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am 9. Januar 2014
Okay, ein wenig skeptisch war ich ja schon. Rund einunddreiviertel Stunden jemandem dabei zusehen, wie er auf dem Meer treibt? Kann einen sowas fesseln? Meine Meinung: Es kann!

Ungewöhnlich ist die Inszenierung auf jeden Fall. Lediglich ein einziger Darsteller, keine Dialoge, ein einziger Schauplatz. Und man erfährt absolut nichts über die Hauptfigur, außer das er verheiratet ist oder war. Er trägt zumindest einen Ehering. Der Segler ist sogar namenlos. So wird er im Abspann auch nur "Our Man" genannt. Und das passt auch ganz gut, denn irgendwie leidet man gemeinsam mit dem Helden.

Gesprochen wird nur ganz am Anfang aus dem Off. Und das könnte etwas verwirren. Mehr dazu sage ich jedoch nicht, da Ihr den Film ja vielleicht noch selbst anschauen wollt.

Fazit: Was eine todlangweilige Angelegenheit hätte werden können, ist Dank Robert Redford zu einem sehenswerten Film geworden. Wer mal nicht den üblichen Klamauk oder Action-Schrott aus den USA sehen möchte, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen.
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am 15. Juli 2015
Da ich mich grundsätzlich bei dem Genuss von Filmen und Büchern nicht mit dem Ballast der Realität beschwere, konnte ich dem stillen Drama eines alten Mannes, der allein auf hoher See mit zunehmenden Widrigkeiten zu kämpfen hat, mit steigender Intensität folgen.
Die überwiegend ruhige Atmosphäre des Films empfand ich einerseits stetig klaustrophobischer werdend. Und in Zeiten von Actionoverkills, Handkameragewackel und rasanten MTV-Clipartigen Schnitten andererseits als angenehm gelassen.

"All is Lost" ist emotionales Kino, kein intellektuelles.
Von allen Segelkenntnissen unbelastet habe ich dieses hervorragende Kammerspiel mit dem altehrwürdigen Robert Redford sehr genossen.

Die Bild- und Tonqualität der Blu-ray sind sehr gut.
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am 7. August 2016
Zunächst war ich skeptisch ob des Films, aber nachdem ich den Film gesehen habe umso mehr begeistert von der Umsetzung bin. Richtig ist....es gibt fast keinen Dialog. Hier wird die Geschichte eines alten Mannes verfilmt, der sich auf die alten Tage mit dem Segelboot einen Traum erfüllen will. Mensch gegen Natur - wer gewinnt am Ende? Wenn man sieht, wie der Segler sich mit seiner Situation auseinderzusetzen hat, wie er improvisiert und versucht zu überleben ,dann kann man nur den Beteiligten am Film eine großes Kompliment machen. Grossartig für einen Independentfilm! Aber wird er am Ende überleben? Ansehen und geniessen!! Bild und Ton sind Spitze und Bonusmaterial reichlich vorhanden. Wie schon geschrieben kein Dialogfilm sondern für Kinogeniesser!
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am 16. August 2015
Wer sich diesen Film zulegt, sollte wissen, dass in diesem Film extrem wenig gesprochen wird - Robert Redford ist als Solo-Segler unterwegs. Der Film zeigt Schritt für Schritt wie sich das Drama langsam aufbaut. Robert Redford spielt den langsam verzweifelnden Segler, der die immer größer werdende Gefahr unweigerlich auf sich zukommen sieht, sehr gut.
Das Ende soll hier nicht verraten werden, man sollte sich den Film unbedingt selbst anschauen.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Mai 2014
Kein Film für Segler, oder doch?

Eigentlich sollte ein Film, der nur auf See spielt, jeden Segler in seinen Bann ziehen, selbst wenn der Titel schon vermuten lässt, dass es nicht alles positiv sein wird.

