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am 4. Januar 2017
" Seit Jahrzehnten liege ich nun schon im Bett neben meiner Frau, und immer öfter frage mich nachts, wer ist eigentlich dieses Wesen, das du geheiratet hast und das in deinem Haus rumläuft ?
Die Frage wird sich der grantelnde Pensionär Warren Schmidt nicht mehr so einfach beantworten können. Da hat man jahrelang nebeneinader hergelebt, sich scheinbar in steter Alltagsroutine komplett in Kommunikation und Emotion voneinander entfremdet , gab sich gegenseitig doch oft widerwillig und grummelnd ein gegenseitiges Lebensfundament und dannn stirbt die Ehegattin ganz einfach so beim Hausputz. Fällt um und ist tot, und Warren sitzt vollkommen paralysiert mit ausdruckslosen Augen und zu keiner Regung fähig in der ersten Reihe der Beerdigungsgäste, sieht auf den Sarg und registriert noch gar nicht, dass sein Leben nun wie ein Kartenhaus zusammenbrechen wird. Wo ist jetzt noch Halt, wo Routine , wo Motivation morgens noch aufzustehen ? Was tun wenn Stück für Stück, alles an Sicherheiten, vermeintlich tragfähigen Lebensstrategien wegbricht, und die nahe Zukunft wohl nur noch das eigene Siechtum und Ende bringt ? Und die letzte Etappe bis dahin ? Einsamkeit, Trauer, Agonie, Depression und ...Angst !
Wer wird noch da sein, wenn wir diese Welt verlassen, gibt es noch jemanden, der unsere Hand hält und uns vermissen wird ? Kurz zuvor wurde Warren mehr oder weniger höflich und bestimmt in das Rentnerdasein endgelagert. Vizepräsident eines Versicherungskonzerns- das ist jetzt Geschichte. Man braucht ihn nicht mehr .
Wohl ahnt Warren , dass das Ende des Berufslebens und nun der Tod der Lebenspartnerin DIE eine grosse Lebenskrise ist, von der er sich nicht mehr erholt , und die auch sein letztes trostloses Daseinskapitel einläutet. Aber wie so oft im Leben verbannt er die aufkommenden Emotionen, verschliesst sie tief in sich.
Tod des nörgeligen Ehemonsters heisst ja auch Freisein, endlich tun und lassen können ohne Furcht vor Keifen und Repressalien. Mit geradezu satanischem Grinsen, wie es wohl nur der grosse Mime Jack Nicholson zustande bringt, wird triumphierend nun erst einmal jeden Morgen im Stehen gepullert und mit gewisser Häme in Halbkreisform auch Klobrille und der Badezimmerboden vollgestrunzt. Kein hysterisches Vorwurfsgezetere ist ja nun mehr zu erwarten in der so lastenden Todesstille des Hauses. Die kleine Rache des Witwers für jahrzehntelange weibliche Domestizierung und wir müssen mitschmunzeln, können die menschliche Warmherzigkeit und die Skurilität der feinsinnig beobachteten Situationen nachvollziehen, und gleichzeitig überkommt uns Traurigkeit, Schwermut und das Lächeln gefriert , weil " About Schmidt" in seiner oft genialen Mischung aus Komik , Groteske , Wahrhaftigkeit, Bitternis und Tragik uns selbst ganz tief anfasst, verunsichert, beklemmt und berührt sein lässt.

