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VINE-PRODUKTTESTERam 22. März 2014
Mehr als zwanzig Drehbücher zu Fernsehfilmen wie Bella Block oder dem Tatort stammen aus seiner Feder – und nun hat André Georgi mit „Tribunal“ seinen ersten Roman vorgelegt.
Wenn man den Roman so liest, glaubt man kaum, dass Georgi bisher eher konventionelle Krimikost abgeliefert hat. „Tribunal“ ist unglaublich hart, schnell und realitätsnah.
In seinem Debüt stellt der Autor das Den-Haager-Kriegsverbrecher-Tribunal in den Mittelpunkt seiner Erzählung, bei dem ehemaligen jugoslawischen Kriegsverbrechern der Prozess gemacht werden soll. Namen wie Karadzicic, Milosevic und Mladic tauchen immer wieder mal auf, die Massaker von Srebrenica hat man noch im Hinterkopf. Doch schon längst haben wir die Massaker, die sich auf unserem Kontinent vor gar nicht allzu langer Zeit ereignet haben, aus dem Bewusstsein verdrängt. Genau dahin, wo es weh tut, geht nun André Georgi.
Hochtourig erzählt er von den Massakern, die sich Serben und Kroaten gegenseitig angetan haben, von Schlächtern und Profiteuren und vom Versuch, die Massaker aufzuklären und die Täter ihrer Strafe zuzuführen.
Für mich besteht eben genau darin die Qualität von „Tribunal“ - es ist nicht nur ein extrem gewalttätiger Thriller, dies ist nur ein Aspekt des Buches. Georgi ruft uns ins Gedächtnis, wie gerne die Mächtigen damals die Augen geschlossen hielten und wie tief verwurzelt die Konflikte auch heute noch sind.

Ein beeindruckendes Buch, dem das klassische Leibwächter-Thema zugrunde liegt. Fehler müssen ausgebügelt werden, Zeugen müssen geschützt werden denn schließlich muss ja der Gerechtigkeit Genüge getan werden.
Eine der Überraschungen des Jahres – nicht nur weil er im selben Verlag erscheint, sind Vergleiche mit Don Winslow erlaubt. Harte Sprache, schnelle Schnitte, viel Action - doch so viel tiefgründiger als die dutzendfach auf den Markt geworfenen Bücher, die die Thriller-Tische bedecken!
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TOP 500 REZENSENTam 24. Juni 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )|Verifizierter Kauf
Ja,dieses Buch ist brutal und schockierend, doch was erwartet man von einem Buch, das über die Gräuel des Krieges berichtet? Einen Krieg, der mehr als 20 Jahre zurückliegt und sich mitten in Europa abgespielt hat. Und hat man die Kriegsverbrecher dingfest machen können und ist ein gerechtes Urteil über diese Personen, die Menschen schlimmer wie Vieh behandelt haben, verhängt worden? Ich bezweifele es und bin beim Lesen immer wieder erschrocken, zu was Menschen fähig sind, wenn sie fanatisch sind.

Dieses Thema wird in dem Buch Tribunal behandelt, das zwar fiktiven Urspungs ist, obwohl viele bekannte Namen im Zusammenhang mit dem Balkankrieg genannt werden, dabei aber so real wirkt, als wenn es sich um eine Berichterstattung handelt.

Jasna Brandic ist Topermittlerin des Tribunals in Den Haag. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen ausfindig zu machen, die vor dem Tribunal Aussagen gegen den Massenmörder Kovac machen. Doch der Versuch scheitert. Ein Attentat, bei dem Jasna die einzig Überlebende ist, macht alle Hoffnungen zunichte. Wird es noch eine zweite Chance geben ?

Dieses Buch ist ein harter Brocken, keine Frage und es fiel mir an einigen Stellen schon schwer weiter zu lesen. Doch was erwartet man von einem Buch , das einen Krieg zum Thema hat? Auch Hitlers "ethnischen Säuberungen" sind schwer zu verkraften, doch es ist Teil unserer Geschichte und so auch der Balkankrieg.
Zu Anfang hatte ich schon etwas Schwierigkeiten mit dem Sprachstil des Autors, der etwas stakkatohaftes an sich hatte, doch je weiter ich gelesen habe, je mehr hat mich die Handlung gefangen genommen, erinnerte sie mich doch schon an die Realität. Mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen wie Milosevic oder Karazic ihre menschenverachtenden Machenschaften verteidigten. Auch das undurchdringliche Netz von Helfern und Helfeshelfern kann ich mir gut vorstellen. Wie viele Leute wohl heute noch, ohne überhaupt gefasst zu werden, auf dem Balkan weiterleben.
Über Opfer und Täter berichtet dieses Buch, über den Willen der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Aber sind die, die versuchen die Gerechtigkeit siegen zu lassen, wirklich die Gewinner? Ein Sieg, der teuer bezahlt wird, nämlich mit ewiger Angst.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Juli 2014
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Mit dem Thriller "Tribunal" greift der Autor André Georgi ein heißes Eisen an, denn er rückt die Kriegsverbrechen im Bürgerkrieg zwischen Serben und Kroaten in den Mittelpunkt. Ein Thriller, der sich um die Darstellung der ehemaligen Gewaltexzesse und deren Verfolgung dreht, Ermittlungen gegen einen Kriegsverbrecher, dem vor dem Den-Haager-Kriegsverbrecher-Tribunal der Prozess gemacht werden soll.

