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Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen
12
Im Zeichen des Bösen (Masterpieces of Cinema) [Blu-ray]
Format: Blu-ray|Ändern
Preis:9,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 31. Juli 2016
Über den Film muss man heutzutage wohl nicht mehr viel sagen. In den letzten dreißig Jahren ist ihm endlich der Rang zuerkannt worden, den er verdient. Mit Hank Quinlan – der die ursprüngliche Hauptfigur Mike Vargas (Charlton Heston) aus dem Zentrum verdrängt – hat Welles eine Figur erschaffen, die Shakespeare’sche Ausmaße erreicht. Der tänzerische Rhythmus, den der Film durch seine ausgeklügelten Kamerabewegungen und die Montage hat, kommt durch den sogenannten Director’s Cut wieder wunderbar zur Geltung.

Die Entscheidung, beim Director’s Cut die deutsche Synchronfassung aus der Kino-Synchronisation von 1958 und einer etwas obskuren Synchronisation von 1998 zusammenzusetzen, kann man sicherlicher kritisieren, zumal der Wechsel der Synchronstimmen alles andere als unauffällig ist. Aber es bleibt einem ja immer noch die Originalfassung (mit optionalen deutschen Untertiteln). Erwähnung verdient das Booklet, in dem Sascha Westphal auf 12 Seiten kenntnisreich über den Film berichtet.
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am 13. Oktober 2015
Oft klingt es wie eine Ausrede oder der klägliche Versuch, einen mäßig begabten Künstler schön zu reden, doch bei Orson Welles stimmt es eindeutig: Er war seiner Zeit voraus. Keiner seiner Filme erntete zur Zeit ihrer Veröffentlichung das Lob, das ihnen zustand. Erst viele Jahre später erkannte man die außergewöhnlichen Qualitäten seiner Werke, die anders waren als die gewohnte Hollywood-Filmkost der damaligen Zeit. Welles war ein wagemutiger Kämpfer, der sich nicht dem Willen der Studios beugen wollte und seine eigenen Visionen auslebte, der experimentierte und ausprobierte, bestehende Mechanismen regelrecht in ihre Einzelteile zerschlug und seinen Kopf durchsetzte. Oder es zumindest versuchte, denn die großen Filmstudios nahmen sich mehr als einmal das Recht heraus, seine (nach damaliger Auffassung) ungewöhnlichen Filme nachträglich zu verändern. Eine Unsitte, die verdeutlicht, unter welch immensem Druck Filmemacher in Hollywood damals gewesen sein müssen. Welles wollte seine Visionen nie dem Kommerz opfern - was ihn zwangsläufig dazu trieb, keine Filme in Hollywood mehr zu produzieren.

"Im Zeichen des Bösen" war sein letzter "großer" Hollywood-Film, der seinerzeit, wie zuvor schon "Der Glanz des Hauses Amberson", vom Studio verkürzt und überarbeitet wurde. Welles verfasste daraufhin ein umfangreiches Memo mit ausführlichen Änderungswünschen, das jedoch (wer hätte das gedacht) nicht beachtet wurde. So erschien der Film, um mehr als eine Viertelstunde verkürzt, in der Version des Studios und floppte prompt an den Kinokassen. Dass Welles daraufhin die Nase voll hatte und künftig nur noch in Europa (mit wesentlich geringerem Budget) Filme realisierte, ist mehr als verständlich. Glücklicherweise existiert ebendieses Memo noch, sodass man sich in den 90er Jahren daran machte, den Film mithilfe des noch vorhandenen Restmaterials so zu gestalten, wie Welles ihn ursprünglich im Sinn hatte. Was man erblickt ist nichts weniger als ein Meisterwerk, ein atmosphärisch dichter, spannender und bis ins kleinste Detail perfekt inszenierter Kriminalfilm. Dass Welles vor allen Dingen ein technischer Virtuose war (Licht, Kamerafahrt, Schnitt etc.) beweist dieser Film mindestens genauso eindrucksvoll wie sein Meisterwerk "Citizen Kane" - nicht umsonst zählt die erste Szene, eine etwa dreiminütige Kamerafahrt ohne Schnitt, zu den berühmtesten Szenen der Filmgeschichte. Schaut man sich diesen Film an, so wird einem klar, dass Welles - hätte er damals bei Hollywood tun und lassen können was er wollte - womöglich neue Maßstäbe gesetzt hätte. In Europa hatte er immer das Problem, seine Filme kaum finanzieren zu können, was man ihnen (obgleich sie meist von außerordentlicher Qualität sind) leider recht deutlich ansieht.

Erfreulich ist, dass Koch-Media diesen Film mehr als würdig veröffentlicht hat: 2 Blu-Ray-Discs mit gleich drei Versionen des Films (der Director's Cut von 1998 sowie die Kino- und Previewfassung von 58) und einigen interessanten Extras (mehrere Audiokommentare und Interviews) kommen mit einem sehr informativen Booklet daher. Bild und Ton sind von absolut großartiger Qualität - was will man mehr?
Mir bleibt nichts weiter zu sagen als: Kaufen! Es lohnt sich. Ein Meisterwerk in der Version, wie sie dem Meister sicher gefallen würde, dazu in bester Qualität. Hier kann man nichts falsch machen.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 25. Juli 2015
Ich behaupte mal, dass es solch eine BR-Box-Zusammenstellung nur ganz selten gibt...

Varianten:
restaurierte Fassung
vom Prod. der restaurierten Fassung Rick Schmidlin kommentierte Fassung
Kinofassung
Previewfassung
Fassungen, bei denen entweder auf den Bildteil oben bzw. am Rand verzichtet wurde

Der Film ist ohnehin ein "Inselfilm" (sagen wir man darf max. 10 Filme mitnehmen und wenn man denn dort Strom hätte für Monitor/BR-Player), ein ewiges Meisterwerk der Filmgeschichte

PS: Wer glaubt, Orson Welles spielt hier "nur" sich selbst (den Dicken, als den man ihn später kennt und ggf. so in Erinnerung behielt), der täuscht sich: Bei den Filmaufnahmen war er noch schlank, im Film dafür dickleibig/schmierig/usw. - dafür war er sicher täglich für mehrere Stunden in der "Maske"...
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 7. August 2016
Es wäre geradezu unverzeihlich, diese Blu-ray-Veröffentlichung nicht mit einer weiteren 5-Sterne-Rezension demonstativ zu würdigen.
Anlass für mich ist die engagierte, mit technischer Sorgfalt realisierte Zusammenstellung der bisherigen Veröffentlichungsvarianten des Films, die anwählbare Beschränkung der neuen Synchronisation auf die zusätzlichen Szenen in der restaurierten Fassung, das sehr gute Booklet und nicht zuletzt der dafür äußerst günstige Preis.
Wenn man alle bisherigen Beiträge duchliest, weiß man, daß weiteres zu schreiben sich hier erübrigt.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 13. Dezember 2014
Und dies sowohl vom Film als auch von der in facto hervorragenden Bestückung dieser BD-Box her !

