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am 11. April 2014
Durchaus überrascht, aber ebenso euphorisch war die gesammelte Nightwish-Fangemeinde, als Tuomas Holopainen vor längerer Zeit ankündigte, sich dem Leben von Dagobert Duck (im Original Scrooge McDuck) widmen zu wollen - und zwar in Form eines Soloalbums, das allein aus seiner Feder stammen sollte. Nightwish-Mastermind Holopainen hat schon mit dem Debutalbum seiner Hauptband, "Angels Fall First", hinlänglich bewiesen, welch großes Genie er ist, doch mit der bombastischen Orchestrierung der letzten Alben "Once", "Dark Passion Play" und "Imaginaerum", das wohl auf ewig zu den Referenzen des Symphonic Metal-Genres zählen wird, trieb er sein Schaffen wahrlich auf die Spitze. Auf dem Höhepunkt seiner Kreativität sollen es nun also bisher fremde Gefilde sein, die in Holopainens Fokus rücken - die Inspiration des brandneuen Soloalbums "The Life and Times of Scrooge" ist die weltweit bekannte Graphic Novel "Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden", in der englischen Ursprungsversion "The Life And Times Of Scrooge McDuck" genannt. Kreativer Kopf und Künstler hinter den Geschichten aus Dagoberts Leben ist Don Rosa, welcher glücklicherweise dazu bewogen werden konnte, an diesem musikalischen Projekt teilzuhaben. Rosa höchstselbst ist verantwortlich für das bildhübsche Cover, welches man aufgrund seiner Anmut und Pracht eigentlich nicht mit Worten beschreiben kann. Noch dazu gab er sein Einverständnis dazu, seine Originalskizzen im Booklet abzubilden, was eben diesem noch mehr Authentizität und Zauber verleiht.

Das Booklet selbst enthält selbstredend alle Lyrics, diverse Photos und die besagten Zeichnungen, die natürlich immer zu den textlichen Inhalten passen und dem Hörer nicht selten ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Darüber hinaus geht aus den Credits des Albums hervor, was den meisten wohl sowieso schon bekannt war: Tuomas Holopainen arbeitet wie schon im Falle der letzten Nightwish-Alben mit dem begnadeten London Philharmonic Orchestra, dem weltbekannten Metro Voices-Chor und dem meisterhaften Arrangeur Pip Williams, der sein Können schon häufig genug bewiesen hat, zusammen. Was auf den letzten Meisterwerken so vortrefflich funktioniert hat, sollte man keinesfalls trennen! Genau das hat sich der Nightwish-Leader wohl auch gedacht und aufgrund dessen gesellen sich im Bereich der Gastsänger ausschließlich Musiker hinzu, die wahre Freunde des Künstlers sind: Zum einen wäre da Johanna Kurkela, eine finnische Sängerin mit märchenhafter Stimme, aber auch Tony Kakko von der Band Sonata Arctica zählt mit Sicherheit zu den bekannteren Gesichtern auf der Platte. Diesem hatte Holopainen schon in den Neunzigern von seinem irrwitzigen Plan erzählt, eine Vertonung der Graphic Novel kreieren zu wollen, und der ebenso begeisterte Dagobert-Fan war von dieser Idee natürlich vollauf angetan. Kein Wunder, dass dieser stimmgewaltige Herr mit von der Partie ist! Mit Sonata Arctica konnte ich zwar noch nie so viel anfangen, die Stimme Kakkos habe ich aufgrund ihrer Eindringlichkeit und Intensität aber schon immer bewundert. Komplettiert wird die zauberhafte Runde von Alan Reid, der die Stimme von Dagobert selbst darstellt und dies in unglaublicher Manier bewerkstelligt und Johanna Iivanainen - ebenso eine finnische Sängerin. Und wenn man dann schon mal solch begnadete Sänger für sein Vorhaben gewinnen konnte, dann dürfen natürlich auch ebenso versierte Instrumentalisten nicht fehlen, um den zauberhaften Reigen zu vollenden. Na klar, das London Philarmonic Orchestra habe ich schon erwähnt, aber das ist ja noch nicht alles! Troy Donockley, für Nightwish-Fans ein alter Bekannter und mittlerweile festes Bandmitglied, sorgt mit seinen Uilleann Pipes, seinen Flöten und seiner Bodhrán für einen gehörigen Folk-Anteil und Mikko Iivanainen trumpft mit einem Banjo und seinen Gitarren groß auf. Der Platz an dieser Stelle reicht natürlich nicht aus, um alle Beteiligten zu erwähnen - aber eines sei gesagt: Allen, die an diesem Meisterwerk mitgewirkt haben, gebührt ausdrücklich das größte Lob, welches man einem wahren Künstler aussprechen kann! Chapeau!

