Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren PR Launch Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Read for free AmazonMusicUnlimitedFamily longss17

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
30
4,7 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:67,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 25. Oktober 2013
Bob Dylan trägt heute keinen Hut mehr in Konzerten und verwendet eine set list. Und die Sachwalter seines Werkes bereiten die Gesamtausgabe vor. Zeiten ändern sich. Zum Beispiel mit einer rundum gelungenen Momentaufnahme in etwa des Jahres 1970. Wer wie ich das Format einer Schallplatte wegen der besseren Gestaltungsmöglichkeiten bedauert, wird hier belehrt, dass auch unter DIN A 4 noch gut gestaltet werden kann. Informative Texte (ja es könnte noch mehr sein, eine bessere Zuordnung zu den Liedern etc.) und ein Bildband erfreuen den Bob Dylan Fan und die Musik erstaunt alle: Was für eine Vielseitigkeit von teilweise gleichen Songs! Es gibt Geigen, es gibt Hörner und eine andere Stimme, als man sie heute kennt. Beispiel "Alberta" und "When I paint my masterpiece". Letzteres baut eine Brücke zwischen der zweiten und dritten CD (mit The Band at the Isle of Wight). Alles Andere ist bereits Detail-genau gesagt. Dank einer gut orientierten Fan-Gemeinde, Friends of Bob: Danke :-)
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es ist bei Volume 10 der insgesamt nur zu lobenden Bootleg Serie von Bob Dylan (die seit 1991 alle zwei bis drei Jahre versetzt zu seinen regulären neuen Alben eine Art Parallel-Diskographie des Meisters aus den Archiven auftauchen lässt), wie schon so häufig davor auch: Nachdem man die opulente Ausstattung der Doppel-CD bestaunt hat, die von einem großzügigen Kartonschuber ummantelt ist, sodass zusätzlich zur CD auch noch das 60seitige mit Bildern und Informationen gesättigte Hochglanz-Booklet bequem mit hinein passt, dann die erste CD einlegt und den ersten Archiv-Fund hört, dass man sich kopfschüttelnd fragt, warum um alles in der Welt lag dieses Juwel solange verschütt in muffigen Archiven?

"Went to see the Gypsy" eröffnet diese Sammlung bisher unveröffentlichter Songs und alternativer Versionen, hier in der Demo-Fassung aufgenommen am 03.03.1970, also während der Sessions zum Album "Self portrait" (VÖ:06/1970). Die endgültige offizielle Version erschien erst auf dem Nachfolge-Album "New morning" (VÖ:10/1970), die unterschiedlicher aber hätte kaum ausfallen können. War es später ein kompletter, für Dylan-Verhältnisse beinah ungewöhnlich glatter Band-Song, kommt die hier die Sammlung eröffnende Version des Songs mit nur zwei akustischen Blondinen aus. Eine von Dylan selbst gestreichelt, die andere von David Bromberg. Und es mutet nicht wie ein hingehuschtes Demo an, sondern wie ein so und nie anders gedachter feiner melodischer Folk-Klassiker, dem nur 43 Jahre lang verwehrt wurde ein Klassiker wie meinetwegen "Chimes of freedom" oder "Blowing in the wind" zu werden. Ob ich übertreibe? Ganz bestimmt. Ob der Song in dieser Version damals so veröffentlicht und Single geworden, dann auch ein ebensolcher Klassiker geworden wäre ist natürlich hypothetisch, aber er hat das Zeug dazu. Die klangliche Aufbereitung anno 2013 tut ihr übriges, der Staub blieb in den Archiven, heraus kamen nur kristallklare Töne - zumindest überwiegend.

Nicht alle 35 hier zusammengefassten unveröffentlichten Songs oder alternativen Versionen der Jahre 1969-1971 sind von der Güte des Openers. Und dennoch, in diesen drei Jahren veröffentlichte Dylan vier Alben, aus deren Sessions hier nun auf "Another self portrait" sehr viel Material veröffentlicht wird, was das damals von Dylan für die LPs ausgewählte zum Teil weit übertrifft. Der ewige Kauz begann sich in jenen Jahren so richtig zu entfalten. Nachdem seine ersten acht Alben nahezu lückenlos vom geneigten Publikum wie das Evangelium in Empfang genommen wurden und die Ehrerbietung für den damals noch nicht 30jährigen sich uferlos steigerte, beschloss er selbst diesen Huldigungs-Auswüchsen entschlossen entgegen zu wirken. Partiell durchaus mit Erfolg, zumindest lösten seine Veröffentlichungen jener Phase bei einigen Anhängern heftigen Widerspruch und Entsetzen aus, langfristig aber trug er mit dieser Überbetonung des Kauztums so wohl ganz erheblich selbst zur Bildung des Mythos Dylan bei - ob gewollt oder ungewollt, bleibt wohl eine der Fragen, die er nie beantworten wird, was den Mythos wiederum weiter steigert.