Was auf den ersten Blick nach einem spannenden Justiz-Thriller klingt, entpuppt sich als knallharter und gewalttriefender Thriller, in dem ein rauer Ton herrscht, Tötung und Folter bis ins Detail beschreiben werden. Auf keinen Fall für zartbesaitete Gemüter zu empfehlen.

Vor dem Den-Haager-Kriegsverbrecher-Tribunal soll einem hochrangigen serbischen Kriegsverbrecher, genannt "Moslemschlächter", der Prozess gemacht werden. Jasna Brandic ist eine Ermittlerin im Kriegsverbrecherprozess und soll einen Kronzeugen vor das Gericht geleiten und beschützen. Doch man gerät in einen Hinterhalt, wobei der Kronzeuge getötet wird. Ein weiterer Kronzeuge erklärt sich schließlich zu einer Aussage bereit, doch dieser muss auf jeden Fall geschützt werden, denn die Macht des Angeklagten reicht weit. Eine Jagd auf Leben und Tod beginnt...

André Georgi schreibt sehr geradlinig und steigert das Tempo des Buches immer weiter. Man folgt der Geschichte und je näher man dem Finale kommt, desto weniger kann man das Buch aus den Händen legen. Dieser Thriller hat mich wirklich gefesselt.
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Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Vor dem Den Haager Tribunal steht Kovac, genannt der “Moslemschlächter“, ein serbischer Kriegsverbrecher und Anführer der Elitegruppe "die Wölfe". Gegen ihn soll seine "Nummer 2“ aussagen, der mit der Topermittlerin Jasna auf dem Weg zum Gerichtssaal ist. Aber die Scharfschützen warten schon und der Kronzeuge wird ermordet. Jasna wird selbst schwer verletzt. Der Staatsanwalt erhält kurz darauf einen Hinweis auf einen weiteren Zeugen. Er und Jasna machen sich auf den Weg nach Serbien, um diesen Zeugen zu finden. Die alten Seilschaften der "Wölfe“ funktionieren aber noch immer. Jasna begibt sich auf eine gefahrvolle Reise in die eigene Vergangenheit und auf eine Jagd auf Leben und Tod…

Das Buch ist absolut nichts für zartbesaitete Leser, Tötungs- und Folterszenen werden oft zu genau beschrieben. Die Kriegsverbrechen waren schlimm und für meinen Geschmack hätte ich nicht so detailliert darüber lesen mögen, da hätten m.E. Andeutungen durchaus gereicht. Auf Gewaltszenen sollte man sich also einstellen, wenn man dieses Buch lesen möchte. Mir persönlich hat auch der Schreibstil nicht so recht gefallen. Zum Teil kurze abgehackte Sätze, wie gehetzt, was wohl die Spannung bringen soll. Und dann fehlen auch noch die Anführungszeichen bei der direkten Rede. Was ist gesagt, was gedacht? Dazu kurze Kapitel und ein Hin- und Herspringen zwischen den Protagonisten. Das hat für mich den Lesefluss gestört. Es war für mich auch ein wenig schwierig mit den vielen jugoslawischen Namen zu Recht zu kommen und sie den handelnden Personen zuzuordnen, manche klangen sehr ähnlich. Ich konnte außerdem zu keiner der handelnden Personen einen Draht finden und mich einfühlen. Ich blieb quasi als unbeteiligter Betrachter außen vor. Ich mag es gern, wenn ich mit den Protagonisten mitfiebern kann, was mir hier trotz aller Dramatik aber nicht gelang. Das Buch mag schriftstellerisch mehr als 3 Sterne verdient haben, aber meinen Geschmack hat es einfach nicht getroffen.
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Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Jasna Brandic ist eine von vielen, die den Auftrag haben, einen Kronzeugen zu beschützen. Dieser soll eigentlich vor dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal gegen den Massenmörder Kovac aussagen. Jasna Brandic ist schließlich die einzige, die ein Gemetzel überlebt. Nach einem Überfall, bei dem alle Kollegen und der Zeuge ermordet wurden, macht sie sich auf den Weg nach Serbien, um weitere Zeugen zu finden.

