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am 17. Februar 2014
„Seiner Meinung nach wollte Hirtmann nur zweierlei: Seine Freiheit und seine Aktivitäten wieder aufnehmen“.

Die Aktivitäten eines intelligenten, sich sozial bestens und sicher bewegenden Serienmörders, der zuvor Staatsanwalt war und im vorherigen Thriller aus einer bestens gesicherten Anstalt für Psychopathen entkommen war.

Seitdem sit einige Zeit vergangen, aber den damals ermittelnden Kommissar Martin Servaz, der in der Einöde der verschneiten Berge fast sein Leben verloren hätte, lässt dieser Hirtmann nicht los.

Zunächst aber wird er nach Marcaz gerufen. Frankreichs Ort der Eliteschulen. Auch seine eigene Tochter geht hier zur Schule, vor allem aber war er selbst zu Zeiten dort Schüler. Seine Jugendliebe ruft ihn zu Hilfe. Eine Lehrerin ist in ihrem Haus brutal ermordet worden und der Sohn der Jugendliebe steht unter Mordverdacht.

Ein Eifersuchtsdrama? Einfach zu lösen? Mehr eine private Anspannung für Servaz, der dieser Frau nach Jahrzehnten das erste Mal wieder begegnet? Und zugleich seinem damals besten Freund, der eine Rolle bei der damaligen Trennung des Liebespaares spielte?

Wenn da nicht am Schauplatz des Mordes laut die Musik Mahlers ertönt wäre. Die „Kindertotenlieder“. Der Lieblingskomponist von Servaz und zugleich von Hirtmann. Ist der Serienmörder wieder aufgetaucht?

Was aber haben die Freunde Hugos, der verdächtigen Schülers, mit all dem zu tun? Welche Verbindung besteht zu einer noch lokalen und sicher bald landesweit politischen Größe? Wer verfolgt Servaz in einem leeren Gebäude und wirft ihn fast vom Dach? Begibt sich seine Tochter Margot in Gefahr, als sie auf eigene Faust ihre Ohren offen hält?

Was sich als klare Sache zunächst darstellte, nimmt immer verwickeltere Formen an in dieser französischen „heilen Provinzwelt“. In der auch die zweite, damals im Institut beteiligte Polizistin, Irene Ziegler zum zweiten Teil des Buches hin ihre Rolle spielen wird.

Sehr nahe bringt Minier seine Figuren dem Leser, lässt Rätsel über deren Inneres offen, die den Betrachter zu Überlegungen anregen, führt in die Vergangenheit seines Servaz ein, zeigt die Licht und Schattenseiten in den Figuren und erzeugt im Gesamten eine intensive und dichte Atmosphäre der Personen und der Ereignisse.

Wobei jener Hirtmann gar nicht in den Vordergrund tritt, lange Zeit zumindest nicht, falls er überhaupt mit diesen Ereignissen nun zu tun haben sollte und dennoch im Denken und Fühlen der Hauptpersonen eine tragende Rolle einnimmt.

Dieses „nicht davon loskommen“, von Geistern der Vergangenheit, diese ganz eigenartige und klare, „altmodische“ Haltung und Herangehensweise des Kommissars inmitten einer bildkräftig und lebendig geschilderten französischen Umgebung ergeben, mit der sich stetig steigernden Spannung, eine sehr fesselnde Lektüre.

Alles in allem ein rundum gelungener Thriller, der es versteht, den Leser durchgehend in seinen Bann zu ziehen und einen sehr intelligent und hintergründig angelegten Fall vor Augen zu führen.
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am 12. Februar 2014
Inhalt

Ein alter Professor macht eine seltsame Beobachtung auf dem Grundstück seiner Nachbarin – ein Junge sitzt apathisch am Swimmingpool und blickt auf unzählige Puppen im Wasser, während um ihn herum ein Gewitter tobt.
Kurz darauf erhält Kommandant Servaz einen Anruf aus der Vergangenheit, seine Jugendliebe Marianne. Ihr Sohn ist unter Mordverdacht festgenommen worden. Er soll seine Lehrerin grausam gefoltert und getötet haben. Martin Servaz ist von der Unschuld des Jugend überzeugt. Vor allem, da sich die Hinweise verdichten, das seine Nemesis – Julian Hartmann – der psychopathische Serienmörder, wieder zurück gekehrt ist. Ist der Wahnsinnige tatsächlich erneut am Werk oder verliert Commandant Servaz langsam den Verstand?

