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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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am 4. Juli 2016
Erst einmal vorweg: ich schreibe diese Rezension als eingefleischter "Paul McCartney Fan" (Beatles sowieso und das seit 1975!) . Das aber muss nicht heißen, dass man ohne weiter zu urteilen, immer gleich volle Punktzahl gibt. Paul's große Kompositionen liegen meiner Meinung nach überwiegend in den vergangenen Zeiten. Nicht umsomst sind seine Konzerte (ich war erst jüngst auf einem in München) von vielen Songs aus dieser Zeit geprägt. Auf seiner CD "NEW" sind schon Lieder, die mir gefallen, vom Stuhl reißen sie mich allerdings nicht. Paul hat sich die Jahre über nach den Beatles erst mal um seine Solokarriere gekümmert und die Songs aus Beatleszeiten (damals waren sie zeitlich noch frischer) erst mal nach hinten gestellt und immer wieder mal einen neuen aktuellen Hit produziert; komischerweise singt er diese aber heute eher selten bei Auftritten (wie Mull of Kintyre, say, say, say, Ebony and Ivory und gerade bei den 2 zuletzt genannten waren ja auch zwei andere Stars mit dabei). Ich habe alle Live-Alben von ihm und es zieht sich wie ein roter Faden, wo seine Lieblings-Songs und die des Publikums sind. Allerdings kann er sich auch eines gewaltigen Song-Volumens bedienen - so sind seine Konzerte eigentlich nur kleine Ausschnitte von dem, was möglich wäre. Nun, ich wollte die CD "NEW" auch haben und sie komplettiert meine Sammlung - vielleicht gefallen mir der eine oder andere Song dann eines Tages doch besser - so war es z.B. bei den Wings-Liedern "Letting go" oder "Listen to what the man said". Während zu Wings-Zeiten seine damaligen Kompositionen aus dieser Zeit (ebenso wie die von Danny Laine) die Liedauswahl beherrschten, sind es heute wieder viele aus den alten Beatles-Zeiten. Und gerade mit dieser Strategie können dadurch viele Leute von damals und heute das hören, was damals wie eine Flutwelle über die Radiosender tönte und Menschen auf der ganzen Welt beeindruckte.
Paul bringt allerdings schon ein paar Songs aus dem Album "NEW" live dar - die Rücksprache mit Leuten, die ebenfalls auf dem Konzert neulich war, zeigte aber dass diese Songs nicht so toll ankamen wie die Songs,auf die jeder bei den Konzerten nur wartet.
Im Endeffekt muss jeder für sich beurteilen, wie ihm die CD "NEW" gefällt oder nicht. Ich finde es darüber hinaus aber toll, dass ein Mann in seinem Alter noch solche Werke vollbringt (Mammutkonzerte und dann auch noch neue Alben). Von diesem Standpunkt her gesehen, liegt meine persönliche Beurteilung eher dann bei dreieinhalb Sternen. Da es hier aber einzig um das Album "NEW" geht, bleibe ich bei drei. Aber wie gesagt: meine Meinung muss nicht die von anderen sein - am besten selbst mal reinhören.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Oktober 2013
Es eignet sich als ultimativer Treppenwitz der Musikindustrie, dass ausgerechnet der nach rein monetären Kriterien wohl kommerziellste Musiker überhaupt (McCartney gilt als der weltweit mit Abstand vermögendste Musiker) im Grunde keine Regel für planbaren kommerziellen Erfolg beachtet. Einigermaßen verlässlich zu prognostizieren, wie wohl sein nächsten Album klingen wird, in welche Richtung er sich bewegt, wo er Schwerpunkte setzt, war immer unmöglich.

"New" ist das 33. Studioalbum seit 1970 die Beatles in die Geschichte eingereiht wurden, fünf davon waren klassische Werke, vier erschienen unter Pseudonym (The Fireman / Twin Freaks) und loteten musikalische Grenzgebiete aus, doch auch die 24 mehr oder weniger regulären, mal ganz besonders und auch mal nicht ganz so starken Alben waren alles andere als gefällige Meterware. Und "New" bildet da keine Ausnahme, es ist neu und anders und doch alt und so wunderbar vertraut. Auch mit 71 Jahren lässt sich McCartney in kein Korsett pressen, denkt offenbar nicht daran mögliche Erwartungshaltungen zu erfüllen, bis auf die jener, die erwarten, überrascht zu werden.