Produktrezi zu Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema Collection [Blu-ray] mit der ASIN-Nr.: B00GGC6ICU

Hallo Filmfreunde, was für ein gelungenes Filmwerk vom Multitalent Orson Welles. Sowohl Drehbuchautor & Filmregisseur als auch Darsteller, all das besagte zusammen leistete seinerzeit dieser kom­po­si­to­risch ton­an­ge­bende Ami bei diesem wunderbar nostalgisch anmutend kurzweiligen Film noir höchstpersönlich.
Diesen antiken Streifen, der mir nach dem tatsächlich erstmaligen Sichten in facto ausgezeichnet gefallen hat, habe ich auf Anregung eines besonders ehrenwert gleichgesinnten Mitrezensenten geordert & sage dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, mein Freund Ralf !
Nachfolgend gebe ich Euch sowohl in Bezug auf die Zusammenstellung als auch ganz speziell hinsichtlich der ausstattungstechnisch gesehen kompletten Ausstaffierung dieser BD-Box gerne ebenfalls mal einige wissenswerte Infos inkl. mit ans Ende noch hinzugefügten Ablichtungen nebst Menü-Shots zur Veranschaulichung & ich bewerte alle meine erworbenen Film-Artikel stets als Gesamtprodukt.

► TOUCH OF EVIL ( USA 1958 )

Vorsicht, dieser erste Passus kann den einen oder anderen Spoiler enthalten. Zwei Pärchen verlassen zeit­gleich die mexikanische Grenz­stadt Los Robles Richtung United States, eines dabei zu Fuß & das andere per schmuckes Cabriolet. Just US-amerikanischen Boden betreten kommt es unverhofft zu einem tragischen Unglück & für die beiden Spaziergänger, dem mexikanischen Rauschgiftfahnder Miguel Vargas aka Charlton Heston nebst Gattin Susan ( top: Janet Leigh ( u. a. Psycho [Blu-ray] ( USA 1960 )), soll dieses folgenschwere Ereignis künftig noch so manch un­heil­dro­hende Aus­ei­n­an­der­set­zung um Leben & Tod nach sich ziehen.
Unfehlbarkeit kann tödlich sein, ja durchaus & den Beweis dafür inszenierte das Multitalent Orson Welles sowohl optisch als auch sozialkritisch sehr eindrucksvoll in bewegenden Bildern.

„Im Zeichen des Bösen“ ist ein sehr sehenswerter Film noir, der auf dem Kriminalroman „Badge of Evil“ vom Schriftstellergespann Bill Miller & Robert Wade, die unter verschiedenen Tarnnamen gemeinsam abenteuerliche Erzählungen schriftlich verfassten, basiert & bei dem der US-amerikanische Filmemacher Orson Wells, neben der ebenso sehr gut agierend bildhübschen Kalifornierin Janet Leigh als in Not geratene Ehefrau eines Latino-Polizisten, für den Betrachter dieses Werkes ein ganz starkes Schauspiel abgibt.
Überdies zählen hier mit bspw. noch dem Maltesen Joseph Calleia, Dennis Weaver ( u. a. Duell ( USA 1971 )), Akim Tamiroff sowie auch der Berlinerin Marlene Dietrich weitere namhafte Bühnenkünstler mit zur Riege der Schauspieler & für die dazu harmonisch passend m. E. sehr gute Filmmusik zur stimmigen Untermalung war seinerzeit der renommierte Komponist Henry Mancini zuständig.

LABEL: Koch-Media
PRODUKTION : Filmproduzent Albert Zugsmith für Universal Picture
FILMGENRES: Krimi / Thriller

► DIE DREI SCHNITTFASSUNGEN

DISC № Eins ▸ Erste Schnittfassung: Rekonstruktion / Directors's Cut von 1998 ( siehe dazu auch Foto № 4 )

TONSPUREN: Zur Auswahl stehen sowohl der Originalton Englisch als auch Deutsch in jeweils DTS-HD Master Audio 2.0
Überdies liegen hier bzgl. der dt. Synchro sowohl die 58er Nachsynchronisation als auch die m. E. einwenig gewöhnungsbedürfigere 98er Neuvertonung vor, wobei beide dt. Synchros qualitativ mit dabei sauber in der Aussprache stets klar & deutich zu verstehen geführten Dialogen gut sind.
Mitunter mal vorkommende Tonschwankungen der hier nachträglich hinzugefügten Szenen sind allerdings wahrnehmbar & dennoch ist die Tonqualität im großen Ganzen durchaus akzeptabel.
Mein Favorit ist die auf die Filmfiguren bezogen einwenig passendere 58er Sprachfassung mit dort z. B. Horst Niendorf für Protagonist Charlton Heston & Walther Suessenguth für Orson Welles.
TOP ▸ Mit zuschaltbaren Untertiteln für alle Sprachfassungen

BILDWIEDERGABE: Wahlweise im Vollbildformat 1,37:1 ( 16:9 HD 1080p - 23,976 fps ) oder im Breitwandformat 1,85:1 ( 16:9 HD 1080p - 23,976 fps ) in s/w
Beim klassischen Bildformat 1,33:1 bzw. auch wie hier 1,37:1 wird bei HD-Auflösungen, um das Bildseitenverhältnis einem Breitbildschirm anzupassen, das her­kömm­liche 1,37:1 ( 4:3 Vollbild ) auf 1,37:1 ( 16:9 Pillarbox ) gebracht. Das Bild wird auf einem 16:9 Breitbild-Fernseher dann zwar proportional kor­rekt mit dahingegen beidseitig fetten vertikal schwarzen Randbalken dargestellt & auch qualitativ recht schwankend hinkt das Vollbildformat hier gegenüber dem Breitwandformat hinterher.
Mein Favorit ist das qualitativ besser recht saubere Kinoformat 1,85:1 ( 16:9 HD 1080p - 23,976 fps ) mit dort einer ordentlichen Bildschärfe & einem stimmigen Kontrastverhältnis nebst guten Schwarzwert.

SPIELDAUER: Im Ganzen exakt 110:47 Min. sowie reine 108:06 Spielminuten ohne Abspann & untergliedert in Kapitel 1 bis 22 !

