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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
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am 16. September 2017
... EINDEUTIG WERTVOLL ...

Ich finde es besonders bezeichnend, wenn die standardmäßigen Feindbilder einmal nicht bevorzugt werden. Eine moderne Geschichte ... eine Geschichte, die seit tausenden von Jahren sich überall in der Welt wi(e)derholt. Mit absoluten Feingefühl für die Lebensituation der Frau in diesem Teil der Welt, fühlte ich mich hin- und hergerissen ... mußte mir immer wieder klar machen, daß diese Geschichte eine solche der Gegenwart ist und nicht vor 1000 Jahren irgendwo im fernen Afrika stattfindet. Ich liebe diesen Film!

..... natürlich kann man das alles auch anders sehen .....
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am 14. November 2013
Biyouna(Vieux Fusil). von den anderen Frauen im Dorf nur liebevoll "Alte Flinte" genannt, weiß allerdings, dass die "Löwen des Dorfes", nämlich die Männer, noch viel schwerer zu bewegen sind. Es geht darum, dass die Frauen täglich Wasser von einer Quelle holen müssen, die hoch am Berg liegt. Der Weg ist beschwerlich, hart und gefährlich. Immer wieder stürzen Frauen, verletzen sich, oder verlieren ihre ungeborenen Kinder, während die "Herren des Dorfes" sich dem Müsiggang hingeben. Jetzt reicht es. Leila(Leila Bekhti), die Frau des toleranten Dorflehrers Sami(Saleh Bakri) ruft die Frauen zum Liebesstreik auf. Erst wenn die Männer das Wasser holen oder dafür sorgen, dass eine Wasserleitung ins Dorf gelegt wird, werden die Frauen sich ihren Männern wieder hingeben. Die Macho-Männerschar nimmt das zunächst belustigt auf, aber dann merken sie, dass es den Frauen ernst ist. Die sind zwar selbst zerstritten und haben in Leilas Schwiegermutter Fatima(Hiam Abbas) eine erbitterte Gegnerin, aber sie halten durch. Einigen Männern platzt der Kragen. Sie schlagen ihre Frauen, es finden sogar Vergewaltigungen statt. Das Dorf scheint am Liebesstreik zu zerbrechen. Am Ende wird sich entscheiden ob die Vernunft im Zusammenspiel mit der Liebe, die Selbstgefälligkeit und den Hochmut der Männer besiegen kann oder nicht...

Nach Filmen wie -Zug des Lebens- oder -Das Konzert- zeigt Radu Mihaileanu mit -Quelle der Frauen- wieder einmal, dass er seine Filme eigentlich nicht mit der Kamera, sondern mit dem Herzen dreht. Die feine Ironie, die Detailgenauigkeit, der tief versteckte und doch so treffende Humor, dass sind die Spezialgebiete des rumänisch-französischen Regisseurs. Er packt den Islam nicht bei den Hörnern, sondern schaut mit differenziertem Blick auf alte Traditionen und das, was die Männer und Mullahs teilweise daraus gemacht haben. Bei uns Europäern sorgt das für so manche Einsicht, die wir nicht erfahren würde, wenn Mihaileanu mit dem erhobenen Zeigefinger den Moralapostel spielen würde. Aber genau das tut er nicht. Mihaileanu zeigt uns zwar das System, aber der Mittelpunkt seiner Geschichte sind die Menschen. Dabei schafft es Mihaileanu in diesem Film uns eine Art "Neue Geschichte aus 1001 Nacht" zu präsentieren. Wahrheit und Dichtung fließen ineinander und die -Quelle der Frauen- wird dadurch zu einem Märchen das sehr große Bezüge zur Wirklichkeit hat.