Mit gleich vier Produzenten machte er sich getrennt ans Werk und schuf in separaten Sessions höchst unterschiedliches Material. Im Booklet räumt McCartney ein, dass er befürchtete, das Material könnte zu unterschiedlich geraten, um ein homogenes Album zu ergeben. Nun ein homogenes vielleicht nicht, aber ein spannendes. Er dachte daran, dass unabhängig davon, dass allein seine Stimme alles zusammenhalten wird und eine Konstante bildet, ja auch die Beatles-Alben oft sehr differenzierte Songs auf einer Platte vereinten und es hat damals funktioniert. Und es funktioniert auch über 40 Jahre später auf "New". Es funktioniert sogar ganz hervorragend. Nicht nur von Song zu Song, sondern selbst innerhalb eines Stückes horcht man oft überrascht auf, weil dieser Filou einen wieder in die falsche Richtung schickt und der Song völlig anders weiter geht , als man ihn in Gedanken schon weiter gesponnen hat.

So beispielsweise bei "Looking at her". Kopfstimme singend schlendert McCartney betulich durch den zunächst harmlos freundlichen Popsong. Doch dann wummert der gute alte Moog (der Ur-Sythesizer um 1970) aus dem Nichts kommend einmal quer durch die Melodie, wird aber wieder eingefangen, und Sir Paul schlendert weiter. Gegen Ende fängt den Moog dann aber niemand mehr ein und der Song verlässt den Raum ganz anders, als er ihn drei Minuten zuvor betreten hat.

Im Laufe des Albums (Standard: 12+1 Songs, Deluxe: 14+1 Songs) durchläuft McCartney alle Gefilde, die er seit jeher gerne durchquert und setzt hier und da neue gestalterische Akzente. Vom eingängigen Mitsing-Popsong, stillen Songwriter-Stücken, treibenden Rocksongs, experimentellen Klanggewittern, Reminiszenzen an die Beatles-Ära und der Zukunft zugewandten Klang-Expeditionen, eint er auf "New" alles und präsentiert es in unvorhersehbarem Mix - wie erwähnt, nicht nur von Song zu Song, sondern auch innerhalb eines Liedes.

