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TOP 500 REZENSENTam 4. Juni 2016
Beverly "Bev" Weston (Sam Shepard) ist mit dem Poeten T.S. Eliot der Auffassung, dass "das Leben lang ist". Er lebt mit seiner an Krebs erkrankten Frau Violet "Vi" (Meryl Streep) in Osage County in den trockenen und heißen Great Plains Oklahomas und stellt die "Indianerin" Johnna als Haushaltshilfe an, bevor er ein paar Tage später verschwindet. Dieses Ereignis führt dazu, dass sich die gesamte Familie bei der Mutter Violet einfindet. Das sind die älteste Tochter Barbara "Barb" (Julia Roberts) mit Mann (Ewan McGregor) und Tochter, sowie die beiden anderen Töchter Karen mit Freund und Ivy. Außerdem Violets Schwester Matti Fae (Margo Martindale) mit Mann (Chris Cooper) und Sohn "Little Charles" (Benedict Cumberbatch).

Vi ist verbittert, einsam und vorwurfsvoll gegen Bev, gegenüber ihrer Familie und sich selbst. Sie wird aggressiv, streitlustig und gehässig, läuft geradezu zur "Hochform in Feindseligkeit" auf, wie es ihr Schwager treffend formuliert. Sie versprüht Gemeinheiten und zieht sich dann auf den Standpunkt zurück, sie sage nur endlich einmal die Wahrheit. Dadurch fordert sie heftige Gegenreaktionen der anderen heraus, eine familiäre Schlammschlacht beginnt, sie gehen einander an die Kehle.

"Im August in Osage County" beruht auf dem Theaterstück von Tracey Letts. Der Film ist dann auch einem Theaterstück gleich inszeniert und braucht nur wenige Sets. Vornehmlich findet die Handlung innerhalb des Hauses statt.

Diese "Familiendramödie" ist kurzweilig, bitterböse und fängt viel Realität ein. Angeführt von Meryl Streep ist sie durchweg gut besetzt und gespielt. Und besonders erwähnenswert finde ich, dass sie frei von Kitsch endet.
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. August 2014
Bei „Im August in Osage County [OT: August: Osage County] handelt es sich um ein Familiendrama aus dem Jahr 2014. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Tracy Letts. Bei der Verfilmung nahm John Wells im Regiestuhl Platz.

Beverly Weston lebt zusammen mit seiner an Mundkrebs erkrankten Frau in Osage County. Während er gerne einmal zur Flasche greift, leert seine Frau Violet ein Pillendöschen nach dem anderen und beglückt ihre Umwelt mit allerlei verbalen Gemeinheiten. Als Beverly eines Tages spurlos verschwindet trommelt Violets jüngste Tochter Ivy die gesamte Familie (u.a. ihre Schwestern Barbara & Karen) zusammen. Als die Familie wenig später dann die Nachricht bekommt, dass Beverly Selbstmord begangen hat, nimmt das Drama seinen Lauf...

Ich liebe Julia Roberts und vergöttere Meryl Streep, somit war mir von Anfang an klar, dass ich diesen Film unbedingt sehen muss. Der Film war was ich erwartet habe, ein Familiendrama. Es war unschön und unerwartet. Es war die unperfekte Familie pur. „Im August in Osage County“ ist eine Art Charakterstudie bei der man die verschiedenen Puzzelteile zusammensuchen muss um am Ende das Gesamtwerk der dysfunktionalen Familie betrachten zu können. Der gesamte Cast liefert meiner Meinung nach eine grandiose Leistung ab, aber erwähnenswert sind vor allem Julia Roberts und „the godess of acting“ Meryl Streep. Warum keine von beiden einen Oscar bekam ist mir schleierhaft (gerade Roberts hätte ihn verdient gehabt).

BILD & TON:
Das Bild ist oberer Durchschnitt oder anders gesagt, es wäre mehr drinnen gewesen. Es mangelt an Schärfe und auch der Schwarzwert ist nicht optimal. Der Ton ist so wie er ist okay. Es handelt sich um einen dialoglastigen Film, daher lege ich hier keinen Wert auf Surround Sound, sondern auf eine astreine Verständlichkeit der Dialoge und diese ist gegeben.

EXTRAS:
Making of, Bildergalerie, Trailer und noch etwas mehr. Alles in allem ist die Ausstattung okay, allerdings werden Extrafetischisten keine feuchten Augen bekommen.