Kommen wir nun also zum zentralen Aspekt dieser fantastischen/phantastischen Veröffentlichung, zur Musik. Und diese hätte wahrlich nicht anmutiger, nicht ergreifender, nicht tiefgründiger und nicht bezaubernder ausfallen können!
Als Opener fungiert das schwelgerische "Glasgow 1877", das den Hörer mit sanften Uilleann Pipes und den einmaligen Stimmen von Johanna Kurkela und Alan Reid empfängt. Ich muss ehrlich zugeben, kein Stück hätte sich als Einstieg besser geeignet und so handelt es sich bei diesem träumerischen Lied auf jeden Fall um einen meiner absoluten Favoriten. Selbstverständlich passen die Pipes wunderbar zur schottischen Umgebung, in der Dagobert seine Kindheit verbringt, doch lassen sie gleichsam viel Wehmut und einen Hauch von Fernweh aufkommen, wenn sie mit ihren sehnsüchtigen Melodien erklingen. Gänsehaut garantiert! Ich kenne wohl kein Stück, welches sich an einem kalten Winterabend vor dem Kamin besser eignet. Die sanften Hügel und die grünen Weiden Schottlands erscheinen augenblicklich vor dem inneren Auge, der gälische Part in den Lyrics trägt einen ordentlichen Part dazu bei.
Was folgt, ist ein sehr viel lebendigeres, beschwingteres Stück mit dem Namen "Into The West". Gesang kann man hier nur zu Beginn vernehmen, daraufhin kommt dank des Banjo-Einsatzes sofort Western-Feeling der höchsten Güte auf. Inhaltlich geht es um das Wehklagen von Dagoberts Mutter, die ihren Sohn in die Ferne ziehen lässt und leidvoll verabschiedet. Dagobert tritt eine Reise voller Hoffnung an, die ihm ein Leben in Reichtum und Glück bescheren soll.
Mit "Duel & Cloudscapes" zieht Tuomas Holopainen schon an dritter Stelle alle Register, denn es handelt sich um ein ungemein vielfältiges Instrumentalstück, welches nie langweilig wird. Der Song beginnt durchaus dramatisch und pompös, um kurz darauf in urkomische Comedy-Gefilde einzutauchen, die dem humoristischen Einschlag in der Buchvorlage geschuldet sind. Der Abschluss von "Duel & Cloudscapes" fällt wiederum sehr bombastisch aus und lässt das Lied würdig ausklingen. Großes Kino!
"Dreamtime", ein weiteres Instrumental auf der Platte, soll sich Dagoberts Zeit in Australien widmen. Australien? Klar, da darf ein Digeridoo nicht fehlen! Das uralte Instrument macht sofort deutlich, wo wir uns hier befinden, und auch die spätere Dominanz des Keyboards ändert daran wenig. Eben diese Melodie, die vom Keyboard gespielt wird, hat es allerdings in sich, da sie sehr träumerisch, zuweilen gar melancholisch daherkommt. Selbstverständlich kann man hier den Bezug zu den alten Traumpfaden herstellen, von denen im entsprechenden Kapitel von "Sein Leben, seine Milliarden" erzählt wird, denn die Klänge passen sich ihrem inhaltlichen Pendant perfekt an. Das Ende des Stückes birgt einen der größten Momente des Albums in sich, denn der ethnische Gesang von Johanna Iivanainen ist unfassbar episch und lässt den Hörer in ungeahnten Sphären schweben.

"Cold Heart of the Klondike" - wir sind beim Einsatz von Tony Kakko angekommen. Eingängige Keys und der schwermütige Gesang von Tony stellen eindeutig das Zentrum dieses tieftraurigen Stückes dar, und schon beim ersten Durchlauf zerspringt das Herz des Hörers in schier unendlich viele Teile, sobald er den leidvollen, sehnsüchtigen Klängen lauscht. Doch wie sollte es auch anders sein, immerhin geht es hier um Dagoberts beinharte und eisige Zeit in der Umgebung des Klondike River (Kanada). Dagobert durchleidet hier die bisher schwerste Zeit in seinem einsamen Leben und stößt mitunter an seine Grenzen, was durch dieses meisterhafte Lied außerordentlich gut untermalt wird. Sehr erwähnenswert ist neben dem herzzereißenden Refrain die Flöte, die einige Sekunden des Liedes veredelt.
Mit "The Last Sled" folgt sogleich mein Favorit von "The Life and Times of Scrooge", wenngleich das Album insgesamt vor Perfektion strotzt. Tuomas selbst bezeichnete dieses Lied in einem der Trailer, die vor dem Release bereitgestellt wurden, als seinen Lieblingssong - und ich muss ihm hier von Herzen zustimmen. Auffällig ist natürlich, dass Johanna Kurkelas herausragende Stimme Höchstleistungen erreicht und verzaubert wie noch nie zuvor, doch angesichts von Tuomas' unbeschreiblicher Komposition verkommt das beinahe zur Nebensächlichkeit. "The Last Sled" beinhaltet den besten Refrain, den ich von Tuomas Holopainen jemals gehört habe (und ich kenne alle!), die Lyrics rühren sowieso zu Tränen. Inhaltlich geht es um die Kernaussage des Albums und der Buchvorlage - darum, dass nicht das gefundene Gold wahres Glück darstellt, sondern die Suche danach. Die Wälder, die Natur, die Schönheit der Welt ist es, die Dagobert tief in seinem Herzen verzaubert, nicht das unendliche Geld. Allein für diese Weisheit sollte man dem Autor ein Denkmal bauen, denn hier werden Werte vermittelt, die in der heutigen Zeit immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheinen. Wer hier keine Gefühlsregung zeigt, der hat seine Emotionen schon längst verloren - oder tief in seinem Herzen begraben.