Zunächst legte er 1969 mit "Nashville Skyline" ein amtliches Country-Album vor. Unter den stets zum Klassenkampf bereiten Linksideologen unter seinen eifrigen Fans hatte es zwar durchaus eine desillusionierende Wirkung, weil Country damals in den ausklingenden 1960er Jahren klar eher republikanisch-konservativen Kreisen zugeordnet wurde, dem Erfolg aber tat es keinen Abbruch. Nur zwei der hier versammelten Songs stammen aus diesen Sessions (gelungene alternative Versionen von "I threw it all away" und "Country pie"). Hier liegt auch die einzige Enttäuschung von "Another self portrait", wofür das Bootleg-Album wahrscheinlich gar nichts kann. Das '69er Album wurde mit einem Duett mit dem wunderbaren Johnny Cash eröffnet. Dylan und Cash spielten damals aber (mindestens) zwölf weitere Stücke ein (hauptsächlich Cash-Klassiker), die mir bisher nur in fast unzumutbar schlechter Qualität bekannt sind und nie offiziell veröffentlicht wurden. Dass sie nun auch hier fehlen, lässt gemächlich die letzten Reste Hoffnung schwinden, dass dieses Material je in guter Qualität auf den Markt kommt. Offenbar ist es nicht restaurierbar.

Im Juni 1970 schickte Dylan dann das mit 24 Songs bepackte Doppel-Album "Selfportrait" ins Rennen, von dem er der Legende nach sagte: Ich habe ein Album gemacht, das man unmöglich mögen kann". Die Aussage ist zwar nicht verifiziert, Dylan hat sie aber auch nie dementiert. Und unter den Fans herrscht diesbezüglich auch ungewöhnliche Einigkeit. Welches der bisher 35 Studio-Alben das beste ist, dürfte kaum auszumachen sein. Fragt man aber nach dem schlechtesten, wird man von Dylanologen wohl fast ohne Ausnahme "Self portrait" genannt bekommen, neben vielleicht ein, zwei klang-technisch verhunzten Produktionen in den unrühmlichen 80's.
Im Vorfeld der neuen "Bootleg Series Vol.10", habe ich die vier Alben der hier umfassten Zeitspanne um 1970 mit dem offiziellen Material gezielt gehört, und in der Tat: "Self portrait" bleibt ein Problemfall.
Die hier nun aufgetauchten insgesamt 17 Exponate dieser Session lassen den Dylan zugeschrieben Satz oben glaubhaft scheinen. Denn beinah alle 17 alternativen Versionen oder gar gänzlich unveröffentlichten Songs, die "Another self portrait" nun präsentiert, überbieten das damals veröffentlichte Material bei weitem. Allein die Versionen ohne Overdubs (die 1970 das offizielle Album über weite Strecken einfach nur fürchterlich zugekleistert haben), machen deutlich, dass die Songs in Ihrer Substanz Dylan-Niveau hatten. Jetzt, 43 Jahre danach, kommen sie ungeschminkt zur Geltung und offenbaren wahre Schönheit und Klarheit. Die späte Rehabilitation eines zurecht geächteten Albums.

Noch im selben Jahr, nur vier Monate später, schickte Dylan sein nächstes ordentliches Album hinterher: "New morning". Kein Überalbum, aber ein solides Werk. Zehn Stücke aus diesen Sessions sind hier integriert, acht davon alternative Versionen der offiziellen Albumtracks. Nicht besser oder schlechter als die endgültigen Versionen, meist einfach erstaunlich anders und für Fans ein wahres Fest. Neben dem eingangs schon erwähnten "Went to see the Gypsy", läßt auch die völlig anders gedachte Version von "If not for you" den Hörer einen alten Bekannten noch einmal völlig neu kennenlernen.

