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Yasmin Rezas "Glücklich die Glücklichen" wird - ungekürzt - von 18, meist erstklassigen, Schauspielern gelesen. 18 verschiedene Sprecher für 18 verschiedene Personen. Das funktioniert, manchmal wird es fast halb-szenisch (obwohl es eine Lesung und kein Hörspiel ist). Jeder Teil der Geschichte wird von einer anderen Person erzählt. Tristesse im Pariser Mittelstand............

"Glücklich die Glücklichen" hat jedoch nicht die schnelle Dramaturgie, den "Drive", von "Gott des Gemetzels". Das Tempo wechselt, teilweise sehr stark. Die erste Geschichte, der Streit eines Paars an der Käsetheke im Supermarkt, hat ein höheres Tempo, als der Rest.

Der Star dieser Lesung ist NATÜRLICH Birgit Minichmayr, als Loula Moreno, Wodka trinkend, dunkle Stimme, scheinbar ohne jegliche Anstrengung den Text vortragend, und doch so perfekt passend.

Fazit: Wenn "Glücklich die Glücklichen", dann das HÖRBUCH -- die guten Schauspieler veredeln den Text. 5Sterne (nur) für das Hörbuch.
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am 9. August 2015
Ein gutes Dutzend Hauptfiguren mit gleichberechtigten Anteilen hat der kurze Roman. Einige Ehepaare zanken ungut und betrügen sich. Ohnehin gibt es viel Rechthaberei und Machtspiele, außerdem einen Psychiatriefall, Stricherbesuche mit bezahltem Geschlagenwerden, Kindesmissbrauch, Krankheiten und Streit über Beerdigung versus Einäschern.

Reza produziert 21 Kapitel mit je sieben Seiten und 18 verschiedenen Ich-Erzählern. Die Beziehungen zwischen den Figuren werden erst nach und nach deutlich, wer mit wem befreundet oder heimlich liiert ist. Gelegentlich erinnert der Wechsel der Figuren an Arthur Schnitzlers Reigen.

Ich hatte nicht immer den Überblick über die gesamte Menagerie und hätte gern ein Organigramm gesehen. Natürlich könnte man den Roman auch zweimal lesen – ein Gedanke, der mich schon bei Rezas früherem, weit übersichtlicher angelegten Roman Adam Haberberg anfiel, den ich hier aber wegen der kratzigen Materie nicht weiter verfolgte. .

Glücklich die Glücklichen heißt im Original Heureux les heureux, übersetzt aus dem spanischen Felices los felices, einem Teil des Roman-Mottos. Die Eindeutschung aus dem Französischen klang mir manchmal nicht alltäglich genug, wie zu wörtlich übersetzt.

Innerhalb der Kapitel schreibt Reza ohne jeden Absatz. Vielleicht hat sie beim Tippen ihrer Theaterstücke eine Abneigung gegen Absätze entwickelt?

Ja, Reza zeigt Gutbürgerliche au bord de la crise de nerfs. Sie streiten sich im Supermarkt über Käsesorten, bis aufs Blut. Aber sie überfrachtet ihr kurzes Stück auch mit vielen harten Themen (s.o.), die etwas wie Modeschmuck wirken, und mit einer unübersichtlichen Struktur. Die französische Kritik war begeistert.

"Einfach zu viel Psychologie und Beziehungstalk..." – deutschsprachige Kritiker:

Süddeutsche Zeitung zum Hörbuch:

Niemand versteht es derzeit so gut, die Fragilität der bürgerlichen Institution aufzuzeigen, wie Yasmina Reza... Für Hörbuchliebhaber ist das Tolle an dieser Audio-Fassung die Tatsache, dass sie nicht nur von einem Sprecher eingelesen wurde, sondern tatsächlich achtzehn bekannte Schauspieler versammelt. Neben Wolfram Koch sind noch Nina Petri und Eva Mattes, Matthias Brandt und Hanns Zischler, Victoria Trauttmansdorff und Birgit Minichmayr mit von der Partie.