An siebter Stelle ist mit "Goodbye, Papa" abermals ein reines Instrumental zu finden. Entgegen des traurigen Titels wirkt das Stück an sich doch sehr fröhlich und teilweise gar tanzbar, doch empfindet man diesen Kontrast eigentlich sogar als passend, wenn man die wahre Anmut der Melodien erst einmal erfasst hat. Getragen wird der Song vom Piano, später dann auch von mächtiger Orchestrierung und einem beschwingten Folk-Anteil.
Das melancholischste Lied des gesamten Werkes ist wohl "To be rich", ein wahres Klagelied voller Bitterkeit und Trauer. Die Einsamkeit von Dagobert, der mit seinem vielen Geld nicht glücklich wird, ist förmlich greifbar. Man mag sich über die Kürze des Textes wundern, doch unterstreicht eben diese die Aussage nur noch mehr. Dagobert befindet sich hier in der schwärzesten Phase seines Lebens, er wandelt schlaflos durch die Nacht und trauert längst vergangenen Zeiten hinterher. Schwer verdaulich, aber in der Art und Weise des Vortrags umso schöner!
Etwas erbaulicher wird es dann mit "A Lifetime of Adventure", welches bereits als Vorab-Single fungierte und den Fans daher schon bekannt war. Natürlich handelt es sich hier um die perfekte Single, immerhin ist dies der einzige Song mit gewöhnlicher Song-Struktur und einer besonderen Eingängigkeit. Die Stimmen von Johanna Kurkela und Johanna Iivanainen eignen sich durch ihre Zartheit und die Magie, die sie mit sich bringen, ganz besonders für dieses Stück, aber auch für das Gesamtwerk. Das wunderschöne Gitarrensolo in der letzten Phase des Liedes verleiht dem Werk ein weiteres musikalisches Element, welches passender nicht sein könnte. Darüber hinaus ist auch der Inhalt besonders erwähnenswert, handelt es sich doch um eine Art Fazit von Dagoberts Leben, um eine Zusammenfassung all seiner Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen. Die perfekte Zusammenfassung eines Abenteuers, wie es wohl noch nie zuvor jemand erlebt hat!
Der reguläre Abschluss des Albums ist "Go Slowly Now, Sands of Time" - und endlich feiert Alan Reid seinen großen Auftritt, nachdem ihm zuvor nur kürzere Parts vergönnt waren. Einmal mehr macht er in der Rolle des Dagobert die perfekte Figur, seine Stimme passt wie angegossen zu diesem vielfältigen, am Ende aber durchaus gebrochenen Charakter. Den Hörer erwarten hier fragile Klänge, die von einer akustischen Gitarre erzeugt werden, und so geleiten ihn diese zum Ende und Dagobert in seinen schlussendlichen Tod. Der gemeinsame Gesang von Alan Reid von Johanna Kurkela erzeugt mit Leichtigkeit Gänsehaut, sodass einem nach diesem gewaltigen Abschluss nichts anderes übrig bleibt, als angesichts dieser Traurigkeit und Schönheit zu erschaudern.
Der wahre Abschluss ist nun also schon erreicht, doch birgt die Limited Edition auch noch einen Bonus-Track, die Alternative Version von "A Lifetime of Adventure". Diese ist ein wenig anders orchestriert als ihr Zwilling und wartet gegen Ende nicht etwa mit einem Gitarrensolo, sondern mit purem Bombast auf. Absolut hörenswert und eine willkommene Abwechslung, sollte man mal eine andere Fassung des Single-Tracks hören wollen!

Was bleibt nun also für ein Eindruck hängen, nachdem man das Soloalbum des Genies Tuomas Holopainen erstmals, vielleicht auch mehrere Male, gehört hat? Zuerst absolute Sprachlosigkeit und Überwältigung. Solch ein monumentales Meisterwerk konnte man von diesem Ausnahmekönner zwar erwarten, wenn man seine vorherigen Arbeiten kennt, doch übertrifft das letztliche Ergebnis die sehnsüchtigsten Wünsche um ein Vielfaches! Natürlich kann man hier kein Metal-Album erwarten und auch keine leicht verdauliche Kost, doch beweist Tuomas Holopainen einmal mehr seine herausragenden Fähigkeiten im Bereich der Komposition und im Schreiben von ganz bezaubernden, tief berührenden Liedtexten. Sehr auffällig ist, dass sich die Gesangsstimmen trotz ihrer fantastischen Qualität nie zwanghaft in den Vordergrund drängen, sondern eher eine angenehme, begleitende Funktion haben, die dem Genre "Soundtrack" überaus gerecht wird. Abgesehen vom Gesang dieser herausragenden Besetzung bestechen die Instrumentalteile mit ihrer deutlichen Progressivität und ihrer Experimentierfreudigkeit. Eben dieser Mut zu teils sehr unkonventionellen Kompositionen macht das Album unglaublich abwechslungsreich und lässt zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen, sodass selbst die rein instrumentalen Stücke Begeisterung entfachen.
Kurzum: Tuomas Holopainen ist ein wahres Monument der Musikhistorie gelungen - und auch in diesen rein akustischen Gefilden hat er sich nun endgültig zur Legende gemacht. Von diesem Mann ist auch in Zukunft noch Großes zu erwarten! Noch nie hat mich ein Album dermaßen berührt.

