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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 24. Oktober 2013
Die großen Erwartungen, die sich an den neuen Asterix-Band knüpften, richteten sich kaum auf die Frage, ob Jean-Yves Ferri und Didier Conrad in der Lage sein würden, nahtlos an die vorherigen Alben anzuschließen. Die mehr als dreißig Jahre dauernde Phase nach René Goscinnys Tod war schließlich eine einzige harte Durststrecke gewesen. Albert Uderzo mangelte es sowohl eklatant an erzählerischem Talent als auch an dem feinen Humor und der Fähigkeit, Historisches und Aktuelles subtil aufeinander zu beziehen. Gerade die jüngsten von Uderzo im Alleingang produzierten Alben waren läppisch in ihren Erzählungen und geradezu peinlich in ihren brachialen Pointen.

Die Hoffnung, die sich mit dem neuen Team verband, betraf daher mehr die Frage, ob es noch einmal gelingen könnte, die Serie zurück auf das Niveau der alten Goscinny-Zeit zu bringen. Und nach der ersten Lektüre von »Asterix und die Pikten« muss man sagen: Die Hoffnung lebt weiter. Ferri und Conrad enttäuschen nicht, haben aber auch keine Wunder vollbracht. Viele gute Ansätze sind erkennbar, auch wenn manches verkrampft und unsicher daherkommt.

Ein Gefühl der Beruhigung stellt sich auf den ersten Seiten ein: Endlich fühlt man sich wieder zu Hause in jenem kleinen gallischen Dorf. Ferri und Conrad lassen sich viel Zeit, das Dorf und seine Bewohner zu schildern und die aus den alten Bänden gewohnte Atmosphäre wieder heraufzubeschwören. Der zweite Teil des Bandes, der bei den Pikten/Schotten spielt, zerfasert dagegen etwas. Die Charakterisierung der Eigenheiten der Pikten/Schotten gelingt nur in Ansätzen. Allerdings haben es sich Ferri und Conrad auch nicht leicht gemacht: Was liegt näher, als den neuen Band mit dem absoluten Klassiker »Asterix bei den Briten« (1966) zu vergleichen? Und ein solcher Vergleich fällt dann doch erheblich zu Ungunsten des neuen Bands aus.

Der handlungsmotivierenden Clanfehde fehlt der richtige Biss. Auch die zentrale Liebesgeschichte kommt recht blaß daher, – sie ließe sich in beliebigen Kulissen und Kostümen aufführen. Die Einführung eines ›Ungeheuers von Loch Ness‹ lässt zunächst einen Rückfall in Uderzos Vorliebe für Brachialgags befürchten, doch die Nessie-Figur wird immerhin ganz hübsch in die Erzählung integriert.

Auffallend ist die Vielzahl von Kalauern in den Dialogen. Einiges davon ist nett, doch manches tut richtig weh. Allerdings vermag ich aus dem Stand nicht zu beurteilen, ob dies bereits auf das Konto von Ferri geht oder ob hier der Übereifer der deutschen Übersetzer verantwortlich ist. Was Ferri auf jeden Fall positiv anzurechnen ist, ist die sorgfältig angelegte Architektur der Einzelseiten. Anders als bei Uderzo wird die erzählerische Kontinuität stets gewahrt, und die Spannungsbögen der Einzelseiten werden aufrecht erhalten. Conrads Zeichungen folgen recht eng den Vorgaben von Uderzos Spätstil, lassen aber auch Individuelles erkennen. Hier wird es interessant sein zu beobachten, inwieweit es dem Zeichner zukünftig gelingt, sich weiter von Uderzo zu emanzipieren, ohne den Serienstil zu ›verraten‹.

Fazit: Ferri und Conrad enttäuschen nicht, haben aber auch noch kein Meisterwerk geschaffen. In jedem Fall besteht Grund, erleichtert zu sein. Das Album unterhält gut, aber auf die Goscinny-typischen Subtilitäten und den Biss früherer Jahre muss man vorerst noch weiter verzichten.
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am 27. Oktober 2013
Im Grunde kann man Uderzo nur gratulieren, dass er sein Baby Asterix endlich frei gegeben hat. Es gab ja eh nur zwei sinnvolle Wege, entweder es gibt keinen weiteren Asterix Band mehr oder es kommt frischer Wind von außen. Dabei waren es nicht Uderzos Zeichnungen, die in der Post Goscinny Ära störten, sondern die unwirtlichen charmelosen Geschichten, die nach Goscinnys Tod nur noch auf Uderzos Mist wuchsen. Und obwohl Mist fruchtbar sein soll, hat sich das auf die Qualität leider nicht übertragen. Es kostete sicherlich den einen oder anderen treuen Fan.