Die -Quelle der Frauen- ist cleveres, intelligent gemachtes Kino. Die Akteure präsentieren die Charaktere der Geschichte perfekt. Hier und da wird gesungen, das stört den Gesamteindruck des Films jedoch nicht. Wer schon immer der Meinung war, dass man für "seine Sache" kämpfen muss, der wird von diesem Film begeistert sein. Aber Mihaileanu zeigt uns noch viel mehr. Er demonstriert eindrücklich, dass sich Gewalt und Dummheit am Ende immer den Ideen der Freiheit beugen müssen. Mihaileanu zeigt allerdings auch, dass dies sehr lange dauern kann und mit erheblichen Entbehrungen und Sanktionen verbunden sein kann.

Ich habe mich von der -Quelle der Frauen- wunderbar unterhalten lassen. Vor allem hat mir die poetisch-kämpferische "Alte Flinte" gefallen, die das Herz auf der Zunge trägt und pragmatisch und liebevoll zugleich die Frauen in die richtige Richtung dirigiert. Wir Männer kommen in dieser Geschichte nicht besonders gut weg, aber: Schuld sind wir selbst. Es gibt ein paar von uns, die kapieren letztendlich worum es geht: Um die Liebe zwischen Mann und Frau. Dafür sollte man sich nicht zu schade sein, auch mal einen Eimer Wasser zu tragen...
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am 3. Juli 2017
Ein schön erzählter Film! Wie die anderen Filme von Radu Mihaileanu. Den Film habe ich mir zunächst aus der Bibliothek ausgeliehen. Da er mir so gut gefallen hat, habe ich ihn danach sofort bei Amazon gesucht und bestellt. Die Lieferung kam auch sehr schnell. Ich bin zufrieden. Vielen herzlichen Dank!
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am 16. Oktober 2013
Regisseur Radu Mihaileanu inszenierte mit "Quelle der Frauen" einen bewegenden Film für anspruchsvolle Unterhaltung."Quelle der Frauen" ist die Verfilmung eines Theaterstücks.

Mihaileanu nahm zwar keine exakte Verfilmung des Theaterstücks vor, was ich allerdings als äußerst positiv erachte. Muss man für einen Film doch zwingend filmische Änderungen vornehmen, damit er sehenswert wird. Das Team modernisierte die Geschichte und verlegte die Handlung in die arabische Provinz. Mihaileanu gelingt es, mit seiner Variation der Geschichte eine starke Geschichte zu schreiben und diese dem Zuschauer kurzweilig zu vermitteln. Der Humor ist zynisch, kommt eher leise daher, doch umso wirkungsvoller ist er im Gesamtbild. "Quelle der Frauen" wirkt seine komplette Laufzeit über herrlich leichtfüßig und gleichzeitig bewegend und realistisch.

Doch nicht nur die Herangehensweise an die Geschichte weiß zu gefallen, auch die Umsetzung ist Mihaileanu hervorragend gelungen. Die ruhigen Bilder sind durch ihre erstklassige Komposition und die beeindruckende Landschaft Marokkos ein visueller Höhepunkt. Der Cast um Hauptdarstellerin Leila Bekhti überzeugt durch erstklassige Leistungen.

Von bewegenden Emotionen über leichtfüßigen Humor bis zum Anspruch beinhaltet dieser Film einfach alles beinhaltet, was man von einem guten Film erwarten kann.

Als Bonusmaterial liegt der DVD ein umfangreiches und informatives Making of bei.

Fazit:

Einer der besten Filme der letzten Zeit. Absolut zu empfehlen!
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In einem abgelegenen Dorf im Maghreb schleppen die Frauen schon seit Alters her das Wasser über einen steilen Weg von einer Quelle in den Bergen ins Dorf. Bei dieser nicht ungefährlichen Arbeit gab er immer wieder dadurch ausgelöste Fehlgeburten. Bei einem erneuten Fall wollen einige der Frauen das nicht mehr hinnehmen und Widerstand beginnt sich zu formieren. Ihre Männer, die aufgrund der anhaltenden Trockenheit zumeist keiner Arbeit nachgehen und ihre Zeit im Café verplempern, sollen ihnen diese Last abnehmen. Doch diese denken nicht daran. So treten die Frauen in einen Sex-Streik. Als federführend erweist sich die junge, noch kinderlose Leila, die von außerhalb in die Dorfgemeinschaft geheiratet hat. Als Verbündete stellt sich 'alte Flinte' an ihre Seite, als abwertendes Gegenüber ihre Schwiegermutter. Zum Glück hat sie einen verständnisvollen Mann, den gebildeten Dorfschullehrer, der ihr gegen die Tradition auch das Lesen und Schreiben beigebracht hat. Doch der Streik bleibt nicht ohne Folgen und schon bald stehen sich verhärtende Fronten in der Dorfgemeinschaft gegenüber, die auch die Beziehung zwischen Leila und ihrem Mann nicht unbelastet lassen.....