***FAZIT***
Wer auf dialoglastige Filme mit tollen Schauspielern steht und auch damit leben kann, wenn es nicht alle 5 Minuten kracht und boomt, der könnte gefallen an diesem Familiendrama finden, welches so bewundernswert von Streep und Roberts angeführt wird. Wer dies allerdings nicht tut, wird am Ende zumindest für die eigene Familie dankbar sein ;).

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Einzelbewertungen, welche zum Gesamtsterneergebnis führten:
STORY: *****
BILD: ***
TON:****
EXTRAS:***
--------------------
GESAMT: ****
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am 25. August 2017
Im August in Osage County, im Original August: Osage County, ist ein Familiendrama aus dem Jahr 2013, welches von Regisseur John Wells inszeniert wurde, um die 120 Minuten dauert und ab 12 Jahren freigegeben ist. Es handelt sich bei dem Film um eine Literaturverfilmung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten, im Original gleichnamigen Bühnenwerks von Tracy Letts. Der Film überzeugt durch seine Darsteller, die ihre Figuren großartig spielen und die Handlung somit sehr interessant gestalten. Hinzu kommt noch ein bitterböser, schwarzer Humor, der diesen Streifen umso sehenswerter macht.

Zunächst einmal zur Handlung:

Nach dem plötzlichen Verschwinden von Familienoberhaupt Beverly Weston (Sam Shepard) kommt die ganze Familie aus allen Himmelsrichtungen zurück nach Osage County. Die zurückgelassene Ehefrau Violet Weston (Meryl Streep), bissig und verbittert, trauert auf ihre eigene, unversöhnliche Weise. Sie schluckt mehr Schmerzmittel als ihr gut tut und lässt an nichts und niemandem ein gutes Haar. In ihrem Haus im schwülheißen Oklahoma sind weder die drei Töchter noch die angeheiratete Verwandtschaft vor ihren Beschimpfungen sicher. So dauert es nicht lange, bis alte und neue Konflikte aufbrechen und man sich buchstäblich an die Kehle geht. Für die Töchter Barbara (Julia Roberts), Karen (Juliette Lewis) und Ivy (Julianne Nicholson) ist klar, dass etwas geschehen muss. Aber Violet ist längst nicht so hilflos, wie alle glauben. Besser als jeder andere durchschaut sie, was sich hinter den Kulissen abspielt. Und sie kennt auch die intimsten Familiengeheimnisse...

Was mir gefallen hat:

Zunächst einmal hat mir der Aufbau der ganzen Geschichte sehr gut gefallen. Der Film beginnt ruhig, die verbliebene Ehefrau fragt sich was mit ihrem Mann passiert ist. Die restliche Familie wird langsam in die Geschichte eingeführt, der Zuschauer bekommt genug Zeit sich ein erstes Bild von der Verwandtschaft zu machen. Erst im Laufe der Zeit werden die Charaktere lauter, suchen Streit und werfen sich die schlimmsten Dinge an den Kopf, dann kommen auch totgeschwiegene Geheimnisse ans Licht und die Situation scheint jederzeit zu eskalieren. Das Ganze kann auf jeden Fall mit gewisser Spannung betrachtet werden und macht richtig viel Spaß.
Neben dem wunderbaren Aufbau funktionieren auch alle Darsteller exzellent und liefern eine beeindruckende Performance ab. Allen voran überzeugt Meryl Streep, als in die Jahre gekommene Ehefrau und Mutter von drei Töchtern. Sie ist eins mit ihrer Rolle und wurde dafür zurecht bei den Academy Awards 2014 als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Ich könnte mir im Nachhinein keine bessere Darstellerin für diese Rolle vorstellen. Neben ihr überzeugt Julia Roberts, die mir bereits in "Die Akte" von 1993 gefallen hat und auch sonst schon in tollen Filmen mitgewirkt hat, als eine von drei Töchtern. Meiner Meinung nach wäre der Gewinn des Academy Awards als Beste Nebendarstellerin mehr als berechtigt für sie gewesen. Zusätzlich zu den beiden spielen auch die bekannten Gesichter Chris Cooper, Ewan McGregor, Juliette Lewis, Benedict Cumberbatch und die junge Abigail Breslin sehr gut. Ebenfalls tolle Leistungen liefern noch der kürzlich verstorbene Sam Shepard, Margo Martindale und Julianne Nicholson ab. Die Darsteller zeichnet hier vor allem die Tatsache aus, dass sie es schaffen ihre Rollen, bis auf wenige im Skript festgeschriebene Ausnahmen, so unsympathisch wie möglich dastehen zu lassen.
Ergänzend zu den Leistungen der Darsteller ist auch die Musik von Gustavo Santaolalla sehr stimmig und passend und die zusätzlichen Songs sind allesamt gut gewählt.
Was mir noch im Gedächtnis geblieben ist, sind die unfassbar guten Dialoge, denen ich gespannt folgen konnte, was auch notwendig ist um am Geschehen dranzubleiben. Zu den Dialogen kommt noch ein bitterböser schwarzer Humor hinzu, der die Stimmung nochmal aufbessert und für mich nicht wegzudenken wäre. Allen die den Film jetzt unbedingt sehen wollen, sei noch gesagt, dass es zunächst etwas verwirrend sein könnte, die Figuren und ihre familiäre Beziehung einander zuzuordnen, aber im Laufe des Films sollte sich das, bei konzentriertem Zusehen ganz von selbst geben.
Ebenfalls gut sind das gesamte Bühnenbild, sowie die Arbeit der Kamera.