Kritik

Lange, lange, lange musste ich auf dieses Buch warten, aber es hat sich gelohnt. Genau wie der Debütroman von Bernard Minier konnte mich auch „Kindertotenlied“ von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Aber anders als „Schwarzer Schmetterling“ beginnt dieser Roman nicht mit einem Mord, sondern führt den Leser über mehrere, wie es scheint unabhängige, Erzählstränge in die Geschichte. Dabei sorgt der Autor nicht nur für Verwirrung beim Leser, er macht vor allem neugierig auf mehr.

Auf seine unnachahmliche Weise erzählt, schafft es Bernard Minier sowohl die düstere Atmosphäre, als auch die brodelnden Emotionen seiner Figuren einzufangen und zu transportieren. Dabei ist der Leser wie gebannt von den Zeilen und der Klangfarbe seiner Sprache. Selbst Nebensächlichkeiten werden spannend und wichtig. Ich liebe diese Sprachmelodie!

„Sie setzten sich ins fette Gras und beobachteten, wie am Fuß des gleichmäßig abfallenden Hügels die weißen Boote kreuz und quer über den See fuhren, sie lauschten den Glocken, die im Tal gemächlich den Rhythmus der Stunden bestimmten, und hörten ihr fröhliches Glockenspiel wie Drachen in den Aufwind emporsteigen“ (Seite 263)

In dieser Geschichte erfährt man vor allem viel privates über den Ermittler Martin Servaz, der einem oft unnahbar, fast gefühlskalt erscheint. Aber auch Irène Ziegler, Samira, Espérandieu und der Rest der Truppe treten wieder auf den Plan. Die Figuren bleiben sich treu und agieren ihren Charakterisierung entsprechend, obwohl man von einigen nicht nur neues, sondern vor allem unerwartetes erfährt.
Wie schon in seinem Debüt zeichnet Bernard Minier auch hier wieder ein überzeugendes Abbild der Heterogenität der französischen Gesellschaft, so dass der Leser das Gefühl hat das Land wirklich zu erleben, Einblicke zu bekommen in Bereiche, die er bisher kaum bis gar nicht wahrgenommen hat. Kritisch und intelligent setzt sich der Autor mit seinem Land und dessen Problemen auseinander und verwebt sie geschickt mit der Handlung eines überaus spannenden Thrillers.

Allerdings gibt es viele Rückblenden und Rückbezüge zu „Schwarzer Schmetterling“, so dass es ratsam wäre diesen Roman vorher zu lesen, vor allem da einige Wendungen aus dem Vorgänger verraten werden.

Gefreut hat mich vor allem, dass der Übersetzter, Thorsten Schmidt, sich diverse Kritiken zu Herzen genommen zu haben scheint, denn die Übersetzung wirkt deutlich lebendiger und gefühlvoller als bei “Schwarzer Schmetterling”, auch wenn man an der ein oder anderen Stelle den Kopf schüttelt, ob der ungewollten Komik. Ich hoffe darauf, dass er mit noch mehr Elan an Teil drei gehen wird. Die Zeichen stehen günstig. ;)

“Abgesehen von den Ferien, war die Hälfte der Bevölkerung unter 25 Jahre alt” (S. 71)

Der Satz lautet im Original übrigens. “En dehors des vacences, la moitié de la population avait moins de vingt-cinq ans”. Er ist also theoretisch richtig übersetzt, im Deutschen würde man aber wohl eher “Außerhalb der Ferienzeiten …” sagen. Gibt wieder einmal mehrere Stellen, an denen mir einen Tick zu wörtlich übersetzt ist. (Das wirkt jetzt fast kleinkarriert und würde mir wahrscheinlich auch nicht auffallen, wenn ich das Original nicht Zuhause hätte).

