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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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am 9. März 2017
Eine Alltagsgeschichte, die keinerlei Aufmerksamkeit verdiente, spielte sie nicht in Saudi Arabien. Ein kleines Mädchen hat einen Traum und ruht nicht, bis es ihn verwirklicht hat. Dabei entwickelt Wadjda viel Witz, Initiative, Fleiß, Mut und Selbstbewusstsein. Sie wird unterstützt von der fürsorglichen Liebe ihrer schönen Mutter. Dies wird mit viel Sympathie und Einfühlungsvermögen erzählt. Waad Mohammed spielt ihre Rolle genau mit diesen Eigenschaften sehr überzeugend. Interessant wird das Geschehen durch den sozialen Rahmen, in dem es sich abspielt. Die Rolle der Frauen in diesem rigiden, sunnitischen Staat mit seiner vorsintflutlichen Moral, den frauenfeindlichen Sitten und Gebräuchen, aber auch den stillen, halbwegs geduldeten Schlupflöchern, durch die das Leben einigermaßen erträglich bleibt, wird wunderbar illustriert von überwiegend schönen Vertreterinnen ihres Geschlechts. Köstlich die strenge Schulleiterin, die auf strikter Einhaltung der religiösen Vorschriften zur Bekleidung - der Verschleierung - und Lebensführung - Verbot aller Ausschmückung und allen nahen Kontakts der Kinder untereinander, der unschuldig genug Lebensfreude gewähren könnte - besteht, dabei selbst stets unverschleiert bleibt und sich mit einem "Einbrecher" in ihrer Wohnung erwischen lässt. Typisch der junge, gut aussehende Vater, der eine zweite Frau nimmt, weil seine erste keinen Sohn gebiert, und keinen Hehl daraus macht, dass Frauen vor allem zu seiner Bedienung da sind. Einfach goldig der kleine Abdullah, der Wadjda noch ganz unschuldig freundschaftlich schätzt und ihr treuherzig erklärt, es sei ja wohl klar, dass sie beide heiraten würden. Der Schluss ist melancholisch, denn er schildert, wie Wadjdas Mutter sich mit ihrem Schicksal abfindet und ihrer Tochter auf dem Dach ihres Hauses erklärt, sie möchte, dass sie das glücklichste Kind auf der Welt werde, denn nun habe sie nur noch sie. Am Himmel aber platzen die Feuerwerkskörper, die zur Feier der Hochzeit ihres Mannes abgebrannt werden. Ein rundum schöner Film, der Hoffnung macht, die Verhältnisse möchten sich auch in Saudi Arabien allmählich zum Besseren wenden.
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am 12. September 2013
Absolut anerkennenswert, dass die saudische Filmregisseurin Haifa Al-Mansur es als Erste geschafft hat auf saudischem Boden einen Kinofilm zu drehen. Meine Frau und ich haben uns den Film am Wochenende angesehen und wurden positiv überrascht über die Qualität und den Charme der Geschichte.

Der Film erzählt die Geschichte von Wadjda, ein selbstbewusstes saudisches Mädchen, dass sich ein Fahrrad wünscht. Mansur gelingt es diesem Mädchen Persönlichkeit zu geben und ihr eine Stimme zu verleihen. Obwohl die Geschichte unpolitisch ist, greift sie die Besonderheiten der patriarchischen Gesellschaft in Saudi im 21. Jahrhundert auf und weisst ausdrücklich auf die Sehnsüchte und Ängste der Frauen in ihrer eigenen restriktiven Welt hin.

Für diejenigen, die, wie ich, einige Jahre in Saudi Arabien gelebt haben, und zudem Berührungspunkte mit saudischen Familien hatten, erwecken die Bilder intensive Erinnerungen an das Leben in der Hauptstadt Riyadh. Ein absolutes Muss für alle, die in Saudi nicht nur für "das schnelle Geld" gelebt haben sondern die der Schrei nach Freiheit und gesellschaftlicher Veränderung berührt hat.
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am 4. Januar 2015
Story (5)
Man schaut sich diesen kleinen wunderbaren Film mit sehr gemischten Gefühlen an. Zum einen ist man fasziniert ab dieser fremden irgendwie surreal wirkenden Welt und auf der anderen Seite auch absolut schockiert über das menschenverachtende und zutiefst archaische Gesellschaftssystem in dem der weibliche Teil der saudischen Bevölkerung gefangen gehalten wird.
Mit einfachen Bildern und sehr ruhiger Erzählweise wird eine Geschichte vorgetragen, die nur auf den ersten Blick harmlos und unscheinbar wirkt.
Beim genaueren hinsehen und und hinhören, findet man ein kleines mutiges Mädchen, dass sich nicht unterdrücken lässt und die starren Verhaltensregeln zu hinterfragen und bloßzustellen vermag.
Die Umstände während der Dreharbeiten in Saudi Arabien, waren alles andere als ideal umso erstaunlich ist, was für ein intensiver und harmonischer Film entstanden ist. Eine kleine Perle!

