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Kundenrezensionen

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Format: Audio CD|Ändern
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Seit 2003 (und mit je einem kleinen Nachschlag 2005 und 2009) die meisten - und seien wir ehrlich: wichtigsten - Dylan-Alben als hervorragende Remasters erschienen (die sich in dieser Box wiederfinden), warte ich darauf, dass die fehlenden Alben ebenfalls remastert nachgeliefert würden. Nun geht dieser Wunsch in Erfüllung, zumindest größtenteils: "The Complete Album Collection" enthält die fehlenden Remasters von "Self Portrait" (ansonsten nur erhältlich in der 4-CD-Box von "Another Self Portrait"), "Dylan", "Hard Rain", "At Budokan", "Street Legal", "Saved", "Shot of Love", "Real Live", "Empire Burlesque", "Knocked out loaded", "Down in the Groove", "Under the red Sky", "Good as I been to you" und "World gone wrong" (bei den nachfolgenden Alben hat man vom Remastering abgesehen). Auf "MTV Unplugged" fehlt übrigens Love minus zero/No Limit gegenüber der deutschen CD. Dafür wurde hier in Knockin' on Heaven's Door der nervige Loop mit dem Pfiff eines begeisterten Fans (auf dem rechten Kanal zu hören) entfernt, der auf der deutschen CD den ganzen Song durchzieht.

Alle Alben stecken in sorgfältig bedruckten, aber steifen Vinyl-Replica-Hüllen ohne jedes Zubehör wie gefütterte Innenhüllen oder gar Textbeilagen (die aber sowieso unleserlich klein ausgefallen wären). Vermutlich versuchte man zu sparen, um den günstigen Preis der Box zu gewährleisten. Ohne Platznot wurden "Blonde on Blonde" und "The Basement Tapes", anders als "Self Portrait", mal wieder auf Doppel-CDs gestreckt, bei denen man die CDs umständlich nach innen entnehmen muss.

Von "Street Legal" erschien 1999 ein ausgezeichneter Remix des ziemlich schlecht klingenden Originalalbums, der auch als Vorlage für das Remaster von 2003 diente; für die vorliegende Box wurde das Originalalbum remastert, was mir ein nostalgisches Wiederhören bescherte! Im Falle von Dylans Debütalbum hat man auf das Remaster von 2005 zurückgegriffen, das man beim besten Willen nicht als "stereo" (im Sinne von "Raumklang") bezeichnen kann, obwohl das Cover mit dem Aufdruck "Stereo" wirbt. Klingt aber sehr gut! Ich weiß, dass viele Hörer mit dem Zweispur-Stereomix der CBS-CD nicht viel anfangen können; mich hätte ein Remaster desselben für diese Box aber doch sehr gefreut.

Schmankerl der Kiste ist die "Side Tracks" betitelte Doppel-CD, d.h. sie hätte es werden können. Ihr heimlicher Untertitel lautet "The essential Biograph"; wer das "Biograph"-Boxset, "More Bob Dylan Greatest Hits", "Greatest Hits Vol. 3" sowie "The Best of Bob Dylan Vol. 2" besitzt, findet darauf nur eine wirkliche Rarität, nämlich die Akustikversion von George Jackson - und ausgerechnet dieser Song klingt nicht wie frisch remastert. Und somit wirft dieser Sampler eher die Frage auf, warum so viele Raritäten NICHT auf ihm enthalten sind, vorneweg die Big Band-Version von George Jackson sowie Rita May (B-Seite aus den "Desire"-Sessions, beide zu finden auf "Masterpieces").

