der "Appetithappen" auf der Amazon-Seite macht richtig Lust darauf).

Wie gesagt - ich bin absolut begeistert.
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am 10. März 2007
Mit "An Ancient Muse" beschreitet Loreena McKennitt vom Konzept her ähnliche Wege wie Tori Amos es mit "Scarlet's Walk" tat. Die Kanadierin begibt sich auf weite Wanderschaft und liefert zu der jeweiligen Örtlichkeit einen wundervollen Titel ab. Obwohl die Länder (Griechenland, Türkei) und Routen (Seidenstraße) nicht gleich darauf schließen lassen, folgt Loreena der Spur der Kelten - bis zu deren ursprünglicher Heimat irgendwo an der Grenze zwischen Europa und Asien. Und: sie folgt auch Verzweigungen, die von dieser Hauptroute abbiegen.

Gleich bei der ersten Nummer "Incantation" wird das berühmte Orakel von Delphi angerufen (279 v. Chr. von den Kelten erfolglos angegriffen). Bei "Penelope's Song" verweilt sie weiter in Homers antikem Griechenland. "The Gates of Istanbul", "Caravanserai" und "Beneath a Phrygian Sky" (in Phrygien gab es eine keltische Enklave) führen weiter nach Kleinasien. Das schwer auszusprechende Stück "Kecharitomene" ist der byzantinischen Prinzessin Anna Comnena gewidmet. Das Besondere an der Dame: sie war Chronistin des Ersten Kreuzzuges und damit wohl allererste weibliche Geschichtsschreiberin des Abendlandes.

Herausragendstes Lied ist "The English Ladye and The Knight". Als Vorlage diente das gleichnamige Gedicht von Sir Walter Scott, welches mit der einfachen, aber selbstredenden Zeile "For Love shall still be lord of all" endet. Loreenas unvergleichliche Stimme und das geniale Arrangement der Streichinstrumente machen diese vertonte Liebesgeschichte einer englischen Adligen und ihres schottischen Ritters zum akustischen Hocherlebnis.

"An Ancient Muse" verschmilzt irische, schottische und orientalische Einflüsse zu einer neuen Form der Musik, die man fast als "elfisch" bezeichnen könnte: sanft, stark, träumerisch, ein wenig melancholisch, mystisch ' alles in einem.

Obwohl "The Mask and the Mirror" mit dem unvergleichlichen "The Mystic's Dream" immer noch Loreenas bestes Album bleibt, kommt "An Ancient Muse" nahe heran. Alles an dieser CD ist schön, vom Cover über die Texte, die Stimme, die Musik bis hin zur Message.
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am 21. November 2006
Nachdem wir fast zehn Jahre auf neues Material warten mussten beschert uns Loreena McKennitt, eine der größten Sängerinnen und "Musikantin" (wenn ich das mal so beschreiben darf), Songwriterin und Verzauberin ihr neues Werk mit dem vielversprechenden Titel "An ancient muse".

Wie immer befinden sich darauf Wohlklänge, die auf die verschiedensten Herkünfte hindeuten. Das kann man gar nicht als Stilrichtung bezeichnen, es ist handgemacht mit den verschiedensten Instrumenten, Einflüssen und ist zusammenfassend wohl als Ethno-New Age-Folklore-Pop Sound einzuordnen, wobei da vielmehr dazu kommt.

Das Album ist insgesamt sehr griechisch, türkisch und irisch geworden, die Einflüsse Griechenlands sind unverkennbar, Loreena hat auf ihren Reisen wieder viele Musikstile und Instrumente erfahren und Traditionen und Melodien miteingebaut. So vereint sie die Melodien irischen Folklore mit den Traditionen Griechenlands, der Türkei oder Spaniens. Genau lässt sich das auch nicht immer festlegen.

Sie verwendet wie immer verschiedenste Instrumente: Oud, die griechische Lyra, das Kanoun, sowie die Tastenfiedel, was den Folklore-Charakter so besonders macht und echt wirken lässt.

Zu den Songs im einzelnen:

"Incantation" ist eine Art Beschwörung, Einstimmung auf ihr neues Album, leider sehr kurz (3/5).

