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Hier ein Vergleich der beiden wichtigsten Veröffentlichungen aller Dvorak-Sinfonien (das wage ich mal zu behaupten trotz der Einspielungen von Suitner, Kubelik und Neumann) - beide zeitgleich entstanden und beide mit dem London Symphony Orchestra.

Wer über die Schallplattengeschichte der letzten Jahrzehnte nicht Bescheid weiß, wird sich sehr wundern, dass Decca so ein großes Projekt wie die Aufnahme der 9 Dvorak-Sinfonien gleichzeitig (1964 bis 1972) ZWEIMAL mit zwei verschiedenen Dirigenten realisiert hat. Dem ist nicht so: Nur die Kertesz-Aufnahme ist von Decca, die Rowicki-Aufnahme ist eine Philips-Produktion.
Schade, dass die Philips-Identität nun ganz und gar bei neuen Veröffentlichungen verschwunden ist. Die erste CD-Box-VÖ von 1991 lief noch unter dem originalen Label-Namen. Das gleiche Schicksal hat ja vor kurzem das EMI-Label ereilt. Auf neuen VÖs prangt da nun das W von Warner ...

Auch wenn die Philips-Bänder der Rowicki-Einspielung in der neuen VÖ von Decca etwas anders klingen als im Original - die Überspielung ist gut und der von Kertesz ebenbürtig, wenn auch durchaus anders. Decca setzte immer auf sehr auf eine deutliche "Figur" der einzelnen Instrumente und Gruppen, Philips achtete mehr auch das Zusammen im Raum, auch wenn trotzdem hier ebenso die Abbildung der Instrumente selbst sehr gut ist. Welche "Klangphilosophie" besser gefällt ist reine Geschmackssache...

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Auf die einzelnen Sinfonien möchte ich nicht eingehen. Wer einen sehr zupackenden und musikantischen (nicht abwertend gemeint) Dirigentischen Ansatz und den Decca-Klang mag, wird ALLE Sinfonien mit Kertesz mögen, wer den minimal verhangeneren Philips-Klang schätzt, bei dem nie eine Instrumentengruppe "heraus sticht", wird schon aus diesem Grund Rowicki bevorzugen. Vom Interpretationsansatz finde ich Rowicki etwas vielschichtiger. Bei Kertesz kann man - wenn man die Sinfonien kennt - ein wenig "ahnen", wie die noch nicht gehörten Werke mit ihm klingen.

Bei Rowicki ist das nicht möglich. Mal ist er schneller als Kertesz, mal langsamer - zumeist spürt man deutlich eine "Innensicht" der Sinfonien. Ihm scheint das Klangliche mehr Werkzeug für die Seelenlandschaft zu sein, wo ich bei Kertesz manchmal mehr "nur" die Leidenschaft und Lust am Klang höre. Das ist keineswegs wenig oder ungenügend (denn in sich perfekt stimmig, was viel Freude beim Hören macht!) - nur halt anders und Stunden später vielleicht nicht mehr so nachhaltig wie bei Rowicki...

In Einzelaufnahmen gibt es von der Sechsten schon zwei drei sehr schöne Einspielungen, von 7 bis 9 eine Unzahl von Sternstunden der Interpretation!
Aber hier dreht es sich ja um zwei GESAMT-Aufnahmen... und DA gilt dem, der bewusst kauft, das Augenmerk vielleicht auch den frühen Sinfonien.

ALLE Sinfonien von Beethoven, Schumann, Bruckner, Mahler und vielen anderen werden oft gespielt und sind in ihrer äußeren Gestalt und ihrem innersten Wesen schon viel stärker "geboren" als die ersten 5 Sinfonien von Dvorak. Auch wenn der tschechische Komponist einer der ganz häufig aufgeführten ist, so ist er doch in diesen ersten Sinfonien noch nicht viel mehr aufgeführt und geschätzt als seine Zeitgenossen Gernsheim, Dietrich oder Fibich.

Deshalb sind die völlig durchdrungenen "verstandenen" Interpretationen eben dieser Stereo-Einspielungen von Rowicki so wichtig für das Wachsen dieser wunderbaren Werke, die trotz mancher Unausgeglichenheiten oder auch Längen noch nicht genug im klassischen Musikbewusstsein angekommen sind.

Was andererseits die Kertesz-Box aufwertet, sind die eingespielten Ouvertüren (in Stereo als Sammlung eigentlich konkurrenzlos - aber in Einzelaufnahmen gibts Alternativen!) und das Requiem (wobei ich dort Ancerl klar als die berührendere Aufnahme vorziehe!), sogar die Bläser-Serenade ist mit dabei. Deshalb sinds bei Kertesz 9 CDs und bei Rowicki (der immerhin auch Karneval, Mein Heim, Othello und Husitzká mit aufgenommen hat) nur 6 CDs.

Das LSO spielt für beide Dirigenten ausgezeichnet!

Für beide Aufführungen eine klare Kaufempfehlung. Ich wollte mich ungern entscheiden müssen ... wenns sein müsste, dann würde es wohl Rowicki werden, den ich mit in das kleine CD-Köfferchen einpacken würde ...

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Über ein Feedback (Kommentare) zu meinen Bemühungen des Rezensierens würde ich mich freuen! Lesen Sie gern auch andere meiner weit über 200 Klassik-Besprechungen mit Schwerpunkt "romantische Orchestermusik" (viel Bruckner und Mahler), "wenig bekannte nationale Komponisten" (z.B. aus Skandinavien), "historische Aufnahmen" und immer wieder Interpretationsvergleiche und für den Kenner bzw. Interessierten meist Anmerkungen zum Remastering!
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