Wo sind (um nur einige zu nennen) Raritäten wie
- Grand Coulee Dam, I ain't got no Home und Dear Mrs. Roosevelt (von "A Tribute to Woody Guthrie")
- Shelter from the Storm (alt. Take, von "The Best of Bob Dylan" (1997)
- You belong to me (vom "Natural born Killers"-Soundtrack)
- Let it be me ('81er B-Seite)
- Angel flying too close to the Ground (B-Seite von Union Sundown)
- Band of the Hand (dufte '86er Single mit Tom Pettys Heartbreakers)
- The Usual, Night after Night und Had a Dream about you Baby (alt. Version, alle drei vom "Hearts of Fire"-Soundtrack)
- A hard Rain's a-gonna fall (live mit dem Tokyo New Philharmonic Orchestra von der Dignity-Maxi)
- zahlreiche "Time out of Mind"-Liveversionen (verstreut über diverse Maxi-CDs)
- Red Cadillac and a black Moustache (von "Good Rockin' tonight" 2001)
- Down in the Flood (new Version, live), Diamond Joe, Dixie und Cold Irons bound (New Version, alle vom "Masked an anonymous"-Soundtrack)
- Down along the Cove (live 11.6.2004)
- sowie die Songs vom Japan-Sampler "Live 1961-2000"?
Hätte dieser prachtvollen Sammlung eine weitere Doppel-CD mit wirklichen Raritäten geschadet? Ich denke nicht.

Witzig immerhin ist Positively 4th Street in der Version von "The Best of Bob Dylan Vol. 2", die 10 Sekunden länger läuft als das Original (das rechtzeitig ausgeblendet wurde) und hören lässt, wie Bob sich ganz am Ende noch verspielt.

Abgerundet wird die Box mit einem üppigen, 270-seitigen Begleitbuch mit zahlreichen Fotos, Besetzungsangaben und Essays namhafter Rock-Journalisten zu den einzelnen Alben; leider ohne Songtexte.

Einzeln erhältlich lägen allein die 14 fehlenden Alben preislich weit über dem Gesamtpreis von "The Complete Album Collection". Und bei einem Einzelpreis von rund 3,50€ pro Album lassen sich o.g. Kritikpunkte verschmerzen. Jetzt bin ich gespannt, mit welchen Überraschungen "The Complete Albums Collection Vol. 2 - The Bootleg Series" aufwartet.
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Der Inhalt dieser schlichten und sehr wertig daherkommenden Box sind sämtliche Studioalben Dylans, die er zwischen 1962 und 1992 herausgebracht hat, ergänzt durch einige der Live-Alben, also nicht, wie im Begleitbuch angegeben, alle Songs, die jemals auf offiziellen Dylan-Alben erschienen sind. Um diesen Anspruch zu erfüllen, hätte man vor allem vier oder fünf Live-Alben hinzufügen müssen nebst so mancher Studioaufnahme, die zum Beispiel auf der Zusammenstellung "Masterpieces" enthalten war. Dies aber nur als Anmerkung für Komplettisten - es fehlen ja auch die gesamten Bootleg-Series. Im Großen und Ganzen ist die Idee stimmig, erstmal die (meisten) offiziellen Dylan-Alben in eine Box zu packen. Schmerzlich vermisse ich eigentlich auch nur die 30th Anniversary Concert Celebration, die sicherlich deshalb nicht mitgenommen wurde, weil auf ihr so viele unterschiedliche Künstler mitwirken, was die Kosten der Box wohl in die Höhe getrieben hätte.

Die Namen der Alben und die Tracklisten sind die der amerikanischen Ausgaben. Das europäische "Subterranean Homesick Blues" heißt also hier in der Box "Bringing I All Back Home", wie es sich gehört, und auf der Unplugged-CD fehlt "Love Minus Zero". Dafür hat man auf der Shot Of Love - CD einen Track mehr als auf der Hülle verzeichnet sind, nämlich den treibenden Gospel-Blues: "The Groom's Still Waiting At The Altar".

Das wie immer sehr ästhetische Begleitbuch bringt für Kenner nichts Neues, für Entdecker viele nützliche Informationen und Einführungstexte nebst natürlich sämtlichen Tracklisten, passenden Fotos und allen Liner Notes, inclusive der von Dylan einigen seiner LPs beigegebenen Gedichtzyklen, Märchen und assoziativer Texte. Diese Texte sind, unabhängig davon, was man von der Musik hält, großartig und überaus lesenswert. Dies gilt übrigens auch für das heute fast vergessene Buch "Tarantula". Ich hoffe, spätestens zum 80. Geburtstag Dylans erscheint dann auch mal eine Gesamtausgabe seiner literarischen Werke. Was das Lesen in diesem Buch etwas erschwert, ist, man ahnt es schon, daß alle Texte nur auf Englisch vorliegen. Ich weiß nicht, warum man Liebhabern von populärer Musik immer automatisch englische Texte zumutet, auch wenn die Produkte in Ländern verkauft werden, die nicht englischsprachig sind. Jede Bedienungsanleitung zu fast jedem Gerät ist auf 50 Sprachen verfaßt, und die Begleittexte zu CDs mit klassischer Musik sind immer mehrsprachig! Bei einer großangelegten Werkausgabe wie der hier vorgestellten hätte ich es mehr als angemessen empfunden, die Einführungstexte auch in meiner eigenen Sprache lesen zu können.