Besonders aber und eigentlich im Wesen überhaupt nicht ungewöhnlich oder originell ist der +1 Song, also der 13. auf der Standard-, der 15. auf der Deluxe-Edition - das versteckte Lied, weder in der Tracklist, noch im Booklet aufgeführt.
"Scared" heißt die Nummer und beweißt, dass McCartney auch 2013 mit 71 Jahren, bei allem Drang zu außergewöhnlichen Arrangements und befähigt in allen Stilen zu komponieren, immer noch der Meister der eigentlichen Königsklasse ist: der nur am Piano begleiteten Ballade. Was ihm mit "Yesterday" oder "Let it be" schon zu Zeiten gelang, als die Menschheit sich nicht mehr ganz sicher war, ob die Erde vielleicht doch keine Scheibe ist, gelingt ihm auch in Zeiten, in denen die Menschheit darüber orakelt, ob man nicht auch auf anderen Planeten leben könnte. Ein guter Song braucht nicht mehr, als ein Klavier, das ihn spielt und einen Stimme, die ihn singt, damals wie heute. "Scared" ist so ein Song und das ruhige Finale eines sehr vielseitigen Albums.
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am 11. Oktober 2013
In einem Interview von 2007 sagte Bob Dylan: "I’m in awe of McCartney. He’s about the only one that I am in awe of. He can do it all. And he’s never let up... He’s just so damn effortless." ("Ich habe Ehrfurcht vor McCartney. Er ist so ziemlich der einzige, vor dem ich Ehrfurcht habe. Er kann alles. Und er hat niemals nachgelassen... Es fällt ihm einfach so verdammt leicht.")
Die meisten Musiker ab einem bestimmten Alter (so um die 40 meist), wenn sie sich nicht in den Ruhestand setzen, können sich nur noch wiederholen, da ihre musikalische Zwergenwelt sich halt erschöpft hat. McCartney zitiert sich gelegentlich - in überraschenden Zusammenhängen -, vor allem aber schüttelt er immer und immer wieder völlig Neues aus dem Ärmel, verdammt mühelos, wie Dylan - selbst einer der wenigen ewig Kreativen (die beiden sollten mal ein gemeinsames Album wagen...) - es sagte.
Ich bin nach zweimaligem Hören des Albums noch weit davon entfernt, die Lieder verinnerlicht zu haben. Aber zwei Dinge sind mir deutlich aufgefallen: Das Album wirkt sonderbarerweise wie aus einem Guß - trotz der verschiedensten Stile und der vier verschiedenen Produzenten. Und es ist eine echte Entdeckungsreise, auf die man geht, wenn man sich auf die Musik einläßt. Es passiert richtig viel im Hintergrund der Lieder. Wie schon auf den Platten der Beatles - nur anders...
Ein Kriterium für wirklich gute Musik ist für mich, wenn sie subtile Gefühle weckt beim intensiven Hören - und das vermag diese Musik.
McCartneys Stimme ist nach wie vor schön für meine Ohren, auch wenn sie sich im Laufe der Jahre gewandelt hat. Selbst wenn sie (gewollt) brüchig klingt, wie z. B. in Early Days.
Ob "New" sich mit "Chaos and Creation" (für mich sein bisheriges Solomeisterwerk) messen kann, kann ich noch nicht sagen. Am ehesten erinnert die CD mich - bei allen Unterschieden - an "Flaming Pie".
Möge die geheimnisvolle Quelle der Kreativität, aus der McCartney schöpft, nie versiegen!
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am 11. Oktober 2013
Bei einem Künstler wie Paul McCartney finde ich es schon fast hämisch, wenn ich mir erlaube, sein neues Werk zu kommentieren. Eigentlich würde hier ein einziger Satz genügen, "Hallo! Er hat eine neue LP rausgebracht", um die noch Leben Fanscharen wie die Lemminge in den nächsten Plattenladen zu treiben. Oder natürlich weniger prosaisch einfach den MP3 Button zu klicken bzw. auf die Post zu warten.

“New” bringt natürlich keine musikalischen Veränderungen, zeigt McCartney aber wie im Jungbrunnen. Die 12 Songs sind „klassische“ McCartney Songs, übermütig und hochmelodisch, Brit Pop wie es sich gehört, wenn einer der Gründungsväter an den Start geht. Die sehr reflektive Stimmung seines letzten Albums „Memory Almost Full“ von vor sechs Jahren ist fast komplett verschwunden, „New“ sprüht vor mehr Energie und schaut nach vorne.

Das Album startet furios mit SAVE US, einer himmlischen kleinen Hymne. Danach geht es spannend weiter, Variationen kommen vor allen durch die verschiedenen Produzenten dazu. Mark Ronson gibt der Single NEW mit den Bläsern, dem 4/4 Beat und der süßlichen Melodien einen herrlichen bombastischen Retrotouch. An anderer Stelle in EARLY DAYS und mit anderen Produzent (Ethan Johns) wird das instrumentale Beiwerk deutlich zurückgenommen und McCartney auf das Wesentliche reduziert. Gerade Beatles Hobbybiographen werden in diesem Song ein Füllhorn von Verweisen in den Texten finden. APPRECIATE wagt sich dann sogar mit seinem Trip-Hop Beat eine Zehenspitze in die Moderne. Aber es gibt auch natürlich genügend Referenzen in die eigene musikalische Vergangenheit, so klingt I CAN BET deutlich nach den Wings und das schon fast etwas wütende QUEENIE EYE hat Anklänge von „I am the Walrus“.

