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am 24. Januar 2016
James Joyces 1922 veröffentlichtes Hauptwerk ULYSSES gilt es einer der Höhepunkte der literarischen Moderne. Hervorstechende Merkmale dieses Romans sind die Bewußtseinsstromtechnik sowie die merklich und unmerklich wechselnden Erzählperspektiven. Durch den exzessiven Gebrauch der beiden Stilmittel erschuf Joyce ein schwer zu überschauendes Wortgebirge und revolutionierte den Roman des 20. Jahrhunderts.

ULYSSES ist sicherlich eher ein schwer zu lesendes Buch. Hier wird nicht einfach eine Geschichte erzählt, Handlungen geschildert, usw., Joyce lässt den Leser an den Gedanken und Empfindungen der Personen dieses Buches unmittelbar teilhaben. Ein solcher Ansatz war damals in dieser extremen Form Neuland und ist auch heute noch alles andere als Usus. Da fällt der Einstieg nicht leicht. Ich habe einige Seiten benötigt um in das Buch einzutauchen. Zwischendurch muss man auch Durchhaltewillen haben, um den Zugang nicht zu verlieren. Dies mag für viele Leser ein nicht lohnendes Unterfangen sein. Findet man den Einstieg - und dies ist möglich und, wie ich finde, sehr lohnenswert ' und bleibt dabei, dann erlebt man den berühmten 16. Juni 1904, wie er für die verschiedenen fiktiven Protagonisten gewesen ist oder hätte sein können, wie Joyce ihn uns erleben lassen will.

Die Idee, die James Joyce in diesem Roman umsetzt finde ich grandios. ULYSSES ist sicher mehr gepriesen als gelesen worden. Dabei schafft der Roman durch seine Erzählweise eine nie zuvor vorhandene Nähe zu den Figuren des Romans und damit auch zum modernen Menschen. Im Gegensatz zu Homers listenreichen antiken Helden ist Joyces Odysseus in der Person des Leopold Bloom der Archetyp des kleinen Mannes, des Durchschnittsmenschen. Seine Gedanken sind wie unsere Gedanken, sie springen hin und her, laufen wild durcheinander, sind dann plötzlich wieder strukturiert, driften wieder ab und am Endes des Tages weiß man nicht mehr, was man alles im Kopf hatte. All dies hat Joyce in diesem wunderbaren Buch großartig be- und geschrieben. Und natürlich stockt man, wenn sich innerhalb eines Satzes plötzlich die Perspektive ändert, die Gedanken einer Person abbrechen und der Bewusstseinsstrom einer anderen Figur einsetzt. An manchen Tagen kann man viele Seiten flüssig lesen, manchmal sind es nur wenige Seiten oder vielleicht auch mal gar keine. Wenn man jedoch dran bleibt, kann die Lektüre aber lohnend sein. Das 14. Kapitel ist besonders schwer zu lesen. Im englischen Original entwickelt sich in diesem Kapitel die Sprache von Alt-Englisch bis zur damals zeitgenössischem Dubliner Umgangssprache. Diese Entwicklung ist auch in der deutschen Übersetzung von Hans Wollschläger zu finden. Ulysses ist auch eine Herausforderung. Das sind Kafkas SCHLOSS und Musils MANN OHNE EIGENSCHAFTEN auch und es lohnte und lohnt sich für mich allemal diese Bücher zu lesen.

Nicht zu überlesen ist, dass Joyce in diesem Buch auch parodistische Töne anschlägt und man auch bei diesem für die Meisten Leser eher schwierigen Buch schmunzeln und lachen kann. Daneben spielt auch das irische Dilemma, zwischen Großbritannien und der katholischen Kirche zu stehen, hier eine Rolle. Für die Lektüre des Romans kann es hilfreich sein, sich bei Wikipedia über ULYSSES im Allgemeinen und über die Kapitel im Besonderen zu informieren. Die Verbindung zu Homers ODYSSEE und auch die ein oder andere Idee des jeweiligen Kapitels werden dann klarer.

Wer lineare Erzählstile bevorzugt, leichter zugängliche Literatur genießen möchte oder weder Zeit noch Interesse hat, sich mit einem Buch auch etwas Mühe zu machen ' und das alles ist okay ' sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wer dazu bereit ist, sollte es mit ULYSSES versuchen
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am 16. Oktober 2011
Das Buch ist in jeder Hinsicht eine extreme Herausforderung. Es hat was von einem sehr komplexen Spiel. Ohne umfassende Anleitung ist dieses "Spiel" nicht spielbar. Aus der eigentlichen Lektüre erfährt man nicht einmal (oder habe ich nicht erfahren), dass die Handlung den 16. Juni 1904 abdeckt und es morgens um 8 Uhr an zwei unterschiedlichen Standorten, mit dem ersten Teil des Buches im Martello Tower von Sandycove, und dann, mit dem zweiten Teil, in Dublin, in der Eccles Street 7, beginnt. Selbst für seine engen Freunde hat Joyce ein Schema, das "Gorman-Gilbert-Schema" angefertigt, um denen das Lesen zu erleichtern. Hierin ordnet er den Kapiteln Organe, wissenschaftliche Disziplinen, Farben, Symbole sowie Techniken zu, und bringt all das in Zusammenhang mit den handelnden Personen.
Ja wirklich in jeder Hinsicht weicht der Roman von einer klassischen Erzählung ab. Es geht um die Abbildung einer Realität, die wahrscheinlich mehr mit der Person James Joyce zu tun hat, als mit der Stadt Dublin und dem zeitlichen Rahmen in dem sie angesiedelt ist. Der schlecht sehende, zeitweilige sogar blinde Joyce orientiert sich in Dublin über Empfindungen, Gedankenfetzen des Augenblicks und über die Sprache. Und gerade die verwendete Sprache, macht es eher nur für den englischsprachigen Raum verständlich. Selbst da muss man wohl noch mit der irischen Idiomatik vertraut sein, um vollends einzutauchen, denke ich. Der Roman spiegelt wider, was sich in der Wahrnehmung, in den Köpfen, im Denken der Hauptdarsteller abspielt. Das Denken ist begrifflich sehr einfach und vor allem sehr schnell. So ist der Text nicht wirklich schwierig, aber hoffnungslos vielfältig und verworren. Hinter diesen Beobachtungen und Gedankenfetzen sind dann Analysen der Sprache, der geschichtlichen Begebenheiten der Zeit, der Religionen und Politik, des menschlichen Verhaltens und zwischenmenschlicher Beziehungen verborgen. Er schildert selten Beobachtungen, alles läuft scheinbar im gelesenen Moment ab. Der Leser ist unmittelbar dabei. Er könnte mitdenken und mithandeln, wenn er sich dazu in der Lage fühlt. Am Ende des Buches wird man dann belohnt, dass man diese "abstruse Denksportaufgaben", wie Joyce seinen Roman selbst bezeichnete, wahrscheinlich nach Wochen und vielen Unterbrechungen (bei mir war jedenfalls so) irgendwie bewältigt hat. Sozusagen im "höchsten Level" angekommen entsteht beim berühmten "inneren Monolog" dann doch noch eine Art Lesegenuss.
Aber, ich gebe ganz ehrlich zu, ich habe diese Denksportaufgabe nicht wirklich bewältigt, ich bin doch eher an ihr gescheitert. Nachdem ich zum Anfang vieles doppelt und nach Internet Recherche dann manchmal auch dreimal gelesen habe, habe ich nach drei-vierhundert Seiten, dann immer öfter nicht mehr zurückgeblättert, um dann sogar einiges zu überspringen.
Zweifellos hat Joyce hier ein literarisches Meisterwerk geschaffen, mit dem er sich, wohl auch verdient, seine erträumte Unsterblichkeit gesichert hat. Zumindest sind wir ihm gehörig auf den Leim gegangen, könnte man mit einem Schmunzeln sagen. Jedenfalls scheint es ein hervorragendes Übungsfeld für Studenten der Literaturwissenschaften, sicher auch noch für andere Wissenschaftsdisziplinen zu sein. Aber, so merkwürdig wie sich das jetzt vielleicht auch anhört, es ist kein gutes Buch, denn man erfährt durch Internet und Sekundärliteratur wesentlich mehr darüber, als durch Lesen des Textes selbst. Auch darüber, welches Potential in diesem Text eigentlich steckt. Und vor allem ist das gesamte Drumherum wesentlich interessanter, als der eigentliche Roman, denn die Struktur ist bekanntermaßen "abgekupfert", wenn auch genial, und die eigentliche Geschichte beschreibt lediglich den banalen Alltag an exakt abgebildeten real existierenden Standorten. Mir fehlt, was die Verbindung zwischen Autor und Leser herstellt. Bezeichnen wir es ruhig gemeinhin als Phantasie. Ich pralle von diesem Buch ab. Vielleicht lassen sich in dieser Abgrenzung ein paar Schlüpflöcher erahnen, aber ich kann nicht eindringen. Auch Joyce' Wunsch: "Wenn nur jemand mal sagen würde, dass das Buch so verdammt lustig ist." bringt mir persönlich keine anderen Erkenntnisse.
Größte Hochachtung habe ich vor dem Übersetzer. Ich denke, das war eine fast nicht zu bewältigende Aufgabe. Wenn es nur darum gehen würde, hätte diese, so weit ich das überhaupt beurteilen kann, wohl fünf Sterne verdient. Es gibt viele Gründe, die sicher meinen Horizont bei weitem übersteigen, warum man wahrscheinlich erstrecht dem Roman fünf Sterne geben müsste. Aus meiner subjektiven Sicht allerdings sind es höchstens drei Sterne, aber meine Beschränktheit sollte keine Maßgabe sein.
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am 26. August 2017
Ich habe es nicht zu Ende geschafft. Wer frei ist von Sünde, der werfe den ersten Stein. Aber mal im Ernst, "Ulysses" ist ganz sicher nicht Weltliteratur. Betrunken schreiben, nüchtern korrigieren. Mindestens eine Regel wurde hier gebrochen.
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am 2. Dezember 1999
