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am 19. April 2015
Es ist sowohl merkwürdig für einen normalen Menschen, als auch recht typisch für mich, sich ein Buch zu besorgen, von dem ich im Vorneherein angenommen habe, es würde mir nicht wirklich gefallen. Wie das das schon klingt: „Mehr als laut – DJs erzählen.“ Das ist ja genau nicht mein Ding, weil man das von den ganzen filmischen Dokus zum Thema so reingepresst bekommt, wie DJs über die „tolle alte Zeit“ erzählen, und auch wenn sie es gar nicht wollen, da eben doch so Star mäßig rüberkommen, so: „Wir die Pioniere!“ oder „Avantgarde: Das bin doch ich!“ und wenn es dann doch Kritik an Früher oder den bestehenden Umständen gibt, geht das unter in der Euphorie in der Erzählung über das DAMALS... Sicher, das ist auch ganz nett mal zu sehen, nur, was hat das mit mir, der sich jetzt auch schon seit ungefähr 17 Jahre in der Szene herumtreibt und sich von der anderen Seite mit den Phänomenen der elektronischen Musik beschäftigt, als einer Art „teilnehmender Konsument“, der nicht alle frisst was man ihm auftischt und mit sehr viel Herzensblut dabei ist, die Szene dabei aber nur subjektiv analysiert und nicht beeinflusst, was hat das also mit mir als Tänzer und Chronist zu tun? Aber selbst wenn ich mein persönliches Standing dabei mal außen vor lasse, so hat dieses DJ-Jetset-Ding ja kaum was mit der Wirklichkeit der Millionen und Abermillionen Menschen (echten Menschen!) zu tun, die das eben auch leben, sei es vielleicht auch nur ein, zwei Jahre lang, das auch als Lebensinhalt sehen und dabei auf keinster Weise irgendwie privilegiert sind, sondern das genaue Gegenteil, weil wir nämlich nicht überall reibungslos reinkommen und erwünscht sind – wenn überhaupt. An der Tür abgewiesen zu werden kann oft sehr unmenschlich und grausam sein, gerade ob der Liebe die man doch mitbringt für die ganze Sache…

Da hat mich das Buch dann doch sehr überrascht, weil Jürgen Teipel mit seinem Interview-Büchlein die DJs sehr als Menschen mit Zweifel und Problemen zum Sprechen brachte. Es sind bis auf Richie Hawtin, DJ Hell, Dj Koze und vor allem Acid Maria (die dem Buch eine ganz besondere Note verleiht) auch nicht die ganz großen Namen versammelt, von Michael Mayer über Hans Nieswandt, Inga Humpe bis hin zu Andi Teichmann und Dirk Mantei (eine Aufzählung ohne Wertung), wobei es am Ende nicht um das Name-Dropping „seiner Helden“ geht, sondern wirklich darum, dass da reflektierende Menschen sind, die was erlebt haben und eine Meinung vertreten; der Name Kristian Beyer sagte mir zum Beispiel sehr lange gar nichts, außer dass er echt sympathisch und klug daher kommt, bis er meinte, sie hätten die Platte „Rey“ gemacht – und da war natürlich klar, dass er ein Teil von „Ame“ ist, den man auch schon getroffen hat; es sind ja doch nur Menschen.

Nur zu Beginn geht es um das Entstehen der Szene aus dem Underground, mit den großen Hoffnung und wie man Teil von etwas ganz Neuem ist. Das muss halt rein und in dem Umfang ist das auch vollkommen okay und toll, wie Mantei da erzählt.
Sehr gefreut hat mich dann auch die Kritik an Kollegen und ihrer zutage gelegten Attitüde, sei es Drogen, Groupies oder eine gewisse Abgehobenheit, nicht weil ich wollen würde, dass man da jetzt zum Dissen anfängt, aber so was geht solche Werken leider oft ab: Die Wahrheit. Da werden sich lieber gegenseitig die Eier geschaukelt. Sei es der Sexismus in der Branche, das teilweise ziemlich ausgrenzende Verhalten zu Neulingen in Plattenläden oder ein Publikum, Club oder Veranstalter, die man als DJ auch einfach als scheiße empfindet, nicht zu vergessen die eigene Ausgelaugtheit, Kaputtheit, die durch das ständige Reisen in einem Menschen immer mehr und mehr Raum einnimmt, außerdem der Verfall und dadurch die Neubildung von sozialen Kontakten. Dabei. Fand ich die sehr wichtige Sexismus-Debatte auch ein wenig nervig, weil man das Gefühl hatte, dass da die weiblichen Künstler auf die Männer einhauen konnten, ohne dass da ein Mann etwas dazu sagen konnte; ist jetzt auch nicht besonders fair.