Auch wenn sie es sich leicht machen, Didier Conrad und Jean-Yves Ferri gehen ein Stück des Weges zurück und besinnen sich auf das Kerngeschäft, das was Asterix früher ausgemacht hat, abenteuerliche Reisen in ferne Länder, gespickt mit kleinen aber feinen Andeutungen. So macht es wieder Spaß Asterix zu lesen, auch wenn keine 100%ig überzeugende Geschichte entstanden ist. Vieles kommt in ähnlicher Form schon in alten Bänden vor. Trotzdem ist es gelungen aktuelle Themen geschickt in die Geschichte einzubauen. Ob Demenzansätze bei Methusalix, verschmutzte Strände oder Volkszählung, es gibt sie wieder, die kleinen Spitzen, die der Leser finden muss (vielleicht sogar gegen den heutigen Tätowierungswahn). Sie sind das Salz in der Suppe und heben den Band von den letzten Vorgängern positiv ab. Dazu gab es ornithologische Exkursion mit Papageitaucher (Fratercula arctica), Auerhuhn (Tetrao urogallus urogallus) (oder die zwischen 1750 und 1785 ausgestorbene und nie bestimmte kaledonsiche Unterart), Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax) oder jede Menge Möwen. Es erinnert ein wenig an die Eulenfamilie in "Die Trabantenstadt". Was die Autoren mit den Borborygmen von Mac Aphon andeuten wollen, dazu reicht leider meine Phantasie nicht aus. Schwach wenn es nur auf das musikalische Erbe des schottisches Völkchen abzielen sollte.

Noch ist Luft nach oben. Aber bei Lucky Luke ging es mit Achdé und Konsorten ja auch wieder aufwärts. Geben wir dem neuen Team eine Chance, denn auf Regen folgt, wie wir aus "Der Seher" wissen, Sonnenschein. Der Himmel fällt uns Lesern also noch nicht auf den Kopf.
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am 30. Oktober 2013
Ich kann dem eher positiven Tenor zum neuen Band leider nicht ganz folgen, auch wenn er klar besser ist als Uderzos letzte Werke. "Asterix bei den Pikten" könnte man wohlwollend als Übergangsband bezeichnen und dennoch bin ich enttäuscht, da die im Vorfeld angekündigte Rückbesinnung auf alte Stärken kaum stattfindet.

Die alten Bände mit Goscinny begeisterten mich als Kind sowie nun als Erwachsenen. Als Kind fand ich die großen Reisen, die Prügeleien, Idefix und viele der Gags toll. Als Erwachsener entdeckte ich dann eine Vielzahl von subtilen Anspielungen und versteckten Witzen, die man nur mit entsprechendem Hintergrundwissen versteht.
Zum Beispiel die Kritik an der Entstehung von Satellitenstädten in Frankreich Anfang der Siebziger Jahre ("Die Trabantenstadt") oder die Kapitalismusparodie in "Obelix GmbH & Co. KG". Natürlich hatte nicht jeder Band ein so übergeordnetes Diskussionsthema, aber die alten Werke sprachen alle Altersgruppen an. Der neue Band schafft diesen Spagat leider nicht und erinnert doch eher an einen Kindercomic.

Folgendes hat mir am neuen Band gut gefallen:

- die Zeichnungen sind stimmig
- kleinere Gags zünden
- Grundgeschichte erinnert an alte Bände (Fremder kommt ins Dorf und bittet um Hilfe)

Leider störten mich doch einige Dinge:

