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Kundenrezensionen

2,3 von 5 Sternen
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2,3 von 5 Sternen
Über Pop-Musik
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:35,99 €

am 20. März 2014
Diederichsen walzt in diesem Buch so breit wie nie zuvor seine Lieblingsthese aus, dass Popmusik in erster Linie gar nicht viel mit Musik zu tun habe, sondern mehr mit „Haltungen“, „Körpern“, „Bildern“, „visuellen Techniken“, „Inszenierungen“, „Identifikationen“, „Dissidenz“, „Distinktion“, „Subkulturen“ und was noch so alles den Diskurs schmückt. Das muss so sein, denn sonst könnte er ja nicht ein dermaßen dickes Buch über Pop schreiben, weil Musikologisches nicht so sein Ding ist. Er ist ein Kunstkritiker, der aufmerksamkeitswirksam fremdes Terrain gekapert hat. Musik gilt ihm eher als „faszinierendes Geräusch“.

Kein Zweifel, all die genannten Aspekte des Produkts Popmusik können wichtige Zugaben sein, aber erst müssen Songs, Melodien, Sound-Momente etc. da sein, die stimmen, die treffen, die überwältigen. Von denen ist bei dem Clapton-Verehrer Diederichsen aber nur am Rand (und oft gewollt abfällig) die Rede. Der Bluesrocker Johnny Winter, Diedrichsens Initiation ins Konzertleben, weckte seine Begeisterung dann auch als „eine große, außermusikalische Präsenz“ – außermusikalisch, na klar, sonst würde Diedrichsen sich am Ende gar noch des „Rockismus“ schuldig machen. Wichtig waren Albino-Johnnys „rote Augen“, der „bleiche Körper“, das „heilig-heroinsüchtige Magersein“, so liest man es in diesem Buch.

Nicht die Komposition, nicht die Session, nicht der Song, sondern „die mit einem Produzenten fertiggestellte Aufnahme samt der sie untrennbar begleitenden visuellen Verpackungselemente (Cover etc.)“ sei der Referenzpunkt der Pop-Musik. Also erst die Verpackungselemente, dann das Produktdesign des Produzenten, dann irgendwann die Band (bzw. vor allem ihre Haare, Gesichter Klamotten etc.) und ganz am Ende kommt als Schmiermittel auch ein bisschen Musik dazu. Es muss ja irgendwas zu hören sein, sonst gäbe es schließlich gar keinen Unterschied mehr zur Kunst. Lady Gaga, die Frau mit dem Kotelettkleid (oder war’s Filet?), Diederichsens implizite Idealverkörperung des Pop, würde sicher zustimmen.

Zu vielen (den meisten) bedeutenden Künstlern/Gruppen insbesondere der Jahre nach 1975 findet man in diesem Ziegelstein (mit so viel Text pro Seite) kein einziges Wort. Bei anderen stößt man bloß auf forcierte Quatschurteile, wenn Diederichsen zum Beispiel schreibt, Zappas "große Schwäche" sei das "lange" und "etwas dürftige" Gitarrensolo.

Dieses Buch ist ein narzisstischer Theoriekörper. Oft wirkt es auch wie Freejazz mit Begriffen, Beispiel: „Das transportable, visuelle Logo Gesicht ist das Zeichenobjekt, das zwischen der indexikalischen akustischen Produktion einer Aufnahme und der sozialen Gewalt einer Performance hilft, einen Alltag zu installieren und zu bestreiten.“ So gniedelt Diederichsen vor sich hin, dreht unermüdlich die Schwurbel-Kurbel. Man kann lange über solche gezielt verunklarten Formulierungen nachdenken. Wäre dann nicht Adolf Hitler der erste und größte aller Popstars? Der hat schließlich wie keiner vor ihm sein Gesicht zum „transportablen Logo“ gemacht. Bei seinen Auftritten gab es die „soziale Gewalt der Performance“, und was die „akustische Produktion“ betrifft: ein paar Rap-Aufnahmen gibt es von ihm ja auch.

Diederichsen stellt seine verzwickte Gescheitheit mit Pfauengespreiztheit aus: „Seht meine wunderbaren Schwanzfedern! Genau das, was mir im akademischen Betrieb die Balzvorteile verschafft!“ Dieses langweilige Buch wird noch für viele Seminarscheine gut sein.
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am 14. März 2014
Zitat aus der Leseprobe:
Es hatte sich also eine Konstellation aus standardisierter, traditioneller oder kulturindustriell geprägter konventioneller Musik mit durch neue Technologien in hoher Auflösung übertragenen Indizes von fremder und individueller, nicht-standardisierter Körperlichkeit ergeben.
77 Kommentare| 53 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 2. August 2014
Das beste am Buch ist das Cover. Es macht neidisch. Ist es gar die Plattensammlung des Autors ?
Das Buch selbst ist analytisch und theoretisch. Die Sprache sehr komplex und für mich nervtötend . Popmusik lebt auch von der Einfachheit. Begeisterung, Subjektivität, Gefühle ? Fehlanzeige. Aber geht es in der Popmusik nicht genau darum.
Aber vielleicht ist dieses Buch auch gar nicht für Jemanden wie mich geschrieben, obwohl ich mein gesamtes Leben (50 Jahre) Pop und Rockmusik konsumiert und geliebt habe und selber Musik mache. Aber wo soll sonst die Zielgruppe sein, die der Autor und der Verlag im Sinn haben ?
39 Euro für soviel Theorie sind auch eine Menge Geld. Ich empfehle das Geld lieber bei Amazon in der Musik-Kategorie (Vinyl oder CD) auszugeben und sich dort mit Popmusik zu beschäftigen, Ein Teil des Geldes kommt dann den Künstlern oder Popmusikern zu Gute, die es verdient haben. Wer dennoch ein gutes Buch über Popmusik sucht, dem würde ich von Ian McDonald das "Beatles Song-Lexikon" empfehlen. Auch hier geht es um die Entwicklung der Popmusik allgemein und schließlich um die wichtigste POP-Band ever. Klasse !
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am 14. März 2014
Es hatte sich also eine Konstellation aus standardisierter, traditioneller oder kulturindustriell geprägter konventioneller Musik mit durch neue Technologien in hoher Auflösung übertragenen Indizes von fremder und individueller, nicht-standardisierter Körperlichkeit ergeben.
77 Kommentare| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden



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