Fazit:

Zum Abschluss sei gesagt, dass Fans von Dramen mit komödiantischem Einschlag, ähnlich dem Film "Der Gott des Gemetzels" von 2011, mit Im August in Osage County voll auf ihre Kosten kommen werden. Der Film hat einen exzellenten Cast, überzeugt mit tollen Songs und ich fühlte mich die vollen zwei Stunden lang wunderbar unterhalten. Was will man mehr! Wenn Ihr durch diese Rezension Lust am Schauen bekommen habt, seht ihn Euch unbedingt an. Von mir bekommt Im August in Osage County die volle Punkteanzahl, also fünf Sterne.
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am 28. November 2016
Mir fällt in Diskussionen oder auch Streitereien in Filmen oft auf, dass sie wenig Spannungsaufbau in diesen Situationen aufweisen und von jetzt auf gleich gestritten wird und genauso schnell wieder Ruhe einkehrt. Bei diesem Familiendrama empfand ich die Situationen von Streitereien besser aufgebaut. Zum Beispiel beim Leichenschmaus zu Hause, wo man immer wieder merkt, dass die frische Witwe in Streitlaune ist und es nach vielen Sticheleien und Beleidigungen endlich zur verbal-körperlichen Explosion kommt. Ich empfand solche Szenen sehr authentisch und wenig inszeniert oder geschauspielert. Ich hab es den Schauspielern abgenommen. Und das zeichnet ja letztendlich einen guten Schauspieler aus: Er muss uns eine Illusion der Wahrheit bieten, die wir Zuschauer diesem abkaufen.
Das Familiendrama wirft keine Lösungen auf und ich habe auch keine Lösung gebraucht am Ende, um den Film gut zu finden. Der Film schien mir auch nicht den Anspruch zu haben, sondern vielmehr die tiefe Verwurzelung der familiären Probleme aufzuzeigen und dass Familienprobleme oftmals sehr verzwickt sein können. Klar, die Probleme, die in diesem Film geschildert werden, sind nicht Ottonormal-Familienprobleme. Doch die Quintessenz ist für mich gewesen, dass Familiendynamiken schwer zu verstehen sind und nur schwer umzulenken sind. In diesem Film funktioniert das Umlenken nicht - und das macht es dramatisch, ergo passend.
Ich fand den Film gut.
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am 28. September 2014
Ob man diesen Film allerdings als Blu-ray unbedingt braucht lasse ich mal im Raum stehen da der Film keinerlei Effekte bietet.
Vom Unterhaltungswert ein sehr schöner Film. Schwarzer Humor mit einer zusätzlich sehr tiefgründigen Story und einem, wie ich fand nicht so überzeugendem Ende.
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am 15. Oktober 2014
Ein sehr skurriler, immer unterhaltsamer Film, mir einer großartigen Besetzung. Erinnert ein wenig an Theater mit vielen emotionalen, überraschenden Momenten, die einen etwas ratlos zurück lassen. Empfehlenswert
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am 2. Dezember 2014
Ein Film so richtig aus dem Leben gegriffen, so typisch Familie, es ist einiges zum Lachen dabei und zum schmunzeln. Ich kann da nur volle Sterne geben.
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am 6. Dezember 2014
Vorweg will ich sagen, dass ich den Film sehr schätze und ihn wiederholt angesehen habe.
Aber dann muss gleich dazu gesagt werden, dass es ein Film ist, dem man sich nur in stabiler seelischer Verfassung aussetzen sollte. Denn er räumt auf mit jeder Form von romantischer Illusion, gleich ob es um Liebe, Treue, Solidarität oder familiären Zusammenhalt geht.
Der Titel, der so unpersönlich klingt, weist auf ein Element hin, das im Film wie ein Katalysator wirkt: die unerträgliche Augusthitze am Schauplatz des Filmgeschehens, einem Anwesen sozusagen mitten in der Pampa. Die Hitze ist so groß, dass Käfigvögel daran sterben, und sie kann Menschen jedenfalls aus der Fassung bringen.
Der Film zeigt ein Familientreffen aus traurigem Anlass, in dessen Verlauf tiefe Konflikte zwischen den einzelnen Mitgliedern erstmals offen angesprochen werden. Was man sich hier gegenseitig in Wut- und Verzweiflungsausbrüchen alles an den Kopf wirft, erinnert an das Drama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" in der unvergesslichen Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton. Vielleicht ist es deshalb auch kein Zufall, dass Elizabeth Taylor im Film namentlich erwähnt wird.