Inhaltlich kann man zu einem 41-CD-Set natürlich überhaupt nichts Ausreichendes sagen, da muß der Kunde schon die Rezensionen zu den einzelnen CDs lesen. Was ich sagen kann, ist, daß gerade Bob Dylan ein unglaublich abwechslungsreiches Lebenswerk hingelegt hat, mit ständig wechselnden Stilen und auch unentwegt wechselnder Stimme, so abwechslungsreich, daß man von der Gesamtschau entweder wie von einem Sturmwind mitgerissen wird, weil es immer wieder etwas völlig Neues zu entdecken gibt, oder aus demselben Grund eben sehr lange braucht, um alles zu hören.
Meisterwerke stehen hier gleichberechtigt neben solchen, die eher nicht so bekannt sind - in einigen Ländern waren viele der hier versammelten Werke seit Jahren nicht mehr käuflich zu erwerben. Allerdings fällt in der Rückschau, wenn sie räumlich so kompakt daherkommt, auf, daß viel Wut, Aufregung und Enttäuschung, die beim Erscheinen vieler von Dylans Alben zu verzeichnen waren, überflüssig waren. Die meisten hier versammelten Werke sind von hoher künstlerischer und technischer Qualität. Dies gilt auch und vor allem für die Alben aus der verschrienen "Gospelphase", also Slow Train Coming, Saved und Shot Of Love, aber auch für den weitgehend unbeachteten Beginn des Spätwerkes, nämlich Under The Red Sky, Good As I Been To You und World Gone Wrong. Und auch für die Alben aus der Self-Portrait-Phase!

Die Klangqualität der hier versammelten CDs ist, obwohl die Werbung mit ihrer Rede vom Remastern usw. etwas Anderes glauben machen will, sehr inhomogen. Dies hat damit zu tun, daß einige CDs gar nicht remastert wurden (weil sie noch zu aktuell sind - oder keine Rechte vorlagen), andere nur sehr schluderig und anscheinend von miesen Quellen remastert wurden und wieder andere nicht bloß Remastert, sondern remixt sind.

Ich weiß nicht, ob es einem Hörer, der dieser Musik zum ersten Mal begegnet, nicht eigentlich egal ist, ob sie nun remastert oder remixt oder gar nicht bearbeitet daherkommt. Sicher nimmt er gern ein Remaster, weil er denkt, daß das besser ist, aber er würde gar nicht merken, wenn es keines wäre. So ging es mir in den frühen 90ern, als ich mir die meisten der hier versammelten Alben auf CD holte. Einige von ihnen hatte ich vorher begeistert auf Bibliotheks-Schallplatten gehört und war dann, als ich endlich die CD besaß, verwundert, daß mich die Musik dann doch nicht so vom Hocker riß. Heute weiß ich eben, daß es an den CDs selber lag, für die damals einfach die LP-Masters verwendet wurden, wodurch sie oftmals dünn, verhallt und kühl klangen. Das war meiner Theorie nach auch der Grund, warum es überhaupt so viele Leute gibt, die der LP die Treue gehalten und behauptet haben, sie klinge viel besser und wärmer als die CD. Prinzipiell und rein physikalisch sind diese Meinungen nämlich nur schwer begründbar. Aber die CDs aus jener Zeit klangen tatsächlich beschissen, und jeder konnte froh sein, wenn er noch eine LP bekam. Allerdings ist es komischerweise auch heute noch manchmal so, daß Vinyl-Ausgaben von Dylans Alben besser klingen als die jeweilige CD. Dies gilt vor allem für die LPs, die direkt von Bob Dylans Plattenfirma kommen, nicht von irgendwelchen Drittanbietern.

