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Mitgift
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am 19. November 2015
Ich höre Subway von den ersten Alben an, die Veränderung bis Kreuzfeuer fand ich durchaus positiv, seit Schwarz in Schwarz finde ich den Stil immer gewöhnungsbedürftiger.
Die Texte sind wesentlich düsterer als in den alten Alben, Die Lieder wirken unharmonisch, Texte und Sangweise erinnern stellenweise an die alten Alben von Rammstein. Es wird imho zu viel über Tod und Verderben gesungen, religiöse Alliterationen haben dabei zugenommen. Während in alten Alben eher heidnische Themen charakterisiert wurden, dominiert nun eine eher christliche Thematik.
Auch gibt es einen gewissen Bruch in der gefühlten Zeitepoche. Während die ersten Alben thematisch stark mittelalterlich waren, wurden die späteren Alben moderner in Richtung Renaissance bis hin zur industriellen Revolution. Das aktuelle Album lässt sich kaum noch zeitlich einordnen.
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am 14. April 2014
So, nachdem ich das Album circa 30 Mal gehört habe, fühle ich mich im Stande fundiert zu bewerten. Nach Schwarz in Schwarz gehen Subway to Sally neue Wege, allerdings nicht so radikal wie damals bei Engelskrieger. Ich denke der Band ist ein guter Kompromiss aus neuen Ideen und dem Nicht- Verprellen alter Fans gelungen.

Der Opener "Ad Mortem Festinamus" verbreitet ein bisschen Retro- Stimmung, man fühlt sich an ältere, lateinische STS- Songs erinnert. Gefällt mir durchaus gut.

Weiter geht es mit der ersten Singleauskopplung "Schwarze Seide", der Song vermag mir nicht so recht zu gefallen. Textlich ein bisschen schwach auf der Brust (Der Refrain ist dann doch etwas klischeehaft, Herr Bodenski und beinhaltet einen von Ihnen in Ihren Textkritiken oft bemängelten recht übiquitären und schwachen Reim --> dir/mir.) und musikalisch recht sperrig. Meiner Meinung nach der schwächste Song des Albums. Bemerkenswert an diesem Song ist jedoch die Täter- Perspektive aus der er geschrieben ist.

Danach folgt "Für Immer", welches (den Göttern sei Dank!) KEIN Doro- Cover ist! Der eingängige Refrain trägt den ganzen Song.

Mit "Grausame Schwester" sind wir m.M. bei einem der Highligts des Albums angekommen. Gleich beim ersten Hören wurde ich durch die recht interessante Rhythmik gefesselt, mit der dieses irische Volkslied interpretiert wird. Trotz der für STS neuen Dubstep- Elemente, beinhaltet der Song mit dem Hammer- Refrain auch genug alte Trademarks. Der Song ist mein persönlicher Tipp, als neuer Setlisten- Dauerbrenner auf Konzerten.

"Warte Warte" ist trotz mehreren Anläufen für mich kein richtiger Ohrwurm geworden, wenngleich handwerklich gut gemacht und mit interessantem Refrain (Dreigroschenoper???).

Bei "Dein Kapitän" wurde der Entführungsfall von Natascha Kampusch textlich umgesetzt. Ich weiß ja nicht ob Frau Kampusch den Song kennt bzw. ihr Einverständnis gegeben hat. Sollt das nicht so sein könnte ich mir vorstellen, das sie milde gesprochen, äusserst irritiert sein wird, sollte er ihr jemals zu Ohren kommen. Auch wenn keine Namen genannt werden und es textlich in die Metapher eines Kapitäns und des Bootes das seinem Willen unterworfen ist gekleidet wird. Musikalisch allerdings wiederrum klasse gemacht, ein toller Song der einem nicht so schnell aus dem Kopf geht.