"The gates of Istanbul" nimmt dann schon türkische und griechische Elemente und Instrumente auf, die sich dann durch das ganze Album hindurchziehen, gut, aber nicht ihr bester Track (4/5).

"Caravanserai", ein toller, sich im Tempo und Aufbau steigernder Song, der tolle Verse und einen verträumten Refrain beinhaltet, uplifting.... (5/5).

"The English ladye and the knight", ein sehr irisch anmutender Song, trauriger Text und Knabenchor, sehr höfisch klingend, passend zum Titel (5/5).

Die Reise geht weiter zu "Kecharitomene", einem hervorragendem Track, der rein instrumental ist, die Instrumente spielen eine für mich eher fröhliche Melodie. (5/5)

"Penelope's song", von Homers Odysseus inspiriert, melancholisch, von einem schönen Klavier begleitet, hoffnungsvoller Text. (5/5)

"Sacred shabbat", sehr griechisch, türkisches Instrumental, dazu kann ich nur sagen: ein Füller für mich, eher für Kreistänze, ist nicht so mein Song. (2/5)

"Beneath a phrygian sky", für mich DAS HIGHLIGHT, schöner Aufbau, sehr langer Song, verträumt, irgendwie anders, Teile erinnern an "The Bonny swans", aber Loreena singt mit anderen Stimmfarben, irgendwie ein toller, neuartiger Song, der sich noch stärker heraushebt, als andere. Man hört sogar den Bass am Anfang des Songs und E-Gitarren-Elemente. Eine starke Melodie. (5/5)

"Never-ending road", ein typischer Schlusssong, langsam und ausklingend. (5/5)

Insgesamt gesehen gefällt mir ein Song nicht, aber das ist so ziemlich egal, eine Seltenheit bei ihren Alben, aber wahrscheinlich Geschmackssache. Auch etwas störend: das Pappcover, das hoffentlich nicht bald zu Schaden kommt, bei diesen Pappcover muss man immer so aufpassen, eine aufwendigere Verpackung wäre schon drin gewesen. Warum nicht ein stylisches Case oder ne Sonderauflage mit DVD? CD in Buchform? Sehr schade, wo das andere Künstler doch schon länger machen. Vor allem hätte man das schöne Cover so aufwerten können. Das Booklet ist auch etwas kürzer gehalten als sonst, aber sehr informativ, mit Texten und Hinweisen zur Songentstehung, was mich immer besonders interessiert.

Nochmal zur Musik: Man befindet sich wie auf einer Reise durch den Mittelmeerraum und durch Irland gleichzeitig, einfach nur toll.

Bleibt die Hoffnung, dass sie uns nicht mehr fast zehn Jahre auf ein neues Album warten lässt, das wäre sehr schade, da man sich immer wieder etwas neues von Loreena wünscht.

Hoffentlich kommt sie bald zu uns auf Tour, denn beim "Book of secrets"-Album hab ich sie leider verpasst.

Ein empfehlenswertes Album für alle Musikfans, die Wert auf Anspruch und Musikalität legen.
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am 25. März 2007
Am Besten auf der CD gefällt mir das Lied "Beneath a Phrygian Sky". Es ist eine Geschichte über die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott. "Wir wunderten uns, wo denn unser Gott war, im Angesicht all dieser "Pain" (Mühsal). Sie erzählt über die Erwartungen der Menschen an Gott und wie sie sich in seinem Namen verhalten.

Erzählt wird die Geschichte von den "ancient stones" (die historischen Steine). "Unsere Liebe muss uns stark machen". Es liegt an uns, vorwärts zu schauen und nicht zu verzagen (sehr frei übersetzt), und es liegt nicht an uns, uns über den Himmel zu wundern.

So ist es auch nicht so sehr die Religiösität, die mich anspricht, mehr der Umgang mit dem, was der Mensch unter Gott versteht, und wie er mit sich selbst und seiner Zukunft umgehen kann.

Gefallen tut mir auch der musikalische Rahmen des Liedes, der plötzliche Aufschrei elektronischer Gitarren, und das Hinübergleiten in komplexe musikalische Untermalungen.