Fazit

Was für ein Buch! Ich habe selten einen Thriller gelesen, der mich so fassungslos zurück lässt. Chapeau Monsieur Minier. Wie der Vorgänger ein Buch, das auf leisen Pfoten angeschlichen kommt und dich dann erbarmungslos in Stücke reisst. Als würde man der Gesellschaft einen Spiegel vor halten und sagen: Da, schau dir nur an was du erreicht hast, und zu welchem Preis …
„Kindertotenlied“ ist in jeder Hinsicht ein Thriller wie ich ihn mag: düster, packend, tiefgründig. Kein Actionfilm in Buchform, sondern anspruchsvolle Unterhaltung. Knisternde Spannung und der Blick in menschliche Abgründe, aber ohne, dass die Gewalt dominiert. Zudem ist die Geschichte raffiniert erzählt, wobei vor allem die Wendungen glaubhaft vermittelt werden und nicht zu übertrieben dargestellt sind. Ein absolutes muss für jeden Thriller Fan!

Besonders gut gefällt mir hier die indirekte Kritik an den Mechanismen der Regierenden – Brot und Spiele, ähnlich wie im alten Rom, um die Gesellschaft gefügig zu halten und von den wahren Problemen abzulenken. Hier überzeugend – auch für Fans des Sports – dargestellt am Thema Fußball WM.
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am 10. März 2014
„Kindertotenlied“ ist bereits der zweite Roman aus der Feder von Bernard Minier, bei dem der französiche Kommisar Martin Servaz im Mittelpunkt steht. Für mich war dies der erste Thriller des Autors, und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Informationen fehlen, auch wenn dieser Fall sich in einigen Punkten auf den Vorgängerband „Schwarzer Schmetterling“ bezieht.
Diesmal wird Kommissar Servaz von seiner Jugendliebe Marianne an den Schauplatz eines Mordes im Süden Frankreichs gerufen. Während eines Sommergewitters wurde eine Lehrerin der Elite-Universität ermordet, Mariannes Sohn Hugo wird im Garten des Opfers am Pool sitzend vorgefunden, er kann sich an nichts aus der fraglichen Tatzeit erinnern. Dieser Fall geht Servaz emotional sehr nahe. Zum einen war er selbst früher Schüler in Marsac und zu dieser Zeit mit Marianne zusammen, was viele Erinnerungenweckt, zum anderen ist seine Tochter Margot aktuell dort Schülerin. Als Servaz entdeckt, dass im CD-Spieler der Toten eine CD von Mahler liegt, muss er gleich an Hirtmann denken, den psychopatischen Mörder und Mahler-Fan aus einem früheren Fall, der vor einiger Zeit aus der Psychiatrie entkommen und seitdem verschwunden ist. Als er dann auch noch eine Email von Hirtmann bekommt, ist er erst recht alarmiert und sieht seine Tochter in Gefahr.
Der Fall ist vielschichtig, hat einige Nebenhandlungen und führt sowohl den Leser als auch Kommisar Servaz immer wieder in die Irre. In Einblendung bekommt der Leser Einblicke in das Martyrium einer entführten Frau, erst nach und nach erschließt sich, wer dort in wessen Gewalt ist.
Mir hat der Thriller aufgrund seiner Vielschichtigkeit und psychologischen Intensität gefallen. Trotz längerer Passagen, in denen es in erster Linie um Servaz und seine private Gefühlswelt geht, habe ich den Krimi nie als langatmig empfunden. Diese eher ruhigen Passagen schlagen immer wieder um in spannende und rasante Entwicklungen des Falls, die zu einigen Überraschungen führen. Für mich war dieser Autor eine Entdeckung, ich werde auf jeden Fall auch den ersten Band lesen und hoffe auf eine baldige Fortsetzung.
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am 25. September 2015
Das vorige Buch von Bernard Minier fand ich großartig, dieses hier "geht so". Inhaltlich sicher toll, am Anfang hat es mich an ein Buch von Michael Robotham erinnert (der großartige Bücher schreibt). Im Verlauf etwas schleppend und am Ende gefühlt unvollendet. Aber dennoch lesenswert. Schwierig hier eine Bewertung abzugeben.
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am 8. Juni 2016
Für das Verständnis des Buch sollte man unbedingt "schwarzer Schmettling" gelesen haben um die Zusammenhänge zu verstehen.
Im neuen Band ermittelt Savez an der Uni Marsac, in der Savez selbst Schüler war und die nun seine Tochter besucht.
Eine Lehrerin wird tot aufgefunden und das Kindertotenlied von Mahier ertönt aus den Lautsprechern. Alles erinnert an den Serienmörder Hirtmann aus schwarzer Schmetteling.
Ich finde, dass in der Fortsetzung zu wenig Spannung aufkommt.
Die Handlung dümpelt vor sich hin, daher nur 3 Sterne.
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am 9. April 2014
Eine Fortsetzung schreiben birgt ja immer die Gefahr nur ein Abklatsch zu sein. Aber "Kindertotenlied" muss sich hinter "Schwarzer Schmetterling" nicht verstecken. Spannend erzählt mit überraschenden Wendungen, die Hauptakteure sind zunehmend vertraut, offenbaren aber noch neue Charakterzüge. Mehr davon.
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am 31. Januar 2016
Dieses, unbedingt erst nach Schwarzer Schmetterling zu lesende Buch, bestätigt, dass es Spannendes nicht nur aus Skandinavien gibt. Wie schon in meiner Rezension zu Schwarzer Schmetterling bemerkt, finden Leser der Marthaler-Bücher von Jan Seghers mit diesem Autoren und seinen bislang erschienenen beiden Büchern um Commandant Servaz und Julian Hirtmann ein französisches Pedant.
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am 18. Januar 2016
Inhalt
Eine Professorin einer Eliteschule wurde ermordet in der Badewanne aufgefunden, auf dem Grundstück wird der Schüler Hugo aufgegriffen. Das Haus selbst wird durch Musik von Gustav Mahler beschallt.