"Tribunal" behandelt ein für mich bislang eher unbelesenes Thema: Den Jugoslawischen Bürgerkrieg, eine Serie von Kriegen, die auch als Jugoslawienkriege bekannt sind. Wie jeder Krieg forderte auch dieser mehrere Jahre andauernde Konflikt zahlreiche Todesopfer. Die Handlung ist authentisch und themenbedingt bedrückend, düster und grausam.

Sprachlich musste ich mich erst einlesen. Der Stil wirkte auf mich eher abgehackt und fahrig. Jasna konnte mich bis zum Schluß nicht für sich einnehmen. Hier hätte ich mir wenigstens etwas mehr Sympathie erhofft, um das sowieso schon depressive Thema etwas zu erleichtern.

Die Lektüre lohnt sich trotz der Kritik, wenn man gerne mehr über den Balkankonflikt erfahren möchte. Für mich muss das jetzt erst mal reichen und ich wende mich Büchern zu, die in mir eine bessere Stimmung hervorrufen.
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am 30. Mai 2015
... und nutzt dabei teilweise eine sehr bildhafte Sprache. Interessant, dass auf die wörtl. Rede in Anführungszeichen vollständig verzichtet wird ... obwohl die wörtliche Rede häufig genutzt wird.
Die Geschichte ist sehr spannend.
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am 13. November 2014
17 Monate hat Jasna Brandic gebraucht, um den Belastungszeugen Oreskovic für das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, ausfindig zu machen. Ein Zeuge der den Kriegsverbrecher Kovac überführen könnte, kämpften doch beide bei den „Wölfen“, und sind doch beide mitverantwortlich für den Mord an 3953 Menschen, darunter viele Frauen und Mädchen, die vor ihrer Ermordung vergewaltigt wurden. Aber die „Wölfe“ verfügen auch über ein Jahrzehnt nach Beendigung des Balkankrieges über ein dichtes Netzwerk an Sympathisanten und Informanten und durch Heckenschützen wird eine Aussage Oreskovic verhindert. Siebzehn Monate Ermittlung und schlaflose Nächte umsonst. Doch während sich die Straßen von Den Haag noch von dem blutigem Schock erholen, nimmt ein weiterer „Wolf“, Decknamen Branko,mit Jasna Kontakt auf, auch er will aussteigen und gegen seinen ehemaligen Kameraden und Weggefährten Kovac aussagen. Ganz gleich ob es sich nur um ein Gerücht handelt, die Niederlage, den Hauptbelastungszeugen, so kurz vor der Verhandlung, verloren zu haben, wiegt so schwer, das sich Jasna nicht allzu große Gedanken um die Echtheit des Neuen macht. Sie begibt sich auf die Suche nach Branko, nicht ahnend dass die zukünftigen Geschehnisse eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verwoben sind.

Osteuropa Anfang der 90ziger Jahre, während sich der Ostblock, nördlich des Balkans, über das Ende des Kalten Krieges freut, den Warschauer Pakt aufgibt und Deutschland sich wiedervereinigt, wird aus dem Schwelbrand im Vielvölkerstaat Jugoslawien ein verehrender Krieg, ungeahnten Ausmaßes. Die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen dauert nun schon fast zwei Jahrzehnte an, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund spielt der Thriller von André Georgi.
Der Autor schont seinen Leser nicht, die Grausamkeiten des Krieges, Gräueltaten, Foltermethoden, sowohl physischer und psychischer Natur schildert er ausführlich. Das ganze Buch ist ausschließlich in der indirekten Rede geschrieben, auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, mich live in einer Kriegsberichterstattung zu befinden, auf der anderen Site viel es mir wiederum schwer mehr als drei, vier Seiten am Stück zu lesen, und das nicht nur wegen der oben beschriebenen Fürchterlichkeiten, sondern wegen dem enervierenden Schreibstil. Mühselig hab ich mich durch die Seiten gequält. Alle Geschehnisse, ob das Jasnas Privatleben, oder die Schauplätze in Den Haag oder in Serbien betraf, fanden für mich, durch den eigenwilligen Schreibstil des Autors, irgendwie auf einer Ebene statt. Nichts hob sich vom anderen ab, oder unterschied sich. Durch die indirekte Erzählweise, fehlte mir jeglicher Ansatz von Emotionen. Eine kalte, unbarmherzige Darstellung des Krieges, die durchaus angebracht scheint, aber keine gut gewählte Erzählweise für die Hauptprotagonistin und ihre Geschichte in diesem Thriller.
Ein Thriller mit durchaus viel Potenzial, für mich zu eintönig umgesetzt.
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am 18. November 2014
Ein Thriller, packend und mitreißend, ich konnte ihn abends nicht aus der Hand legen, auch wenn er meiner Meinung nach auf den letzten 100 Seiten etwas nachgelassen hat (oder wohl eher den Bogen überspannt hat). Zu etwas besonderem macht diesen Thriller aber der Hintergrund des Jugoslawienkrieges: Die Hauptdarsteller sind die damaligen Kriegsverbrecher, denen nun in Den Haag der Prozess gemacht werden soll - hier wird geschickt die Wirklichkeit in die Fiktion eingebunden, sodass die gesamte Handlung durch diese Anknüpfungspunkte unglaublich real wirkt. Mehr als einmal habe ich betroffen innegehalten, an Grausamkeiten steht das Buch manch anderem Thriller, der Serienmörder und ihre kranke Psyche beschreibt, in nichts nach - der Unterschied ist nur, dass in diesem Fall der Autor seine Phantasie leider kaum bemühen musste, da der Krieg die Vorlagen liefert.

Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet: Die Ermittlerin, die Jahre ihres Lebens opfert, immer wieder ihr Leben aufs Spiel setzt, um die Verbrecher vor Gericht zu bringen. Die damaligen Opfer, die nun aussagen wollen, aber aufgrund von Drohungen gegen sich und ihre Familien ihre Aussagen zurückziehen, oder schlicht aus dem Verkehr gezogen werden, was wiederum die nächsten aussagewilligen Opfer einschüchtert. (Oder auch vor Gericht Selbstmord begehen, nicht ohne zuvor zu versuchen, den vor Gericht stehenden Kriegsverbrecher zu erschießen.) Und vor allem die Kriegsverbrecher, die in all ihrer Grausamkeit dargestellt werden, aber auch immer wieder als Mitläufer gezeichnet werden. Vorsichtig nimmt der Autor auch diese Perspektive der Kriegsverbrecher ein und zeigt - ohne jedoch Mitleid hervorrufen zu wollen - auch auf dieser Seite hin und wieder von den Gräueln gezeichnete Charaktere, deren Leben ebenso verpfuscht ist wie das ihrer Opfer. Eine mutige Perspektive in Anbetracht des realen Hintergrundes.
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am 5. August 2014
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Der Debütroman von André Georgi scheint zu polarisieren. Meiner Meinung nach ist er genial recherchiert, schonungslos hart, ehrlich und geradezu pur erzählt und einer der besten Romane, die ich dieses Jahr gelesen habe. Auf jeden Fall hat mich keiner mehr gepackt und beschäftigt. Weiterempfohlen und weiterverliehen ist er auch schon.

Mir war Herr Georgi bisher nicht bekannt, wobei ich auch nicht die Bella Block- oder Tatort-Konsumentin bin, denn für diese Serien hat er schon mehr als zwanzig Drehbücher geschrieben. Aber nach dem Roman werde ich ihn im Auge behalten - gerade auch wegen dem gewählten Thema in dem sonst erhältlichen oft eher realitätsfernen Splatter-Thriller-Einheitsbrei.

Kurz zum Inhalt:
Jasna Brandic, Top-Ermittlerin des Den Haager-Kriegsverbrecher-Tribunals, ist auf der Jagd nach den Massenmördern vom Balkan, um sie ihrem Verfahren und damit ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Mit Beginn des Romans steht sie kurz vor dem Abschluss einer laufenden Verhandlung gegen den bereits in Haft befindlichen Kovac, für welches sie unter ständigem Einsatz ihres Lebens den entscheidenden Belastungszeugen Oreskovic ausfindig gemacht und unter dem Schutz einer Sondereinheit nach Den Haag gebracht hat.
Auf der Fahrt ins Gericht wird Oreskovic Opfer eines Attentats, bei dem auch der größte Teil des Leibwächter-Teams ums Leben kommt - ein vorläufiger Schlusspunkt unter der Kette zahlloser eingeschüchterter, verschwundener oder toter Zeugen.
Doch Jasna gibt nicht auf. Sie erfährt von einem weiteren Aussteiger aus Kovacs direktem Umfeld und begibt sich erneut nach Serbien, um Branko - den großen Unbekannten - vor denen zu finden, die ihn aus dem Weg räumen wollen...