Beschließen möchte ich meine Rezension mit den vielleicht berührendsten Zeilen des gesamten Albums, mit den Versen des kanadischen Dichters und Novellisten Robert W. Service, dessen Worte in "The Last Sled" absolut passende Verwendung finden:

"There's gold, and it's haunting and haunting, it's luring me on as of old!
Yet it isn't the gold that I'm wanting so much as just finding the gold!
It's the great, big, broad land 'way up yonder!
It's the forests where silence has lease!
It's the beauty that fills me with wonder!
It's the stillness that fills me with peace!"
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TOP 500 REZENSENTam 6. November 2014
Ich habe lange überlegt, was ich zu diesem Werk als Rezension schreiben soll. In den vorherigen Rezensionen wurde schon so viel gesagt, dass es eigentlich nicht viel zu ergänzen gäbe - ein paar Dinge möchte ich dann aber doch loswerden:

1. der Soundtrack ist der Wahnsinn. Ehrlich! Er braucht sich keinesfalls vor grandiosen Film-Soundtracks (& deren Komponisten) zu verstecken. Für mich ist der "Fluch der Karibik"-Soundtrack immer noch einer der grandiosesten aller Zeiten - doch die in diesem Werk gebotene Songaufstellung braucht sich vor den Piraten aus der Karibik nicht zu verstecken.

2. Jeder einzelne Track erinnert an das grandiose Werk Don Rosa's und erweitert das Leseerlebnis um ein Vielfaches. Die Story des Werk's "Sein Leben, seine Milliarden" wird mir Bild für Bild in mein Gedächtnis gespielt, wenn ich die Songs dieser CD's höre. Mittlerweile habe ich mir die Songs sogar auf meinen Ipod gezogen und genieße die Musik auch auf Bahnfahrten oder im Fitnessstudio. Es entspannt mich, die Songs zu hören, lässt mich aber auch immer die grandiose Story des meiner Ansicht nach besten Comicbuchs der Welt ("Sein Leben, seine Milliarden") Revue passieren.

Jedes einzelne Panel des von mir so häufig durchgeblätterten Buches erscheint vor dem geistigen Auge, wenn ich die Songs höre.

3. Die musikalische Reichweite dieses Werks ist atemberaubend - unglaublich viele, musikalische Facetten werden abgedeckt.

Alles in allem muss ich sagen, dass dieses Werk großartig ist & unglaublich viel in sich vereint:
es ist entspannend, erinnert mich an die tolle Story & fasziniert bei jedem Hören aufs Neue.

