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am 5. Januar 2016
...denn nach 'Thick As A Brick 2' - ein sehr gut gemachtes Album - hätte ich niemals eine Steigerung erwartet. Und genau die ist eingetreten, denn als grosser Jethro Tull - Liebhaber - in erster Linie bezogen auf die Zeit von 1972-1979 - ist dieses Album aus meiner Sicht die unter dem Namen Ian Anderson eingespielte, beste Tull-Veröffentlichung seit 1978 --- ich dachte, ich höre nicht richtig. Grandios !!

Wann habe ich denn zuletzt derart vertrackte, progressive Rhythmen, mittelalterlich-folkige und harte Rock-Elemente gehört ? Wann war denn zuletzt ein Akkordion oder ein Glockenspiel zu hören ? Und wann war zuletzt Ian Andersons Stimme so prägnant und vor allem so stabil ?

Keine Frage: Kein Fan kann erwarten, dass die 70er zurückkehren. Das würde ich auch niemals erwarten. Nur schön, beim Zuhören festzustellen, dass Ian Anderson wieder richtig Biss und bei der Auswahl seiner Mitmusiker ein gutes Händchen bewiesen hat. Endlich ein Schlagwerker, der im Vergleich zu den 4/4 - Drummern zu Beginn der 80er bis in die 90er hinein in einigen Passagen an den Über-Schlagzeuger Barriemore Barlow erinnert. Dazu ein guter Keyboarder, ein sehr guter Basser und ein extrem guter Gitarrist, der an einigen Stellen deutlich zum Ausdruck bringt, was er zu leisten imstande ist -- ein mehr als guter Ersatz für Martin Barre !

Im Vergleich zur Vorgängerscheibe ist dieses erneute Konzept-Album organischer, und die Einzeltitel für sich genommen können allein stehen - und wie ! Es sind auch wieder grossartige akustische Miniaturen zu hören -- Ian Anderson hat ganze Arbeit geleistet. Danke !
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am 11. April 2014
...wieder hat er für die Lyriks gesorgt. Allerdings hat er diese diesmal nicht selbst geschrieben sondern ein längst verstorbener britischer Hobbyhistoriker namens Parrit, der in einem Buch, teils im Malariawahn, die britische Geschichte aus Sicht eines Weltenwanderers erzählt. So die Geschichte hinter dieser Produktion, die uns der Meister selbst präsentiert. Textlich also wieder sehr interessant.

Musikalisch hat mich das Wirken Ian Andersons in den letzten 10 Jahren wahrlich nicht immer begeistert. Jahrelange Best-Of-Tourneen, bei der er seine Stimme und sein Publikum sehr auf die Probe stellte. Mit dem Vorgänger TAAB2 hat er JT nun hinter sich gelassen, wahrscheinlich endgültig. War er ja auch selbst der kreative Kopf und Boss der Band, in der von der 70er Crew zuletzt nur noch Martin Barre übrig war. TAAB2 hat bei mir nicht sofort gezündet - es dauerte vielmehr Monate. Mittlerweile finde ich das Album aber fantastisch. Und ich empfinde den neuen Weg des Ian Anderson als "Solokünstler mit Band" nunmehr als den richtigen.

Es scheint mir auch, dass er seine Kreativität und den Spaß an neuem Material wieder gefunden hat. Nun liegt also knapp 2 Jahre nach TAAB2 das neue Werk vor. Und ich muss sagen, es rockt - so wie IA eben rocken kann - ganz schön. Die Songs flutschen wesentlich besser als auf dem letzten Album. Sie sind komplex, klingen nach alten Zeiten aber nicht verstaubt. Diese Scheibe klingt nicht nur wie, für mich ist es Jehtro Tull (heißt bloß nicht mehr so).

Es gibt reichlich Rock (Doggerland, Cold Dead Reckoning, The Engineer), jazzige Momente (New Blood, Old Veins), einen Hauch Sakralsound (Meliora Sequamur), eine ordentliche Portion Prog (Enter The Uninvited, Puer Ferox Adventus [absolut fantastisch], Tripudium Ad Bellum) und seine klassischen Kurzeinspieler (Heavy Metals, In For A Pund). Die Hammond kommt hier ebenfalls wieder deutlich zum tragen, was mir persönlich sehr gefällt. Dank an John O'Hara. David Goodier spielt einen fantastischen Bass, kommt mMn sehr viel besser hervor als auf dem letzten Longplayer. Florian Ophale hat nun mehr Freiraum, um harte Riffs anzubringen und das eine oder andere Solo, Hut ab. Auch der Drummer kommt vielseitiger zur Geltung.