Doch zurück zur Box. Ich sagte, die Klangqualität der einzelnen CDs sei sehr unterschiedlich. Am besten im Vergleich zu ihren CD-Originalausgaben klingen die Remixes. Das sind: Another Side Of Bob Dylan, Bringing It All Back Home, Blonde On Blonde, Blood On The Tracks und Slow Train. Große Freude beim Wiederhören hat man auch bei den Basement Tapes, die anscheinend auch ein Remix sind, denn das strikte Mono der Originalausgabe ist näher am Stereo der Originalbänder. Allerdings sagt ein Freund von mir, der die Basement Tapes bisher nicht kannte, daß diese Platte besonders scheiße klingt. Damit hat er sogar recht, aber das liegt dann an der Aufnahmesituation. Ich kann nur sagen, sie klingt viel besser als das, was ich vor 20 Jahren unter demselben Titel zu hören bekam.

Umwerfend gut klingen auch die Alben der letzten 15 Jahre, da gibts gar nichts zu meckern. Aber richtig die Ohren angelegt habe ich bei "Self Portrait", und bei "Dylan", beide von 1970, Umso ärgerlicher, daß die dritte Platte aus jenem Jahr, New Morning, so muffelig klingt wie eh und je.

Auch die anderen Remasters klingen jetzt nicht umwerfend besser, vor allem mit Ausnahme von "Dylan" nicht die, die angeblich extra für diese Box remastered wurden. Richtiggehend enttäuscht bin ich von Good As I Been To You, von der es eine wahnsinnig gut klingende LP-Ausgabe gibt, das genauso klingt wie vor 20 Jahren, von World Gone Wrong und vor allem von "Real Live". Diese großartige CD ist wegen ihrer seltsamen Equalizierung immer noch unhörbar. Man braucht die Platte. Ich glaube sogar, auf Spotify einen besseren Mix dieses Albums gehört zu haben. Aber kann ja eigentlich nicht sein. Naja. Zu erwähnen wäre noch, daß das Album "Street Legal", das von Natur aus besonders mies klang, 1999 in remixter Version erschien, die so gut klang, als hätte jemand nicht nur einen Vorhang zur Seite gezogen, sondern bergeweise Wäsche beiseite geräumt. Traurigerweise ist dieses Remaster in der vorliegenden Box nicht zu hören. Aus irgendwelchen nostalgischen Gründen hat man den Originalmix remastert. Klingt besser als die muffelige LP und auch die Original-CD, aber hat nichts mit richtig gutem Klang zu tun.

Auf einer Art Zusatz-CD, also eigentlich einem Doppelalbum, sind sogenannte "Side Tracks" versammelt. Auf diese Platte hatten sich ja Dylan-Sammler besonders gefreut, aber sie bot einfach nicht nur nichts Neues, sondern noch nicht mal alles hinlänglich Bekannte. Die meisten Tracks auf dieser Zugabe stammen von der 1985er Box "Biograph". Das war seinerzeit eine großangelegte Werkschau, die mit Outtakes, Alternativversionen und Liveaufnahmen so vollgepackt war, daß sowohl Sammler als auch Neuentdecker ihre helle Freude an dem Werk hatten, das sich auch gut durchhören ließ, obwohl es sich über fünf Schallplatten erstreckte. Die Aufnahmen aus dieser Box, die nicht auf irgendeinem anderen Album vorkommen, sind nun hier versammmelt. Dazu ein paar Aufnahmen, die man nur auf "More Best Of Bob Dylan" findet und von denen er selbst nicht mal besonders begeistert war, und noch ein paar Songs von neueren Compilations. Im Zusammenhang der vorliegenden Sammlung für Neuentdecker sicherlich interessant, weckt diese Zusammenstellung bei mir ein wehmütiges Gefühl. Lieber als diese lieblose Aneinanderreihung wäre mir ein vollständiges Remaster von "Biograph" gewesen; noch lieber eine Sammlung von Songs, die Dylan in den letzten 30 Jahren zu Sountracks und Tribute-Alben beigetragen hat. Darunter finden sich so manche Perlen, von denen heute viele Leute nicht mal mehr wissen. Will man Dylan kennen, sollte man auch mal die Möglichkeit haben, sein "You Belong To Me" zu hören oder Hank Williams "I Can't Get You Off Of My Mind".