Doch schon wieder so viele Worte, wie gesagt, eigentlich hätte ein "Hallo! Er hat eine neue LP rausgebracht!", McCartneys Talent war, ist und bleibt zeitlos.
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am 29. Dezember 2013
Bewertung nur zum MP3 Download: Trotz der Angabe in der Amazon Download Bestellung mit der Angabe 13 Lieder ist im Download der hidden Track der CD Scared NICHT dabei. Da wird fälschlicherweise das Booklet als Track / Lied gezählt. Finde ich nicht in Ordnung!
Nachtrag: Der hidden Track scheint am letzten Titel Road Medley dranzuhängen...
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TOP 500 REZENSENTam 4. Januar 2014
Zuallererst: Ich bin bei weitem kein Musikprofi, der sämtliche künstlerisch wertvollen Akkorde und Kunstgriffe genau einordnen und entsprechend loben kann. Mir muss Musik vor allem melodisch einfach nur gefallen und da war, wenn man sich das bisherig Lebenswerk von Paul McCartney anschaut, natürlich hier kaum eine Enttäuschung vorprogrammiert. Man muss dazu auch anmerken, dass ich auf Grund des Musikgeschmacks meines Vaters schon ein wenig in Richtung der "Beatles" vorgeprägt bin ;). Daher fällt es mir fast schwer hier groß "wissenschaftliche" Belege für meine immerhin fünf vergebenen Sterne anzuführen, ich denke, es ist viel mehr eine musikalisch-emotionale Kiste, die McCartney mit "New" bedient, denn selten hatte ich bei einem Album tatsächlich bei jedem Stück eine andere angenehme und manchmal auch nostalgisch emotionale Regung. Dazu macht sich natürlich der fast überall durchscheinende Beatles-affine Sound positiv bemerkbar, was sicher für die Fans ebenfalls ausschlaggebend sein kann. Und obwohl ich normalerweise auf jedem Album irgendwelche Titel finde, die mich extrem langweilen, macht sich hier tatsächlich bei null Songs monotones Gähnen breit, hätte ich vorher eine Ahnung gehabt, wie vielseitig McCartney sein kann, hätte ich sicher bereits die letzten Werke aktiv gesammelt.

Wenn man mich nach meinem Lieblingsstück fragen würde, wäre zu einem natürlich das titelgebende "New" rein inhaltlich zu nennen, aber der größte Wurf ist für mich "Road", das als Bond-Soundtrack sicher recht gut funktionieren würde ;).

Für das mich sehr positiv überraschende "New" gibt es von meiner Seite her also keine Alternative als die volle Anzahl von Sternen, denn wenn man es schafft Innovationen trotz Treue zum eigenen Stil durchzusetzen, muss es schon ein Ausnahmekünstler sein.
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TOP 1000 REZENSENTam 4. Februar 2014
Was hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, dass seit 2007 ("Memory almost full") bzw. dem 2008er "Fireman" endlich (!), endlich (!), endlich (!) wieder ein Album mit neu geschriebenen Songs von Paul McCartney erscheinen würde. Die Vorab- Kritiken waren überschwänglich : Es sei das beste Album seit "Tug of war" (1982) ! Sogar seit "Band on the run" (1973) ! Und Paul würde wieder Rock- Geschichte schreiben !

Zunächst : Ob ein einziger oder (wie hier) gleich vier Produzenten am Werke waren, spielt für mich vom Ergebnis her keine Rolle. Denn man merkt dies kaum. Das Album wirkt einheitlich produziert, keineswegs zerstückelt, wie im Vorfeld der Veröffentlichung befürchtet wurde. Auch gefällt mir der immer wieder auftretende Folk- Charakter. Gerade deshalb zählt übrigens "London Town" (1978) zu meinen liebsten Wings- Alben !

Und alle Achtung : Mit 71 Jahren präsentiert Paul sich sehr dynamisch -- wie auch auf seinen Konzerten !

Aber trotzdem : Songs wie "Save us", "Everybody out there" oder auch "I can bet" sind zwar recht flott, wirken auf mich aber leider "(sehr) durchschnittlich". Wären sie nicht von Paul, würde ich sie mir nicht anhören.