Süddeutsche Zeitung zum Roman:

Jede Person hat in diesem Buch das Recht auf ein eigenes Kapitel, unter dem Titel ihres Eigennamens... Aus diesem mehrstimmigen Gemurmel klingen Yasmina Rezas große Themen an: Heldentum auf dem Schlachtfeld der kleinen Alltagsprobleme, Wieder- und Wiederbeatmung erstickter Glückserwartung, Lebensfreude durch Schadenfreude, Empfindungsdrall hin zur Verzweiflung, Sog zu diffusen Jenseitsgefühlen, Witz und aufschäumende Egozentrik... Das Risiko ist dabei, dass die Sache durch die Zentrifugalkraft immer neuer Aspekte ihr Gravitationszentrum verliert. Das ist in diesem Buch stellenweise der Fall. Was mit drei oder vier Figuren gelingt, gerät mit achtzehn leicht auf die Fluchtbahn der Beliebigkeit... unwiderstehlich abgründigen Humor Yasmina Rezas... in allen Registern von Komik und Bitterkeit brillant... Doch laufen die Lebensgeschichten der insgesamt achtzehn Figuren in diesem Roman weit auseinander

Frankfurter Allgemeine:

Yasmina Reza ist Expertin für solche plötzlich ausgesprochenen Wahrheiten, für unkontrollierte Ausbrüche, für Ausraster, die ein sorgfältig konstruiertes Lügengebäude mit einem Mal zum Einsturz bringen. Sie ist brillant darin, solche Momente der Wahrheit als komische zu beschreiben, ohne ihren tiefschwarzen Grund aus dem Blick zu verlieren... Sie sei "am Gipfel ihrer Kunst" angekommen, schrieb begeistert deshalb im vergangenen Jahr Jean Birnbaum in "Le Monde"... Man findet in "Glücklich die Glücklichen" insgesamt einfach zu viel Psychologie und Beziehungstalk, während die Prosapassagen im Gegenzug merkwürdig unanalytisch bleiben... Die Figuren haben einfach zu wenig Distanz zu sich selbst oder zu den anderen. Sie treten als Beobachter der Szene niemals wirklich zurück, sondern sind unablässig involviert, ins Beziehungsgefüge verstrickt. Das ist konsequent, macht den Beziehungsreigen aber irgendwann ermüdend und ein bisschen leer.

Die Zeit:

Alle ihre Bücher – bis auf eines, wir kommen darauf zurück ((ihr Sarkozy-Portrait)) – haben ein Trivialitätsproblem. Sie entwerfen stets eine durchdesignte Hochglanzwelt, um dann an dieser geschickt und leichthändig in Szene gesetzten Oberfläche zu kratzen, und siehe da: Darunter kommen Elend, verdrängte Aggression, Gekränktheit und Einsamkeit hervor... Warum kann eine so kluge Schriftstellerin keine besseren Bücher schreiben?

Der Spiegel:

Der größte Teil der Freude rührt von Rezas Talent, immer genau die eine Nichtigkeit zu finden, die die kultivierte Fassade ihrer Figuren nach Jahren der Anstrengung einstürzen lässt... Das Glück ist da, wo man es am Wenigsten erwartet. Das ist das eigentlich Charmante an diesem Buch. Und das was beim Lesen glücklich macht.

Frankfurter Allgemeine zum Erscheinen des französischen Originals:

Mit kurzen, stilistisch einfachsten Sätzen schafft sie auf engstem Raum eine Atmosphäre, die von jenem heiklen Gleichgewicht geprägt ist, das die Möglichkeit des Tragischen ebenso in sich trägt wie die des Komischen. Verrat und Verbrüderung vollziehen sich auf nicht einmal zwei Buchseiten.

Berliner Zeitung:

... kreist um die vielen kleinen Schlachten des Alltags zwischen Paaren und anderen Paarungen, um Illusionen, Wunschbilder, Camouflagen... gelingt es Reza, daraus eine komplexe Lebenssituation entstehen zu lassen, fortgeführt und vertieft dadurch, dass dieselben Personen in unterschiedlichen Konstellationen auch in den anderen Kapiteln wiederkehren... wie immer brillant in Szene gesetzt vom Übersetzer-Duo Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel. Mit der Empfindlichkeit eines Seismographen, witzig, schonungslos, psychologisch versiert, mit lustvollem Sinn für die Sprengkraft von Alltagsbanalitäten spürt sie den Ursachen der oft so schwer überbrückbaren Gegensätze in menschlichen Beziehungen nach. Sie lässt Nichtigkeiten zu schicksalshafter Bedeutung gelangen, verursacht durch Unverständnis, Überdruss und fatale Mechanismen

Deutschlandfunk:

... dekliniert unter der Oberfläche des Banalen elegant die ganz großen Fragen des Lebens durch. Das legt einen Vergleich mit der ziselierten Prosa des deutschen Dramatikers Botho Strauß nahe: Yasmina Reza ist leichter, direkter und gefälliger, aber keineswegs trivial.

