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am 12. März 2007
Dieser Roman von ROBERT WILSON ist ein absolutes Meisterwerk und stellt meines Erachtens seinen preisgekrönten Roman "TOD IN LISSABON" in den Schatten. 5 Sterne reichen hierfür eigentlich nicht aus.

DIE STORY:

JAVIER FALCÓN ist Chefinspektor der spanischen Polizei in Sevilla. Er gehört zum Morddezernat und hat in seiner Laufbahn in Madrid und Barcelona schon viel erlebt. Doch was er in Sevilla während der "SEMANA SANTA" (der seit HEMMINGWAY bekannten "FIESTA") erlebt, ist kaum zu überbieten. Er muß sich mit einem äußerst grausamen Mordfall befassen, bei dem der Täter offensichtlich sein Opfer - an einen Stuhl gefesselt - dazu gezwungen hat, Dinge - auf Video - anzusehen, die dieses partout nicht sehen wollte, weshalb dem Opfer rigoros die Augenlider abgeschnitten wurden. Das Gesehene muß bei dem Opfer ein derartiges Grauen hervorgerufen haben, dass dieses sich - durch sein Winden auf dem Stuhl - "selbst umgebracht hat". Keine Anhaltspunkte, die auf den Mörder und vor allem sein perfides Motiv schließen lassen. Nachdem weitere Opfer folgen und der Täter mit der Polizei in Kommunikation tritt, verdichtet sich für JAVIER, dass dies alles auch mit seiner Vergangenheit und insbesondere auch mit der Geschichte seines vor zwei Jahren verstorbenen Vaters, der ein berühmter Maler war, zu tun hat. Am Ende sieht JAVIER sich selbst mit seiner "Wahrheit" konfrontiert...

FAZIT:

Brilliant! Wer auf Action und einem klassischen "Who-Done-It" steht, sollte die Finger von diesem Buch lassen! Das Thema des Buches ist die Vater-Sohn-Beziehung und Schuld und Sühne. Wilson ist es gelungen in dem Plot und den Metaphern eines Kriminlaromans eine psychologisch sehr tiefgreifende Geschichte zu erzählen, in der es um Liebe, Schuld und Sühne sowie um die tiefen Abgründe, die sich hinter einer jeden Seele verbergen können, geht. Das Grauen liegt hier nicht im plakativen oder horroresken Äußeren sondern in der persönlichen Schuld, die sich jedes der Mordopfer im Laufe seines Lebens selbst auferlegt hat.

Also: absolut lesenswert - viel Spaß dabei!
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am 21. September 2016
So, ich habe es geschafft und bin geschafft. Leicht macht es einem der Autor auf mehr als 600 Seiten nicht.Was mit dem täglichen Broterwerb von Chefinspektor Javier Falcon, einem Mordfall, beginnt, wird im laufe des Buches zu seinem persönlichen Albtraum. Ausgehend vom ersten Fall entdeckt die Hauptfigur des Buches immer mehr Details aus seiner Vergangenheit, die in den Tagebuchaufzeichungen seines Vaters, die zusätzlich zu der teils sehr langatmigen Hauptgeschichte eingefügt werden, zu finden sind. Seite für Seite entwickelt sich das Buch zu einem Psychodrama in das die drei Mordfälle als loser Faden mit eingebunden werden. Die vielen Querverbindungen in die Vergangenheit, die dann auf den letzten Seiten des Rätsels Lösung ergeben, sind nicht immer leicht nachvollziehbar, teilweise ermüdend. Allerdings muss ich dem Autor zu gute halten, ein Buch geschrieben haben, dessen sich stetig nach vorne drängendes Familiendrama, dass dann unvermuteter Weise doch mit der hauptsächlichen Geschichte zu tun hat, in dieser Form des Spannungsaufbaus so von mir woanders noch nicht gelesen wurde. Einen Stadtplan von Sevilla brauche ich ab sofort nicht mehr. Damit wieder zu der kritischen Beurteilung des Buches. Die Erwähnung jeder Straße und Gasse, die Javier Falcon in ruhelosen Nächten, durchstreift, hätte in dieser Ausführlichkeit nicht bedurft. Um die Authentizität des Buches als in Spanien angelegter Roman deutlich darzustellen, wäre das einstreuen spanischer Begriffe oder ganzer Sätze nicht unbedingt nötig gewesen.
Alles in allem ein Buch, dessen Beurteilung schwer ist. Teilweise ein Pageturner, manchmal auch eine Schlaftablette.
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am 21. Februar 2007
Ja, der Anfang ist etwas mühsam - gerade dann, wenn man kein Spanisch kann: Die Namen, die spanischen Berufsbezeichnungen, all das wird dann ein wenig anstrengend...

Aber es lohnt sich, wenn man sich durch den Einstieg kämpft. Was dann folgt, das ist eine wuchtige Geschichte, die perfekt Vergangenheit mit Gegenwart verknüpft. Die Story ist interessant, das Ende logisch und die Sprache des Autors so wunderbar bildhaft, dass es stellenweise an Hemingway erinnert.