Eine ganze Reihe großartiger Schauspieler ist hier versammelt. Mich hat besonders berührt, wie Meryl Streep den Mut zur Hässlichkeit und zum Abstoßenden aufbringt und in welch schnellem und ungeschminkt ordinärem Tonfall der Schwall von Beschimpfungen sich ergießt. Für die englische Fassung wünscht man sich eigentlich englische Untertitel, um als Nicht-Nativespeaker die ganzen Feinheiten oder besser Grobheiten genau zu erfassen.
Zu diesem Szenario würde ein Happy End nicht passen, und es wird auch keines geboten, dafür aber ein langer Abspann mit wunderbarer Gitarrenmusik.
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am 14. August 2016
Der Film hält gut die Balance zwischen familiärem Psychodrama und schwarzer Komödie mit einem Schuss Satire und Groteske: Die Amerikaner haben dafür die treffende Bezeichnung "black comedy drama film". Das Leben in der Prärie und anderswo und die "heilige Familie" kriegen ordentlich einen auf die Mütze und eine Riege erstklassiger Vollblutschauspieler darf sich einmal voll austoben und die Sau rauslassen. Ein bisschen skandinavisches Dogma wie "Das Fest" auf amerikanisch ist auch dabei. Wer so etwas mag, der ist mit "Im August in Osage County" gut bedient. Ein bisschen erinnert mich der Film an den noch schrägeren "Another Happy Day" von Sam Levinson (2011), in dem sich Ellen Barkin und Ellen Burstyn die Tochter-Mutter-Kante geben (an dieser Stelle mal gerne zu empfehlen). Dieser Film hier ist in sich runder und bei aller Boshaftigkeit auch irgendwie glattgeschliffener und Hollywood-kompatibler (George Clooney ist Co-Produzent). Und das sehr erfolgreiche gleichnamige Theaterstück (übrigens auch auf deutschen Bühnen) merkt man dem Film ein bisschen an, was mich persönlich nicht stört. Gefilmt ist das alles sehr einfach, die Kamerarbeit ist solide und die Dialogregie nahezu perfekt. Vor allem Meryl Streep und Julia Roberts laufen zur Höchstform auf (wobei mich Roberts noch ein wenig mehr beeindruckt hat als Streep. Von letzterer erwartet man einfach, das sie es kann, Roberts hat mich durch feinnerviges Spiel und schauspielerisches Können positiv überrascht. Keine Pretty Woman, sondern eine Frau mit Stand und Biss).

