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Kundenrezensionen

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am 2. September 2007
Mit "The Man Comes Around", dem letzten zu Johnny Cashs Lebzeiten erschienenen Album aus der American Recordings - Reihe, schließt sich der Kreis. Die Themen der ersten beiden CDs drehten sich um allerlei Mühsale des Lebens, für deren unsentimentale Schilderung der Man In Black berühmt war, auf "Solitary Man" konzentrierte sich das Thema, beeinflußt durch Cashs schwere Krankheit, auf die unabwendbaren Schicksalsschläge und den Tod. Der vierte Teil der American Recordings spinnt diesen Faden zwar weiter, doch im Gegensatz zum sehr düsteren Vorgänger geht es hier primär um die Erlösung, die auf das Leiden folgen muß.
"Spirit", sagte Cash selbst, sei das Thema des Albums, der menschliche Geist, der von den Schwierigkeiten und Katastrophen des Lebens geprägt wird, oft leidet und doch nie bricht, solange er kämpft. Cashs Stimme klingt hier beizeiten schwer angeschlagen, die Krankheit hört man immer heraus, doch auch noch immer den unbedingten Durchhaltewillen.
Das Album beginnt mit "The Man Comes Around", einer biblisch inspirierten Phantasie über das Jüngste Gericht, in der sich Cash als Textdichter von dylanscher Verklausulierungsbegabung präsentiert. Ein recht sperriger, aber eindringlicher Einstieg.
"Hurt" ist der erste Höhepunkt des Albums. Der Nine Inch Nails - Song wirkt wie für den späten Cash geschrieben, seine Version übertrifft das Original bei weitem und ist beeindruckend arrangiert: Von einem leisen Einstieg steigert sich das Stück in eine gewaltige "Wall Of Sound", wird am Schluß (bewußt natürlich, wenn Rick Rubin einen Fehler macht, dann will er ihn machen) übersteuert und klingt schließlich, wieder zur Ruhe gekommen, leise aus. Das geniale Video, das zu dieser Nummer gedreht wurde, ist ein Rückblick auf Cashs lange Karriere und machte dem Man In Black zum bisher ältesten Grammy - Preisträger für ein Musikvideo.
"Give My Love To Rose" ist schon eine bekannte Cash - Nummer, deren Neuaufnahme jedoch sehr gut auf das Album passt, der Sänger findet einen sterbenden Mann an den Bahngleisen und nimmt sich seiner an. Ein Song über Buße und Vergebung.
"Bridge Over Troubled Water" hat so gar nichts vom Kitsch des Originals von Simon & Garfunkel, das Stück klingt hier wie ein Kirchenlied, dem von Cashs brüchiger Stimme und dem schrägen Harmoniegesang Fiona Apples jedes Pathos geraubt wird. Eine musikalisch sehr eigenwillige, aber faszinierende Fassung.
"Hung My Head" stammt von Sting, der Man In Black macht aus dem Song über einen Mord aus Versehen eine nachdenkliche Moritat über Verbrechen und vergeben.
"First Time Ever I Saw Your Face" ist ein klassischer Evergreen, dem es fast nichts mehr zuzufügen gibt, nur fehlte eben noch eine Version von Johnny Cash, der sich hier als Traditionswahrer zeigt und das Stück schlicht und ohne Pathos vorträgt.
"Personal Jesus" ist der nächste Geniestreich. Das Depeche Mode - Stück passt auf den ersten Blick mal wieder so gar nicht in den Cash - Kosmos, zeigt aber einmal mehr, daß Cash keinerlei Berührungsängste hatte. Vom Original bleibt einzig der Text und der Rhythmus übrig, auf Effekte wird verzichtet und das Stück in einen absolut kitschfreien Gospel - Song mit lässigem Boogie - Piano verwandelt. Eine der gelungensten Cover - Versionen aller Zeiten.
"In My Life" hat es da als Folgesong recht schwer. Das Beatles - Stück passt zwar ausgezeichnet auf das Album und natürlich klingt es völlig anders, wenn ein erfahrener Sänger, der bereits das Ende seines Lebens vor Augen hat, es interpretiert. Hier hat jedoch die Kreativität etwas nachgelassen und Cash kann dem Song keine neuen Seiten abgewinnen. Keine schlechte Version, aber der schächste Track auf dem Album.