Verluste fürchten wir alle, Sterben müssen wir alle, doch was bleibt am Ende? Ein Rückblick auf ein ungelebtes Leben, auf vertane Chancen, das Gefühl nicht achtsam genug gewesen zu sein mit Personen und Situationen, das Glück nicht erkannt zu haben, als es vor uns lag, vielleicht weil wir viel zu sehr Chimären und Zerrbildern von Wunschvorstellungen blind hinterherjagten ? Karriere, Status, Erfolg , dieses Hetzen, dieses Streben, dieses Optimieren , dieses Blenden und Kämpfen, wozu ?!
Warrens letzter Kampf wird nun ganz anders aussehen. Alt ist er, verbraucht, faltig mit Wampe und grauen Haaren. Niemand antwortet ihm mehr wenn er durch die leeren Zimmer des Hauses ruft. Nichts von dem , das er als wichtig erachtete, hat sich als beständig, Geborgenheit gebend , Hoffnung und Sinn spendend erwiesen . Leben ist das wirklich Streben ? Seine ehernen Prinzipien, sein beruflicher Ehrgeiz , alles ein Tanz um ein goldenes Kalb ? Was ist es nur, was am Ende wohl glücklich, demütig und erfüllt auf ein Dasein zurückblicken lässt ?
" About Schmidt" ist eine Tragikomödie, wie es sie in der philosphischen Tiefe, bei gleichzeitig sanftem, vermeintlich leichtem und humorvollem Tonfall nur selten gibt und niederknien möchte man vor dem grossen Mimen Jack Nickolson, der uns diesen Schmidt, der in irgendeiner Form auch jeden von uns, unsere Ängste, Unzulänglichkeiten, Bedürfnisse und Widersprüche spiegeln wird , ganz nahe unter die Haut gehen lässt.

"Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Lebensplänen", heisst ein weises Sprichwort. Tatsächlich kommt vieles anders als man es vermutet oder mit aller Kraft in bestimmte Wege forcieren wollte. Das muss auch Schmidt erkennen, der nicht verhindern kann , dass erstens seine 24jährige Tochter Jeannie längst ein eigenes Leben in einer anderen Stadt hat , ihren vereinsamten Vater jetzt nun partout nicht um sich haben will, so unwirsch, mürrisch und abweisend er sich ein ganzes Leben lang gab , und zweites auch noch einen absolut tölpelhaften Total -Versager heiraten will, den sie liebt, der aber komplett das Gegenteil ihres immer strebsamen, gebildeten, karrierebewussten Vaters ist.
Jeden Tag wird dem alten Warren Schmidt somit in vielen Nuancen demonstriert, dass er eigentlich für niemandem mehr von Nutzen ist, überflüssig und unwert seine Existenz. Mit sich selbst etwas anzufangen, überhaupt einmal die eigenen Emotionen zu erkennen und zuzulassen - schwierig . Mehr und mehr verwahrlost Warren in seiner grossen leeren Wohnung, doch eines Tages hat er einen rettenden Einfall.
Er tut etwas Gutes, was einem anderen Menschen Glück bringt.
Er bringt etwas Sonne in das Herz eines unbekannten anderen, und vergisst für Momente sein Selbstmitleid. Einfach so tut er eine kleine Wohltat ohne berechnende Hintergedanken, und schnell fängt auch sein trostloses Leben sich ganz zögerlich an wieder mit Licht , etwas Glanz und Sinnhaftigkeit zu füllen. Durch eine wohltätige Organisation bekommt er die Patenschaft für einen kleinen afrikanischen Jungen in Tansania, schickt diesem regelmassig kleine Geldbeträge und beginnt ihm Briefe zu schreiben. Ob Warren diese auch abschickt ? Zumindest sind es Briefe , in denen er zum ersten Mal sein Herz öffnen kann. Unmerklich beginnt sich sein Dasein wieder in Bewegung zu setzen. Buchstäblich. Denn alsbald macht sich Schmidt mit seinem alten Wohnmobil auf und fährt quer durch Amerika, um einige Stätten seiner Kindheit noch einmal zu besuchen.
Seltsame, bittersüsse, wehmütige Begegungen wird er haben , und schlussendlich endet seine Reise bei seiner Tochter , die kurz vor der Hochzeit mit ihrem gewöhnungsbedürftigen Auserwählten steht. Spätestens da wird dann " About Schmidt" auch zu einer herrlich abstrusen Sozialsatire, immer in der Balance von Lachen und Weinen, nie zu klamaukig, aber von oft herrlichem Witz.
Und dass sie weinen werden, lieber Interessent, das sei hier versprochen. In den letzten fünf Minuten und bei der finalen Einstellung auf die so ausdrucksstarke Mimik von Nicholson, da flossen bei mir die Tränen bächeweise und der Kloß im Hals saß tief, so wunderbar, magisch und lebensweise ist dieser Kreis, der sich hier schließt.