Commandant Martin Servaz, der an den Tatort gerufen wird, ist gleich mehrfach persönlich betroffen: Hugo ist der Sohn seiner Jugendliebe Marianne und Gustav Mahler ist nicht nur sein Lieblingskomponist, sondern auch der des flüchtigen Serienmörders und früheren Staatsanwalts Julian Hirtmann. Außerdem war er selbst schon Schüler an der Eliteschule von Marsac und somit wird dieser Fall für ihn eine Reise in die Vergangenheit.

Protagonist
Commandant Martin Servaz hat die 40 überschritten. Zusammen mit seiner Ex-Frau Alexandra hat er eine Tochter, Margot, die schon länger ihre eigenen Wege geht. Sie ist ebenfalls Schülerin in Marsac. Im Buch „Schwarzer Schmetterling“ ist Servaz Hirtmann bereits begegnet. Seither ist einige Zeit vergangen, aber Servaz hat diesen Fall nie vergessen.

Handlung
Das Hörbuch startet mit einer Frau, die entführt wurde und nun schon über einen längeren Zeitraum gefangen gehalten wird. Die Handlung wechselt dann zum Tag des Mordes.

Während des Hörbuches hatte ich hin und wieder den Eindruck, dass es eine Vorgeschichte zu Julian Hirtmann gibt, zwischenzeitlich weiß ich, dass „Schwarzer Schmetterling“ der Vorgängerband ist. Doch auch wenn die Geschichte um Hirtmann immer wieder einfließt, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir Informationen fehlen könnten, weil ich den Vorgänger nicht kenne denn Servaz gibt immer wieder Einblicke in die Geschehnisse und Abläufe rund um Hirtmann.

Auch über Hirtmann hinaus spielt Servaz' Leben eine große Rolle in der Geschichte. Sowohl seine Tochter, wie auch eine Jugendliebe tragen ihren Teil zu den Geschehnissen bei.

Der Fall selbst hat mich gefesselt. Er ist sehr gut konstruiert und konnte mich vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann ziehen. Besonders interessant war hierbei die Gestaltung des Erzählstrangs um die entführte Frau, der erst gegen Ende aufgelöst wird.

Sprecher
Johannes Steck hat seinen Teil dazu beigetragen, dass mich dieses Hörbuch überzeugen konnte, denn nicht nur die Handlung, auch seine Stimme hat mich in den Bann gezogen. Er schafft es, die Stimmungen zum Hörer zu transportieren und jedem Charakter etwas Individuelles zu geben.

Titel und Cover
Kindertotenlieder ist ein Liederzyklus von Gustav Mahler, das Lied und der Komponist spielen im Thriller eine große Rolle. Das düstere Cover verstärkt die Stimmung, die die Handlung wieder gibt und passt daher perfekt.