Mit "Sam Hall" zeigt sich Cash noch einmal als der Outlaw, dem alles egal ist. Die Rolle spielte Cash oft in seinen Songs und hat über die Jahre und trotz der schweren Krankheit nichts von seiner Glaubwürdigkeit verloren.
"Danny Boy", die inoffizielle irische Nationalhymne, darf auf einem Album über Tod und Erlösung natürlich nicht fehlen. Cash tappt hier etwas in die Kitschfalle, das Stück kommt etwas zu kirchenliedhaft daher. Trotzdem gelingt dem Man In Black eine recht beeindruckende Vorstellung. Ein Song zum Schwelgen.
"Desperado" hat wieder die Klasse, die das Album ausmacht. Von der Hochglanzfassung der Eagles ist, trotz der Beteiligung Don Henleys bei der Aufnahme, nichts übriggeblieben. Bei Cash wird aus dem glänzenden Colt eine rostige alte Knarre, wie sie jeder düstere Held eines Italo -Western bei sich hat.
"I'm So Lonesome I Could Cry" erweist dem Großmeister der Country - Musik Hank Williams die Ehre. Hundertmal aufgenommen sticht diese Fassung des Klassikers mit Cash und Nick Cave am Mikro heraus und übertrifft noch die Intensität des Originals. Einer der besten Songs auf dem Album.
"Tear Stained Letter", ein Cash - Original, fällt im Vergleich dazu wieder etwas ab, doch sieht man hier einmal mehr den legendären trockenen Humor des Man In Black.
"Streets Of Laredo", einer der absoluten Klassiker der Country - Musik, darf hier natürlich auch nicht fehlen. Der Song über einen sterbenden Cowboy zeigt Cash (es ist schon seine zweite Version dieses Songs) noch einmal voll auf der Höhe, seine Stimme hat hier wieder den berühmten satten Bariton und die Interpretation macht einem weiten Bogen um Klischee und Pathos. Nur Johnny Cash konnte diesen Song so singen.
Das Album endet mit "We'll Meet Again", mit dem sich schon die Byrds auf ihrem ersten Hit - Album "Mr. Tambourine Man" verabschiedet hatten. "The Whole Cash Gang" ist hier am Mirko vertreten und entläßt den Hörer mit einem Silberstreif am Horizont und der Hoffnung auf eine weitere Fortsetzung der American - Reihe.
Leider starb Johnny Cash einige Zeit nach der Veröffentlichung des Albums. Er hatte jedoch noch viel Material hinterlassen, von dem schon einiges veröffentlicht wurde (auf dem großartigen Box - Set "Unearthed" und dem Album "A Hundred Highways"), wer weiß, vielleicht sind die letzten Worte des Man In Black noch immer nicht gesprochen.
"The Man Comes Around" markiert jedoch im Nachhinein einen Endpunkt. Es ist das letzte zu Cashs Lebzeiten erschienene Album, bei dem er noch voll beteiligt war und zeigt ihn noch einmal als hervorragenden Musiker und Songwriter, der sich auch von den schwersten Schicksalsschlägen nicht besiegen läßt.
Ein Album, von dem man nie genug bekommen kann.
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am 14. Oktober 2003
Es ist natürlich schwer, dieses Album zu bewerten, so kurz nach dem Tod Cashs. Durch sein Ableben hat die CD eben noch an Bedeutung gewonnen und zeigt die Zerbrechlichkeit und den Schmerz von Cash. Es klingt eben wie ein Album eines Mannes, der dem Tod gegenübersteht. Traurig, zittrig, tiefblickend.
Wie auf den zuvorigen "American"-Teilen vermischt Cash auch hier wieder Coverversionen mit eigenem. "The Man Comes Around", der Opener, beweist, dass Cash auch noch im hohen Alter in der Lage ist, flotte Countrysongs zu schreiben. Das nachfolgende "Hurt" ist wohl einer seiner größten Songs. Und wohl der ungewöhnlichste: Wer hätte wohl erwartet, dass der Altmeister Johnny Cash einen Song von den Nine Inch Nails covert? Das eigentlich schon perfekte Original wird hier nochmals verbessert, statt Wut kommt hier Todesangst zum Vorschein.