Das Buch hat von allem etwas: Sex&Crime, Geschichte, Psychoanalyse, Spannung. Ein Thriller der etwas anderen Art, aber als solcher absolut lesenswert!
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am 8. September 2006
Endlich mal wieder ein guter Thriller!

Viel zu lange hat das Buch bei mir rumgelegen. Hätte ich es mir doch nur früher gegriffen.

Es ist spannend, wenn auch nicht nervenzerfetzend, aber subtil und neugierig machend. Es ist gut aufgebaut, gut geschrieben, fesselnd, erschreckend und überraschend.

Man erlebt, wie die Welt des Protagonisten langsam zerfällt und er versteht nicht, wieso. Zum Ende lösen sich alle Rätsel auf, alles ist anders als man dachte, und viel schlimmer ist es auch noch.

Ich bin wirklich hart im nehmen bei Thrillern. Manchmal wundere ich mich, wenn wieder über einen Krimi, den ich auch kenne, gesagt wird, er wäre nichts für schwache Nerven und ich mal wieder überlege, was denn das ganz schlimme in dem Buch gewesen sein soll.

Aber bei diesem Buch hab ich schon gleich beim ersten Toten schlucken müssen. Irgendwie fand ich diese subtile Grausamkeit viel schlimmer, als alles, was ich bisher gelesen habe. Überhaupt finde ich die ganze Geschichte ziemlich erschreckend und furchtbar.

Ein wenig gestört haben mich nur die vielen spanischen Worte. Speisen, Getränke, Gebäude werden, warum auch immer, im spanischen Original belassen. Und in Sevilla kann ich jetzt wahrscheinlich ohne Stadtplan spazieren gehen.

Aber das sind nur Marginalien. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. August 2008
Im Krieg werden Grausamkeiten an anderen Menschen als Heldentat glorifiziert, für die man in Friedenszeiten hart bestraft wird. In Spanien herrschte lange ein Bürgerkrieg. Anschließend wurde das "Menschenmaterial" in Russland verheizt. Dann kam die Diktatur.
Vordergründig geht es im Roman zunächst um den Chefinspektor Javier, der mit einem grausamen Mord in Sevilla konfrontiert wird. Recht bald muss er jedoch feststellen, dass auch seine Familiengeschichte in den Fall verwoben ist. Er stöbert im Atelier seines kürzlich verstorbenen Vaters und entdeckt dessen Tagebücher, die einen zeitlichen Bogen von den 30iger Jahren bis in die 70iger Jahre spannen. Weitere Morde geschehen und für Javier geht es bald nicht mehr nur um die Auflösung des Falles, sondern um die Aufdeckung der Vergangenheit seines Vaters.