DISC № Zwei ▸ Zweite Schnittfassung: Kinofassung von 1958 ( siehe dazu auch Foto № 5 )

TONSPUREN: Zur Auswahl stehen ebenfalls sowohl der Originalton Englisch als auch Deutsch in jeweils DTS-HD Master Audio 2.0
Auch hier hinsichtlich sowohl der musikalischen Untermalung als auch der Aussprache eine alles in allem zufriedenstellende Tonqualität.
GUT ▸ Ebenfalls mit optionalen UTs beider Sprachfassungen

BILDWIEDERGABE: Auch hier wahlweise entweder im Vollbildformat 1,37:1 ( 16:9 HD 1080p - 23,976 fps ) oder im Breitwandformat 1,85:1 ( 16:9 HD 1080p - 23,976 fps ) in s/w
Qualitativ betrachtet erscheint das Bild dieser Schnittfassung allerdings zugegebenermaßen nicht ganz makellos auf dem Monitor, denn bzgl. der Helltöne wirkt die Darbietung mitunter etwas zu kontrastreich & zudem sind noch manchmal aufflackernde Überbleibsel von Verunreinigungen auf dem Zelluloidstreifen sowie auch ein bisweilen grießig wirkendes Korn wahrnehmbar. Dies alles zusammengenommen trübt den Sehgenuss dann doch schon einwenig & demnach ist die Bildqualität hier eher nur mittelprächtig.

SPIELDAUER: Im Ganzen exakt 95:22 Min. & ab der Spielminute 95:11 wird ledgl. kurz der Schriftzug -THE END- eingeblendet. Hier mit einer separaten Kapitelauswahl von 1 bis 19 !

DISC № Zwei ▸ Dritte Schnittfassung: Vorpremiere / Previewfassung von 1958

TONSPUREN: Zur Auswahl stehen sowohl der Originalton Englisch als auch Deutsch in jeweils DTS-HD Master Audio 2.0
Abermals eine qualitativ durchweg saubere Tonwiedergabe.
GUT ▸ Auch hier mit Untertiteloption

BILDWIEDERGABE: Das Schwarz-Weiß-Bild wird diesmal nur im Kinoformat 1,85:1 ( 16:9 HD 1080p - 23,976 fps ) auf dem Schirm dargestellt
Hier ist ledgl. ganz selten mal eine gewissermaßen grieselnde Körnung vorhanden & zuweilen sind auch schon mal einige aufflackernde Ru­di­mente durch Staub- & Schmutzreste auf dem antiquarischen Filmstreifen wahrnehmbar, wobei die Bildqualität nichtdestotrotz absolut annehmbar ist.
Tipp: Diese Schnittfassung sollte unbedingt gesehen werden

SPIELDAUER: Im Ganzen exakt 108:59 Min. & ab der Spielminute 108:48 wird auch hier ledgl. nur kurz der Schriftzug -THE END- eingeblendet. Diesmal mit einer Kapitelauswahl von 1 bis 21 !

► DIE AUSSTATTUNG

Die beiden Blu-ray Discs mit einer FSK ab 16 befinden sich höchst lobenswerterweise beidseitig gesondert eingebettet in einem stabil wirkenden Amaray Keep-Case mit einem optisch ansprechend gestalteten Frontcover.
Rückseitig wurde das Cover mit Credits sowohl in Bezug über das Ende des klassischen Film-noir-Genres als auch hinsichtlich aller hierbei mitgewirkt be­deu­tungs­volleren Filmleute sowie ebenfalls noch mit einer Inhaltsangabe & mit den technischen Daten nebst der Benennung des beiliegenden Bonusmaterials versehen.
TOP ▸ Ein Wendecover ohne FSK-Flatschen ist vorhanden

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SPECIAL FEATURES ▸ üppig
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EXTRAS allgemein

+ Mit Wendecover
+ Ein 16 Seiten umfassend inforeiches Booklet über Wells Am­bi­ti­onen & die hier vorliegenden drei Schnittfassungen
+ Je BD ein top gestaltet animiertes Hauptmenü samt Soundtrack nebst Kapitelauswahl

BONUSMATERIAL auf Disc № Eins

+ Original Kino-Trailer im Originalton Englisch ( 02:10 Min. )
+ Audiokommentar mit Restaurationsproduzent Rick Schmidlin ( v. 2008 ) & mit zuschaltbaren UTs
+ Audiokommentare mit u. a. auch dem Hauptdarsteller Charlton Heston ( v. 1999 ) & mit zuschaltbaren UTs
+ Featurette „Bringing Evil to Life“ ( 21:00 Min. )
+ Featurette „Evil lost and found“ ( 17:06 Min. )
+ Eine automatisch durchlaufend originelle Bildergallerie mit insg. exakt 10:01 Min. Spielzeit

BONUSMATERIAL auf Disc № Zwei

+ Audiokommentar mit Filmhistoriker F. X. Feeney ( v. 2008 )
+ Audiokommentar mit den beiden Filmhistorikern James Naremore & Jonathan Rosenbaum ( v. 2008 )

HINWEIS: Die Audiokommentare im OT Englisch sind auch über die Audio-Taste auf der Funke während des laufenden Films zu- bzw. wieder ausschaltbar !
ANMERKUNG: Sämtliche Zeitangaben habe ich lt. Player haargenau ermittelt

► FAZIT

Vier bis fünf Sterne !

Ja­woll, so veröffentlicht man klassische Filmwerke auf das Medium Disc. Summa summarum eine wirklich top ausgestattete Filmbox mit einem ebenso sehr guten & in facto sehenswerten Film noir aus den Endfünfzigern. Wer von Euch diesen Streifen schon kennt & ebendiesen aufgrund großen Gefallen daran gerne in sein Filmregal mit einreihen möchte, derjenige kann mit der Order dieser BD-Box nicht wirklich viel falsch machen.

Mit besten nostalgischen Grüßen,
Dirk

8,5 von 10 Punkte für den Gesamteindruck
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am 28. Januar 2014
Orson Welles (1915 - 1985) arbeitete sich von der Theaterarbeit über den Rundfunk bis hin nach Hollywood. Sein künstlerischer Anteil am amerikanischen Kino ist unbestritten, schließlich war Welles der ideale Filmemacher, verantwortlich für Drehbuch, Produktion, Regie und Darstellung in einer Person. Aber beliebt hat er sich in Hollywood mit seiner vielseitigen (und daher kaum kalkulierbaren) Kreativität nicht gemacht. Noch bevor der Terminus ‘Film Noir’ zum Fachbegrif für ein eigenes Genre wurde, hatte Welles die verdrehten Bildwinkel, das spezielle Zusammenspiel von Licht und Schatten und die negative Grundhaltung seiner Filmthemen zum eigenen Markenzeichen gemacht. Dazu steuerte der mit den Jahren immer umfangreichere Welles dann gerne noch den maliziösen Übervater als Hauptdarsteller bei.

Typische Bespiele hiefür aus seinem Schaffensbereich sind :
Citizen Kane (1941)
Von Agenten gejagt (1943)
Macbeth (1948)
Der dritte Mann (1949, offiziell nur Darsteller, aber Welles Einfluss ist unverkennbar)
Herr Satan persönlich (1955)
Im Zeichen des Bösen (1958)
Der Prozess (1962).

