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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
8
4,4 von 5 Sternen
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am 28. November 2014
... ist für den Betrachter dieses feinen Einstünders, nach einer Idee des amerik. Drehbuchautors Lawrence B. Marcus, hingegen eine gelungene, kurzweilige sowie fesselnde TV-Unterhaltung des wunderbaren Film noir.

Produktrezi zu : Cause for Alarm - Grund zur Aufregung

Werten Nostalgiker sowie gleichgesinnte Filmfreunde & liebe Interessierte an diesem vom amerik. Filmregisseur Tay Garnett raf­fi­niert ins Werk umgesetzten 50er Jahre Thriller, nachfolgend gebe ich Euch mal einige wissenswerte Infos im Bezug auf die Ausstaffierung dieser Filmbox insgesamt inkl. mitbeigefügter Ablichtungen zur Veranschaulichung & ich beurteile meine erworbenen Media-Artikel immer als Gesamtprodukt.
Den Film als solches bewerte ich stets gesondert !

► ZUM STREIFEN : Cause for Alarm - Grund zur Aufregung ( USA 1951 )

VORSICHT SPOILERGEFAHR : An einem wunderschönen, sonnigen Dienstagmorgen im Juli geht Ellen Jones ( Loretta Young ) ihren gewohnten Alltagspflichten als Hausfrau nach.
Ihr Gatte George alias Barry Sullivan leidet an Ar­th­ro­pa­thie & bedarf einer intensiven, ärztlichen Be­treu­ung sowie der täglichen Fürsorge seiner Ehefrau. Dabei hat der bettlägerige Herr viel Zeit zum Nachdenken & mit zunehmenden Wahn verfasst der Schwerkranke ein, an den Staatsanwalt gerichtetes, perfides Schreiben. Und nachdem der Brief in die Hände der Post gelangte, offenbart er seiner Gattin den brisanten Inhalt dieses Schriftstücks & nach einem unglücklichen Zwischenfall beginnt für Ellen ein Spießrutenlauf sondergleichen.

⋙ SPOILERENDE ⋘

Dieser sehr sehenswerte Psychothriller beginnt anfangs mit jeweiligen Retrospektiven aus Sicht der Eheleute Jones.
Beim Hausputz ertappt sich die überaus fürsorgliche Ellen beim Selbstmitleid bzgl. der unglücklichen, aktuellen Lage in ihrer Ehe & erinnert sich zurück an eine Zeit voller Romantik, Leidenschaft & inniger Liebe.
Ihr angetrauter George hingegen gewährt dem Betrachter Einblick in seine zunehmenden Wahnvorstellungen hinsichtl. au­gen­schein­licher Untreue seines Eheweibs & einer angeblich heimtückischen Intrige seitens seines Hausarztes & Freundes Dr. Grahame ( Bruce Cowling ) sowie dem gefassten Entschluß, dem vermeintlichen Liebespaar das Leben zur Hölle zu machen.
Mit seiner ordentlich inszenierten Story, allerdings m.E. auch mit ein Paar Logiklöchern behaftet, bietet dieser wunderbare Schwarz-Weiß-Film seinem Zuschauer eine herrlich nostalgische sowie atmosphärisch dichte & vor allem flotte Fernsehunterhaltung .

Weitere Mitwirkende waren u. a. noch Margalo Gillmore, Irving Bacon sowie Georgia Backus & für die stimmig untermalenden Tonstücke war der dt. Komponist André Previn zuständig.
Die Gesamtlaufzeit beträgt lt. Player exakt 68:38 Min. sowie reine 68:14 Spielminuten ohne Abspann.
Laufzeit lt. Coverangabe : ca. 75 Min. ( ??? ) ▸ Das scheint wohl eher ein lupenreiner Fehldruck zu sein

Mein Filmwertung ⋙ 7,5 von 10 Punkte

► ZUR AUSSTATTUNG : Die DVD mit FSK ab 16 J.

Die Disc ist in einem ansprechend gestalteten sowie stabilen Amaray-Keep-Case eingebettet.
Rückseitig ist dieses sowohl mit Filmausschnittmotiven als auch mit einer Inhaltsangabe zur Story & mit techn. Infos zur Disc sowie mit Angaben über Stab & Besetzung versehen.
GUT ≫ Ein Wendecover ohne Flatschen ist vorhanden

TONFASSUNGEN : Im OT Englisch sowie Deutsch & beide in Dolby Digital 2.0
Die Tonqualität ist für diesen mittlerweile über 60 Lenze zählenden Zelluloid sehr gut & die geführten Dialoge der Akteure sind auch jederzeit klar als auch deutlich zu verstehen. Zudem wirkt m. E. auch die dt. Synchro überaus angenehm bzw. gut ausgesucht.
GUT ≫ Ein dt. Untertitel ist optional bei Bedarf zuschaltbar

FORMAT : Original 4:3 -1.33:1 ( Vollbild ) in s/w
Die Bildqualität dieses Schinkens ist, wenn auch nicht ganz makelfrei, ebenfalls ganz passabel. Zwar ist zum einen bisweilen mal ein leicht grieseliges Bild wahrnehmbar & insb. die Schärfe leidet dadurch bedingt mitunter schon mal einwenig, doch auf der anderen Seite hingegen wiederum mit einem recht stimmigen Kontrastverhältnis.

LABEL : AL!VE
PRODUKTION : Tom Lewis für Chandler Film
GENRE : Thriller / Drama

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SPECIAL FEATURES : Außer dem Wendecover gegen Null
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● PUNKTABZUG ( halber Stern )
Denn ledgl. ein interaktives Hauptmenü als Standardausrüstung mit Soundtrack untermalt ( Foto № 3 ) sowie eine separate Kapitelauswahl von 1 bis 6 sind vorhanden.

► FAZIT

Drei bis vier Sterne !
Ein durchaus packend inszenierter & unterhaltsamer Film noir für den passionierten Nostalgiker.
Interessante Extras hat man hier zwar eingespart, doch dafür bekommt der leidenschaftliche Filmesammler hier wenigstens noch ein Wendecover ohne diesen verschandelnden FSK-Flatschen.

Mit nostalgischem Gruß,
Der Dirk

6,5 von 10 Punkte für den Gesamteindruck
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am 21. Februar 2016
Vor Jahren, und vor dem Krieg, wurde Ellen (Loretta Young) von George Jones (Barry Sullivan) umgarnt und einem Konkurrenten abspenstig gemacht. George, der schneidige Offizier, machte ihr viel Eindruck. Nun aber sieht die Wirklichkeit viel trister aus. Ellen sitzt im beschaulichen kleinen Heim in der Einfamilienhaussiedlung fest, denn sie muss sich rund um die Uhr um George kümmern. Dieser gibt körperliche Beschwerden an, was auch stimmt, denn er hat Herzbeschwerden. Aber er ist auch sehr oft mürrisch und misstrauisch. Er spinnt insgeheim Verschwörungstheorien, wonach Ellen ihn umbringen will. Den ärztlichen Rat von Dr. Grahame (Bruce Cowling), sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen, schlägt er in den Wind. Stattdessen schreibt er heimlich einen Brief an die Staatsanwaltschaft, in dem er Ellen beschuldigt. Gegenüber Ellen gibt er einen anderen Sachverhalt an und veranlasst sie, dass sie dem Postboten (Irving Bacon) den Brief mitgibt. Als sie wieder zurück ist, wird George wieder ausfällig, wirft ihr vor, sie wolle seine Lebensversicherung abstauben und sagt ihr, was er wirklich in den Brief geschrieben hat. Und nicht nur das. In seinem Wahn greift er zu einer Pistole und richtet sie auf Ellen. Seine eigenen Beschuldigungen regen ihn so auf, dass er tot zusammenbricht. Das schreckt Ellen auf. Sie muss den Brief zurückholen, indem Georges Verleumdungen stehen, sonst gibt man ihr die Schuld an seinem Tod. Dazu muss sie erst den Brief wieder in die Hand kriegen, und das erweist sich als schwieriger als gedacht.
Obwohl viele der üblichen Zutaten fehlen, gilt „Cause for Alarm!“ (MGM, 1951) als Film Noir. Handlungsort ist nicht das Gewühl an städtischen Strassenschluchten, Gangster und Polizisten schleichen auch nicht dauernd um die Ecke. Das Noir-Element ist wohl eher die Beklemmung, in der die von Loretta Young souverän gespielte Frau steht. Der Wechsel zwischen den Orten, an denen sich die Geschichte abspielt, funktioniert gut und er trägt schön zur Spannung bei. Insgesamt ein gradliniger, solide gemachter Film, den Regisseur Tay Garnett da abliefert.
Die DVD von Chandler Film hat etwas Mühe, dem Film eine würdige Plattform zu bieten. Der Auftakt mit dem MGM-Löwen zum Beispiel fehlt schon mal. Was bleibt, dauert dann auch nur noch knapp 69 Minuten und nicht 75, wie es auf dem Umschlag steht. Das schwarz-weisse Bild im Format 4:3 ist zwar gut, aber es fehlt ihm etwas an Tiefenschärfe. Auch der Ton ist zwiespältig. Es gibt eine deutsche Tonspur, die gut verständlich ist und eine englische, die sehr zurückgenommen klingt. Beide sind in Mono 2.0 und weitere Sprachen oder Tonspuren stehen leider nicht zur Auswahl. Die Untertitelauswahl besteht leider auch nur aus optionalen durchgehenden deutschen Untertiteln. Zusatzmaterial gibt es überhaupt nicht. Insgesamt ist es eine ziemlich bescheidene DVD. Der Film hätte besseres verdient. Das reicht noch knapp für drei von fünf Briefmarken und eine Portion Kekse.
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Ellen (Loretta Young), die auch Off-Erzählerin ist, führt sich sogleich als „Housewife“ ein, und dass das high-key-ausgeleuchtete typische US-Suburbia eher ein Knast für sie ist, ahnen wir schon angesichts des Gartenzauns des Familienheims. Mit einem Schild: Bitte Ruhe, hier wohnt ein Kranker. Dies ist George, der Mann von Ellen, der Herzbeschwerden hat (falls ich korrekt aufgepasst habe, wird die Krankheit nie genauer erklärt, könnte also auch psychosomatisch sein, ein bisschen davon ist zudem bewusste Täuschung). Aber auch sie ist bedroht, in eine Krise zu rutschen. Zu Anfang sieht man sie beim alltäglichen Staubsaugen, man ahnt und die Offstimme lässt erkennen, dass sie zudem mit der Pflege so einiges um die Ohren hat, doch dann gemahnt sie sich sofort, gefälligst nicht selbstmitleidig zu werden, da George doch viel mehr leide. Die Frau muss dienen, sich aufopfern, dieses Rollenmodell hat Ellen ganz fest internalisiert. Es folgt ein Logikbruch, Ellen meint, der gegenwärtige Tag würde der furchtbarste in ihrem ganzen Leben geworden sein. Einspruch! Ist das nun eine rückschauende oder eine gegenwärtige Offstimme? Beides widerspricht einander, rückschauend könnte sie nicht so naiv-devot sein, die Ellen!

Vielleicht hat der Film dies bemerkt. Und es ist ihm egal. Manche zeitgenössischen Kritiker hatten Parallelen zu Hitchcock gezogen, und daran ist etwas Wahres. Obwohl der Film üblicherweise im Noir-Kanon geführt wird, gibt es in der Ästhetik so gar nichts davon. Wie gesagt, high-key-Fotografie des darin versierten Joseph Ruttenberg (der aber auch anders konnte, wenn der Regisseur es wollte, z.B. in Robert Wises „Die Hölle ist in mir“). Die Bedrohung an scheinbar friedlichen Orten und durch scheinbar friedliche Personen. Absurd lange, für den tragischen Helden (hier eine Heldin) panikerregende Dialoge mit schrägen Nebenfiguren (hier u.a. ein überkorrekter Postbeamte), die gar nicht verstehen können, warum der Gegenüber so erregt ist. Wir Zuschauer wissen es aber sehr wohl. Der typische Hitchcock’sche Informationsvorsprung. Der (hier die) Unschuldige unter Verdacht. Diverse Gründe, aus denen er (hier natürlich wiederum sie) für schuldig gehalten wird oder dies zumindest ernsthaft befürchten muss. Und das Ganze, ich komme zum erzählerischen Vorwurf des letzten Absatzes zurück, mit jeder Menge unsauberer Kniffe erkauft, mit Logiklöchern und extremen Unwahrscheinlichkeiten.

Eine Rückblende zeigt, wie Ellen und George sich kennengelernt haben, vor sieben Jahren, in einem Armeekrankenhaus. Unverhohlene Erotik, wenn George den Kranken mimt, Ellen seine Schläfen massiert und ihre Brüste (BH unter durchsichtiger Bluse, 1951, oh là là) fast sein Gesicht berühren. Schon dort ein Hinweis auf die Rollenverteilung. Ellen ist schön und naiv und scheint sich nicht ansatzweise Gedanken darum zu machen, wie sehr dies selbst einen Nichtfiesling erregen muss (sie erzählt sogar noch, George, den sie für einen verheirateten Patienten hält, möge sich auf die Rückkehr zu seiner Frau freuen und sie sich vorstellen). George hingegen genießt nicht nur, die Frau anzumachen, sondern auch, sie dem Arzt Ranney wegzunehmen, der beider Freund und in sie verliebt ist. Ein fieser Blick Georges nach einer Umarmung ist purer Triumph, wobei (was eine später eingestreutes Kindheitserlebnis Georges noch deutlicher macht) die Frau dabei zur Ware degradiert wird, zur Trophäe, wie ein Spielzeug, das ein Kind nicht mehr hergeben möchte.

Ellen merkt das alles nicht, sie werde ihn heiraten. Ob das richtig sei, fragt Ranney? Sie wisse es nicht, manchmal könne man nicht wissen, nur fühlen. Nach wie vor finde ich reichlich seltsam, dass dieses Gefühl liebe lange sieben Jahre angedauert habe und die gute Dame urplötzlich am Schicksalstag merke, was der Gatte für einer ist. Hier mag sich wieder die Logik dem Drama untergeordnet haben: Wozu Naivität und eine rosarote Brille mit Scheuklappen führen können, zeigt dieser Film. Er verdichtet zu diesem Zweck alles auf einen Tag, was sicherlich legitim ist, aber Glaubwürdigkeitspunkte kostet. Auch hier übrigens Informationsvorsprung von Beginn an. In der ersten Szene lernen wir die hingebungsvolle Art Ellens kennen, die sogar – nettes Detail – ihren George rufen hört, wenn der gar nicht gerufen hat. Geschickt konstruiert: Dadurch geht sie nach oben ins Krankenzimmer und George muss einen Brief verstecken, dessen Inhalt wir aber sehen: Er schreibt dem Staatsanwalt, dass Ellen und Ranney ihn umbringen wollten (und mutmaßt eine Affäre). Wir ahnen da schon ob der Einleitung, dass dies eine Wahnvorstellung sein muss und bekommen Bestätigung in der anschließenden Rückblende, die George aus den genannten Gründen deutlich negativ konnotiert. Obwohl dies ein stark an Hitchcock angelehnter Film ist, im zuletzt genannten Punkte Hitchcock mal andersrum: Dinge wie heimliches Meucheln, langsames Vergiften eines tatsächlich oder vermeintlich Kranken, sie finden gar nicht statt (einziger Hitch-Vergleichsfilm wäre insoweit „Verdacht“).

Irgendwann führt ein reiner Zufall dazu, dass Ellen eines Verbrechens verdächtig sein muss und ein Zimmer nicht mehr von anderen betreten werden darf (was natürlich jede Menge argloser Menschen versuchen und Ellen so richtig in Panik versetzen, die sie aber nicht offenbaren darf). Beim Treppenaufgang endlich einmal ein Hauch von Winkeln und Schatten in diesem Film, der ansonsten mit beängstigend freundlicher Fotografie den Widerspruch zwischen Schein und Sein auf die Spitze treibt. Optisch auffällig ist noch, dass Ellen am „Tatort“ durch einen Spiegel gefilmt wird. Hier schaut sie wohl zum ersten Mal seit sieben langen Jahren in ihr eigenes Leben und dies wird auf sie zurückgeworfen (oder Ruttenberg hat nur gesagt, ich kann die Kamera hier so schlecht platzieren, wie wäre es, durch den Spiegel…). Was sie in dieser Szene macht, ist dann wieder (obwohl es am Ende pro forma erklärt wird) reichlich unverständlich, da grad ihre Handlung den falschen Verdacht meines Erachtens nicht unbedingt mindert, im Gegenteil. Es wird aber wiederum herrlich mit typischen Hitch-Humor verbunden. Ein Schuss löst sich, was sofort einen Cowboy spielenden kleinen Jungen von nebenan auf den Plan ruft, der sich zuvor mit Ellen angefreundet hatte und für den sogleich alles ein lustiges Spiel ist, was für Ellen bitterer Ernst ist.

Loretta Young mag ein wenig künstlich-glänzend wirkende Wangen haben, die ehemalige Miss Schmachtblick aus der Pre-Code-Era kann aber immer noch schmachten, und nicht nur dies, sondern eine allmählich aufkommende Beunruhigung bis hin zur nackten Panik überzeugend spielen. Barry Sullivan als George ist wie immer verlässlich, grad in seiner Wandlungsfähigkeit, denn ganz zu Beginn mit Brille als biederer Kranker im Bett traut man ihm weder Fiesheit noch Wahnvorstellungen zu. Es werden zwar wie gesagt schnell die Karten aufgedeckt, aber das ganze Ausmaß seiner schon in der Kindheit angelegten Besitzgier (auch gegenüber der Frau!), Missgunst und Aggressivität kommt erst in der Mitte anhand einer Kindheitsanekdote heraus. Barry Sullivan war für die 1950er, was George Brent für die 1930er und 1940er war: Immer der zweite Name hinter den ganz ganz ganz großen Diven (Barbara Stanwyck, Bette Davis, und bei Sullivan kommt noch Joan Crawford hinzu). Und immer sehr verlässlich, sehr gut, wobei mir Sullivan noch etwas wandlungsfähiger scheint, gerade hier. Schade, dass er es nicht in die A-Liga geschafft hat.

Dass – soviel darf verraten werden – am Ende wiederum ein überkorrekter Beamter auftaucht und zum erwartbaren Happy End verhilft, ist wiederum etwas unwahrscheinlich (denn wenn er so korrekt ist, hätte er das, was er am Ende bemerkt hat, auch schon bei einer vorherigen Begegnung mit Ellen bemerken müssen). Aber schön, jedenfalls aus persönlichen Gründen: Ich bin auch Beamter. Also Vier-Sterne-Stempel drauf und Rezension knicken, lochen, abheften.
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am 21. August 2014
So jedenfalls sagt’s die nicht minder egozentrische Schwiegermutter unserer Protagonistin, doch bedenkt sie dabei nicht, daß ein solch kleines Packet, wenn es denn tot im Schlafzimmer liegt, durchaus untragbar werden kann.

Tay Garnetts Film noir „Cause for Alarm!“, der im Jahre 1951 entstand, ist zwar kein Musterbeispiel für die weidliche Nutzung der Techniken und Ausdrucksformen des Genres, doch vermag er den Zuschauer über die gesamte Laufzeit hinweg in Atem zu halten. Ellen Jones (Loretta Young) führt eine alles andere als glückliche Ehe, denn ihr Gatte, der ehemalige Kampfflieger George (Barry Sullivan) ist infolge seines Herzleidens ans Bett gefesselt und beginnt in seiner Untätigkeit immer mehr zu argwöhnen, seine Frau und sein Arzt und Freund Dr. Grahame (Bruce Cowling) hätten eine heimliche Liebesbeziehung. Um sich für den vermeintlichen Verrat zu rächen, schreibt der neurotische Invalide einen Brief an den Bezirksstaatsanwalt, in dem er Anhaltspunkte – von ihm selbst gelegt – anführt, die darauf hindeuten, daß die beiden seinen Mord planen, und händigt diesen Brief der nichtsahnenden Ellen mit der Bitte, sie möge ihn in die Post geben, aus. Die perfekte Hausfrau Ellen gibt den Brief denn auch sofort an den seine Runde ableistenden Briefträger – nur um wenig später mit der Waffe von ihrem Mann bedroht zu werden und seine wahren Absichten zu erfahren. Allerdings stirbt George während dieser Konfrontation – früher, als er es selbst vorgesehen hatte –, und Ellen muß nun alles daransetzen, den sie und Grahame inkriminierenden Brief wieder in die Hände zu bekommen. Jedoch zeigt sich der Postbote, Mr. Carston (Irving Bacon), nicht sonderlich kooperativ.

„Cause for Alarm!“ zeichnet ein sehr ambivalentes Bild vom bürgerlichen Leben, als dessen Gefangene Ellen Jones erscheint. „Quiet. Illness within“ mahnt ein Schild am weißen Lattenzaun, der das Haus der Joneses umgibt, ein wenig übertrieben behütend und ungewollt vielsagend, und in der nächsten Einstellung sehen wir die brave Hausfrau beim Staubsaugen, während ihre Stimme aus dem Off uns in die Handlung einführt und von der Krankheit des Mannes berichtet, die sie so belaste, daß „even the housework [!!!] seemed drudgery“. Als sei Hausarbeit je etwas anderes gewesen! Gleichzeitig dürfe sich Ellen ihre Niedergeschlagenheit indes nicht anmerken lassen, denn George brauche „cheerfulness“ nun über alles. Die Zwanghaftigkeit, mit der sich Ellen in ihr Leben als auf das Haus beschränkte Ehefrau fügt, macht Garnett unter anderem durch eine wiederkehrende Kameraeinstellung deutlich: Wann immer sie nach oben zu ihrem kranken Gatten geht, bleibt die Kamera zunächst hinter ihr zurück, um ihr von unten durch Geländer und Treppe hinterherzublicken, so daß es aussieht, als ginge sie einen sich nach oben stetig verengenden Weg in ein immer kleiner werdendes Gefängnis. Und ein Gefängnis ist ihr Dasein allemal, denn kaum ist sie einmal draußen auf dem Bürgersteig, wird sie auch schon mißtrauisch von ihrem Mann durch das Schlafzimmerfenster im ersten Stock beäugt. Auch die Nachbarin, mit der sie noch nie ein paar Worte gewechselt hat, denn George hält nicht viel von Nachbarschaft, scheint ihren Handlungen später mit Argwohn zu folgen. Immer wieder versucht Ellen, durch das Schmieden gemeinsamer Zukunftspläne – z.B. einen geäußerten Kinderwunsch –, Zugang zu George zu finden, doch als er schließlich tot vor ihr liegt, scheint sie keinen Moment um ihn zu trauern, sondern nur noch den Gedanken zu hegen, ihren Brief wiederzubekommen, was darauf schließen läßt, daß ihre Liebe zu ihm schon seit einiger Zeit erkaltet ist. [1]