Ians Stimme wird natürlich nie wieder so wie früher, das muss man einfach akzeptieren. Seine Songs werden folglich nie wieder so klingen wie in den 70ern. Somit hat es mir schon fast persönlich weh getan, wenn er bei Liveauftritten der letzten Jahre sich teilweise bei seinen alten Songs sehr quälen musste. Auf diesem Album ist sie allerdings gut in Szene gesetzt. Die Gesangslinien sind dabei um einiges vielseitiger und wohlklingender als auf TAAB2. Darunter gibt es aber auch die Songs, die er live vermutlich nicht singen kann (The Enginieer, Cold Dead Reckoning, zB).

Alles in allem handelt es sich hierbei um ein tolles Album, dass meine Erwartungen als langjähriger Jethro Tull/Anderson Anhänger sogar übererfüllt hat. Es läuft bei mir rauf und runter. Allerdings hätte ich mir eine etwas kräftigere und sattere Produktion gewünscht. Es klingt alles etwas zurückhaltend. Das schmälert aber nicht die Qualität der Songs. Diese Edition wartet mit einer zusätzlichen DVD mit zwei Soundvarianten des Albums und mit einer kleinen filmischen Dokumentation sowie einem ausführlichen Booklet auf. In Letzterem kann man die "Story behind" nocheinmal nachvollziehen. Wie ich finde, lohnt sich der Kauf.

Nun hat nach Deep Purple, Black Sabbath und Magnum mit Ian Anderson auch der letzte meiner persönlichen alten Rockhelden ein neues Album auf den Markt gebracht. Und ich hoffe wie schon bei den anderen Protagonisten, dass es sich bei diesem Spätwerk nicht um das letzte handelt.
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am 25. April 2014
Ian Anderson präsentiert uns hier, wenn man so will, den dritten Teil von "Thick As A Brick"

Ich fand es schon anhand des zweiten Teils müßig, die Alben musikalisch miteinander vergleichen zu wollen. Ian Anderson ist inzwischen rund 40 Jahre älter geworden. So wie ich und alle die, die auch schon Mitte der Siebziger Tull gehört haben.

Die große Leistung von "TAAB2" war für mich, dass es musikalisch an damals anknüpfte, mich aber auch die Zeit spüren ließ, die seitdem vergangen war. Anderson war Anfang 20, als er "Thick As A Brick" schrieb. Völlig normal also, dass ein Nachfolger heute eine andere, vielleicht gesetztere Ausstrahlung hat. Die Instrumentierung ist übersichtlicher und geordneter, die Texte direkter, nicht mehr so reich an Metaphern. Aber so wie bei "TAAB2", die aus meiner Sicht genau richtig gesetzten Selbstzitate noch angenehme Erinnerungen weckten, beginnt Anderson hier doch das Thema musikalisch etwas überzustrapazieren. Er schöpft aus dem Fundus seines Lebens, schließlich fehlt dann aber ein neuer Aspekt. Er verliert sich immer wieder in Ähnlichem, wenn nicht Gleichem.

Ich denke aber auch, etwas anderes wäre ein bisschen viel verlangt. Anderson hat über die Jahre einige Wandlungen durchgemacht und in der Zeit auch seine Stimme gelassen. Viele verweisen hier auf die 80er, für mich waren die Highlights dagegen eher in den 70ern, dann erst später wieder "Rock Island" und "Catfish Rising". (Der einzige wirkliche "Ausfall" war aus meiner Sicht "Under Wraps")
So wird jeder seine Erinnerungen und Erwartungen hegen. Aber losgelöst von all dem, für sich genommen, wenn es gelingt, sich von Erinnerungen, Erwartungen und Sentimentalitäten zu befreien, kann "Homo Erraticus" durchaus beeindrucken. Wenn letztendlich auch kein ausgenommener Leckerbissen, bleibt es doch ein musikalisch sehr wohlschmeckendes Erlebnis. Deshalb trotzdem die vier Sterne. Entgegen dem leider im Augenblick immer mehr verbreiteten "Loudness" Wahn, ist dieses Album außerdem noch hervorragend abgemischt.