Es ist wieder einmal einer der Filme am Rande, ohne großes Publikum im Kino, der mein Herz erfreut hat und mir neue Einblicke in eine andere Lebenswelt ermöglicht. Er handelt von starken Frauen in der moslemischen Welt, die um eine Verbesserung ihrer Lebensumstände kämpfen und dafür mit Witz und viel Einsatz gegen die Männerwelt aufbegehren. Ganz klar handelt es sich um eine Produktion mit einem gewissen Budget und vielen hervorragenden Schauspielern. Der Erzählfluss lässt keine Langeweile aufkommen, es gibt immer wieder feine Momente zum Schmunzeln zwischendurch und insgesamt eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Besonders gut haben mir die Szenen mit dem Gesang der Frauen gefallen. Ganz besondere cineastische Momente.

Leila Bekhti spielt ihre gleichlautende Figur mit viel Einsatz und Herzblut. Sie liefert eine fantastische schauspielerische Leistung ab. Ihr Mann wird von Saleh Bakri, einem israelischen Schauspieler mit arabischen Wurzeln verkörpert. In einer weiteren tragenden Rolle Hafsia Herzi. Sie habe ich gerade in „Exit Marrakech“ gesehen. Hiam Abbass ("Lemon tree") als Leilas Schwiegermutter spielt wie immer überzeugend.
Doch am allerbesten hat mir Biyouna in ihrer Rolle als „alte Flinte“ gefallen. Sie ist eine algerische Schauspielerin und Sängerin, die mir bisher noch nie aufgefallen ist. Die ganze Zeit habe ich darüber nachgedacht, an wen sie mich denn so stark erinnert. Ach ja, sie könnte die ältere Schwester oder gar Mutter von Dany Boom sein. (Und er hat ja tatsächlich auch einen Vater aus Algerien)

Regie führte kein mir Unbekannter: Radu Mihaileanu, Franzose mit jüdisch-rumänische Wurzeln
("Zug des Lebens", "Das Konzert").

Extras: 'making of' (OmU, ca. 18 Minuten): guter Einblick zu den Dreharbeiten, der Regisseur kommt häufiger zu Wort, das Zusammenspiel mit den Dorfbewohnern;
außerdem Trailer, Vorschauen