Im Folgejahr 1971 erschien dann mit "More Greatest Hits" (oder auch "Greatest Hits 2") zwar nur eine Hit-Kompilation, die allerdings zusätzlich sechs exklusiv eigens dafür eingespielte Stücke enthielt. Auch aus diesen 71er Sessions tauchen hier nun noch drei Outtakes auf. Entdeckenswert, wenn auch sehr gewöhnungsbedürftig, ist vor allem die nur am Piano eingespielte Version von "When I paint my masterpiece". Es ist zwar eindeutig die auf "More Greatest Hits" veröffentlichte Full-Band-Version im Ergebnis vorzuziehen, aber die Nummer hier als Ausklang der knapp zweistündigen Archiv-Ausbeute zu hören, hat mehr als nur seine Berechtigung.

Wer mitgezählt hat, kommt auf 32 Songs aus den Sessions zu den vier Alben. Auf 35 Titel aufaddiert wird "Another self portrait" durch zwei mit The Band 1969 beim Isle of Wight Festival aufgenommen Versionen von "I'll be your Baby tonight" und "Highway 61 revisited". Schon auf "Selfportrait" waren 1970 zwei andere Stücke aus diesem Konzert veröffentlicht worden, eins davon war die seltsame Version von "Like a rolling stone". Das gesamte Konzert ist übrigens nun erstmalig der Deluxe-Ausgabe von "Another self portrait" als Bonus-CD beigelegt.

Bleibt nur noch ein Song, der mir hier allerdings in jeder Hinsicht Fehl am Platz scheint: eine schauerliche Version von "Minstrel boy". Abgesehen davon, dass Dylan die Nummer in der vorliegenden Version so lustlos nölt, dass man schon sehr Fan sein muss, um dem noch etwas abzugewinnen, fällt die Aufnahme auch nicht in den Zeitraum der hier zusammengefassten Session-Outtakes, sondern stammt aus den Basement-Tapes-Sessions, die 1967 stattfanden und damals schon zunächst unter Verschluss blieben, um dann 1975 doch als mehr oder weniger reguläres Studio-Album zu erscheinen. Die Nummer wäre hier aus jeder Hinsicht entbehrlich gewesen.

David Bowie veröffentlichte 2012/13 (sehr dürftige) 40th Anniversary-Editions seiner legendären Alben "Ziggy Stardust" und "Alladin Sane", beide Alben waren zehn Jahre zuvor auch schon (damals in sehr üppigen) Jubel-Editionen erschienen. Elton Johns legendäres '73er Doppel-Album "Goodbye yellow brick road" wird im Laufe dieses Jahres noch gebührend gefeiert werden, wie auch schon 2003 mit einer edlen Neuauflage. Wie oft Paul McCartney nun schon "Band on the run" und Pink Floyd ihr "Dark side of the moon" mit Juhu-Jubiläums-Ausgaben veredelt haben, ist nur noch für beinharte Fans überschaubar. Und all das ist auch völlig legitim. Wer erinnert sich nicht gern an besondere Momente im Leben, wo einfach alles glückte und irgendwie alles gepasst hat.
Bob Dylan hat derlei Anniversary-Editions bisher nie veröffentlicht, obwohl er mindestens ein Dutzend musikhistorisch relevanter Alben vorweisen kann. Dass er nun ausgerechnet diesem nicht zu Unrecht wenig gemochten Album seiner Karriere eine besondere Würdigung zuteil werden lässt, das Cover-Konzept aufgreift und sich am Titel anlehnt, ist wieder einmal typisch Dylan. Es gibt viele Gründe, warum man Bob Dylan verehren und bewundern kann, für diese schrullige Kauzigkeit allerdings, muss man ihn fast schon lieben. Und letztlich beweist er damit 43 Jahre später, dass er auch in dieser umstrittenen Karrierephase sein Talent nicht verloren hatte. Er wollte damals offenbar wirklich ein Album machen, was man unmöglich mögen kann. Und liefert heute das Album nach, was das Augenzwinkern von damals unterstreicht und was man um ein Vielfaches lieber hören will.
77 Kommentare| 79 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Mai 2014
Für Bob Dylan Fans und auch Nichtfans ist dieses Album ein wahrer Ohrenschmaus. Ich habe mir aus den zwei CD's eine mit 24 Songs zusammengestellt und kann diese gar nicht oft genug hören. die Songs sind teilweise besser als die von den Original CD's .
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 23. August 2013
Kaum ein Künstler ist ja wohl so von seinen Anhängern vereinnahmt worden wie Bob Dylan. Er sollte ihr Sprachrohr sein, gesellschaftliche und politische Skandale aufdecken oder zumindest ins kollektive Gedächtnis zurückholen. Stattdessen wurde er Folkrocker und musste sich daraufhin übelste Beschimpfungen gefallen lassen. All diese Geschichten kennt man. Wer Fans hat, der braucht keine Feinde. Jedenfalls nicht solche, die selbst nicht davor zurückschrecken die Mülltonnen vor Dylans Haus im Greenwich Village zu durchwühlen, um seinem Idol noch näher kommen zu können und Details seines Lebens aus Küchenabfällen hervor zu zerren.