James Joyce's last novel, and incidentally the one his wife considered his best, is, as they say, unreadable, in that if you sit down and go through the book from cover to cover (as I have done) you'll only get the vaguest idea of what was going on. So if that's your idea of the all-time downer reading experience then spend your money on something else, because this is one of those books that is liable not only to change the way you look at life, but the way you read and think. Joyce called it a night book - the "action", such as there is any (and the action comprises pretty much all of human history and civilisation) takes place while the characters (a Dublin pub owner, his wife and family and sundry other unsavoury types) are asleep. But you'd never know that if I hadn't told you, because the language is a punster's dream (literally), a braided and twisted weave of most of the various tongues in the world, based on an idea by the English language, all to be spoken with a fairly strong Irish accent. (Non-Irish people often don't notice this, but the rest of us can hear it.) It's not a book to while away a plane trip. It's a book to spend a few dollars on and then spend the rest of your life dipping in and out of it for profit and pleasure. Some of it is pretty straightforward, such as the visit to the Willingdone museyroom or the episode about the chicken scratching around in the rubbish heap (a lot more gripping than it sounds), while other bits are maddeningly opaque. But if they read novels in heaven they probably read this one. The best way to get the most out of it is to have read every book ever written, but failing that, an open mind, an active imagination, and a sensitivity to the buried layers of meaning in words will get you through. Frank Zappa fans ought to love it; this is conceptual continuity with a vengeance. (Wow. I never thought the day would come when I'd get to review a novel by James Joyce.)
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am 5. März 2000
No, Finnegan's Wake isn't written in a drab, unambiguous way, and that's a darn good thing. Unthinking directness is great for cafeteria lunch menus, but fortunately great works like FW allow us to explore ideas and language in a new way.
Imagine how dull life would be if everything were always written in a way to satisfy a high school English department's style book. But I suppose some people won't be satisfied until we drop the balcony scene in "Romeo and Juliet" and instead Romeo just walks in and says "I know our families hate one another, but I've really got the hots for you." Of course, that doesn't even begin to cover what goes on in that scene, but maybe that's because some ideas are so hard to grasp that the only way to explain them is to use obscure, incomprensible, and elusive words and phrases. Like FW.
(On the other hand, don't throw your TV out after reading FW, because TV is totally awesome, no matter what self-righteous, emaciated, turleneck-wearing pointyheaded longhairs think.)
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am 21. November 2016
Einleitung und Kommentare des Herausgebers dieser Edition sind das Törichtste, was ich seit langem gelesen habe, die Erläuterungen nehmen sich aus wie eine Karikatur schechter psychoanalytischer Deutungen der 50er Jahre (nur thematisch ein wenig aktualisiert), und in der Einleitung gewinnt man den Eindruck, dass Iren ihre Finger besser von irischen Autoren nehmen und deren Edition und Auslegung in den Händen der meist amerikanischen Kollegen belassen sollten. Als kommentierte Ausgabe ist die von Jeri Johnson bei Oxford UP um viele Klassen besser.
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am 5. November 2015
Die Bestellung kam sehr zügig und das Produkt war sehr zurfrieden stellend und wie ich es erwartet hatte. Vielen Dank.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Juli 2012
Vorab Warnung vor der kindle Ausgabe, die hat eine Macke. Zitate und Gedichte fehlen, möglicherweise ein OCR Fehler. Man sollte das ebook daher unbedingt direkt beim Gutenbergprojekt herunterladen, da ist es soweit fehlerfrei auch wenn da ab und an eine 1 statt eines I steht und umgekehrt.
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Ulysses, das wohl am meisten ungelesen Buch der Welt. Schon zur Zeit seines Erscheinens spateten sich die Geister an diesem Werk. Kein Verlag wollte es veröffentlichen, bis Joyce eine Gönnerin fand, die extra für dieses Buch einen Verlag gründete. Kurt Tucholsky meinte "'Hier ist entweder ein Mord geschehen oder eine Leiche fotografiert".' Obwohl nicht ganz klar ist, ob er das Buch an sich, oder nur die Übersetzung meinte. Auch Virginia Woolf empfand das Buch als '"queasy undergraduate scratching his pimples'."
Um was nun geht es in Ulysses. Für gewöhnlich liest man in den üblichen Interpretationen etwas von Odysseus Saga, sieht detaillierte Stadtpläne, muss sich anhören, wer gerade Odysseus ist und dass sich Joyce nur locker an die Odyssee hält, blablabla. Genau DAS wollte Joyce nicht, denn Joyce hat die Kapitelüberschriften, die sich auf die Odyssee beziehen alle gestrichen, bevor er das Buch veröffentlichte. Joyce veröffentlichte das Buch mit nur drei Unterteilungen I, II und III, genau um zu verhindern, dass sich die Leser an der Odyssee aufhängen und permanent nach Parallelen suchen, denn dieses Buch ist mehr als eine moderne Odyssee, diese gibt nur ein wenig Rahmen, mehr nicht. Leider haben die meisten modernen Ausgaben diese Kapitelüberschriften wieder übernommen und ergehen sich in Odysseeparallelen.

=== Was wollte Joyce? ===
'"Ich möchte ein Abbild von Dublin erschaffen, so vollständig, daß, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände, sie aus meinem Buch heraus vollständig wieder aufgebaut werden könnte.'"
'"Ich habe so viele Rätsel und Geheimnisse hineingesteckt, dass es die Professoren Jahrhunderte lang in Streit darüber halten wird, was ich wohl gemeint habe, und nur so sichert man sich seine Unsterblichkeit.'"

=== Worum geht es letztendlich in diesem Buch? ===
Das Buch erzählt die Geschichte einiger, auf vielfältige Weise miteinander verbundener Menschen, deren Wege sich mehrfach kreuzen und beeinflussen. Allen voran von:

Stephen Daedalus: Stephen Deadalus kennt man bereits aus Portrait of the Artist as a Young Man (Bildnis des Künstlers als junger Mann). In Ulysses erfährt man, wie es mit ihm weitergeht. Stephen musste aus Paris nach Hause zurückkehren, weil seine Mutter im Sterben lag. Selber Atheist weigerte er sich den letzten Wunsch seiner Mutter zu erfüllen: Niederzuknien und für sie zu beten. Vielleicht meidet er auch aus diesen Schuldgefühlen heraus seine Familie und wohnt mit dem Medizinstudenten Buck Mulligan im Martello Tower von Sandycove und verdient sich was als Aushilfslehrer dazu.

Leopold Bloom: 40 Jahre alt, eigentlich Halbjude, andererseits drei Mal christlich getauft und letztendlich Atheist oder zumindest Agnostiker. Dennoch wird er permanent mit den Vorurteilen gegen Juden konfrontiert. Seit 16 Jahren verheiratet mit der Halbjüdin Molly. Eine Tochter, 15 Jahre alt. Der einzige Sohn starb wenige Tage nach der Geburt. Seitdem krieselt es in der Ehe der beiden. Leopold findet seine Frau seit dem Tode des Sohnes irgendwie ... eigentlich weiß er das selber nicht. Er liebt sie noch, er bringt ihr das Frühstück ans Bett, sie begleitet ihn die ganze Zeit in seinen Gedanken. Immer überlegt er, was er ihr schönes kaufen könnte, was er ihr mitbringen könnte, um ihr eine Freude zu machen, dabei will sie nur eines: S*X. Den holt sich Bloom jedoch bei diversen Affären oder Prostituierten. Er hat dabei meist immer die gleiche Masche: Erst mit Briefen und Aufmerksamkeit erobern und einlullen, dann seinen Spaß haben und sich eine neue Liebschaft suchen. Selbst die Hausangestellte war vor ihm nicht sicher, daher haben er und Molly derzeitig keine.

Molly Bloom: Leoplods Ehefrau. 31 Jahre alt, Sängerin, etwas mollig. Sie braucht jedes Frühjahr einen neuen Mann, S*x ist ihr wichtig, sehr wichtig und im letzten Kapitel redet sie in Gedanken Klartext, so modern, dass man glaubt, eine Episode S*x and the City zu sehen. Da geht es wirklich ab, mal doggy style, mal'

===Der erste Eindruck, den ich von diesem Buch hatte war, ===
dass jedes Buch ein schwerer Brocken wird, wenn man
1. Jegliche Beschreibungen streicht (vor allem wo und wann sich der Leser befindet).
2. Jegliche Kapitelunterteilungen streicht.
3. Nicht gescheit formatiert und inneren Monolog kursiv druckt, Beschreibungen normal Druckt und direkte Rede in Anführungszeichen verbannt. Das Buch wirkt zunächst einfach nur grausam unformatiert.

Erst nach und nach wurde mir klar, dass es all das nicht braucht, um eine Geschichte zu erzählen. Während der Lektüre begann ich den Alltag genauer zu betrachten, meinen Gedankenfluss, die alltäglichen Gespräche und siehe da' Joyce beschreibt das alles korrekt. Alltäglich Gespräche sind tatsächlich so Sprunghaft, so chaotisch, so unzusammenhängend. Die Grenzen zwischen innerem Monolog und dem, was man ausspricht sind fließend. Die Beschreibungen der Umgebung, die eigene Wahrnehmung sind immer im eigenen inneren Monolog beinhaltet. Man sieht also die Welt durch Blooms Augen. Als Frau geht man in einigen dieser Kapitel durch Dublin und schaut durch die Augen eines Mannes. Was betrachtet er und warum? Er schaut Frauen nach, er schaut, wie sie sich die Strumpfhose richten, er ärgert sich, wenn eine Straßenbahn ihm den Blick auf eine entblößte Wade versperrt. Diese männliche Sichtweise der Welt ist für Frauen erstaunlich aufschlussreicht, denn ich glaube nicht, dass sich die Männer seit 1904 wirklich viel verändert haben.

===Anstrengend ist, ===
dass jedes der Kapitel in einem anderen Stil geschrieben ist und dieser Schreistil zum einen auf die Spitze getrieben wird und zum anderen auch noch durch den Kakao gezogen wird. Besonders gelungen ist das in dem Kapitel, in dem ein junges Mädchen am Strand über ihre zukünftige große Liebe im Groschenheftstil sinniert, Bloom zu einem mysteriösen Unbekannten, Held ihrer Träume stilisiert, mit ihm über große Distanz hin spielt, in sexuell reizt '. Und dann kommt seine Sichtweise und bringt den Leser wieder auf den Boden der Tatsachen und die ist, milde ausgedrückt, ernüchternd.

===Warum war das Buch damals, als es erschien, so ein Skandal?===
Weil es zu modern war und teils noch ist. Weil es gotteslästerlich ist. Weil es teils antisemitisch ist. Weil es die Welt beschreibt, wie sie war und ist. Da geht man eben aufs Klo, da wischt man sich den Hintern ab, da furzt man, da popelt man eben in der Nase, wenn man kein Taschentuch hat und legt die Popel auf einem Felsen zum Trocknen aus.
Dazu ist das Buch noch voller Anspielungen sehr eindeutiger Art in teils alltäglichen Situationen. Ich kenne keinen anderen Autor, der die Eucharistie mit der Fellatio gleichstellt, bei der geschluckt aber nicht gekaut wird'. Bei dem das Zapfen eines Bieres zum Streicheln des männlichen Fortpflanzungsorganes wird. Das Extrem bildet dann 15. Kapitel ' Circe, das schon fast in eine albtraumartige SM Welt abgleitet mit diversen erniedrigenden Praktiken, die mir teilweise selbst heute noch etwas extrem erscheinen.