Nachdem Welles schon bei HERR SATAN PERSÖNLICH nach Streitigkeiten über den Filmschnitt mit dem Produzenten sein Schnittrecht verlor, widerfuhr ihm das gleiche nach Disputen ums Drehbuch und eigenmächtigem Verlassen des Sets während der Dreharbeiten zu IM ZEICHEN DES BÖSEN. Einige Szenen wurden sogar von einem anderen Regisseur (Harry Keller) nachgedreht. Wenngleich die Kritiker die beiden vorgenannten Werke wohlwollend aufnahmen, so zeigte ihnen das US-Kinopublikum seinerzeit die kalte Schulter. In den konservativen 50er Jahren waren den Amerikanern Welles Werke zu intellektuell, zu linkslastig und zu pessimistisch geprägt. Welles siedelte in der Folge nach Europa, wo er sich als Darsteller in mehr oder minder guten Streifen Kapital für künftige Eigenproduktionen beschaffte.

In einer mexikanisch-amerikanischen Grenzstadt blühen Drogenhandel und Mord. Verantwortlich sind die Bandenmitglieder der Gangsterfamilie Grandi. Diese entführen die Ehefrau des Drogenfahnders Mike Vargas um den Gatten gefügig zu machen. Von der amerikanischen Seite her rollt der selbstherrliche Polizeichef Hank Quinlan die zusammenhängenden Verbrechen auf seine Art auf. Er bedroht Verdächtige und schüchtert sie ein, er fabriziert Beweise, wo diese fehlen. Diese krude Ermittlungsarbeit führt zum unweigerlichen Dissens mit dem aufrichtigen Mexikaner Vargas, der schließlich den korrupten Sumpf trockenlegt und seine Frau zurückbekommt.

In seinem letzten US-Werk lässt Welles es noch einmal so richtig krachen. Einige seiner Darsteller dürfen dabei ihre Rollen so richtig deftig überziehen. Neben Welles selbst als fetter Sheriff Quinlan sind dies Akim Tamiroff als geschwätziger Onkel Joe Grandi, Marlene Dietrich als düstere Wahrsagerin Tana und Dennis Weaver als hypernervöser Nachtportier des Motels Mirador. Den weiteren Stab zieren so bekannte Namen wie Charlton Heston, Janet Leigh, Joseph Cotten und Zsa Zsa Gabor. IM ZEICHEN DES BÖSEN ist ein sehr atmosphärischer Thriller im Film Noir Stil, der eben genau so eine bärenstarke Besetzung benötigt, um den unbändig chargierenden Welles mit seiner Hauptrolle nicht davonkommen zu lassen.

Nachdem ihm die von Universal geschnittene Kinofassung nicht gefallen hat, legte Welles in einem 58-seitigen Manifest die von ihm gewünschten Änderungen fest. Erst 1998 wurde das seinerzeit fast unbeachtete Manuskript in einer rekonstruierten Fassung teilweise umgesetzt. Auch über das Bildformat hat es schon vor der Produktion Diskussionen gegeben, zumal sich seinerzeit im Kino das Breitwandformat gegenüber dem Fernsehformat schon durchgesetzt hatte. Gedreht wurde auf 35 mm im sogenannten Open Matte- (Offene Maske-) Verfahren, das sowohl eine Kino- wie auch eine Fernsehfassung ermöglichte.

Was bietet uns diese Blu Ray Veröffentlichung auf den 2 Scheiben also an ?
1) die Vorschau-Version im Format 1,85:1, Laufzeit 109 Min.* mit 1 Audiokommentar
2) die Kinoversion in den Formaten 1,37:1 und 1,85:1, Laufzeit 95 Min.* mit 1 Audiokommentar,
3) die rekonstruierte Fassung in den Formaten 1,37:1 und 1,85:1, Laufzeit 110 Min.* mit 1 Audiokomm.,
- Bonus-Featurettes : Bringing Evil to Life (21 Min.*) und Evil lost and found (17 Min.*) in denen sich etliche Beteiligte über die Zusammenarbeit mit Welles und den Dreharbeiten äussern,
- ein 6-seitiges Booklet mit diversen Fachartikeln.

* Die o.g. Film-Laufzeiten (auf- bzw. abgerundet) wurden von mir mit dem BD-Player gemessen und weichen daher eventuell von den Herstellerangaben ab.

Bewertung der WS-Formate : Erwarten Sie bitte kein auf Hochglanz poliertes HD-Bild. Alle 3 Versionen haben bei der Vielzahl der Dunkelszenen so ihre Probleme mit Laufstreifen, Lichtblitzen, Bildrauschen und Körnigkeit, vor allem am Anfang des Films. Danach pegelt sich die Bildqualität auf solider Basis ein, auch wenn o.g. Beeinträchtigungen gelegentlich weiter erscheinen. Der deutsche Ton bewegt sich auf Standard-Niveau. Seien wir insgesamt froh, dass Dank ergiebiger Recherche und sorgfältiger Rekonstruktion dieses Meisterwerk jetzt in 3 Versionen zum Kauf auf BD vorliegt.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 30. Mai 2018
Taumelnde Grenzgänger sind es, die sich in den Filmen von Orson Welles stets im Zwielicht zwischen Gut und Böse bewegen. Ihre Fähigkeiten und Obsessionen machen sie genial, die Methoden, die sie anwenden, amoralisch. Als Leitmotive tauchen dabei auch immer wieder das Scheitern selbstherrlicher Gestalten und der Verrat von Freundschaft unter der verschatteten Oberfläche des labyrinthischen Spiels mit Widersprüchen, Brechungen und Irritationen hervor. In TOUCH OF EVIL (1958) hat Welles die Ambivalenz in der Charakterisierung der Figuren und in der Ästhetik einer hochgradig ausdifferenzierten Bildsprache auf die Spitze getrieben und einen Meilenstein des Film Noir geschaffen, der bis heute als stilprägende Zäsur in der Fortschreibung des Genres gilt.