Da half offenbar nur noch die Flucht nach vorn. Nicht, dass Dylan sich der Countrymusik zuwandte. Das hatte er mindestens 1967 schon getan. Nein, in die neue Dekade der 1970er startete er mit einer Kollage aus Studioschnipseln und Coverversionen und er sang plötzlich mit ungewohnt glockenheller Stimme wie ein Chorknabe oder so schräg und offenkundig absichtlich falsch, dass man sich fragen musste, ob das wirklich noch derselbe Mann war, der wenige Jahre zuvor noch jedes öffentliche Interview mit kaltschnäuziger Coolness nach seinen Regeln diktiert und in kurzer Abfolge 3 Albumklassiker nacheinander abgeliefert hatte.

Die neue Platte hieß dann vielsagend Self Portrait und war offenbar zuviel für seine damaligen Fans. Selbst bei Dylan normalerweise wohlwollend bis bewundernd gegenüber stehenden Kritikern löste die Platte teilweise heftige, negative Reaktionen aus. Ich erstand diese Platte auch erst spät. So viele Dylan Platten schienen dringlicher zu sein. Erst irgendwann Ende der 80er oder Anfang 90er (ganz genau weiß ich das gar nicht mehr) musste es dann doch sein. Die CD hatte die Schallplatte aus den Läden verdrängt, war als altmodisch verpönt und abgeschrieben, da kaufte ich mir das Doppelalbum in einem 2nd Hand Laden.

Ungefähr zu dieser Zeit (oder kurz darauf) erschienen die ersten 3 Teile der Bootleg Series in einer 3-CD bzw. 5-LP-Box. 22 Jahre später sind wir nun bei Teil 10 angelangt. Vol. 10 befasst sich im ersten Teil vorwiegend mit Self Portrait und auf CD2 steht der Nachfolger New Morning mehr im Mittelpunkt. Ich habe jede der bisherigen Ausgaben verschlungen und halte die Bootleg Series insgesamt für unverzichtbar. Für mich ist dieses "hinter-die-Kulissen-schauen" zu einem essenziellen Bestandteil in der Betrachtung von Bob Dylans Werk geworden und hat meine Wahrnehmung dieses Mannes als Gesamtkunstwerk stark geprägt.

Vieles hat sich mir im Laufe der Zeit mit Hilfe dieser Serie erschlossen und erklärt. Was Dylan in den vergangenen 50Jahren nicht zu erklären bereit gewesen war, muss man sich dann eben anhand von Demos, Outtakes und Konzertausschnitten erarbeiten. Bei Teil 10 funktioniert das aus meiner Sicht nun besonders gut, weil dieses Mal ein Album im Focus steht, das sehr zwiespältig beurteilt wird. Auch ich musste mir die Perlen suchen, vieles auf Self Portrait ist bis zur Unkenntlichkeit verkitscht und mit Streichern und Chören zugeklebt.

Man musste sich die Mühe machen und die Songfundamente unter der überzuckerten Kruste frei legen, und dann konnte man feststellen, dass Dylan doch im Grunde noch der alte geblieben war. Diese Arbeit wird dem Hörer jetzt hier abgenommen. Ohne Firlefanz werden die Songs jetzt hier präsentiert. Und noch etwas wird dabei deutlich: all die Kritiker, die auch nach jeder neuen Veröffentlichung von Bob Dylan behaupten, dass Dylan nicht singen könnte, liegen falsch. Er kann es sogar sehr gut und er weiß es auch. Nicht umsonst hat er 1965 schon behauptet: "I am as good as Caruso. And I hit all those notes." Nur erachtet er es offenbar selten für nötig, es zu tun.