Fazit: sehr sehenswerter Film, volle Zahl der Sterne von meiner Seite
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Format: DVD|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Das wieder mal so eine Perle, wie es nur noch wenige gibt. Der Film fesselt einen von der ersten Minute an. ich habe mich lange gefragt, was mich an dem Film so fasziniert hat und bin zu dem Ergebnis gekommen, das es zum einen daran liegt, das die Schauspieler alle sehr authentisch und gut sind. Zum zweiten schafft der Regisseur eine Atmosphäre von innen heraus. Man fühlt sich mittendrin und guckt nicht als "reicher, westlicher Mesch" von oben herab auf die dummen Dorfmenschen.
Besonders angetan hat es mir alte Flinte, die die Dinge beim Namen nennt und keine Angst mehr vor Abblehnung hat. Sie schaffte immer Situationen die auch einen gewissen Humor beinhalteten.
Klar gezeichnet war die Hirarchie in einem Dorf - und die ist nicht lustig.
Der Liebesstreik war ein hervorragendes Druckmittel, wenngleich manche Frauen es sehr büßen mussten....!
Der Film war gefühlvoll, farbenprächtig und voller Musik. Die Schauspieler waren sehr gut und die Story wichtig, gut durchdacht und verfolgte stets einen roten Faden. Aber er war auch streckenweise etwas zäh und langatmig. Ich mag gerne Filme im französischen Erzählkino-Stil, aber hier war mir manchmal doch etwas zäh.
Top Fil, sollt man(n) und frau gesehen haben.
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am 28. August 2014
in der einige der sehr schönen Frauen jeden Alters plötzlich lossingen. Letztlich entpuppte sich der Film als eine Art Musical, was nicht recht zu dem sehr ernsten, ja existentiellen Thema passen will. Die afghanischen Frauen sind immer so schön gestylt und geschminkt, dass man ihnen die harte Arbeit, die sie auch als Hochschwangere verrichten müssen, nicht ansehen kann. Die Landschaft und die Menschen, bes. die weiblichen,sind eine Augenweide, man bekommt auch eine Ahnung von den Problemen dieser Frauen, aber die Art der Darstellung verwässert alles. Das Ende ist sehr positiv und versöhnlich, aber dass die Männer, die mit Tricks dazu gezwungen werden müssen, ihren Frauen die harte Arbeit zu erleichtern, die Quelle der Frauen sein sollen, ist für mich kaum nachvollziehbar.
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Format: DVD|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Wie es beginnt:

Die Quelle der Frauen ist dem Namen nach ein kleiner Brunnen, an dem die Frauen eines kleinen, arabischen Bergdorfes jeden Tag mehrere Eimer Wasser holen. Als die junge Leila eines Tages beim Wasserholen durch einen Sturz eine Fehlgeburt erleidet und sie im Dorf auf eine Feier um einen neugeborenen Jungen stößt, hat sie genug. Sie verlangt im Badetempel von den übrigen Frauen, dass sie in einen Liebesstreik treten, um zu erreichen, dass die Männer des Dorfes fortan das Wasser holen... Ein Streit, auch zwischen Generationen, Glauben, Sitte und Moral, entbrennt...

Was der Hintergrund ist:

Die Frauen werden jung verheiratet und dazu gebracht, Kinder zu gebären. Von beispielsweise 12 Kindern sterben 3 oder 4 durch die Fehlgeburten, die durch Stürze an der Quelle passieren. Es ist viel schöner zu sehen, dass die Frauen keinesfalls komplett auf die Geburten oder Geschlechtsverkehr verzichten möchten, sondern ein Mittel suchen, ihre ungeborenen Kinder zu schützen. Die junge Leila kommt nicht aus dem Dorf und ihr Mann respektiert sie sogar für ihre Ansichten, die eher der heutigen Welt entsprechen. Doch ihre Ansichten rufen sofort seine Eltern auf, ihm ins Gewissen zu reden. Was daraus folgt: Die Männer gehen nicht auf die Forderung ein, vergewaltigen und schlagen ihre Frauen, um sie wieder in ihre Rolle zu fügen. Leilas Mann spricht währenddessen vor, um für eine bessere Bildung der Frauen zu sorgen. Diese Bitte wird mit Argumenten wie "die Schule ist zu weit weg", "und wenn sie dann zur Universität wollen, wer soll das zahlen?" oder "und wenn sie schwanger zurückkommen" abgeschmettert.

Was man sieht:

Frauen wussten schon immer, sich insgeheim gegen Männer zu verbrüdern und es aber so zu verpacken, dass sie es nicht zwingend merken. Doch hier steht es anders: Ohne "Aufschrei" geht es nicht. Es muss gehandelt werden und jede Revolution hat eine Anführerin. Gegen Vergewaltigungen helfen üble Gerüche und Chili. Doch einige Frauen vermissen es, mit ihrem Mann zu schlafen, was Klischeedenken beerdigt und aussagt, dass Frauen in arabischen Ländern nicht ständig zum Sex gezwungen werden müssen. Arm ist, dass das vermeintlich stärkere Geschlecht sich nur mit Schlägen und Vergewaltigungen zu wehren weiß und ihnen nach Tagen erst einfällt, mal darüber zu reden, wie schwer es wohl ist, das Wasser zu holen und ob der Staat die Wasserleitung endlich einmal ins Dorf legen könnte. Doch von dieser Diskussion kommen die Männer schnell wieder auf Tradition und Anstand, die vergilbt und unlängst überholt sind. Plötzlich entbrennt auch hier ein Streit zwischen Jung und Alt. Es scheint, als gäbe es von Szene zu Szene mehr Splittergruppen, die entweder für die Neuerung oder gegem das Brechen der Tradition sind.