"Caravanserai" finde ich sehr schön gemacht. Eine Geschichte über die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit.

"The English Lady and the Knight" ist eine traurige Liebesgeschichte zwischen einem schottischen [Fehlerkorrektur: englisch durch schottisch ersetzt] Ritter und einer englischen Lady. Sie wird von ihrem Bruder umgebracht, da er ihn nicht als Herrn über den Besitz anerkennen will. Dafür wird er dann von dem Ritter getötet, "so enden alle, die eine wahre Liebe auseinanderbringen". Er selbst stirbt dann als Kreuzritter in Palästina - for her sake - (in ihrem Namen)

Das ist nur die Rahmenhandlung, so wie ich sie verstehe, die literarische Feinheiten sind mir nicht so leicht zugänglich.

"Kecharitomene" ist ein schöner melodischer Instrumentaltitel, der sich rhythmisch mit Wiederholungen fast wie in Extase hineinsteigert.

"Penelope's Song" ist die Sehnsucht der einsamen Frau nach ihrem Liebsten, und wie sie die Liebe in ihrem Herzen bewahrt".

Auch "Never ending road" ist eine Geschichte von der Sehnsucht. Sie fühlt ihn nahe bei sich. Sie weiß nicht, wo der Weg hinführt. Alle Wege führen zu dir, aber auch, es gibt kein Ende dieser Reise. Vielleicht ist es Gott, den sie nahe bei sich fühlt, vielleicht ist es aber auch jemand, der verloren ist, und niemals auf dieser Reise erreicht werden kann.
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am 10. Dezember 2006
Habe zum ersten Mal von der Künstlerin hier bei Amazon gehört und war von der Stimme und der Musik völlig überwältigt. McKennitt schafft es hier in spielerischer Art und Weise die Klänge aus Anatolien mit der Sprache und Musik der Nordeuropäer zu verknüpfen. Die Musiker um McKennitt herum haben sich hier traumhaft auf die Stimme der Künstlerin eingestellt und bilden eine feste Einheit. Die Interpretation von Uralten Osmanischen Songs ist perfekt gelungen. Eines der besten Alben in den letzten Jahren. Sehr zu empfehlen.
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am 27. November 2006
Auf ihrer Weltreise hat Loreena McKennitt wieder einige Einflüsse mitgebracht und sie in Ihre Musik verarbeitet. Dabei hat sie sich allerdings einige Zeit gelassen, denn das letzte Album liegt doch schon einige Jahre zurück. Einflüsse aus der Türkei,Griechenland, China und natürlich wieder aus der kelitschen Musik mischen sich in ihre Musik. Sehr getragen, wunderbar instrumentiert (wieder nur mit "echten" Instrumenten, zeitlos, Gott sei Dank weit vorbei an der Hitparadenmusik, ihre Stimme weiterhin hell, klar, fast durchdringend, Musik zum Geniessen.

Aber es fehlt etwas- die Melodien waren schon mal eingängiger. Auf hohem Niveau verbreitet sie ihren Charme, aber ich möchte es fast "plätschern" nennen, denn kein Song kann sich so richtig hervorheben. In ihrem Genre bleibt sie Weltspitze aber sie hat sich selber nicht übertroffen. Musik für Kerzenschein und romantische Gefühlen.
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am 25. November 2006
Als im 1. Jahrhundert n. Chr. der heilige Paulus seine Briefe an die “Galater” schrieb, gingen diese an ein Volk, das im Zentrum der heutigen Türkei seine Heimat hatte. Deren Verwandte im Westen waren die im Namen ähnlichen “Gallier”; beide Völker gehörten zu den Kelten, die ab dem 8. Jahrhundet v. Chr. ganz Europa besiedelten.

Hier schließt sich der Kreis.