Mir scheint, Ian Anderson sucht über die weitere Auseinandersetzung mit Gerald Bostock nach dem i-Tüpfelchen auf seinem Lebenswerk. Allerdings, ein Meisterwerk wie "Thick As A Brick" zu toppen, setzt Höchstform voraus. Dazu müsste man den Kreis vielleicht eher wieder verlassen wollen, als zu versuchen ihn zu schließen. Das kann er nicht mehr leisten, das sollte man ihm (und er sich selbst) zugestehen.
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am 19. April 2014
Wer diese CD als müdes Alterswerk,das die Musikwelt nicht braucht bezeichnet, kann niemals ein Tull-Fan sein! Die CD ist einfach grandios und bewegt sich auf den Pfaden der besten Jethro Tull-Platten! Also bitte nicht auf eine solche Fehlbewertung reinfallen und die Disc kaufen - man kann nur begeistert sein!
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am 29. August 2014
Als Ian Anfang der 80er anfing, ab und an mal ein Soloalbum zu veröffentlichen, geschah dies aus dem Kalkül heraus, was anderes zu veröffentlichen als Jethro Tull. Zumindestens bis Rupi's Dance war das so. Mit der Veröffentlichung von TAAB 2 wich er von dieser Linie ab, für mich war das ein neues Jethro Tull Album und es wurde so langsam klar, dass er sich zunehmend von Jethro Tull verabschieden wollte. Welche Gründe das auch immer hatte. In manchen Interviews war zu hören, dass er es offensichtlich als suboptimal empfand, dass er seine Mitmusiker aus Amerika einfliegen müsste. Vordergründig meinte er Doane Perry und in zweiter Linie Martin Barre, der sich ebenfalls weitgehend aus England zurückgezogen hatte. Irgendwie war er mit beiden nicht mehr zufrieden. Die übrigen Mitglieder Tulls John O'Hara und David Goodier sind ja heute Bestandteil seiner aktuellen Band. Trotzdem war TAAB 2 für mich eine Sensation, quasi das Tullalbum, auf das ich mehr als 13 Jahre gewartet hatte. Vom Sound her so eindeutig Jethro Tull, dass allenfalls Kenner Martin Barre vermissten.

Das neue Album Homo Erraticus setzt diese Tradition konsequent fort. Hier verzichtet Ian auch auf die verschrobene Wortschöpfung Jethro Tull's Ian Anderson. Vom Sound her ist das Album weiterhin konsequent weiterentwickelt und könnte in der fortlaufenden Reihe von Tullalben stehen. Ian Anderson zementiert damit weiter das Begräbnis des Namens Jethro Tull für aktuelle Veröffentlichungen und Auftritte, obwohl er ihn sonst, ganz Geschäftsmann, natürlich behutsam pflegt.

Bei Homo Erraticus vermisse ich aber die Verspieltheit und den Abwechslungsreichtum von TAAB 2. Ich werde mit dem neuen Werk bei weitem nicht so warm, auch wenn ich mir viel Zeit gelassen habe. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass dieses Mal Steven Wilson nicht an den Reglern saß. Die Aufnahme ist grds. in Ordnung und hebt sich wohltuend von der Unsitte des Loudness Wars ab. Es gibt sicher ein paar Highlights auf der neuen Scheibe, die mich begeistern. Insgesamt aber haut mich der neue Output nicht so wirklich um. Der Opener Doggerland ist klasse. In der Mitte mit einem Jon Lord Gedächtnissolo, schöne eingängige Melodie - ein wirklich gelungener Auftakt. Aber leider geht es auf diesem Niveau nicht weiter - Enter the Uninvited ist ein wenig eintönig geraten. Dazwischen gibt es einen durchaus schönen und kurzen Akustikleckerbissen, den man aber irgendwie von TAAB 2 zu kennen scheint. Auch hier greift Ian Anderson zu dem Stilmittel, dass er das Thema aus Heavy Metals ein weiteres Mal bei dem 30sekünder In for a Pound verwendet. Außerdem zeigt sich an diesem Beispiel eine weitere Schwäche des Albums. Man kennt diese Akustiksequenz. Bei A Browning for a Green wird es noch deutlicher. Melodielinie und Rythmus sind von Kismet in Suburbia in das neue Album transportiert. Auf Taab 2 fand ich den Song wirklich klasse. Aber noch mal neu aufgewärmt finde ich es ein wenig fad, vor allen Dingen, weil es nicht nur bei Browning of the Green, sondern auch im Turnpike Inn so íst.