Über "Arme Ellen Schmitt" wurde ja in den Rezensionen diskutiert. Ich empfinde die Eindeutschung vom Ellen Smith zu Ellen Schmitt nicht als Fremdkörper im Text, zumal es ja auch Wortwitz- Dimensionen hat (Frau Schmitt ist bekanntermaßen die STS- Violinistin). Das Lied hat einen gewissen Pop- Appeal und wäre sicher als Single geeignet. Ein starker Song!

"In kaltem Eisen" ist wieder ein Song aus Täterperspektive. Der Text schafft es glaubhaft die Verzweiflung des Täters zu transportieren, man möchte glatt den Mond anheulen. Musikalisch eher im Qualitäts- Mittelfeld anzusiedeln.

"Vela Dare" kommt ganz ohne Text aus und baut interessante Melodiestrukturen auf. Nettes Intermezzo.

Im "Haus aus Schmerz" wohnen Beklemmung und Bedrückung und das ganz glaubhaft. Der Text transportiert das sehr intensiv, Atemnot nicht ausgeschlossen. Der Break ist mal richtig gut gelungen, den könnte ich mir isoliert stundenlang anhören. Eines der Highlights!

Mit "Im Weidegarten" und "Coda" sind zum Ende recht ruhige Stücke vertreten. Sie bleiben zwar nicht so sehr im Kopf, sind aber am Ende des Albums, quasi zum "entspannten Ausklang", richtig platziert.

Mein Fazit: Für Subway To Sally Fans ein Pflichtkauf. Für jene die die Band nocht nicht kennen aber gut gemachte deutschsprachige Musik mögen, die ohne das peinliche pseudophilosophische Unheilig- Worthülsen- Maschinengewehr auskommt, empfehlenswert.
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am 26. August 2014
Also es geht schon mal ums Töten. Damit ist der Grundtenor dieses Albums erklärt und die Lieder drehen sich darum. Anders als bei anderen Alben gibt es hier wenig Abwechslung. Die Stücke ähneln sich sehr und versuchen Zwanghaft irgendwie dunkel zu erscheinen. Aber das gelingt nicht. Denn nach drei Morden kommt eben der vierte und der fünfte...
Die Texte sind keinesfalls so rund wie in anderen Alben - gerade wenn ich an Herzblut, Kreuzfeuer oder Foppt den Dämon denke.
Andererseits ist es immer noch klar Subway to Sally. Vielleicht sogar klarer als auf den anderen Alben, denn hier hebt sich wirklich kein Lied ab.
Kann man sicherlich kaufen (ich habe 5,- Eur dafür bezahlt, ärgere mich auch nicht), aber haben muss man es nicht. Ein oder zwei Lieder vom Album tun es mit Sicherheit auch.
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am 2. April 2014
...gleich nach "Foppt den Dämon!" auf welchem sich "Julia und die Räuber" befindet. :-D

Hingegen meiner ersten Angst, das die Dupstep Elemente, die vorher von StS angekündigt wurden, zu hart werden würden, muss ich sagen das mir diese besonders gefallen. Dazu muss ich erwähnen das ich normalerweise fern solcher Art Musik bin.
Jeder Song hat seinen eigenen bewegenden Hintergrund, welche gesammelt in dem beiliegenden Booklet niedergeschrieben sind. Diese beziehen sich auf Mord und andere Verbrechensfälle mehrerer Jahrhunderte Menschheitsgeschichte.
Ich finde insgesamt haben sich die 6 Herren und die Dame sehr viel Mühe gegeben zu zeigen wie grausam und sbstoßend die Schwärze der menschlichen Seele sein kann, indem sie die passenden Verbrechen gesucht und diese vertont haben.
Ich kann es mir garnicht oft genug anhören und empfehle es sehr gern weiter an Leute die gerne Metallastige Musik hören, aber nicht zurückschrecken klassische Instrumente darin zu entdecken und den Eingangs erwähnten Dubstep Elementen zu lauschen.
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am 21. März 2014
...Funktioniert das? Genau das habe ich mich gefragt als ich das VIdeo zu Schwarze Seide sah. Ich konnte es kaum erwarten das neue Album "Mitgift - Mördergeschichten" zu hören, und als es am 14.3. zum Release Date ankam ging es gleich in den CD-Player. Und beim ersten Mal hören war ich sehr überrascht von den vielen elektronischen Klängen auf dem Album. Das Schlagzeug ist fast ausschließlich Elektronisch und auch Synthesizer und elektronisch verzerrte Vocals finden ihren Platz auf dem Album. Das ist nicht ganz in jedem Fall angebracht, aber nie irgendwie schlecht oder unpassend. Ich hätte es mir vorher nie vorstellen können, aber Elektro und STS funktioniert erstaunlich gut.