Die restlichen Coverversionen können sich ebenfalls sehen lassen: "First Time Ever I Saw Your Face" wird auf das Nötigste reduziert, wie so oft bei Cash, "Personal Jesus", im Original von Depeche Mode (!) wird zum beschwingten Akustikstück umgemodelt. Nur "Bridge Over Troubled Water" klingt etwas zu überfrachtet, hier wäre mal wieder weniger mehr gewesen.
"The Man Comes Around" ist ein würdiger Abschluss von Cashs Karriere und dürfte sicherlich mehrere zu Tränen rühren. Aber: "We'll meet again / Don't know where, don't know when / But I know we'll meet again some sunny day...
Highlights: The Man Comes Around; Hurt; I Hung My Head; We'll Meet Again
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am 1. September 2003
Mit Abstand eines der allerbesten Alben der letzten Jahre!
Normalerweise bin ich weder Johnny Cash noch Country Fan. Auf die CD bin ich über die MTV VMA 2003 aufmerksam geworden. Gleich beim ersten anhören war ich so fasziniert, dass ich die CD 3 mal hintereinander gehört habe.
Zwar ist die CD musikalisch eher minmalistisch, aber dafür bleibt umso mehr Raum für Cash`s unvergleichliche Stimme. Das Alter merkt man ihm sicherlich an, aber das muss auf dieser CD einfach so sein. Jedes einzelne Wort Cash`s wiegt so schwer wie alle Alben von Britney, Christina, Justin Timeberlake usw. zusammen.
Viele Songs sind vom Spätherbst in Cash`s Leben gezeichnet. Manchmal bekommt man richtig Gänsehaut; teilweíse glaubt man fast schon eine Stimme aus dem Jenseits zu hören. Wie z.B. in den beiden besten Songs "When the man comes around" und "hurt" im original von den Trent Reznor (9 inch nails !!!). Als ob diese Lieder nur für Ihn geschrieben wurden!
In anderen Liedern zeigt er sich zwar etwas lebenslustiger und "klassischer" wie in "Sam Hall" und "We'll meet again"... wo auch immer! Denoch bleibt es ein düsteres Album, aber nicht ohne Hoffnung !
Fazit: Ein geniales Album was wirklich sehr bewegt und tief unter die Haut geht!
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am 3. Dezember 2002
Ich bin seit nunmehr 35!!!! Jahren Johnny Cash Fan, habe weit
über 100 Tonträger sowie viele Videos und Bücher von diesem wohl
in seiner Art einmaligen Künstler. Ich glaube daher, mir
ein Urteil über sein neues Werk anmassen zu düerfen.
Wenn heute von einem " neuen Cash" seit seiner Zusammenarbeit
mit Rick Rubin gesprochen wird, dann kann ich nicht zustimmen.
Cash war immer Cash und wird es hoffentlich noch lange
bleiben, nur kennen viele Hörer seine Werke aus den
50iger, 60iger, 70iger und 80iger Jahren nicht. Es gab immer Lieder von Cash
die denen der heutigen Zeit entsprechen, der Sound ist natürlich
im Laufe der Zeit etwas abgeändert worden. So auch auf der
neuen CD "The Man Comes Around". Sam Hall, Give My Love To Rose,
Danny Boy, I'm so lonesome I could cry, The Streets Of Laredo
waren damals und sind heute ausgezeichnete Lieder.
Echt Spitze sind auf der neuen CD
"The Man Comes Around" von Johnny. Fünf Sterne sind dafür zuwenig.
Außerdem "I Hung My Head" und "First Time I Ever Saw Your Face"
Auch für diese Interpretationen sind fünf Sterne zuwenig.
Ich finde die neue CD sensationell, schon allein aus der Tatsache heraus, dass Cash trotz seiner Erkrankungen zu dieser
Höchstleistung finden kann. Aber ich kenne Ihn ja schon so lange,
er hat mir weder bei seinen viele Konzerten, die ich besuchen
durfte, noch auf seinen vielen Tonträgern das Gefühl gegeben,
etwas nicht mit Hingabe zu seiner Musik und seinem Publikum
getan zu haben.
Ich schätze diesen großen Künstler, finde seine neue CD sensationell gut und wünsche mir, daß Gott diesem Mann die
Kraft und den Willen gibt, uns noch einige Zeit mit seiner
Musik zu erfreuen.