Wenn Sie "Sein Leben, seine Milliarden" gelesen und gemocht haben, werden Sie dieses Werk lieben. Aber auch, wenn Sie von der Story noch nie etwas gehört haben, jedoch auf tolle Musik stehen, lohnt sich eine Hörprobe - denn die Musik ist wirklich einfach nur grandios.
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am 16. April 2014
vor Tuomas Holopainen dafür, dass er uns dieses Meisterwerk kreiert hat. Erst gestern habe ich dieses Mediabook "The Life and Times of Scrooge" zum ersten mal im Media Markt gesehen, und das eigentlich nur zufällig, da ich gerade wegen etwas anderem dort war und das Geschäft gerade verlassen wollte.
Und wie es der "Zufall" (Ich glaube nicht an Zufälle) so wollte, habe ich einen kurzen Blick in die Musikabteilung geworfen, und was springt mir da entgegen? Genau...
Aufmerksam wurde ich auf das Mediabook überhaupt erst deshalb, weil ich gerade vor einem Tag das Spiel "Duck Tales Remastered" auf meiner PS3 beendet hatte und die Bilder mir noch im Kopf herumgeschwirrt sind. Da ist mir das wunderschön gezeichnete Bild auf dem Mediabook, auf dem Dagobert Duck zu sehen ist, natürlich sofort ins Auge gefallen.
Und nur aus reiner Neugier habe ich mir das Album näher angeschaut, und als meine nichts erwartenden Augen plötzlich den Namen Tuomas Holopainen erspäht hatten, stieg meine Herzfrequenz sofort merklich an.
Bereits in diesem Moment war für mich klar, "das ist ein Blindkauf, den ich ohne zu zögern durchführen werde" :)
Denn von diesem Mann kann man eigentlich nur das Beste erwarten, was man sich vorstellen kann, und genau das habe ich bekommen.
Damit leite ich auch schon über zur eigentlichen Musik, die uns das Hauptmitglied der Musikgruppe "Nightwish" mit diesem Album präsentiert. Und was soll ich sagen als einfach nur WOW.
Anstatt euch jeden einzelnen Titel zu beschreiben und darauf Punkte von 1 bis 10 zu vergeben, was einige ja bereits in ihren eigenen Rezensionen getan haben, möchte ich in meiner eigenen Rezension auf die Gefühle eingehen, die dieses Album bei mir hervorgerufen hat. Also:
Es gibt da meiner Meinung nach drei Arten, wie Musik auf mich wirken kann.
1) Ich höre mir ein Album an, die Lieder scheinen ganz gut zu sein und gehen auch gut ins Ohr, aber beim zweiten, dritten, usw. anhören merke ich irgendwie, dass die Lieder doch nicht so gut sind, wie ich beim ersten durchhören gedacht habe.
2) Ich höre mir ein Album an, die Lieder klingen jedoch sehr einfach gestrickt und nur ein paar Lieder gefallen mir ganz gut, aber auch nicht mehr. Nach mehrmaligem Anhören jedoch fallen mir plötzlich kleine Facetten und Details in den einzelnen Liedern auf und ich beginne, das Album sehr gut zu finden, wenn nicht sogar zu lieben, und je öfter ich die Lieder höre, desto besser gefallen sie mir, bis ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, dass ich je ein Leben geführt habe, in denen ich diese Lieder nicht kannte.
3)Ich höre mir ein Album an, und bereits in den ersten Sekunden des ersten Liedes weiß ich tief in meinem Herzen, dass ich etwas ganz besonderes in meinen Ohren klingen höre. Und ich erlebe einen weiteren magischen Moment in meinem Leben, an dem ich Gott dafür danke, dass ich auf dieser Erde leben darf. Solche Art von Musik brennt sich in mein Gedächtnis ein und lässt mich nicht mehr los. Ich falle in eine Welt voller Liebe und Zufriedenheit.
Das hört sich jetzt bestimmt ein wenig seltsam an, aber genau so habe ich mir gestern gefühlt, als ich zum ersten mal das Album "The Life an Times of Scrooge" gehört habe.
Damit habe ich eine Erfahrung gemacht, die in die Kategorie 3 der oben erwähnten Möglichkeiten, ein Musikalbum zum ersten Mal zu hören, fällt.
Wie schon erwähnt, glaube ich nicht an Zufälle, da mir in den letzten Jahren ein wenig zu viele "Zufälle" passiert sind, die ich einfach nicht als solche abtun kann. Und da ich mich schon länger mit Schicksal, Gott, usw. beschäftige, glaube ich auch nicht daran, dass ich zufällig auf diese Perle gestoßen bin.
Mit diesem Album habe ich eine Erfahrung gemacht, die ich nicht mehr vermissen möchte.
Allen, die nicht wissen, ob sie sich dieses Album kaufen wollen, weil sie sich nicht sicher sind, ob ein Album, das Dagobert Duck zum Thema hat, gut sein kann, darf ich an dieser Stelle noch einmal auf den Namen Tuomas Holopainen verweisen. Dieser Mann ist eine ganz besondere Größe in der Musikbranche und mit seiner vielfältigen Musik hat er das auch ganz gut unter Beweis gestellt.
Alle unter euch, die sich in eine märchenhafte Welt voll mit Atmosphäre, Abenteuer, Aufbruchstimmung, Nachdenklichkeit und Lebensfreude stürzen wollen, kommen an diesem Album eigentlich nicht vorbei.
Selbst solche, die noch nie etwas mit Nightwish am Hut hatten, können hier bedenkenlos zugreifen, wenn sie auf solche Musik stehen. Eines ist aber sicher: Dieses Album hat mich wieder einmal daran erinnert, wie schön und wunderbar das Leben sein kann und dass man jeden Tag genießen sollte und dankbar dafür sein sollte, hier zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Euer Resilink
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am 2. Februar 2015
Als Nightwish Fan habe ich natürlich von Holopainens Projekt erfahren und mit Spannung reingehört. Auch wenn ich musikalisch eher aus der Richtung Rock und Metal komme stehe ich auch auf atmosphärische Werke wie dieses Album hier. Atmosphäre ist natürlich das Stichwort: Hier wird nicht nur Dagoberts Lebensgeschichte nacherzählt sondern auch Bilder im Kopf der Hörers "gemalt". Überflieger sind dabei meiner Meinung nach "Into the West", "Cold heart of the Klondike" und "The last sled". Hier und da sind ein paar Füller-Songs dabei, die ich eher in die Kategorie Hintergrundmusik stecken würde. Da skippe ich schonmal den einen oder anderen von aber auf der anderen Seite macht es diese CD zu einer idealen Musikquelle für einen entspannten Abend, egal ob alleine oder in Gesellschaft.

Wo ich allerdings Abstriche machen muss ist die Stimme der Sängerin. Die ist mir einfach zu hoch, quietschig und kitschig. Teilweise wirkt es schon geradezu albern, ganz besonders in dem ansonsten auch wirklich gelungenen Stück "A lifetime of adventures". Die extrem langgezogenen Parts der Sängerin gehen mir hier schon regelrecht auf die Nerven: "To..............be..............rich..............is..............to..............still..............re..............member..............". Meine Güte! Zum Glück ist der Refrain ganz nett geraten. Das ist sicher Geschmackssache und ohne dieses Manko wären für mich hier locker 5 Sterne drin gewesen.