Am Anfang steht eine rauschhafte, atmosphärisch dichte 3-minütige Plansequenz, die von Henry Mancinis exotisch vibrierendem Amalgam aus afro-kubanischen Rhythmen und Rock n' Roll begleitet wird, welches stakkatoartig aus sämtlichen Bars der von nächtlichen Lichtern illuminierten Grenzstadt Los Robles dröhnt und sich im weiteren Verlauf der Handlung als fiebrige Nervosität auf die Psyche der Protagonisten niederschlägt. Diese handwerklich ausgesprochen virtuos choreographierte, Suspense-geladene Krankamerafahrt beginnt mit der Großaufnahme eines Zeitzünders auf mexikanischem Boden und endet mit der Explosion einer offenen Limousine im Zuständigkeitsbereich der USA. Der reiche Bauunternehmer Rudy Linnekar, ein Pate des organisierten Verbrechens, und dessen Begleitung, die Striptease-Tänzerin Zita, kommen dabei ums Leben. In den Ermittlungen geraten der örtliche Sheriff Hank Quinlan (Orson Welles) und der mexikanische Rauschgiftfahnder Miguel Vargas (Charlton Heston) aneinander, der eigentlich mit seiner amerikanischen Frau Susan (Janet Leigh) gerade auf der Durchreise in die Flitterwochen ist, sich aber aus patriotischen Gründen und Sorge um das Image seines Landes ("This is bad for us") in die Angelegenheit einmischt. Die Vorstellungen der beiden Männer von Polizeiarbeit könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der von rassistischen Ressentiments getriebene Quinlan allein auf seine Intuition vertraut (seine Spürnase folgt den Juckreizen des lahmen linken Beines), schwört der idealistische Vargas unbedingte Loyalität gegenüber dem Gesetz. Parallel zum Bombenanschlag wird früh ein zweiter Erzählstrang etabliert, wenn sich Susan von dem stadtbekannten Gangster Uncle Joe Grandi (Akim Tamiroff) bedroht sieht und Vargas selbst nur knapp einem Säureangriff entgeht, wohl aus Vergeltung dafür, dass er einen Bruder von Grandi bereits der Justiz übergeben hat.

Als Vargas bemerkt, dass Quinlan ein Beweisstück drapiert hat, um den Schuhverkäufer Manolo Sanchez, der ein Verhältnis zu Linnekars Tochter Marcia unterhält, des Sprengstoffattentats zu überführen, will er ihn dafür belangen. Der autoritäre Quinlan, das gefeierte Idol der Polizei, fühlt sich fortan in die Enge getrieben, verfällt wieder in alte Trinkorgien und weiß sich nur zu helfen, indem er mit Grandi paktiert. Sie sorgen dafür, dass Susan, die Vargas zu ihrer eigenen Sicherheit fahrlässigerweise in einem abgelegenen Motel untergebracht hat, von einer Bande Halbstarker mit Drogen bewusstlos gemacht und entführt wird. Quinlan beabsichtigt damit, den Ruf von Vargas zu zerstören und den Eindruck zu kolportieren, er und Susan seien selbst drogenabhängig. In seinem perfiden Plan ist Grandi allerdings lediglich ein notwendiges Übel. Er erwürgt ihn in einem Hotelzimmer, in dessen Bett die immer noch ohnmächtige Susan liegt, sodass der Verdacht zwangsläufig auf sie fällt. Nur unterläuft Quinlan ein fataler Fehler: Beim hektischen Verlassen des Raums vergisst er seinen Gehstock. Hilfssheriff Menzies findet ihn und informiert Vargas. Als Vargas ihm daraufhin mitteilt, dass Quinlan schon immer ohne sein Wissen Beweise manipulierte, hilft er mit, seinen langjährigen Vorgesetzten, Freund und einstigen Lebensretter zu überführen. Dazu bedient sich Vargas nun seinerseits eines hinterhältigen Tricks: Er verkabelt Menzies, der Quinlan mit den Vorwürfen konfrontieren und somit ein auf Band aufgenommenes Geständnis arrangieren soll. Doch Quinlan durchschaut die Intrige, weshalb es inmitten von gespenstischen Bohrtürmen, dunklen Wasserlachen und Bergen von Müll schließlich zum finalen shoot-out kommt.

Der linksliberale Welles, der mit diesem sogkräftigen Spektakel der Grenzüberschreitungen daran arbeitete, den Rassismus zu überwinden, stellt Quinlan wie ein fossiles Relikt dar, ausgestopft und unförmig, gezeichnet von einer enormen Physis, von Minute zu Minute hässlicher werdend, speckig schwitzend, cholerisch schnaubend, in Szene gesetzt in verkanteter desorientierender Weitwinkeloptik und extrem verzerrenden Untersichten; ein grotesker Einzelgänger der Vergangenheit, der inzwischen Sex durch den übermäßigen Genuss von Schokoriegeln ersetzt hat und im Gegensatz zum eher kosmopolitischen Ehepaar Vargas pränational existiert und außerhalb des Gesetzes steht. Trotz der augenfälligen Monstrosität verweist seine Intuition, die ihn niemals zu trügen scheint (am Ende gesteht Sanchez tatsächlich den Mord), auf etwas Genialisches. Nicht zuletzt ist dieses Scheusal polizeistaatlicher Willkür aber auch eine tragische Figur Shakespeareschen Ausmaßes, die sogar ein wenig Mitleid erregt. Bei seinen Aufenthalten im Etablissement der mysteriösen Wahrsagerin Tanya offenbart er sich als zutiefst gebrochener Mann eines neurotischen Ichs, dessen unverhohlen ausagierter Hass auf Latinos von einer traumatischen seelischen Wunde herrührt. So ist Quinlans Frau vor vielen Jahren von einem Mexikaner erwürgt worden, ohne dass er den Täter stellen konnte. Dieser Umstand mag seine zweifelhaften Praktiken erklären, entschuldigen kann er sie nicht. Wie ein unabwendbares Todesurteil wirkt es beizeiten, wenn Tanya, der durch Marlene Dietrich inkarnierte Abgesang auf die Femme fatale, Quinlan prophezeit, dass er keine Zukunft mehr habe.

Vollzogen wird dieses Verdikt von dem aalglatten Karrieristen Vargas, dessen Integrität durch die denunziatorische Abhöraktion am Schluss eine schwere Erschütterung erfährt. Jenes brodelnde Grenzkaff Los Robles, welches scheinbar das Schlechteste aus beiden Welten zutage fördert, ist für ihn und seine sich durchaus problematisch gerierende Ehe mit Susan zu diesem Zeitpunkt längst zu einer ausweglosen Falle geworden, in der die Trennlinie zwischen Gut und Böse verschwommen ist, sich Gerechtigkeit und Ordnung mit Zorn und Vorurteil vermischen und der Zweck die Mittel nicht mehr heiligt, sondern pervertiert. Was bleibt, ist die Noir-typische Erkenntnis, dass die vermeintliche Eindeutigkeit der moralischen Werte der unkalkulierbaren Realität kaum standhalten kann.

TOUCH OF EVIL sollte jener Film werden, mit dem Hollywood das Jahrhunderttalent Orson Welles endgültig vernichtete. Nachdem die Verantwortlichen bei Universal einen ersten Rohschnitt sichteten, entzogen sie ihm die Kontrolle über den Final Cut, nahmen etliche Kürzungen vor und fügten eigens nachgedrehte Szenen hinzu, woraufhin Welles in eine tiefe Depression fiel und ein 58-seitiges Memorandum schrieb, in dem er ausführlich darlegt, wie der Film montiert werden muss. Dennoch kam TOUCH OF EVIL 1958 mit einer Länge von nur 93 Minuten in die Kinos. Erst 1997 wurde die heute gängige ca. 110-minütige Fassung veröffentlicht, welche die ursprüngliche Vision von Welles so gut wie möglich zu rekonstruieren versucht. Aber auch diese Version ist letztlich nur ein Kompromiss, der die in der Werbung verwendete Bezeichnung Director's Cut wahrlich nicht verdient.

Es lässt sich sicher trefflich darüber streiten, ob die Vergabe der Höchstnote nicht doch einen ungebührlichen Eingriff in die Kunstfreiheit legitimiere. Das Paradoxe in Bezug auf Welles' Oeuvre ist, dass diese fürchterlichen Verstümmelungen durch die Studios solchen Noir-Klassikern wie LADY FROM SHANGHAI (1947) oder TOUCH OF EVIL kaum etwas von ihrer Faszination nehmen konnten. Um es in Anlehnung an ein Zitat von Francois Truffaut zu sagen: Ein später Sieg des Außenseiter-Genies über die Mittelmäßigen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. Februar 2014
Die dreckige Kleinstadt Los Robles an der mexikanisch-amerikanischen Grenze bietet einige Bordelle und ist ein Zentrum des Drogenhandels - alles unter Kontrolle der Gangster-Familie Grandi. Gerade als der mexikanische Drogenermittler Vargas (Charlton Heston) mit seiner amerikanischen Frau Susan (Janet Leigh) die Grenze überschreitet, erschüttert die Explosion einer Autobombe den Ort. Der angesehene amerikanische Polizei-Captain Quinlan beginnt die grenzüberschreitenden Ermittlungen. Die Zusammenarbeit des abgewrackten und desillusionierten Quinlan mit dem streberhaften Vargas wird sich sehr schwierig gestalten und für alle Beteiligten tragisch enden ...

TOUCH OF EVIL markiert das Ende der sogenannten SCHWARZEN SERIE, die 1941 mit John Hustons THE MALTESE FALCON begann. In dem bedrohlichen Milieu verwischen jegliche Unterschiede zwischen Gut und Böse, hier verkörpert vor allem von der tragischen Figur des Police-Captains, der im Dienste der Gerechtigkeit auch Beweise fälscht. Legendär wurde die nahezu 4 Minuten ungeschnittene Eingangsszene, in der die Kamera einem fahrenden Auto folgt und parallel die Figur des mexikanischen Drogenermittlers eingeführt wird. Ebenso unübertroffen ist die tragische Schlussszene, die in der Konsequenz einen wehmütigen Abschied vom Film Noir darstellt und symbolhafterweise an einer Mülldeponie spielt.

Die Studiobosse von UNIVERSAL hatten 1958 wenig Verständnis für Orson Welles weitausholendes Drama und setzten gegen seinen Willen eine 16 Minuten gekürzte Fassung durch, die ab 1958 auch in Deutschland mit Jugendfreigabe ab 18 Jahren zu sehen war. Der nach Orson Welles Intentionen 1998 wiederhergestellte Director's Cut wurde 2003 von UNIVERSAL auf DVD veröffentlicht und leider mit der 1998 für das Fernsehen erstellten nahezu unerträglichen Neusynchronisation versehen.

KOCH MEDIA hat für die Blu-ray-Veröffentlichung keine Mühen gescheut. Auf Disc 1 befindet sich der Director's Cut mit der alten deutschen Synchronfassung, die in den eingefügten Szenen mit der Neusynchronisation komplettiert wurde. Wer die Synchronfassung von 1998 zum Vergleich erleben möchte, hat dazu auf einer zweiten deutschen Tonspur Gelegenheit. Wahlweise kann der Film in 16:9 oder 4:3 wiedergegeben werden. Zwei Dokumentationen (38 min, englisch, deutsche Untertitel) vervollständigen die Disc. Auf der zweiten Blu-ray befinden sich die Kinofassung von 1958 (4:3 oder 16:9) und die Previewfassung von 1958 (16:9) - beide mit der alten Synchronfassung und deutsch oder englisch untertitelbar. Bild- und Tonqualität sind dem Alter des Films entsprechend absolut in Ordnung. In dem stilvollen Mediabook aus der Reihe Masterpieces of Cinema (FSK-Logo abziehbar) befindet sich ein 12-seitiges Booklet mit einem informativen Text von Sascha Westphal.

Eine hervorragende Veröffentlichung, die jedem Sammler klassischer Filme zu empfehlen ist.
12 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 26. Juli 2015
Orson Welles (1915-1985) war einer der Filmschaffenden, die das populäre Kino auf ein selten hohes Niveau künstlerischer Qualität hoben. Er erreichte den Höhepunkt seines Schaffens in den 40er und 50er Jahren und hätte zweifellos einen bisher unbekannten Grad von Komplexität erreicht, wenn ihm nicht die Kontroversen mit den amerikanischen Studios entgegengestanden hätten. Niemand hat sich so kämpferisch und gleichzeitig geistreich mit Fragen gesellschaftlicher und individueller Macht und der damit einhergehenden Korruption auseinandergesetzt wie er (Citizen Kane 1941, The Third Man 1949, Mr. Arkadin 1955, Touch of Evil 1958). Seine persönlichen Konflikte zeigen aber auch, wie schwierig es für Regisseure wurde, in Hollywood kritische künstlerische Arbeit zu leisten, da zunehmend jeder Aspekt der Filmproduktion kompromislos dem Profit untergeordnet wurde.

Touch of Evil (Originaltitel) war dann auch der letzte Hollywood-Film dieses begnadeten Regisseurs, bevor er frustriert vom Filmgeschäft in den USA, seine Arbeit endgültig nach Europa verlegte. Der Film entstand wieder einmal unter den erzwungenen Bedingungen der Universal Studios, die wie nach dem Welterfolg Citizen Kane die erste Schnittfassung strikt ablehnten. Die Universal Fassung betrug nach vielen Diskussionen lediglich 95 Minuten und wurde mit einigen nachgedrehten Szenen als B-Picture und Double Bill in die Kinos gebracht und finanziell prompt floppte. Nichtsdestotrotz zog Touch of Evil das Publikum in seinen Bann, da der Film damals zu den schwärzesten Werken des Noir Genres zählte, weshalb er zumindest in Europa durch Filmkritiker wie François Truffaut geradezu begeisert beschrieben wurde. Nicht wenige sind der Meinung, dass dieses Werk gleichzeitig das Ende des klassischen Film Noir markierte. Diese 1998 restaurierte Fasssung erschien 13 Jahre nach dem Tod des Regisseurs, sie basiert auf Orson Welles berühmtem 58-seitigen Memo und dürfte wohl der Originalfassung entsprechen. Auf jeden Fall hält der Film narrativ weit besser zusammen als fast jeder andere. Wegen der Komplexität der Handlung sollte dieser Beitrag lediglich als einer von vielen angesehen werden.

Ort der Handlung ist ein fiktives Kaff namens Los Robles an der U.S.-Mexico Grenze, das als Metapher für die dunklere Seite des amerikanischen Bewusstseins steht und als solche in die populäre Kultur einging. Sowohl in Filmen als auch Songs und Romanen hatte der Satz "going down to Mexico" nur eine Bedeutung, nämlich dem U.S. Gesetz zu entfliehen oder alle moralischen Grundsätze fallen zu lassen. In den anspruchsvolleren Filmen versuchten die Charaktere sich selbst zu testen, dem Chaos die Stirn zu bieten um ihr besseres - oder schlechteres - inneres Selbst zu finden: Treasure of the Sierra Madre, Night of the Iguana, Under the Volcano (alle von John Huston), Suddenly Last Summer (Joseph Mankiewicz), The Wild Bunch und The Getaway (beide von Sam Peckinpah) mögen als Beispiele dienen. Ein literarisches Exempel statuierte Cormac McCarthy mit seiner Border Trilogy.

Die südliche Seite von Los Robles wird durch die ungeschnittene und dadurch berühmte und vielfach besprochene Kamerafahrt vorgestellt. Dieser “opening shot” entsprang nicht einer Laune des technisch Machbaren, sondern ist stilistisch und thematisch notwendig, das gesamte Konzept von Zeit und Raum basiert darauf. Mit Schnitten wäre das Gefühl dafür verlorengegangen, wie lange es dauert vom Scharfmachen und Verstecken der Zeitbombe im Kofferraum eines Cabriolets das dem wohlhabenden Geschäftsmann Linnekar gehört, der sich mit einer Striptease Tänzerin vergnügt, bis zur Explosion. Wir wüssten nichts über die Distanz die diese tickende Zeitbombe zurücklegt. Ausserdem nutzt Orson Welles diese schwebende Kamerafahrt, um uns Los Robles vorzustellen, das offenbar von Prostitution und Drogenhandel lebt. Neonreklamen einschlägiger Etablissements säumen die Strasse. Man amüsiert sich unter Kolonnaden, die einstigen Reichtum andeuten, nun aber verblichen sind und als Staffage von Saloons, Gambling Halls u.ä. dienen. Als das Cabriolet Charlton Heston und Janet Leigh passiert, die entlang der Strasse flanieren, bleibt die Kamera auf sie geheftet bis sie die Grenze erreichen, wo sie dem Cabrio wieder begegnen. Dabei steigt die Spannung spürbar - und dann explodiert in einiger Entfernung die Bombe und in den Flammen sterben die Insassen des Fahrzeugs. In dieser Kamerafahrt von 3 Minuten und knapp 30 Sekunden erhalten wir ein Maximum an Informationen, auch in Form von Stimmungsbildern.

Insgesamt ist es Orson Welles gelungen, die typischen Stilelemente des Noir zusammenzufassen um sie sofort wieder ad absurdum zu führen. Der mexikanische Drogenfahnder Mike Vargas (Charlton Heston) und seine amerikanische Frau Susan (Janet Leigh) verbringen ausgerechnet in Los Robles ihre Flitterwochen - möglicherweise bietet die Stadt doch einige Sehenswürdigkeiten die der Regisseur dem Zuschauer vorenthält. Als die Autobombe hochgeht, schaltet sich Vargas sofort in die Ermittlungen ein, da die Bombe mexikanischen Ursprungs ist, dabei benötigt er die Kooperation des amerikanischen Police Captain Hank Quinlan (Orson Welles). Da Vargas ein aufrechter und nicht korrumpierbarer Polizeioffizier ist, während Quinlan reichlich kreative Auffassungen von Recht und Ordnung hat und diese auch skrupellos durchsetzt, prallen die beiden aufgrund ihrer gegensätzliche Ansichten bald aufeinander. Der legendäre Quinlan folgt bei den Ermittlungen seiner bewährten "Intuition" die ihn auch rasch zum Bombenleger führt: Pancho der heimliche Liebhaber von Linnekars Tochter, in dessen Zimmer sich auch zwei Stangen Dynamit finden. Nachdem Vargas die Echtheit dieser Beweise offen anzweifelt, überschlagen sich die Ereignisse und entwickeln sich zu einem verwirrenden Geflecht aus Lügen, Intrigen und Gewalt. Susan wird von einem Gangster der mit Quinlan konspiriert in ein entlegenes Motel entführt, wo sie von seinen Komplizen terrorisiert, mit Drogen vollgepumpt und vergewaltigt wird. Das gesamte Ausmass von Gewalt und Korruption steigert sich mit jeder Minute und am Ende werden einige Handlungsabläufe ins Gegenteil verkehrt, sodass dann auch einige moralisch fragwürdige Elemente obsiegen. Diese Entwicklungen sollten jedoch zum Nachdenken anregen.

Aber wer fragt bei einem solch gewaltigen Film nach der Logik des Plots? Man bewundert die Regiearbeit und die Bildkunst von Russell Metty, der genau weiss, wann eine Szene eher mit scharfen Kontrasten oder in weicheren Grautönen am besten wirkt. Auch Henry Mancini gelingt ein Jazz inspirierter Score, der aus dem Film ein atmosphärisches Erlebnis macht. Mancini sagte, dass dies seine beste Arbeit für Universal war. Es gelingt ihm tatsächlich, das Publikum durch die Handlung zu führen indem er jedem Charakter einen eigenen musikalischen Stil verleiht. Glänzende darstellerische Leistungen - wenn auch Charlton Heston neben Orson Welles etwas abfällt - runden den Film ab. In einer Cameo Rolle ist auch Marlene Dietrich als Bordell Besitzerin und Wahrsagerin Tanya zu bewundern, trotz weniger Dialogzeilen, hat sie einige der besten.
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am 3. Februar 2014
Es ist die wohl berühmteste Eingangsszene der Filmgeschichte, mit der Orson Welles’ Meisterwerk von 1958 "Im Zeichen des Bösen" beginnt und sie gehört zum Besten, was ein Film überhaupt bieten kann: Fast vier ungeschnittene Minuten lang zeigt Kameramann Russell Metty in einer perfekt durchkomponierten Bilderfolge einen Blick in die Straßen des mexikanischen Städtchens Los Robles. Die Kamera verfolgt dabei zwei Autos. Im Kofferraum des einen Straßenkreuzers tickt eine Bombe. Mit dem anderen Wagen wollen der mexikanische Drogenfahnder Mike Vargas (Charlton Heston) und seine Braut Susy (Janet Leigh) gerade in den amerikanischen Teil der beschaulichen Grenzortes einreisen, als die Bombe in ihrer Nähe explodiert.