Regisseur Alexander Payne hat hier ein elegisches , melancholisches und dabei oft beschwingtes, fast leicht schwebendes Glanzstück gezaubert, das tief das Herz berührt, das die zentralen Lebensverwerfungen Angst, Tod, Trauer, Verlust behandelt aber auch von Hoffnung , vom Wissen um ein gütiges Schicksal in dem Irrsinn, der sich Leben nennt erzählt, und vom festen Glauben, dass trotz aller eigenen Fehlbarkeiten und Versäumnisse es niemals im Leben zu spät ist für das Wunder, nie zu spät zu träumen und Licht in der Dunkelheit zu spenden und selbst den Glanz zu spüren , sowie kleines, so grosses Glück zu schenken.
Ein Neuanfang, und sei er auch noch so zart ist immer möglich. Was ist das Geheimnis von Zuversicht , Menschlichkeit, Frieden und Erfüllung ? In dem Moment in dem Warren in den letzten Minuten einen weither gereisten Brief öffnet , weiss er es, und wir wissen es auch, zumindest für einen kurzen Moment der Erleuchtung, der unsere Tränen fliessen lässt. Plötzlich hat sich der Vorhang zum Geheimnis eines guten Lebens kurz geöffnet, und das Licht strahlt auf uns.
Der Mensch auf ewiger Sinnsuche, mal verzweifelt oder glückselig nach den Sternen greifend, mal in in fröhlicher Gelassenheit sich mit Gegebenheiten abfindend, mal zerbrechend, hadernd, und leider zu selten auch einfach einmal dankbar. Lösungen für die verschlungenen Wege des Lebens, die gibt es nie, und hat Gott sei Dank auch der Film nicht parat. Man muss die Pfade, die sich im Dickicht zeigen, wohl gehen , um vielleicht einmal zu begreifen und berichten zu können.

" About Schmidt" ist leicht und gleichzeitig so klug , filigran und vieldeutig , ohne eine kitschig eindimensionale, hollywoodtypische Botschaft zu präsentieren, sondern eher still beobachtend ohne laut zu werten. Dieses Kunststück ist wahrlich selten und nicht umsonst bekam Jack Nicholson hier zusammen mit Kathy Bates die Oscarnominierung. Gerade Nicholsons aussergewöhnliche Präsenz in jeder einzelnen Sekunde ist derart unvergesslich und eindringlich , dass man wirklich am Ende den Wunsch hat sich bei diesem Ausnahmeschauspieler zu bedanken. Für den Mut, für die Menschlichkeit und Verletzlichkeit und den Blick mit dem er uns ganz am Ende tief in unser Herz trifft.
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am 17. Juni 2017
Jack Nicholson spielt Warren Schmidt, einen in Rente gegangenen Vizepräsident eines Versicherungskonzerns. Nachdem seine Frau gestorben ist, macht er eine Reise zu den Orten seiner Vergangenheit. Als er seine Tochter und ihren etwas seltsamen Verlobten besuchen möchte, landet er bei der Mutter ihres künftigen Schwiegersohnes...

Nicholson und Bates waren beide für den Oscar nominiert. Nicholson zeigt, was er alles drauf hat (und diese ganzen Jungstars könnten sich von seinem schauspielerischen Talent mal was abgucken). Der Film ist eine teils traurige aber dennoch gelungene Komödie.
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am 30. Januar 2013
Jack Nicholson ist einer der besten Schauspieler.
Hier zeigt er wieder seine extrem bewundernswerte Begabung.