Bild (5)
Das Bildseitenformat liegt in 1.85:1 ( 13:7 US Wide-Screen ) vor.
Wir haben es hier mit einer ausserordentlich guten HD-Umsetzung zu tun. Der Schärfewert ist durch den ganzen Film hinweg ausgezeichnet und dies sowohl bei Close-Ups wie auch Totalen. Bei Nahaufnahmen ist jeden Detail zu erkennen.
Auch die Farbgebung ist sehr natürlich und gut ausgefallen. Die Kontraste sind ebenfalls sehr gut wie auch der Schwarzwert. Will man hier etwas zu kritisieren suchen, könnte man höchstens die zum Teil etwas überstrahlen Bilder erwähnen, die zuweilen bei Aussenaufnahmen zu sehen sind - das ist aber meckern auf allerhöchstem Niveau...
Grundsätzlich gilt; Eine bildtechnisch hervorragende Blu-ray!

Ton (4)
Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Es handelt sich hier um einen extrem ruhigen und äusserst dialoglastigen Streifen, der nur schon aus diesem Grund eine natürlich sehr eingeschränkte Räumlichkeit aufweist.
Die Dialoge sind aber jederzeit bestens zu verstehen und auch alle anderen Geräuschelemente werden gut eingebaut.
Die Tonbalance ist ausgezeichnet.
Alles in Allem eine sehr gute wenn auch dezente Tonumsetzung.

Extras (3)
Es gibt ein Making of.. und einige Trailers. Ein Wende-Cover wird ebenso angeboten!

Fazit: Eine kleine Filmperle, die ich allen die mit diesem Film-Genre etwas am Hut haben, wärmstens empfehlen kann. Zusammen mit der hervorragenden HD-Umsetzung schon beinahe ein must-have-Titel. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!
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am 10. März 2016
Der Film hat einen hohen Seltenheitswert, denn er stammt aus Saudi Arabien. Man merkt ihm an, dass es der Regisseurin Haifaa Al Mansour nicht nur um einen Spielfilm geht, sondern dass er auch als wichtigstes Transportmittel gilt, seltsam fremdartige Dinge aus der arabischen Welt zu erzählen. Wenn die Dachdecker oben arbeiten, sollten die Frauen nicht draußen sein. Wenn der Koran offen herumliegt, spuckt der Teufel rein und im Stammbaum werden nur die Männer erwähnt. Woher kommen dann nur die Kinder? Wenn Mädchen Fahrrad fahren, bekommen sie später keine. An den ‘unreinen‘ Tagen der Frau dürfen diese den Koran nur mit einem Taschentuch als Schutzfolie berühren. Da hier die Männer uneingeschränkt herrschen, ist es vor allem ein Frauenfilm. Mutter (Reem Abdullah) und Tochter Wadjda (Waad Abdullah) leben nicht schlecht, sind aber auch nicht frei, gefangen in sozialen und religiösen Konventionen.
Wie sich Wadjdas Traum von einem Fahrrad erfüllt, wird hier mit verblüffenden Einsichten geschildert. Dabei ist der Nachbarsjunge Abdullah (Abdullrahman Al Gohani) für Wadjda Hilfe und Herausforderung zugleich. Und wenn sie gegen ihn ihr privates Radrennen gewinnen würde, wäre das das höchste Glück für sie. Während er von den berühmt berüchtigten 70 Jungfrauen schwärmt, wäre das Adäquat für Wadjda 70 Fahrräder.
Ein Drama am Rande, das hier aber nicht weiter ausgeschlachtet wird, ist die erlaubte Hochzeit des Vaters (Sultan Al Assaf) mit einer Zweitfrau. Mutter und Tochter einigen sich in ihrer Liebe zum Vater in seiner gottähnlichen Stellung. Die Mutter fügt sich noch, Wadjda fällt es zunehmend schwerer. Feuerwerk! Ende! Toll!
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am 13. September 2013
(Kinoversion)