Hat man sich wie ich einige Jahre mit Wassersport und Segeln im Allgemeinen, im Speziellen aber auch mit Einhandsegeln (als Eigner eines Zweimasters) beschäftigt, dann sieht man vieles mit anderen Augen und fühlt sich durch diese Produktion manchmal arg verschaukelt oder zumindest enttäuscht. Wenn einen das stört und man gute Seemannschaft sehen will, dann sollte man sich den Film besser nicht ansehen. Am Ende habe ich mal ein paar schwache Punkte aufgelistet, die keiner lesen sollte, der den Film doch noch sehen will.

Es ist schon erstaunlich, wie riesig die See ist, wenn man mitten drin steckt. Leider spreche ich da aus eigener Erfahrung, weil ich mit einer Crew im (ja nicht soooo riesigen) Mittelmeer havariert bin. Durch einen fahrlässigen Fehler (fehlender Sicherungssplint) bei einer Wartung verloren wir die Propellerwelle mitten in der Nacht auf halbem Wege zwischen Sardinien und Sizilien. Die Wellenbuchse konnten wir nach Aufschwimmen der Bodenbretter mitten in der Nacht mit einem Leckpfropfen abdichten. Die herausgerutschte Welle selbst blockierte aber das Ruder, so dass es sich nur in eine Richtung bewegen lies, was Manöver extrem schwierig machte. Wäre jetzt nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht mitten in ein Unwetter/Sturm gesteuert hätten. Ganze 18 Stunden quälten wir uns mit gerefften Segeln mit so wenig Manövern wie möglich (gesteuert haben wir im Grunde durch Fieren und Dichtholen der Segel) bis Castellammare del Golfo, um dort die Jacht an einer Trawler-Mooring mit den Trawler-Trossen auf den Winschen zu sichern, nachdem bereits sämtliche Klampen aus dem Deck gerissen wurden (und das hinter der 6 Meter hohen Schutzmauer). Vor diesem Background habe ich mir einige Gedanken über sinnvolle Ausrüstung und Verhaltensweisen gemacht. Aber genug von mir.

Im Film scheint der (namenlose) Einhandsegler in vielen Situationen sehr besonnen vorzugehen, in anderen aber eher etwas konfus. Das sei aber der Situation geschuldet, denn eine solche Havarie ist keine Situation, die man sich wünscht oder gezielt vorbereitet (in vielen Häfen ist es ein Ereignis, wenn sich ein Skipper von seiner vor Jahren abgelaufenen Rettungsinsel verabschiedet und endlich mal das Entfalten live zu sehen ist und sich ggf. sogar noch ein paar Freizeitskipper mal die Mühe machen sich in die Gummiwurst hinein zu quälen).

Der Film selbst beeindruckt durch tolle Bilder (ja, das Meer sieht so majestätisch aus und Crews versammeln sich auch nach Wochen auf See noch beim Sonnenuntergang an der Reling), einem gut dokumentierten und ins Bild gesetzten Ablauf der Geschehnisse. Die Ausrüstung und das Boot selbst durchaus akzeptabel und gut in Szene gesetzt.

Es ist ein Robert Redford Film, denn er ist zu 99% im Bild. Die Kamera folgt überall hin, in den Mast für die Reparatur des Anschlusses der Antenne für das längst verstorbene Funkgerät und auch in die Tiefe, wenn er gurgelnd an der Lifeline mitgeschleppt wird. Das lässt einen die Situation in allen Facetten miterleben, wenn man sich auch manchmal mit den getroffenen wortlosen Entscheidungen etwas schwer tut.

*** Der Film ***
Durch eine eher ruhige Erzählweise, die etwas im Kontrast zu den eigentlich dramatischen Ereignissen steht, wird ein gleichmäßiger Spannungsverlauf erzielt, der keine extremen Spitzen, aber dafür auch keine unnötigen Längen hat. Durch die fehlenden Dialoge ist man ein wenig gezwungen, sich selbst in die Situation zu versetzen und über die nötigen Schritte nachzudenken. Das funktioniert sehr gut, ist aber nichts für Action-Junkies.

*** Das Bild ***
Zu jeder Zeit ist das Bild scharf und kontrastreich. Für einen wackeligen Joghurtbecher auf hoher See ist (dank Dreh in gigantischen Wasserbecken) das Bild äußerst ruhig und stabil. Gerade die Unterwasseraufnahmen sind verblüffend, im "Making of" sieht man die Arbeit der Kamera-Taucher, sehr beeindruckend!

