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am 28. Februar 2010
Ein wirklich guter Krimi benötigt nicht nur Spannung, sondern auch eine gute Hintergrundstory.
Robert Wilson vereint in seinem Schreiben die Gaben des guten Erzählens mit Hintergund und des brillianten Spannungsaufbaus.
Anfangs dominiert in diesem Buch das kriminelle Element und der Spannungsaufbau, während dann zusehends mehr die eigene und die Familiengeschichte in die Story eingeflochten wird.
Dabei versteht Wilson es, die Charaktere eigenwillig und authentisch sehr scharf gezeichnet darzustellen. Auch den Flair der Stadt Sevilla und Tangers beschreibt er, als ob er dort geboren wäre und immernoch dort leben würde.
Das Buch lässt einen nicht mehr los und man sinkt immer tiefer in die Geschichte rein.
Das Ende hätte für mich noch mehr ausgeweidet und vertrackter sein können, aber ein wirklicher Wermutstropfen ist es auch nicht.
5 Punkte voll verdient und rundum zu empfehlen!
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am 30. Oktober 2011
Robert Wilson hat mich gepackt. Die Geschichte wird genial entwickelt und der Leser hat die Möglichkeit, sehr schnell mit Javier Falcón zu fühlen und ihn bei seinen Ermittlungen und auf seinen emotionalen Reisen in die eigene Vergangenheit zu begleiten. Die Beschreibung der Stadt ist so eindrucksvoll, dass ich nach der Lektüre das Gefühl hatte, schon einmal in Sevilla gewesen zu sein.
Es ist sicherlich kein Krimi, den man "mal eben so wegliest". Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, die Bilder, die Wilson zeichnet, zu deuten und anerkennend mit dem Kopf zu nicken. Gerade das Motiv des Sehens, bzw. Nicht-Sehens wird immer wieder geschickt inszeniert. "Der Blinde von Sevilla" ist Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Es war für mich klar, dass ich nach meinem ersten Wilson weitere Krimis des Briten lesen werde. Ich habe es nicht bereut.
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am 20. Februar 2005
Chefinspektor Javier Falcon ist der Leiter der Mordkommission in Sevilla. Ein scheußlicher Mord an einem Geschäftsmann geschieht und alles deutet darauf hin, dass hier eine alte, blutige Rache ausgelebt wurde. Und dann gibt es da noch die Beziehung, die zwischen dem Mordopfer und dem Vater des Chefinspektors ganz offenbar bestanden hat. Javier Falcon taucht ein in die Vergangenheit des Opfers und (alsbald) in seine eigene. Durch die in die Handlung eingestreute Lektüre der Tagebücher seines Vaters beginnt er langsam zu verstehen, aber dieses Begreifen trägt nicht zu seinem Wohlbefinden bei.
Was als polizeilicher Ermittlungskrimi beginnt, entwickelt sich mehr und mehr zum Psychothriller. Die Frage "Wer ist der Täter?" tritt gegenüber der Frage "Wer oder was bin ich eigentlich?" immer weiter in den Hintergrund. Eine Schule des Sehens für den Chefinspektor beginnt.
Ein nicht wirklich gelungener Roman mit einigen schweren Brüchen (die wichtige Figur der Consuelo wird nicht weiter entwickelt, der Galerist Ramon bleibt letztlich farblos), der in seinem zweiten Teil recht spannend angelegt ist. Die den Fortgang der Ermittlung hinauszögernden Tagebuchpassagen halte ich freilich für gut recherchiert und sehr gelungen. Die Erzählung pendelt zwischen Krimi und Familiensaga mit eingestreuten Szenen aus dem zweifellos interessanten Lokalkolorit Sevillas. Irgenwie kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Autor nicht wirklich wußte, welche Art von Roman er eigentlich schreiben wollte. Die Elemente einer guten Erzählung sind vorhanden, und dennoch, so wie diese Elemente zusammengesetzt sind, mangelt es an Stimmigkeit. Das Konzept des Mörders bleibt völlig im Ungewissen. Der Leser hat einen nicht ganz unspannenden Roman gelesen, aber er fühlt sich nicht bereichert.
Ein unverzeihlicher Übersetzungsfehler (?) ist die Bezeichnung des (nicht unwichtigen) Untersuchungsrichters ("Juez de instruccion") als "Staatsanwalt". So etwas sollte nicht passieren.
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am 22. Mai 2004
Selten habe ich einen so dichten, weitgehend düsteren Krimi ohne Schwächen gelesen. Schon die beiden anderen auf deutsch erschienen Bücher von Wilson haben mich begeistert - aber "Der Blinde von Sevilla" ist wirklich große Kriminalliteratur! Wilson gelingen detaillierte Schilderungen menschlicher Abgründe ohne dass er ins Melodramatische abrutscht. Seine Erzählweise (die Tagebucheintragungen des Vaters des Chefinspektors im Wechsel mit dem aktuellen Fall und seiner Ermittlung) zieht den Leser immer tiefer in die Story mit herein. Ich habe die Geschichte innerlich miterlitten und das Ende qualvoll herbeigesehnt: was für eine Erlösung, wieder frei atmen zu können. Wilson ist darüber hinaus ein brillanter Rechercheur. Seine Schilderungen der Semana Santa, des Lebens in Tanger, der Kunstszene in den 50er-Jahren sind so dicht wie ein Dokumentarfilm. Schlichtweg ein geniales Buch!
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am 11. Juni 2006
Hier hat einer versucht, einen literarischen Kriminalroman zu schreiben, Literatur und Polizeiarbeit zu verbinden und wenn Wilson im Nachwort schreibt, dass seine Frau ihn hauptsächlich mit gebeugtem Rücken über der Tastatur wahrnimmt, mag man es bei der Dicke seiner Werke (hier über 630 Seiten) wohl glauben.