"God bless Johnny Cash"
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am 4. Januar 2003
Der Titelsong eröffnet dieses Album mit einem krächzenden Vorwort (vgl. Hörprobe), das im Tonstudio mittels engster Frequenzbreite auf Volksempfängersound getrimmt wurde - Tom Waits lässt grüßen. Dann der Auftakt zum Song selbst: "The Man Comes Around" ist eine Cash-Komposition, eine seiner besten - und das will etwas heißen. Die dunklen Pianotupfer, die den 'Refrain' einläuten, verursachen geradezu eine Gänsehaut.
Zu den Covernummern auf der Platte: Depeche Modes "Personal Jesus" klingt so, als hätte man es niemals anders spielen dürfen, und Red-Hot-Chili-Peppers-Gitarrist John Frusciante spielt die Gitarre auch sehr à la dm.
Schlicht wunderschön ist das Duett "Bridge Over Troubled Water" mit Fiona Apple. Das Stück hat sich mit Art Garfunkels Schweineterzen schon so im Kopf festzementiert, dass man beim ersten hinhören stutzt: Fiona Apple hat den Mut, den Song neu zu interpretieren, und das gelingt im Duett mit dem großen alten Mann in Schwarz atemberaubend. Über die leiernde Kitschorgel als postmodernes Zitat kann man sich nun wieder streiten... auch wenn gerade dieser Mut zur Ironie den Song von eben dem Kitsch des Originals befreit.
"I Hung My Head", sicher nicht Stings stärkste Nummer, wächst in Cashs Fingern zu einem richtig erwachsenen Song - und der ewige junge Wilde Cave zu einem fast zu erwachsenen Sänger, wenn er im Hank-Williams-Klassiker "So Lonesome I Could Cry" geradezu chorknabenbrav mitträllert.
Ein Loblied könnte man auf jeden einzelnen der Songs singen; unbedingt hervorzuheben ist aber die wunderschöne Interpretation von "The First Time I Ever Saw Your Face": Wenn "The Man Comes Around" ein Album ist, nach dem man sich kein besseres mehr vorstellen kann, so nimmt "The First Time..." diesen Rang in Bezug auf Liebeslieder ein.
Ach ja: die Extended Version von "The Man Comes Around", die bisher 'nur' auf Vinyl erhältlich war, gibt es demnächst auch auf CD.
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am 23. August 2011
Wie die drei anderen von Rick Rubin zu Cashs Lebzeiten produzierten "American"-Alben singt Johnny Cash auf "The Man Comes Around" neben Eigenkompositionen vor allem Cover-Versionen bekannt geglaubter Stücke, von den Beatles (In My Life) über einen irischen Traditional (Danny Boy) bis zu Depeche Mode (Personal Jesus) und NIN (Hurt), und noch einiges mehr, was man von einem 71jährigen Country-Großfürsten nicht unbedingt erwartet hätte. Es sei denn, bei dem Großfürsten handle es sich um Johnny Cash. Wie auf seinen drei vorherigen Alterswerken nämlich klingt auch hier alles, als sei es eigens für Johnny Cash geschrieben worden, als habe es auf dessen Interpretation gewartet: Unglaublich, wie musikalisch vielseitig sich der Große Alte Mann hier noch einmal zeigt. Und noch unglaublicher, wie er mit seiner schon deutlich von Krankheit gezeichneten Stimme ungeahnte Tiefen und Nuancen aus jedem Song herausholt, wie er aus Country, Blues und Folk zu einem ganz eigenen Stil findet. Es läuft einem kalt den Rücken hinunter.
Es muss Cash klar gewesen sein, dass dies sein Abschiedsalbum sein würde -- viele Stücke, bemerkenswert viele Balladen darunter, handeln von Tod und Abschied. Der von Cash komponierte Titelsong besingt gar den apokalyptischen Todesreiter auf Cash-Art: Die Einleitung spricht Cash selber, der mit brüchiger Stimme die Apokalypse zitiert, und im Laufe des Songs steigert sich sein Gesang in eine nicht mit Worten beschreibbare Intensität. Allein dieser Song rechtfertigt bereits die Anschaffung des Albums, und wenn das Sakrileg erlaubt ist: Ich finde diesen Song noch stärker als das (zu Recht!) berühmte "Hurt".