Rheinische Post:

Der Leser erhascht zwar kurze Einblicke in das Leben der Protagonisten, doch jeder Monolog eines Charakters schildert bloß diverse Variationen von verkorksten Beziehungen – zu sich selbst oder anderen Menschen - ohne jegliche Entwicklung oder Auflösung. Die Situationen sind festgefahren. Das Aneinander-Vorbeireden der Akteure erinnert an Loriot und hinterlässt von Kapitel zu Kapitel immer mehr einen faden Beigeschmack beim Leser, von Seite zu Seite scheint das Buch düsterer zu werden... Das Gewirr der französischen Namen führt jedoch dazu, dass man beim Lesen immer wieder zurück blättern muss, auf der Suche nach der Frage "Wer war denn das noch mal?".

Berliner Morgenpost:

... die französischen Lieblingsthemen: Liebe, Beziehung, Betrug, Einsamkeit, Sehnsucht nach einem anderen Leben. Es ist nicht nur kurios, wie ein Volk sich darauf eingeschworen hat, sich diesen Themen wie besessen zu widmen. Geradezu bewundernswert ist, dass ihm wieder etwas Neues einfällt... Zuweilen hat man ein wenig Schwierigkeiten, sich zu erinnern, wer jetzt hier noch einmal wer war... Das Buch entfaltet immer wieder eine Situationskomik, als sei es das Skript für eine Screwballkomödie.

"A quick and delicate book that’s as funny as it is humane " – englische Kritiken:

Observer:

... wonderfully witty... most excels when it explores the roots of unhappiness... moments of intense drama, exhibiting the tensions and conflicts crackling through lives... The author skilfully peels away the veneer of life to reveal the secrets seething within.

New York Times:

...a quick and delicate book that’s as funny as it is humane... Everyone gets a word in, and the style is feathery as gossip. Characters chime with one another in ways they never realize, a conviviality that is bittersweet. Their voices are self-aware, a little jaundiced, vulnerable, sometimes plaintive, and entirely authentic... intensity and banality in equal measure... full of philanderers with lazy wandering eyes and the lonely women who put up with them

Wall Street Journal:

... backtracking occasionally to recall who is unhappily involved with whom. If from time to time you fear you’ve lost the plot, it’s because there isn’t one... “Happy Are the Happy” has had the unusual distinction of appearing in two different English translations within the space of a few months: the present one, by John Cullen, was preceded last summer, in England, by Sarah Ardizzone’s version. Each has its virtues and faults, but Mr. Cullen’s tale of unhappy Parisians strikes me as unnecessarily Americanized, with “stop bugging me” where Ms. Ardizzone has “leave me alone,” and insertions such as “buddy” when a father sends his son back to bed (nonexistent in the original). Where Ms. Ardizzone has a speaker criticize a “bloody awful club,” Mr. Cullen opts for something far stronger—stronger, too, than the French merits (“un club foutu”). His smart, New York-ish tone often seems off-key in Paris...

The Ecconomist:

The structure could have given the book the staccato feeling of short stories. But in Ms Reza’s hands it has a cumulative power that amplifies her themes of isolation and mutual misunderstanding. The chapters make satisfying miniatures, hovering between dark pathos and anarchic comedy.

Goodreads: 3,39 von 5 Publikumssternen, 696 Stimmen, August 2015

Kirkus Reviews:
The scenes are brief, with limited punctuation and no paragraphing... No one is exactly the central protagonist here... The difficulty in keeping track of the names seems to be purposeful... Feather light but oddly compelling.
Der Interviewer der Paris Review zu Reza:

I was stunned at how your characters take shape seemingly instantaneously. As soon as they appear on the page, you’ve answered who, when, where.

The New Yorker:

The twenty-one interconnected monologues in this meditation on parenting, death, and relations between the sexes manage to make domestic trifles seem electrifying. With implacable wit and a dramatist’s sense of timing, Reza offers snapshots from the psyches of eighteen characters
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am 13. April 2014
Ja, das ist richtig, glücklich die Glücklichen, und nicht die Unglücklichen.