*** Der Ton ***
Deutsch DD 5.1 und Englisch DD 5.1
Ohne Dialoge ist für den Toningenieur schon mal ein Problem weniger zu lösen. Die Tonmischung und -Kulisse ist extrem zurückhaltend, für meinen Geschmack deutlich zu wenig. Weder die unbeabsichtigte Kollision noch das beabsichtigte Auffahren auf den Container ist akustisch auch nur annähernd der erwartete Knall, vom Durchkentern und dem Mastbruch inklusive Bruch aller Wanten hört man nur ein sachtes Gurgeln, wo gewaltige Schläge durch den Kunststoffrumpf gehen müssten.

*** Die Extras (DVD) ***
- Featurettes:
+ Die Geschichte
+ Der Schauspieler - Robert Redford
+ Der Filmemacher - J.C. Chandor
+ Grosser Film, kleiner Film (im Grunde das "Making of", leider zu kurz!)
+ Noch ist nichts verloren: Post Produktion (auch zu kurz)
- Interviews mit Cast & Crew
- B-Roll (naja...)
- Trailer
- 6 Trailer von anderen Filmen

*** Fazit ***
Es ist ein schöner und intensiver Film, den ich sicher auch nochmal ansehen werde!
Ich vergebe fünf Sterne, weil der Film toll ist und einer der wenigen, bei denen Meer, Sturm oder auch das Boot nicht nur Beiwerk sind, sondern die zentralen Elemente und alles sehr real und eindrucksvoll dargestellt wird, nur eben die Reaktionen in der Notsituation sowie die nicht immer sinnvolle Ausstattung lassen Robert Redford nicht als Übermensch sondern als den normalen gealterten Segler erscheinen, der mit seinem Joghurtbecher leider dummes Pech hat, während andere mit noch deutlich schlechterer Ausrüstung mit weniger Problemen rund um die Welt kommen.
Dazu empfehle ich die Lektüre von Im Grenzbereich des Möglichen: Als Einhandsegler um die Welt von Norbert Sedlacek, einem österreichischen Straßenbahnfahrer, der mittlerweile viel dazu gelernt hat und deutlich weniger Pech hatte...

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*** Achtung, jetzt kommt der SPOILER ***
(nicht weiterlesen, wenn man den Film noch vor sich hat)

