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am 9. Juli 2016
Ich kann meine Begeisterung schwer in Worte fassen.
Bei der " Tribute von Panem" Reihe ist etwas geglückt, was der Kinozuschauer äusserst selten erleben darf. Nämlich spektakuläres, im übrigen dramaturgisch brillant konzipiertes, nervenzerfetzendes Blockbuster Kino voll epischer Überwältigungskraft mit gleichzeitiger zutiefst beklemmender Botschaft, emotional aufwühlend mit einer Klugheit, einer Ambivalenz und irritierenden Drastik und Doppelbödigkeit zu verbinden, die noch tagelang in Kopf und Herz nachwirkt.
Fürwahr es ist möglich: geniales , kontroverses und aufrüttelndes Bombastkino, das dann auch wieder so leise, zart, gleichzeitig unfassbar verstörend und grausam sein kein und in dem jede der knapp 150 Minuten perfekt einen menschlichen und gesellschaftlichen Alptraum mit Händen greifbar macht.
Es lässt einen, ob der Vernageltheit mancher Kritiker an den Kopf greifen, wird den " Tributen von Panem" eine Janusköpfigkeit, eine diffuse Unentschlossenheit und Zynismus in der Bewertung des Gezeigten unterstellt.
Herrschaften , alle schon das Gehirn in den Orbit geschossen ? Nur noch fähig im hohlen Kopfgehäuse Filme zu goutieren, die von Anfang an ihre klaren Botschaften deutlich formuliert wie eine Monstranz vor sich hertragen ?
Genau gegenteilig verhält es sich , jeglicher Zynismus, jeder Opportunismus und jedes Duckmäusertum sitzt hier auf der Anklagebank und das so drastisch und mit blutendem Herzen wie möglich.

Wer sich auf die " Tribute von Panem"einlässt, muss sich, sein Verhalten , auch seine eigene Scheinheiligkeit in Punkto Sensationslust und emotionaler Heuchelei in einer tagtäglichen Welt in der mediale und reale Anteile immer mehr verschwimmen, reflektieren und in Frage stellen können. Der ständige Widerstreit der Zuschauergefühle zwischen Begeisterung und amoralischem Nervenkitzel über die packenden Spiele, den Pomp wie im alten Rom (für uns Feierabend- Amusement und Abenteuer, für die Delinquenten tödlicher Ernst) , und die Bestürzung bei der Selbsterkenntnis womöglich tagtäglich im medialen Umfeld auf genau derlei inszenierte Manipulatonen emotional hereinzufallen ( zum Glück noch in abgeschwächter Form) ; diese Verstörung ist der Giftpfeil, den " Die Tribute von Panem" in unser Herz sendet.
Im Grunde spucken uns die Filme in jeder Minute in einer reinigenden Publikumsbeschimpfung ins Gesicht mit Verachtung und Hohn. Endlich einmal werden hier die falschen Maskeraden und Manipulationen zur Schau gestellt und ad absurdum geführt und dahinter ...? Dahinter ist die Traurigkeit und die , die hier den Spiegel vorhalten, sind ebenso entsetzt über den Anblick, denn ob Macher oder Rezipient , jeder kann sich hier als scheinheiliges Zerrbild im ewigen Kreislauf aus Angebot und Nachfrage , aus schnellem Bedürfnis und Befriedigung wiedererkennen.
Die Hungerspiele, wären sie echt, wer von uns würde sich dagegen auflehnen und wieviele würden genau das machen, was sie schon heute tagtäglich tun, glotzen und geifern und damit als Rädchen im infernalischen Getriebe das System unterstützen ?!
Der Film , die " Tribute von Panem-Catching fire" " drückt alle emotionalen Knöpfe perfekt , um uns zu faszinieren. Im selbigen Moment erschrecken wir aber über diese Faszination und im besten Fall kommt es zu eben dieser Form von Selbstbespiegelung.
Die tosenden Zuschauermassen auf den Rängen des futuristischen Capitols , das gigantisch aus Stein gehauen in den Himmel ragt mit riesigen Feuerkandelabern, als wäre Albert Speer aus dem Grab auferstanden , dieses Publikum, das sind wir.
Wie weit ist jeder einzelne wirklich so moralisch gefestigt, dass wir nicht samt und sonders unter bestimmten Vorrausetzungen wieder Brot und Spiele im grellen Daueramusement bejubeln würden, um den eigenen grauen Alltag zu vergessen oder auch nur aus Furcht selbst in den Fokus zu geraten ? Vielleicht wären wir vordergründig geschockt, so wie wir es auch jetzt im bequemen Sessel bei der " Tagesschau" sind, gar zu leeren Tränen gerührt oder flüchtig empört. Und doch, sich schamlos delektieren, weil es ja alle tun, wenn in der Arena der Zukunft ein unbequemes Subjekt zur Belustigung den Löwen zum Fraß vorgeworfen wird, und die Kamera jedes Detail genau zeigt ..... wer werfe da den ersten Stein ?