So Stellen mit den Lieblingsclubs (die alte Panoramabar) und die unglaublichen Erfahrungen im Ausland (hier als Vertreter hervorgehoben: Mexiko) finde ich immer ein wenig merkwürdig, nicht weil ich nicht auch absolut frei von solchen Erlebnissen wäre (mit Sicherheit!), es aber auch das was hier ist, ein wenig – wenn auch ungewollt – schlecht redet. Wobei. Hm… Ich rede die Leute ja auch schlecht die nur und die ganze Zeit in die Clubs ihrer Heimatstadt rennen, auch schlecht, weil ich dann doch finde, dass es etwas armselig ist nur in die Scheißläden nach Augsburg zu gehen – aber auch nur in München oder Berlin herumzuhängen. Es kommt doch auch die Dosis an. Und. Es gibt genügend Plätze in der Republik oder auf der Welt, die die Panoramabar im Berghain als das entlarven, was jeder „bester Club der Welt“ nun einmal ist – ein Hype, der vor ganz einfachen Locations dann in guten Nächten doch nicht bestehen kann. Und ich finde es sogar gut dass die Leute auf dem Land für ihr Feierverhalten schlecht gemacht werden – auch wenn das oft nicht stimmt, denn die Kultur kommt nicht zwangsläufig aus der Großstadt, sondern von unterdrückten Visionären aus der Kleinstadt, die durch die Zensur zuhause in der Fremde etwas großes Vorhaben, während man dort durch die Entgrenzung in allen Dingen eher dumpf als kreativ wird… Oder war das jetzt ein Punkt aus „Analog“ von Thomas Meineke, dass ich parallel lese… Egal… Das vermischt sich hier einfach :)

Ja. „Mehr als laut“ ist kein Star-DJ-Buch, sondern sehr menschlich und das hat mir gefallen. Dennoch spricht da halt nun mal die erste Liga der elektronischen Menschen über den großen Rest und das bleibt für mich ein wenig strange. Gute Unterhaltung war es auf jeden Fall. Und wer sich nicht in den letzten ca 15 Jahren tot geguckt hat zu dem Thema, dem ist das Buch sogar besonders an Herz zu legen.
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am 14. September 2014
Die selbe Idee die einmal genial war kann nochmal funktionieren, muss sie aber nicht. Zwar ist das Buch phasenweise höchst unterhaltsam, aber die erzählerische Dramaturgie über das Entstehen einer Szene, wie in "Verschwende..." stellt sich hier nie so recht ein. Es ist wirklich mehr ein "DJs plaudern ein bischen bei einer Tasse Kaffee" als "wie die elektronische Musikszene in Deutschland entstand" - aber das ist eigentlich auch ganz ok, und langweilig wird es selten. Ganz gute Reiselektüre oder zum Schmunzeln wenn man selbst Teil der House & Techno Szene ist. Mehr aber auch nicht. 3,5 Punkte
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am 6. August 2016
Wie gerne hätte ich dieses Buch gemocht. Mit einer Wolgang Tillmanns-Fotografie auf dem Cover: eine junge Frau hat die Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet, ein Mann fährt mit seinen Händen durch Ihre Haare. Ein kurzer, extatischer, fast erotischer Augenblick ist hier festgehalten. "DJs erzählen" lautet der Untertitel zum Buch, und ich erwarte eine ähnlich meisterhaft komponierte Interview-Collage, in der über die magischen Momente von Techno erzählt wird, wie sie Jürgen Teipel schon mit dem über alle Zweifel erhabenen "Verschwende Deine Jugend" zur Oral history des Punk vorgelegt hat. Schnell wird beim Lesen klar: daraus wird nichts.

Warum? Zum einen werden zu wenige Stimmen laut; zu wenig Interviewpartner sind für dieses Buch herangezogen worden, denn es kommen nur gut 20 DJs zu Wort (für Verschwende Deine Jugend waren es rund 100 Personen). Da sind also Acid Maria, Andi Teichmann, Kristian Beyer (Âme), DJ Hell, Hans Nieswandt, Inga Humpe und DJ Koze (die zirka 50% des Buches füllen), ferner kommen Mathias Schaffhäuser, Michael Mayer und Richie Hawtin und noch ein paar andere zu Wort. Eigentlich ein guter Querschnitt aus der (Deutschen) DJ-Szene, die zusammen sicherlich eine Menge interessanter Dinge zu erzählen haben.
Zum anderen ist eine verbindende Geschichte, im Sinne eben jener erwarteten Oral history, zu denen die einzelnen Befragten jeweils Ihren Beitrag leisten, nicht zu erkennen.

Worum geht es also in diesem Buch?

Die Geschichten, die in "Mehr als laut" erzählt werden, drehen sich um u.a. das "milk!", einem Club in Frankfurt, die sehr interessant erzählt ist, und die Spaß macht zu lesen. Ein Kapitel widmet sich einem Mega-Rave in Mexiko, in dem es durchaus noch interessante Passagen zu eben jenem "Spirit of Techno" gibt, der sich scheinbar sehr gut an den spirituellen Mexikanern ablesen lässt. Doch außer Name-Dropping und zum Teil echt langweiligen Reise-Erinnerungen kommt leider nicht viel mehr und das Buch flacht mit zunehmender Seitenzahl kontinuierlich ab. Allgemeinplätze halten Einkehr, so zum Beispiel die Erkenntnis von Acid Maria, dass das Leben als DJane zu Fernbeziehungen führt. Ganz bitter wird es, wenn in einem Interview klar wird, dass diese Gespräche bereits 11 Jahre her sind: Richie Hawtin zeigt sich dort begeistert von der "brandneuen Apple iSight-Kamera", mit der jetzt sogar Videochats möglich seien - dieses Wunderteil ist aber bereits 2002 auf dem Markt erschienen. Ein Feature, was heutzutage jedes Smartphone hat. Da kommt unweigerlich die Frage auf, warum die Interviews so lange in der Schublade liegen mussten? Sollte dieses Buch ursprünglich nicht eben doch eine Oral History des Techno werden, und irgendwie wurde dann was ganz anderes draus?

Ich frage mich, welchen Beitrag zur Geschichtsschreibung zur DJ-Kultur dieses Buch erfüllen möchte, welche Fragen an die Interviewpartner gestellt wurden? Auch die das Buch abschließenden Kommentare, in denen die Interviewten zehn Jahre nachher nochmal Revue passieren lassen, was seit den Interviews und "heute" geschehen ist, liest sich nicht spannend oder das bereits gelesene erhellend. Gerade die Bücher von dem hier auch vertretenen Hans Nieswandt haben dann doch mehr Witz und liefern reelle Einblicke in das (auch banale) Leben eines DJ, welches sich viel an Flughäfen und in der Luft, sowie in Hotels und an Restauranttischen mit einer ansehnlichen Entourage des Clubbetreibers abspielt.

Das Buch ist zwar hier und da durchaus kurzweilig, nur bleibt mir der Sinn und Zweck dieses Buches, sollte es jenseits von Unterhaltung einen geben, verschlossen. Ein lockeres Parlando, jeder kann eine mehr oder weniger gute Story zum Besten geben. Nur wird der Spirit des Techno leider nicht in dem Maße eingefangen, wie es Jürgen Teipel einst mit Punk so unfassbar gut gelang.

Wer also wirklich die Geschichte des Techno -von seinen Anfängen in Berlin- in diesem Stil lesen möchte, dem sei "Der Klang der Familie" wärmstens empfohlen.
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am 28. Juli 2014
Viel zu wenig kommt das eigentlich feeling für die Musik beim leser an. Ich war nach dem lesen eher Depremiert und hab mich gefragt ob die Interview Partner wirklich die richtigen waren. Nur bei einigen hatte ich das gefühl das Musik die hauptrolle Spielt. Leider kein wirklicher nachfolger von Verschwende deine Jugend. Kann es nur bediengt empfehlen.
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am 18. November 2013
Teipel schafft es in seiner unaufgeregten Art mal wieder von Anfang bis zum Ende zu begeistern.
Er hat den Doku-Interview Roman als Format in Deutschland eingeführt und schafft es wieder in spannenden Kapiteln, verschiedene Szenen der deutschen DJ Kultur zu beleuchten und das auf wirklich unterhaltsame Weise.
Neben den Kapitalen Hamburg, Berlin und Köln, werden auch Sub-Kapitalen wie Mannheim, Freiburg und Regensburg beleuchtet.
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