Der Cast spielt insgesamt sauber und mehr als ordentlich, auch die Männer (allen voran Sam Cooper als Streeps Schwager und verständnisvoll-sensibler und gleichzeitig tragischer Vater von Benedict Cumberbatch, der als Ur-Brite hier irgendwie fehl am Platz war). Hauptdarsteller sind aber eigentlich die unendlich öden und beklemmenden Plains, aus denen auch der Autor des Films stammt. Der Filmtitel erinnert daran, dass es sich hier um klassisches Land der Ureinwohner handelt, die in der Region heute noch einen vergleichsweise hohen Bevölkerungsanteil stellen. Die sogenannten "Prärieindianer" wurden als letzte von den eindringenden Weißen ausgerottet, von rauen und heimatlos gewordenen Siedlern, die woanders in den USA nicht Fuß fassen konnten. Heute verödet das Land wieder und die Prärie holt sich zurück, was ihr gehört (die Ureinwohner können es nicht mehr). Was für ein rauer brutaler Menschenschlag sich hier ansiedelte - häufig verarmte Skandinavier und Iren wie die Familien der Filmeltern -, wird angedeutet: Als Kinder waren sie brutalsten Übergriffen in völlig verrohten Familienverhältnissen ausgesetzt. Dieser Hintergrund geht in dem Schauspieler-Feuerwerk allerdings genauso ein wenig unter wie die Thematik der Ureinwohner. Die beschränkt sich auf die sanft-stoische Hausangestellte (Misty Upham in ihrer letzten Rolle vor ihrem tragischen frühen Tod), rassistische Ausfälle von Streep in ihrer Rolle sowie ein paar bissige Sätze von Roberts und Gatte Ewan McGregor (enttäuschend blass) bei der Anfahrt in die ungeliebte Heimat über "Völkermord" - das dieses Wort so deutlich fiel, ist schon erstaunlich für einen Hollywoodfilm. Als Gesamtpaket und da ich noch lange über den Film nachdenken musste, ist er mir doch 4 Sterne wert.

Fazit: Fantastisch gut aufgelegte Schauspieler, eine beklemmend öde Prärielandschaft und ein Regisseur (John Wells), der sich nur bedingt traut aus der Steilvorlage von Bühnenautor Tracy Letts etwas Eigenständiges zu schaffen. Wesentlich sperriger, härter und konsequenter mit ähnlicher Thematik ist das in der öden Region spielende Roadmovie "Nebraska" mit Bruce Dern von Alexander Payne aus dem Jahr 2013, das ich hiermit wärmstens empfehle. Jedenfalls werden die Amerikaner derzeit zumindest filmisch immer mutiger, was heilige Kühe und unantastbare Mythen wie Familie und wilder Westen betrifft. Und das Theaterstück von Tracy Letts wird jetzt bestellt.
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am 20. August 2014
Nach langer Zeit, und vielen enttäuschten Erwartungen (z. B. an 12 years a slave und Gravity, die beide Publlikums- und Kritikerlieblinge wurden, nur ICH weiß nicht, warum) noch mal ein Film, der mir restlos gefiel. Streep toppt hier für mich sogar noch ihre Leistung in The Iron Lady, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Julia Roberts beweist einmal mehr, wieviel mehr sie ist als ein schönes Gesicht. Und der supporting cast - erste Sahen, alle miteinander. Für mich als Benedict Cumberbatch Fan natürlich im Fokus: the man himself. Ich mag ihn sehr in Sherlock, ich liebte ihn in Parade's End, er gefiel mir sehr in Wikileaks (schon wieder ein Film den außer mir keiner mag). Aber so gut wie in Osage habe ich ihn noch nicht gesehen. Ich fand, er ging völlig in der Rolle auf. Seine eigene Körpersprache, seine Manierismen, vor allem im Gesicht - man sieht das bei Sherlock häufiger, man sah es gelegentlich auch bei Parade's End, dass es eben Benedict Cumberbatch ist, den man da sieht. In Osage sieht man es nicht mehr. Man sieht nur die Figur, die er spielt. Für mich Acting at its very best. Schnitte, Kulisse, Kostüme, die Zusammenstellung des Cast, Tempo, Kamera - alles bestens.

Das Drehbuch mag nicht jedermanns Sache sein, aber wer sagt denn, dass alle Familien zuckrig wie die Waltons oder die Ingalls sein müssen? Das hier ist eher die Adams Family, und am Schluss ist eben nicht immer alles zur allgemeinen Zufriedenheit geregelt. Es tut sich schrecklich viel, es passiert viel, Dramatisches, Schmerzhaftes, Trauriges, und Lächerliches. Am Ende hat sich aber nichts geändert. Wo Spannungen waren, sind sie noch da, kein Konflikt ist gelöst, kein Problem aus der Welt - wie das eben so ist in Familien im wahren Leben. Trotzdem fährt da fast jeder weg, mit dem Gefühl, was getan zu haben, auch wenn er nichts erreicht hat. Gibt es Leute auf der Welt, die das Alles wirklich überhaupt nicht kennen?

Kurz: Ich liebe diesen Film. Ich empfehle ihn trotz der kleinen Fangemeinde tapfer weiter.
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