Wir wundern uns über:

Es ist eine scheinbar einfache Bitte, die hier geäußert wird und es ist sogar zum Wohle aller, weil es ungeborenes Leben schützen soll. Doch es ist im Fazit ein riesiger Konflikt, der hier wegen einer einfachen Wasserleitung entbrennt, da es durch den Streik zu Verschiebungen in den Rollenverteilungen kommt, die jahrelang für Ordnung sorgten. Scheinbar. Eher wohl ging es um die Unterdrückung der Frau, die dennoch viel in der Hand hat: Sie holt das Wasser, ernährt das Dorf, gebährt die Kinder und sorgt für Zusammenhalt. Was die Männer tun, erfährt man im Einzelnen nicht. Es ist eher so, dass die Männer ständig ein Argument finden, warum man die Frauen kurzhalten muss.

Was wir zum Abschluss feststellen:

Es ist schwierig, diesen Film zu beurteilen, aber ein Sittenbild eines arabischen Dorfes kann wohl nicht näher gezeichnet werden. Als westliche Frau ist es schwierig, diese Lebensart nachzuvollziehen. Deswegen hat man wohl Leila so gezeichnet, wie man selber über die Tradition dort denkt: Altmodisch. Doch das wäre zu einfach; die Erziehung und die Werte verstehe ich nicht, da ich eben am eine andere genossen habe, aber nicht jedes Land ist gleich. Es ist interessant, aber auch bedrückend, sich diesen Film anzuschauen und gerade als ZuschauerIN fiebert man mit den Frauen, die als Gewinner aus dem Streik hervorgehen sollen. Doch ob sie das schaffen, muss jeder schon selber sehen. Das Prädikat "Besonders wertvoll" hat nicht übertrieben: Die Quelle der Frauen ist eine "wunderschöne Ode an die Frauen"! Kaufen, anschauen und in eine andere Welt eintauchen! *****
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VINE-PRODUKTTESTERam 31. Dezember 2013
Format: DVD|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
„Quelle der Frauen“ ist ein bewegender, ruhig erzählter Film mit sehr schönen Aufnahmen und natürlichen Farben über das Leben in einem kleinen Bergdorf. Dort sind seit jeher die Frauen dafür zuständig, das Wasser aus einer Quelle in den Bergen zu holen. Der Weg aber ist gefährlich und immer wieder verunglücken (auch schwangere) Frauen. Das Dorf selbst hat seine besten Tage hinter sich und leidet unter Dürre und Arbeitslosigkeit, sodass die meisten Männer nur im Café herum sitzen. Die Frauen beschließen nun in einen „Liebesstreik“ zu treten, solange bis die Männer das Wasser holen gehen. Der Konflikt spitzt sich zu, da die Männer an der Tradition und ihren Privilegien festhalten wollen. Männer und Frauen sind unter sich im übrigen auch nicht immer einer Meinung, sondern werden von vielerlei Gewissensbissen und Unzulänglichkeiten geplagt. Auch dies macht die Lebensnähe des Filmes aus.

Die Hauptlinie der Geschichte wird dabei um kleine Nebengeschichten bereichert, die Einblicke in das einfache Leben der Dorfbewohner geben. Die Charaktere werden lebendig geschildert, insbesondere Leila (dargestellt von der jungen algerisch-französischen Schauspielerin Leila Bekhti), die gemeinsam mit der derben „Alten Flinte“ (die algerische Schauspielerin und Sängerin Biyouna) den „Liebesstreik“ anstößt. Die schwierige Lage islamischer Frauen zwischen Tradition und Moderne wird so gut nachvollziehbar. Immer wieder finden auch traditionelle Gesänge, die die Anliegen der Frauen thematisieren, Eingang in die Handlung.