Diesen Film kann ich empfehlen.
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am 1. Dezember 2003
Der Film beleuchtet das Leben und die Persönlichkeit von Warren Schmidt (Jack Nicholson). Warren ist sechsundsechzig Jahre alt und muss in den Ruhestand gehen. Schnell wird klar, dass sein Versicherungsjob wohl sein einziger Lebensinhalt war. Klar er ist zwar verheiratet und hat eine Tochter. Seine Frau scheint ihn aber nur noch zu nerven und seine Tochter ist bereits vor Jahren weggezogen.
Mit fortschreitender Handlung wird immer deutlicher, dass Schmidt völlig unzufrieden mit dem Verlauf seines Lebens ist. Er glaubt total wertlos zu sein und überhaupt nichts erreicht zu haben. Schließlich stirbt auch noch seine Frau, was ihn völlig aus der Bahn zu verwerfen scheint.
Den einzigen Trost scheint Schnidt in seiner kürzlich eingegangenen Patenschaft mit einem bedürfigen afrikanischen Kind zu finden. Diese Briefe scheinen für Schmidt die einzige Möglichkeit zu sein, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Hinzu kommt, dass seine Tochter einen Mann heiraten will, der Schmidt ganz und garnicht gefällt. Schließlich entschließt sich Warren eine Tour mit seinem fast neuen Wohnmobil zu machen Er kommt aber dann mehr und mehr zur Überzeugung, dass er endlich sagen sollte was er wirlich denkt. Also fährt er nach Boston um die Hochzeit seiner Tochter zu verhindern.
Alles in allem wird der Film sicherlich von der Leistung Nicholsons getragen. Er hat noch immer diese einmalige Ausstrahlung um die ihn sicherlich viele beneiden. Eine besonders eindringliche Szene ist die finde ich, als Warren eine kurze Rede auf der Hochzeit seiner Tochter halten soll. Hier wird deutlich wie groß die Angst von Warren vor der Reaktionen der Leute ist und man fragt sich ober nun auch wieder den Weg des geringsten Wiederstandes geht. Ebenfalls auffällig ist die kleine Rolle von Kathy Bathes, die auch sehr gut rüber kommt. Insgesamt ist der Film sicherlich in einigen Situationen leise und nachdenklich. Es gibt aber auch einige komische Situationen mit Nicholson, die auf jeden Fall überzeugen.
Es wird auf jedenfall deutlich, dass man sich im Leben auch über kleine Dinge freuen sollt, denn es wird viele Situationen im Leben geben, die nicht gerade erfreulich sind. Alles in allem ist der Film sehr empfehlenswert, wie ich finde!!!!!!!!!!!
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am 10. Oktober 2014
Die Cd hat meine Erwartungen sogar übertroffen. Sehr informativ auf für nicht Leningrad Fans eine Möglichkeit ein ganz andern eindruck von Russland zu bekommen.
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Wenn nicht Jack Nicholson die Hauptrolle in diesem Film spielen würde, wäre er wohl eine echte Tragödie und nicht zu ertragen, denn auch mit Nicholsons Tapsigkeit bleibt am Ende eine tiefe Traurigkeit.

Manche meinen, es ginge hier um ein Altern in Würde, um das Gebrauchtwerden im Alter oder ähnliche Themen. Das klingt nach einer nicht ganz unüblichen Schuldsuche bei anderen. Aber Schmidt, der nach dem Ausscheiden aus seinem langen und trostlosen Berufsleben in seine leere Ehe und einen belanglosen Alltag fällt, bezahlt nun die Rechnung dafür, dass er nie den Mut zu einem eigenen Leben mit all den Leidenschaften hatte, die in jedem von uns stecken. Stattdessen muss er schon in jungen Jahren in den langweiligen Trott von Sicherheit vortäuschenden Strukturen wie Beruf oder Ehe verfallen sein. Er gab sein Leben aus der Hand, indem er seine eigenen Wünsche und Sehnsüchte ignorierte. Wenn wir nichts mehr wollen, kriegen wir am Ende auch nichts mehr.