Fazit
Kindertotenlied ist ein anspruchsvoller und düsterer Thriller bei dem für mich alles von der Handlung über Cover und Titel bis hin zum Sprecher passt. Daher vergebe ich fünf von fünf Sternen.
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am 10. Dezember 2015
Ich mag den Schreibstil von Minier sehr. Da ich es beim Lesen auch gerne etwas ausführlicher habe, kann ich seinen Beschreibungen der Landschaften, Szenerien und Charaktere viel abgewinnen, zumal diese auch wirklich schön geschrieben sind und sich einer Sprache bedienen, die mir sehr gefällt. Er ist nicht oberflächlich aber auch niemals langatmig, ich kann den Schilderungen mit großem Genuss folgen. Er versteht es auch sehr gut bestimmte Stimmungen zu transportieren, die bei mir als Leser mit großer atmosphärischer Dichte ankommen. Die Dialoge sind authentisch, der Autor versteht es sehr gut die Persönlichkeiten der einzelnen Akteure auch in deren gesprochenen Worten auszudrücken und die Balance zwischen innerer und äußerer Handlung ist für mich perfekt getroffen.

Die Geschichte selbst reicht meines Erachtens nicht an die des Erstlings "schwarzer Schmetterling" heran. Vieles wirkt deutlich konstruierter und die doppelte Verstrickung von Kommandant Servaz und seiner Tochter ist eigentlich eine vielfache. Denn zum einen rankt sich alles um die Hochbegabten-Schule, die Tochter Margot besucht und in der auch er selbst als junger Mensch einst lernte und lebte und zum anderen ist die Mutter des (zunächst) Haupttatverdachtigen seine Jugendliebe, während der Verdächtige selbst ein Schulkamerad von Tochter Margot ist. Dazu kommt dann auch noch der Serienmörder aus dem ersten Teil, Julian Hirtmann, dem auch noch eine Rolle in der Handlung zukommt oder, so fühlt es sich gelegentlich an, "zukommen muss" und der dann zu allem Überfluss nochmals selbst mit Margot indirekt und mit Servaz Jugendliebe direkt eine weitere Verbindung hat. Man merkt es vielleicht hier schon, es ist kaum in ein paar Sätzen (die auch nicht allzuviel verraten sollen) zu erklären und so ging es mir auch beim Lesen des Buches. Die Geschichte trägt sehr schwer an diesen vielen Zusammenhängen und nachgeordneten Zusammenhängen, wirkt deswegen an der einen oder anderen Ecke auf mich überfrachtet.
Es dauert auch länger als beim ersten Band bis das Buch, nach einem zugegebenermaßen spektakulären Auftakt, dann wirklich in Fahrt kommt.

Trotzdem habe ich sehr gerne gelesen und die ca. 530 Seiten zeitweise (besonders das letzte Drittel) verschlungen. Das lag am oben beschriebenen Schreib- und Erzählstil und sicher auch daran dass es in der zweiten Hälfte zusehends spannender wird, während die Geschichte immer wieder unerwartete Wendungen nimmt.
Die Klassifizierung als Thriller wird wie schon bei "schwarzer Schmetterling" dem Buch nicht wirklich gerecht, es ist eher ein intensiv erzählter spannender Kriminalroman.

Insgesamt wäre der erste Teil für mich ein "Vierdreiviertelsterner" während ich für Kindertotenlieder eher bei knapp vier Sternen wäre.
Ich werde aber ganz bestimmt im Sommer nächsten Jahres, so Gott will, den dann erscheinenden dritten Band lesen.
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“Schwarzer Schmetterling”, der Debütroman des französischen Autors Bernard Minier, zählte für mich im Jahr 2012 zu den absoluten Thrillerhighlights, folglich habe ich mich seit Monaten auf die nun endlich erschienene Fortsetzung “Kindertotenlied” gefreut. Hauptfigur ist erneut der Ermittler Martin Servaz, der im Vorgängerroman an einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Frankreichs der letzten Jahre beteiligt war, welcher den Commandant auch gut zwei Jahre später immer noch nicht wirklich zur Ruhe kommen lässt. Schließlich ist der gefährliche Serienkiller Julian Hirtmann, der damals aus dem Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt entkommen konnte, nach wie vor auf der Flucht und hat seit seinem Ausbruch keinerlei brauchbare Spuren hinterlassen. Das scheint sich aber zu ändern, als Servaz im Haus der ermordeten Professorin plötzlich die berühmten “Kindertotenlieder” des Österreichers Gustav Mahler aus der Stereoanlage dröhnen hört – seines eigenes Lieblingskomponisten, aber auch der Julian Hirtmanns. Für den routinierten Ermittler ist sofort klar, dass die Musik am Tatort kein Zufall ist: Hirtmann ist zurück.