Neun Jahre lang war Loreena McKennitt auf den Spuren dieses mysteriösen Volkes unterwegs, sie bereiste Irland, Schottland, Skandinavien, Spanien, Griechenland und die Türkei; sogar in die Mongolei hat es sie verschlagen. Sie hat persönlich die große Wanderung auf sich genommen, die vor fast 3000 Jahren die Kelten nach Europa führte und die erste kulturelle Blüte des Kontinents mit sich brachte -in einer Zeit, als der Aufstieg Roms noch in weiter Ferne lag. Und Loreena McKennitt hat etwas von ihren Reisen mitgebracht: ein Souvenir, das fern allen Kitsches am meisten über jene Länder auszusagen vermag: Musik. Tatsächlich ist das neue Album “An Ancient Muse” musikalisch sogar noch vielseitiger gefärbt, als die Vorgänger. McKennitt liefert dem Hörer einen grandiosen Einblick in die keltische Kultur und Musik, die nicht nur auf Nordwesteuropa beschränkt ist. Sie nimmt ihn mit auf eine Reise an die Grenzen und gleichzeitig das Herz Europas und verbindet irisch-schottische mit orientalischen und skandinavischen Weisen zu einer einzigartigen Harmonie. Ja, in der heutigen Musikwelt ist Loreena McKennitts Stil ohne Vergleich. Mit “An Ancient Muse” knüpft sie an “The Book of Secrets” an, ohne aber daran hängenzubleiben: Loreena McKennitt entwickelt sich weiter. Sie taucht tiefer ein in die Geschichte der Kelten, entdeckt uns eher fremde Kulturen und zeigt, dass sie alle zu harmonisieren imstande sind -da sie alle den mehr oder weniger gleichen Ursprung haben. Die Tatsache, dass die orientalische Musik mit der auf den Britischen Inseln beheimateten verwandt ist, mag uns neu sein, ist kulturhistorisch jedoch unbestritten. Gerade in unserer heutigen Zeit setzt Loreena McKennitt damit ein Zeichen: Orient und Okzident sind so verschieden nicht, als dass sie nicht harmonisieren könnten. Die Musik kann es bereits. Und was dabei herauskommt ist ein Ohrenschmaus höchsten Niveaus, voll Können, Liebe, Leidenschaft und dem Wissen um die Schönheit und Ästhetik der Klänge -und des Lebens.

Ähnlich wie in “The Book of Secrets” stimmt Loreena McKennitt den Hörer mit einem kurzen und fast magisch anmutendem Stück auf das Album ein: “Incantation” beschwört bereits die Bilder herauf, die sich dem Hörer später zeigen werden -ohne Worte, es geht allein um die Wirkung der Musik. “The Gates of Istanbul” ist ein fast lässiges Stück, das unverkennbar orientalische mit griechischen Klängen verwebt; und zwar in solch gekonnter Art und Weise, dass “let us dance all night” fast als Aufforderung gesehen werden kann! Der dritte Titel, “Caravanerai” reißt den Hörer förmlich mit, wie auf einer Reise als Teil einer Karawane durch die unendlichen Weiten des Seins. Ein wunderschöner Refrain umrahmt den tollen Text. “The English Ladye and the Knight” ist eines der Highlights des Albums. Eine für Loreena McKennitt typische Gedichtvertonung (Text: Sir Walter Scott); atemberaubend schön und eindringlich schafft sie es, die Geschichte dem Hörer direkt vor die Augen zu zaubern. Traditionelle irische Instrumente und ein Knabenchor rufen Bilder aus dem höfischen Leben im Hochmittelalter in die Gegenwart. Besonders interessant ist das intrumentale “Kecharitomene”, ein beinahe fröhlich anmutendes Lied. Im Booklet erwähnt Loreena McKennitt eine byzantinische Prinzessin aus der Zeit der Kreuzzüge; tatsächlich spielen in “Kecharitomene” byzantinische Klänge die Hauptrolle. Erinnerungen an das Byzantinische Reich und Konstantinopel, die schillerndste und größte Stadt der damaligen Welt, werden wachgerufen. Der Hörer fühlt sich als ein Teil des brodelnden Lebens dieser mittelalterlichen Haupt- und Weltstadt, der rauschenden Feste und des fröhlichen Tummelns vor alterwürigen Kulissen. Zu erwähnen ist ebenso “Penelope's Song”, ein durch Homers Odyssee inspiriertes Stück. In typische Loreena McKennitt-Tradition herrlich traurig und dennoch so hoffnungsvoll aufgrund der klaren Stimme der Sängerin. “Sacred Shabbat” spielt mit einer gewissen Fröhlichkeit und erinnert an griechische bzw. jüdische Tanzrhythmen. Einen weiteren Höhepunkt bringt dann “Beneath a Phrygian Sky”, was wohl als das bedeutendste Stück im Bezug auf die Weiterentwicklung des Stils von Loreena McKennitt gesehen werden kann. Dudelsack, Gitarre, Bass, Geige...sie alle erzählen zusammen mit der grandiosen Stimme der Künstlerin eine wunderbare Geschichte die durch die aktuellen Worte ins Herz unserer Moderne sticht! Es stimmt, das dieses Stück, was Melodie und Instrumenteinsatz betrifft, etwas an “The Bonny Swans” erinnert, eines von McKennitts Hauptwerken aus “The Mask and Mirror”. “An Ancient Muse” endet mit “Never-ending Road (Amhrán Duit)”. Loreena McKennitt entlässt den Hörer aus diesem musikalischen Wunderwerk mit einem Versprechen: dass die Reise weitergehen wird; dass die Straße nicht endet!