Und so steht Schmidt plötzlich alleine da. Seine Frau ist tot und niemand braucht seine berufliche Kompetenz. Die Leere seines Lebens wird nun auch für ihn sichtbar. Einzig die Hochzeit seiner ihm fremdgewordenen Tochter reißt ihn noch einmal aus seinem lethargischen Dasein in seinem inzwischen zugemüllten Haus. Er nimmt sich sein Wohnmobil und macht sich auf den Weg von Omaha nach Denver um diese Hochzeit zu verhindern. Aber auch hier scheitert er.

Nicholsons tragikkomisches Spiel macht nicht nur den Film erträglich. Vielmehr zeigen seine komische Tapsigkeit und seine unbeholfenen Versuche, eigenen Willen zu demonstrieren, dass noch Leben in Schmidt steckt und der Wille zur eigenen Verwirklichung. Nicht auszudenken, wenn wir nicht einmal mehr das in Nicholsons Schmidt sehen würden. Es bliebe dann nur noch depressive Hoffnungslosigkeit.

Das Leben spielt sich immer gerade jetzt ab, und die Vergangenheit kommt nicht wieder. Deshalb hat auch Schmidt noch eine Chance. Und auch diese Hoffnung transportiert der Film.

Fazit.
Mich hat dieser traurige, aber dank Nicholson auch komische Film sehr bewegt. Er erinnert uns daran, dass wir uns nicht schon in der Jugend bewusst oder schleichend unbewusst zu Ruhe setzen sollten. Denn dann kommt das grausige Ende mit Sicherheit.
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am 14. November 2009
Dieser Film ist ohne Zweifel ein Meisterwerk. Jedes Detail wurde durchdacht und so ist der Film durchsäht von kleinen Andeutungen, die ihn erst so richtig gut machen. Die Story lässt sich gar nicht so leicht erklären, denn der eigentliche Fokus liegt auf dem, was hinter der Handlung steht. Der Sinn des eigenen Lebens, eine Frage, die sich jeder Mensch mindestens einmal stellt, wird hier kritisch beleuchtet und exitsierende Stereotypen werden in Frage gestellt. So ist eine laufende, unterschwellige Kritik am American Dream nicht zu übersehen. Es ist beeindruckend, wie hier schon alleine durch die Kameraeinstellungen essentielle Botschaften der Story vermittelt werden, wie etwa die Aufnahmen des Arbeitsumfeldes der Hauptfigur am Anfang des Films. Unnötig zu erwähnen, dass Jack Nicholson die Hauptrolle des Warren Schmidt erst richtig zum Leben erweckt.

Dieser Film ist mehr als bloße Kinounterhaltung!
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am 20. September 2007
ironisch-skuril-sarkastisch-nachdenklich-geschmacklos-traurig...

- nach ca. 5 Minuten Einstieg läßt Nicholson alias Schmidt einen für 2 Stunden nicht mehr los. Dies allein schon durch die unnachahmliche Mimik sowie die raubtierähnliche Lebendigkeit der Synchronstimme. Immer wieder, sehr treffsicher platzierte, an sich banale Szenen (zerplatzendes Insekt an der Windschutzscheibe, Staubsauger) überraschen und geben der jeweiligen Haupthandlung einen "beliebigen" Beigeschmack.

So wandelt und "ätzt" Schmidt verloren, müde, aber stets ausgesprochen präsent durch sein großes Haus und neues Rentnerdasein:

Gestern noch die große Abschiedsfeier, heute schon von den Kollegen vergessen, seine Frau ödet ihn nach 42 Ehejahren an, die Tochter entfremdet, der Schwiegersohn in spe samt Ursprungsfamilie ein Graus. Schmidt selbst ein welker, wenig appetitlicher Mann.

Das Wohnmobil, mit dem seine Frau mit ihm auf Reisen gehen wollte, und mit dem Schmidt aus der Passivität zu fahren versucht, für ihn allein viel zu groß, was den "verlorenen" Eindruck noch verstärkt.

Einziger, wenn auch mittelbarer Begleiter: Sein neues afrikanisches Patenkind, dem Schmidt schriftlich "anvertraut", wenn nicht beichtet, was andere (und das Patenkind ?!) doch gar nicht würden hören wollen...

Und ist es nich so ??!!

Wobei: Schmidt hat als Ex-Führungskraft eine vglw. gute Pension und damit viele Möglichkeiten ;-) und kommt zwar erschlafft, aber offensichtlich ohne großartige gesundheitliche Einschränkungen daher. - Wenn ich mir da meine älteren Nachbarn so ansehe ?

Sicher, alle träumen von einem "wohlverdienten" Lebensabend, davon, später ein agiler "Senior" ("Generation 50+" :-O ) zu sein.... ;-) - Ich finde es gut, daß "About Schmidt" genau dieses Klischee (da gibt es genügend weichspülende Soups...) eben nicht bedient, und damit der Wirklichkeit vermutlich weit näher kommt, als die meisten es sich einzugestehen wagen.

Da fallen mir die Worte meines längst verstorbenen Großvaters, als er, wenn auch glücklicherweise erst im höheren Alter, gesundheitlich nicht mehr so konnte, wie er wollte, ein: "Das ist nichts, alt zu werden."

Aber wir kommen wohl kaum - samt unschöner Begleiterscheinungen, mit denen der Film sogar noch geizt ! - darum herum ? Insofern betrachte ich "About Schmidt" auch keineswegs - wie einige VorRezensenten - als "trostlos", sondern eher als Fingerzeig, auf der Hut zu sein und es SO nicht kommen zu lassen bzw. wenigstens vorher etwas aus seinem Leben zu machen. ;-) Carpe diem !!

Schade, daß es nicht einen 2. Teil "About Schmidt in the Midlife-Crisis" oder 3. Teil "About the joung Schmidt" gibt ! ;-)