Seemännische Unklarheiten:
- ein Leck auf der Wasserlinie wird souverän durch Krängung entschärft und provisorisch geflickt, ein Loch im Deck, durch das Regenwasser dringt, führt dann aber zur Aufgabe des Bootes
- der abgetrennte Mast lässt sich durch Zerschneiden eines einzelnen Taues vom Boot trennen. Wozu habe ich immer einen Wantenschneider mitgeführt?
- gute Idee einen Sextanten auf eine nicht manövrierbare Rettungsinsel mitzunehmen. Die dann benutze Anleitung würde mich mal interessieren, mit der man durch spontane Messung des Sonnenwinkels die genaue Position ermitteln kann. Alle anderen brauchen dafür noch eine sternenklare Nacht...
- tja... und natürlich kann man, wenn einem der Sturm um die Ohren pfeift, ein nasses Segel mal eben aus dem Wasser und über die Reling ziehen. In Natur schafft es keine ganze Crew das Segel auch nur an Deck zu halten, wenn der Steuermann nicht perfekt in den Wind gefahren ist...
- warum musste ich den Pyroschein machen, wenn andere dann doch so fahrlässig mit den wenigen zur Verfügung stehen Signalmitteln umgehen?
- die Verbindungsleine zwischen untergehendem Boot und Rettungsinsel nicht zu kappen ist schon dumm fahrlässig, ermöglicht unserem Helden aber sich beinahe noch ein zweites Mal in die Tiefe reißen zu lassen
- hoffentlich lernen es jetzt einige, dass die elastischen Lifelines nur zum Leichenschleppen geeignet sind, denn mit vollgesogener Montour schafft es nur ein Robert Redford sich an Bord und über die Reling zu ziehen. Die meisten Einhandsegler verzichten sogar auf Lifelines, weil man ohne Hilfe nicht mehr an Bord kommt und an Bord sehr behindert wird. Meist wird stattdessen eine lange Schwimm-Leine am Heck nachgeschleppt, mit der man sich wieder zur Badeleiter ziehen kann, wenn das Boot gerade abhauen will.
- alleine mitten im indischen Ozean (1700sm von Sumatra entfernt) aber kein EPIRB (Notfunkbake) dabei? Hatte ich ja selbst in der Ostsee immer dabei...
- Lenzen (Abpumpen des eingedrungen Wassers) scheint eher uninteressant zu sein, wenn man sich den Hebel für die Lenzpunpe dann erst mal selbst schnitzen muss. Da hat sich wohl einer zu sehr auf die elektrische Lenzpumpe verlassen und die Manuelle nie gecheckt. Man(n) hätte übrigens gleich beim ersten Aufschwimmen der Bodenbretter die Lenzpumpe anschmeissen können, denn da war die Elektrik noch in Ordnung, statt Spaziergänge auf dem Container zu machen, bis an Bord alles abgesoffen war...
- ein Notruf wird mit "Mayday, Mayday, Mayday" eingeleitet, um sofortige Aufmerksamkeit zu erhalten und wird nicht wie ein nettes Bord-zu-Bord-Geplauder begonnen.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Mai 2014
Das Boot des von Robert Redford genial gespielten einsamen Weltumseglers in "ALL IS LOST" wird auf offenem Meer von einem treibenden Container gerammt. Zwar kann der ältere und sehr patente Mann das Leck mit Bordmitteln notdürftig schließen, er weiß jedoch, dass diese Reparatur einem jederzeit möglichen Sturm nicht lange standhalten wird. Dass bei der Havarie auch noch das Funkgerät nass und damit unbrauchbar geworden ist, erschwert seine Lage zusätzlich.
Bald merkt der einsame Abenteurer, dass aus der anfangs nur unangenehm erscheinenden Panne, ein immer schwierigerer Kampf gegen die Naturgewalten und damit ein Kampf ums nackte Überleben geworden ist - denn ein Sturm zieht auf, und Hilfe ist nicht zu erwarten...

Für Weltstar Robert Redford war diese One-Man-Show von Regisseur J.C.Chandor eine große Herausforderung, die er brillant gestaltete. Ohne Mitspieler, ohne Dialoge, nur mit Blicken und Gesten, schafft es der große Star wirklich, dass man als Zuschauer des Geschehens mitfiebert, mitleidet und mithofft.
Redford bleibt dabei stets beherrscht. Nur ein langgezogenes "Fuuuuuuck" (im Original, als er merkt, dass das Trinkwasser in einem Plastikbehälter verseucht ist) und der bedauernde Abschiedsbrief an seine Familie, den er schon zu Anfang des Films vorliest, sind äußerliche Zeichen seiner wachsenden Verzweiflung.

Dank dezent und sehr geschickt und wirkungsvoll eingesetzter Spezialeffekte merkt der Zuschauer nie, ob die Szenen auf offener See oder im Wassertank gedreht wurden. So nehmen Chandor und sein Star den Betrachter auf eine aussichtslos scheinende Reise in die einsame Hölle des größten Co.Stars von Redford mit, nämlich in die Hölle der gigantischen Wasserwüste, die schon Millionen Menschen verschlungen hat.