"The Man Comes Around" ist ein Jahrhundert-Album. Es widersetzt sich der Einteilung in die gängigen Musik-Genres, ist meisterhaft eingespielt (beteiligt waren u.a. Billy Preston und Nick Cave) und dürfte keinen kaltlassen, der es je hört. Ich hätte jedenfalls nie gedacht, dass mir "Bridge over Troubled Water", "Danny Boy" oder Stings "Hung My Head" dermaßen zu Herzen gehen könnten. Cashs Stimme versagt mitunter fast, etwa in "The First Time I Ever Saw Your Face" oder in "Streets of Laredo". Und doch strotzen seine Interpretationen vor Energie, immer klingt Rebellion mit, in diesem Cash-typischen "jetzt erst recht"-Ton. Das gilt für neu eingespielte tieftraurige Gassenhauer wie "Give My Love to Rose" ebenso wie für Cashs spektakuläre Version von "Hurt" -- seid mir nicht böse, liebe Trent-Reznor-Fans, aber s o muss das gesungen werden, wenn sich auch der kritischste Zuhörer geschlagen geben soll. Genau so.
"The Man Comes Around" gehört zu den Alben, denen man ehrfürchtig lauscht; man spürt sofort: Dies ist ein Vermächtnis. Letzte Worte: "We'll Meet Again", ein hoffnungsvoller Epitaph.
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am 22. März 2015
.......ich liebe ihn seit der Columbo- Folge "Schwanengesang".
Als diese das erste Mal im TV ausgestrahlt wurde, war ich noch blutjung.
;o)
Diese markante Bass- Baritonstimme- und seine kritischen Texte.....
einfach anbetungswürdig. Und hässlich war er auch nicht.