Noch ein Wort zur äußeren Aufmachung: Die sehr stabile Box, die sich äußerst angenehm anfaßt, hat einen sehr stabilen Deckel, den man abnehmen kann. Die einzelnen CDs haben kein einheitliches Design, sondern sind so bedruckt wie die Original-CDs oder eben ihre Remasters. Das heißt, die meisten sind rot und haben diese gelbe Columbia-Schrift - ich finde das ja sehr ästhetisch. Nur die beiden akustischen CDs aus den 90ern haben ein neues Design erhalten - niemand weiß, warum. Nun stecken diese CDs in Hüllen, die den Original-LP-Hüllen nachempfunden sind, sofern es welche gab, muß man ja schon sagen. Sie kommen auch widerstandslos aus diesen Hüllen heraus.
Einige sind allerdings in solchen Doppel-Hüllen, die sich idiotischerweise nach ihrer Innenseite öffnen. Um die CDs aus diesen Hüllen zu befreien, muß man entweder mit den Fingern auf die Tonträgeroberfläche tatschen oder die Hülle zerreißen. Mir sind bisher alle Doppel-Hüllen auf diese Weise kaputtgegangen. Das ist schade.

Ich nehme jetzt die remixten und remasterten CDs aus dieser Box und lege sie in die Hüllen, die ich von den alten CDs habe. Das hatte ich sowieso vor, und so billig kriege ich nie und nimmer alle Remixes und Remasters wie in dieser Box.