Wie man bereits erahnen kann, greift Bernard Minier bei seinem zweiten Thriller einige Ereignisse des Vorgängers auf, weshalb man diesen günstigerweise ebenfalls gelesen haben sollte, bevor man sich an “Kindertotenlied” begibt. Gerade der entflohene Serienkiller Julian Hirtmann schwebt doch immer wieder über den Ereignissen der Fortsetzung, wenngleich der Fokus diesmal vor allem auf das Geschehen an der französischen Elite-Uni Marsac gerichtet ist – ein Ort, der auch für die Hauptfigur eine besondere Bedeutung hat, schließlich hat Servaz dort vor einigen Jahren selbst studiert und trifft somit auch einige alte Bekannte wieder. Sein zweiter Fall fällt folglich deutlich persönlicher aus als im ersten Buch und die Konfrontation mit früheren Rivalen oder schmerzvoll auseinandergebrochenen Beziehungen reißt so manche alte Wunde wieder auf. Hier kombiniert Minier geschickt den Kriminalfall mit dem Privatleben seines Ermittlers und verleiht der Hauptfigur dadurch zusätzlichen Tiefgang.

Auch die Story beginnt verheißungsvoll und sorgt mit dem seltsam inszenierten Tatort und die Andeutung auf eine Verwicklung des Serienmörders für Spannung. Darüber hinaus bietet auch das Umfeld des Opfers so manchen Reizpunkt, denn das Leben an der elitären Hochschule ist voll von Eifersucht, Konkurrenz, Erfolgsdruck und menschlichen Abgründen, die sich hinter der glänzenden Fassade der Universität verstecken. Wie schon in “Schwarzer Schmetterling” nimmt sich der Autor viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen, was nach der guten Anfangsphase aber gerade im Mittelteil für kaum übersehbare Längen sorgt. Das liegt hauptsächlich daran, dass Minier viele Nebenschauplätze eröffnet, die aber häufig etwas verloren im Raum stehen, da lange kein unmittelbarer Bezug zur Haupthandlung erkennbar ist. Hier muss man beim Lesen eine gute Portion Geduld mitbringen, zumal “Kindertotenlied” diesmal leider auch nicht mehr ganz so stark mit seiner Atmosphäre punkten kann. Sorgten im ersten Buch noch die eisigen Berge der Pyrenäen für eine düstere und unheimliche Grundstimmung, so fällt dieser Faktor nun leider fast völlig weg. Zwar deutet Minier hin und wieder die Hitze des WM-Sommers 2006 an, richtig fühlbar wird diese für den Leser aber nicht.

Kurz bevor sich bei der Lektüre aber ein Gefühl der Enttäuschung einstellt, zieht der Autor das Erzähltempo deutlich an und liefert ein hervorragendes Schlussdrittel ab, indem endlich alle losen Fäden gekonnt zusammengeführt werden und die wahre Komplexität des Falls zum Vorschein kommt. Hier zahlt sich das etwas mühsame Durchkämpfen im Mittelteil aus und wird mit einer sehr guten Auflösung belohnt. Zwar konnte mich der Julian-Hirtmann-Nebenstrang nicht wirklich überzeugen, alle anderen Details fügen sich aber zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. So fällt mein Fazit zu Martin Servaz’ zweitem Fall nicht ganz so euphorisch aus wie zum Reihenauftakt, da aber der grandiose Sprecher Johannes Steck in der Hörbuchfassung wieder eine Glanzleistung bringt und eine perfekte Verkörperung der Hauptfigur abliefert, reicht es mit dem dafür verdienten Bonus für “Kindertotenlied” aber letztlich doch wieder zu einer hohen Wertung. Für Freunde psychologisch ausgeklügelter und clever konstruierter Thriller ist nämlich auch der zweite Roman des Franzosen Bernard Minier wieder eine ausdrückliche Empfehlung wert.
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