Einen Film in einem Land zu drehen, in dem es keine Kinos (und auch keine Theater) gibt, dazu noch mit einer Frau als Regisseurin, die dann auch noch offen die immensen Einschränkungen der Frauen aufgrund der Religion thematisiert, scheint ein äußerst sinnloses Unterfangen zu sein. Und dennoch, die saudi-arabische Regisseurin Haifaa Al-Mansour hat es getan. Sie hat einen kritischen, wahren und sehr berührenden Film über ein Mädchen gedreht, das gerne ein Fahrrad haben möchte. Obwohl sie in Riad, wo sie lebt, nicht Fahrradfahren darf. Man munkelt, dass Al-Mansour ihren Film nur mithilfe eines einflussreichen Prinzen verwirklichen konnte. In einem Land, in dem Kinofilme verboten sind. Und natürlich auch, sie zu drehen. Seit 1975 gibt es in ganz Saudi-Arabien kein einziges Kino mehr. Dafür jetzt aber wieder eine Regisseurin. Auch die einzige in ganz Saudi-Arabien. Der Film ist also weit mehr als "nur" ein Film, er ist eine kleine Sensation.

Wadjda (Waad Mohammed) ist 10 Jahre alt und lebt in Riad mit ihrer Mutter und ihrem meist abwesenden Vater (der ist gerade mit der Suche nach einer Nebenfrau beschäftigt, da Wadjdas Mutter keine weiteren Kinder bekommen kann). Im Kleinen probt das Mädchen fast täglich die Rebellion gegen gängige religiöse und moralische Zwänge. Sie trägt unter der vorgeschriebenen schwarzen Kleidung Turnschuhe, bindet ihren Schleier nur nachlässig oder vergisst ihn ganz und hört gern westliche Popmusik. Und sie möchte gerne ein Fahrrad haben. Ein Unding in der streng islamischen Welt, in der sie lebt. Frauen dürfen weder Radfahren noch ein Rad besitzen. Das hält Wadjda aber nicht von ihrem Plan ab. Nachdem sie mit ihren illegalen Verkäufen von Mixed Tapes und Armbändern auf dem Schulhof aufgeflogen und nur knapp einem Schulverweis entronnen ist, scheint jegliche Hoffnung auf das ersehnte Rad zunichte. Doch dann hört Wadjda von einem Koran-Rezitationswettbewerb an ihrer Schule, der mit 1.000,- Rial (ca. 200,- Euro) Preisgeld dotiert ist. Sie, die sich bislang nur rudimentär mit dem Koran beschäftigt hat, beginnt eifrig zu lernen, damit ihr Traum vom eigenen Fahrrad doch noch wahr werden kann…

Es ist erstaunlich, wie viel positive Stimmung ein Film verbreiten kann, der die Hälfte seiner 97minütigen Laufzeit damit beschäftigt ist, das für Frauen extrem diskriminierende und frauenfeindliche Leben in Saudi-Arabien aufzuzeigen. Vielleicht ist das so, weil Al-Mansour nicht den Fehler macht, mit ihrem Film eine Wertung abzugeben. Sie zeigt einfach nur, wie es für eine Frau bzw. für ein weibliches Kind ist, in diesem Land zu leben. Zahlreiche kleine Details, die wertungsfrei gezeigt werden, machen dem westlichen Zuschauer immer wieder deutlich, wie rückständig und frauenverachtend dieses Land den weiblichen Teil seiner Bevölkerung behandelt. Das fängt bei der Burka an, hört dort aber längst noch nicht auf. Frauen dürfen nicht Auto fahren, sie sind auf von Männern gesteuerte Sammeltaxis angewiesen. Wenn sie ihre Tage haben, darf der Koran nur mit einem Taschentuch angefasst werden. Sie dürfen sich nicht die Nägel lackieren. Radfahren ist auch verboten, da dies die Frauen angeblich unfruchtbar macht. Frauen dürfen nicht laut sprechen und müssen einen öffentlichen Ort verlassen, sobald sie von Männern gesehen werden können. Selbstverständlich dürfen sie nicht mit anderen Männern in einem Raum sein, und essen dürfen sie auch erst, wenn der Mann und seine Freunde fertig sind…die übriggebliebenen Reste. Viele Mädchen in Wadjdas Alter werden bereits von den Eltern verheiratet. Man kann nur immer wieder fassungslos den Kopf schütteln bei so viel Diskriminierung, Ungerechtig-, Unsinnig- und Rückständigkeit.

