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am 23. Oktober 2013
Der Roman "Speranza; Eine Liebe im Schatten des Unglücks von Longarone" ist kein Liebesroman im herkömmlichen Sinn, d.h. keine romantische, schwülstige, erotische Liebesgeschichte, sondern die Lebensgeschichte eine starken und mutigen Frau. (Die Überschrift der Rezension ist der Titel eines weiteren Buchs derselben Autorin). Dabei wird das bewegende Schicksal der Heldin und ihrer Familie nicht larmoyant und mitleidsheischend wiedergegeben, sondern knapp und trotzdem warmherzig und liebevoll geschildert. In jedem kurzen und präzisen Satz spürt man die emotionale Nähe der Autorin zu den Personen, und auch die Liebe zu ihrer Heimatstadt Germersheim, in der schließlich die Fäden der Handlung wieder zusammen laufen. Eine gekonnte Komposition, die das Unglück und die Tragik der Geschichte packend und intensiv schildert und den Leser bis zum Ende nicht loslässt. Ein empfehlenswertes Buch, das uns an den vielen Lebensweisheiten einer einfachen und klugen Frau teilhaben lässt.
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am 19. Oktober 2013
Die Autorin beschreibt mit schlichten Worten, aber in fast poetischer Dichte, wie Hoffnung aus einem tatsächlich geschehenen Unglück entstehen kann. Am 09. Oktober 1963 wurde durch einen Bergrutsch in einen Stausee und die daraus resultierende Flutwelle die kleine italienische Stadt Longarone in den Dolomiten komplett ausradiert, mit Tausenden von Toten. Und wie immer ist es nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern ein hausgemachtes Geschehen, das Profitgier und falsche Politik zu verantworten haben. Offenbar lernen die Menschen bis heute nichts dazu. Und damals wie heute ringen die Überlebenden um ihre Entschädigungen.

Das Buch trägt die biographischen Züge des jungen italienischen Paares Clara und Riccardo Fontanella, das als Gastarbeiter in Deutschland lebt. In einer Zeit, in der man mit harter Arbeit noch viel Geld verdienen konnte, in der Deutschland sich voll im Wirtschaftswachstum nach dem zweiten Weltkrieg befand. Doch das fleißige und einfache, bürgerliche Leben von Clara und Riccardo gerät durch diese Katastrophe aus der Bahn, Clara verliert ihr noch ungeborenes Kind, ihr Mann trauert noch jahrelang seinen toten Angehörigen nach. Clara wird später noch einmal mit einem Sohn schwanger, den sie Speranza (Hoffnung) nennt. Es bleibt ihr einziges Kind. Aber selbst das Leben des Sohnes wird von den Auswirkungen der lange zurückliegenden Katastrophe gezeichnet.

Die Autorin beschreibt am Beispiel der Familia Fontanella und einiger anderer Überlebenden aus Longarone, wie Menschen sich nach einer solchen Tragödie wieder behutsam an den Alltag annähern. Dabei berücksichtigt sie die damals vorherrschenden Gegebenheiten und historische Fakten, ebenso wie den persönlichen Schmerz. Ein ganz besonders authentisches Buch, das zu Herzen geht.
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am 14. Oktober 2013
Ein starkes Buch. Der Autorin gelingt es den Überlebenden des Tsunami eine Stimme zu geben und mitzuteilen und wie auch die nachfolgende Generation unter der Katastrophe zu leben /leiden hat. Was macht solch eine Erfahrung mit den Menschen und wie leben sie damit weiter? Was ist von den „Rettungspaketen“ der Politiker am Unglücksort zu erwarten?
Die Geschichte beginnt mit der Rückkehr von Clara, einer starken Frau und ihrem Ehemann Riccardo. Sie sind Gastarbeiter in Deutschland. Ihre erste Saison als „Bleichgesichter“, denn als Eisdielenbesitzer sehen sie die Sonne selten. Sie fahren im Herbst 1963 in die Heimat, in die Sonne nach Longarone. Mit viel Empathie und ohne Sensationslüsternheit folgt die Autorin dem jungen Paar und berichtet von der alljährlichen, „Koffertombola“, ein letztes buntes lautes Familientreffen. Hier stehen sich zwei starke kämpferische Frauen gegenüber; Clara und ihre Schwiegermutter.
In der Nacht tötet der Tsunami 2000 Menschen darunter alle 68 Familienmitglieder der Familie Fontanella, als die Flutwelle die Stadt Longarone zerstört.
Die Katastrophe wird erzählt aus der Perspektive einer Geretteten. Das junge Mädchen Marie hat nur eine Leidenschaft: Fußball. Für Mädchen in Italien 1963 eine ungehörige, unmögliche, unerreichbare Leidenschaft. Sie setzt alles daran ein Fußallspiel zu sehen, mit ihrer Freundin ist sie im Lokal als „ Osterküken in Gesellschaft von Wölfen“ Sie überlebt, weil sie den Anweisungen ihrer Großmutter aus dem Jenseits Folge leistet und sich an eine Eiche klammert, aus der sie ein USA Helikopter rettet.