Insgesamt kann ich natürlich nicht anders, als diese überaus preisgünstige Box allen zu empfehlen, die Dylan mal entdecken wollen. So billig kriegt man diese Aufnahmen nicht mal auf dem Flohmarkt, und viele davon erst recht nicht in so guter Klangqualität.
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am 6. November 2013
Finally ...wie man auf Englisch sagt, wenn endlich wahr wird, worauf man sehr lange gewartet hat: endlich alle offiziellen Dylan Alben remastered in einer Edition.
Es wirkte schon lange wie eine Laune des Schicksals, dass von anderen Künstlern, die weit weniger bedeutend als Dylan sind, viele - früher zum Teil noch so rare - Platten als Remaster und in neuen Editionen vorliegen, während man bei Dylan selbst auf ein Remaster von immerhin 14 Alben bis jetzt warten musste. "A Simple Twist of Fate", in der Tat. Bei vielen anderen Künstlern ist ein Volumen von 14 Platten ein Gesamtwerk - bei Dylan dachte man vielleicht, das fällt nicht weiter auf... Zunächst wurden die Jahre 1962 bis 1966 in der Vergangenheit vermarktet bis zum get no. So, als gäbe es nur den Dylan, der die Ikone der 60er Jahre war. Dann beleuchtete man vielleicht noch den Dylan der 'Blood on the Tracks' und 'Rolling Thunder Revue' Periode und schliesslich das (mit Recht) viel gelobte, späte Werk seit 'Time out of Mind'. Ein wenig aus der Zeit 1969 bis 1970 dazu, plus einer Prise 'Oh Mercy'
...und "fertig ist der Dylan".
Das ist nicht so. Darum und dazu möchte ich hier etwas anmerken.
Natürlich ist dieses Gesamtwerk nicht 5 Sterne sondern gefühlte 500 Sterne wert, aber wo über die Jahre 1962 bis 1966 etc. alles "und noch viel mehr" gesagt wurde, möchte ich hier meinen ganz subjektiven Fokus auf den Dylan der Jahre 1980 und 1981 richten. Ich bin ganz gewiss kein Bibel-treuer Christ, doch ich finde, dass man auf ein Remaster von Platten wie 'Shot of Love' und 'Saved' fast zu lange warten musste. (bei 'Slow Train Coming' drückte man da vermutlich noch ein Auge zu - beim Remaster 2003 - wegen der Popularität von 'Gotta Serve Somebody' und weil Mark Knopfler mit von der Partie war.) Auch wenn 'Shot of Love' und 'Saved' Anfang der 80er Jahre als "religiös" oder in Amerika als "born again" abgetan wurden, so enthalten sie - beim wiederhören - vor allem... ganz hervorragende Musik. So hört man in 'What can I do for You?' (von 'Saved') ein wunderbares Mundharmonika Solo (Eins von Dylans allerschönsten auf der Mundharmonika, finde ich). Da gibt es echt viel zu entdecken..... Wie gesagt: im Gegensatz zu 'Blonde on Blonde' usw., die bereits 2003 neu remastered wurden, ist es schön, nun auch endlich 'Saved' und 'Shot of Love' vorliegen zu haben. Oder das ebenfalls sehr unterbewertete 'Live at Budokan'. Zum Dylan der Jahre 1980/1981 hier noch eine ganz persönliche Anmerkung: ich hatte vor kurzem das Vergnügen, ein Konzert von 1980 aus Toronto in voller Länge via Internet sehen und hören zu können... Das ist vor allem sehr zupackende, erdige Musik, ein Dylan, der mit kraftvoller, lauter Stimme passioniert singt, eine hervorragende Band im Rücken, mit dem virtuos spielenden Fred Tackett von Little Feat an der Leadgitarre, wirklich ganz toll, jede Sekunde davon. Auch der Sound stimmt. Mein persönlicher Wunsch wäre, dass ein Konzert wie dieses in voller Länge als 'Bootleg Series Vol. 11' veröffentlicht wird. (Meinetwegen auch als 'Vol. 12', aber bitte besser spät als nie...) Das wäre es wirklich wert. Mir ist nicht ganz klar, warum diese 1980/1981 Zeit so "unter den Tisch" gewandert ist - so, als wäre es eben nicht wichtig, gegenüber der "Ikone der Sixties" - religiös hin, religiös her. Dylan selbst hat nie einen Zweifel gelassen, wie wichtig ihm diese Periode war und ist, auch wenn er viele "Buh!" Rufe dafür einstecken musste.
Eine letzte Anmerkung betrifft das "berüchtigte" 'Dylan' Album von 1973. Es galt immer als totale Entgleisung, als minderwertigstes Restmaterial von 'Self Portrait' (das ja bereits selbst einen zweifelhaften Ruf hatte - 'Another Self Portrait' ist der gelungene Versuch einer späten "Rehabilitation"). Wenn ich nun 'Mr. Bojangles' vom 'Dylan' 1973 Album höre, so finde ich hier und heute: es ist einfach schön. Das gilt, na klar, letztenendes für die gesamte Edition - jeder darf sich "seinen" Dylan aussuchen, entdecken, freuen, stöbern, lauschen...
Hoffentlich kommt künftig noch recht viel neues vom "Columbia Recording Artist".
...ZU-GA-BE!
Hey Mr. Tambourine Man, sing a song for me.....
May your song always be sung.......
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am 2. November 2013
Mit Ausnahme der seit 1991 im Rahmen der Bootleg Series veröffentlichten Alben und diverser Compilations enthält diese Box (fast) alle von 1962 bis 2012 veröffentlichten Studio- und Live-Alben von Bob Dylan und als Bonus noch zwei "Side Tracks" betitelte CDs mit 30 nicht auf den Studio- und Live-Alben enthaltenen Tracks, von denen man die meisten bereits von der 1985 veröffentlichten Box Biograph oder den 1971 erschienenen Bob Dylan`s Greatest Hits Vol. II kennt. Einzige wirkliche Rarität ist die 1971er Non-Album Single-B-Seite "George Jackson (acoustic Version)", bislang gänzlich Unveröffentlichtes von Bob Dylan sucht man in dieser Box vergebens. Nicht enthalten sind auch die offiziellen Live-Alben Live at the Gaslight 1962,Live at Carnegie Hall 1963 und Bob Dylan in Concert: Brandeis University 1963.
