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am 22. Januar 2014
Burgess schlägt ein Damenbauernrepertoire vor, das den Schwarzen in ungewohnte Stellungen bringen soll. Das Repertoire soll dabei solide und flexibel sein.

Er teilt den Stoff in vier Komplexe:
A. Damengambit
B. Torre gegen Nimzowitsch-/Damenindisch
C. gegen das schwarze Königsläuferfianchetto antwortet er mit dem weißen Königsläuferfianchetto
(1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.g3)
D. Holländisch, andere schwarze erste Züge und Zugumstellungen

Damengambit spielt Burgess mit Lf4 und dann ruhige Hauptvarianten, keine weiße 0-0-0, sondern meist Le2, 0-0 und ein wenig Druck.
Gegen Slawisch zieht Burgess 1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.c4 c6 4.e3
Leider gibt es hier Probleme mit Zugumstellungen, Burgess weicht dann auf Katalanisch aus, z.B. 1.d4 d5 2.Sf3 e6 3.c4 c6 4.Sc3 dxc4 5.g3

Beim Torre-Angriff errichtet Burgess nicht immer das Bauerndreieck c3-d4-e3, sondern zieht oft später c2-c4. Das Bauernopfer 1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.Lg5 c5 4.e3 Db6 5.Sbd2 Dxb2 (bzw. cxd4 6.exd4 Dxb2) ist ein wichtiger Teil des Repertoires.

Gegen Königsindisch stellt er c4 zurück. Es entsteht meist eine Pirc-Stellung mit g3. Probleme hat Burgess mit frühem schwarzem c5, z.B. 1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.g3 Lg7 4.Lg2 0-0 5.0-0 c5. 6.d5 bzw.c4 passen jetzt nicht ins Repertoire, weil sich dahinter viel Mainstreamtheorie verbirgt. Burgess geht mit 6.dxc5 oder 6. Sc3 an die Sache heran, man erhält dann einen sizilianischen Stellungstyp „Drachen“ mit weißem g3.
Gegen Grünfeldindisch spielt er die ganz normale Fianchettovariante 1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.g3 Lg7 4.Lg2 0-0 5.0-0 d5 6.c4.

Gegen Holländisch empfiehlt Burgess 2.g3 und stellt sowohl c4 als auch die Entwicklung des Königsspringers zurück.
Bei den Zugumstellungen wird es unübersichtlich. Einige Beispiele:
1.d4 e6 2.Sf3 c5 3.Sc3 d5 4.e4
1.d4 e6 2.Sf3 f5 3.h3.

Burgess schreibt verständlich und erläutert Pläne. Auch wenig gespielte Züge werden kurz und gut abgehandelt, z.B. 1.d4 d5 2.Sf3 a6 oder 2.... Lg4.

Das Repertoire ist zu vielschichtig und passt nicht zusammen.
Es setzt die Beherrschung folgender Stellungstypen voraus:
normale Damengambit/Slawischstellungen
Katalanisch mit dem positionellen Opfer des Bauern c4
Damenbauernspiel mit dem Bauerndreieck c3-d4-e3
Damenindisch mit Lg5 und c4
Pirc/Sizilianisch Drachen mit g3
Grünfeldindisches Fianchetto.

Das ist zu viel! Insbesondere das echte katalanische Bauernopfer und die sizilianischen Stellungstypen passen da nicht rein. Man kann auch leicht mit Zugumstellungen wie 1.... e6 oder 1.... c6 an den Rand seines Repertoires gebracht werden und muss dann zu „krummen“ Lösungen greifen.

Lobenswert ist, dass Burgess dies erkennt und ausführlich anspricht. Man kann viel über Zugumstellungen lernen, aber die Lösungen überzeugen nicht. Eine Zugfolge wie 1.d4 e6 2.Sf3 f5 3.h3 ist für mich ein Offenbarungseid und erinnert an die schlimmsten „Gewinnen mit...“-Bücher. Burgess übertreibt in seinem Bestreben, dem Schwarzen eine ungewohnte Stellung vorzusetzen. Das Buch ist da am stärksten, wo ruhige positionelle Hauptvarianten behandelt werden: Damengambit mit Lf4 und Grünfeldindisch. Burgess hätte den Mut haben sollen, weitere Hauptvarianten aufzunehmen, z.B. gegen Holländisch, dann hätte er sich viele seiner zweifelhaften Zugvorschläge sparen können.

Wie dem auch sei, so wie das Repertoire ist, kann ich es niemandem empfehlen.
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am 30. Januar 2014
Hier wird ein durchdachtes Konzept für den Weiß-Spieler vorgestellt, wobei auch Zugumstellungen nicht außer Acht gelassen werden. Insgesamt werden Hauptvarianten und Modetrends eher vermieden, so dass man einige Spezialisten mit ihren Varianten für Schwarz sicher auf dem falschen Fuß erwischen kann, wenn man den Ratschlägen des Autors folgt.
Ich persönlich habe mit diesem Buch gefunden, was ich schon lange gesucht und oft vermisst habe.
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