Lied für Lied:

Ad Mortem Festinamus:
Der Opener ist das wohl noch typischste STS Lied auf dem Album. Dadurch allerdings auch nichts allzu besonderes. Zum Text kann ich nichts Sagen, da ich kein Latein spreche ;)

Schwarze Seide:
Einer der härtesten Songs des Albums kommt gleich an Stelle zwei. Der Titel zeigt gleich wie düster das Album noch werden wird. Eric Fish singt aggresiv, aus voller Kehle als wäre er der Mörder selbst und der elektronische Part in diesem Lied passt extrem gut rein. Der Text ist typisch Subway to Sally, die mit dem Motto "Mördergeschichten" ein absolut passendes Albummotto für die Düstere Band gewählt hat.

Für immer:
Der Song hat vielleicht die Schönsten Strophen des gesamten Albums, sowohl vom Gesang, als auch vom Text und der Instrumentation her. Der Refrain ist leider von der Melodie her nicht so stark, was den Song eher schnell in Vergessenheit geraten lässt.

Grausame Schwester:
Extrem schnelle, elektronisch unterlegte erste Strophe, was den SOng nicht unbedingt besser oder stärker macht. Aaaaber - der Refrain entschädigt für alles. Es ist der schönste auf dem ganzen Album, mit wunderschöner Melodie und Text und natürlich, wie immer bei etwas langsameren Stellen, herausragendem Gesang von Eric Fish.

Warte, Warte:
Der härteste Song des Albums: In den Strophen mit elektronisch tief verzerrter Hintergrundstimme, und das passt unglaublich gut! So hört man neben dem Aggresiven Lead Gesang quasi den Werwolf (indem es in dem Lied geht) schreihen. Der Text ist ebenfalls sehr gut, vor allem wenn mit dem Mythos aufgeräumt wird und gesagt wird was wirklich hinter diesen Geschichten steckt.

Dein Kapitän:
Unnötig elektronisches Intro, nicht die stärkste Strophe, uninspiererter Refrain, genauso wie der Text. Der schwächste Song des Albums ohne Erinnerungswert.

Arme Ellen Schmitt:
Beim ersten mal hören dachte ich: Na das ist ja auch nur so 08/15 wie das Lied davor. Aber nein, mit jedem mal hören gefällt mir das Lied besser. Der Text ist zwar nicht der stärkste, aber es tutvor allem gut mal einen etwas sanfteren Klang auf diesem sonstrecht harten Album zu hören.

In Kaltem Eisen:
Der stärkste Song des Albums. Wer Feuerkind von Nord Nord Ost mochte wird diesen Song auch mögen. Starker Text und starke Melodie, vor allem im Refrain, aber auch die Strophen sind klasse geschrieben und sehr gut instrumentiert. Eric Fishs Gesang ist natürlich wie immer hervorragend, jedoch nicht so gut wie in Feuerkind.

Vela Dare!
Das Intrumental auf dem Album ist leider nicht übermäßig stark, da es stellenweise an die Melodie von "Der Kapitän" oder "Coda" erinnert.

Haus aus Schmerz:
Schnelles Lied, viel elektronisches Schlagzeug, aber denooch nicht schlecht. Nicht der beste Text, der Gesang wieder sehr agressiv, aber wer es etwas härter mag wird dieses Lied auch mögen.