Clara und Riccardo überleben schwerverletzt, diesen „Friedhofsalbtraum“. Sie erwachen „auf dem Mond?“ Sie haben alles verloren und Clara erleidet eine Fehlgeburt.
40 Tage suchen sie auf der „Autobahn des Schreckens“, in der Hölle mit „gespenstischer Energie“ nach den Leichen ihrer Familienangehörigen, damit sie nicht namenlos im Massengrab enden. Der „Herr des Autos“ wird ihr Engel und begleitet sie auf ihrem schweren Weg, mit Ironie, Sarkasmus und er Holzhammerwitzen hält er sie am Leben. Riccardos Seele ist verletzt, seine ungebrauchte Liebe als Sohn, Bruder, Onkel Freund, bringt ihn an den Rand des Wahnsinns. Die Autorin beschreibt die Fassungs-, Hoffungslosigkeit, Trauer und Wut der Überlebenden.
In Frankfurt gelingt es Clara, Riccardo wieder für das Leben zu erwärmen. Ihr gemeinsamer Sohn Sergio Speranza wird ein Hoffnungsträger. Als der Vater ihn nach Italien ins Internat schickt leidet er fern von Mutter und Vater. In der Betonwüste Longarone ist er nicht Zuhause, er vermisst Mutter, Vater, seine Nachbarsfreundin Caroline und das tägliche Eis. Ohne Familie in Italien ist er hoffungslos allein. So lernt auch er, viel zu früh, den Schmerz in sich einzuschließen.
Die Autorin berichtet, wie es zu dem gigantischen Staudamm kam, welche Mächte am Werk waren und wie sich im Tal unter den einheimischen Widerstand regte, der nicht beachtet wurde. Sie webt in ihre Geschichte die Reaktionen der politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen der italienischen Regierung ein. Ein Stück deutscher Geschichte wird sichtbar, wie die deutschen Bewohner auf die Gastarbeiter reagiert haben, ein Nebeneinander, ein kultureller, freundschaftlicher Austausch fand nicht statt.
Es ist eine spannende Geschichte und ich habe sie interessiert verfolgt, auch wenn manches nicht zu fassen war und doch scheint es sich genau so zugetragen zu haben. Wie die Flutopfer vom Sommer 2013 berichten, haben sie kaum den Kredit der Jahrhundertflut bewältigt, da trifft sie die nächste Katastrophe. Sofortmaßnahmen blieben im Planungsverfahren stecken.
Der Roman weckt Interesse für den Tsunami von 1963 und macht hellhörig, weckt berechtigte Skepsis wenn Verantwortliche und Politiker Soforthilfen versprechen.
Hoffnung besteht für die Nachbarskinder Caroline und Sergio, sie bearbeiten als Erwachsene ihre Beziehung, ihr „Nichtsvoneinanderwissen“, ihren Lebensweg, jeder auf seine Weise. Gemeinsam besuchen sie Longarone. Dort findet im Gedenken an den Tsunami und seine Opfer um den Jahrestag ein „Katastrophen-Jahrmarkt“ statt, nochmal ein kritischer Blick auf die Vermarktung des Unglücks.
Wie gesagt, ein lesenswertes, hochinteressantes, spannendes Buch, sehr zu empfehlen.
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am 16. Oktober 2013
Vor 50 Jahren geschah in den südlichen Dolomiten eine Katastrophe, die wahrhaft apokalyptische Dimensionen aufwies: der Bergrutsch des Monte Toc mit der folgenden Überschwemmung des Städtchens Longarone. Meighörner zeichnet mit der ihr eigenen Sprachgewalt diese Geschichte nach, beleuchtet die zumindest fragwürdigen Aspekte in Entwicklung und Bau der höchsten Talsperre der Welt und schafft den spannenden Bogen in unsere Welt, indem sie zwei Überlebende in ihrem weiteren Lebensweg in Deutschland begleitet.
Das faktenreiche Werk ist somit nicht nur eine Schilderung der bis dato größten Katastrophe im Bereich der Wasserkraft, sondern vielmehr auch ein Stimmungs- und Sittenbild Deutschlands in der Wirtschaftswunderzeit mit all seinen unaufgearbeiteten Vorurteilen, mit seinen Grenzen im Kopf - spannend und mitreißend, aber auch sehr zum Nachdenken anregend!
Unbedingte Empfehlung!!!
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am 9. März 2014
Das Buch ist sehr berührend geschrieben, ohne in das Weinerliche abzudriften (und zum Weinen ist diese Geschichte schon!), Ein Stück Zeitgeschichte, sehr empfehlenswert!
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