Auf der Bluray, mit exellentem Bild und ebensolchem Ton, findet man interessante Extras mit einigen Featurettes, Interviews mit dem Regisseur und seinem großartigen Star, ein B-Roll und den Trailer.
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am 1. Februar 2015
Zur Handlung,mitten auf dem Ozean wird ein Mann(dessen Name uns allen Unbekannt bleiben wird),aus dem Schlaf gerissen.Seine Yacht hat Nachts einen Container gerammt.Seine Navigations und Funkgeräte Versagen deshalb.Dann treibt er noch in einen Sturm hinein den er gerade noch überlebt,doch dann muss er ohne das Boot noch Steuern zu können versuchen zu überleben.Der Film ist sehr spannend gemacht und auch sehr ruhig,er selbst sagt in dem Film kaum ein Wort,man hört nur das leise,Stürmische sehr laute Meer.Die Story ist einfach wurde aber sehr gut umgesetzt.Die Aufnahmen sind schön und zum großen Teil Realistisch.Der Film beinhaltet auch nur einen Schauspieler der im Film sehr überzeugend ist.Insgesamt ist es ein schöner Film,den es lohnt zu sehen.Aber zu 5 Sternen hat irgendwie noch was gefehlt.Man kann sich auch noch auf ein gutes Ende freuen,was man zum Ende kaum noch denken würde.

Zu empfehlen!
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am 13. Januar 2014
(Kinoversion)

J.C. Chandor hat mit seinem Debütfilm "Der große Crash - Margin Call" mit dem großartigen Kevin Spacey 2011 einen intelligenten, hochspannenden und dialoglastigen Film hingelegt. In "All is Lost" nun besinnt sich der Regisseur und Drehbuchautor auf das Wesentliche und schickt Altstar Robert Redford im Segelboot aufs weite Meer, und zwar ganz allein und mit lediglich einer Handvoll Worte ausgestattet. Konträrer könnten diese zwei Filme von Chandor kaum sein. Zwar ist "All is Lost" durch seine fast stumme Inszenierung (auch Musik wird nur an zwei, drei Stellen im Film eingesetzt) nicht so emotional und erschütternd wie manch anderes Drama, dennoch ist es Chandor gut gelungen, einen recht spannenden Film nahezu ohne Worte und mit einem souverän agierenden Robert Redford zu drehen, so dass in den immerhin 106 Filmminuten kaum Langeweile aufkommt.

Chandor wirft uns dann auch gleich hinein in die Handlung. Ohne seinen namenlosen Protagonisten vorzustellen oder ihm eine irgendwie geartete Biographie zu verpassen, landen wir mit Redford auf einem Segelboot im Indischen Ozean, ca. 1.700 km entfernt von Sumatra. Was der Segler dort macht, wo er hin will, ob er verheiratet ist und Kinder hat oder wie lange er schon unterwegs ist, all dies erfährt der Zuschauer nicht. Es erweist sich allerdings auch als unwichtig, denn hier geht es lediglich um den Überlebenskampf eines Mannes allein auf hoher See. Bereits in den ersten Filmminuten geschieht das Unglück. Des Seglers Boot wird von einem umhertreibenden Container gerammt und schlägt Leck. Zwar kann der Mann dieses Leck vorübergehend abdichten, doch der nächste Schicksalsschlag lässt nicht lange auf sich warten…und der nächste und der nächste. Funkgerät und Navi sind kaputt, dann zieht ein schwerer Sturm auf, dann…passieren noch viele weitere Dinge, und zwar immer genau dann, wenn man zusammen mit dem Segler wieder etwas Hoffnung schöpft, dass es nun vorbei ist mit der Pechsträhne. Aber nein, hier geht wirklich alles schief, was schief gehen kann und irgendwann gehen auch dem erfahrenen Segler die Ideen aus, wie er sich und sein Boot oder auch nur sein Leben noch retten kann. Der Plan, sich irgendwie auf eine von Handelsschiffen befahrene Seeroute zu manövrieren, rückt in unerreichbare Nähe…

"All is Lost" ist ein Experiment für den Kinogänger der heutigen Zeit. Chandor enthält ihm nämlich fast alles vor, was gemeinhin einen "guten", aber vor allem spannenden Film ausmacht. Eine dramatische, emotionale Geschichte, rasante Action und Stunts, taffe Dialoge und eine vielschichtige Interaktion der Charaktere. All dies fehlt "All is Lost" und dennoch ist der Film über weite Strecken spannend und gelungen. Wofür einerseits Chandors souveränes Drehbuch und andererseits das erfahrene und routinierte Spiel des 77jährigen Robert Redford verantwortlich ist. Chandor gelingt es, seinen Protagonisten immer neuen Verkettungen unglücklicher Umstände auszusetzen und so die fortwährend hochgehaltene Hoffnungsfahne immer wieder heftig flattern zu lassen. Jedes Mal, wenn man denkt, der Segler hätte das Ruder, das sein Schicksal nun endgültig zu besiegeln scheint, wieder herumgerissen, geschieht ein neues Unglück. Und auf so eine Reihe von teuflischen Zufällen muss man erstmal kommen, wenn man nur Wasser und ein Boot zur Verfügung hat. Aber Chandor lässt hier wirklich alles schiefgehen, was überhaupt nur schiefgehen kann, und das ist mehr, als man sich anfangs vorstellen kann. So erhält "All is Lost" eine erstaunlich spannende Handlung, obwohl nicht gesprochen wird und Chandor sich somit voll und ganz auf die Bildsprache seines Films und Redfords jahrzehntelange Schauspielerfahrung verlässt.

Den Kritikern, die nun gleich wieder nach einem Oscar für Redfords fulminante Darstellung krakeelen, sei nicht allzu viel Gehör geschenkt. Redford beeindruckt eher durch sein unfassbar gelassenes, pragmatisches und versiertes Spiel als durch eine wirklich oscarreife Darstellung. Dafür gibt seine Rolle dann doch nicht genug her bzw. er legt sie nicht so spektakulär an, als dass man von seinem ausdrucksstarken Spiel überwältigt wäre. Anstatt den Zuschauer in emotionalen Aufruhr ob seines unglückseligen Schicksals zu versetzen, erreicht Redford erstaunlicherweise genau das Gegenteil. Seine ruhige und überlegte Art, mit den immer neu auftauchenden Problemen umzugehen, beruhigt den Zuschauer und wiegt ihn in der trügerischen Sicherheit, dass schon alles gut werden wird. Oft wird man sich der Gefahr, in der der Segler schwebt, gar nicht recht bewusst, weil er so kontrolliert und besonnen vorgeht, dass man fast meinen könnte, das alles wäre doch gar nicht so schlimm. Redford spielt seinen Part erfrischend unsentimental, unerschütterlich und gelassen, so dass die Verzweiflung bis fast zum Ende nie ganz greifbar wird. Auch körperlich ist der 77jährige noch in erstaunlich guter Form und meistert die offensichtlich anstrengenden und kräftezehrenden Dreharbeiten so pragmatisch wie sein Schicksal als verunglückter Segler.

Als Tüpfelchen auf dem I gelingt es Chandor dann noch, den Zuschauer erst buchstäblich in der allerletzten Filmminute über das Schicksal seines Helden aufzuklären. Das macht einige doch sehr ruhige Passagen, in denen man Redford ruhig mal mit sich selbst hätte reden oder fluchen oder weinen lassen können, wieder wett. Denn da "All is Lost" nicht nur die Dialoge, sondern auch ein mitreißender oder traurig-emotionaler Soundtrack fehlen (bis auf einige wenige Ausnahmesequenzen), wird es ab und an dann doch ein wenig zu ruhig oder bleibt oberflächlich.