Die Geschichte, die erzählt wird, beruht auf Ereignissen, die sich in der Türkei im Jahr 2000 zugetragen haben sollen. Das Thema hat aber auch einen bekannten klassischen Hintergrund, nämlich den „Liebesstreik“, den Aristophanes in seinem Drama „Lysistrata“ schon vor 2.500 Jahren beschrieben hat. Das Thema wird einfach nicht alt. Es wurde auch nur drei Jahre vor „Quelle der Frauen“ im Film „Absurdistan“ des deutschen Regisseurs Veit Helmer aufgegriffen. Der Film „Quelle der Frauen“ selbst ist in Marokko im Atlasgebirge aufgenommen worden. Er könnte – wie in der Einleitung zu lesen ist – aber auch irgendwo anders in der arabischen Welt spielen. Wobei auffällig ist, dass die Frauen des kleinen Bergdorfes lediglich Kopftuch tragen und das Gesicht nicht vollständig verschleiert ist. Islamischer Fundamentalismus beherrscht noch nicht das Leben der Dorfbewohner, aber deren Vertreter dringen bereits in das Dorfleben ein. Der Film zielt demgegenüber auf eine Auslegung des Koran, in der Mann und Frau gleichberechtigt sind. Im Film zitiert die Protagonistin Leila gegenüber dem Mullah aus dem Koran: „Fürchtet den Herrn, der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen. Und aus diesem Wesen erschuf er auch seine Gattin. Und aus diesen beiden ließ er viele Männer und Frauen entstehen.“ (im Film bei 1:26)

Der Regisseur Radu Mihaileanu ist ein rumänischer Jude, der 1980 nach Frankreich geflohen war, dort studiert hat und heute in Israel lebt. Einem internationalen Filmpublikum ist er Ende der 90er Jahre durch seinen Film über die Deportation osteuropäischer Juden in ein Konzentrationslager bekannt geworden („Zug des Lebens“ ). Auch seine Filme „Geh und lebe“ und „Das Konzert“ wurden für Filmpreise nominiert und ausgezeichnet. „Quelle der Frauen“ war im Jahr 2012 offizieller Filmbeitrag der Filmfestspiele in Cannes und erhielt von der „Deutschen Film- und Medienbewertung“ das „Prädikat besonders wertvoll“. Der Film ist als Autorenfilm sehr unterhaltsam, arbeitet mit natürlichem Humor und regt zum Nachdenken an, auch über die eigene Wahrnehmung des Islam, der sich hier viel vielschichtiger zeigt als oft unterstellt. Insgesamt zeichnet den Film eine optimistische und lebensbejahende Ausstrahlung aus. Zeitgemäß und schön!
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am 14. Februar 2014
In einem kleinen Dorf im Nahen Osten ist die Zivilisation in Form von Handys bereits eingetroffen, aber mit der Strom- und Wasserversorgung hapert es. Da die Frauen bei jedem Wetter für ihren Haushalt, das notwendige Wasser von einer fernen Quelle über einen steilen, steinigen Weg holen müssen, kommt es immer wieder zu Unfällen.

Der jüngste Sturz einer schwangeren Frau beim Wassertransport führt zum Verlust des ungeborenen Kindes. Die Frauen setzen sich zusammen und fordern von den Männern den Bau einer Wasserleitung ins Dorf. Als die Männer die Forderung ignorieren, erhöhen die Frauen den Druck und verweigern sich im Bett. Der Zwist schaukelt sich hoch und gelangt in die überregionale Presse.

Die Geschichte wird einfühlsam erzählt. Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Protagonisten und bringen selbstbewusste Charakteren hervor. Überraschende Wendungen sorgen für Aufmerksamkeit. Asketische Szenenbilder unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Situation und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspieler liefern ein sehenswertes Drama ab.
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