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TOP 1000 REZENSENTam 10. Dezember 2013
Pro:
Das Cover ist sehr hübsch und weihnachtlich, da kommt schon beim Anschauen Festtagsstimmung auf! Und auch die Grundidee ist nett, mal was anderes für ein Weihnachtsbuch, aber dennoch passend für die besinnlichen Adventstage. Daher habe ich nach diesem Buch gegriffen, und hier kommt nun mein Eindruck davon:

Die Geschichte liest sich gut und flüssig herunter, und neben der Haupthandlung - Eminas Suche nach dem Vater ihres Kindes - gibt es auch noch eine interessante Nebenhandlung über einen langjährigen Familienzwist in dem kleinen Dorf, in dem das Buch überwiegend spielt. Das Buch bleibt meiner Meinung nach immer spannend genug, dass man weiterlesen möchte, um herauszufinden, wie das Ganze endet.
Zu den Charakteren: Auf Emina, Christoph und Sybille werde ich leider unter "Kontra" näher eingehen! Jasper, der gehörnte Lebensgefährte, war mir dagegen direkt sympathisch. Nein, er ist vielleicht kein strahlender Adonis, aber er scheint ein netter, grundanständiger Mann zu sein, der sich nach einer richtigen Familie sehnt. Seine Trauer darüber, dass das Kind, auf das er sich so gefreut hat, nicht seines ist, hat mich richtig mitgenommen - der arme Kerl! Auch die bärbeißige Küsterin Renate, die zuerst ziemlich kratzbürstig und abweisend erscheint, habe ich im Laufe des Buches richtig gern gewonnen.

Der Schreibstil ist richtig schön und wunderbar zu lesen!

Kontra:
Mein riesengroßes Problem mit diesem Buch hat nichts mit einem schlechten Schreibstil, fehlender Spannung oder mangelnder Originalität zu tun, sondern eher mit schlampiger Recherche und unsensiblem Umgang mit dem Thema Schwerbehinderung.

Sybille hat Multiple Sklerose, eine Krankheit, an der ich selber leide. Daher kann ich auch mit Sicherheit sagen, dass manche Dinge, die hier über die Krankheit behauptet werden, schlichtweg falsch sind, und andere nur halbwahr. Zum Beispiel ist der folgende Satz kompletter Unsinn:

"Vielleicht aber ließ der nächste Schub auch nicht lange auf sich warten und würde bald dafür sorgen, dass die nächste Muskelgruppe zerfiel und sich zersetzte."

Multiple Sklerose greift die Muskeln nicht an sondern das Gehirn. Wenn man Probleme mit dem Laufen hat, dann liegt das daran, dass eine Entzündung oder Vernarbung im Gehirn verhindert, dass die Beine richtig gesteuert werden. Außerdem stellt die Autorin es so dar, als wären so ziemlich alle MS-Kranken auf den Rollstuhl oder auf Krücken angewiesen, könnten keine Kinder bekommen und wären ständig auf Hilfe angewiesen, was ebenfalls nicht stimmt - das war vielleicht vor 20 Jahren noch so, als es die heutigen Medikamente noch nicht gab! Ja, manche MS-Kranken sitzen im Rollstuhl, und ich selber benutze oft einen Gehstock, aber das kann man nicht so einfach über einen Kamm scheren.

Auch fand ich es sehr erschreckend, deprimierend und ignorant, wie oft Sybille auf ihre Behinderung reduziert wird, und wie sehr darauf herumgeritten wird, dass sie schwach ist, dass sie Hilfe braucht, dass sie ihrem Mann eine Last ist. Mir standen oft Tränen der Wut in den Augen!

"Sie liebte ihn trotz ihrer Krankheit - die ihr das Lieben eigentlich verbot."

Dürfen nur gesunde Menschen lieben?

"...er war verheiratet. Noch dazu mit einer so netten Frau. Allerdings schien Sybille um einiges älter zu sein als er. Und sie war krank. Oder jedenfalls schwerbehindert. Was mochte in ihm vorgehen, in seiner Situation?"