Hat sich das Warten auf dieses Album gelohnt? Ja, vollkommen. Selten hat ein Künstler ein solch intensives und persönliches Werk nach einer so langen Pause produziert. Bei Loreena McKennitt war und ist alles authentisch und glaubwürdig: Musik, Inspiration und Gefühl. Es zählt allein Qualität, nicht Quantität. “An Ancient Muse” macht eines deutlich: Das wird auch so bleiben.
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am 16. Januar 2007
Ich bin schon seit Jahren ein Fan von Loreena McKennitt und freue mich schon jetzt auf ihr Konzert am 31.03. in Hamburg.

"An Ancient Muse" ist ein großartiges Album geworden: Anspruchsvoll, sinnlich, zeitweilig relaxed. Bei jedem neuen Durchlauf entdeckt der Hörer andere Facetten der Musik und ist jedes Mal begeistert. Bei mir läuft die CD seit Weihnachten "on heavy rotation" und ich könnte mir im Augenblick keine Alternative zu ihr vorstellen. Loreena McKennitt hat sich ein paar Jahre Zeit für dieses Album gelassen - und das Warten hat sich gelohnt!!! Nebenbei sollte mal die hochwertige Aufmachung der CD und des Booklets erwähnt werden.

Was mich bei einigen Rezensionen hier ehrlich gesagt ein bißchen "nervt" sind die Vergleiche mit Enya. Das ist, als würde man Eric Clapton und Dieter Bohlen mit dem Argument vergleichen, beide würden ja Gitarre spielen.... :-) Also: Enya produziert seit Jahren den immer wieder neuen Aufguss ihres ersten Albums - kein einziges "echtes" Instument, der übliche Produktions-Schnellschuß kurz vor Weihnachten. Enya produziert, bestenfalls, elevator-music fürs Kaufhaus, alles klingt gleich mystisch-breiig-künstlich.

Loreena McKennitt hingegen ist eine Vollblutmusikerin, die Musik mit "Ecken und Kanten" macht, Musik mit Anspruch, intelligenten Texten und einer absoluten Starbesetzung an Studiomusikern. Musik, aus der man etwas "mitnimmt". Musik, die manchmal einen Durchlauf mehr braucht, um sich zu erschließen.

Da verbietet sich ein Vergleich mit Enya ja nun wirklich. Finde ich.
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am 6. Dezember 2006
.. schließe die Augen und komm mit auf die Reise...

Wiege dich, laß dich von diesen Klängen umhüllen und komm...

Je öfter ich dieses Album höre, beschwingter wird meine alltägliche Reise.

Es ist eine wunderbares Album geworden. Sicher sind Elemente aus vergangenen Alben zu finden, aber das ist eher so, als würde man seine Lieblingssocken auf eine weite Reise mitnehmen ... ein Stück Vertraues auf einer langen Reise halt, ein Stück zu Hause auf dem langen Weg nach Irgendwo.
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