Mich hat der Krimi total gefesselt, nachdem ich die erste 100 Seiten-Hürde überwunden hatte. Gegen Ende konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da sich die Zusammenhänge kunstvoll entwirrt und einen staunenden Leser hinterlassen haben.
Doch Achtung: Manche Schilderung der Grausamkeiten ist nichts für Zartbesaitete.
Doch wer Augen hat zu sehen... der sehe, bzw. lese!
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 22. Februar 2004
Ein kleines - 640 Seiten :-) -, weiteres Meisterwerk des britischen Autors Robert Wilson. Schon für sein Buch "Tod in Lissabon" wurde er völlig zu Recht mit dem 'Deutschen Krimipreis' sowie dem renommierten 'Golden Dagger Award' ausgezeichnet. Weitere Preise würden mich nicht überraschen.
Zum Inhalt:
Chefinspektor Javier Falcón ist ein äußerst kühler und rationaler Mensch. Doch der Anblick des ermordeten Restaurantbesitzers Raúl Jiménez ist selbst für ihn zuviel: Jiménez wurde an einen Stuhl gefesselt und mit allen Mitteln gezwungen, einen Videofilm anzuschauen. Dazu schnitt ihm der Mörder die Augenlider ab. Der Anblick der starren, panischen Augen des Opfers läßt Falcón nicht mehr los, und er ahnt, daß dieser Mordfall sein Leben für immer verändern wird.
Seine Vermutung bestätigt sich: In Jiménez' Wohnung findet Falcón Fotos aus den 50er Jahren, auf denen sein Vater, ein sehr renommierter Maler, abgebildet ist. Was für eine Verbindung bestand zwischen diesen beiden Männern?
Als sich der Chefinspektor daraufhin in die Tagebücher seines verstorbenen Vaters vertieft, lernt er dessen dunkle und grausame Seiten kennen. Das Bild, das sich Falcón von seiner Familie gemacht hat, wird schonungslos zerstört und bringt ihn an den Rand eines Nervenzusammenbruches.
Zugleich erkennt er jedoch, daß ihm gerade die Tagebücher die wichtigsten Indizien liefern, um dem Mörder auf die Spur zu kommen ...
Fazit: Der Autor besticht durch eine deutlich spürbare Freude am Erzählen, am Ausschmücken sowie Ausfeilen des Ambientes, des scheinbar Nebensächlichen, der Ränder der Geschichte.
Und all dieses hebt den vorliegenden Roman weit über die gängige Routine hinaus!
Ein erschreckender Roman, und doch gelingt es dem Autor seine Hauptperson so zu humanisieren, das sie auch glaubwürdig ist.
Es grüßt ein beeindruckter -
Reinhard Busse
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am 16. Dezember 2013
und sicher kein kurzweiliges Lesevergnügen. Ehrlich gesagt, musste ich mich wirklich durch kämpfen, die Spannungsbögen hielten sich in Grenzen und die Charaktere der Protagonisten haben mich nicht wirklich angesprochen.
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am 26. Juni 2005
Ich habe alle 3 Bücher von Robert Wilson bisher gelesen und war von allen 3en angetan.
Ich will keine Zusammenfassung schreiben, denn das haben schon andere getan, ich möchte nur meine persönlichen Eindrücke wiedergeben.
Diesmal dauerte es etwas länger, bis mich das Buch in seinen Bann zog und ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht. Manchmal vermisst man etwas den roten Faden, es klärt sich aber alles auf, je mehr sich die Fragmente der einzelnen Charaktere zu einem Ganzen zusammensetzen.
Wilson ist einfach ein guter Schriftsteller, der es versteht, die einzelnen Personen sehr plastisch darzustellen, immer verbunden mit etwas geschichlichem Hintergrund. Nach Ende der Lektüre hat man immer das Gefühl, ein besonderes Buch gelesen zu haben, über das man durchaus noch etwas länger nachdenken kann.
Das einzige was mich an ihm nervt, sind die detailgenauen Weg- und Ortsbeschreibungen, denn ich habe nicht vor Taxifahrer in Sevilla zu werden. Und die unübersetzten spanischen Fremdwörter sind auch sehr hilfreich, da man sie teilweise einfach nicht versteht wenn man des Spanischen nicht mächtig ist.
Alles in allem trotzdem sehr zu empfehlen wie auch seine beiden anderen Bücher!
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am 1. April 2006
Donna Leon und Co. werden sich an dieem Kommissar messen lassen müssen. Brunetti ist zwar sehr lebendig und gut beschrieben. Der Held in Wilson's OEuvre allerdings besticht durch seine vielschichtige Person - die auch noch stilistisch gut und sicher beschrieben wird. Mal wieder ein Wilson (der dritte übersetzte...) der sich in die Erinnerung stehlen wird. Hier schreibt einer, der sich auskennt mit den menschlichen Sehnsüchten und den zwangsläufigen Ent-Täuschungen. Dazu noch ein Plot, der sicher bald im Kino zu sehen sein wird. Das ist Krimikunst. Absolut empfehlenswert. Viel Vergnügen! wurde zu Recht im WDR empfohlen!
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am 7. Dezember 2005
Nein, ich kann kein Spanisch. Und nach der Lektüre ist in mir auch nicht der dringende Wunsch entstanden, es zu erlernen. Ob es manchmal geholfen hätte beim Verstehen? Nein, eher nicht. Die Vielzahl von Straßennamen und Ortsbeschreibungen wären auch im Deutschen eher zu viel gewesen. So blieben sie eher abstrakt und damit im Hintergrund. Eher schon einige spanische Ausdrücke für Personen, aber diese wurden größtenteils im Text erklärt.
Trotz des fulminanten Starts plätscherte das Buch so vor mich hin. Der immer weiter voranschreitende psychische wie physische Abbau des inspector jefe Chavier Falcon blieb für mich bis zum letzten Viertel des Buchs unerklärlich. Gottseidank für ihn auch.Ab den letzten 200 Seiten gehts dann wirklich zur Sache. Dann verdichten sich die Einzelhinweise, Handlungsstränge laufen zusammen und bisher einzelne Bilder werden verständlich. Aber erst ganz am Schluß, auf den letzten dreißig Seiten, bricht das ganze Erkennen über einem zusammen. Das hat der Autor wahrlich außergewöhnlich gemacht. Unerhörte Spannung gepaart mit erst im letzten Augenblick erhaltenen Erkenntnissen führten zu einem Nachhall in mir, der bis jetzt andauert.
Javier Falcon, ein Mann, der von seiner Vergangenheit nicht eingeholt, sondern wieder mit ihr vereint, mit ihr verbunden wird. Javier Falcon, ein Fremder, der sein Fremdsein erst ganz zum Schluß erklärt bekommt. Der aber, und das zeichnet ihn aus, davor nicht die Augen verschließt. Wohl auch, weil er den Lichtblick darin erkennen kann.
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