Jasmina Reza hat einen außergewöhnlichen Roman mit gewöhnlichen Figuren geschrieben. Zumindest fast alle Charaktere scheinen ganz normale Menschen mit großen und kleinen Problemen zu sein.
Auf den ersten Blick scheint dieser Roman eine aneinander folgende Reihe von Szenen zu sein, die wenig miteinander zu tun haben. Bei fortgeschrittener Lektüre merkt man, wie geschickt die Autorin diese Szenen miteinander verbindet: Ein Detail, ein Name, ein vielleicht unbedeutendes Ereignis reichen, damit der Leser plötzlich innehält (vielleicht sogar stutzig wird) und zurückblättert, um nach der Verbindung zwischen Charakteren und Geschehnissen zu suchen.

Manche Szenen dieses Buches sind großartig in ihrer alltäglichen Absurdität, andere beschreiben die Gedanken mancher Figuren sehr genau und liefern so Erklärungen für einige Verhaltensweisen, die uns ein paar Kapitel zuvor unlogisch erschienen.

Diese Art Romane gefällt mir sehr. Sie sind so strukturiert, dass sie von dem Leser verlangen, sich aktiv zu beteiligen, um aus scheinbar losen Erzählungen oder Schilderungen einen Roman zu machen.
Mein Ergebnis in diesem Fall: eine problematische, tragikomische und hoffnungslose Familiengeschichte.

Man lernt bei diesem Buch, nicht so schnell Sympathien zu verteilen. Die Charaktere sorgen immer wieder für (negative) Überraschungen.

Und da ist noch die Frage nach den Glücklichen.
Aus meiner Sicht ist der einzige glückliche Mensch in dieser ganzen Geschichte nur der eine, der so sein darf, wie er sein will.
Um diese Bilanz ziehen zu können, muss man einfach bis zum Ende lesen, was bei diesem schmalen Buch nicht unbedingt schnell geht.
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am 21. Februar 2014
In vielen Zeitungen erscheinen Besprechungen, in den Buchläden stößt man auf Yasmina Reza, und die Theaterstücke kennt man ja auch. Aber: Was ist eigentlich das Gute? Das Besondere?
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, wundere ich mich ein bisschen. Es sind schon ein paar gute Gedanken und originelle Dialogpassagen, aber das Ganze ergibt so recht kein Ganzes und man schlägt das Buch etwas unbefriedigt zu.
Ich vermute, Reza hat in Frankreich einen Namen und auch der deutsche Verlag macht gute PR, aber richtig gute Literatur ist es nicht, oder?!
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am 28. Oktober 2014
Nachdem der "Gott des Gemetzels" oder "Drei Mal Leben" schon als Theaterstücke genial zum Zuschauen und Mitleiden sind, hatte ich ähnliche Erwartungen an das neue Buch von ihr. Diese wurden leider total enttäuscht, denn die vielen kleinen Kapitel sind zwar stellenweise packend zu lesen und man möchte mehr von den Ehepaaren erfahren. Leider geht es aber schon zum nächsten Paar - und den nächsten Eheproblemen, so dass keine Kontinuität entsteht. Ausserdem sind mir die Anknüpfungspunkte der verschiedenen Personen zu vage und - sofern man nicht das gesamte Buch am Stück liest - verzettelt angeordnet. So wird der Lesefluss unterbrochen und der Lesegenuss arg getrübt. Man sollte vielleicht nicht zu hohe Erwartungen haben...!
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am 31. März 2014
Gleich die erste Geschichte, besagte Käsethekenszene, knüpft qualitativ nahtlos an "Gott des Gemetzels" an. Eine wunderbar schräge, wahrhaftige Szene, in der sich eine ganze Ehe vor unserem geistigen Auge entblößt. In diesem Tenor hätte es gerne weiter gehen können, leider tat es das aber nicht. Der Rest der Geschichten ist schnell gelesen aber keine packt einen so sehr, wie die erste Szene. Sehr schade.
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am 3. Juli 2015
Yasmina Reza knipst ein kleines Licht an und beleuchtet für uns Sequenzen aus dem Leben verschiedener Personen.
Es ist als würden wir durch ein Schlüsselloch gucken und kleinere und größere Geheimnisse entdecken.
Die beschriebenen Menschen hängen alle irgendwie zusammen (Beruf, Patient-Arzt, Verwandte....). Wie in einem großen Kabelsalat jagen sie aufeinander zu, verflechten sich und entfernen sich wieder.
Allerdings habe ich mich auch beim lesen gefühlt als müsste ich ein Kabelsalat entwirren. Durch den sprunghaften Wechsel der Geschichten und Personen fiel es schwer den Überblick zu behalten.
Trotz eines schönen Sprachgebrauchs, konnte ich nicht eintauchen und die Protagonisten blieben mir fremd.
Drei Sterne sind Schade, denn das Buch ist fast schön, aber eben nur fast......
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am 10. Februar 2015
In diesem französischen Roman werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Pariser Wohlstandsgesellschaft. Und hier tun sich wahre Abgründe auf: Ein Streit an der Käsetheke eines Ehepaars eskaliert; zahlreiche Affären, wohin man auch schaut. Im Milieu der Ärzte, Anwälte und Lehrer ist eigentlich nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Das besondere an diesem Roman ist sein Aufbau: Jedes der 21 kurzen Kapitel ist aus einer anderen Perspektive der vielen Protagonisten geschrieben, die Überschrift ist jeweils der Name der Person. Und alle diese Personen sind irgendwie miteinander verknüpft, entweder familiär, beruflich oder freundschaftlich; sie sind Ehepaare, Vater und Tochter, Arzt und Patient oder Liebhaber und Geliebte. Der Ton ist humorvoll-sarkastisch. Das nur 174 Seiten umfassend Buch ist daher mehr eine Episodenerzählung, es bleibt nicht viel Raum für Tiefe, die Szenen sind eigentlich nur lose aneinandergereiht. Es ist nicht so einfach bei den vielen Personen mit den kurzen Szenen immer die richtigen Zusammenhänge zu erkennen, also wer jetzt mit wem wie zusammenhängt. Aber ich habe den Roman auch über einen längeren Zeitraum mit Pausen gelesen, was nicht so zu empfehlen ist.