Vargas vermutet, dass der Sprengstoff schon in Mexiko platziert wurde und schaltet sich in die Ermittlungen des amerikanischen Kollegen ein. US-Polizeichef Hank Quinlan (Orson Welles) hat dabei aber seine ganz eigenen Vorstellungen von Recht und Ordnung und so geraten die beiden Ermittler schnell aneinander. Als Vargas herausfindet, dass Quinlan Beweismittel manipuliert, beginnt er gegen den Polizisten mit dem legendären Ruf zu ermitteln und setzt damit eine verhängnisvolles Geflecht von Intrigen und Gewalt in Gange…

Orson Welles ("Citizen Kane",1941) schrieb das Drehbuch (nach dem Roman "Unfehlbarkeit kann tödlich sein" von Whit Masterson; Originaltitel "Badge of Evil"), führte Regie und spielte die Hauptrolle. Dem Vernehmen nach trug Orson Welles als fettleibiger, abgehalfterter Polizist Hank Quinlan diverse Prothesen, viel Make-up und künstliche Fettpolster, was seine furchteinflößende Gestalt bei den schwarz-weißen Licht- und Schatteneffekten noch düsterer zur Geltung kommen ließ.

Der packende Thriller greift Elemente des Film noir auf und ist bis in die Nebenrollen mit markanten Darstellern brillant besetzt: Marlene Dietrich (als Tanya, Quinlans wahrsagende Freundin und Nachtclubbesitzerin), Zsa Zsa Gabor (ebenfalls eine Nachtclubbesitzerin) und Joseph Cotten (seit seinen Anfängen im Filmgeschäft ein Freund von Orson Welles) glänzen in erstklassigen Gastrollen. Mit seiner bildgewaltigen Filmsprache und der atmosphärischen Musik von Henry Mancini beschwört der Film die düstere Atmosphäre der kleinen Grenzstadt mit ihren heruntergekommenen Vergnügungsetablissements. Jede einzelne Kameraeinstellung wurde dabei vom Regisseur und seinem Kameramann mit perfektionistischer Akribie in Szene gesetzt.

Alfred Hitchcock zeigte sich von Orson Welles’ innovativem Meisterwerk derart beeindruckt, dass er später in Anlehnung an dessen Film ein verlassenes Motel, den eigenartigen Nachtportier und die Darstellerin Janet Leigh als wesentliche Elemente seines eigenen Films "Psycho" (1960) übernahm. Auch in "Psycho" wird der Aufenthalt im Motel zur Gefahr für die Frau (ebenfalls Janet Leigh).

Dabei entstand dieser letzte Hollywood-Film von Orson Welles unter schwierigen Bedingungen. Die originale Schnittfassung wurde von den Universal Studios abgelehnt und nach vielen Querelen von Produzent Albert Zugsmith schließlich in einer radikal geänderten, mit einigen von Regisseur Harry Keller nachgedrehten Szenen und in einer auf 95 Minuten gekürzten Version in die Kinos gebracht - wo der Film beim schockierten Publikum floppte.

Der maßlos enttäuschte Orson Welles schrieb ein leidenschaftliches 58-seitiges Memorandum und bat um Rücknahme der Änderungen. Gleichzeitig aber wurde "Im Zeichen des Bösen" zu seiner letzten Produktion in den USA. Von der Bevormundung durch kommerzielle Interessen frustriert, kehrte er Hollywood den Rücken und produzierte fortan nur noch in Europa.

Sein Memo aber diente 1998, 14 Jahre nach Orson Welles` Tod, als Vorlage für eine sogenannte „reconstructed, restored version“, die inzwischen als Director`s Cut bezeichnet wird. Diese von Walter Murch (arbeitete auch mit Francis Ford Coppola an "Apocalypse Now", 1979, und der "Redux"-Version, 2001) nach Welles' Vorstellungen nahezu originalgetreu geschnittene Version ist düsterer und härter als die Kinofassung von 1958 und gewann inzwischen mehrere Filmpreise.

Das Blu-ray-Doppelpack von Koch Media präsentiert das Meisterwerk in dieser 1998 rekonstruierten Fassung in der Originallänge von 111 Minuten mit einem hervorragend restaurierten Bild (1080/24p), dazu Tonspuren in Englisch und Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0). Weiterhin gibt es die 95-minütige Kinofassung von 1958 sowie die 108-minütige Vorpremieren(Preview)-Fassung von 1958, die sowohl Szenen aus Welles` erster Schnittfassung als auch einige neu gedrehte Szenen (deutsch untertitelt) des 2. Regisseurs Harry Keller beinhaltet.

Auf diese Weise erhält der Filmliebhaber jetzt erstmals alle 3 Versionen hoch aufgelöst und in exzellenten Sprachfassungen (Blu-ray Nr. 1 mit dem Director`s Cut in verschiedenen Ton-Versionen von 1958 und 1998). Dabei liegen die Kinofassung und der Director's Cut jeweils sowohl im 1,85:1 Widescreen-Format als auch im 1,37:1 (open matte)-Format vor, die Preview-Version dagegen ausschließlich im Format 1,85:1.

Noch immer streiten Cineasten über diese von Universal Pictures in 1.85:1 Widescreen veröffentlichte Fassung, da der Film in 1.37:1 gedreht wurde. Dazu vermerkt Autor Sascha Westphal im informativen Booklet: "1957...war Hollywood im Prinzip schon ganz auf das amerikanische Breitwandformat umgestiegen...Welles und Metty haben diesem Wandel insofern Rechnung getragen, dass sie die Bilder...so komponiert haben, dass der Film in beiden Formaten jeweils eine eigene Atmosphäre entwickelt.Die vom Studio bevorzugte Breitwandversion wirkt eindeutig klaustrophobischer als die open-matte-Fassung."

Erstmals erscheint nun mit den neu in HD-Technik abgetasteten Versionen eine qualitativ rundum überzeugende Veröffentlichung dieses Meisterwerks des späten Film noir! Ein Muss für jeden Filmliebhaber, der obendrein noch ein reichhaltiges Paket an Extras erhält: Neben dem schon erwähnten 12-seitigen Booklet und ergänzenden Audiokommentaren von Charlton Heston und Janet Leigh, dem Restaurationsproduzenten Rick Schmidlin, dem Filmkritiker F. X. Feeney, den Filmhistorikern James Naremore & Janathan Rosenbaum gibt es zwei aufschlussreiche Featurettes: "Bringing Evil To Life" (21 Min.) und "Evil Lost And Found" (17 Min.). Allerbeste Voraussetzungen also für einen langen, spannenden und unterhaltsamen (Heim-)Filmabend!
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