- die Kolorierungen sind teilweise schlecht abgestimmt, manche Szenen wirken dadurch überladen (Piratenschiff, Festessen bei den Pikten), Optik erinnert manchmal an KNAX-Hefte
- wenig Landschaftsdetails, auch andere Szenen wirken manchmal detailarm
- Asterix braucht anscheinend keinen Zaubertrank mehr zu trinken um Gegner zu verhauen (!)
- Asterix und Obelix streiten sich viel zu schnell und zu oft
- die Sangeskünste von Mac Aphon wirken völlig deplatziert, als Anspielung auf Popreferenzen funktionieren sie gar nicht
- Idefix muss im Dorf bleiben, generell ist er erstaunlich ungenau gezeichnet; früher konnte man seine Reaktionen wunderbar beobachten
- es werden nur einzelne Stereotypen der Pikten abgehandelt, man taucht wenig in die Kultur ein
- eher Kinderhumor, viele der Gags zünden leider nicht
- überflüssiger Auftritt des römischen Volkszählers, die Geschichte mit Loch Ness kann man noch durchgehen lassen
- generell bietet die Story leider wenig Tiefgang

Ich bin wirklich enttäuscht vom neuen Band, denn er wirkt zu bemüht und zu halbgar. Aber vielleicht war dieser Band nötig, um sich von Uderzo zu emanzipieren. Als Übergangsband mag er funktionieren und ich bin gespannt, welchen Weg die Autoren gehen werden!
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am 25. Oktober 2013
Diesen neuen Asterix kann man wieder direkt genüsslich lesen. Das sagt ein Alt-Fan, der Asterix noch in der Schule durchgenommen hat. Zwar ist es kein neuer Goscinny - das darf man auch nicht erwarten - denn um zu texten wie Goscinny muss man Goscinny sein. Ist doch unfair, immer nur zu sagen: "Das ist nicht genauso wie früher, also bin ich enttäuscht!" Lieber die beachtliche vorhandene Leistung würdigen: Ferri und Conrad ist es gelungen, die vertrauten Szenarien der Asterix-Geschichten aufzunehmen, einen inhaltlich stimmigen Erzählfaden einzubetten und sich neue Ideen und Pointen nach traditionellem Muster (zB Schild von Majestix) einfallen zu lassen, über die man wieder richtig kichern oder lachen kann. Gezeichnet ist es super! Ein guter Anfang, den Einstand haben "die Neuen" meiner Meinung nach geschafft. Mal sehen, wie es weitergeht.
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am 26. Oktober 2013
Estragon hat bereits eine hervorragende Rezension abgeliefert. Zwei Hinweise und eine Checkliste noch von mir: Ich finde viele Zeichnungen von Conrad sehr gelungen, besonders einige "Nacht und Nebel"-Szenen sind atmosphärisch sehr dicht. Das es aber auch hier noch Potential nach oben gibt, zeigt die Schlacht-Szene auf S.43. Die Szene fällt völlig auseinander. Vergleichen Sie mal dagegen die Schlacht um das Dorf in "Streit um Asterix"!
Die Einband-Gestaltung ist unterirdisch schlecht. Was ich meine, sehen Sie, wenn Sie die Einbände z.B. von "Asterix auf Korsika", "Asterix bei den Schweizern", "Der Seher", "Die Trabantenstadt" und diesen hier nebeneinander legen.

Meine persönliche Checkliste zur Bewertung eines Asterix-Bandes, angewendet auf "Asterix bei den Pikten":

Plot: Konventionell, aber unterhaltsam
Satire-Faktor: Beim Ausflug in die Clan-Politik hätte man wesentlich mehr machen können
Anspielungen zeichnerisch: nichts gefunden
Anspielungen zeitgeschichtlich: Golf, Whisky...: vorhanden, aber zu grob aufgelöst
Wortwitz: Teilweise verkrampft, aber gute Ansätze
Versteckte Mini-Szenen: nichts augenfälliges, Idefix wäre hier ein guter Kandidat gewesen
Lateinische Zitate: Zu wenig und falsch platziert
Nebengeschichten und versteckte interne Bezüge: Flackern kurz auf (Verwandtschaft Legionär und Beamter)
Literarische Gestaltung (Rückblenden, Zeitraffer, Teichoskopie etc.): Wurde durchaus versucht.