Trotz dieser Kritik, komponieren kann Ian Anderson immer noch. Puer Ferox Adventus, After these Wars (Höhepunkt), Trupidum ad Bellum, und Cold Dead Reckoning sind eigentlich wieder außergewöhnlich gut und lohnen des Kauf des Albums. Fans von Ian Anderson und Jethro Tull müssen es ohnehin haben. Aber als Gesamtwerk ist es nicht meisterlich geworden, allenfalls die paar einzelnen Songs. Mir gefällt auch, dass er die Flöte nicht so dominieren lässt und dass er im Studio seinen Gesang noch recht passabel hinbekommt. Unter diesen Umständen bleiben glücklicherweise die Einsätze des Gastsängers Ryan O'Donnell ziemlich sparsam.

Ich habe mir sein Album in der Deluxe Edition direkt auf der Insel bestellt und eine der ersten Versionen mit Autogrammkarte von Ian Anderson ergattern können. Das Artwork dieser Version ist schon sehr edel geraten. Insgesamt daher wohlmeinende aber doch schwache 4 Sterne.
Obwohl ich nicht damit rechne, aber ein abschließendes Tullalbum mit Martin Barre würde mich noch mal richtig umhauen, quasi ein letztes "A Piece of Cake."
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am 21. Dezember 2014
Wow, in dem Alter noch so ein Album rauszuhauen - RESPEKT !

Steht ganz in der Tradition von älteren JT-Alben und diesen in nichts nach !

UNBEDINGT REINHÖREN !
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TOP 1000 REZENSENTam 30. April 2014
Nun läuft auch Ian Andersons „Homo Erraticus“ in meinem CD Player. Ich glaube, er hat sich genauso gefreut, wie ich mich über dieses neue Lebenszeichen des alten Rattenfängers gefreut habe. Meine Frau kam hinzu und meinte abfällig: „Na hast Du Dir wieder so eine komische Progressiv Mucke angeschafft. Ein größeres Kompliment konnte sie gar nicht machen. Ja, „Homo Erraticus“ ist meinem Erachten nach wieder ein klassisches Progressiv Rock Album geworden. Ian Anderson und seine Mitstreiter haben die Geschichte des Gerald Bostock musikalisch wieder wunderbar umgesetzt. Als Fan von Jethro Tull habe ich mich sofort wieder Zuhause gefühlt. Wahrlich, Ian Anderson versteht es seiner Musik immer wieder neue Impulse zu geben, ohne seine Wurzeln zu verlassen. Die Musiker an seiner Seite verstehen ihr Handwerk.
Meine Lieblingssongs und zugleich meine Anspieltips sind: das fetzige und progige „Doggerland“. Hier dominieren die E-Gitarre und die Orgel. „Puer Ferox Adventus“ ist mit 7:13 Minuten der kleine Longtrack. Auch das klassisch anmutende „Meliora Sequamur“ ist für mich ein Highlight. „Tripudium Ad Bellum“ ist ein Intrumentstück, in welchem Ian Anderson seine Flöte so richtig aufleben lässt. Klasse! Mein absolutes Lieblingsstück auf dem Album ist aber das ruhige und besinnliche „After These Wars“.
Gelungen ist aber auch die stimmliche Unterstützung von Ryan O‘ Donnell. Besonders gut zu hören bei dem Song „New Blood, Old Veins“.
Ich kann jedem, der die Musik von Ian Anderson bzw. Jethro Tull mag, das Album „Homo Erraticus“ nur wärmstens empfehlen.
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am 24. April 2014
Ian Anderson hat mit "Homo Erraticus" wieder ein sehr solides Album veröffentlicht. Sicher kommen alle musikalischen Elemente und Songs irgendwie bekannt vor, bleibt I.A. doch bei seiner bewährten Linie, letztendlich wieder durch seine Querflöte und durch seinem Gesang untersetzt. Die Frage ist doch, was erwartet man? Wer das Experimentieren von I.A. hinsichtlich völlig neuer oder weiterer musikalischer Ideen bei diesem Album analog seines Wirkens in den 70-zigern erwartet, der wird enttäuscht sein. Aber "Alterswerk" oder "Abgesang" ist für diese, nach wie vor, qualitative hochwertige Musik eine Einschätzung eher enttäuschter Fans.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. April 2014
Ganz egal ob "Homo Erraticus" nun als ein Ian Anderson Album angepriesen und vermarktet wird, oder ob es unter dem Band- und Markennamen Jethro Tull veröffentlicht worden wäre, es klingt jedenfalls exakt so, wie man es von ihm und seiner Band erwartet.