Doch so schwer erträglich manche dieser Szenen auch sind, gelingt es Al-Mansour dennoch, ihrem Film einen positiven Grundton zu verleihen. Interessiert verfolgt man, wie Wadjda sich durch ihren durch Restriktionen geprägten Alltag kämpft und immer mal wieder versucht, dagegen aufzubegehren und sich nicht alles gefallen zu lassen. Auch das Schicksal der Mutter lässt einen nicht kalt. So modern sie in einigen Bereichen auch sein mag, fügt sie sich doch (zu) oft klaglos in ihr Schicksal. Einen vielversprechenden neuen Job nimmt sie nicht an, da sie dann auch mit Männern zusammenarbeiten würde, was der eifersüchtige Ehemann nie erlauben würde. Obwohl der sich schon nach einer Zweitfrau umsieht, die ihm Söhne gebären soll, wozu seine Frau nicht in der Lage ist. Dennoch gewährt sie ihrem Mädchen kleine Freiheiten oder vergisst einfach, sie auszuschimpfen. Vielleicht hat sie die Hoffnung, dass ihre rebellische Tochter eher für ihre Ziele kämpfen wird als sie es getan hat.

Der Film berührt durch Wadjdas unermüdliches Kämpfen um ihren einen, ganz großen Traum: das grüne Fahrrad, das sie bei einem Händler in der Stadt gesehen hat und das 875,- Rial (175,- Euro) kostet. Das ist der Grund für ihr plötzliches eifriges Lernen der Koranverse, nicht, wie die Lehrerin vermutet, Wadjdas Wunsch, Gott zu beweisen, wie sehr sie sich bemüht. Wadjda ist herzerfrischend clever und setzt ihren Weg, ohne große Worte darum zu machen, unbeirrt fort. Und so ganz nebenbei schnuppert sie an der Emanzipation: dem gemalten Stammbaum im Wohnzimmer, auf dem nur Männer stehen dürfen, fügt sie per handgeschriebenem Zettel ihren Namen hinzu. Und mithilfe ihres Freundes Abdullah lernt sie auf dem Dach ihres Hauses heimlich Radfahren.
Die Schauspieler treten hier größtenteils in ihrer ersten Rolle auf, doch sie alle machen ihre Sache ganz hervorragend. Besonders den Kindern ist dies hoch anzurechnen, sie spielen wunderbar unbefangen und natürlich, allen voran die verschmitzte Waad Mohammed als Wadjda. Bei den Erwachsenen sind besonders die Darstellungen von Ahd als Schuldirektorin und Reem Abdullah als Wadjdas Mutter hervorzuheben. Man wünscht ihnen, dass es in ihrem Land bald mehr Jobs für sie geben mag.

"Das Mädchen Wadjda" ist ein wichtiger und ein schöner Film. Er führt uns sehr objektiv in eine Welt, die für uns nicht vorstellbar wäre, zeigt aber auch, wie man die ein oder andere völlig unsinnige oder verachtenswerte Regel umgehen kann. Und er zeigt vor allem, dass man niemals aufgeben und seine Träume verwirklichen sollte, koste es, was es wolle. Denn, man staune: das Radfahren soll mittlerweile in Saudi-Arabien erlaubt sein, für Frauen. Vorerst zwar nur in Begleitung eines Mannes, aber immerhin. Sollte "Das Mädchen Wadjda" auch nur ein winziges Stück dazu beigetragen haben, wäre das doch wunderbar. So wie dieser Film. Deshalb gerne vier von fünf Fahrrädern, die einen vielleicht in eine etwas freiere Welt fahren lassen.
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am 29. August 2017
...in welcher es nicht gern gesehen wird, wenn Mädchen Fahrrad fahren. Sehr interessanter Film! So bekommt man noch ein wenig mehr mit , was einem in der westlichen Kultur oft gar nicht so bewusst ist. Andere Länder, andere Sitten und auch da sind die Kinder kleine Rebellen.
Beleuchtet wird: Das Bild von Mann und Frau, die Sicht der Kinder, die Reaktion der Kinder auf Eltern und Umwelt und die Kultur an sich. Ein Film der ans Herz geht. Ein einfaches Thema super umgesetzt und eine erfrischende Abwechslung zu Hollywood-Blockbustern mit überschminkten Hauptfiguren.
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am 13. September 2013
Wadjda, ungefähr 11 Jahre alt, möchte gerne ein Fahrrad kaufen, um ihren Freund Abdullah im Rennen zu besiegen. Um das Geld zusammen zu bekommen, will sie den Koranwettbewerb an ihrer Schule gewinnen, und verwandelt sich deshalb für einige Zeit zur Überraschung aller in eine Musterschülerin. Ihre Mutter hat währenddessen andere Sorgen, zum einen den missgelaunten Fahrer, auf den sie angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen, und dass ihr Mann mit dem Gedanken spielt, sich eine zweite Frau zu nehmen, weil sie keine weiteren Kinder - soll heißen, keine Söhne - bekommen kann.