Coda:
Das Outtro des Albums ist einer der stärksten Sons. Ein Wunderschöner Text, der Gesang erinnert an die besten Momente von Nord Nord Ost und auch das einzige wirklich ruhige Stück auf dem ALbum, wodurch hier die Stimme viel Platz zur Entfaltung bekommt. Der Text und die Melodie hinterlassen beim Hörer ein langanhaltendes Gesamtbild vom Album zurück, wodurch das Lied die Scheibe sehr gut abschließt.

Das Nord Nord Ost immernoch das ungeschlagene Non plus Ultra bleibt war klar. Dafür fehlt es einfach seit jeher an dem auf der 2005er Scheibe vorhandenen unschlagbar überragendem Gesang von Eric Fish. DIe Intrumentation auf diesem Album ist sehr elektronisch, häufig sehr hart und schnell und erinnert teilweise an alte Rammstein Alben. Wer also nicht offen für soetwas ist oder keine experimentelle, komplexe Musik mag, für den wird diese Album eher weniger zu empfehlen seien, genauso wie für die STS-Mittelalter-Ur-Fangemeinde. Für alle Quereinsteiger, Metalfans und leute die auf tollen Gesang, melancholische oder düstere Texte stehen ist dieses ALbum Absolut zu empfehlen und ein muss im CD Player.

Fazit: Sehr Hart und besser als die letzten drei Alben, nur an den stärksten LP seit dem Umbruch von STS "Nord Nord Ost" reicht dieses Album nicht herran. Nicht für jeden Fan geeignet, aber daüfr für viele die noch keine Fans sind.
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am 9. April 2014
Direkt vorweg: wer reine Unterhaltung sucht, ist meiner Meinung nach hier nicht gut aufgehoben.

Ich habe die Limited Fan Edition von MitGift gekauft, weil ich neugierig auf die Aufmachung und auf die Akte gewesen bin.

Das Design und die Gestaltung sind Geschmackssache, ich persönlich begrüße, dass es sich nicht um ein crystal case handelt und das die Akte nicht auf Hochglanzpapier gedruckt ist, weil ich finde, dass sich dieses billiger und unangenehmer anfühlt. Die Akte hat CD-Cover-Größe und ist etwas anders gestaltet als der Rest, erinnert tatsächlich etwas an Gerichtsakten und bringt grundsätzliche Informationen mit, die man eventuell schon kennt, wenn man sich für das Thema interessiert. Woher die Texte stammen weiß ich nicht, mir ist jedenfalls kein "Fehler" oder Widerspruch zu Informationen aufgefallen, die ich an anderer Stelle über die Jahre gehört und gelesen habe.

Das Booklet selbst ist stimmig designt und setzt das Motiv des Covers fort. Mir gefällt die Symbolik des Puppenspiels, und die Idee, da die Täter alle von intrinsischem Verlangen, Instinkten oder übermächtigem Bedürfnis "gesteuert" sind. Es ist allerdings auf dem von mir nicht gemochten Hochglanzpapierchen gedruckt.

Allerdings befindet sich direkt im Zentrum der CD eine Fotographie, die mit dem restlichen Stil bricht, was ich sowohl als auflockernd, aber auch störend empfinde, diese Gefühl legte sich wieder etwas, nachdem ich das Video zu "schwarze Seide" gesehen habe, indem dieser Stilbruch als Erweiterung des Blickwinkels fortgesetzt wird und damit wieder ins Gesamtbild passt.

Sowohl CD als auch DVD kommen in einwandfreier Qualität, an der ich nichts auszusetzen habe.