Okay, das coole "Alligator" mit seinen melodiösen Zwischenteilen ließ mich erstmals aufhorchen und stellt für mich eine Bereicherung dar ! Aber ansonsten gibt es so viel Licht und Schatten gleichzeitig, gern einige Beispiele :

"On my way to work" ist anspringend melodiös, aber auch sehr banal und einfach gestrickt.

"New", der Titelsong, ist ebenso "hübsch", jedoch auch nur ein "Liedchen", ziemlich harmlos. Beschworene Vergleiche mit "Got to get you into my life" oder "Penny Lane" sehe ich leider überhaupt nicht.

"Queenie eye" wirkt auf mich vom Sound her überfrachtet, "überproduziert". Auch stört mich hier die einschneidende Verzögerung, die ich bei "Alligator" noch originell und passend fand. Das Tempo wird ja völlig aus dem Spiel genommen ! Schade. Der Song hätte sonst zum Renner werden können !!!

"Early days" ist eine wunderschöne, zurückblickende Ballade -- wie auch "Yesterday" (1965), "Here today" (1982), "Some days" (1997) oder auch "Friends to go" (2005). Anfänglich trägt Paul "Early days" aber doch sehr weinerlich vor. Naja, zumindest drückt er nicht so auf die Tränendrüse wie bei dem ebenso vergleichbaren "You tell me" (2007).

Nun aber wieder zurück in die Gegenwart, zurück zu "New" :

"Hosanna" ging am Anfang bei mir unter ......, dabei ist auch dies eine gelungene Ballade, nur leider zu sehr "Fireman- like" umstrikt. Es würde als Melodiewerk viel besser zur Geltung kommen, wenn es z.B. nur mit der akustischen Gitarre vorgetragen wäre.

"Appreciate" erschien mir anfänglich wie ein drittklassiger Hip Hop- Track, wie Massenware, bereits in ähnlicher Form unzählig oft woanders aufgeschnappt. Dank seiner gewissen Kraft und Stärke erschloss es sich mir dann doch im Nachhinein.

"Looking at her" kam ebenso lange Zeit sehr seicht daher. Erst nach längerem mühevollem "Erarbeiten" begeisterte mich ein gewisser Charme, der mich eine Zeitlang sogar gefangenhielt.

"Road" ist mal wieder ein "Fireman", recht interessant, ohne mich aber wirklich zu begeistern.

Ja, und "Scared" ist schließlich die längst erwartete McCartney- typische Ballade (auf dem Album "Chaos and creation in the backyard", 2005, hatte es meiner Meinung nach zuviele davon gegeben).

So schön die Komposition aber auch ist : Erstens stört mich -- wie bei "Early days" -- die fast weinerliche Vortragsweise. Zweitens kommt mir der Gedanke : Wie auffällig- toll hätte "Scared" ausfallen können, wenn es hier mal mit Riesenorchester (wie bei "Let it be" oder "The long and winding road") unterlegt worden wäre. Ja, ich weiß, "in der Ruhe liegt die Kraft" und Paul hatte sich von Phil Spectors damaliger Auftragsarbeit nachträglich deutlich distanziert. Und drittens : Mit einem etwas allgemeingültigeren Text wäre "Scared" absolut Single- tauglich (!) und hätte, nur leicht übertrieben, eine weitere Jahrhundert- oder Jahrtausend- Ballade werden können !

So aber wird auch diese viel zu gute Komposition schnell in der Versenkung verschwinden und nicht die Aufmerksamkeit erlangen, die sie durchaus verdient hätte. Selbiges gilt für "The end of the end" (2007), "I want to come home" (2009) etc., etc.