Und in der Tat muss man feststellen, dass die Wucht und das Engagement, mit der dieser fast monumentale Kriminalroman daherkommt, in Europa nur in Mankell und Hayder seinesgleichen findet.

Schon der Beginn des Plots ist gewaltig: Ein vermögender und gesellschaftlich anerkannter Restaurantbesietzer wird dabei gefilmt, wie er sich von einer Hure fellationieren lässt, während er einen Porno betrachtet, in dem seine eigene zweite Frau mitspielt, die wiederum seiner geliebten ersten Frau zum Verwechseln ähnlich sieht. Anschließend wird er vom Amateurfilmer seiner Augenlider beraubt, gezwungen, einen Film anzusehen, der für ihn so schmerzhaft ist, dass er stirbt.

Das ist aber nur der Auftakt und ein kleiner Teil einer Geschichte, in der ein Mörder gleich einem Künstler eine Geschichte erzählen will, die eigentlich eine Art Familiengeschichte des ermittelnden Kommissars ist.

Schon dieser Anfang lässt aber ahnen, dass sich hier psychologische Gebirge auftun, die ihresgleichen in der Kriminalliteratur suchen. Der Ermittler Javier Falcon ist - natürlich geschieden - in einer grandiosen Einsamkeit gefangen, die Wallander fast als gesellig erscheinen lässt und muss Zuflucht zu einer Psychologin nehmen, um die Familiengeschichte aufzuarbeiten.

Sein Vater, ein berühmter Maler, diente einst in der Fremdenlegion und kämpfte anschließend in Russland an der Seite der Nazis, was im Buch in ausführlichen Tagebüchern gewürdigt wird. Lebendig werden so die Front im zweiten Weltkrieg sowie eine Zeit in der Fremdenlegion, die erste Nachkriegszeit, in der die Entourage Künstlers mit krummen Schmuggelgeschäften zwischen der südspanischen Küste und Marokko ein Vermögen gemacht hat und die Nachkriegsjahre der Libertinage in Tanger. Da wird viel zeitgeschichtliches Kolorit lebendig und man lernt einiges über die Geschichte Spaniens und die Gewalttätigkeit der Zeit.

Der Stoff und seine Folgewirkunen bieten soviel Raum für Tragik und Nebengeschichten, dass andere Autoren daraus locker hätten fünf Romane machen können.