Der Film ist nicht deprimierend (oder zumindest nicht nur) oder im engeren Sinne politisch, hauptsächlich deshalb, weil die Hauptfigur so jung ist - Wadjda will bloß ihr Fahrrad, sie verschwendet nicht allzu viele Gedanken an ihre Zukunft, und Politik berührt sie nur insofern, dass sie Abdullah’s Fahrrad leihen kann, während er für seinen Onkel den Wahlhelfer gibt. Und sie ist einfach unwiderstehlich, wenn sie etwa ihr Fahrrad reserviert, indem sie dem Verkäufer ein Mixtape überreicht “weil wir jetzt Freunde sind - aber das hört auf, wenn du es verkaufst!”. Sobald der Fokus mehr auf ihre Mutter geht, wird es trauriger.

Natürlich ist es interessant, einen Einblick in eine so fremdartige Welt zu bekommen. Aber ganz abgesehen davon ist “Wadjda” auch einfach ein Film mit glaubwürdigen Charakteren und exzellenten Schauspielern (allen voran Waad Mohammed und Reem Abdullah), der sowohl traurig als auch fröhlich ist und auf ruhige, zurückhaltende Art ein ernstes Thema angeht. Ich bin schon lange nicht mehr so beeindruckt aus dem Kino gegangen.
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am 2. März 2014
Dieser Film ist in jeder Hinsicht ein Meisterwerk. Die Geschichte von Wadjda, die so gern Fahrrad fahren möchte und alles daran setzt, diesen Traum auch zu verwirklichen, ist berührend, durchaus auch witzig und hält einen bis zum Schluss in ihrem Bann. Wadjda ist ein ganz besonderes Mädchen, das man einfach lieb gewinnen muss. Ihr familiärer Hintergrund ist nicht unproblematisch, aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Von solchen weiblichen Vorbildern wünscht man sich mehr für die jungen Mädchen von heute.
Dass der Film außerdem viele Einblicke in den Alltag in Saudi-Arabien gewährt und durchweg von sehr guten Schauspielern getragen wird, macht ihn zu einem besonderen Filmerlebnis.
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am 14. Juni 2014
Ein beeindruckender Film, der leise, unaufgeregt und mit einem Augenzwinkern von den Wünschen und Hoffnungen junger Frauen und Mädchen in Saudi-Arabien erzählt. Einem autoritären und dogmatischen Land, in dem Staat und Religion miteinander verbunden sind. In einer unfreien und frauenfeindlichen Gesellschaft, in der einerseits religiöse Sittenwächter über den Anstand der Heranwachsenden wachen, andererseits Männer auf der Straße Mädchen und Frauen sexistische und anzügliche Bemerkungen hinterher rufen.

Der Zuschauer erlebt Handlungen und Abläufe, die teilweise sehr skurril und pittoresk wirken. Dies und die Protagonistin Wajda, die es faustdick hinter den Ohren hat, geben dem Film eine Leichtigkeit und verleihen ihm einen Humor, der verschmitzt und subtil daherkommt.

Ich hatte beim Schauen dieses stillen Meisterwerks meinen Spaß musste oft Lachen. Dieses Lachen ist mir leider unlängst im Halse stecken geblieben; nämlich, als ich auf Spiegel Online das Interview mit Stefan Bauer las, der als Rettungsassistent für den Roten Halbmond in Riad arbeitete (in eben jener Stadt spielt der hier besprochene Film) und dessen Geschichten kaum zu ertragen sind. Hier zeigt sich die dunkle, überhaupt nicht lustige Seite der Unterdrückung saudischer Frauen, denen im Notfall oder bei schwerer Erkrankung keine Hilfe zuteilwird, weil der Ehemann oder die männlichen Familienmitglieder entscheiden, ob ein Sanitäter Hilfe leisten darf oder nicht. "Hör mal, dein Kind stirbt jetzt, wenn wir nichts machen dürfen.“ Traurig, sehr traurig.
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am 29. Juni 2017
Schon eine Weile her, dass ich diesen herausragenden Film gesehen habe. Eine dieser seltenen Perlen, die einen nicht mehr aus dem Sinn gehen. Der Alltag der Frauen, welcher mit Vorurteilen und Verboten gepflastert ist und ein kleines burschikoses Mädchen, welches auf ihre Art dagegen rebelliert. Ihr Traum vom Fahrrad wird zum Sinnbild, vom Wunsch nach persönlicher Entfaltung. Es hilft zu Verstehen, wie hart der Kampf der Frauen in diesem Teil der Welt ist.
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