Seine erste Gitarre bekam er, als er zehn Jahre alt war.
Im Mai 1950 hatte er seinen ersten Soloauftritt.
Seine erste Band, die Landsberg Barbarians, gründete er 1951.
Und schrieb den Folsom Prison Blues.
THE MAN COMES AROUND vom " Man in Black " entstand 2002, also ein Jahr
vor seinem Tod. Eines der besten seiner unzähligen Werke.
1999 bekam J.R. Cash den Grammy Award Lifetime Acttievement-
die Auszeichnung für sein Lebenswerk.

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American IV: THE MAN COMES AROUND !

15 Songs= 52.05 Minuten!

Johnny R. Cash: *geboren 26. Februar 1932 in Arkansas.*
*gestorben 12. September 2003 in Nashville Tennessee.*

RUHE IN FRIEDEN!!*
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am 5. April 2006
und wieder einmal fühle ich mich bestätigt in der Theorie, dass Johnny R. Cash sich jährlich, vielleicht sogar minütlich verbesserte. Die letzte Platte vor seinem Tod ist für mich auch eine seiner besten.
Country, wie man ihn sich wünscht - ob romantische Erzählungen von sterbenden Cowboys (Give my love to Rose) oder sarkastische Stories von koketten Outlaws (Sam Hall), Johnnys "Stimme wie Schotter" trägt einfach alles wunderbar straight vor. Auch das Cover des Nine Inch Nails-Songs "Hurt" ist dem Mann mit dem Gesicht wie aus einem Steckbrief perfekt gelungen, hat er es auch zu einer ruhigen, gitarrenlastigen Ballade werden lassen, die durch seinen trockenen Gesang alles andere als kitschig daherkommt. Ein weiteres, zumindest humoristisches Schmankerl ist das Duett mit Nick Cave, welches eine Whiskeybar als Aufnahmelocation vermuten lässt... Der Großteil der Tracks zeigt Johnny allerdings trinkfest, denn ob er nun Ironie (Tear Stained Letter) oder Sehnsucht (First time ever I saw your face - sehr schön!) beweisen möchte, der richtige Tonfall scheint ihm wie verwachsen.
Ein erwähnenswertes Highlight wäre noch das Eagles-Cover "Desperado", welches gemeinsam mit dem Eagles-Frontmann und der guten Gitarre zu großartigen Klängen heranwächst; sowie die Depeche-Mode-Coverversion des Synthie-Songs "Personal Jesus", den Cash zu einer kratzigen, auf Gitarrenriffs beruhenden Reibeisen-Nummer macht, die man sich auch sehr gut in einem verlassenen Winkel "irgendwo in Arkansas" vorstellen könnte.
Mit der herrlichen Abwechslung kommt man kaum mit, weil einen der ausgezeichnete Opener "The Man comes around", der ein knackiges Gitarrenriff durch die Boxen schmettert und mit Bibelzitaten auftrumpft, schon so mitgerissen hat, aber mit etwas Mühe hat man sich sofort wieder in Johnnys abenteuerliche Erzählungen eingeklinkt!
Eine für mich grenzgeniale Sammlung an Amerikanischen Songs über die Weite des Landes, das Elend der Verlassenen und den Ärger der Verbrecher - vorgetragen von einem der für mich größten Musiker aller Zeiten. Wer das nicht mag? Selber schuld.
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Es scheint allgemein so zu sein, dass zeitliche Distanz einen "objektivierenden" Charakter mit sich bringt. Sobald die erste Euphorie oder der "Hype" um eine neue Sache verflogen scheint bleibt - mehr oder weniger - das "wahre" Wesen, der innerste Kern oder die "echte" Qualität allein zurück. Und wenn das, was bleibt, dann immer noch ausreicht, um nahezugehen, Emotionen hervorzurufen oder schlichtweg zu begeistern, dann kann man wohl wirklich von einem echten "Klassiker", zeitlos und nicht totzukriegen, sprechen.
Nun, wozu diese Einführung? THE MAN COMES AROUND liegt jetzt bald schon wieder 10 Jahre zurück und wurde 2011 wiederveröffentlicht bzw. neu aufgelegt...

Ich bin bestimmt nicht der größte Johnny-Cash-Fan auf Erden, habe lediglich diese Scheibe hier und den Sampler "Ring Of Fire: The Legend Of Johnny Chash" (vielleicht eine der allerbesten Best-of-Zusammenstellungen überhaupt) zuhause in meinem CD-Schrank stehen und bin - wie viele andere meiner Generation (Jahrgang `85) wohl auch - erstmals durch den im Zuge des "Walk The Line" - Filmes mit Mr. Phoenix (sehr sehenswert, nach wie vor) wiederbelebten Johnny-Cash-Hypes so wirklich mit dessen Musik und Lebenswerkes in Berührung gekommen.
Mittlerweile - so scheint es - hat sich dieser Hype wieder verflüchtigt, und was bleibt ist die Musik.
Und obwohl Mr. Cash in seiner Biographie mit Sicherheit sehr viele sehr interessante und bewundernswerte musikalische Errungenschaften vorzuweisen hat, finde ich gerade diese letzte Phase - um die es auf diesem Werk nun denn auch geht - persönlich am Interessantesten.

Mr. Cash alias The Black Man nimmt sich auf THE MAN COMES AROUND vor allem fremdkomponierter Stücke an. Das zur "Melancholiehymne" gewordene HURT (Nine Inch Nails) ist hierauf ebenso enthalten wie etwa PERSONAL JESUS (Depeche Mode) oder IN MY LIFE (The Beatles).
Das Besondere daran ist, dass Mr. Cash mit seiner Interpretation der Songs nicht bloße Coverversionen geschaffen hat, sondern, dass er den Songs einen ganz neuen Charakter gegeben hat, der auch den Hörern einen gänzlich - bislang unbekannten - Zugang schafft! Es hat den Anschein, als wären es tatsächlich Johnny-Cash-Songs - so viel Gefühl steckt hier mitdrinnen!