"Dafür brauche er aber ganz bestimmt eine helfende Hand. Eine gesunde Hand, möglichst nicht die zarten, kranken Hände von Sybille."

"Sybille sah ihm nachdenklich nach. Es war krankhaft, wie sehr sie ihnn liebte. Das lag natürlich auch an ihrer Lage, ihrer Abhängigkeit."

"Jochen stellte sich auf einen der Behindertenplätze am Friedhof, denn schließlich transportierte er eine Schwerbehinderte."

Immer und immer wieder - Sybille, die Schwerbehinderte. Wo ist Sybille, der Mensch? Ich finde es ja löblich, wenn eine Autorin auch mal einen Charakter beschreibt, der an einer chronischen Krankheit leidet, aber dann sollte das auch gut recherchiert sein und sensibel behandelt werden. Ein, zwei Gespräche mit MS-Kranken wären doch genug gewesen, um zum Beispiel den Irrtum mit den sich zersetzenden Muskeln aus der Welt zu räumen!

Neben diesem Aspekt, der mir das Buch gründlich verleidet hat, verblasst fast die zweite Sache, die mir nicht so gut gefallen hat: Emina und Christoph.

Am Anfang war mir Emina noch sehr sympathisch, und ich musste darüber lächeln, wie sie sich auf ihr Baby freut - aber im Laufe des Buches gewann ich den Eindruck, dass sie auch ziemlich egoistisch und verbohrt sein kann. Zum Beispiel reagiert sie ein paarmal patzig und wütend darauf, dass ihr Freund und seine Schwester ein Problem damit haben, dass das Baby, mit dem sie schwanger ist, das Ergebnis eines Seitensprungs ist - was ich sehr verständlich von den beiden finde! Auch fand ich es völlig unverantwortlich von ihr, dass sie im neunten Monat, eine Woche vor der Geburt, noch mit einem Smart durch einen Schneesturm fährt, statt z.B. den Zug zu nehmen...

Christoph blieb für mich sehr blass. Er ist Organist, er hat eine schwerbehinderte Frau, und weiter? Ich fand auch nicht wirklich glaubwürdig, wie er auf Eminas Nachricht, dass er Vater wird, reagiert. Ich habe mich oft gefragt: was will er eigentlich? Wie stellt er sich die Zukunft vor?

Und da ich zu ihm so gar keinen Zugang fand, konnte ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, warum Emina so fixiert auf ihn ist. Da kam für mich keine Romantik auf, und ich konnte auch nicht verstehen, wie Emina in ihrem Emotionen so wankelmütig sein kann. Daher kamen mir diese Emotionen auch nicht sonderlich echt oder tiefgehend vor!

Am Ende des Buches löst sich für mich das meiste zu einfach und problemlos auf, während anderes einfach gar nicht geklärt wird. Das fand ich nicht romantisch, rührend oder weihnachtlich-besinnlich, sondern sehr unbefriedigend!