===Nun werden sich wohl einige Fragen. Ja und? Um was geht es denn nun in diesem Buch?===
Was passiert? Wer Handlung erwartet, wird enttäuscht sein und sollte das Buch nicht lesen. Hier geht es hauptsächlich um Sprache, um eine wortgewaltige Beschreibung der Welt, teils mit Lauten, teils durch experimentelle Stilmittel.

Stephen Daedalus frühstückt, geht seinem Job als Aushilfslehrer nach, geht an den Strand, in die Bib, ins Bordell und zu Bloom nach Hause.

Leopold Bloom, geht Einkaufen, frühstückt (Niere), geht zum Drogeristen einkaufen, ins öffentliche Bad, auf eine Beerdigung, kurz in die Zeitungsredaktion, Mittagessen, arbeitet ein bischen, isst wieder und schreibt einen Brief, geht ins Bordell, in ein Cafe mit Stephen Deadalus, nimmt Stephen auf einen Kakao mit heim, geht schlafen.

Molly Bloom frühstückt, hat Spass mit nem Liebhaber und tut nicht so wirklich viel.

===Fazit:===
Ein Meisterwerk, auf das man sich bewusst einlassen muss, dem man sich öffnen muss, das noch heute polarisiert. Nur selten habe ich ein derartiges Flow Erlebnis gehabt wie beim lesen des 11. Kapitels '- Sirenen. Dieser Roman ist ein sinnliches Erlebnis, das hätte ich nicht erwartet. Ich hatte eher Angst ihn überhaupt anzufangen, denn die meisten, die ich auf dieses Buch ansprach meinten nur, dass sie nach wenigen Kapitel angebrochen hätten, es würde sich nicht einmal zum Grillanzünden eigenen, weil es so langatmig wäre, dass es den Kohlen den Sauerstoff zum Brennen nehmen würde.
Ich bin dennoch froh, dass ich den Mut hatte, das Buch zu lesen und ich werde es in einigen Jahren erneut lesen, denn mit jeder neuen Erfahrung, die man selber macht, wird man dieses Buch anders lesen. Meisterlich.
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am 6. Dezember 1997
The last work of his that Joyce ever saw published--the work he labored on for 17 years--is Finnegans Wake and easily one of the oddest books ever. Some people do get hostile towards the book, because it IS odd, but you have to appreciate Joyce's OTHER works the way I do to even want to read it. I can honestly say I don't get all of it--no one ever will. I don't think it's a book intended to be read just once.
The one problem is that Joyce maybe got a tad out of hand. Okay, it was the book he probably wanted to be remembered for (although "A Portrait of the Artist as a Young Man" and maybe "Ulysses" are more accessible and therefore get more readers today), but I think maybe he was showing off a bit. Not that he didn't have the right to.
The first time I read a work by Joyce I figured I was going to hate him. When I hate an author, I really hate one. But somehow Joyce grew on me. That was pretty strange. And although I haven't read most of Joyce's stuff, I like to get in over my head--hence, reading Finnegans Wake.
This is not a beginner's book, that's for sure. If you've heard of Joyce and want to explore his works, start with "A Portrait of the Artist as a Young Man", because that is a classic all its own and also much easier to follow. Actually, I'd build even more than that before Finnegans Wake, but that's up to you.
In all, I strongly suggest Finnegans Wake for people who like interesting literature.
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am 28. März 1999
Finnegans' Wake is only underrated by those who either A: Think a good piece of fiction is one that should pour through their brains at the same rate as television drivel, or else B: forget that Joyce's entire career was a Work In Progress, and should be taken from start to finish. Those readers who cannot make sense of the novel should begin with "Dubliners," and when they have successfully digested that, proceed chronologically through Joyce's works; to pick up Finnegans' Wake and then try and read it without having any of Joyce's nuance of style under your belt is akin to mental suicide, and, worse, will frustrate you into not reading Joyce at all. Every word, even the hundred-letter Thunderwords, Joyce placed carefully in his seventeen years writing the novel; surely, no one of them can be easily dismissed after one or two hours' cursory reading. What is more, the book requires only that someone have the barest knowledge of Language to begin with-- it is the human sense of music, that sense from which language derives all of its power to both frighten and quell, that Joyce's prose tries to capture. Little wonder that certain episodes from the book have been called "The greatest prose ever written by a man."
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