" Tribute von Panem" ist somit eins: so entlarvend, vielschichtig und kompromisslos, wie nur möglich , dabei wie ein Wolf im Schafspelz auch noch in ein scheinbar typisches SF- Fantasyepos für Jugendliche gekleidet , und voller Gegensätze und Denkanstöße, zwischen Sarkasmus und Zärtlichkeit, düsterer Dystopie und schierem Horror pendelnd und dahinter der warnende Schrei nach Menschlichkeit. Die legendären " Matrix " Filme muten gegen diese monströse Zukunftsvision von " Panem" und seiner entmenschlichten tödlichen Plastikwelt , in der der einzelne nichts und der falsche Schein und die Heuchelei alles ist, direktgehend an wie eine Gutenachtgeschichte.

" Sie schauen doch auch gerne zu " sagt einmal der sadistische Mörder in Hanekes " Funny Games", den Blick genau auf den Zuschauer gerichtet. Mit ganz anderen cineastischen Mitteln schlägt" Tribute von Panem" genau in die gleiche schmerzliche Kerbe, zwingt uns den emotionalen Spagat auszuhalten, dabei unsere eigene Verlogenheit und Brüchigkeit der Werte vor Augen, und stellt uns vor ein unauflösbares Dilemma.
Das hier ist bei Gott keine Teeni Schmonzette , wie die bescheuerte "Twilight"- Reihe , das ist eine grimmige , fulminante Auseinandersetzung mit der Allmacht der Medien in naher Zukunft und ihre teuflische Perversion , wenn sie dazu auch noch von neu erstarkten faschistischen Diktaturen und Terrorregimen missbraucht werden sollte. Politischer, erwachsener , aktueller und gleichzeitig spannender geht es nicht mehr.

