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HALL OF FAMETOP 100 REZENSENTam 19. Oktober 2011
Kurz zum Inhalt:
Ein progressiver Literaturlehrer kommt an eine erzkonservative Jungenschule und regt die Schüler mit seinem ungewöhnlichen Methoden an, sich selbst zu entdecken und die Welt und ihre Wertigkeiten neu zu betrachten. Doch das System und die Elterngeneration erlauben letztlich keine Abweichungen von der "Tradition", so dass es am Ende zur Katastrophe kommt, als ein Schüler versucht, sich seinem strengen Übervater zu widersetzen.

Zum ersten Mal sah ich den Film 1990 im Kino. Damals hatten Mitschüler den Film bereits gesehen und waren ganz überwältigt, erzählten allen anderen: "Den müsst ihr sehen."

Warum das so war? Weil wir damals in den 1980ern in einer so ziemlich ähnlichen Schule wie der Weston Academy aus dem Film waren. Aus unserer damaligen Sicht war der Film absolut einleuchtend. Ja, so kannten wir das: ein Lehrer sagte etwas und man tat es. Keine Widerworte. Im Klassenzimmer herrschte Ruhe, das war einfach so. Viele Mitschüler von mir planten schon mit 17 ihre Karriere in allen einzelnen Schritten. Schwächere Schüler wurden gnadenlos gedisst, nicht nur von den Lehrern, denn sie "versauten" den Schnitt. (Es gab aber auch genug dickfellige "Hänger", die das ganze nicht interessierte.)

Dinge, die Mr Keating in dem Film als Lehrer tut und die heute zu Recht als pädagogisch fragwürdig eingestuft werden, wie z.B. einen schüchternen Jungen scherzhaft zu triezen, sind im Vergleich zu dem, was manche Lehrer in unserem realen Leben taten, völlig harmlos.
Anders als in den 1950ern (wie im Film drastisch gezeigt) wurden wir natürlich nicht mehr mit Prügelstrafen bedroht. Aber die verbalen Verletzungen, die Lehrer sich erlauben konnten, waren nahezu unbegrenzt.

Mittlerweile hat sich das ganze in den letzten gut 20 Jahren fast umgekehrt, Lehrer müssen stets sehr vorsichtig mit dem sein, was sie sagen und tun, da Schüler und Eltern schnell in Angriffstellung gehen bei "gefühlter" Ungerechtigkeit, möglicher Herabsetzung oder nur einem unüberlegten ungeschickten Ausspruch. Während Lehrer oft mit sehr viel Distanz- und Respektlosigkeit konfrontiert werden. Schade, dass es so häufig Extreme sind, die im Leben entstehen, keine Mitte.

Deswegen (und hier wollte ich mit dem ganzen hin) kann ich irgendwie nachvollziehen, dass manche Leute heute den Film nicht mehr ganz "verstehen" können. Warum sich die Schüler nicht zusammenschließen, um gemeinsam gegen das autoritäre Regiment vorzugehen. Warum Mr Keating so einen Eindruck auf viele der Jungs macht. Warum es Todd ganz "normal" findet, von einem Lehrer etwas Spott zu ertragen (und sich deswegen keine schwerwiegenden Gedanken macht oder sich längerfristig verletzt fühlt, nein, Keating sogar mag). Warum es Neil die Sprache verschlägt, wann immer sein Vater ihn anbrüllt ("Warum brüllt er nicht zurück?" würde so mancher Junge heute sagen).

Wichtig ist der Film weiterhin, auch wenn sich bestimmt heute nicht mehr so viele Jugendliche mit den Schülern aus eigenem Erleben heraus identifizieren können. Wichtig, weil er zeigt, wie es mal anders war und dass sich doch bis heute einiges in der Pädagogik getan hat. Wichtig, um zu überlegen, ob man heute nicht auch Zwängen, wenn auch ganz anderen, unterliegt. Bin ich wirklich frei oder versuche ich permanent zu gefallen, um z.B. auf Facebook möglichst viele Freunde zu haben? Schaffe ich es, mal eine Woche kein Handy zu haben? Sage ich tatsächlich zu meinen Freunden, dass ich dieses Wochenende echt einfach mal ein Buch lesen will? Schaffe ich es, mal beruflich kürzer zu treten und einfach nach Hause zu gehen? Schaffe ich es, nicht über einen Kollegen zu lästern, der genau das tut?
Usw.