Die Aufmachung der CD wiederum ist wirklich schön. Das Hardcover macht sich hübsch im Regal und innendrin gibt es ein paar nette Zeichnungen, Kommentare, Fotos etc.

Alles in allem steckt hier wirklich schöne Musik drin, auch wenn die Stimme der Sängerin recht gewöhnungsbedürftig ist.
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am 19. April 2014
...ist er nun angelangt der gute Tuomas Holopainen - wie so oft in den Mitt-30igern wo die meisten Künstler am Höhepunkt ihrer Kreativität ankommen.

Der Mann ist wahrlich ein Genie und Tausendsassa - erst überraschte uns die Band Nightwish als erste Band überhaupt mit einem richtigen professionell produzierten Kinofilm im vorletzten Jahr (zu welchem die Idee aus dem selben Hirn stammte wie dieses Meisterwerk hier) und nun "überrascht" der Mann uns mit so einem Stück Musik - zu Ehren der bedeutendsten und interessantesten Ente die jemals existierte und mich über 10 Jahre meines frühen Lebens unzählige Male zum schmunzeln oder gar zum lachen brachte !

Ja Wahnsinn! Für mich - steht völlig außer Frage - ist das hier der Soundtrack unter den Soundtracks!
Und gleich wieder was interessantes Neues - ein Soundtrack zu einem Buch! Dem Dagobert Duck Buch schlechthin - ich habe es selbst erst mit Anfang 20 gelesen und fand es extrem interessant die völlig "neue" Vorgeschichte Dagoberts aus seinem Leben vor dem Reichtum zu lesen.

Klar gibt es in etlichen bekannten Soundtracks geniale THEMEN (also das immer wiederkehrende Sound-Motiv das in jedem 2-3 Stück eines Soundtracks immer wieder in irgendeiner Form zu hören ist) aber ich kenne keinen einzigen Soundtrack der durch seine geniale Vielseitigkeit begeistert sondern eben stets nur durch dieses eine immer wiederkehrende (wenn auch oft hervorragende) Thema - was man dann i.d.Regel sehr schnell nicht mehr hören kann (außer bei Fluch der Karibik :D)
(wenige weitere Ausnahmen mögen die Regel bestätigen aber mir fällt keine ein...)

Ja und das ist hier eben völlig anders! 10 eigene Kompositionen zu den bedeutenden Epochen oder Ereignissen seines frühen Lebens, größtenteils Instumental, jede für sich großartig, bombastisch, vielseitig - einfach schön und zum (in alten Erinnerungen) schwelgen.

Für mich jetzt schon einer der outputs des Jahres und dank der fantastischen optischen Aufmachung des Digibooks auch einer der ganz wenigen Tonträger die ich mir pro Jahr auch noch in physischer (ansatt reiner MP3) Form zulege um ein hoffnungsloses Überquellen meiner eh schon unzähligen CD-Regale zu verhindern...
Dieses Album wird einen Ehrenplatz kriegen - das steht fest - und nicht nur aus reinen Nostalgiegründen weil Dagobert (und Konsorten) einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Kindheit mitprägten sondern weil dieses Stück ("Film")Musik einfach outstanding ist.

Man kann die Stücke übrigens auch einzeln genießen aber natürlich ist das feeling erst 100% perfekt wenn man das ganze Werk in einem durchhört.
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am 17. März 2016
A popos Nightwish: Tuomas Holopainen ist der Kopf der Band, er schreibt die Texte und hat auch ein Soloprojekt am Markt: “THE LIFE AND TIMES OF SCROOGE”.

Da ich die Musik von Tuomas mag, hab ich mir das Album bestellt: Es geht um Donald Duck und mit “Scrooge” ist kein geringerer als Onkel Dagobert gemeint.

Alles ist wie ein kleines Kinderbuch aufgemacht und die Songtexte sind mit Entwürfen von Don Rosa unterlegt: Sehr ansprechend und gefällig. Und auch wie die Nightwish-CDs seit Anette Olzon als Sängerin, ist das Album mit zwei CDs ausgestattet: Eine mit Gesang, eine rein instrumental.

Gespannt war ich auf die Musik. Doch ich wurde enttäuscht: Langweilig und belanglos fand ich den “ewig gleichen Soundmix” von Herrn Holopainen. Aber ich hab es mir noch mehrmals angehört, weil ich dachte, dass das Werk besser wird, wenn man es öfters hört. Niente!

Aber heute hab ich es nach Tagen erneut eingelegt und siehe da, plötzlich öffneten sich göttliche Türen. Das Konzeptalbum nahm mich mit auf eine große und spannende Seelenreise, die mit Walt Disney nichts mehr zu tun hatte: Erinnert war ich an die frühen Alben von Pink Floyd und Yes. Ich fühle mich psychodelisch beseelt und konnte mich nicht satthören. Sogar auf Lied 9 fand ich ein Gitarrensolo, dass mich an den Altmeister David Gilmour erinnerte, der den braunen Gitarrengurt um seinen Hals beim Spielen trägt, der einst Jimi Hendrix gehörte (ein Geschenk seiner Frau).