Zu Story : Katniss ( die göttlich spielende Jennifer Lawrence) und Peeta ( Josh Hutcherson) haben mit einem verzweifelten Trick, der ihnen ansonsten beide das Leben gekostet hätte, die Hungerspiele des ersten Teils lebend überstanden. Beide fühlen sich nun in trügerischer Weise sicher. Doch in der Welt von " Panem" ist man nur solange ein Sieger,solange man in der Gunst von Präsident Snow ( Donald Sutherland) und dem Regime steht. Katniss könnte jedoch bald gefährlich werden , durch den riesigen Hype nun nicht mehr für die ruhigstellende mediale Berieselung des Volkes taugen, sondern ganz im Gegenteil zu einer selbstbewussten Symbolfigur des Aufstandes gegen das Capitol werden.
Mit Einschüchterungen und Drohungen ihre Familie zu töten , zwingt Diktator Snow das Mädchen in ein neues finales Medienspektakel , in dem es dann endgültig sterben soll. In nicht zu überbietender Kaltschnäuzigkeit sollen Katniss und Peeta zusätzlich die Charade vom liebenden Pärchen dem Millionenpublikum vorspielen . Das Liebespaar, das zusammen qualvoll, aber engumschlungen stirbt. Welcher Zuschauer wäre bei diesem Finale nicht emotional angerührt.
Katniss , die nichts für Peeta empfindet, sondern ihre Gefühle heimlich dem Tribut Gale schenkt , muss einwilligen. Wenn die drei Todgeweihten auf der Balustrade des Capitols sich in glänzender Aufmachung der Beifall klatschenden, johlenden Masse präsentieren und über das gefaßte , ausdruckslose Gesicht von Katniss eine einzelne Träne läuft, dann ist das ein Kinomoment, so unfassbar stark und bewegend, dass auch wir Zuschauer schlucken müssen. Wie eine dem Tod geweihte wunderschöne Cleopatra musste sie zuvor auf ihrem prachtvollen Streitwagen in das Colosseum zum Jubel der Massen einfahren. Das Mädchen, das in Flammen steht - Eine Königin der Herzen und doch weiß jeder um ihr baldiges grausames Ende nur zu eigenen Belustigung. Die Perfidie dieses Films lässt gedanklich jede Minute vor Zorn die Hände vors Gesicht schlagen.
Und wieder erwischt uns hier eiskalt, die unfassbare Ambivalenz der Inszenierung. Wir warten doch genauso auf den Beginn des Spektakels, lehnen uns zurück und harren dem Martyrium.
Zur selben Zeit nimmt die gnadenlose Unterdrückung der Distrikte durch das Regime zu. Öffentliche Auspeitschungen, Versammlungsverbot, Angst allerorten. Die Distrikte scheinen sich zunehmend schlechter durch mediale Grossereignisse ruhigstellen zu lassen . Nun soll der neue Spielemacher Plutarch Heavensbee ( Philip Seymour Hoffmann in einer seiner letzten Rollen) die Hungerspiele, die nun zum 75. mal stattfinden noch perfider und tödlicher gestalten. Vornehmliches Ziel ist es besonders Katniss endgültig zu eliminieren.
Alle männlichen und weiblichen Tribute , die schon einmal siegten, kommen in die Lostrommel. Katniss muss als erste wieder in die riesige Arena , bestehend aus einem unzugänglichen Urwald mit eigener himmelsähnlicher Kuppel , wie wir es schon in " Truman Show " ähnlich erlebten und diesmal trifft sie auf wesentlich tödlichere Geger als beim ersten Mal....

Ich hatte weiche Knie vor Überwältigung nach dem Abspann, so viel ist zu sagen.
Wie kann nun also das Kunststück so perfekt gelingen, mehrere Zielgruppen von Jugendlichen, bis Erwachsenen, Freunde des Fantasy- und Action Films , oder einer Love Story und sogar des nostalgischen Monumentalkinos gleichermaßen anzusprechen ohne das die schockierende Botschaft und die Intensität verwässert wird ?!
" Tribute von Panem - Catching fire" hat den einen entscheidenden Trumpf, der neben dem geschickten , sensiblen Drehbuch hauptverantwortlich dafür ist, dass wir dem Geschehen emotional hochkonzentriert durch dick und dünn folgen und das ist die absolut empathische Anbindung an die Hauptdarstellerin. Jennifer Lawrence ist hier einfach phantastisch. Hin und hergerissen in ihren Gefühlen, einer ständigen Todesgefahr ausgesetzt, zwischen Angst, Traurigkeit, Hoffnung, Mut erobert sie die Herzen auch im zweiten Teil binnen einer Minute und lenkt komplett die Aufmerksamkeit auf ihr Schicksal. Das ist so überzeugend, ergreifend und filigran gespielt zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit, zwischen grossem Schmerz über Verluste und gleichzeitigem Aufbäumen , wie man es in dieser Magie und Dreidimensionalität selten im Blockbusterkino zu sehen bekommt. Geradezu intim mit berührend persönlicher Note kann Lawrence hier dem grossen Spektakel die entscheidende wehmütig zarte Nuance beifügen . Katniss, ein einfaches unverstelltes Mädchen aus dem Volk , ihre Angst und ihre Verlorenheit , ist die Seele des Films ; das berührt und geht unter die Haut. Dass sie plötzlich zur Gallionsfigur einer Rebellion werden soll , entzieht sich ihrem eigenen Willen und so werden ihre Befürchtungen und Unsicherheiten zu unseren, können wir die Tragik der Situation und die Last der Verantwortung erspüren.
Es bleibt fast überflussig zu erwähnen, dass auch in Punkto beeindruckender Spezialeffekte, die aber nicht wahllos überladen, sondern dramaturgusch perfekt arrangiert werden , dieser zweite Teil die Sinne überwältigt. Deutlich aufwendiger als noch in Teil eins , kommt " Catching Fire" daher, doch stets ordnen sich die CGI -Wundertaten der Story unter und nicht umgekehrt, was man auch nicht aus dem Blockbusterkino gewohnt ist.

Bestürzende Kritik an der Inhumanität von Systemen , Schein und Sein, Lüge und Wahrheit in dem Chaos der dekadenten Medien- und Vergnügungsgesellschaft , pervertierter Kitsch, Zynismus , falscher Pathos und Sadismus in einer menschenverachtenden Welt, die sich zu Tode amüsiert contra echtes Gefühl, dem Ruf nach Freiheit , Selbstbestimmung und Menschenwürde - " Tribute von Panem-Catching Fire" erzeugt in seiner ernsthaften universellen Aussagekraft den berühmten Kloß im Hals.
Menschlich bewegend zu bleiben bei aller Opulenz - vielleicht das grösste Wunder in diesem an Wundern reichen hochdramatischen Ausnahmefilm.
Ich freue mich auf den dritten Teil.

" Sollte ich überleben und du sterben, dann hätte ich nichts mehr !"
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am 28. November 2013
Hier ist er also endlich, der zweite Teil der Buchtrilogie der Amerikanerin Suzanne Collins. Nachdem “The Hunger Games” als einziges verfilmtes Jugendbuch mit weiblicher Heldin im trüb glitzernden Fahrwasser der “Twilight” Franchise Erfolg hatte, wo andere scheiterten – egal ob nun “Beautiful Creatures“, “Seelen” oder “Die Chroniken der Unterwelt”, alle waren finanziell ein Desaster, künstlerisch fragwürdig und/oder einfach zu beliebig – war es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Abenteuer von Katniss weiterverfolgen dürfen. Gary Ross wurde am Regiestuhl hier durch Francis Lawrence (Water for Elephants) ersetzt, der auch die Filmversionen vom dritten Buch übernehmen wird (die Handlung aus Band drei wird auf zwei Filme gestreckt, die Ende 2014/2015 erscheinen werden).

Warum Katniss für mich in einer ganz anderen Liga spielt und höchstens die Zielgruppe mit ihren oben genannten Filmen und deren Heldinnen gemeinsam hat? Nun, hier handelt es sich um eine Dystopie, die leider näher an einer möglichen Realität dran ist, als uns lieb sein kann. Eine Fernsehshow wo sich junge Menschen von Kameras verfolgt gegenseitig umbringen, ein Staat, der die Bürger mit Gewalt unter Kontrolle hält, vor öffentlichen Hinrichtungen nicht zurückschreckt und so für Angst und Schrecken sorgt? Haben wir das nicht schon so irgendwo auf der Erde oder sind am besten Weg dazu? Ich spar mir jetzt lieber mal die Antwort und lass euch selber drüber nachdenken.

Neben der sozialkritischen Aussage, ist dies aber vor allem eines, nämlich ein Blockbuster, der auch so aussieht und so funktioniert und somit in erster Linie unterhalten will. Und das tut er erstaunlicher Weise noch besser, als der schon starke erste Teil. Der Balanceakt zwischen Weiterführung der zentralen Geschichte und der Erweiterung des eigenen Mikrokosmos, ist hier in eindrucksvoller Art gelungen. Epischer, düsterer und auf eine ohnmächtige Art noch spannender wird hier Katniss Überlebenskampf gezeigt, während sich im Hintergrund die Revolution aufbaut und so Hauptgeschehen und Rahmenhandlung nahtlos miteinander verschmelzen.

Dabei wurde gezielt darauf geachtet, dass sich die Story (vor allem die Spiele selbst) nicht wie eine Wiederholung der vergangenen Ereignisse anfühlt. Mehr als die Hälfte des 146 Minuten andauernden Filmes werden Charaktere vorgestellt, Beziehungen etabliert und die Handlungen der Machthaber gezeigt. So wird eine ziemlich dichte und emotional fordernde Grundstimmung geschaffen, wovon die Actionszenen gegen Ende profitieren, weil sie nie zum Selbstzweck verkommen oder zu inflationär eingesetzt werden. Auch wenn der Trailer etwas anderes vermittelt, dies ist auf keinen Fall ein Actionfilm, sondern ein Abenteuer, bei dem die Figuren zählen und gegen Ende eben immer mehr los ist. Die Spiele an sich sind klar wie noch nie nur als Mittel zum Zweck eingesetzt und zwar sowohl für die Bösen, als auch die Guten (wenn man sie denn überhaupt so nennen kann).

Auch die Mechanik der Hungerspiele selbst überrascht, denn die kämpfen/sich verstecken/jagen Dynamik, die Katniss im ersten Teil als starke Einzelkämpferin aufgebaut hat, ist einer Gruppendynamik gewichen, die sich weniger wie ein Kampf ums Überleben, als wie eine lange gemeinsame Flucht anfühlt, mit kurzen Verschnauf-Pausen dazwischen. Elektrische Kraftfelder, ein giftiger Nebel, Blutregen, Wasserfluten, Killer-Affen, hier gibt es wirklich genügend (neue) Möglichkeiten, um sein Leben frühzeitig und nicht im Kampf gegen andere Teilnehmer zu verlieren. Zusätzlich muss Katniss immer wachsam bleiben, denn außer bei Peeta ist sie sich bei keinem ihrer neuen Verbündeten wirklich sicher, ob bzw. wann sie ihr in den Rücken fallen werden.

Regisseur Francis Lawrence stammt ja ursprünglich aus der Videoclip Branche. Die dort beliebten schnellen Schnitte hat er zum Glück schon längst vergessen, was aber geblieben ist, ist sein Sinn für ansprechende, teilweise wirklich wunderschöne Aufnahmen. Egal ob die Gebäude des Capitol gezeigt werden, wie die schrillen Kostüme in Szene gesetzt werden oder der Umgang mit den Effekten gehandhabt wird, der Kerl weiß einfach was er tut. Zusätzlich scheint er die Gabe zu haben (wie schon bei seinen früheren Filmen zuvor), aus schon starken Darstellern, noch ein bisschen mehr heraus zu kitzeln.

Jennifer Lawrence (Silver Linings Playbook) als Katniss ist hier wieder mal klar das kämpferische Herz des Filmes, und was für eines. Sie will gar keine Heldin sein, nur ihren Platz im Leben finden und in Ruhe gelassen werden, doch sie ist schon lange zu dem Gesicht der Revolution geworden, ob sie das nun will oder nicht. Diese Zerrissenheit, den Schmerz und die Auflehnung spielt sie wirklich völlig überzeugend, so gut sogar, dass ich während des Filmes glaubte, dass sie so ist und vergessen habe, dass alles ja nur gespielt ist. Auch die fast kindlich hilflosen Momente, wo sie aus Mangel an Zeit und wegen anderen Sorgen mit Gefühlen wie Liebe und Freundschaft Probleme hat (Peeta oder Gale, wer ist denn nun was für sie), funktionieren wunderbar, was angesichts der in letzter Zeit im Kino recht ausgeschlachteten Dreiecks-Beziehungs Dynamik, doch ziemlich erfreulich war.

Neben der überragenden Jennifer, gehen die schon bekannten Charaktere ein wenig unter, doch bekommt auch hier jeder seinen Moment. Josh Hutcherson (Red Dawn) als Peeta ist noch immer der herzensgute Kerl, der für seine geliebte Katniss jederzeit ohne zu zögern sterben würde. Er ist zwar kein Kämpfer, doch auf Grund seiner Aufrichtigkeit und seines stillen Leidens, kann man ihn einfach nur gerne haben. Woody Harrelson (Die Unfassbaren) als dauerbetrunkener Haymitch hat wieder die Lacher auf seiner Seite, wobei vor allem gegen Ende klar wird, dass hinter seiner lockeren Fassade, noch einiges mehr steckt. Elizabeth Banks (Ein riskanter Plan) als Effie ist wieder schön schrill, doch auch sie darf dieses Mal echte Gefühle zeigen und nicht nur ihre perfekt eintrainierte, gekünstelte Art zelebrieren.

Wirklich gut gefallen haben mir auch ein paar der neu eingeführten Figuren, vor allem zwei auf der Seite der früher siegreichen Tribute muss ich hier erwähnen. Jena Malone (Sucker Punch) als Johanna ist herrlich überdreht, hat zwar Spass am Töten, ist aber wütend dass sie wieder ums Überleben kämpfen muss. Eine Szene, in der sie sich im Lift von Peeta den Reisverschluss ihres Kleides öffnen lässt und sich dann vor ihm, Katniss und Haymitch auszieht, gehört zu den lustigsten/schrägsten Momenten im ganzen Film. Sie bleibt bis zu letzt unberechenbar, man weiß eben nie genau ob man sie nun gerne hat, oder doch sich lieber fürchten sollte vor ihr. Sam Claflin (Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten) als Finnick ist da ein ganz anderes Kaliber, obwohl auch er nicht klar einzuordnen ist. Er ist ein Sonnyboy, ein großartiger Kämpfer, von vielen bewundert und darum auch etwas überheblich. Wie fast alle Figuren rund um die Spiele, hat aber auch er noch weit reichendere und vor allem ernsthaftere Beweggründe, als man zunächst erfährt.

Freunde des Buches werden auch hier Punkte finden, mit denen sie nicht einverstanden sind, doch was die beiden nicht miteinander verwandten “Lawrence” hier auf die Beine gestellt haben, ist grosses Kino. Eine riesige Ansammlung von auf unterschiedlichen Ebenen interessanten Charakteren, eine wunderschöne und dynamische Inszenierung, starke bis wirklich beeindruckende Performances aller Darsteller und ein überraschendes Ende, inklusive dem obligatorischen aber stimmigen und den Zuschauer nicht unbefriedigt zurück lassenden Cliffhanger haben mir hier meine kurzweiligsten zweienhalb Stunden Film seit langem beschert. Ich kann nur hoffen, dass die Zweiteilung des letzten Buches nicht zu Füllszenen führt, unter denen die Spannung leidet, aber wenn ich an die Wiedervereinigung der hier verantwortlichen Crew denke, mach ich mir da eigentlich keine echten Sorgen mehr.

“Die Tribute von Panem – The Hunger Games: Catching Fire” bekommt von mir 5/5 auch nach Filmende nachwirkende, dem Regime langsam aber sicher den finalen Kampf ansagende Empfehlungspunkte.
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am 29. März 2014
Beim Übergang in die Arena bleibt das Bildformat auf Letterbox, anstatt wie bei den US und UK-Versionen auf das IMAX-Format zu wechseln. Ich bin es so leid, dass immer wieder technische Unzulänglichkeiten den Filmgenuss einschränken (Warner Studios sind da ja noch viel berüchtigter). Wenn ich schon das Geld für den physikalischen Datenträger ausgebe, dann will ich auch alles bekommen, was möglich ist, insbesondere wenn es auf anderen Versionen ja problemlos möglich war, nur der deutsche Kunde ist wieder mal nicht wichtig genug, um ausreichend Qualitätskontrolle und das bisschen mehr Arbeit in so ein Multi-Millionen-Projekt wie eine Blu-ray-Veröffentlichung zu stecken.

Daher 2 Sterne Abzug. Aber sie werden es ja sowieso nie lernen.

Nachtrag nach vollständigem Schauen mit Audiokommentar: Besonders ärgerlich, weil der Regisseur im Audiokommentar beim Übergang in die Arena erzählt, wie toll das IMAX-Format doch ist, weil es so viele Details zeigt, und dann beim Verlassen der Arena am Ende des Films sagt, dass wir jetzt wieder zurück beim Letterbox-Format seien. Ja toll, hätte ich wahrscheinlich auch gut gefunden, WENN ICH ES DENN BEKOMMEN HÄTTE.
2828 Kommentare| 278 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Mai 2015
Mir hat der überraschende erste Teil sehr gut gefallen, doch ich muss sagen, dass ich den zweiten deutlich besser fand. Caching Fire war im Gegensatz zu den Hunger Games interessanter gestaltet, ideenreicher, hatte eine super Arena mit nervenzerreisenden überlebenskämpfen und war sehr spannend. Er hat außerdem ein extrem gutes Ende, was einen dazu bringt unbedingt den nächsten Teil sehen zu wollen. Eindeutig zu empfehlen.
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am 19. November 2015
Wie beweist man als autoritäre Regierung, dass man Ausschreitungen in seinem Land um jeden Preis vermeiden und bestrafen will?

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) sind die Gewinner der 74. alljährlichen Hungerspiele von Panem. Die Hungerspiele sind eine Reihe von Wettstreiten, bei der alle 12 Distrikte von Panem einen jungen Mann und eine junge Frau zwischen 12 und 18 Jahren zu Verfügung stellen müssen und diese sich bis auf den Tod bekämpfen müssen, bis nur noch einer übrig bleibt.

Jetzt stehen die 75. Hungerspiele, von der Regierung, das Kaptiol, als Jubel-Jubiläum, in dem Fall das Dritte, bezeichnet an. Panems Präsident Snow (Donald Sutherland) überlegt sich einen besonderen Kniff und verfügt, dass die Tribute für das Jubel-Jubiläum aus den Siegern der vorrangegangenen Spiele ausgewählt werden. Katniss kann sich die Sache selbst ausrechnen, weil sie die einzige weibliche Siegerin aus Distrikt 12 ist. Was die Männer betrifft, so sind es immerhin zwei. Zum einem Peeta, zum anderen Haymitch (Woody Harrelson), der Mentor von Katniss und Peeta, was die Chance da etwas anders aussehen lässt.

Katniss langt Haymitch ein Versprechen ab, indem er sich freiwillig meldet, sollte Peeta gezogen werden.
Als es zur Ziehung kommt, passiert genau das, was passieren musste. Haymitch wird gezogen und Peeta meldet sich freiwillig.

In den Hungerspielen ist alles anders als gedacht. Das mag auch an dem neuen Spielemacher Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) liegen, der den Spielen neue Kniffs hinzufügt, mehr diabolische Fallen als noch sein Vorgänger. Nun müssen Katniss und Peeta sich Verbündete suchen, die sie auch schnell finden.

In der Arena schmiedet sie mit ihren Verbündeten einen Plan um feindliche Tribute zu eliminieren. Als es zum Showdown kommt, gelingt es Katniss das Kraftfeld zu zerstören, in dem sie einen vom Blitzeinschlag elektrisierten Pfeil abschiesst und dieses waghalsige Männöver überlebt.

Sie wird mit einem Hoovercraft aus der Arena geholt, nichts ahnend, wer sich an Bord befindet. Sie findet Haymitch, einen ihrer Verbündeten und Plutarch vor, die ihr offenbaren, dass es eine Mission gab und das dies der Beginn der Revolution sei. Erzürmt darüber, dass Peeta nicht gerettet wurde versucht sie Haymitch anzugreiffen, was ihr aber durch ein Beruhigungsmittel von Plutarch mislingt.

Als sie wieder aufwacht, wartet ihr Jugendfreund Gale (Liam Hemsworth) am Bett auf sie. Dieser offenbart ihr, dass unmittelbar nach den Hungerspielen das Kapitol Distrikt 12 vollständig zerstört hat. Wutentbrannt verwünscht sie Snow innerlich und mit diesem starken Schlussbild endet der Film.

Der zweite Teil ist noch besser und macht Lust auf das Finale auf einer vorbildlichen Bluray mit fast 3 1/2 Stunden Extras. Kaufempfehlung.
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am 3. November 2015
nach dem wirklich tollem ersten Teil, fällt der zweite stark ab. Zum einen die endlose 'Einleitung', zum anderen die 'Spiele', die wie eine Wiederholung wirken, der 'Zauber' ist einfach weg.
Die 'Fan Edition' erscheint als schöne Kartonausgabe mit kleinem Poster und Booklet. Für Fans wohl ein Muss.
Die Bildqualität der BR ist natürlich tadellos und mit einer Menge Extras, die teilweise interessanter und spannender sind, als der Film.
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am 26. November 2015
Nachdem ich vor einiger Zeit Teil eins gesehen hatte und von dem ersten Teil nicht ganz gefesselt war, habe ich mich jetzt an den zweiten Teil gewagt und bin nun restlos begeistert!
Das liegt zum einen an der interessanten und von mir ungeahnten Wendung am Ende (ich habe die Bücher nicht gelesen, daher war ich absolut überrascht). Niemals hätte ich gedacht, dass die Story in diesem Teil jetzt so endet! Und dann muss ich sagen, dass ich jetzt sofort den dritten Teil sehen möchte, da es hierbei ein offenes Ende gibt, welches mich verdächtig ähnlich an das vom dritten Twilight-Teil erinnert... Aber egal, auch kleine Parallelen zu anderen Filmen bzw. offenen Enden sind verziehen, da hier die Geschichte einfach überzeugend dargestellt ist.
Absolutes MUSS!
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am 21. April 2016
Wenn einem die Grippe erwischt hat, dann sucht man die Unterhaltung. Mit Tribute von Panem ist man dann schnell fündig geworden. Bildgewaltige Szenen gepaart mit spannender Unterhaltung. Die Freigabe ab 12 können wir allerdings nicht verstehen.Die gewaltszenen sind an der einen oder anderen Stelle doch ziemlich hart, wenngleich man beim Schnitt um Entschärfung bemüht war. Da sind andere Filme, wo man vielleicht mal einen nackten Menschen sehen kann, schneller erst ab 16 zugelassen, als bei Filmen mit offensichtlicher Gewalt.
Trotzdem guter und empfehlenswerter Film.
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am 8. September 2015
Die Panem- Filme sind sehr gut gemacht. Wir haben alle Bücher gelesen und sie kommen diesen doch recht nah, wenn auch wie immer die Bücher besser sind. Wir sind große Fans von Büchern und Film! Aber von solchen Dingen sollte man sich einen eigenen Eindruck verschaffen.
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am 4. Oktober 2014
Ein echt schöner Film, der auch bisschen zum Nachdenken anregt. Dennoch gute Unterhaltung bietet.
Ich dachte wirklich, dass die Story beim zweiten Mal langweilig wird. Jedoch wurde die Handlung so gut umgesetzt, dass man wirklich mitfiebert.

Einziges Manko ist das doch zu offene Ende. Deswegen einen Stern Abzug.
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