"All is Lost" braucht nicht unbedingt die große Leinwand. Außer dem Boot, dem Segler und ab und an dem sturmgepeitschten oder trügerisch ruhigen Meer und dem Himmel gibt es hier nicht viel zu sehen. Man muss sich "All is Lost" also nicht unbedingt im Kino ansehen, die heimische Fernsehleinwand dürfte dafür ausreichen. Auch wenn der Film jetzt nicht der ganz große Wurf ist, ist er spannend und gut inszeniert und verfügt in 106 Minuten nur über wenige Längen. Und es freut einen zu sehen, dass Robert Redford ein Darsteller ist, der immer noch top in Form ist und der auch ohne Worte überzeugend abliefern kann. Nicht phänomenal, aber sehr fundiert und gut. Ergo sehr gute drei von fünf Segeltörns, die ganz anders enden als geplant.
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am 16. März 2016
Hier wäre es wohl doch nicht schlecht gewesen, den im Kino zu sehen. Da hat man dann wirklich nur die Leinwand vor sich, und natürlich den Surround Sound. Blöd wird es dann natürlich, wenn zu viele Leute im Saal sind, die dann Blödsinn machen, aber zu Hause kommt dieses Feeling einfach nicht mehr so gut rüber.
So oder so: Der Film ist nicht schlecht. Redfords Schauspiel ist gut, was bei so einem Film ja schonmal einen sehr großen Teil ausmacht. Man fragt sich dauernd, was man selber tun würde, aber hier und da ergeben sich dann so ein paar Fragen, an Stellen, die zumindest mir dann doch etwas unrealistisch erscheinen, Stichwort Wasser aus dem Boot holen, tagelang ohne Essen und dann noch diese Kraft... Ich weiß ja nicht. Auch ist das Potenzial der Momente, in denen Hoffnung aufkeimt, oft in meinen Augen nicht ausreichend ausgeschöpft. Und man hat dann so Stellen im Film, die nicht so recht zum Rest passen wollen. Referenzen innerhalb des Films, die sich anbieten, hat man nicht wahrgenommen und das Ende ist mir VIEL zu abrupt. Nett fand ich, dass der Film genau an der Stelle, an der ich mir gedacht habe, wie schade es ist, dass hier bei der Kulisse keine wirklich schönen Bilder eingefangen werden, wie es sich anbietet, genau damit begonnen hat - früher wäre aber auch locker gegangen, denn das war schon nach einer ganzen Weile. Vom Soundtrack habe ich bis zu einer gewissen Stelle nicht einmal gemerkt, dass es einen gibt.
Es ist natürlich schwer, so eine Geschichte über gute anderthalb Stunden gut zu inszenieren, aber so ein bisschen Potenzial ist dann doch irgendwie verschenkt worden. Und man sieht an einer Stelle recht gut, dass man hier einen Greenscreen hat. Ein paar Dinge wirken einfach zu sehr nach dem Motto "Wir brauchen jetzt mal ein paar Elemente, die man normalerweise in einem guten, Preise gewinnenden Film hat, und packen die hierein - egal, ob sie passen oder nicht", das ist etwas schade.
Unterm Strich kriegt der Film von mir im Genre des Abenteuerdramas 7,5/10, insgesamt knapp noch 7/10.
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am 5. August 2016
Ich bin zwar kein Segler, aber dieser Film enthält so viele logische Handlungs- und auch sonstige Fehler, dass es schon fast eine Komödie ist! Der Protagonist verhält sich in fast allen Situationen, die ihm entgegenkommen, völlig falsch und unlogisch (eine Aufzählung würde den Rahmen dieser Rezension sprengen). Robert Redford kommt völlig altersschwach und unsicher daher, so ein Mann würde sich nie auf so eine Reise einlassen, wenn er vernünftig wäre! Ausserdem scheint er von jeder Situation total überfordert zu sein und hat keine Ahnung, was er tun soll. Wie wird ein Sextant überhaupt bedient? Was ist überhaupt in der Rettungsbox drin? Hey das sind doch Basics! Dann: Kein Notsender? Wird das Schiff bei einer so grossen Tour nicht per Funk und Radar verfolgt? Alle paar Stunden eine Meldung, und wenn die ausbleibt, wird eine Suche gestartet (beim Fliegen ist das so, auch bei kurzen Touren)? Eine Längsrolle des ganzen Schiffes, aber kein Wasser tritt ein? Er wird von Bord gespült und klettert während des Sturms einfach schnell wieder rein? Kein Trinkwasser an Bord - trinkt aber in so einer Situation eine halbe Flasche Whisky leer? Die fadenscheinige Reparatur des Lecks hält, aber der Mast bricht? Er fackelt sein eigenes Rettungsboot selber ab? Ein Mensch geht nicht unter solange er Luft in den Lungen hat! Und und und... einfach lächerlich!

Robert Redfort spielt bestimmt gut - er ist ja schliesslich ein ein Weltklasse-Schauspieler. Den Regisseur J. C. Chandor aber muss man sich merken: NIE WIEDER einen Film von ihm schauen!
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