Natürlich ist dies alles subjektiv, und das Album ist durchaus gefällig und auch gar nicht schlecht. Aber ich vermisse eben ... mal irgendeinen Kracher. Einen Song, der mich von Anfang an begeistert. Auf "Memory almost full", dem Vorgänger (2007), hatte es gleich mehrere gegeben : "Dance tonight", "Mr. Bellamy", "Grattitude", "Vintage Cloth", "House of wax", "End of the end". Selbst auf dem vielerorts so gescholtenen "Driving rain" (2001) erhalten zwei Werke von mir die Traumnote 1 : "Your way" als herrliche, vermeintlich unscheinbare Country- Ballade und "Heather" als fast durchgängiges melodisches Instrumentalstück. Auf dem zeitlich dazwischenliegenden "Chaos and creation in the backyard" (2005) haben mir auf Anhieb "English tea" und "Friends to go" besonders gut gefallen.

Auf "New" hingegen gibt es leider keinen einzigen Song, der mir wirklich herausragend gefällt. Es gibt keinen Song, den ich mit großer Ungeduld oder mit Vorfreude baldmöglichst wieder hören möchte. Paul tobt sich zu sehr in fremden Gewässern aus und übernimmt davon sehr viel. Kaum etwas erscheint mir eigenständig, kaum etwas ist wirklich "neu". Paul spielt seine eigenen kreativen Stärken dieses Mal zu wenig aus.

....................

P.S. -- Nachtrag :
Es sind ausgerechnet die beiden "Bonus"- Stücke auf der "Deluxe"- Ausgabe, die mir dann doch bereits auf Anhieb sehr gut gefallen haben : das rockige "Turned out" und das erneut folkige, stimmlich verzerrte, Buddy Holly- angehauchte "Get me out of here".

Das weitere (sehr experimentelle) "Bonus"- Werk "Struggle" (das es schon auf der speziellen "Japan- Edition" gegeben hatte) dürfte wiederum nur für Sammler interessant sein.

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P.P.S. -- Noch ein Nachtrag, ein Jahr später :
Gerade habe ich mir das 2014er DELUXE- SET zugelegt.
Natürlich ist mir das Album inzwischen viel vertrauter geworden. Mein gespaltener Eindruck ist jedoch geblieben. Mittlerweile würde ich das Gesamtalbum (auf Paul McCartneys eigene Werke angewandt) stilistisch grob in drei Musik- Bereiche gliedern. Somit ist "New" für mich :

1) aufgrund der vielen Folk- Einflüsse eine Art "neues" "London Town" (1978).
2) aufgrund der zahlreichen Brit Pop- Werke ein "neues" "Flaming pie" (1997).
2) aufgrund der experimentellen "Fireman"- Elemente ein "neues" "Electric arguments" (2008).

Hinzu kommen noch die Balladen "Early days" und "Scared", die (z.B.) auf "Chaos and creation in the backyard" (2005) gut gepasst hätten.

Das nun vorliegende 2014er Set rechtfertigt seinen Kauf durch die DVD mit aufwändigen Musik- Clips und Pauls unermüdlicher Promotion- Arbeit. Einige der Live- Songs hätte ich mir in ausgespielter Form gewünscht hätte). Dann gibt es noch eine weitere CD mit zwei neuen Studio- und vier Live- Songs :

"Hell to pay" : dieses bass- betonte, in seinen Zwischenteilen sehr vorantreibende Werk hätte ich mir ebenso unbedingt auf dem Haupt- Album gewünscht.

"Demon's Dance" : dies Stück wird gar zu meinem Lieblingssong des Albums ! Es ist ein pfiffiger Gute Laune- Song ! Der mehrstimmige Harmoniegesang, der bei Pauls Solo- Werken leider extrem selten geworden ist, ragt wohltuend heraus. Die flotte melodische und stellenweise witzige Leichtigkeit erinnert mich an das fast vergessene, von mir sehr geschätzte "I'll give you a ring" (Single B- Seite von "Take it away", 1982; inzwischen auf dem remasterten "Tug of war").

Auch die Live- Songs überzeugen :
"Save us" ist tatsächlich straffer als das Original. Auch "New" wirkt rockiger, der gehummte (eher langweilige) Nachspann wurde weggelassen. Bei "Queeny eye" ist der "Einbruch im Mittelteil" nicht mehr so krass. Und bei "Everybody out there" wird zum Schluss das Publikum miteingebunden !