Another Self Portrait gehört für mich jetzt schon nach wenigen Durchläufen zu den Top 3 der Bootleg Series und hat -was neu dabei ist- durchaus das Zeug als eigenständiges Album durchgehen zu können. Der Klang der Aufnhamen ist unterschiedlich, aber trotzdem durchweg gut bis sehr gut. Aber das ist im Grunde nichts Neues bei dieser Serie. Was jetzt m.M.n. noch fehlt, ist eine Ausgabe, die sich intensiver mit Dylans christlicher Phase 10 Jahre nach Self Portrait befasst. Man wird sehen...
6363 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Selten habe ich zu einem Produkt so viele sehr gute und fundierte Beiträge gelesen wie zu dem vorliegenden "Another Self Portrait / The Bootleg Series Vol. 10". Von daher erübrigt sich (leider) eine eigene Rezension ... es wäre eine einzige Wiederholung.
Mein Fazit: "Another Self Portrait" ist eine der besten Veröffentlichungen im Rahmen der 'Bootleg Series'. Sehr empfehlenswert!
Reinhard Busse
22 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Dezember 2013
Wenn man in anderen Shops mittlerweile sieht wie teuer diese Bootleg Serie gehandelt wird, habe ich alles richtig gemacht. Gute Tonqualität
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. September 2013
In Dylans mehr als 50jähriger Karriere gibt es viele beeindruckende Gipfel. Was heißt, dass es auch ein Dazwischen gibt - das können - um beim Bild zu bleiben - Hochebenen sein, manchmal geht's tiefer hinab. Allerdings gibt es einen wirklich dramatischen Absturz, den nach dem Jahr 1968, nach der Platte "John Wesley Harding". Diese Feststellung hat weniger mit "linksideologischen" Vorbehalten zu tun, wie ein Rezensent vor mir mutmaßte (Dylans kurzer Flirt mit der "Linksideologie" war damals ohnehin schon längst passe), sondern mit ästhetisch-musikalischen. In der Tat ist es schwer zu verstehen, dass ein Künstler, der eben noch "All Along The Watchtower" veröffentlicht hatte, wenige Monate später "oh me oh my love that country pie" auf Vinyl schmalzte. Dylan selbst hat es in einem der besseren Songs aus dieser Ära ausgedrückt: "Was ist los mit mir? Ich hab nicht viel zu sagen". Und noch drastischer, das "Album Self Portrait", das sozusagen den Schluchtgrund dieses Absturzes markiert wurde von Greil Marcus mit "Was soll der Sch...." kommentiert - treffend, wie ich meine.
Ausgerechtet "Another Self Portrait" bildet nun die 10. Folge der "bootleg-Serie", die Outtakes und Alternativversionen dieses Machwerkes bilden die Mehrheit auf der Doppel-CD. Unterm Strich dokumentiert "Another Self Portrait" leider nur, wie unbedeutend, orientierungslos, ja bisweilen grottenschlecht Dylan zu dieser Zeit sein konnte. Als Beispiel sei die Alternativversion von "I Threw It All Away" erwähnt, sehr ähnlich übrigens der 1969 veröffentlichten Version: Ein Lied über das Ende einer Liebe, ein Lied über Trauer. Aber vorgetragen in selbstzufriedenem Bariton, guttural, triumphalistisch, ertränkt in üblem Country&Western-Sirup. Dabei ist der Song an sich ja gut, es gibt beeindruckende Performances davon auf der zweiten "Rolling-Thunder" Tour 1976. Aber so kann er nur zeigen, wie sehr Bob Dylan auch mal von jedem kreativen Instinkt verlassen sein konnte.
Doch ja, es sind einige tolle Songs dabei. "House Carpenter", das alte Traditional, z.B. hat Charakter. "Copper-Kettle", die alte Ballade über Schwarzbrennen von Whisky, gefiel mir immer schon als eines der wenigen Lieder auf Self Portrait. Jetzt gibt's eine Version ohne overdubs. Also es gibt auch paar nette, interessante, sympathische Momente. Aber wir reden von Bob Dylan. Dem Künstler, der sich aus diesem Loch nach einiger Auszeit Mitte der Siebziger mit einer Serie immens starker Alben und auch Konzerttourneen herausarbeiten würde. DAS ist mein Hauptkritikpunkt an dieser Veröffentlichung. Warum wird ein Tiefpunkt und nicht eine wirklich gute Phase in Dylans Karriere dokumentiert? In diesem Zusammenhang erlaube ich mir einige Vorschläge zur Wiedergutmachung für die nächste Folge der "bootleg-Serie". Die 1978-Tour wird unterschätzt, vielleicht weil wir offiziell nur Live at Budokan" kennen, die wirklich guten, je ekstatischen Konzerte fanden später in Europa und im Herbst in den USA statt. Auch ein Konzert aus der christlichen "Gospel-Ära" 1979-1981 hätte wohl mehr hergegeben. Dann die beiden Tourneen mit Tom Petty - auch sie harren noch einer offiziellen Veröffentlichung. Und auf den großen Schatz der Never-Ending-Tour" seit 1988 braucht nicht gesondert hingewiesen werden.
33 Kommentare| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2016
Bin sehr froh über diese Veröffentlichung,weil hier man gut hören kann wie gut 'Self Portrait' hätte werden können.Auch das von mir nicht gerade geschätzte Album 'New Morning' hat durch die verschiedenen Songs bei mir jetzt einen anderen Stellenwert bekommen.Ich verstehe nur nicht warum einige Songs es nicht auf die regulären Alben geschafft haben.Das weiß nur Bob.Auf jedenfall gibt es für Fans viel zu entdecken.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2013
Bob, sehr nasal: Dadadidadadadadeida…