Was einfach fehlt, ist die Vielschichtigkeit, das Subtile, die Lust auf das Wiedereintauchen in den Asterix-Band. Mit sieben oder acht habe ich meinen ersten Asterix "gelesen" und über die verkloppten Römer gelacht, mit 13 habe ich mich in Falbala verliebt, mit 17 mit den lateinischen Zitaten geprahlt, mit 35 verstand ich die Müdigkeitsanfälle von Mejestix und seine Beziehung zu Gutemiene immer besser und jetzt weiß ich, wieso Methusalix so ist, wie er ist.
Und das ist das Brilliante an den "guten" Asterix-Heften. Ich habe sie zerlesen und zerfleddert, dass teilweise nur noch lose Blattsammlungen übrig sind.
Es liegt noch ein sehr weiter Weg vor den neuen Autoren, um in diese Klasse vorzustoßen. Aber sie könnten es schaffen.
3 Sterne für das vorgelegte Werk und einen Stern der Hoffnung als Motivation.
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am 27. September 2015
Als erstes: warum muss man ALLE DIALOGE IN DEM COMIC GROSSSCHREIBEN? Das hat mich ziemlich gestört. Damit nimmt man sich auch eine Chance, Dialogen im richtigen Moment die richtigen Nuancen zu geben, ohne gleich auf eine noch größere Schrift zu wechseln.
So wie es aussieht, wird das leider im neuen Asterix 36 am 22.10.2015 wiederholt, schade.

Was mich sehr stört, sind bewegte Zeichnungen, in denen die Bewegung der "Darsteller" daumenkinomäßig mitgezeichnet wird. Gleich auf der ersten Seite geht das schon los, als Methusalix in Bild 3 abwinkt oder nach unten zeigt, so genau kann man das überhaupt nicht erkennen. Das hat man früher noch mit ein paar geschwungenen Streifen stilvoller hinbekommen. Diese Art der "Actiondarstellung" wirkt auf mich eher kindisch, wie leider auch die plumpen Dialoge eher für die Kids gemacht sind, aber mich als Ü30'er eher langweilen. Ehrlich, die früheren Dialoge und Handlungsstränge haben an so vielen Stellen einen wunderbar trockenen Humor und menschliche Details rübergebracht, einfach genial.
Auch wirken in diesem Heft in den meisten Szenen die Details von Personen, Objekten oder Landschaften sehr dünn. Ich habe in den alten Comics oft minutenlang großformatige Szenen angeschaut und mich an vielen witzigen Details erfreut - und kann das bei denen auch heute noch.

Insgesamt, war ich leider froh, als ich an der letzten Seite angekommen war.
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am 29. Dezember 2013
Ich habe gelesen, dass die neuen Autoren resp. Zeichner eher Kinder als Zielgruppe erreichen wollen. Selbst das voruassetzend, ist diese Asterix einfach niederschmetternd. Hanebüchene Story, maue Gags, dieser sinnlose sidespin mit dem Volkszähler ist eindeutig ein pagefiller. Am Schlimmsten sind die verfälschten Figuren. Verleihnix und Automatix sind kaum wiederzuerkennen. Methusalix Frau sieht aus wie von der Reeperbahn. Warum macht man so etwas ?
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TOP 1000 REZENSENTam 1. November 2013
Nun ist sie also da, die 35. Asterix-Geschichte. Plötzlich und ohne große Ankündigung. Und zum ersten Mal in über 50 Jahren war keiner der beiden Gründer daran beteiligt. René Goscinny ist ja bekanntlich schon vor über 30 Jahren gestorben. Sein letztes Mitwirken ist auf "Asterix bei den Belgiern" zurückzuführen. Albert Uderzo hat seit "Der große Graben" alle Fäden selbst in der Hand gehalten und mit durchaus netten Ideen noch für ein paar schöne Geschichten und Lacher gesorgt. Und dennoch wurde das Niveau merklich schwächer, bis die Reihe mit "Gallien in Gefahr" (2005) und "Asterix und Obelix feiern Geburtstag" (2009) ihren absoluten Tiefpunkt erreichte. Auch ich habe diesen beiden Heften nur einen Stern gegeben. Es konnte eigentlich nur besser werden - und trotzdem hatten die beiden neuen Macher im Hintergrund eine ziemlich große Last zu tragen. Was für großartige Innovationen soll man nach über 50 Jahren noch bringen? Keine leichte Aufgabe für Neutexter Jean-Yves Ferri und Neuzeichner Didier Conrad.

Meine größten Bedenken sind zwar nicht eingetroffen, aber vom Niveau der ehemaligen Asterix-Geschichten ist auch dieser Band meilenweit entfernt. Irgendwie hat man an sehr vielen Stellen das unangenehme Gefühl, dass diese Geschichte von Fans der Reihe erstellt wurde. Jean-Yves Ferri und Didier Conrad wagen sich zwar an alles heran, was die bisherigen 34 erschienenen Asterix-Geschichten ausgemacht hat, wirken dabei aber oft zaghaft und manchmal sogar hilf- und einfallslos. Sie wollten hier anscheinend alles auf einmal ausprobieren, was oft dazu führt, dass viele Stellen konstruiert und gewollt wirken und der dazugehörige Gag nicht mehr zündet.

Auch die Geschichte ist so schon sehr oft dagewesen. Bei einem Strandspaziergang treffen Asterix und Obelix auf den Pikten Mac Aphon, der - abgesehen von der Tatsache, dass sein kompletter Körper eingefroren ist und er seinem Namen alle Ehre macht - ein großes Problem hat: Sein Rivale, Mac Abberh, hat es nicht nur auf die Herrschaft über alle Pikten, sondern auch auf Mac Aphons Verlobte abgesehen. Es versteht sich von selbst, dass Asterix und Obelix sich dazu bereit erklären, den Pikten bei seiner Reise zu unterstützen. Mit Stimmenelixier und Zaubertrank im Gepäck machen sie sich auf den Weg ins damalige Schottland, nach Kaledonien.
Seltsam jedoch, dass Obelix seinen Idefix freiwillig zu Hause lässt, mit der Angabe, er sei zu klein. Vielleicht täuschen mich meine Erinnerungen, aber hat Obelix seinen kleinen Hund nicht sogar schon nach Ägypten, Großbritannien, Spanien, Korsika oder den fernen Osten mitgenommen? Und wozu braucht man plötzlich Stimmenelixier, um ungewollte Redepausen zu kurieren, wo in der Vergangenheit doch immer ein Schluck Zaubertrank gereicht hat? Man könnte jetzt meinen, dass dies Kleinigkeiten sind, aber mit solchen Details steht und fällt eine Geschichte. Und in meinen Augen sind sie mindestens genauso wichtig wie die üblichen Hiebe für den Barden und die Römer, das Festessen am Ende der Geschichte, die kleinen Streitereien zwischen Asterix und Obelix (die hier leider sehr hyperbolisch dargestellt werden) und die lustige Darstellung fremder Kulturen. Um die Leser zu beruhigen: Diese Details sind natürlich allesamt in der Geschichte zu finden. Manche von ihnen zwar wie erwähnt gewollt und ohne Witz, aber anwesend - frei nach dem Motto: "Hauptsache, wir haben das untergebracht!". Auch wenn die Eigenarten der Pikten ruhig ein wenig mehr in den Vordergrund hätten treten dürfen. Die vielen verschiedenen Stämme, Krieger mit Karomuster, die für unsere Gallier unbekannten Tiere und der Vorgänger von "Nessie", ein verspieltes Ungeheuer namens "Fafnie", sind hier zwar vertreten, aber meiner Meinung nach hat trotzdem zu viel gefehlt - vor allem, wenn man sich nochmal vor Augen führt, mit welchen Meisterleistungen damals die Briten, die Schweizer, die Goten oder die Spanier dargestellt wurden.

Dieser Band ist ein leises Aufatmen für Fans der Asterix-Reihe und ein erster zaghafter Schritt zurück in die richtige Richtung. Aufgrund der fehlenden Fantasy-Elemente hat man endlich wieder das Gefühl, in das Jahr 50 v. Chr. eintauchen zu können. Hoffen wir, dass Jean-Yves Ferri und Didier Conrad nicht direkt die Lust auf Asterix verlieren und sich weitere Geschichten zutrauen. Vielleicht wachsen sie noch dermaßen gut in den Stoff hinein, dass man sie als würdige Nachfolger von René Goscinny und Albert Uderzo bezeichnen kann.
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am 30. Oktober 2013
Die Story muss man nicht noch einmal zusammenfassen. Daher gleich das Fazit: Er lebt noch, unser Freund, und alle seine Kumpane ebenfalls. Uderzo hat das einzig Richtige getan und endlich das Texten einem echten Texter überlassen. Mir gefällt die an den Klassikern orientierte Story und auch die zahlreichen Reminiszenzen. Der Humor ist weniger brachial als zuletzt, wenn auch noch nicht ganz so genial wie bei Coscinny. Auch die dt. Übersetzung ist richtig gut. Klaus Jölker sollte Asterix und Latraviata mal neu übersetzen dürfen, dann würde sogar jener Band erträglicher.
Zum Teil wird in der Fanszene für meinen Geschmack zu streng über den neuen Asterix geurteilt. Der Frust über die letzten Ausfälle sitzt immer noch tief und man scheint das Haar im Malzwasser zu suchen. Ich meine, auch die ersten Geschichten (gemäss Erscheinungsdatum der Originale) waren von der Story her noch nicht so virtuos aufgezogen wie etwa Das Geschenk Cäsars oder Streit um Asterix.
Die englischen Songtitel zur Illustration des Sprachverlusts von Mac Aphon alias Mac Oloch, muss man nicht brillant finden, aber durch die keltisch angehauchte Schrift (sehr schön im Original) wird deutlich, dass eben alle rundherum nur Bahnhof verstehen. Finde ich eigentlich eine nette Idee. Und auch nicht viel weniger innovativ als Obelix' "wgrklstf", wenn er mit hübschen Damen sprechen soll.
Hei, und natürlich wohnt ein "Riesenotter" im Loch in Schottland, was habt ihr denn gedacht? :-)
Danke den Machern, weiter so.
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am 26. Oktober 2013
Zunächst: Das Heft ist besser als die traurigen Produkte der letzten Jahre. Aber: Es ist auch nicht viel besser, geschweige denn das beste Heft seit dem letzten von Goscinny, wirklich nicht. Ich war ziemlich enttäuscht.
Mal ein paar Punkte von der Leber weg:
Pikten = gute Idee, wieder mal ein antikes Volk zu verwursten. Leider weiß man über die Pikten kaum etwas; das wäre ja nicht schlimm, denn man könnte humoristisch ja eher von Anspielungen auf die heutigen Nachfolgevölker, also die Schotten, zehren, wie es etwa "Asterix bei den Goten", "... Belgiern" oder "... Schweizern" tut. Die Referenzen auf die Schotten erschöpfen sich aber in den langweiligsten der bekannten Schottland-Klischees (Tartan/Kilts, Nessie, Caber Tossing, Whiskey) und sind noch dazu so lieblos und oberflächlich aufgereiht, als müsse man eine Checkliste abarbeiten. Komisch übrigens - Geiz wird nicht erwähnt, vielleicht ist das in Frankreich nicht so ein verbreitetes Schottland-Klischee wie bei uns.
Dann: Die Sprachprobleme des Schotten nach dem Auftauen - ich habe nicht verstanden was das soll. Er singt/spricht Refrains bekannter (im weitesten Sinn) Popsongs, in denen ich weder einen besonderen Schottland-Bezug noch Geist erkennen konnte. Überflüssig, geistlos, NIE lustig. Ebenso ist die Verehrung, die die Galliergattinen dem Schotten entgegenbringen, kaum nachvollziehbar und m.E. nicht rollengerecht. Generell: Viele Charaktere wirken entweder blass (in Wort und Bild) oder anders als gewohnt, und keinesfalls interessanter, eher "unauthentisch". Asterix ist nicht wirklich schlau, Obelix und Asterix schreien sich zuviel an, versöhnen sich aber nicht, sondern machen einfach weiter, Majestix redet fast etwas prollig statt, wie früher, wie ein Kommunalpolitiker.
Generell: Viele überflüssige, langweilige Scherze und als Nebenpointen gemeinte Nicht-Pointen. Kann mir jemand erklären, was die Volkszählung soll? Die letzte hatten wir schon beim Sohn des Asterix, da gab es wenigstens einen Anlass.
Die Geschichte selber: Es tut weh, bei jedem Fortgang zu ahnen, wie viel mehr man daraus hätte machen können, wenn man überflüssigen Käse weggelassen und statt dessen etwas Atmosphäre, Spannung und Überraschendes eingebaut hätte.
Warum geben sich die Leute so wenig Mühe? Es ist traurig.
Zu guter Letzt die Zeichnungen: Man versucht, nah am Original zu bleiben. Aber: Der Zeichenstil der Figuren erinnert mich manchmal an Fix+Foxi oder Knax (das Sparkassenmagazin). Es fehlt die cineastische Qualität der älteren Bände. Viele Bilder kommmen mir vor wie Zitate früherer Bände, das aber ohne Sinn.
Nein Leute, auch wenn sich diese Band wg. vieler hoffender Fans gut verkaufen wird - da muss mehr kommen, um
die Serie wieder auf die Spur zu bringen.
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