Natürlich ist die Musik anders als die von Pink Floyd oder Yes, aber genauso geschlossen und komplex in ihrer Geschlossenheit. Etwas dem Irischen verpflichtet, dann wieder rockig, jazzig, dem Musical sich annähernd (ähnlich Eric Woolfson in seinen neueren Produktionen zu seinem Idol Edgar Allan Poe), aber auf großen Strecken eher leise, ohne Bombast: Klavier, Geigen, Chöre, ein Didscheridu einmal, Flöten, Celli, wunderschöne Stimmen, besonders die glockenhellen Sängerinnen, Bass und Schlagzeug zur Untermalung, tolle Gitarre.

Ach was soll ich erzählen? Einfach mal reinhören. Doch warum das Album plötzlich bei mir so einschlug, ist mir noch völlig unbegreiflich. Vielleicht lag es an dem Rauschgift, das ich gerade goutiere: Es ist ein Rotwein im Tetrapack von Lidl. Kein Lafite Rothschild 1982 und das Zeug schmeckt eklig, aber es brummt ;) Zugegeben: Ich bin etwas nervös und glaube inzwischen, dass man für das besprochene Album Ruhe braucht. Und wenn man es in Ruhe hört, kann es die Seele zum Fliegen bringen. Wenn Tuomas Holopainen auch oft Rückbezug auf ältere musikalische Themen und Anspielungen bringt, so mag es zu seinem Stil gehören und so ist er doch für mich ein großer Komponist, der sein Ding durchzieht in Einbezug der jeweiligen Mitmusikanten.

Ich hör mirs gleich nochmal an ..
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am 8. September 2015
Ich gebe zu, dass ich es bis heute nicht geschafft habe, mir diese CD am Stück anzuhören. Hier ist ein offenohriger Musikliebhaber gefragt. Dieser sollte gleich eine ganze Menge Interesse an filmreifen Klängen mit ausschließlich orchestralem Musicalcharakter mitbringen. Dann kann er ein wahres Abenteuer in Sachen Atmosphäre, klang und Story erleben.
Leise und nebenbei hört man dieses Werk genauso wenig wie auf einer Party. Hier ist Aufmerksamkeit gefragt.
Den tollen Klängen in allen Frequenzbereichen wird man am besten im Kopfhörer- oder Hifibetrieb gerecht.
Progressiv, intelligent, spannend.
Finger weg, wer glaubt hier eine Rockband erwarten zu müssen. Eben so wenig eine Geschichte aus Entenhausen.
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am 20. April 2014
In den wenigen Tagen nach Erscheinen des ersehnten ersten Solo-Albums von Master Tuomas Holopainen ist bereits viel geschrieben worden. Insbesondere die sehr umfassende hervorragende Rezension von Alexander Schneider sagt bereits alles. Ich möchte daher nun nicht jeden einzelnen Track interpretieren und bewerten.

Nachdem ich dieses Konzept-Album sozusagen im Dauer-Repeat-Rausch höre, komme ich zum Schluss, dass es für mich persönlich das genialste Album der letzten Jahre überhaupt ist, das Glanzstück seiner vielen einzigartig schönen Kompositionen sowieso. Und es ist zumindest für meine musikalische Empfindung, eines der ganz wenigen Alben überhaupt, die man mit viel Genuss komplett durchhören kann und es sogar tun sollte. Daher muss ich nun zum Superlativ greifen und kann nur jedem Musik liebenden Menschen raten, sich diesem Meisterwerk auszusetzen, darin einzutauchen. Sicherlich ist es das Konzept, das überzeugt, das Leben von Onkel Dagobert musikalisch zu skizzieren. In The Life and Times of Scrooge, als einem typischen Konzeptalbum - analog der klassischen Programmmusik - geht es nicht um eine Einstufung in irgendein Genre. Das wäre zu trivial, da Musik da beginnt, wo Worte enden, wenn auch die lyrischen Texte allesamt überzeugen.

Für Tuomas Holopainen, den man zweifelsohne als einen perfektionistischen Komponisten und Vollblutmusiker betrachten kann, geht es bei diesem herausragenden Album also um ein musikalisches Konzept. Im optimalen Fall sogar eine imaginäre Botschaft. Dass Holopainen zweifelsohne ein Visionär und ein sehr begabter Komponist ist, steht außer Frage. Sein finnischer Landsmann Jean Sibelius lässt grüßen.

Was macht The Life and Times of Scrooge so einzigartig? In jedem Fall die in sich schlüssig vereinten Musikstile. Aber auch die Aneinanderreihung sehr unterschiedlicher experimenteller Tondichtungen. Musik beinhaltet bekannter Weise immer Emotionen. Und die werden hier dem Hörer in einer derartigen Wucht präsentiert, dass mir weitere Worte fehlen.

Je mehr ich das beeindruckende Werk höre, umso mehr empfinde ich darin den ganzen Musikgeschmack meiner vergangenen 35 Jahre Rock, Pop und Klassik. Ich persönlich stelle dieses Meisterwerk von seinem durchdachten musikalischen Konzept somit mindestens auf eine Stufe mit Lamb lies down on Broadway von Genesis und The Wall von Pink Floyd u.v.a.