Akustische Gitarre: Schrumm! Schrumm! Schrummpedischrumm!

E-Gitarre: Dingeldingelding! Ping! Twäng!

Bob, sehr kehlig: Dadadadeidadum… Days of 49…

Lapsteelgitarre: Jaaaaaauuuuul…

Backgroundsängerinnen: „Aaaaaah! Aaaaaah! Uuuuuuh!“

Bob, mürrisch: „How does it feel… like a complete unknown…”

Piano: Klimmpediklomm…

Schlagzeug: Bumpedibumm! Bumpedibumm!

Bob, vernuschelt: “Leilalei… all lies and jest...”

Ich kann die Musik des berüchtigten „Self Portrait“ (dem Original) hier leider nur unvollkommen wiedergeben. Ist aber, versichere ich, auf eigenwillige Weise schön, auch wenn einige obskure Coverversionen nur mit Augenzwinkern zu genießen sind.

Diese viel geschmähte Dylan-Phase um 1970 musste jedenfalls endlich rehabilitiert werden, was nun mit dieser neuesten Bootleg-Edition geschieht.

Dylan hat damals – das Album „New Morning“ ist da noch charakteristischer – schöne, knackige, kurze Songs ohne Endlos-Lyrics gemacht, einige wirkliche Perlen darunter. Zu anderen Zeiten hätte er Lieder wie „New Morning“, Mighty Quinn“, „Went to See the Gypsy“ auf sieben Minuten gestreckt. Die Edition bietet viele Stücke dieser Ära in Studioaufnahmen und Alternative Takes in zumeist sehr guter Klangqualität und vor allem: im purem Dylan-Sound, also ohne die Verkleisterungen, Verunzierungen, Versüßlichungen, Overdubs, die sie dann zu großen Teilen auf „Self Portrait“ hatten (woran man allerdings auch seinen Spaß haben kann).

Manches ist in deutlich besserer Fassung zu hören, zB „Went to See the Gypsy“ oder „Time Passes Slowly“. Einige Versionen haben hier allerdings sogar zusätzliche Overdubs wie das jetzt richtig vollsaftig klingende „New Morning“ mit der zusätzlichen Bläsersektion oder „Sign on the Window“ mit Orchester.

Kurz: sehr hörenswert, sehr authentisch, ist jetzt nach „Tell Tale Signs“ mein Favorit in der Bootleg-Serie.
11 Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Mai 2016
This is the best bootleg of dylan. Of course the vol 11 basement tapes is also great. The music is clear the voice sing and the guitar naturel. I compared cds ans vinyls and the sound of vinyls is really better. You have to listen to this music. When you begin with the first tune you can't stop until the end of the side F.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden