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TOP 500 REZENSENTam 6. November 2013
In Walls drittem Buch verschlägt es die Geschwister Bean und Liz vom sonnigen Westen Kaliforniens in den kauzigen Süden Virginias. Ähnlich wie in "Schloss aus Glas" haben die 12-jährige Bean, eigentlich Jean und ihre 15-jährige Halbschwester Liz eine Mutter, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um eine 'gute Mutter' sein zu können. Sie träumt in den wilden 70ern den Traum ein Musikstar zu werden, erfindet Männergeschichten und Karrierechancen, zieht rastlos mit Kind und Kegel durchs Land. Aktuell flüchtet die Mama, nach einem Streit, ins Nirgendwo. Als die Fürsorge sich für die beiden Kinder zu interessieren beginnt, flüchten die beiden jungen Damen per Greyhound quer durchs Land, um bei Mamas Bruder Onkel Tinsley Holladay Unterschlupf zu suchen. Doch der kauzige Mann, der in einem riesigen, heruntergekommenen Anwesen, ehemals eine Baumwollplantage, logiert, führt ein zurückgezogenes Dasein, seitdem er die Spinnerei an die Konkurrenz verkaufen musste. Die Geschwister wollen dem Onkel helfen und beschließen sich Geld dazu zu verdienen, beim zwielichtigen Jerry Maddox ...

Ich war von "Schloss aus Glas" und dem Nachfolger "Ein ungezähmtes Leben" so gefesselt und bewegt, dass ich mir von diesem Buch viel versprach. Vielleicht war das der Fehler, zu denken, die Autorin könne an die außergewöhnlichen Bücher anknüpfen und sich noch steigern. Nach zweitägiger Lektüre bin ich zwiegespalten und weitestgehend enttäuscht. Die Geschichte fing gut an, Bean, Liz und die durchgeknallte Mama wurden gut gezeichnet, die Situation lebhaft dargestellt. Doch dann verfranst sich die Geschichte. Man lässt sich bei bei Onkel Tinsley nieder, einem Messie-Verschnitt, der in einem unaufgeräumten Riesenhaus lebt, in dem sich alles stapelt, die Vergangenheit höchst lebendig wird. Statt die Situation auszubauen, wird nur in einem kurzen Einschub auf die illustre Vergangenheit der Mama Bezug genommen. Statt dessen weitere Figuren: Bean ist auf der Suche nach ihren Wurzeln, lernt die Familie ihres Vater kennen - alle werden kurz ins Geschehen geworfen, nur um schnell wieder zu verschwinden und dem Fiesling des Buches Platz zu schaffen: Mr Maddox, für den die Mädels arbeiten. Man ahnt was kommen muss und dann groß und breit erörtert werden wird. Dazwischen ein wenig über die Geschichte und den Südstaaten-Rassismus, man geht nun mit Schwarzen in die Schule, aber wirklich integriert ist man in den frühen 70ern noch nicht. Dazu nehme man die Begeisterung Beans fürs Cheerleading, gepaart mit der Vorliebe des US-Amerikaners für den Ballsport - vermische alles gründlich - heraus kommt eine Reihung von Episoden eines langen Sommers im Süden der USA.
Interessant und spannend? Eher weniger - belanglos und mäßig packend. Wobei die Ansätze gut sind. Nur die Ausarbeitung trifft meinen Geschmack nicht. Den Vergleich mit "Schloss aus Glas" vermag "Die andere Seite des Himmels nicht standzuhalten. Schade, aber vermutlich vorhersehbar, denn Walls hat die Latte mit den beiden Vorgängerromanen hoch gelegt. Während diese beiden historisch belegt sind, es handelt sich einmal um ihre eigene Geschichte und die ihrer Eltern (Schloss aus Glas) bzw. die ihrer Großmutter in "Ein ungezähmtes Leben", scheint diese rein fiktional zu sein. Leider äußerst sich die Autorin dazu nicht. Der Süden wird zwar recht authentisch und schwül beschrieben, aber so richtig zu packen vermag das alles nicht. Dazu Figuren, die blass bleiben und sich in der Masse der Nebenfiguren verlieren.
Das Buch ist eine belanglos nette Zwischenlektüre, die sich schnell weglesen lässt (großes Schriftbild und breiter Rand macht aus den 361 Seiten deutlich weniger), aber nicht berührt oder gar nachhaltig in Erinnerung bleibt. Erinnert an Young-Adult-Romane.

Fazit: Kein Vergleich zu ihren anderen beiden Romanen. Lauwarme Kost, die man schnell vergisst. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. 3 Sterne mit leichter Tendenz zu 2,5.
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TOP 500 REZENSENTam 8. November 2013
"Die andere Seite des Himmels " ist das zweite Buch, das ich von dieser Autorin lese und es hat mir wieder gut gefallen. Es mit dem ersten Buch "Schloss aus Glas " zu vergleichen klappt nicht, da "Schloss aus Glas " stark autobiografische Züge trug und auch ihr zweites Buch, das von ihrer Großmutter handelt, hat einen ganz anderen Hintergrund als dieses Buch.

In "Die andere Seite des Himmels" erzählt ein 12-jähriges, sehr selbstbewusstes und selbstständiges Mädchen von ihrer Mutter, einer verkappten Sängerin, die ihre Kinder Liz und Bean immer wieder alleine lässt, um mit ihrer angeblichen Karriere voranzukommen , oder auf einen Selbstfindungstrip zu gehen. Beans Schwester Liz ist 15 und die beiden Geschwister kommen nicht nur alleine gut zurecht, sondern verstehen sich auch sehr gut. Als ihre Mutter wieder unterwegs ist, um in New York eine geeignete Wohnung für die drei zu finden, lässt sie die Kinder länger als sonst allein. Die Fürsorge wird aufmerksam und das ist für Liz und Bean Anlass, sich auf den Weg nach Virginia zu machen. Dort, in Byler, einem kleinen , verschrobenen und erzkonservativen Ort, wohnt ihr Onkel Tinsley, der Bruder ihrer Mutter. Auf einem großen , aber verkommenen Anwesen lebt ihr Verwandter und für Liz und Bean ist es ein großes Abenteuer das Haus und die Umgebung zu entdecken. Onkel Tinsley lebt sehr zurückgezogen, mit den Gedanken in der Vergangenheit und auch der Zustand des Hauses zeugt davon , dass seine Frau schon länger tot ist. Bean, die nicht den gleichen Vater hat wie Liz, lernt hier nicht nur die Familie ihres Vaters kennen, sondern die Geschwister erfahren, dass ihre Mutter in einer der reichsten Familien des Ortes aufgewachsen ist. Aber die beiden machen nicht nur schöne Erfahrungen, sondern legen sich auch mit dem mächtigsten Mann des Ortes an. Aber sie haben gelernt durch ihr Leben und verschwinden nicht sofort in den nächsten Ort, wie es ihre Mutter immer gemacht hat, wenn Probleme auftreten, sondern gehen das Problem an und kämpfen für Gerechtigkeit.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht , die Geschichte von Liz und Bean zu lesen. Ich bin eingetaucht in die Geschichte , die Anfang der siebziger Jahre in den Südstaaten spielt und noch mit den Problemen dieser Zeit kämpft. Viele Söhne sind noch im Vietnamkrieg, der dort schon verloren scheint und die farbige Bevölkerung soll in Schulen und anderen Einrichtungen integriert werden, was nicht nur den Erwachsenen schwer fällt. Neu zugezogenen werden kritisch beäugt und da sich Liz und Bean, da ihnen das Geld fehlt, nicht im Äußeren von den Kindern des Ortes unterscheiden, werden sie als Außenseiter behandelt. Einzig bei Beans Familie finden sie Freunde. Die Beschreibungen der damaligen Zeit, die Beziehung zu ihrer Mutter und der Reifeprozess, den die beiden Mädchen mitmachen, haben mir gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig und interessant und darum habe ich es in zwei Tagen ausgelesen. Ich fand es an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Die Figuren der Liz und Bean haben mir sehr gut gefallen , ich fand sie mehr als gelungen, vor allem Bean, die für ihr Alter sehr reif und selbstbewusst dargestellt wurde.

Wenn sie keine Vergleiche zu ihren vorangegangenen Büchern stellen und "Die andere Seite des Himmels" als eigenständiges Buch sehen, dass es ja auch ist, es hat nämlich nichts mit Jeannette Walls Familie zu tun, werden sie sicher Spaß beim Lesen haben.
Ich kann das Buch jedenfalls empfehlen.
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am 5. November 2013
Mit “Die andere Seite des Himmels” ist Jeannette Walls ein hinreißender Roman gelungen. Sie erzählt aus der Sicht einer pfiffigen Zwölfjährigen die etwas ungewöhnliche Geschichte der beiden Schwestern Bean und Liz, die in einer Südstaaten-Kleinstadt lernen, wie Gerechtigkeit funktioniert - oder eben nicht. Ähnlichkeiten zur Figur der kleinen Scott aus Harper Lee’s Klassiker “Wer die Nachtigall stört” sind von der Autorin zweifellos gewollt, denn wer nicht von selbst drauf kommt, erhält direkt Nachhilfeunterricht: Bean muss das bekannte Buch über die Rassendiskriminierung in der Schule lesen, gemeinsam mit ihren soeben erst in die Klasse aufgenommenen, schwarzen Mitschülern. Wobei Bean sich natürlich vor allem für ihr Pendant Scott interessiert, während ihre schwarze Klassenkameradin nicht versteht, was das Positive an einem Roman sein soll, in dem ein weißer Anwalt erfolglos einen Schwarzen verteidigt. So gelingt es Walls in ihrer Story immer wieder, die großen Themen der Jahre um 1968, vom Vietnamkrieg über Rassismus bis zum Feminismus, den ganz anderen, realen Verhältnissen einer konservativen kleinen Stadt in Virginia entgegenzusetzen. Jeannette Walls wunderbare Geschichte zeigt, wie ein mutiges junges Mädchen sich mit entwaffnender Logik und unbeirrbarem Gerechtigkeitssinn in der Erwachsenenwelt behauptet - und durchsetzt.
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am 19. November 2013
Das 363 Seiten umfassende Buch Die andere Seite des Himmels von Jeannette Walls handelt von den beiden Schwestern Liz und Bean. Die beiden sind des öfteren schon phasenweise auf sich selber gestellt gewesen, weil ihre Mutter, im positiven Sinne exzentrisch, im schlechtesten Sinne neurotisch, ihre Töchter zwecks Selbstfindung zuhause alleine zurück ließ. Als es wieder mal dazu kommt, dass die Mutter die beiden für unbestimmte Zeit sich selbst überlässt, entschließen die beiden Mädchen nach Virginia zu reisen. Dort lebt ihr Onkel Tinsley im kleinen Ort Mayfield im Elternhaus von ihm und seiner Schwester.
Liz, die ältere der beiden, gibt der 12jährigen Bean immer wieder Sicherheit und versucht so gut es geht, die Mutter zu ersetzen. So meistern die beiden auch die Reise nach Mayfield und erfahren bei ihrem zunächst etwas kauzigen Onkel zum wohl ersten Mal in ihrem Leben einen einigermaßen geordneten Alttag. Sie tauchen ein in die Vergangenheit ihrer Mutter und Bean erfährt zum ersten Mal etwas über ihren leiblichen Vater.
Doch das Leben der Schwestern beginnt schon bald wieder zu straucheln, als sie den unangenehmen Maddox kenenlernen und für ihnanfangen zu arbeiten.
Die ich-erzählende Bean ist ein kluges Mädchen, mit einem ungeheuren Gerechtigkeitssinn und einer erstaunlich offenen Art. Dafür, dass Liz und Bean von ihrer Mutter so vernachlässigt wurden, sind es unheimlich gut geratene Kinder.

Der Einstieg und die fortlaufende Lektüre des Buches sind mir sehr leicht gefallen. Es liest sich wirklich gut, dank einer klaren und schnörkellosen Sprache. Jeannette Walls schafft es schnell, den Leser für die Geschichte der Schwestern zu interessieren. Die Figuren sind irgendwie alle ein wenig schrullig und haben Macken und Kanten, aber schnell kann man an jedem (Maddox mal ausgenommen) etwas liebenswertes entdecken.

Es war das erste Buch, welches ich von Jeanette Walls gelesen habe und ich werde wohl in Zukunft auch die bereits erschienenen Romane Schloss aus Glas und Ein ungezähmtes Leben noch lesen. Den Schreibstil hab ich als sehr angenehm empfunden und ihre Figuren sind vielschichtig entworfen.

In jedem Fall eine Leseempfehlung mit 4 von 5 Sternen.
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am 1. August 2015
Ich habe fast alle Bücher von Jeanette Wals gelesen und wurde auch hier nicht enttäuscht!
Atmosphärisch dicht, wunderbare Charaktere. Ich meinte, sie persönlich zu kennen.
Trotz der geschilderten, nicht gerade positiven, Schicksale, ein sehr lebensbejahendes und positiv stimmendes Buch.
Wer Geschichten "aus dem Leben" mag, so wie ich, ist hier bestens bedient!!
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am 10. November 2013
Die Schwestern Bean und Liz Holladay, sind 1970 zwölf bzw. fünfzehn Jahre alt, als ihre herumvagabundierende, von einer Karriere als Folksängerin träumende Mutter wieder einmal von der Bildfläche verschwindet. Um nicht in die Fittiche der Fürsorge zu geraten, begeben sich beide auf den weiten Weg nach Byler/Virginia, dem Heimatort ihrer Mutter, wo sie von ihrem kauzigen, aber liebenswerten Onkel Tinsley aufgenommen werden. Zum ersten Mal erfahren sie die Geschichte ihrer Familie, insbesondere ihrer Väter, über die sie ihre Mutter im Unklaren gelassen hat. Beiden gefällt es in der neuen Umgebung mit den warmherzigen Menschen, wo allerdings noch immer der Rassismus von großer Bedeutung ist. Als sie gegen den Willen ihres Onkels einen Job bei dem im Ort allmächtigen Betriebsleiter Maddox der früher im eigenen Familienbesitz befindlichen Weberei annehmen, eskalieren die Ereignisse. Maddox versucht Liz zu vergewaltigen. Werden die beiden so tun, als sei nichts gewesen, oder werden sie für Gerechtigkeit kämpfen?

Nach „Schloss aus Glas“ ist der Autorin Jeannette Walls wieder ein wunderbarer Roman gelungen. Geschrieben aus der Ich-Perspektive der erst 12jährigen Bean, ermutigt das Buch, Gerechtigkeitssinn zu entwickeln. Bean und ihre Schwester machen im Lauf der Geschichte einen bemerkenswerten Reifeprozess durch. Die Figur von Bean lehnt sich bewusst an die Scott aus Harper Lees „Wer die Nachtigall stört“ an, dem bekannten Buch über Rassendiskriminierung. Passenderweise liest Bean es im Schulunterricht. Die Geschichte greift mit Vietnamkrieg, Rassismus und Arbeiterausbeutung Themen auf, die zu der Zeit, als die Handlung spielt, in den USA von großer Bedeutung waren.

Ein Buch, das ich nur empfehlen kann.
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am 12. September 2015
Als ich das Buch begonnen habe, wusste ich überhaupt nicht auf was ich mich einlasse, weil ich das auf dem Cover genannte Buch "Schloss aus Glas" nicht kenne. Ich wurde positiv von einem wunderschön erzählten Roman überrascht.

Bean und Liz sind die Töchter einer Möchtegern-Schauspielerin, die ihre Kinder ab und an ganz alleine lässt. Die beiden essen dann Hühnerpastetchen und versuchen alleine über die Runden zu kommen. Nach einem Streit macht verschwindet die Mutter und lässt erst mal nichts von sich hören. Daraufhin beschließt Liz, dass es Zeit wäre, die Familie, die ihnen noch geblieben ist, aufzusuchen. Dort erwartet sie etwas völlig anderes als das Leben, das ihre Mutter dort scheinbar erlebt hat, aber auch etwas anderes, als sie es sich vorher vorgestellt haben.

Ich fühlte mich sofort an "Wer die Nachtigall stört" erinnert, denn das Buch ist sehr ähnlich geschrieben. Alles, was passiert, wird aus der Sicht von Bean beschrieben und auch die Verehrung der Mutter und später des Onkels ist der von Scout aus dem o. g. Buch sehr ähnlich.
Die beiden Mädchen sind sehr selbständig, denn sie werden eigentlich von ihrer Mutter vernachlässigt. Sobald Probleme auftauchen ziehen sie um und wenn alles in Ordnung ist, lebt die Mutter in ihrer eigenen Welt und spinnt sich ihre Karriere zusammen.

Das Buch lässt sich sehr schön lesen, weil die Autorin ein Händchen dafür hat, zwar aus einer Kinderperspektive zu schreiben aber nicht kindlich. Dabei hat sie Bean sehr aufgeweckt und clever dargestellt, so dass man nie das Gefühl hat einem typischen 12jährigen Mädchen zuzuhören. Auch die Verbundenheit und das absolute Vertrauen zu ihrer Schwester werden sehr authentisch dargestellt.

Mir hat diese Erkundung der Welt, die mit der Reise zur Familie beginnt und mit dem dortigen Leben weiter geführt wird, sehr gut gefallen. Bean kannte bisher nur das Leben mit Mutter und Schwester und hat endlich Menschen um sich, die sie lieben und nicht nur diesn beiden Personen bestehen, aber auch Menschen, die es gar nicht gut mit ihr und ihrer Schwester meinen. Das Buch driftet aber nie in Hoffnungslosigkeit oder Schwarzmalerei ab, sondern erzählt einfach nur nüchtern, was vorgefallen ist.

Das war bestimmt nicht mein letztes Buch von Jeannette Walls. Sie hat neben dem bereits erwähnten "Schloss aus Glas" noch einen weiteren Roman mit dem Namen "Ein ungezähmtes Leben" geschrieben.
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am 2. September 2015
Dies ist ein Roman, der von zwei Teenagern handelt, aber auch Erwachsenenherzen tief berührt. Die zwölfjährige Bean steht zunächst im Schatten ihrer großen klugen Schwester Liz, die sie bewundert. Beide leiden unter der Rastlosigkeit ihrer Mutter, die auf den großen Durchbruch als Sängerin wartet. Dennoch halten sie zusammen, essen ständig Hühnerpastetchen und nennen sich stolz „Stamm der drei“.

Eines Tages verschwindet die Mutter für längere Zeit, und die Schwestern sind gezwungen, ihren Onkel Tinsley aufzusuchen. So machen sie sich auf den Weg in ihren Heimatort Byler in Virginia. Obwohl sie in der konservativen Kleinstadt immer wieder anecken, verläuft ihr Leben zum ersten Mal in geregelten Bahnen – bis sie heimlich anfangen, für den herrschsüchtigen Maddox zu arbeiten. Der Leiter der Weberei entpuppt sich als mächtigster Mann der Gemeinde und bringt Liz in große Schwierigkeiten. Der Onkel resigniert und geht jedem Konflikt aus dem Weg. So hängt das Schicksal der Schwestern allein von Bean ab.

Es ist faszinierend und bewegend zugleich, welche Wandlung das anfangs noch unbedarfte Mädchen in dieser Geschichte durchmacht und wie sie mit unbeirrbarem Gerechtigkeitssinn für ihre Schwester einsteht. Auch der Rassismus und die Vorurteile, die bei den Kleinbürgern tief verankert sind, werden thematisiert. Besonders gut gefallen hat mir die Prise Poesie, die die Autorin mit dem Auftritt zweier Emus in die Geschichte bringt und zu einem fantasievollen Ende beiträgt.
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am 1. Dezember 2013
Die beiden Protagonisten dieses Buches, die fünfzehnjährige Liz und die zwölfjährige Jean („Bean“ genannt), ziehen mit ihrer chaotischen Mutter Charlotte von einem Ort zum anderen. Die Künstlerin und Songwriterin Charlotte scheint psychisch labil zu sein und packt beim geringsten Problem ihre Sachen, um mit ihren Kindern weiter zu ziehen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass die beiden Mädchen auf sich alleine gestellt sind. Sie werden rascher erwachsen, als gut für die beiden ist, sie grübeln viel und versuchen sogar noch, Charlotte zu decken, als sie die beiden fünf Wochen lang alleine zurück gelassen hat. Als jedoch Schule und Jugendamt aufmerksam werden, beschließen sie, zum Elternhaus ihrer Mutter nach Virginia zu fahren. Sie treten die lange Reise alleine an und landen bei ihrem Onkel Tinsley in Bayler, wo sie tief in die Vergangenheit von Charlotte eintauchen und ihre Wurzeln entdecken.

Jeannette Walls hat einen wunderschönen, in leisen Tönen gehaltenen, Roman über eine Familie geschrieben, der unverzüglich in seinen Bann zieht. Die Protagonisten dieses Buches werden eindrucksvoll beschrieben und wachsen dem Leser mit jeder Seite mehr ans Herz. Obgleich Charlotte umtriebig und verantwortungslos agiert, weckt die Autorin dennoch Verständnis für die einstig umjubelte und von allen Mädchen glühend beneidete „Prinzessin“ von Bayler. Auch die beiden Onkel von Bean, der schrullige Einsiedler Tinsley Holladay und der mürrische Clarence Wyatt mit seiner warmherzigen Familie wurden mir im Verlauf der Geschichte immer sympathischer. Jeannette Walls erzählt ihren Lesern eine Geschichte einer Familie mit Höhen und Tiefen, sie schildert auch den Zusammenhalt innerhalb der Familie und innerhalb des kleinen Ortes Bayler, sie berichtet aber auch vom Rassismus in Kalifornien im Jahre 1968, dem Vietnamkrieg und den Tücken des amerikanischen Rechtssystems. Diese fesselnde und wahrlich großartig geschriebene Geschichte hat mich vollends in ihren Bann gezogen und ich wurde nun neugierig auf diese Autorin, die mir mit ihrer kraftvollen Art zu erzählen ein paar wundervolle Lesestunden bescherte.
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am 29. November 2013
Von der Autorin der Bestseller "Schloss aus Glas" und "Ein ungezähmtes Leben" Kalifornien, 1970. Bean Holladay und ihre ältere Schwester Liz sind Teenager, als ihre geniale Mutter mal wieder von der Bildfläche verschwindet. Für die Mädchen zunächst nicht weiter beunruhigend. Sobald Probleme am Horizont erscheinen, ergreift ihre Mutter die Flucht. Doch dieses Mal scheint die Sache ernst zu sein... Nachdem die Fürsorge bei den Mädchen auftaucht, wissen sie, dass sie sich schnellstens aus dem Staub machen müssen. Mutterseelenallein legen sie den langen Weg nach Byler, Virginia, zurück, dem Heimatort ihrer Mutter. Dort betreten sie eine Welt, die anders ist als alles, was sie bisher erlebt haben. Sie lernen ihren verschrobenen, aber liebenswerten Onkel Tinsley kennen, erfahren erstmals, dass ihre Mutter aus einer wohlhabenden Familie stammt, und erkunden staunend das familieneigene Anwesen. Bean und Liz gefällt es in ihrer neuen Umgebung, sie merken jedoch bald, dass sie in dem konservativen Ort zuweilen anecken. Und plötzlich haben sie den mächtigsten Mann des Ortes gegen sich. Aber einschüchtern lassen sie sich nicht. Ein mitreißender Roman über zwei mutige Mädchen, die sich gegen die Welt der Erwachsenen auflehnen.

Ein wundervolles Buch, welches ich verschlungen habe. Ich habe diese beiden Mädels in mein Herz geschlossen. Liz kann stolz darauf sein, so eine tolle Schwester wie Bean zu haben. Die so sehr für sie einsteht als Ihr in der neuen Heimat schlimmes widerfährt. Leider ist Ihrer Mum die Karriere wichtiger als Ihre Mädels, daher haben die beiden gar keine andere wahl als den weiten Weg zu Ihrem Onkel Tinsley auf sich zu nehmen. Sie machen sich ganz allein auf den weiten Weg und schlagen sich wacker auf diesem. In Byler bei Ihrem Onkel Tinsley finden die beiden Unterschlupft. In Byler gibt es eine Mann namens Maddox vor dem die ganze Stadt kuscht. Die beiden jungen Damen lassen sich auf ihn ein indem sie für Ihn arbeiten. Er denkt er kann sich alles nehmen so auch Liz. Da Bean für Gerechtigkeit sorgen möchte kommt es zum Prozess, welchen Maddox gewinnt. Aber am ende bekommt er das was er verdient und Liz und Bean erhalten durch Tante Al und Ihren Anhang eine neue tolle Familie. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und warmherzig. Das Buch habe ich in 2 Tagen gelesen. Es bekommt von mir 5 Sterne, wenn ich mehr zur Verfügung hätte gerne auch mehr.
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