In all diesen Punkten zeigt sich „Cause for Alarm!“ durchaus kritisch gegenüber der Lebensweise des bürgerlichen Mittelstandes, und auch in der Folge läßt sich der Film manche gute Gelegenheit, diese Kritik zu intensivieren, nicht entgehen. So rümpft die ohne Ellens Einverständnis durch einen von der Nachbarin kommenden Hinweis auf den versteckten Schlüssel ins Haus eingedrungene Schwiegermutter bezeichnenderweise erst einmal die Nase über die milde Form der Unordnung in der Küche und zeigt sich über alle Maßen empört über Ellens Bemerkung, George selbst habe gesagt, er wolle von seiner Mutter nicht gestört werden. Später jedoch wird die immer klaustrophobischere Situation, die Garnett gekonnt durch die sich zunehmend in der Wohnung ausbreitenden Schatten unterstreicht, durch den ein oder anderen Lichtstrahl aufgehellt – wenn etwa die Nachbarin, die doch zunächst eher mißtrauisch erschien, Ellen unsicher ihre Hilfe anbietet und die Stimme der Erzählerin schwelgerisch meint, diese Frau könne doch ihre Freundin sein.

Auch die überraschende und originelle Auflösung – so viel sei an dieser Stelle angedeutet – läßt Ellen, die doch gerade ihre Freiheit wiedergewonnen hat, erneut – hierzu beachte man einfach die Positionen der handelnden Personen im Raum zueinander – in die Rolle der von einem anderen abhängigen Frau zurückgleiten.

Hervorzuheben bleibt, daß Garnett mit „Cause for Alarm!“ einen spannenden Film geschaffen hat, der den Zuschauer geschickt in die Situation der bedrängten, unter Zeitdruck stehenden Heldin versetzt und ihn mit der verzweifelten Frau mitfiebern läßt. Durch einige der Nebenfiguren wird gleichzeitig für Comic Relief, aber auch für ein Andrehen der Spannungsschraube gesorgt. „Cause for Alarm!“ ist ein B-Movie, das man sicher so schnell nicht vergißt.

[1] Sicher haben auch der Umstand, daß er sie kurz vor seinem Tod mit einer Waffe bedrohte, und ihre Streßsituation mit ihrem Verhalten zu tun.
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am 31. Januar 2014
Cause for Alarm - Grund zur Aufregung ist ein Film, den meine Mutter irgenwann in den 70ern einmal gesehen hatte und dann nie wieder. Sie sagte es sein ein Thriller, der ihr unglaublich an die Substanz gegangen sei und das sie so sehr mit der Protagonistin mitgefühlt hätte. Sie wollte ihn unbedingt noch einmal sehen, jedoch war er bis zum Erscheinen dieser DVD nicht in deutscher Synchronisation erhältlich. Umso mehr freute sie sich, als ich ihn dann nach langer Suche vor kurzem hier fand. Er wurde natürlich sofort bestellt. Nach dem gemeinsamen Anschauen der DVD muss ich bestätigen, dass "Grund zur Aufregung" wirklich ein sehr gelungener Film ist, der einem auch sehr nahe geht. Zudem bin ich von der Geschichte begeistert. Überhaupt muss ich mich über die Qualität von den früheren Filmen sehr wundern. Heutige Filme wirken dagegen eintönig und sind nicht wirklich etwas Besonderes. Dieser Film ist dagegen etwas sehr Besonderes. Für Fans von Schwarz-Weiß Filmen sehr zu empfehlen.
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am 30. November 2014
Ein relativ alter Hollywood-Film, der es versteht ohne Blut, Gewalt und Action eine Spannung aufzubauen, die den Zuschauer mitzureißen vermag.Man fiebert bis zum Schluß mit der Heldin und hat keine Ahnung wie es ausgehen wird. Wirklich toll
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am 1. September 2014
Dieser Film kam mir irgendwie sehr kurz vor, weil sich alles an einem Tag apspielt, jedoch ist er trotzdem fesselnd.
Habe den Kauf nicht bereut!!! Tolle Leistung von Loretta Young!!!
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am 29. Dezember 2013
der film hat eine gute bild und tonqualität.loretta young ist eine klasse schauspielerin.früher hat man ohne viel aufwand ,sehr gute filme gemacht.bin sehr zufrieden mit dem kauf.
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