Hinzu kommt noch, dass Produzent Rick Rubin wirklich tolle Arbeit geleistet hat. Die Stimmung der Songs wurde hervorragend eingefangen, atmosphärisch passt alles perfekt zusammen: die Songs selbst, die ganze Aufmachung der Scheibe, das Album insgesamt.
Ehrlich: Da bleiben keine Wünsche offen, vorausgesetzt natürlich, man legt THE MAN COMES AROUND nicht als "Partyanheizer" in die Anlage ein! Das Album tendiert eher ins Melancholische denn in unbeschwerte Glücksseligkeit, obwohl ja gerade die bewusste Auseinandersetzung mit schmerzlichen Inhalten und Stimmungen zu zweiterer führen kann!
Und: Es ist ein mehr als würdiges, rundum gelungenes "Alterswerk" (so abgedroschen dieses Wort nun auch schon klingen mag) eines Mannes, der vieles gesehen und mehr noch gehört hat!
Oder anders gesagt: Mr. Cash weiß was er will und wie er die Songs sezieren, zertrümmern und wieder zusammenfügen muss, um ihnen einen authentischen, liebevollen und melancholischen Cash-Charakter verleihen zu können. Ganz im Ernst: Viele der hierauf enthaltenen Songs gefallen mir persönlich besser als die jew. Originale (obwohl auch die schon sehr gut waren).

Fazit: THE MAN COMES AROUND ist "ganz großes Kino" für die Ohren (das Kino dazu spielt sich dann im Kopfe ab). Für Musikgourmets und Sammler ist es meines Erachtens sogar unumgänglich. Johnny-Cash-Fans werden hierauf sowieso nicht verzichten. Und: Auch Leute, die sich Johnny Cash nicht so sehr verbunden fühlen, könnten - ja SOLLTEN - es einmal mit dieser Platte hier versuchen...

Abschließend noch ein einige Anspieltipps meinerseits:

- THE MAN COMES AROUND
- HURT
- PERSONAL JESUS
- IN MY LIFE
- WE'LL MEET AGAIN

Meine Bewertung: TOLL. 5 Sterne!
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am 8. Januar 2004
Auf seinem, tragischerweise, letzten Studio-Album gelingt es dem grossen Johnny Cash Songs mit einer unglaublichen Tiefe vorzustellen. Wie auch auf den anderen drei "American Recordings" singt er selbst geschriebene sowie Songs anderer Interpreten. Am eindruckvollsten gelingt ihm das bei dem wunderschönen Titeltrack "The Man comes around" sowie bei dem genialen Nine Inch Nails-Cover "Hurt". Cash begreift den fast schon spirituellen Schmerz, den dieser Song ausstrahlt und es gelingt ihm daraus eine tief ergreifende Ballade zu machen. Auch die anderen Covers, sei es "Bridge over troubled water"(Simon and Garfunkel), "In my Life" (Beatles), "Hung my Head" (Sting) sind ganz gross und schlagen die Originale was Intensität und Ausdruck betrifft. Ein ganz grosser Wurf ist auch "Personal Jesus" von den Techno-Wavern Depeche Mode, das vom Sound her eng am Original ist, durch Cash's Stimme aber ein ganz neuer Song wird. Der grosse alte Mann schafft auf diesem Album eine zuvor kaum gehörte Bandbreite und er verzaubert den Hörer mit jedem einzelnen Song. Hört man sich diese Scheibe bei einem Glas Wein in einem nur von Kerzen erleuchteten Raum an, ja dann können einem schon die Tränen kommen und es wird schmerzhaft bewusst, was für ein grosser Verlust Johnny Cashs' Tod für die Musik eigentlich war. Ich werde den Mann in Schwarz nie vergessen.
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