Zusammenfassung:
Wer nicht selber von MS betroffen ist oder jemanden kennt, der es ist, dem wird dieses Buch sicher viel besser gefallen, als es mir gefallen hat. Mir hat der frappierend schlechte Umgang mit dieser Thematik das ganze Buch verleidet! Aber auch die blassen Hauptcharaktere verhindern meiner Meinung nach, dass die wirklich nette und vielversprechende Grundidee ihr Potential voll ausschöpft.
22 Kommentare| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Dezember 2013
Emina ist schwanger und steht vor einem Haufen Probleme. Ihre Beziehung zu ihren Lebensgefährten steht auf der Kippe, denn dieser ist nicht der leibliche Vater des Kindes. Der wohnt irgendwo auf dem Land und Emina beschließt, ihn zu suchen und über die Schwangerschaft zu informieren. Kurz vor Weihnachten zieht sie los und findet Christoph in einem kleinen Dorf.
Für mich war Weihnachten auf dem Lande mal eine völlig andere Weihnachtsgeschichte die ohne viel Kitsch, dafür aber mit viel Schnee und Zank, auskommt.
Im Vordergrund stehen Eminas Probleme mit ihrem Lebensgefährten und dem bald ankommenden Kind. Allerdings kommen auch kleinere Schicksale mit in die Geschichte, die letztendlich darauf hinausläuft, dass man verzeihen soll und kann und das Liebe keine Grenzen kennt.
Ich kann nicht behaupten das mir die Protagonistin sympathisch gewesen wäre. Anfangs erschien sie trotzig und egoistisch, meine Sympathie wanderte in Nullkommanix zu ihrem armen, gebeutelten Lebensgefährten.
Jedoch muss ich nicht unbedingt eine Protagonistin mögen, um Gefallen an einer Geschichte zu finden. Auch wenn diese nicht sehr spannend war, so war es die ländliche Atmosphäre, die ich zu schätzen wusste und die mich weiter durch die Seiten zog. Vor allem die Bewohner dieses kleinen Dorfes waren sehr interessant mit ihren eigenen Schicksalen.
Den weihnachtlichen Hauch bekommt die Geschichte dadurch, dass in diesem Dorf ein Krippenspiel geplant ist und Maria von Emina gespielt wird.
Auch der ganze Schnee drum herum, der das Autofahren erschwert, bringt eine gewisse weihnachtliche Stimmung mit sich.
Ein echter Hingucker ist das Cover. Verschneit und verträumt zeigt es deutlich, in welcher Jahreszeit diese Geschichte spielt. Viel Schnee, Tannen und Land. Passender kann es nicht sein.
Mit ca. 176 Seiten ist die Geschichte schnell gelesen. Martina Bick verfügt über einen leichten und schnörkellosen Schreibstil.

Fazit:
Weihnachten auf dem Land ist definitiv eine andere Art von Weihnachtsgeschichte, die ich so meines Wissens nach noch nicht gelesen habe. Sie ist modern und zeitgemäß, ländlich aber ohne viel weihnachtlichen Kitsch. Stattdessen besticht sie eher durch die etwas unterhaltsame Romantik, dem Zauber eines Dorflebens und so manch interessanten Dorfbewohner. Trotzdem hat mir das gewisse Etwas gefehlt, eben jener weihnachtliche Kitsch, den ich mir bei einer solchen Geschichte gerade zum Weihnachtsfest hin, gewünscht hätte.
© Michaela Gutowsky
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am 5. September 2015
Das ist ein so schönes Buch. Sehr angenehm zu lesen. Man kann es nur schwer zur Seite legen. Genau das Richtige für einen Weihnachtsfreak wie mich.
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am 29. Dezember 2013
Dennoch gebe ich trotz des Titels vier Sterne für ein Buch, das perfekt in die Weihnachtszeit passt. Im Mittelpunkt steht die bevorstehende Niederkunft von Emina, einer jungen Frau, die in einer festen Partnerschaft lebt, sich schon lange Nachwuchs wünscht, diesen aber erst nach einem One-Night-Stand auf den Weg bringt. Kurz vor Weihnachten sucht sie nach dem Vater ihres Kindes, nachdem sie ihrem Partner den Seitensprung gebeichtet hat. Von Hamburg aus gelangt die Protagonistin in das abgeschiedene Dörfchen Lechnow, wo sie neun Monate vorher übernachtet hat. Dort laufen die Vorbereitungen für das Krippenspiel auf Hochtouren. Emina übernimmt bei den Proben spontan die Rolle der Maria und erlangt außerdem Einblicke in diverse dörfliche Familienstreitigkeiten.
Die Charaktere sind sympathisch, allerdings ohne Tiefendimension und üben sich im Geiste weihnachtlicher Vergebung. Der Text ist gut lesbar, hätte jedoch etwas stringenter konstruiert werden dürfen. Dass eine der Hauptfiguren grundsätzlich Renate heißt, sich aber dann doch einmal eine "Regina" einschleicht, hätte nicht passieren dürfen. Da wurde einfach schlampig gearbeitet.
Für eine Verfilmung scheint der leichtfüßig unanspruchsvolle Text hervorragend geeignet.
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am 11. Dezember 2013
Habe das Buch gelesen. Es ist eine schöne Geschichte einfach so zum weg lesen mit einem schönen Ende.Nicht wie im echten Leben machmal wäre für alle so ein Ausgang gut.
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am 8. Januar 2014
Habe das Buch nur deshalb zu Ende gelesen, weil ich Bücher immer zu Ende lese, mögen sie auch noch so schlecht sein. Dumme und falsche Phrasen über MS reihen sich an Schleichwerbung für Smart. Das Cover verspricht eine nette Weihnachtsgeschichte, der Inhalt enttäuscht leider!
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am 26. November 2013
Man möchte dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dies ist eine richtig schöne Weihnachtsgeschichte. Macht Lust auf Weihnachten!
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am 20. Dezember 2013
Ein Buch was man viel zu schnell gelesen hat. Der Inhalt, na ja einfach ohne Denken zu müssen. Alles in einem aber ein tolles Buch.
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am 17. November 2016
Emina ist schwanger, nur leider ist ihr Freund Jasper nicht der Vater! Kurz vor Weihnachten – und der erwarteten Geburt – sucht sie den Organisten Christoph, der der Erzeuger des Kindes ist. Auf einer Landpartie Monate zuvor ist es passiert – ein einmaliger Ausrutscher mit weitreichenden Folgen. Wird sie Christoph finden? Was wird er zu seiner Vaterschaft sagen? Und was wird aus ihrer Beziehung mit Jasper?