Die Botschaft Keatings: "Pass auf, dass du in der Stunde des Todes nicht merkst, dass du gar nicht gelebt hast." wird wohl immer Gültigkeit haben.
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am 27. Mai 2007
Der Club der Toten Dichter zeigt sehr gut auf, inwiefern eine intolerante und starre Gesellschaft das Leben und die Träume eines einzelnen Menschen in die Schranken weissen kann.

Der Film ist für mich mehr als eine Kritik am Schulsystem der damaligen Zeit sondern durchleuchtet auch gesellschaftliche Strukturen, in welchen das freie Denken und ein von der Norm abweichendes Verhalten verurteilt wird.

Welche Folgen dies haben kann zeigt das Ende des Films.

Es handelt sich hier um einen wertvollen Film, denn abgesehen von der unmissverständlichen Botschaft, die uns dieser Film geben will, fordert er ein Weiterdenken über den Inhalt hinaus.

Man kann diesen Film eigentlich auf jede Zeit und jede Gesellschaft beziehen, denn Andersdenkende zu unterdrücken und freies Denken einzuschränken wird heute genauso wie damals praktiziert.

Trotz weniger Längen in der Handlung gebe ich diesem Film die Höchstpunktzahl. Unbedingt Ansehen! - Filme, die zum Denken anregen sind (leider) selten geworden.
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am 3. Juni 2014
.... das war, neben den herausragenden Bewertungen bei Amazon, der Grund für den Kauf dieser DVD.

Ich habe diesen Film damals im Englischunterricht auf einer Schule mit Jungeninternat gesehen. Schon als Schüler fühlte ich mich seinerzeit gut unterhalten. Doch erst heute weiß ich den Wert dieses Werkes wirklich zu schätzen.

Ob der Film besonders tiefgehend ist möchte ich dabei dahingestellt lassen. Er berührt jedenfalls das Herz, nicht zuletzt aufgrund der Beziehung Neils zu seinem autoritären Vater im Gegenspiel zu der Beziehung zu seinem neuen Lehrer, Mr. Keating.

Die meisten Charaktere der "toten Dichter" werden recht ansprechend dargestellt, so unterschiedlich und zugleich ähnlich sie sich doch sind. Ob der Weiberheld, der Quatschkopf, der Techniknerd, das Mauerblümchen, der Mitläufer oder der lebenslustige und kreative Neil. Sie alle werden verbunden durch die Macht der Worte. Eine schöne Vorstellung. So unterschiedlich wir doch sind. Uns alle verbindet etwas - in diesem Fall aber doch eher die schon bestehende Freundschaft. Denn aufmüpfig waren diese Schüler schon vor Mr. Keatings Erscheinen...

So wird Mr. Keating als Erwecker dargestellt, der er mMn aber nur in begrenztem Umfang tatsächlich ist, auch wenn er sie ermutigt, eigene - und keine familiär vorbestimmten - Wege zu gehen.

Die Rolle des Mr. Anderson jr. als Mauerblümchen geht zudem mMn etwas unter, wo er doch am Ende zum Dichter der Herzen (oder mit Herz) mutiert. Er wird zwar immer wieder mit in den Mittelpunkt gezogen, bleibt aber doch irgendwie Randfigur.

So zeichnet sich der Film letztlich durch ein buntes Feld an Charakteren aus, durch den Kampf gegen verkrustete Sphären und durch die Bande der Freundschaft, die gestärkt durch die Macht der Worte zum Mittelpunkt dieses Filmwerks wird.