Die Miniaturrepliken der originalen LP-Cover haben nicht denselben Standard wie bei den 2010 erschienenen The Original Mono Recordings, Innen- oder Schutzhüllen gibt es keine, immerhin aber auch keinerlei Kleberrückstände auf den CDs, in jüngster Zeit leider nicht selbstverständlich. Sehr gelungen finde ich dagegen das 270 Seiten dicke Begleitbuch, das neben (u.a.) ausführlichen Erläuterungen zu den in der Box enthaltenen Alben auch die von Bob Dylan verfassten Gedichte enthält, die auf den frühen Dylan-LPs auf der Albumrückseite bzw. den Innenhüllen abgedruckt waren. Interessant auch die Auflistung der diversen während der jeweiligen Albumsessions aufgenommenen Songs, die es seinerzeit nicht auf die jeweiligen Alben geschafft haben, sondern erst später offiziell, z.B. auf Biograph oder den Bootleg Series-Alben veröffentlicht wurden. Natürlich wurden in all den Jahren noch zahlreiche weitere Songs aufgenommen, die bis heute auf ihre offizielle Veröffentlichung warten. Ein zweites Buch mit den kompletten Songtexten hätte ich sehr passend gefunden, dafür hätte die Box gerne einige Zentimeter breiter ausfallen dürfen.
Angabe gemäß gibt es 14 der in dieser Box enthaltenen Alben erstmals in neuen Remasters, die übrigen Alben sind soundmäßig auf dem letzten Stand der auch einzeln erhältlichen CDs. Die acht in The Original Mono Recordings enthaltenen Alben gibt es hier in ihren jüngsten Stereo-Remasters, so dass man sich durchaus beide Dylan-Boxen ins Regal stellen darf.
Wie bereits gesagt, bislang unveröffentlichte Dylan-Songs sucht man in dieser Box vergebens, vielleicht bietet die für 2014 angekündigte "Complete Album Collection Vol. Two" mit den Bootleg Series-Alben diesbezüglich mehr Überraschungen.
Bleibt zu hoffen, dass diese Complete Album Collection in absehbarer Zeit nicht mehr komplett sein wird und Bob Dylan noch das eine oder andere neue Album veröffentlicht!
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am 4. November 2013
Ich weiß, es ist lächerlich, das Gesamtwerk des größten Songschreibers der vergangenen 50 Jahre mit einem einzigen Sternchen abzufertigen. Aber die Bewertung bezieht sich natürlich nicht auf die Musik, für die sind die hier zur Verfügung stehenden fünf Sterne eh viel zu wenig. Ich ärgere mich nur maßlos, daß es die Plattenindustrie wieder einmal - wie bereits öfter in letzter Zeit - verabsäumt hat, eine wirklich vollauf befriedigende Gesamtedition eines Künstlers vorzulegen, obwohl dies doch eigentlich sehr leicht möglich gewesen wäre. Ein Vorrezensent hat bereits auf das Problem hingewiesen: Es fehlen eine ganze Reihe Tracks, die man der Vollständigkeit halber mit hätte dazu nehmen MÜSSEN - insbesondere auch deshalb, weil ausgerechnet die fehlenden Stücke von vielen Fans seit Jahren sehnsüchtig erwartet werden. Die in der Rezension des Koillegen nachzulesende Liste läßt sich noch erweitern: Wo sind Dylans Beteilungen an Tribute-Samplern (Jimmie Rodgers, Hank Williams), wo seine Kollaborationen mit anderen Künstlern (z.B. Doug Sahm)? Was denkt sich eigentlich ein Großkonzern wie Sony, was ein Käufer erwartet, der bereit ist, 150 E für ein Produkt auszugeben? Wieso schafft es eine Kleinfirma wie Bear Family immer wieder, absolut perfekte, vollständige Editionen zu veröffentlichen, während Multis regelmäßig an dieser Aufgabe scheitern?
So, genug Galle in die Tastatur geschüttet - hoffen wir auf den nächsten Versuch!
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am 13. Juni 2016
Maybe one of the best ever produced. I wait impatiently for the next volume (who knows how long it will last?)
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am 23. November 2013
....was soll der Scheiss, Sony/Columbia/Legacy, mit wieviel Best of..., Volumes, Greatest usw. und ähnlichen Zusammenstellungen von B.D. soll der Markt noch überflutet werden, und alles nichts Halbes und nichts Ganzes.
Immer Stückwerk, wobei natürlich Jeder seine eigenen Songs hat, die er meint auf solchen Veröffentlichungen
sehen zu müssen.
Dieses jetzt erschienene opulente Machwerk ..The Complete Album 1" ist reichlich bestückt, aber wie die Vorrezensierer auch schon angemerkt haben, wieder unvollständig und Stückwerk, unabhängig vom mangelhaften
ganzen Drumherum, Verpackung, Ausstattung, Handling usw. Für ein Majorlabel wie Sony einfach unterste Schublade.
Vorrezensierer "Ein Kunde" hat es auch schon auf den Punkt gebracht,.....vertane Gelegenheit..".
Hallo Sony-Leute,hier eine Empfehlung: Geht mal kurz in die Lehre bei Bear-Family-Records !!!!, dann kann's
nur noch besser werden.
Schade ist es eigentlich nicht nur für die Käufer, sondern auch für Bob Dylan selbst, der Jahrhundertmann hat
dies nicht verdient und noch weniger sein Gesamtwerk.
Bob Dylan's Musik verdient 10 Sterne und eine entsprechende Sorgfalt drumherum.
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am 23. Juli 2014
ich habe mich immer geglaubt mit den "Best of Dylan" CD's die wichtigsten Sachen zu haben, die komplette Album Collection bietet aber einen ganz anderen Einblick in das Schaffen von BobDylan. Eine auf Hits reduzierte Sammlung ist auf die Dauer ermüdend, hier kann man sich den verschiedenen Etappen und Musikstilen hingeben.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist überragend, auch die Ausstattung kann sich sehen lassen. Die reproduzierten Original-Cover sind natürlich schlecht lesbar, dafür gibt es aber das schöne Booklet, dass die notwendigen Informationen in lesbarer Form liefert. Der Überblick des Schaffens von Dylan ist dadurch gut möglich. Mag sein, dass der langjährige Sammler einige Titel vermisst; von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 7. November 2013
Natürlich mag ich Bob Dylan, wegen seiner Texte und wegen seiner autodidaktisch-unorthodoxen Musikschöpfungen. Sonst hätte ich das Album nicht gekauft. Meine fünf Sterne beziehen sich daher definitiv nicht auf den Inhalt, sondern nur auf das Produkt.