Mit seiner ausdrucksstarken, urtypischen Stimme bildet Mastermind Ian Anderson so oder so das Erkennungszeichen seiner selbst, bzw. seiner Band Jethro Tull.
Lediglich ein Blick auf die Liste der an diesem Projekt beteiligten Musiker offenbart das es sich eben nicht um ein klassisches Jethro Tull Album der alten "Stammbesetzung" handelt.

Musikalisch bekommt der Fan genau das geliefert was er gerne hören möchte, nämlich ausgefeilte Melodien mit interessanten Texten, die mal sehr eingängig, dann wieder etwas komplexer daherkommen und zwischen den Genres des Folk- und Prog-Rock hin und her springen.

Ein magischer Mix: Einerseits der typische, klassische Anderson/Tull-Sound, andererseits doch alles irgendwie ganz frisch und unverbraucht.

Ein starkes Album, welches sich zu entdecken lohnt und ein 67-jähriger Ian Anderson der es schafft seiner "Marke", seiner Musik und seinem unverwechselbaren Querflötenspiel treu zu bleiben, ohne dabei ins Belanglose, ewig Gestrige abzugleiten.
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am 1. Juni 2014
Nach dem absolut gelungenen Jethro Tull TAAB 2 Album beglückt uns Ian Anderson mit einem neuem Album unter eigenem Namen.
Auch "Homo Erraticus" bietet wieder ein Quell ganz hoher Rock Kunst. Wer hätte bis vor der Veröffentlichung von TAAB 2 noch gedacht, dass Anderson in Sachen Kreativität noch einmal derartig die Keule rausholt ? Wohl die Wenigsten ! Waren doch seine letzten Werke, egal unter welchem Banner, sehr von Licht und Schatten durchzogen.
Natürlich ist Ian Anderson's Gesang nicht gleich zu setzen mit den Glanzleistungen aus den 70er Jahren. Dafür überzeugt das Gesamtpaket um so mehr.
"Homo Erraticus" klingt noch freier und frischer als TAAB 2 ! Die "neue" Mannschaft um Anderson bekommt hier genug Spielraum für eigene Ideen und folgt nicht einfach nur den Vorgaben vom Boss, wie es bei so manch anderen Legenden des klassischen Rock der Fall ist. Dadurch klingt nichts angestaubt oder aus den Glanzzeiten kopiert.
Und doch ist das neue Album fest verankert in den großen Momenten des Tull Sounds der 70er.
Angefangen bei Riffbetonten Rockern, wie "Doggerland, Cold Dead Reckoning, The Engineer":Über anspruchsvolle Prog Rock/Folk Stücke wie " Enter The Uninvited, Puer Ferox Adventus" . Bis hin zu fast jazzigen Momenten wie "New Blood, Old Veins".
Und immer wieder lockert eine fette Hammond den Sound auf.
Ganz großes Kino !
Ich vermisse Martin Barre absolut nicht ! Florian Opahle hat schon auf TAAB 2 seine Klasse angedeutet. Und legt auf "Homo Erraticus" noch ne Schippe mehr drauf. Manchmal braucht es eben frisches Blut, um alt bewährtem einen neuen Schwung zu geben.

Bei aller Freude, dass es die großen Jungs trotz hohem Rock Alter (Jethro Tull/Anderson,Black Sabbath, Deep Purple;KISS) immer wieder schaffen herausragendes zu leisten. Es kommt einfach noch immer viel zu wenig nach an jungen Künstlern, die dem klassischen Rock frisches Leben einhauchen. Abgesehen von Jack White muss man schon tief graben, um neue große Talente zu entdecken. Das mag auch daran liegen, dass sich viele Musiker heute zu sehr auf die Technik hinter ihnen konzentrieren. Und zu wenig auf die eigene Kreativität und Mut neues aus zu probieren.
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