Zum Inhalt des Albums:

Wie eingangs erwähnt, wird, wer konsumieren möchte und auf dieser Basis Unterhaltung sucht von diesem Album vielleicht enttäuscht werden.
Was einem beim Hören direkt auffallen wird ist das Weiterführen der neuen stilistischen Entwicklung, die wir von den jüngeren Alben kennen. Wer sich erhofft, mit dieser Thematik käme die Band wieder zu früheren Stilen zurück, wird enttäuscht feststellen, dass er hier keine etwas über eine Dreiviertel Stunde dauernde Rose im Wasser im Player hat (jedenfalls empfinde ich das nicht so).

An einigen Stellen kann man den Eindruck gewinnen, dass textlich geschwächelt wird. An der Stelle kann man dann enttäuscht die CD anhalten, in die Hülle packen und das wars dann. Oder aber, man hört sich die Titel nochmal mit dem Wissen aufs neue an und lässt sich darauf ein. Denn mit den unterschiedlichen Fällen kommen auch unterschiedliche Betrachtungsweisen, unterschiedliche Blickwinkel und unterschiedliche Motive, die durch unterschiedliche Textstile vermittelt und betont werden (meiner Meinung nach). Wer sich darauf einlassen möchte, darf zu dem Schluss kommen, dass sich die Texte nicht nur inhaltlich und in der Betrachtungsweise, sondern eben auch gewollt im Stil unterscheiden. Und ich finde: das ist gut so.

Ein ganzes Album einem Thema zu widmen ist erstmal ein gewagter Schritt, weil man Gefahr läuft, dass es monoton und einseitig wird.
Bei oberflächlicher Betrachtungsweise kann man auch hier zu diesem Schluss kommen, da sich mehrere Titel beispielsweise mit "Mord aus Liebe" beschäftigen. Wenn man sich aber genauer damit befasst bemerkt man schnell die Herausarbeitung unterschiedlicher Fassetten dieses Themas, Liebe und Eifersucht, Eigenliebe, beherrschende und besitzergreifende Liebe oder Abhängigkeit. Ich finde es sehr schade, dass sich manch einer nicht die Zeit nimmt, die Texte genauer zu ergründen.

Wie auch in den letzten Jahren entwickelt sich musikalisch ein klares Leitmotiv, dass sich durch mehrer Titel fortsetzt. Das ist etwas, dass ich von der Band bei frühen Alben nicht so stark empfunden habe, jedoch albenübergreifend von vielen Liedern kenne, diesen gewissen Wiedererkennungswert schon nach den ersten Takten. In jüngster Zeit wird das für meinen Geschmack etwas überbetont. Ich kann aber nicht behaupten, dass hier Potential verschenkt werden würde.

Das schöne an dem Album ist auch, dass man sich nicht auf einen besten Titel festlegen kann oder möchte (ich jedenfalls nicht), wenn man sich nicht auf eine Betrachtungsweise festlegen möchte.
Ich habe oft beim Hören neuer Alben auch von anderen Musikern das Gefühl, dies ein oder andere Stück gefällt mir einfach besonders gut. Das ist hier nicht so, und das liegt eben nicht daran, dass die Titel alle mäßig wären.

Vielmehr möchte ich sagen, kann ich mich nicht entscheiden, welches der Stücke ich durch eine eingeschränkte Betrachtungsweise hinten anstellen möchte.

"Haus aus Schmerz" beispielsweise gefällt mir musikalisch sehr gut, außerdem mag ich an dem Titel, dass er sich mit der egozentrischen Psychopathie des Täters auseinander setzt, denn dieser Fall wird häufig auf die Gewinnorientierung reduziert und verliert dadurch viel an Faszination und Schrecken.