Man muss dies vielleicht erwähnen, um die Vielschichtigkeit dieses Romans zu erfassen, der es einem aber auch nicht leicht macht. Man bewundert den Autor, der in all dieser Komplexität die Übersicht behält. Dem Leser mag dies nicht immer gelingen. Gelegentlich hätte man auch auf den ersten paar hundert Seiten im Alltag banaler polizeilicher Ermittlungen ein wenig mehr erzählerisches Tempo gewünscht.

Das Ende wartet dan wieder mit einer Reihe von Überraschungen auf, die auch den Kenner überraschen dürften. Lediglich das allzu banale Ende des Täters enttäuscht.
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am 10. Februar 2014
Ich fand das Buch von Anfang an fesselnd. Die verschiedenen Charaktere scheinen in keinem direkten Zusammenhang zu stehen, erst nach und nach erschließt sich dem Leser wie auch dem Kommissar wie das Puzzle der einzelnen Lebensgeschichten zusammenpasst. Die eine oder andere falsche Fährte versandet schnell, und alles konzentriert sich auf das Tagebuch des Vaters Falcóns und auf eine weit zurückliegende Vergangenheit, die auch die Geschichte des ermittelnden Kommissaren ist.

Stil sowie die ausgezeichnete Herausarbeitung der handelnden Persönlichkeiten haben mich fasziniert. Die bildhafte Beschreibung Sevillas sowie Tangers sind großartig, das Plot selbst ziemlich ungewöhnlich und - wenigstens für mich - in der Auflösung überraschend aber nicht unlogisch. Dennoch lässt das Buch mich nicht mit einem Gefühl der Befriedigung zurück. Trotz aller Logik und Beantwortung aller aufgeworfenen Fragen drängt sich der Verdacht auf, dass hier irgendetwas nicht stimmig ist. Für mich erklärt sich gefühlte Unstimmigkeit folgendermaßen: die positiven wie negativen Aspekte in der Lebensgeschichte jedes einzelnen Akteurs und Opfers sind in sich durchaus schlüssig. Als ein gemeinsames Mordmotiv sind sie es jedoch nicht, es sei denn, man erklärt es ausschließlich mit dem Bedürfnis des Täters, die "Bösen" - auch die, die mit ihm persönlich nichts zu tun haben - büßen zu lassen. Und das ist mir denn doch etwas zu platt.
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am 23. Juli 2013
Dieser Krimi ist ne Wucht! Gut konzipiert, logisch aufgebaut, sehr interessante Charaktere, sehr spannend, kurz: ein Krimi vom Feinsten! Robert Wilson steckt die langweiligen Bestseller ala Adler-Olsen & Co. locker in die Tasche. Schade, dass es nur eine Taschen- und keine gebundene Ausgabe hiervon gibt. Und dann: Für so wenig Geld, soviel Qualität: da muss man heute lange suchen. Also: Wilson lesen - alles richtig gemacht!
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am 30. September 2016
Nachdem ich "Der Blinde von Sevilla" im Lauf der letzten 10 Jahre nun schon zum dritten Mal gelesen habe, ist es nun an der Zeit, meiner grenzenlosen Begeisterung über dieses Buch Ausdruck zu verleihen. Ohne allzu viel Worte zu verlieren, denn in den anderen Rezensionen ist das Wesentliche bereits gesagt. Das Buch ist eigentlich zu komplex, um es zu beschreiben. Jeder Handlungsstrang offenbart bis ins Kleinste ein tiefes Grauen, wie bei einer russischen Holzpuppe, die immer weitere Wahrheiten und immer noch ein Innenleben enthüllt. Was ich Wilson unendlich hoch anrechne, ist sein riesiger Entwurf. Beinahe meint man, ein einzelner Autor ist zu solch einem groß angelegten, komplexen und wundervoll geschriebenen Wurf gar nicht in der Lage. "Der Blinde von Sevilla" ist grausam in seiner Beleuchtung eines menschlichen Lebens aber eines ist es ganz sicher nicht. Unglaubwürdig. Wie ein Film zieht das opulente, feinsinnige, tiefe, melancholische und grauenhafte Tosen der Handlung an einem vorbei und man fragt, sich, wie oft man dieses Meisterwerk noch lesen muss, um ihm vollkommen gerecht zu werden und in seiner Vollständigkeit wirklich zu erfassen.