So blieben als "Nachschlag" nur die "9 nicht verwendeten Szenen" (sehr sehenswert !). Bin ich froh, daß es die amazon-Rezensionen samt "Kunden interessierten sich auch für..." gibt. Sonst wäre ich nie auf diese DVD gestoßen, die glatt an meinen geschätzten Michael-Douglas-Scheiben vorbeizieht. Denn: Mit Douglas verbinden Nicholson herabhängende Mundwinkel und zynische Ader. Verglichen mit "About Schmidt" ist Douglas aber "nur" Action.
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am 4. November 2003
In was für Rollen hat man Jack Nicholson, den wohl charismatischsten Schauspieler Hollywoods, nicht schon alles gesehen: als aalglatten Privatdetektiv in "Chinatown", als vom Wahnsinn heimgesuchten Hausmeister in "Shining" oder diabolischen Frauenfänger in "Die Hexen von Eastwick". Fast ausnahmslos präsentierte er dem Publikum dabei die dämonischen Züge seines darstellerischen Talents, vom markanten Grinsen über den durchbohrenden Blick bis hin zu den naturgemäß nach oben gezogenen Augenbrauen. Einfach teuflisch gutaussehend, dieser Mann.
In "About Schmidt" sieht Jack nicht wirklich gut aus, und er soll es wohl auch nicht.
Warren Schmidt (Jack Nicholson) vereint in seinem unglücklichen, von jahrzehntelanger Tätigkeit im Versicherungsgeschäft gezeichneten Gesicht die Enttäuschung über ein Leben, das doch eigentlich ganz anders hätte verlaufen können.
Der wohlverdiente Ruhestand entwickelt sich schnell zum frustrierenden Alltagseinerlei. Einzig sein neues Patenkind Ndugu, ein kleiner, verwaister Junge aus Afrika, bringt etwas Abwechslung ins Dunkel. Diesem schreibt er ausgiebige Briefe, die ihm als Ventil für seine Unzufriedenheit dienen. Dort kann er sich auch endlich darüber auslassen, dass seine geliebte Tochter in Kürze einen ihr unwürdigen Ex-Hippie zu heiraten gedenkt. Besonders auch seine engstirnige Gattin macht Schmidt zusehends zu schaffen, er fragt sich ernsthaft, wie er es so lange mit dieser Frau in einem Haus aushalten konnte. Nun, dieses Problem löst sich nach kurzer Zeit von selbst - seine Frau verstirbt beim Staubsaugen an den Folgen eines überraschenden Schlaganfalls. Von nun an auf sich allein gestellt, beginnt Warren erst einmal zu verwahrlosen. Doch nach kurzer Zeit hat sich das einst täglich so liebevoll herausgeputzte Haus in eine ausufernde Müllkippe verwandelt. Zur Einsicht gelangt, dass es so nicht weitergehen kann, macht sich Schmidt mit seinem neuen Wohnmobil auf den Weg in eine ungewisse Zukunft. Das erste Ziel ist seine Tochter, der er auf unmissverständliche Weise einzutrichtern beabsichtigt, dass es ein großer Fehler wäre, wenn sie ihren Verlobten wirklich heiraten würde.
Wie auch nicht anders zu erwarten, wird die Reise zum Selbsterkenntnistrip: Eine Reflexion über das Leben und über das Altern, das Alleinsein und den Wert der Zweisamkeit. Allerdings, zumindest bis kurz vor Ende des Films, ohne erkennbares Happy End.
Jack Nicholsons Darstellung dieses vereinsamten, alten Mannes ist absolut beeindruckend. Mit dieser Charakterstudie beweist er einmal mehr die Wandlungsfähigkeit seines schauspielerischen Talents und zeigt, dass er sich nicht auf die oben erwähnten Rollen festlegen lässt. Mit der Verkörperung des Warren Schmidt zieht Nicholson alle Register seines Könnens, auch wenn dies auf den ersten Blick und hinsichtlich seines eher unvorteilhaften Erscheinungsbildes nicht gleich ersichtlich scheinen mag. Die Handlungsstruktur, in anderen Kritiken oftmals als zu langatmig bezeichnet, habe ich als sehr dicht und authentisch empfunden, im Gegensatz zu anderen, häufig von kitschiger Pseudomoral durchzogenen Filmen dieses Genres. "About Schmidt" setzt auf leisere Stimmungen und möchte keinen moralischen, gesellschaftskritischen Anspruch erheben. Vielmehr veranschaulicht der Film die bedrückende Sinnentleertheit eines unausgefüllten Leben, das Leben eines Mannes, der vielleicht zu spät erkannt hat, dass jeder Mensch auf seine Weise liebenswert ist. Mit diesem Fehler muss Schmidt nun weiterleben.
Doch am Ende ist er schließlich doch nicht allein. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...
Dieser Film ist für jeden absolut sehenswert, der eine schauspielerische Höchstleistung zu würdigen weiß. Five Stars.
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am 3. April 2015
Um diesen Film zu mögen, muss man ein paar Dinge beachten:

1. Dies ist KEINE Komödie wie "Die Wutprobe" - Der Film hat durchaus seine komischen Momente, die allerdings nicht für einen herzlichen Lacher sorgen, sondern eher für ein nachdenkliches Schmunzeln.

2. Die schauspielerische Leistung ist durchaus hochwertig, doch hier wird man keine besonders überspitzte Mimik wie in "The Shining" sehen. Wenn man also mit den kleinen Nuancen nichts anfangen kann, mit denen Nicholson hier aufwartet, sollte man es besser sein lassen.

3. Sollte man über das Leben, das Älter werden, die Veränderung, etc. (zumindest im Moment) nicht nachdenken wollen, kann ich nur von dem Film abraten. Er denkt durchaus zum Nachdenken an und stellt tiefgründige Fragen, die wir vielleicht nicht immer vertragen.

Wenn man sich nun an diese Hinweise hält, sollte eigentlich nichts mehr schief gehen. Mir hat dieser Film durchaus gefallen und Nicholson hat mich wieder einmal überzeugt, dass ein guter Schauspieler mit wenig Mitteln mehr erreichen kann als man ihm zutraut. Langweilig wurde mir nicht und der einzige Grund die vier Sterne zu vergeben war für mich das eher abrupte Ende, das durchaus seinen Charme hat, aber mich persönlich nicht ganz zufrieden gestellt hat.
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