Überrascht hat mich die Auseinandersetzung mit einem recht aktuellen, bekannten und kontrovers diskutieren Fall durch "Dein Kapitän".
Tatsächlich finde ich es einen sehr gewagten Schritt, ausgerechnet einen Fall zu wählen, bei dem die Protagonisten (fast alle) noch am Leben sind und der auch medial immer noch sehr präsent ist. Wie groß ist das Risiko, da in die geschmacklose Effekthascherei abzugleiten. Das passiert aber nicht, ganz im Gegenteil. Das Motiv und der Text sind so gut abstrahiert. dass man ohne das Hintergrundwissen den Fall als solchen gar nicht darin vermuten würde, wenn man sich danach allerdings die Akte dazu durchliest, und den Titel erneut hört, ist der Gänsehautfaktor plötzlich da (jedenfalls erging das mir so).
Ich würde diesen Titel zu Unrecht als Favorit ausschließen, auch wenn er in der Betrachtungsweise und durch seine starke Versinnbildlichung in vielen Aspekten nicht an "Haus aus Schmerz" heran reicht.

An "Arme Ellen Schmitt" wiederum gefällt mir die gewollte Geradlinigkeit und Schlichtheit (textlich), weil sie zum Fall passt.

Was mir ein bisschen fehlt ist ein Titel, der zu der Darstellung in "Grausame Schwester" ein Gegengewicht darstellt.
Wir Menschen neigen all zu oft dazu, bei der Auseinandersetzung mit Verbrechen Schwarzweißmalerei zu betreiben. Dieser Kontrast ist hier gewollt. Allerdings wird er der Realität nicht gerecht. Wer sich mit dem Fall, den "Dein Kapitän" behandelt etwas näher befasst, wird feststellen, dass die Diskussionen darüber häufig davon handeln, wie das Opfer sich verhalten hat. Man hat da nämlich nicht das böse, beherrschende Monster und den unschuldigen weißen Engel, wie wir das meist erwarten. Und die Tatsache, dass das Opfer noch lebt, ist eben darauf zurück zu führen, dass es Überlebensstrategien entwickelt hat, die es in unserer oberflächlichen Erwartung eines Opfers schuldhaft und besudelt wirken lassen. Dabei ist das nur menschlich, denn niemand wird mit einer Opferrolle automatisch zu einem reinen Wesen ohne Fehler. Das gehört für mich zum Thema und kommt für mich zu kurz, leider. Opfer sollten genauso Menschen bleiben dürfen, und keine Stereotype sein müssen.

Die DVD enthält schönes Bonusmaterial. Sie verfügt über ein, wie ich finde, interessant umgesetztes Video zu "Schwarze Seide" ein ebenso gutes Making of zur CD. Die Interviews hab ich mir bisher noch nicht komplett angesehen.
Die Livemitschnitte vom Summer Breeze 2012 sind empfehlenswert für alle, die noch keine Live-Mitschnitte zuhause haben. Aber seid gewarnt (auch wenn dieser Hinweis eigentlich überflüssig ist): sie reichen natürlich in keinster Weise an die Qualität der Bühnenshow heran!
Ein kleiner Hinweis: je nachdem wie und womit ihr die CD unter Linux abspielt, entgeht euch womöglich als Schmankerl ein hübsches Intro, wenn ihr gleich ins DVD-Menü komm. ;)

Wer mit der Entwicklung der Band über die letzten 3-4 Alben ganz gut zurecht gekommen ist, (oder) diese begrüßt und mehr Hintergründe haben möchte, und/oder wer sich für die Taten, die behandelt werden interessiert, und/oder wer eine schöne DVD-Zusammenstellung als Bonus schätzt, der sollte sich die Limited Fan Edition besorgen.
Wer lediglich seine Sammlung komplettieren will und keinen Wert (mehr) auf Bonusmaterial legt, der ist sicherlich mit der einfachen Variante gut beraten.

Wer nun ein Effektvolles, aber seichtes Album erwartet oder erhofft, der sollte sich nochmal überlegen, ob er wahlweise seine Erwartungshaltung überdenkt oder sich das Album lieber nicht kauft. Denn hier gibt es nichts zum leichten Konsumieren und eigentlich auch keinen richtigen Tanztitel (auch wenn der Spagat zwischen fesselnden Texten, der schweren Thematik und dem Unterhaltungsanspruch meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist). Vielmehr was zum Hinsetzen, Hören und Verarbeiten. Denn das ist, auch wenn es sich mit Tod und Mord befasst, eher ein Kunstwerk als Gothickultur.