Daher hat es für mich leider nicht so funktioniert, es war mir zu bruchstückhaft. Zum Ende wurde es zwar etwas besser durch mehr Interaktionen, aber das hat mir nicht gereicht. Der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Szenen hat mir doch gefehlt. Aber der Aufbau ist ja auch ein bewusstes Stilmittel der Autorin. Sie hält auf jeden Fall der Wohlstandsgesellschaft den Spiegel vor - und die Frage, die bleibt ist, wer von denen sind denn nun die Glücklichen? Weil eigentlich gibt es da niemanden...
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am 7. Februar 2016
Um es kurz zu machen: ich mag dieses Buch.
Die Beziehungen zwischen den 18 zu Wort kommenden Personen sind nicht so kompliziert, dass man als aufmerksamer Lesen wirklich ein Problem hätte ( tatsächlich sollte man allerdings lieber in einem " Rutsch" lesen, damit man es nicht vergisst).
Die geschilderten Situationen sind trotz ihrer Dramatik oder Tragik mit einem guten Schuss Humor gewürzt, so dass man zu der Erkenntnis kommt: ja, so isses, das Leben und die Liebe und alles, was damit zusammenhängt!
Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, und jeder versucht die Fassade aufrecht zu erhalten, so gut es geht. Aber die optimale Ehe, die optimale Beziehung, das optimale Leben gibt es nunmal in der Realität nicht, auch wenn wir es gerne anders hätten.
Wir lügen uns selber in die Tasche......und darauf legt die Autorin blendend den Finger, so dass es weh tut.
Aber auch Spaß macht- denn es gibt Glück und Hoffnung, nur nicht immer dort, wo wir meinen.
C' est als vie, sagt sie uns damit, und hält uns, spöttisch und nachsichtig zugleich, einen Spiegel vor.
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am 24. März 2016
Nach dem ersten Lesen des Buches war mir klar: das lese ich gleich noch einmal. Ich habe es dann aber zunächst verborgt und es hat leider nicht den Weg zu mir zurückgefunden.
Ich habe es mir als sehr gutes Gebrauchtexemplar also erneut gekauft.
Einzelne Erzählungen beleuchten das Leben relativ gut situierter, gebildeter Paare - wie immer bei Yasmina Reza - und gucken gezielt hinter die Fassade. In jeder Geschichte findet man einen kleinen Bezug zu Figuren oder Ereignissen der anderen Erzählungen. So hat man am Schluss ein Gesamtbild aus einzelnen Mosaiksteinen - und möchte es vielleicht noch mal lesen....
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