Das macht noch einmal Appetit auf zukünftige Konzerte ! Was eventuell noch fehlt : Der angeblich noch eingespielte Song "Secret life of a party girl" und die Live- Version von "On my way to work" (wenngleich Paul es nur ein einziges Mal gespielt hat).

Meine persönliche Highlights also sind : "Demon's Dance", "Alligator" und "Turned out", gefolgt von "Hell to pay", "Get me out of here", "Early days" und "Scared".

....... That's it !
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am 13. Oktober 2014
Das Durchhören eines neuen McCartney-Albums beinhaltet – mehr oder minder unbewusst - den Vergleich mit vergangenen Großtaten, seien es seine Beiträge bei den Beatles, mit den Wings (bei denen das meiste Material eh von McCartney selbst stammte) oder solo. Seit 1970 hat der Multiinstrumentalist viele Alben veröffentlicht, die auch heute noch aufgrund kompositorischer Meisterklasse, ausgefeilter Arrangements, guter Produktion und eingängiger Melodien bestehen können. Exemplarisch seien nur „Ram“, „Band On The Run“, „Tug of War“, „Flowers in the Dirt“ und „Chaos and Creation in the Backyard“ genannt. Nach dem eher durchschnittlichen „Off the Ground“ (1993) gab es kein mäßiges Studioalbum mehr, die Qualitätskurve ging stetig nach oben und verweilte zuletzt auf hohem Niveau. Umso gespannter war ich auf das neue Werk, erschien doch seit „Memory Almost Full“ (2007) kein neues Album mit durchgängig eigenen Songs, von der unter dem Pseudonym „Fireman“ veröffentlichen CD einmal abgesehen. Doch „New“ hat mich zunächst enttäuscht: drei bis vier gute Lieder, der Rest erschien mir wenig erinnerungswürdig. Doch spätestens nach dem dritten Durchgang weiß ich, dass ich dem Album Unrecht getan habe. Einmal mehr zieht McCartney auch hier alle Register seines musikalischen Könnens. Selbstzitate kommen zwar gelegentlich vor, einiges hat man so oder so ähnlich schon in anderen seiner Songs gehört, doch ein reines Selbstplagiat ist nicht dabei. Aus verschiedenen Stilen und Zutaten stellt sich McCartney mithilfe vier verschiedener Produzenten einen musikalischen Gemischtwarenladen zusammen, in dem es nie langweilig wird. Rockiges („Save Us“, „Alligator“) wechselt sich ab mit ruhigen, selbstreflexiven Stücken („Early Days“, „Hosanna“); psychedelischer Blues („Road“) folgt auf Beatles-Reminiszenzen („On My Way to Work“, „New“) auf experimentelles Liedgut („Appreciate“) und vieles mehr. Im versteckten Bonustrack liefert McCartney mit sparsamer Instrumentierung erneut eine seiner zeitlosen Balladen im Stile eines "Blackbird" und zeigt damit, dass er immer noch der Meister dieses Faches ist.
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am 4. November 2013
Während George Michael sich mit 45 Jahren bereis zu alt für die Popmusik gefühlt hat, zeigt Paul McCartney was auch mit 71 Jahren noch möglich ist. Für mich das beste Album seit Flaming Pie. Es bestätigt sich was bereits in den Konzerten (z.B. New York) zu sehen war: Paul hat derzeit richtig Spaß und ist in bester Spiellaune! Das Album ist rockig, erinnert mich teilweise an die guten Wings-Zeiten, ist aber wegen Einfluss aktueller Produzenten mit aktuellen Sounds ausgestattet. Macht einfach Spaß! :-)
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am 20. Januar 2017
Ich habe dieses Album für einen Fan, als Geschenk , bestellt.
Es kam sehr gut an. Wer die Musik mag , erfreut sich daran. Ich habe mit dieser Musik keine Erfahrungen , aber ich muss sagen , dass mir die Aufmachung sehr gut gefällt.
Sehr geschmackvoll und einige Extras dabei.

Auf jeden Fall empfehle ich das Album weiter! Zumindest für Fans ein sehr tolles Geschenk :)
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