Für mich kommt MitGift trotz meiner langjährigen Faszination für das Thema nicht an meinen Favoriten Nord Nord Ost heran, was mich nicht stört, weil ich nicht mit der Hoffnung an ein neues Album heran gehe, es möge den bisherigen Favoriten vom Thron stoßen (sonst wärs ja nun mal auch ein schlechter Favorit). Wer sowas erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Denn wie bei vielen Alben anderer Künstler, die sich mal thematisch komplett festlegen, ist es auch hier so: wer darin die Einseitigkeit hervorheben will, der wird unzufrieden sein.
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am 20. März 2014
Lange mussten wir auf ein neues Album warten, nu ist es soweit. Das Album kam pünktlich zum Erscheinungsdatum bei mir an. Dieses Album besteht aus Mördergeschichten, wie man dem Cover entnehmen kann. Mir persönlich gefallen die Geschichten sehr gut und haben mich in keinsterweise enttäuscht. Ich höre seit vielen Jahren StS und bin ein großer Fan. Das letzte Album hat mir seit langem wieder gut gefallen, das hier gefällt mir ebenfalls gut. Außerdem liegt für den Preis noch eine DVD bei, die mir ebenfalls sehr gut gefällt, was immer ein Kaufgrund mehr für mich ist.
Fazit: Für jeden Fan ein Kaufzwang und für Fans der Mittelaltermusik ebenfalls. ;)
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am 13. März 2015
Ich finde dieses Album mehr als gelungen! Die Texte sind einfach super und wenn man den Geschichten so zuhört versteht man warum das Album den Zusatz "Mördergeschichten" enthält :D
Die Stimme ist wie immer unverwechselbar und der Sound ist einfach spitze... es gibt härtere Abschnitte, aber auch mal ruhigere, ein gelungener Wechsel! Ich kann dieses Album nur empfehlen und deswegen 5 Sterne!
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am 10. September 2014
...eine starke Platte, nachdem die letzten Scheiben doch eher belanglos und einheitsbreiig waren.
Zwar kommen die Texte nicht ganz an die frühen Glanztaten heran, aber in der Musik passiert wieder mal richtig was.
Auch gibt es keine wirklichen Hänger.
Insgesamt, wie gesagt, hätte ich mir ein bisschen mehr für die Texte gewünscht, der ein oder andere Song driftet in Richtung Radio-Kompatibilität ab, was die vielen Wiederholungen und manchmal zu simplen Refrains angeht.
Verhindert wird Radio-Airplay aber vermutlich von inaltlichen Gemetzel, deswegen eigentlich 4,5 Sterne. Setzt beim nächsten Album bitte noch einen drauf!
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am 19. März 2014
Irgendwann zu "Bannkreis"-Zeiten bin ich durch ein Konzert auf STS gestoßen und auch wenn ich nie ein ganz großer Fan war, so begeisterten mich neben den Live-Auftritten auch einige Alben (Herzblut, Engelskrieger). Nach "Nordnordost" war dann aber Schluss, irgendwie kam da nicht nur zu wenig Neues - auch das was kam berührte mich nicht mehr.
Eher durch Zufall bin ich auf das Video zu "Schwarze Seide" gestoßen und nach einigen positiven Rezensionen habe ich einfach blind (bzw. taub...) zugeschlagen und es alles andere als bereut. Es ist nicht so, dass sich das alles revolutionär anders anhören würde, aber die - meines Erachtens überwiegend eher dezent - eingestreuten elektronischen Elemente, der gesteigerte Härte-Grad und die düster-morbiden Texte ergänzen sich für mich zur (fast) perfekten Evolution des STS-Stils!
Anspieltipps: "In kaltem Eisen" (das beste, was ich je von STS gehört habe!), "Grausame Schwester", "Schwarze Seide"
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