Sehenswert!
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am 18. April 2005
Wellton-Academy gilt in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als die beste Prepatory-School der USA und damit als DAS Sprungbrett in die universitäre Elfenbeinliga von Harvard, Yale und Princeton. Der Schulalltag ist dementsprechend reglementiert und eingeengt, die Schüler werden gesellschaftlich stromlinienförmig erzogen. Individualität ist nicht gefragt, geistiges Ausbrechen geradezu ein Anachronismus.
Als neuer Lehrer für englische Literatur und Poesie kommt John Keating (Robin Williams) an dieses Internat, vor Jahren selbst ein Absolvent der Academy. Er bricht mit den Konventionen, stellt seinen eigenen Lehrplan auf, erzieht seine Schüler zu Freidenkern und weckt ihre Liebe für die poetische Schönheit der literarischen Größen dieser Welt, Whitman, Shelley, Byron, Tennyson ...
Der Konflikt mit dem System ist vorprogrammiert, da Keating auf Gedeih und Verderb an seiner Philosophie festhält: "Only in their dreams can men be truely free. 'Twas alsways thus, and always thus will be ..."
Williams spielt seine vielleicht überragendste Rolle in diesem Film, der neben den - im englischsprachigen Original noch viel schöneren - literarischen Zungenschnalzern eine herzzereißende Geschichte über die Freiheit der Gedanken und bezaubend schöne Bilder mit dem Flair Neu-Englands in den 50ern aufs Zelluloid bannt. Dies ist ein Aufruf, vor den Mächtigen der Welt im Glauben an sich selbst nicht zu kapitulieren und eine verlorene Schlacht bedeutet noch lange nicht einen verlorenen Krieg. Großes Kino mit einem fantastischen Robin Williams, der - wenn auch zart schaumgebremst - im "Club der toten Dichter" (engl. "Dead Poets Society") seine überzeugendste Performance liefert.
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Direkt zu sagen, dieser Film ist ein Meisterwerk, ist richtig, aber es ist nicht ausreichend. Dieser Film ist einfach mehr als ein Film! Er ist in Summe eine Botschaft mit emotionaler und intellektueller Tiefenwirkung. Und die Botschaft heißt: Es lebe das eigene Empfinden und Denken, die eigene Persönlichkeit und Kreativität.

Und dieses Eigene soll deshalb leben, sich entwickeln und zur Blüte kommen, weil es die unumstößliche Grundlage eines selbstbestimmten Lebens ist. Der Film ist ein Aufruf: Mut zur Individualität, damit man mit einem gesunden Selbstwertgefühl zu seiner Lebensqualität kommt. Und ein wenig erinnert dieser Kerngedanke des Films an Friedrich Nietzsche: „Werde der, der Du bist!“

Der Film zeigt, wie das Eigene im Keim bei jungen Menschen vorhanden ist, wie es unter guter pädagogischer Begleitung zum Reifen kommen kann oder wie es unter Druck, in der Fesselung von Tradition und Konvention und vor allem unter Macht von außen ersticken und verwelken kann.

Es passt in diesem Film alles zusammen: Die Kulisse, die Schauspieler, die Musik, der klare inhaltliche Faden, der alles zusammenhält und natürlich all` die ausdrucksstarken mit feiner Sensibilität kreierten Schlüsselszenen.

Es treffen Gegensätze aufeinander: Alt und Jung, konservativ und progressiv, Dogma und Flexibilität, Freude und Trauer, Wahrheit und Lüge und Lebensmut und Verzweiflung.

Bezogen auf einen der Hauptdarsteller hat der Film kein Happy End; das Ende ist traurig und berührt sehr. Dennoch der Film insgesamt hinterlässt eine konstruktive Nachdenklichkeit. Und wer dafür die richtigen Antennen hat, nimmt unter anderem aus diesem Film die Frage mit: Habe ich bisher aus meinem Leben wirklich das gemacht, was ich hätte machen können?

Wer also mehr von einem Film erwartet als Zeitvertreib, Ablenkung vom Alltag und Zerstreuung der eigenen Langeweile, dem sei dieser Film bestens empfohlen. Fast möchte ich die Garantie abgeben, dass jeder, der ihn sieht, in eine emotionale Schwingung versetzt wird und jeder, der ihn mit Offenheit aufnimmt, in einer für ihn passenden Art und Weise bereichert wird.

Hier waren Menschen am Werk, die etwas von der Komplexität des menschlichen Daseins verstehen und die mit großem Einfühlungsvermögen einen Film geschaffen haben, der auch noch spätere Generationen zum Nachdenken anregen wird.