Musik soll klingen, wirken, emotional berühren. Daher mein eingangs empfohlener Rat: Sich dieser Musik aussetzen, hingeben und in seine eigene Gefühlswelt eintauchen.
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am 13. September 2015
Dieses Album ist ein schönes Kleinod für Fans von Scrooge und/oder Nightwish. Obwohl klare Nightwish Genre-typische Instrumente fehlen so sind doch durch den Produzenten klare Einflüsse zu spüren. Alle Songs reflektieren Abschnitte des Comics, sind sehr abwechslungsreich und durchweg wundervolle Stücke.

+ Klasse Musik mit Abwechslung
+ Verpackung als kleines Buch mit Skizzen und Songtexten und tollem Artwork von Don Rosa
+ 2 Disks, Album + Instrumentals

- wenige Songs
- Preis
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am 1. Mai 2014
Wer bei Tuomas Holopainens ambitioniertem Soloprojekt Symphonic Metal im Stil seiner Band Nightwish erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht sein, denn das Konzeptalbum "(Music Inspired By) The Life and Times of Scrooge" ist eine dramatische Orchestersuite mit Folk- und vereinzelten Rockelementen sowie sparsamen, teils choralen Gesangsparts. Dabei kommen außer einem klassichen Orchester passend zur erzählten Geschichte auch Uilleann Pipes und Low Whistle sowie Bodhrán (sämtlich gespielt vom Englischen Multiinstrumentalist und Nightwish Sessionmusiker Troy Donockley), Banjo, Dudelsack, Mundharmonika, Fiddle und Diggeridoo zum Einsatz. Höchsten die Singleauskopplung "A Lifetime of Adventure" bietet radiotauglichen Pop mit verhaltenen Rockguitarren. So vertont Holopainen den Kultcomic/Graphic Novel "The Life and Times of Scrooge McDuck" (in Deutsch: "Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden") des Amerikanischen Zeichners und Autors Don Rosa, der darin in zwölf Kapiteln die Biographie von Dagobert Duck schildert, beginnend mit seiner ärmlichen Kindheit in Schottland, über seine Auswanderung nach Amerika und abenteuerliche Reisen nach Afrika und Australien und wie er dabei zur reichsten Ente der Welt wurde. Don Rosa, welcher in Europa unter Disney-Fans einen gewissen Starstatus genießt, in den USA dagegen weitgehend unbekannt ist, hat auch die wunderschöne Coverillustration gemalt sowie für das aufwendig gestaltete Booklet original Storyboards zum Album beigesteuert. Dass Scrooge nur von hinten zu sehen ist und das McDuck im Albumtitel ausgespart wurde, hat wohl lizenztechnische Gründe.

Neben dem London Symphonic Orchestra, arrangiert von Pip Williams, der schon an den letzten drei Nightwish-Alben beteiligt war, und dem Metro Voices Chor, treten die Finnischen Sängerinnen Johanna Kukela und Johanna Ivanainen, der Schottische Folkmusker Alan Reid sowie Tony Kakko von der Band Sonata Arctica als Gaststimmen auf. Ein Großteil der Stücke ist jedoch rein instrumental.

Insgesamt ist der Albumtitel Programm: Die Platte liefert einen perfekt komponierten, epischen Soundtrack mit schwelgerischen Melodien, die zum Träumen anregen, mal getragen und fast schon majästetisch, mal lebhaft, verspielt und farbenfroh. Nur dass es eben keinen Film zu dieser Musik gibt, sondern einen Comicstrip. Wer diesen kennt, wird sich an die darin erzählten Geschichten erinnern und die einzelnen Lieder mit Bildern daraus verbinden, wer nicht, bekommt vielleicht einen ersten Eindruck davon, worum es darin geht, und wird sogar neugierig auf das Buch werden. Man merkt, dass Tuomas Honopainen Donaldist und ein großer Fan von Don Rosa ist und mit diesem Werk eine Hommage an den Künstler schaffen wollte.

Melodisch ist der Unterschied zu Nightwish gar nicht so groß, eher stilistisch. Trotz der folkigen Elemente rutscht die Platte glücklicherweise nicht in seichten Ethno-Kitsch ab, sondern die zum Beispiel keltischen Klänge werden dramaturgisch passend zur Geschichte eingesetzt. Auch mit einem klebrigen, familienfreundlichen Disney-Score hat das Album nichts zu tun, eher schon mit Ennio Morricone, speziell bei den Liedern, die sich mit Scrooge McDucks Wild-West-Erlebnissen befassen. In jedem Fall ist es entspannende Musik für unser Kopfkino. Und in diesem Kontext ist das Album absolut stimmig und ein mutiges musikalisches Experiment.

Ansonsten ist der angebliche (in meinen Augen eher überflüssige) Bonustrack, eine Fassung von "A Lifetime of Adventure" ohne Guitarren, entgegen der aufdruckten Trackliste auch auf der Standardversion des Albums enthalten, also kein Grund die teurere Limited Edition zu kaufen. Auch die rein instrumentale Version des Albums bietet aus meiner Sicht keinen künstlerischen Gewinn.
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