Erster Eindruck: Ein winterlich-weihnächtliches Cover mit einer verschneiten Landschaft – sehr schön.

Emina will kurz vor der Geburt ihres Kindes noch reinen Tisch machen: Sie gesteht ihrem Freund Jasper, dass das Kind nicht von ihm ist, sondern von einem einmaligen Seitensprung. Für ihn bricht verständlicherweise eine Welt zusammen, er wähnte sich schliesslich seit Monaten als werdender Vater. Wirklich unfair, dass sie so lange mit ihrer Beichte gewartet hat. Nun will Emina die bevorstehende Geburt auch noch dem wirklichen Erzeuger mitteilen und reist daher ins verschneite Lechnow. Doch die Dinge laufen nicht ganz so, wie gedacht. Sie gerät mitten in ein Krippenspiel und Erbschaftsstreitigkeiten hinein. Als sie Tage später wieder abreist, beginnen ihre Wehen…

Ich hatte mit Eminas Art schon etwas Mühe. Ihr Verhältnis zu Jasper scheint mir nicht gerade von grosser Liebe zu überborden, denn sie beschreibt ihn u.a. wie folgt: „ein guter Kumpel, ein intelligenter, hilfreicher und liebenswerter Mann“; „ein guter Kumpel“ – spricht man so über den Lebensgefährten? Ich glaube nicht. Und wie kann man Monate damit warten, die Wahrheit über die Vaterschaft zu sagen?

Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für diese Rezension zu finden, ohne zu viel über die Geschichte bzw. deren Ausgang zu verraten. Nach dem Lesen des Klappentexts habe ich mich nämlich schon gefragt, ob das Buch überhaupt ein gutes Ende haben kann, denn das erhofft man sich doch eigentlich von einem Weihnachtsbuch. Der Ausgang ist für mich eigenartig. Auf der Rückseite des Buches steht „Die wunderbare Geschichte eines Weihnachtskindes“ – für mich leider nicht zutreffend.
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am 3. Februar 2014
ein schöner Roman während der Weihnachtszeit, leicht zu lesen und besonders zum Entspannen. Kann ich nur empfehlen, denn oft mag man nicht so schwierige Kost.
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