Fazit in Kurzform: Prädikat außerordentlich wertvoll!
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am 15. Mai 2016
Dieser Film hat nichts Lautes, nichts wirklich Aufregendes an sich. Die jungen Männer werden nicht gequält, sie sind untereinander gute Freunde - es wird ein Sittengemälde der Zeit gezeichnet, einfach so wie es 1959 im gut betuchtem Bildungsbürgertum in den USA war. Und gerade deswegen kann der Film seinen Zauber entfalten, er wird durch keine spektakulären Ereignisse gestört. Vielleicht kann man ihn ein bisschen mit "Frühlingserwachen" von Wedekind vergleichen. Was hinzukommt ist, dass Club der toten Dichter ein Plädoyer für die Poesie ist, für das,was unsere Seelen weckt und uns zu wahren Menschen macht. Unbedingt sehenswert!
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am 18. September 2015
Hinterfragt eure Welt, horcht in euch hinein, lebt euer Leben, so dass es euch glücklich macht - denn ihr hab nur das eine. "Carpe Diem" - Nutze den Tag! - das ist die Botschaft, die der Lehrer John Keating im strengen, erzkonservativen Jungeninternat "Welton" an der US-Ostküste der 50er-Jahre seinen Schülern mit auf den Weg gibt. Dem stickigen Mief jahrhundertealter Traditionen und Werte der renommierten Bildungseinrichtung setzt der junge Pädagoge Leidenschaft, Sentiment und Herz entgegen. Ein Rebell, der schnell die Herzen seiner Schüler gewinnt - und doch am Ende an den starren Regeln und Konventionen scheitert.
Wer nach Welton kommt, ist der Hoffnungsträger seiner meist gutbetuchten Familie - oder das schwarze Schaf, das es auf Linie zu bringen gilt. Familienehre, Tradition und Strenge stehen auch in der patriarchalisch geprägten Subgesellschaft des Ostküsten-Adels an oberster Stelle. Individualismus und Selbstverwirklichung haben da keinen Platz, Abweichen oder Schwäche sind gleichbedeutend mit Schande und Versagen. Gleichzeitig sind elterliche Zuneigung, Warmherzigkeit und Verständnis Mangelware. In diesem Milieu aufzuwachsen erfordert Härte und unbedingte Leistungsbereitschaft - und genau diese "Tugenden" werden in Welton in erster Linie vermittelt. Nicht jeder der jungen Nachwuchs-Eliten ist dem gewachsen.

John Keating, einst selbst Schüler in Welton, will den Jungen vermitteln, dass es da noch mehr gibt als Kohle, Karriere und knallharte Ellbogen. Er entführt sie in die Welt der Poesie, hilft ihnen, ihre wahren Stärken zu entdecken. Er fördert ihre Kreativität und ermutigt sie - auch entgegen den Widerstand der Familie - ihre Talente und Vorlieben zu verwirklichen. Und das Wichtigste: Er tritt für die Freiheit des Geistes und der Gedanken ein. Selbst einst Mitglied eines Geheimbundes mit dem klangvollen Namen "Club der toten Dichter", wird Keating ungewollt zum Ideengeber für seine aufgeweckten Schützlinge - die die alte Tradition kurzerhand fortführen und sich fortan heimlich nachts in einer Höhle im Wald treffen. Hier wird von nun an der Geist all dessen beschworen, das am strengen Diktat des Internatsalltages zerschellt: Lyrik, Dekadenz, Rebellion - und Mädchen. Hier draußen, im Wald, beginnen die Jungen zu ahnen, was es bedeutet, zu leben, frei zu sein. Manch einer wird von diesem Gefühl förmlich beflügelt. Und genau hier beginnt die Sache, Keating langsam zu entgleiten. Der zum Leben erweckte Individualismus seiner Schüler gerät zwangsläufig in Konflikt mit den strengen Regeln der Schule und der Elternhäuser. Als mit Neil einer seiner Schützlinge, ermutigt vom Freigeist des Lehrers, das Theater für sich entdeckt und Schauspieler werden will, will sein entsetzter Vater, ein ranghoher Militär, ihn von der Schule nehmen - mit furchtbaren Folgen. Für Neil und für John Keating.

Ich sah den Film in einer englischsprachigen Version das erste Mal 1993 im Alter von 14 Jahren mit meiner Englisch-Klasse - und verließ das Kino so emotional aufgewühlt wie selten zuvor in meinem Leben. Danach wusste ich, was Leidenschaft ist und wie gut wir es damals hatten. Niemand strafte uns, wenn wir eine eigene Meinung äußerten oder eigene Vorstellungen vom Leben entwickelten. Das Gefühl der Ohnmacht, das gerade von der Figur des Neil (Großartig: Robert Sean Leonard) verkörpert wird, schnürte einem förmlich die Kehle zu, man litt förmlich mit. Gleichzeitig wird man Zeuge, wie der schüchterne und unsichere Todd (Ethan Hawke), der stets im Schatten seines erfolgreichen älteren Bruders und unter dem Druck stand, genauso erfolgreich zu werden, unter Keatings Einfluss zu Mut und Willensstärke findet.
Nicht umsonst wurde der Film für drei Oscars (bester Film, bester Hauptdarsteller und beste Regie) nominiert und erhielt den Oscar für das beste Drehbuch. Die Rollen sind bis in die hinteren Reihen glänzend besetzt - und insbesondere die drei Hauptrollen überzeugen vollends. Robin Williams, der im Jahr 2014 Suizid beging, blieb und bleibt mir mit dieser Rolle immer in Erinnerung. Seiner besten. Kaum ein anderer hätte den engagierten, herzerfrischend modernen, aber auch eigenwilligen Pädagogen, der nicht auf Strenge, sondern auf Verständnis und individuelle Förderung setzt und damit selbst in die Schusslinie gerät, so authentisch und überzeugend umsetzen können. Sein ganzes Herzblut, all sein Gefühl hat Williams in diese Rolle gelegt - das zeitigt Wirkung beim Zuschauer. Taschentücher sollte man dringend griffbereit haben. Der Film ist eine Ode an das Leben, die Freiheit und die Freundschaft. Er zeigt, was Repression, Gefühlskälte und gesellschaftliche Zwänge in einem Menschen anrichten können. Und dass es lohnen kann, dagegen aufzubegehren - um in der Stunde des Todes nicht festzustellen, dass man gar nicht gelebt hat.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Oktober 2014
Einer der Kernsätze von Der Club der toten Dichter ist für mich: "Der Lehrplan hat sich bewährt. Warum sollten wir ihn dann ändern?" Im Prinzip trifft diese Aussage auf den ganzen Film zu. Wir erleben Schüler an einer Eliteschule in den USA der 50er Jahre, in der die Regeln aber seit Jahrzenten nicht verändert wurden, wie eine Szene zu Beginn zeigt, in der die Schüler die vier Grundsätze der Schule herunterbeten müssen, die seit Gründung der Schule Bestand haben.
Eine Gruppe Schüler findet heraus, dass ihr neuer Lehrer Keating, der einst selbst die Schule absolvierte, offenbar ein Revoluzzer und Freidenker war. Keating ermuntert seine Schüler dazu, Dinge zu hinterfragen, einen eigenen Weg zu gehen, feststehende Meinungen umzuwerfen, nicht hinzunehmen. Das dies Gegner auf den Plan ruft und tragische Konsequenzen nach sich zieht, ist fast schon unvermeidlich...
Die Stärke von Der Club der toten Dichter ist definitiv Sensibilität. Er plädiert nicht lautstark und massentauglich, sich aufzulehnen, sondern Keatings Ziel ist, dass jeder Schüler für sich selbst entscheidet, was für ihn das Richtige ist. Das geschieht halt mit Hilfe der Poesie.
Sensibilität plus Poesie, tollem Soundtrack, exzellenter Inszenierung und einem grossartigen Darstellerensemble sorgen für einen anspruchsvollen Film, den man gesehen haben sollte. Robin Williams zeigte hier einmal mehr, wie grossartig er abseits von reinem Humor agieren konnte und der Oscar, den er wenig später für Good Will Hunting erhielt, wäre auch für Der Club der toten Dichter schon mehr als berechtigt gewesen.
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am 10. September 2014
Ich erspare mir eine erneute Inhaltsbeschreibung. Dieser Film zeigt die Komplexität und Kompliziertheit des Lebens und vor allen Dingen die Schwierigkeiten zum eigenen Ich zu finden sehr gut auf. Jeder Jugendliche hat Träume und eine (vage) Vorstellung wie er vielleicht mal später leben will, doch diese Träume werden zerstört oder beschnitten von den Eltern, den Lehrern und angestaubten Traditionen. Das verhindert dass der Jugendliche ein eigenes, gesundes Selbstwertgefühl entwickelt und zur Persönlichkeit reifen kann und führt dazu, dass JA-Sager, Mitläufer und Duckmäuser „produziert“ werden.

Denn dies zeigt der Film auch: wer aus dem (traditionellen) System ausbrechen will, wer andere Wege gehen will, wer anders denkt und vielleicht auch etwas anders lebt und handelt als die Masse mit ihren Wertvorstellungen, der wird unter Druck gesetzt (von Eltern, vom Lehrerkollegium, ...), psychisch zerstört und ausgegrenzt.

Dieser Film eignet sich sehr gut für den Unterricht oder für Jugendgruppen, bietet er doch die Möglichkeit über die Chancen und Risiken des Lebens zu sprechen und über die kleinen und großen Stolpersteine, die einem in den Weg gelegt werden. Und nochmals auf die Überschrift zurück zu kommen: Wie möchte ich leben – wie darf ich leben – wie werde ich Persönlichkeit - wie entwickele ich ein selbstbestimmtes Leben? Dieser Film bietet eine gute Basis um mit Schülern und Jugendlichen über die Komplexität, Nöte und Ängste des Lebens zu sprechen, gibt aber auch Anregung zum Nachdenken und Überprüfen der eigenen Wertvorstellungen und erreichten Ziele für so manchen Erwachsenen.
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am 25. Juli 2009
Es gibt Filme für alle Spielarten des Lebens - vom Bedarf an Entspannung über den Bedarf an Information und Geistkräftigung bis zum Bedarf an Sinnenfreude oder Trost. Dieser Film ist für mich wie kein anderer einer für das Leben selbst und darin zudem mit personeller Bestbesetzung verbunden. Von leichter Ironie über den Einsatz von psychischer und physischer Gewaltanwendung bis hin zu offenem Widerstand gegen falsche Wegweisung setzt er sich mit gefährlichem -ionen-Reichtum auseinander: Traditionen, Intentionen, Protektionen und manches mehr fordern nicht einmal Fortentwickler, sondern ausschließlich ergebene Jünger. Reflektion hingegen ist nicht Bestandteil des entsprechenden Bildungs- und Erziehungs-Paketes.

Das Leben im Elite-Internat wird begleitet vom Leben an sich - einschließlich des Bedarfs an Annnahme, Liebe, Selbstverwirklichung, persönlicher Freiheit. Auch diese Belange halte ich für bruchlos einbezogen. Wo Lehrer Schüler mit Lehre in die Leere führen und Eltern Kinder zu Sklaven eigener Vorstellungen von Karrierechancen werden lassen, geht es nicht mehr um eine Suche nach Kompromissen, sondern um den Verlust oder Gewinn von Selbstsein - mit allen denkbaren Folgen. Der Befreiungsschlag des Denkens gegen eine Fehlinterpretation von Dichtung ist ein zunächst eher unbedeutend wirkender Anfang der Selbstbefreiung von einer kasernierten, ja gänzlich weggesperrten Welt der Gedanken und Gefühle insgesamt.

Dass solche Art der rücksichtslos und mit allen Mitteln betriebenen Indoktrination sogar Menschenleben kostet, ist in diesem Film gleichfalls für mein Empfinden eher schlüssig als überzeichnend dargestellt - als ebenso erschütternde wie wahre Aussage. An dieser Stelle endet nachvollziehbar die Lebbarkeit zweier gänzlich gegensätzlicher Auffassungen von Bildung und Erziehung Tür an Tür, Herzlosigkeit an Herz, Hirnlosigkeit an Hirn. Bis hin zur bannenden Schluss-Szene lautet die Botschaft: Es lohnt sich, falsche Wegweisung nicht in Machtlosigkeit auszusitzen, sondern ihr überzeugt zu widerstehen - besonders augenscheinlich auf den Schulbänken selbst!

Für mich ein Film, der spurensicher lebenswichtige Veränderung aufzeigt und darum immer wieder sehens- und bedenkenswert sowie nachhaltig wichtig ist.

Ein Satz dieses Films hat mich übrigens gedanklich in eine gänzlich andere, deutlich angenehmere Richtung geführt. Er lautet: <Sprache ist vor allem zu nichts Anderem dienlich als dazu, Damen zu betören.> Dieser An- und Einsicht schließe ich mich besonders gern an.
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