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am 19. August 2006
Ich habe für das Buch zwei Anläufe gebraucht. Anfangs stolpert man beim Lesen häufig über die vielen spanischen Begriffe, insbesondere wenn man kein spanisch kann. So muß man sich selbst zusammenreinem, dass der levantamiento del cadaver wahrscheinlich der Totenschein ist. Auch die Wegbeschreibungen der Autofahrten durch Sevilla bringen einem nur was, wenn man sich in Sevilla auskennt (oder den Stadtplan benutzt, der sich auf den ersten Seiten des Buches befindet).
Die ersten 100 Seiten, die mit der Entdeckung der ersten Leiche beginnen, ziehen sich etwas, denn bis dahin ist gerade mal die Befragung der Ehefrau des Toten abgeschlossen. Stück für Stück wird man aber hineingezogen in den Strudel, in den der ermittelnde Kommissar Javier Falcon gerät. Ohnehin schon in seiner Einsamkeit und einer deprimierenden Lebenskrise gefangen, beginnt seine Vergangenheit und Familiengeschichte zu einem Scherbenhaufen zu zerbröckeln. Erschütternde Wahrheiten offenbaren ihm die Ermittlungen und die Tagebücher seines Vaters, der offensichtlich in den Fall verwickelt gewesen ist.
Ein Puzzle ungemein vieler Geschichten, Bilder und Einzelschicksale breitet sich vor dem Leser aus. Die Verknüpfungen einzelner Handlungstränge und Personen sind teilweise so komplex, das man sich wünscht, man hätte beim Lesen für jede eine Karteikarte erstellt und diese mit Linien verbunden. Den roten Faden bilden die Ermittlungen in der Gegenwart und die Lebensgeschichte des Vaters, die einen mitnimmt in die Vergangenheit: Der spanische Bürgerkrieg, die Fremdenlegion in Rußland und das Leben in der marokkanischen Freihandelszone Tanger.
Alles fügt sich am Ende zu einem großen Bild zusammen. Beeindruckend und absolut empfehlenswert!
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am 18. September 2004
Hat mich der "Tod in Lissabon" schon gefesselt, so hat mich der neue Roman von Robert Wilson gezwungen ein paar Termine abzusagen, denn vor die Wahl gestellt, entweder in irgendeiner Kneipe mit Freunden und Bekannten mehr oder weniger intelligent zu parlieren, oder zu erfahren wie das Buch endet, war meine Wahl eindeutig. Die Gestalt des Javier Falcon als von der verdrängten Vergangenheit gepeinigter Fahnder unterscheidet sich kilometerweit von den in der Krimiliteratur inzwischen so beliebten kaputten, melancholischen oder borderline-gefährdeten Ermittlern und den obligatorischen Beziehungsproblemen. Gerade dass der Inspektor diesmal gerade nicht nur der domestizierte Zwillingsbruderim Geiste des handelsüblichen Serienkillers ist, sondern ein Mensch mit einem eigenen Schicksal macht die Wucht dieses Meisterwerks aus; und wir können uns mit dem Protagonisten identifizieren, weil die dominierende Figur des Vaters in sich und seinem Handeln die ganzen Verwüstungen des 20 Jahrhundertts vereinigt und der Autor sich jeglicher 08/15 -Psychoanalyse enthält, was die Lektüre denn auch so beklemmend macht. Gegen die rabenschwarze Tragik der Hauptfigur ist Mankells Wallander ein weinerlicher Kleinbürger mit Verdauungsbeschwerden.Im deutschsprachigem Raum sehe ich keinen vergleichbaren Autor dieses Kalibers. Dabei hat sich der deutsche Krimi ohne Zweifel gewaltig gesteigert.
Und ganz nebenbei ist der Roman eine brilliante Studie über die Rolle der Kunst in einer Welt von versteinerten Seelen.
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