Soweit ich das beurteilen kann, sind da sämtliche von ihm offiziell erschienen Alben bis Tempest (somit 1962 - 2012) dabei. Italienische Raubpressungen (vor Jahrzehnten war Italien das Wunderland der Urheberrechtsumgehung) z.B. natürlich nicht. Ich hab' noch eine diesbezügliche LP - "a rare batch of little white wonder - in meiner Sammlung, mit Titeln, die in dieser Sammlung z.T. nicht vorhanden sind. Was da noch an legal "dunkelgrauen" remasterten Tapes umgeht, ist vermutlich auch Gegenstand für eine eigene Kultgemeinde. Plus z.B. die (m.E. traumhaft gute) Dialektübersetzung von Wolfgang Ambros, oder die kursierenden Bootleg-Series, oder...

Gefallen hat mir, dass die CD-Hüllen sehr genau den LP-Plattencovern nachempfunden sind. Viele davon liegen bei mir im Keller, und der "Wiedererkennungswert" hat was :-)

Bob Dylan ist keine Marke mit gleichbleibender Geschmacksrichtung :-) Vielmehr kann man da ganz deutlich eine extreme, sagen wir mal "Zig-Zag-Entwicklung", hören. Ich persönlich habe etwa bei "Before the Flood" das Interesse verloren, und erst recht bei spirituellen "Anwandlungen". Kauft man dieses Sammelalbum und hört sich's an, sieht's wieder ganz anders aus!

PS: Beim Rippen ist mir aufgefallen, dass "Hard Rain" nicht im Internet gefunden wurde, und dass anscheinend der Vollständigkeit halber von anderen Rechteinhabern CDs zugekauft wurden. Um "The Complete Album" wird sich's daher wohl handeln, und es macht mir Spaß, eine CD "aufzulegen", und nicht nur in einer mp3-playlist herumzuklicken :-)
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am 5. Juli 2015
Super Box-Set. Bob Dylan wie er sich eben darstellt. Tolle Musik für diejenigen die sich mit dem Musikgenre und der Zeit identifizieren. Da hört man immer wieder gerne rein.
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