Und mein Fazit:
Ganz sicher nichts für Zartbesaitete, aber auf jeden Fall ein Lesetipp mit 10 Ausrufezeichen.
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Nachdem ich einige kritische Stimmen zu diesem Buch gehört hatte, ging ich mit einer gewissen Skepsis an "Tribunal" heran, um dann allerdings sehr positiv überrascht zu werden.

Positiv ist hier allerdings relativ zu sehen, positiv war der Sog, in den es mich zog, die Faszination, die ganze erwartungsvolle und spannungsgeladene Stimmung, die sich entwickeln, der Inhalt hat mich allerdings doch auch ziemlich mitgenommen.
Es ist kein gefälliges Bild Serbiens und seiner Geschichte, das der Autor hier zeichnet, sondern ein sehr eindringliches Bild einer furchtbaren Zeit, die die Menschen geprägt und in vielen Fällen auch zerstört hat.

Es ist ein Bild von Folter und Grausamkeit, das hier gezeichnet wird. Diese werden allerdings für mein Empfinden hier noch eher verhalten angedeutet, nicht ausgelebt und in epischer Breite ausgeführt, aber gerade dadurch, durch die Details, die die eigene Fantasie noch beiträgt, sind diese Szenen besonders intensiv. Man sollte nicht zu zartbesaitet sein, wenn man dieses Buch liest, das ist sicher. Viel trägt zu diesem Gefühl allerdings auch das Wissen bei, das sich tatsächlich vieles von den geschilderten Gräueln auch in der Realität abgespielt hat, wenn nicht genauso, doch ähnlich genug.
Es gab die Massaker, es gab die Gräueltaten und noch immer sind längst nicht alle Verbrecher aus dieser Zeit bestraft.
Ein Buch, das mich dazu bringt, die Hintergründe und die Fakten des damaligen Geschehens zu hinterfragen, das mich dazu bringt, meinen PC anzumachen und zu suchen, was ich alles über die Zeit finde, kann nicht ganz schlecht sein, im Gegenteil, ich denke, es hat erreicht, was es wollte: Es fesselt den Leser noch über die eigentliche Geschichte hinaus.

Mit Sicherheit ist der Schreibstil André Georgis nicht jedermanns Fall, er ist schnell, er ist hart, er schwenkt schnell von einem Bild zum anderen und er hat definitiv keine poetischen Töne in seinem Repertoire. Ich bezweifle allerdings auch, dass er das will und ich glaube auch nicht, dass man mit einer zarteren Schreibweise diesem Thema so gerecht würde.
Mich erinnert der Schreibstil ganz klar daran, dass der Autor ein erfolgreicher Drehbuchautor ist, vieles an seinen Schilderungen erinnnert mich an einen Film und lässt auch entsprechende Bilder in mir aufsteigen, Rückblenden, Überblendungen, ein ganzes Kaleidoskop an Bilder steigt beim Lesen auf.

Die Protagonistin Jasna Brandic ist eine sehr starke Persönlichkeit, die den Leser mit sich reisst, wenn sie versucht, den Kronzeugen der Anklage lebend ins Gericht zu bekommen, eine starke, aber dennoch sehr menschliche Persönlichkeit, die die Berichte ihrer Zeugen, insbesondere der weiblichen Zeuginnen, die Opfer der politischen Situation wurden, verinnerlicht hat, sich mit ihnen indentifiziert und versucht, ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Jasna ist selber im Einsatz und vor Ort, um Zeugen zu suchen und um Drahtzieher der Grausamkeiten, die damals verübt wurden, vor Gericht zu bringen. Diese Suche wird ihr selber zum Verhängnis und führt sie dorthin, wo der Krieg, über den vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verhandelt wird, noch allzu präsent ist.
Hier finden sich Männer, deren Zeit nicht weitergelaufen ist, die zu viele Grausamkeiten begangen haben, um in einem friedlichen Leben noch zurecht kommen zu können, hier wird noch immer gefoltert und von hier aus wird auch der in Den Haag inhaftierte Anführer Kovac noch unterstützt, der dort auf seine Verhandlung wartet. Und genau hier soll Jasna einen Zeugen finden, der gegen Kovac aussagt.

Gen Ende ging es mir fast ein wenig zu schnell, ich hatte das Gefühl, dass mir irgendetwas entgangen ist, so dass mich das Ende insgesamt ein wenig unbefriedigt zurückließ, insgesamt aber gefiel mir das Buch sehr (sofern man das bei einer derartigen Thematik sagen kann) und ich kann es auf jeden Fall empfehlen!
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